Studium als Ressourcenverschwendung: von Nutzlosem, Stupidität und Trägheit

Was, wenn man den Unfug, der an deutschen Hochschulen zuweilen vermittelt wird, offensichtlich in Vergessenheit geraten ist: Tertiäre Bildung kostet Geld. Viel Geld. Die Ressourcen, die an Hochschulen notwendig sind, um Studienort, Studienangebot, Studiengebäude, Verwaltung, Dozenten, Bibliotheken, Infrastruktur usw. zu finanzieren, sie müssen aufgebracht werden, von Steuerzahlern.

Tatsächlich finanzieren alle Steuerzahler die Kinder von Akademikern und Beamten. So beginnen von 100 Kindern aus einem Akademiker-Haushalt 74 ein Studium, 63 beenden es mit einem Bachelor, 45 davon mit einem Master und 10 davon mit einer Promotion. Für Kinder aus nicht-Akademiker-Haushalten ergeben sich gänzlich andere Zahlen. Von 100 Kindern aus einem nicht-Akademiker-Haushalt beginnen 21 ein Studium, 15 davon schließen es mit einem Bachelor, 8 mit einem Master und eines mit einer Promotion ab.

Hochschulen sind somit Transmissionsriemen für Akademiker-Haushalte, die sich auf Kosten der Allgemeinheit reproduzieren. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn die Ressourcen, die in Hochschulen gesteckt werden einen Mehrwert für die Gesellschaft erbringen, wenn, ökonomisch gesprochen, die an Hochschulen vermittelte Bildung die Produktivität von Studenten erhöht und sich dadurch positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Im deutschen Hochschulalltag finden sich jedoch immer häufiger Studenten, die ihr Studium als Konsumgut ansehen, das dem privaten Verbrauch dient, das also nicht als Verpflichtung denen gegenüber angesehen wird, die es finanzieren. Im Gegenteil, diese Studenten sehen ein Studium als etwas an, auf das sie ein Recht haben und haben auch kein Problem damit, Fächer zu studieren, Fächer wie Gender Studies, Whiteness-Studies, Anti-Rassismus, an manchen Standorten Soziologie und Politikwissenschaft, die reine politischen Agitationsfächer sind, von denen man annehmen muss, dass sie einen gesellschaftlichen Schaden nach sich ziehen, in jedem Fall keinen gesellschaftlichen Nutzen.

Deshalb muss einmal mehr darauf hingewiesen werden, dass es weder ein Recht auf ein Studium gibt noch ein Studium mit KEINER Verpflichtung gegenüber denen verbunden ist, die die Ressourcen aufbringen, die von Studenten und Dozenten, die von Hochschulen als solchen verbraucht werden. Wenn Eigentum verpflichtet, dann geht damit, von anderen für ein Studium finanziert zu werden, noch eine viel größere Verpflichtung einher, die eigentlich dazu führen müsste, dass Ressourcen an Hochschulen sorgsam eingesetzt und in jedem Fall nicht vergeudet werden. Sie müsste auch dazu führen, dass sich Studenten der Tatsache bewusst sind, dass sie Steuerzahlern auf der Tasche liegen, und daher die Verpflichtung haben Steuerzahlern etwas zurück zu geben.

Dieses Bewusstsein scheint nicht sonderlich weit verbreitet zu sein. Die Irrlehre der OECD, nach der mindestens 40% eines Schülerjahrgangs studieren müssen, um das ökonomische Maximum zu erreichen, hat viel zu dieser Nonchalance beigetragen, mit der Studenten die Ressourcen verbraten, die andere mühsam erarbeiten.

Das Problem, dass die falschen Personen an Hochschulen vorzufinden sind, dass ungeeignete Studenten durch ein Studium von einer „nützlichen Tätigkeit“ ferngehalten werden, dass „Stupidität, Trägheit oder Mangel der Lust und des Triebes“ zum Trotze studiert wird, hatte bereits Friedrich I von Preußen. Er hat es 1708 zum Anlass genommen, einen Aufruf gegen die Vergeudung von Ressourcen an Universitäten und die übermäßig hohe Zahl von Studenten in seinem Königreich zu erlassen.

Unter Friedrich dem Ersten hätte es keine Gender Studies und auch den anderen Unfug, der sich heute an Hochschulen breitmacht, nicht gegeben.

Manchmal wünscht man sich einen König zurück.

Wir danken einem langjährigen Leser von ScienceFiles für den Hinweis und den Aufruf.

