Das Maas ist immer noch nicht voll – Außen Minister und innen?

Nicht jeder, der nach außen wie ein Minister erscheinen will, hat das Zeug, ein Außenminister zu sein.

Das Ausmaß der Enttäuschung angesichts der Anmaßung, Heiko Maas zum Außenminister machen zu wollen, ist maßlos. Die Maßnahme, macht deutlich, dass die SPD jeden Maßstab und jedes Augenmaß vermissen lässt, wenn es darum geht, Pöstchen zu besetzen. Gerade im Hinblick auf den Maßstab der politischen Weitsicht oder den der Vernunft, ist die Entscheidung zu maßregeln und in keiner Weise für die Bedürfnisse Deutschlands maßgeschneidert. Maas ist ein Maß für den Niedergang der deutschen Außenpolitik, für den die SPD maßgebliche Verantwortung trägt. Einmal mehr zeigt sich der anmaßende Umgang der Genossen mit maßgeblichen Positionen der deutschen Politik.

Das konnten wir uns einfach nicht wegdrücken. Um den Niedergang der deutschen Außenpolitik auch personell zu dokumentieren, hier das ganze Elend in einer Zeitreihe.

Deutsche Außenminister

  • Konrad Adenauer (CDU: 1951-1955)
  • Heinrich von Brentano (CDU: 1955-1961)
  • Gerhard Schröder (CDU: 1961-1966)
  • Willy Brandt (SPD: 1966-1969)
  • Walter Scheel (FDP: 1969-1974)
  • Hans-Dietrich Genscher (FDP: 1974-1992)

Ab jetzt geht es bergab.

  • Klaus Kinkel (FDP: 1992-1998)
  • Joschka Fischer (Grüne: 1998-2005)
  • Frank-Walter Steinmeier (2005-2009)
  • Guido Westerwelle (FDP: 2009-2013)
  • Frank-Walter Steinmeier (SPD: 2013-2017)
  • Sigmar Gabriel (2017-2018)

Und wie schrieb schon Günter Wallraff:
„Ganz unten“:

  • Heiko Maas (2018-)

Können Sie sich vorstellen, wie Heiko Maas sich Respekt bei Rex Tillerson (USA), Sergej Lavrov (Russland), Mevlüt Çavuşoğlu (Türkei), Boris Johnson (Vereinigtes Königreich), Wang Yi (China) oder Sushma Swaraj (Indien) verschaffen will?

Wir auch nicht.

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Don Alphonso im Belltower – News von der Front der gehässigen Gutmenschen

Don Alphonso wird ab 31. März keine Blogs mehr für die FAZ betreiben. Allein die Ankündigung hat schon einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bei den einen. Bei den anderen war es ein Anlass zu unverhohlener Freude. Der Don selbst hat sein Ende als FAZ-Blogger damit erklärt, dass sein Fortbestand immer von Frank Schirrmacher und nach dessen Tod davon gelebt habe, dass der Chef des Digitalressorts an ihm festgehalten habe. Nun ist auch der Ressortchef des Digitalen gegangen und dessen Nachfolger, so Don Alphonso, sehe keine Notwendigkeit für die reichweitenstarken Blogs vom Don.

Das kann man nun einfach so hinnehmen und mit der Logik mediokrer Institutionen erklären, in denen nicht geduldet wird, dass einer seinen Kopf aus der grauen Masse der Redaktionsgestalten heraussteckt und schon gar nicht, wenn er dies erfolgreich tut. Man kann es auch hinnehmen und mit der Race-to-the-Bottom-Logik erklären, die neue Besen, wenn sie ein Ressort übertragen bekommen, vor allem die Erfolgreichen „Rauskehren“ sieht, weil sie dann einen großen Skalp vorweisen können und jemand, der sich traut, einen erfolgreichen Blogger wie Don Alphonso zu streichen, der muss ein ganz toller Hecht im Redaktionsteich sein. Es gibt viele Institutionen, die an dieser verfehlten Logik zu Grunde gegangen sind.

Noch ein Don.

Wie dem auch sei, wir empfehlen allen Lesern, die Stellungnahme von Don Alphonso in seinem eigenen Blog nachzulesen und dann der Dinge zu harren, die da kommen, denn dass neue Dinge kommen, das kann man vorhersehen, ohne Hellseher zu sein, so wie man sagen kann, dass Wandel in der Welt der Selbständigen zumeist einen Produktivitätsgewinn nach sich zieht. Wenn man selbständig ist und eine Zeitlang einen Markt beackert hat, dann tut es manchmal gut, dazu gezwungen zu werden, sich neue Ideen zu überlegen, sich mit anderen zu vernetzen, die ähnliche Ideen und Vorstellungen haben, ein neues Unternehmen zu starten, das zum Beispiel der Moderne Rechnung trägt, in der die Musik im Internet spielt und nicht in den Redaktionen von Papierausgaben überkommener Zeitungen. Der „Wind of Change“, den so viele besungen haben, er ist oftmals mit dem verbunden, was Joseph Schumpeter eine schöpferische Zerstörung genannt hat. Altes muss weg, damit Neues wachsen und prosperieren kann. Vor diesem Hintergrund muss man froh sein, dass Alphonso endlich die Fesseln der FAZ und der damit unweigerlich verbundenen institutionellen Korrektheitsregeln losgeworden ist und nunmehr zu neuen Ufern und zu denen aufbrechen kann, die die Moderne schon eingeläutet haben.

