Krieg der Soziologen

Krieg, lassen Sie sich nicht erzählen, es gebe einen Krieg, der stattfinde, um Menschenrechte durchzusetzen, Krieg dient einzig dazu, Zugänge zu Ressourcen zu gewinnen oder zu verteidigen. Wer einen Krieg beginnt, will in der Regel die Ressourcen dessen, den er mit Krieg überzieht, einver- und übernehmen.

Bei Soziologen ist dies nicht anders.

Vor einiger Zeit haben wir von der Spaltung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) berichtet. Die DGS ist letztlich ein Zusammenschluss in öffentlichen Einrichtungen praktizierender Soziologen, der einerseits dem Austausch von Erkenntnissen dient, andererseits und in letzter Zeit vornehmlich, ein Vehikel darstellt, um an staatliche Mittelzuweisungen zu gelangen und Wissenschaftspolitik z.B. über die Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Sinne der DGS und somit im Sinne von weiteren Mittelzuweisungen zu beeinflussen.

Nun hat sich die Soziologie über die letzten Jahrzehnte und vor allem dadurch, dass Ideologen aller Art in das Fach geströmt sind, um dort ihren Sozialismus und ihren Genderismus zu predigen, von einer Vorwissenschaft, die in Kuhns Terminologie an der Schwelle zu einer Normalwissenschaft stand, zu einer Pseudo-Wissenschaft entwickelt, in der jeder seinen privaten Senf als Lehrmeinung vertreten und seine privaten Kreuzzüge unter dem Signum der Soziologie führen darf. Die Soziologie und ihre Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) sind zu einer Spruchbeutelversammlung der Heilsbringer verkommen, deren Fachtagungen zu Veranstaltungen, die oft genug nurmehr der Verkündung heiliger, genderistischer und sonstwie sozialistischer Worte gewidmet waren.

Gegen diesen Missbrauch des Mantels von Wissenschaft, um Ideologien zu verbreiten, haben wir vor nunmehr bereits sechs Jahren unser Grundsatzprogramm gestellt und mit ScienceFiles ein Forum geschaffen, das der Welt zeigen soll, dass Soziologie und andere Sozialwissenschaften Fächer sind, die einer Methodologie und einem Erkenntnisinteresse, die Nachprüfbarkeit, Falsifizierbarkeit und intersubjektiver Reproduzierbarkeit verpflichtet sind.

Dieses Programm steht im krassen Gegensatz zum „alles-ist-möglich-Gelaber“, aus Genderistischen Weltbetrachtungen, sozialistischen was-mir-nicht-passt-Publikationen und wie-mir-die-Welt-vorkommt Spinnereien, die die heutige Soziologie auszeichnen und zu einer willkürlichen Ansammlung von wirren Ideen machen.

Nun hat sich ein Häuflein, vielleicht auch ein Haufen von Soziologen, die dem Ausverkauf ihrer Wissenschaft nicht mehr länger zusehen wollen und wie wir der Ansicht sind, wissenschaftliche Texte müssen bestimmten Anforderungen, wissenschaftliche Konzepte bestimmten Kriterien entsprechen und wissenschaftliche Dozenten bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse aufweisen, um sich als Soziologie bzw. Soziologe zu qualifizieren, unter der Bezeichnung „Akademie für Soziologie“ zunächst zusammengeschlossen, dann von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie abgespalten und tritt nunmehr in direkte Konkurrenz mit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS).

Das bedeutet Krieg, denn nun geht es um Ressourcen und bei aller Lethargie, die die DGS seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten auszeichnet, wenn es um die Ressourcen, das Geld, den Zaster geht, dann werden sie wach, die institutionalisierten und im geistigen Gefängnis der DGS wohnenden Soziologen. Wenn ihnen jemand an die Pfründe will, sagt, er leiste das, was die DGS nicht leiste, brauchbare, nachvollziehbare Forschung, aus Theorien abgeleitet, in Hypothesen gegossen und mit empirischer Falsifizierung oder Bewährung versehen, dann ist Schluss mit lustig, dann nimmt selbst der herkömmliche DGS-Soziologe den Griffel in die Hand und verfasst eine zunächst irritierte und dann erzürnte Schrift wider die Spalter.

Wir zitieren:

„Die Gründung der „Akademie für Soziologie“ im Juli 2017 hat für viele Mitglieder der DGS fachliche und professionspolitische Fragen aufgeworfen, u.a. nach dem Verhältnis zwischen DGS und „Akademie““

[…]

Unsere Übersetzung: Der Vorstand der DGS sieht sich genötigt zur Kenntnis zu nehmen, dass es selbst in der DGS sozialen Wandel gibt.