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Gender-Kreationismus in Mainstream-Medien

Ein Kommentar von Ulrich Kutschera

Für meine Aussagen, die Gender-Irrlehre des US-Psychologen John Money (1921–2006) sei mit dem wörtlich verstandenen, auf Realwelt-Phänomene übertragenen biblischen Schöpfungsglauben (Kreationismus) geistesverwandt, wurde ich heftig kritisiert.

Daher nahm ich es mit Genugtuung zur Kenntnis, dass am 13. November 2017 auf TagesspiegelCausa, ein „Debatten-Portal“, in welchem ich selbst bereits vorstellig wurde, eine Frau Judith S. Basard, Mitbegründerin der „Initiative Liberaler Feminismus“, ihren unausgegorenen Sermon preisgeben durfte.

Unter der Überschrift „Beim Thema Geschlecht lässt sich die Wissenschaft von gesellschaftlichen Vorurteilen leiten“ lesen wir mit Erstaunen den folgenden Satz: „Immer noch vertreten viele die These, das männliche oder weibliche Verhalten sei angeboren. Dafür gibt es aber bisher keine wissenschaftlichen Beweise. Vielmehr wird der Diskurs durch Vorurteile und verdrehte Fakten dominiert.“ Unter Verweis auf einen FDP-Politiker und eine Journalistin, beide ohne biowissenschaftliche Expertise, bezeichnet diese unkundige Dame die biologische Forschung als Sammlung von Mythen und Vorurteilen – objektive Fakten würden dort nicht im Vordergrund stehen, lesen wir.

Ohne auf diesen laienhaften, sprachlich wie inhaltlich defizienten Unsinn einzugehen, möchte ich in diesem Kommentar auf den Kernpunkt der „liberalen Feministin“ zu sprechen kommen. Sie behauptet, Evolutionsbiologen würden sich besonders „obskur“ verhalten. Die gemeinsame Abstammung aller Lebewesen, eine der sichersten Erkenntnisse der Biologie überhaupt, wird als „Glaube“ bezeichnet – und die naive Dame wird bei diesem Naturgesetz eher an einen „christlichen Heilsplan“, und nicht an Wissenschaft, erinnert. Sie behauptet allen Ernstes, die Evolution würde als „natürliche und daher unanfechtbare Wahrheit“ gelten, und daher seien die Schlussfolgerungen bezüglich des menschlichen Verhaltens „absoluter als ein totalitäres Regime“. Am Ende ihrer Ausführungen werden die Naturwissenschaftler indirekt als Vertreter einer Sekte bezeichnet – diese „Ideologen“ würden u. a. „Biologismen“ verbreiten, wie auch an „archaische Ursprungsphantasien“ und „verstaubte Ordnungssysteme“ glauben.

Mit diesem widersinnigen Pamphlet hat unsere „liberale Feministin“ meine These bestätigt, die ich in den Fachbüchern „Evolutionsbiologie“ (2015) und „Das Gender-Paradoxon“ (2016) ausführlich begründet habe: Anhänger der (widerlegten) Moneyistischen Gender-Irrlehre sind nichts anderes als bio-naive Kreationisten, die mit den Erkenntnissen der auf Physik und Chemie basierenden Evolutionswissenschaften geistig überfordert sind. Es ist bedauerlich, dass ein Mainstream-Journal wie der „Tagesspiegel“, seinen Lesern derartig unsinnige Pamphlete zumutet. Offensichtlich ist man in der dortigen Redaktion inzwischen auch vom Gender-Kreationismus infiziert, der wie ein Krebsgeschwür immer weitere Kreise zieht, vitale Ressourcen an sich reißt und verstoffwechselt, dem Wirtskörper „Universität“ bzw. „Deutsche Wissenschaft“ weiterhin massiven Schaden zuzuführen.

Die Aktion von „ScienceFiles“, diesem sozialkonstruktivistischen Geschlechter-Spuk ein Ende zu bereiten, wird daher mit Nachdruck begrüßt.

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Verfassungsbruch: Wohl alltäglich an der Universität Potsdam

Im Land S ist die Apfelernte schlecht. 50% der geernteten Äpfel erfüllen die Qualitätsstandards, 50% sind faul. Staatsratsvorsitzender H hat ein Problem. Die Planmenge an Äpfeln die jedem Bürger zugestanden wird, kann nicht erfüllt werden, wenn den Bürgern nur Qualitätsäpfel zum festgesetzten Preis angeboten werden. Deshalb erlässt H sein 50%-Gesetz: Jeder der einen Qualitätsapfel kauft, muss auch einen faulen Apfel kaufen. Das jedem Bürger zustehende Apfelkontingent wird auf 50% Qualitätsäpfel und 50% faule Äpfel festgelegt, so dass H das Planziel erfüllen kann.