Soweit so gut.

Nun gibt es eine Meute von Gutmenschen, die sich öffentlich darüber freuen, dass Don Alphonso ab April nicht mehr bei der FAZ schreibt. Das ist ein unter Linken bekanntes Phänomen. Schon Stalin und seine Andiener haben sich z.B. über den Tod von Leo Trotzki gefreut. Der Tod von Ludwig dem XVI wurde geradezu frenetisch von seinen Gegnern gefeiert. Auch der Tod von Margaret Thatcher hat bei manchen, deren linke Gesinnung keine menschlichen Empfindungen zulässt, Freude ausgelöst. Die Liste der Ereignisse, die bei Linken eine Freude auslösen, die international als deutsche „Schadenfreude“ bekannt ist, ein Wort, das nicht ins Englische übersetzt wurde, weil das Konzept, sich am Schaden anderer zu weiden, befremden hervorruft, ist lang, so lang, dass man annehmen muss, eine linke Gesinnung gehe mit einer Prädisposition einher, anderen Schaden zu wollen bzw. sich am vermeintlichen Schaden anderer zu ergötzen und den Skalp, in diesem Fall vom Don für sich zu reklamieren, wie dies eine Reihe von Twitterern, die denken, ihre Denunziation habe dazu geführt, dass Alphonso nicht mehr FAZ-Alphonso ist, tun.

Und diese Schadenfreude, die aus der Einbildung entsteht, man habe einem Anderen Schaden können oder aus der Annahme, ein Anderer habe einen Schaden erlitten, die soll uns in diesem Post beschäftigen, und zwar am Beispiel von von Steuerzahlern finanzierter Schadenfreude. Der folgende Tweet wurde von Belltower-News abgesondert. Belltower-News ist ein Anhängsel der Amadeu-Antonio-Stiftung und Namens-Nachfolger von No-Nazi-Net. No-Nazi-Net ist nachdem das Neue Rechte Wiki, der Versuch eines Online-Diffamierungsprangers in die Hose gegangen ist, offensichtlich als Name verbrannt, so dass ein neuer Name hermusste. Der Versuch, sich neu zu branden oder durch einen neuen Namen auch eine unbesudelte Identität anzunehmen, ist nicht neu. Schon Josef Mengele hat seine Spuren zunächst als Fritz Ullmann, dann als Fritz Hoffmann und schließlich mit Hilfe des Roten Kreuzes als Helmut Gregor zu verwischen versucht. Die neue Identität für das alte Elend, sie ist ein alter Trick, mit dem z.B. die Kommunisten, das Scheitern des Kommunismus dadurch verdecken wollten, dass sie sich fortan Sozialisten genannt haben. Manche haben sich noch als „demokratischer Sozialismus“ deklariert, um damit eine Tradition zu reklamieren, mit deren Hilfe sie hoffen, sich der Opfer des Sozialismus entledigen zu können, ja, es soll sogar ehemalige Stasi-Mitarbeiter geben, die sich als Menschenrechtsaktivisten inszenieren wollten.

Belltower News ist also der Namensnachfolger von No-Nazi-Net und Belltower News ist eine Standarte der Gehässigkeit und Bosheit, einer Disposition, die man im Englischen mit dem Begriff „Meanness“ beschreibt, für den es wiederum keine adäquate Übersetzung ins Deutsche gibt. Belltower News hat dazu, dass sich die Wege von Don Alphonso und FAZ trennen, Folgendes zu sagen:

In der Sozialpsychologie ist man sich weitgehend darüber einig, aus welchem menschlichen Abgrund, der Lustgewinn entspringt, der durch einen Schaden, den ein anderer vermeintlich erlitten hat, ausgelöst wird. So wird im Rahmen der Theorie sozialer Identität auf die Notwendigkeit einer positiven Differenzierung der eigenen von einer konkurrierenden anderen Gruppe hingewiesen. Diese Notwendigkeit wird noch verstärkt, wenn die eigene Gruppe in ihrem Bestand gefährdet ist, z.B. weil eine neue Gruppierung in Parlamente eingezogen ist und die Gefahr mit sich bringt, die sprudelnde Quelle der Steuergelder auszutrocknen. In dieser Situation ist die Notwendigkeit groß, sich zu differenzieren, sich als Gute zu inszenieren. Aber die Prädisposition zur Boshaftigkeit oder Gehässigkeit lässt nun keinen Gedanken darüber zu, wie man durch Leistung eine Differenzierung zu Stande bringen könnte. Die einzige Möglichkeit, die im gehässigen Kopf zur Differenzierung vorhanden ist, besteht in der Abwertung Anderer und der dadurch erhofften eigenen Aufwertung. Viel Forschung hat hier dasselbe Ergebnis erbracht: Die Abwertung anderer, die Freude über den Schaden Anderer erhöhen das Selbstwertgefühl derjenigen, die keine Mittel zur Verfügung haben, um sich Kraft eigener Leistung zu differenzieren.