„Die DGS will mit der neuen Einrichtung, analog zum Umgang mit vielen anderen Vereinigungen, das konstruktive Gespräch suchen und pflegen. Kontroversen gehören dazu. Zugleich weist die DGS den allgemeinen Vertretungsanspruch für die Disziplin, den die „Akademie“ durch die – falsche – Verallgemeinerung eines letztlich spezifischen epistemologischen und methodologischen Programms formuliert, zurück. Allein die DGS ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für die Soziologie in ihrer gesamten Pluralität und Breite. Innerhalb der DGS sind alle wissenschaftlichen Paradigmen und methodologische[n] Perspektiven des Faches vertreten; einschließlich derjenigen Positionen, die die „Akademie“ für sich reklamiert. Die jeweilige Sichtbarkeit und Wirkmächtigkeit von Positionen hängt von innerverbandlichen Dynamiken ab. Der Vorstand der DGS befürwortet ausdrücklich die breite und plurale Diskussion und den Austausch zwischen unterschiedlichen Positionen in ihren Gremien und Sektionen.“

Unsere Übersetzung: Du sollst keine andere Standesvertretung neben der DGS haben. Wir lieben Pluralismus, hassen den Wettbewerb und haben kein Problem mit Widersprüchen.

[…]

„Der Name „Akademie für Soziologie“ sowie die bisherigen Stellungnahmen legen im Gegensatz dazu einen allumfassenden Vertretungsanspruch für das Fach nahe. Damit nimmt die „Akademie für Soziologie“ ein Spannungsverhältnis zur DGS in Kauf. Der DGS-Vorstand sieht in der Gleichzeitigkeit von allgemeinem Anspruch und spezifischem Programm einen eklatanten Widerspruch. Mit ihrem epistemologischen Bekenntnis zu einem spezifischen Verständnis der empirisch-analytischen Soziologie geht seitens der „Akademie“ eine Engführung des Faches und der Sozialwissenschaften einher, die dem pluralen wissenschaftlichen Verständnis der DGS nicht entspricht. Zugleich wird die Wissenschaftlichkeit und Professionalität anderer soziologischer Richtungen in Frage gestellt.

[…]

Unsere Übersetzung: Soziologie muss nicht nachvollziehbar sein. Auch Sätze, die vollkommen wirr und keiner empirischen Prüfung zugänglich sind, Sätze, die in soziologischer Trance nach zwei Flaschen Rotwein (Fusel) zu Schriftsprache geronnen sind, sind dann Soziologie, wenn sie vom soziologischen Katheder aus verkündet werden.

„Sowohl die Bezeichnung als auch der Vertretungsanspruch der „Akademie“ lässt für ihre Koexistenz mit der DGS Konfliktpotentiale erwarten. Deutlich wird dies u.a. an der Absicht der „Akademie“, bei der DFG-Fachkollegienwahl in Konkurrenz zur DGS zu treten. Dieses Vorhaben ist fachlich nicht zu rechtfertigen. Es ist die DGS, die die multiparadigmatische Ausrichtung des Faches programmatisch beherbergt, bislang auch einschließlich der Ansätze einer empirisch-analytischen Soziologie.“

Unsere Übersetzung: Wir hassen die Marktwirtschaft und den Wettbewerb. Man sollte alle Versuche, der DGS Beine unterm Hintern zu machen, verbieten, sie sind mit dem Alleinvertretungsanspruch der DGS nicht zu vereinbaren und deshalb müssen sie von dunklen Kräften lanciert worden sein, um die DGS zu bewegen, ihr die Ressourcen abzugraben, sie zu zerstören…

Heureka.
So langsam kommt Leben in die Bude.
Wir hätten es gar nicht zu hoffen gewagt und werden natürlich als Kriegsberichterstatter aus dem ersten Graben berichten.

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Vom Blutbad zum Krawall: Die Geschichte des Ersten Mai

Am 1. Mai 1946 hat der Alliierte Kontrollrat den 1. Mai als Feiertag bestätigt. Seitdem wird er begangen, mit oder ohne Brückentag.

Die Geschichte des 1. Mai ist jedoch älter. Sie beginnt bereits im Jahre 1890.

