ScienceFiles Wahlprognose: Große Koalition mit knapper Mehrheit; Afd bei 15,5%

Zur Bundestagswahl 2013 haben wir unser ScienceFiles-Fuzzy-Wahlprognose-Tool erstmals zum Einsatz gebracht und es geschafft, den Ausgang der Bundestagswahl besser vorherzusagen als dies Infratest Dimap für die ARD gelungen ist.

Auch zur Bundestagswahl 2017 haben wir unser Fuzzy-Tool wieder im Einsatz. Dieses Mal haben wir uns bemüht, das Tool zu verbessern:

Wir haben dieses Mal keine eigenen Daten erhoben, sondern uns der Daten von Infratest Dimap, Allensbach, Forsa und der Forschungsgruppe Wahlen bedient. 

Der Datensatz umfasst alle Umfragen, in denen seit der letzten Bundestagswahl 2013 die Sonntagsfrage gestellt wurde. Insgesamt haben wir 405 Einzelbefragungen mit jeweils acht Datenpunkten also 3.240 Datenpunkte als Grundlage unserer Prognose.

Für die Prognose haben wir langfristige Effekte berücksichtigt, die man aus der Nebenwahltheorie, die Rainer Dinkel in Deutschland bekannt gemacht hat, ableiten kann.

Wir haben die Gewichtung, die die Umfrageinstitute vornehmen, in Rechnung gestellt und unsere Ergebnisse um diesen Gewichtunsgfaktor bereinigt.

Wir haben eine abnehmende Parteibindung und einen Verlust von Stammwählern bei CDU, SPD und Grünen in der Prognose berücksichtigt.

Schließlich haben wir einen Mobilisierungsfaktor berechnet, in der Annahme dass es der AfD besser als anderen Parteien gelingt, Unterstützung unter bisherigen Nichtwählern zu gewinnen.

Und hier unser Ergebnis:

Der nächste Bundestag wird sich aus sechs Fraktionen konstituieren (sofern die CSU keine eigene Fraktion gründen will). Die Grünen, die Daten sind hier leider eindeutig, werden nach unserer Prognose im nächsten Bundestag vertreten sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es nicht sind, liegt bei 25%. Die FDP und die LINKE sind bei uns mit 10,5% der Stimmen gleichauf, die AfD wird mit 15,5% drittstärkste Fraktion im neuen Bundestag. Die SPD erreicht keine 20% und die CDU/CSU wird mit 34,5% deutlich unter dem Ergebnis von 2013 bleiben, als noch 41,5% die CDU oder die CSU gewählt haben (Die Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zur letzten Bundestagswahl findet sich unten).

Das spannende an unserem Ergebnis ist: Eine große Koalition hat nur noch eine knappe Mehrheit. CDU/CSU und SPD kommen auf nurmehr 52,5% der Stimmen. Um sich auf eine komfortable Mehrheit im Bundestag stützen zu können, bräuchten CDU/CSU und SPD somit einen Juniorpartner.

Als Juniorpartner stehen die AfD, die FDP und die LINKE zur Verfügung. Die Faktion von Bündnis90/Grüne wird im nächsten Bundestag in zu geringer Zahl vertreten sein, um als Mehrheitsbeschaffer in Frage zu kommen.

Unser Tipp für das nächste Kabinett Merkel, das keine volle Legislaturperiode überdauern wird (das ist die zweite Prognose im selben Post!), ist eine Regierung aus CDU/CSU, SPD und FDP.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

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