Die Universität Potsdam ist dabei, die Gesetzgebung, die wir gerade beschrieben haben als Beschluss bei der nächsten Fakultätsratssitzung, der 13. am 22. November in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF) zu verabschieden. Das geht aus einem Dokument hervor, das uns überlassen wurde.

Wir zitieren:

„Beschlussvorschlag:
Handhabung der gesetzlichen Vorschriften in der MNF für Berufungsverfahren in Fächern, in denen Frauen unterrepräsentiert sind: In Zweifelsfällen hinsichtlich der fachlichen Qualifikation [also bei faulen Äpfel] bei ausdrücklich vorliegender fachlicher Passfähigkeit und Erfüllung der formalen Voraussetzungen hinsichtlich der Abschlüsse einer Bewerberin [auch ein fauler Apfel ist ein Apfel] ist diese Bewerberin einzuladen, bis die Hälfte der zu Vorstellungsgesprächen Eingeladenen Frauen sind.“

Nicht mehr die Qualifikation als solche soll also darüber entscheiden, ob ein Bewerber zu einem Berufungsverfahren eingeladen wird, sondern sein Geschlecht: Bei Berufungsverhandlungen, so will es Barbara Schneider, „Dez. GLB der MNF“, sollen nach Geschlecht getrennte Auswahlen stattfinden und mindestens so viele Frauen wie Männer eingeladen werden. Wenn eine Fakultät eine derartige Regelung akzeptiert, und unsere Quelle geht davon aus, dass dies der Fall sein wird, dann ist es aus mit der wissenschaftlichen Lauterkeit, und wenn erst Bewerberinnen eingeladen werden, die zwar nicht zu den besten Bewerbern gehören, aber das richtige Geschlecht haben, dann gibt es auch keine Gewähr mehr, dass nicht das gesamte Verfahren entlang leistungsfremder Kriterien, z.B. entlang der Vorgaben des Politkommissars aus dem “Dez. GLB” durchgeführt wird.

Tatsächlich verstößt die Beschlussvorlage nicht nur gegen den Paragraphen 9 des Beamtenstatusgesetzes, sie verstößt auch gegen die Paragraphen 3 und 33 des Grundgesetzes:

§ 9 Beamtenstatusgesetz:

„Ernennungen sind nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung ohne Rücksicht auf Geschlecht, Abstammung, Rasse oder ethnische Herkunft, Behinderung, Religion oder Weltanschauung, politische Anschauungen, Herkunft, Beziehungen oder sexuelle Identität vorzunehmen.“

Artikel 3 Grundgesetz

“(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Artikel 33 Absatz 2:

“(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.”

Geht es darum, Männer zu diskriminieren und die Machtphantasien kleiner Genderista auszuleben, dann gelten an deutschen Universitäten offensichtlich weder das Beamtenstatusgesetz noch das Grundgesetz. Wie in jedem korrupten Staat gelten Gesetze nur dann, wenn sie gerade vorteilhaft sind, wenn sie Missbrauch und Rent Seeking, also die Bereicherung einer gesellschaftlichen Gruppe auf Kosten aller anderen gesellschaftlichen Gruppen, förderlich sind, dann werden sie durchgesetzt. Das zeichnet eine Bananenrepublik aus.

Warum politische Korruption wie die dargestellte ausgerechnet an Universitäten so leicht Fuß fassen kann, warum nicht einmal mehr in Fakultätsräten mathematisch-naturwissenschaftlicher Fakultäten Personen mit Rückgrat zu sitzen scheinen, das sind Fragen, die wir nicht abschließend beantworten können. Wir können nur spekulieren: Entweder die Mitglieder im Fakultätsrat haben oder versprechen sich einen persönlichen Nutzen von solchen Beschlüssen oder die Angst vor den Konsequenzen abweichender Meinung ist an Universitäten so groß, dass sie rückgratlose Quallen in großer Zahl produziert.

In beiden Fällen stellen sich alle Beteiligten ein Armutszeugnis aus.

P.S.

Alle, die die Beschlussvorlage lesen, werden zudem feststellen, dass es in Brandenburg bereits so ist, dass “die Situation von Personen mit besonderen familiären Belastungen zu berücksichtigen” ist. Mit anderen Worten, wer in Kinder investiert hat und nicht in seine Karriere an einer Universität hat nicht nur den Vorteil mannigfaltiger Kinderzuschüsse, er wird auch demgegenüber, der seine ganze Anstrengung und Kraft in seine wissenschaftliche Laufbahn investiert hat, besser gestellt. So macht man Motivation zunichte und sorgt dafür, zum Market for Lemons (oder faule Äpfel), zum Abstellgleis für wissenschaftliche Luschen zu werden.

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