Die Sozialistische Internationale hat den 1. Mai 1890 zum Kampftag der Arbeiterbewegung bestimmt. Die sogenannte “Haymarket Square Affair” aus dem Jahre 1886 diente dabei als Aufhänger. Am 4. Mai 1886 war es zwischen protestierenden Arbeitern und der Polizei auf dem Chicagoer Haymarket Square zu einer Auseinandersetzung gekommen, in der Verlauf eine Bombe gezündet und vier Polizeibeamte getötet wurden. Die anschließende Auseinandersetzung zwischen Polizei und Demonstranten endete mit weiteren sieben Toten und vielen Verletzten.

Zum 1. Mai 1890 galt in Deutschland noch das Bismarcksche Sozialistengesetz (es wurde zum 1. September 1890 aufgehoben), das Gründung, Versammlung und Schriften sozialistischer und kommunistischer Vereine verbot. Deshalb wurden die Versammlungen zum 1. Mai zur Maifeier umfunktioniert. Als Erkennungszeichen für die, die mehr Sinn als feiern mit dem 1. Mai verbanden, galt eine rote Nelke im Knopfloch.

Mit dem ersten Weltkrieg verloren SPD und Gewerkschaften das Interesse am 1. Mai. Nur der Spartakusbund rief zu illegalen Maikundgebungen gegen Krieg und Militarismus auf.

Der 1. Mai 1919 wurde von der damaligen Nationalversammlung zum Feiertag erklärt (siehe Plakat unten). Der Feiertag war einmalig, da im Parlament keine Einigung mit DNVP, DVP und Teilen des Zentrums über einen nationalen Feiertag der Arbeit hergestellt werden konnte.

Erst Adolf Hitler und die NSDAP haben den 1. Mai als deutschlandweiten Feiertag verankert. Er wurde zum 1. Mai 1933 zum ersten Mal als Tag der nationalen Arbeit begangen. In Städten wurden Aufmärsche und zentrale Kundgebungen veranstaltet, der Höhepunkt fand 1933 in Berlin mit einer Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler statt. Gegenstand der Rede war nach Angaben der Vossischen Zeitung (siehe Plakat) das Problem, der „Arbeit ihre Würde wiederzugeben und Gegensätze im Volk zu versöhnen“. In der heutigen Diktion ging es um also Gerechtigkeit und darum, Einkommensunterschiede zu verringern.

Nach dem Krieg, wurde der 1. Mai in der Westzone durch den Kontrollrat der Alliierten als Feiertag zugelassen und seither vom DGB mit Massenkundgebungen begangen. Im Osten Deutschlands führte die SED die Tradition des Ersten Mai mit Massenaufmärschen und einer Militärparade fort, 1960 z.B. unter dem Motto „Der Sozialismus siegt“.

Die Geschichte des 1. Mai in der Bundesrepublik und im vereinigten Deutschland haben wir im Folgenden als kleine Bilderstrecke zusammengestellt. Sie zeigt Plakate des DGB und die Veränderung des 1. Mail von einem Tag, an dem es konkret um Rechte der arbeitenden Bevölkerung ging (1950er bis Ende 1960er Jahre), zu einem Tag, an dem für Frieden und internationale Solidarität geworden wurde (1970er bis Ende 1980er Jahre), bei dem seit den 1990er Jahren das „Soziale“ in den Vordergrund gestell wirdt und nach und nach in den 2000er Jahren um eine Infantilisierung und um das, was man bei Gewerkschaften für „Gerechtigkeit“ hält, ergänzt wurde.

Und natürlich darf man nicht vergessen, dass der 1. Mai zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist. Die Toten aus dem Chicago des Jahres 1886 wurden von der Sozialistischen Internationalen zu Märtyrern einer Arbeiterbewegung aufgebaut und instrumentalisiert, um den 1. Mai mit symbolischem Gehalt auszustatten. 132 Jahre später ist der 1. Mai wieder zu einem Tag der Randale und der Kriminalität geworden, der in Berlin, Hamburg und Leipzig von autonomen Chaoten, ausgebrannten Fahrzeugen und eingeschlagenen Schaufensterscheiben, und natürlich von verletzten Polizeibeamten gekennzeichnet ist.