Die Theorie des sozialen Vergleichs geht in die selbe Richtung setzt jedoch einen anderen Schwerpunkt. Nun ist die Triebfeder nicht der Versuch, sich zu differenzieren, sondern der soziale Vergleich mit anderen, bei dem man schlecht abgeschnitten hat. Vergleicht man die Reichweite von Belltower News mit der Reichweite von Don Alphonso, dann entspricht dies dem Vergleich eines Zweifamilienhauses in Eckernförde mit dem Empire State Building in New York. Die Belltowers können also nur schlecht abschneiden. Aus dieser misslichen Lage hilft psychologisch und nur darum geht es, u.a. Denunziation und Schadenfreude. Was die Belltowers täglich tun, sich über angeblich Rechte mokieren und echauffieren, dient der Stärkung des eigenen Selbstwerts, der in sozialen Vergleichen mit erfolgreichen Menschen, die viel Geld verdienen und es geschafft haben, z.B. ein Haus in Großbritannien zu kaufen, um in Freiheit zu leben, während man selbst in der Enge der Mietwohnung mit 127 anderen im selben Haus zu leben und deren Lärm zu ertragen gezwungen ist, so massiv leidet, erhält einen Schub, wenn man sich täglich als moralisch überlegen inszenieren kann, und er erhält noch mehr Schub, wenn ein Anderer, den man als Feind wahrnimmt, einen Schaden erlitten hat, an dem man sich ergötzen zu können glaubt.

Von dieser Form der psychologischen Störung ist es dann nur noch ein kurzer Schritt zur Erklärung, die Freud für Boshaftigkeit und Gehässigkeit anbietet: Projektion. Das eigene Gefühl der Nutzlosigkeit, der Bedeutungslosigkeit, es wird auf andere projiziert und man freut sich, wenn diese Anderen einen Schaden erleiden, durch den man selbst wiederum aufgewertet wird, jedenfalls in der eigenen Wahrnehmung. In der Realität ist dies natürlich nicht so.

Schließlich argumentiert eine Reihe von Sozialpsychologen damit, dass gehässige und boshafte Personen versuchen, mit ihrer Boshaftigkeit die Gefahr, die erfolgreiche andere für ihr Ego darstellen, abzuwehren. Schadenfreude ist hier für das Ego von entscheidender Bedeutung, denn das kleine Ego, es wächst, durch den Schaden, den andere angeblich erlitten haben.

Weder diese Erklärungen noch die Verhaltensweisen sind neu. Neu ist, dass Personen in Deutschland dafür von Steuerzahlern finanziert werden, dass sie ihre psychologische Beschädigung und ihre Schadenfreude öffentlich ausleben. Früher war die Öffentlichkeit ein Ort, an dem man sich besonders gut verhalten musste, heute ist sie ein Ort, an dem manche meinen, die Sau herauslassen zu dürfen, von Steuerzahlern finanziert wohlgemerkt.

Bleibt abschließend noch die Frage zu klären, warum Belltower News Belltower News heißen. Nun, für manche in der ScienceFIles-Redaktion ist eine Analogie offensichtlich: Die Analogie zur Geschichte, „Der Teufel im Glockenstuhl [The Devil in the Belfry]“ von Edgar Allen Poe. In dieser Geschichte beschreibt Poe die Verwerfungen, ja Verheerungen, die in einer Gesellschaft der geistigen Zwerge durch einen Teufel angerichtet werden, der sich im Glockenstuhl eingenistet hat. Die Belltower News sind offensichtlich angetreten, um zu verhindern, das sich wiederholt, was Poe beschreibt, dass sich ein Teufel in ihrer Kirche einnistet. Eine Fraktion mit abweichender Meinung in der Redaktion sieht eine Assoziation zum Wachturm der Zeugen Jehovas, und entsprechend den Ursprung der Namensgebung im alternativ-religiösen Bereich. Wir wollen indes den Zeugen Jehovas, die es an sich schon schwer haben, nicht noch eine Hypothek aufbürden, die ihnen den Garaus machen könnte, deshalb haben wir uns entschieden, den Teufel im Glockenstuhl als den wahrscheinlichen Ort, von dem die Belltowers ihren Namen entliehen haben, anzusehen.

Wie dem auch sei, wir wünschen Don Alphonso viel Spaß auf dem Weg zu neuen Ufern und Netzwerken und bei der schöpferischen Zerstörung, die damit einhergeht.

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