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Arme Deutsche – Reiche Europäer – Fundstück aus den Hassnetzwerken

Soziale Netzwerke haben im Gegensatz zu Mainstream-Medien erhebliche Nachteile für Politiker. Drei Unterschiede, die uns auf die Schnelle eingefallen sind:

  • Soziale Netzwerke vergessen nichts. Hat man gedacht, eine nicht genehme Geschichte sei gerade verschwunden, findet sie bestimmt ein Nachzügler und verbreitet sie wieder. Dagegen musste man früher unangenehme Nachrichten in Zeitungen, sofern es sie überhaupt gab, nur aussitzen, warten, bis sie dem Archiv der Zeitungen übergeben und vergessen waren. Ein Grund, warum Politiker soziale Netzwerke nicht mögen.
  • Soziale Netzwerke setzen sich aus vielen, sehr vielen zusammen, zu viele, als dass man sie kontrollieren könnte. Während Parteien Zeitungen kontrollieren, wie der Sozialdemokratische Pressekonzern, den manche immer noch für eine Partei halten, während Parteien Verleger über politische Gefallen oder Zuwendungen kaufen können, während Parteien über die Programmräte der öffentlich-rechtlichen Sender Einfluss auf das Programm nehmen können, bekommen sie in sozialen Netzwerken einfach keinen Fuß in die Tür. Kontrolle gibt es hier nicht. Noch ein Grund, warum Politiker soziale Netzwerke nicht mögen.
  • Soziale Netzwerke sind selbst-organisiert, ein weiteres Problem, das sie nicht kontrollierbar macht. Menschen mit gleichen Interessen, die vor der Erfindung des Internet kaum zueinander gefunden haben, können sich vernetzen, sich austauschen und feststellen, dass sie mit ihrer Meinung gar nicht so allein sind, wie sie vielleicht gedacht haben. Damit ist wohl das größte Problem für Politiker verbunden. Menschen mit Meinungen, die in Zeitungen und öffentlich-rechtlichen Sendern nicht repräsentiert oder gebrandmarkt werden, stellen in sozialen Medien fest, dass sie keine Outsider sind, sondern eine Meinung vertreten, die viele andere auch haben. Ein weiterer Grund, warum Politiker soziale Netzwerke nicht mögen.

Deshalb versuchen Politiker soziale Netzwerke zu dämonisieren und durchzusetzen, dass in sozialen Netzwerken vornehmlich Hass, Hetze und Fake News zu finden ist, dass man dem, was man dort findet, nicht trauen kann…

Unser Fundstück von heute ist eines jener Fundstücke, die man einfach nicht archiviert bekommt.

Deutschland ist ein Land, in dem den Erwerbstätigen in großem Stil genommen wird, in dem umverteilt wird.

Die Umverteilung hat nicht nur zur Folge, dass es keinerlei soziale Mobilität gibt: Wer unten in der sozialen Hierarchie ist, der bleibt unten, denn: Mit Arbeit wird man nicht reicht. Die Umverteilung hat auch zur Folge, dass Deutsche im Durchschnitt und im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn arme Schlucker sind, denn alles, was sie reich machen könnte, hat sich bereits ihr Staat unter den Nagel gerissen, um damit Parteien, Stasi-Nachfolge-Stiftungen oder grüne Traumwelten zu finanzieren.

Das Fundstück basiert auf Daten aus dem Jahre 2010. Seitdem ist die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland weiter gestiegen, mit welcher Folge, das kann sich jeder selbst ausrechnen, falls er es nicht aus eigener Erfahrung weiß.

Cyber-War? Was deutsche Medien (bislang) verschweigen

Für deutsche Journalisten sind Trolle, Trollfabriken oder Bots, die in sozialen Netzwerken aktiv sind oder sein sollen, ein Problem der Rechten. Gerade hat die Tagespost eine – nein, nicht: Studie, eine „Analyse“ der Konrad-Adenauer-Stiftung besprochen, die zu dem Ergebnis kommt, dass Fake-Profile in sozialen Netzwerken, Trolle oder Bots, Wahlen beeinflussen können. Natürlich nur zu Gunsten von Rechten, von Rechtsextremen, von Donald Trump und von Brexiters, wie der Beitrag deutlich macht.

Der Spiegel hat viel Aufwand betrieben, um die Wahl von Donald Trump als Ergebnis russischer Trolls und Bots in sozialen Netzwerken erscheinen zu lassen. Ein Unterfangen, das natürlich auch die Hobby-Journalisten der Tagesschau nicht unkopiert an sich vorüber gehen lassen können.

Faktenfinder Gensing hat sich viel Mühe gegeben, Trollfabriken zu erfinden und sie ausschließlich Rechten zuzuordnen, denn eines ist für deutsche Journalisten klar: Trolle, Bots und Fakeaccounts, die gibt es nur von Rechts und aus Russland. Die aus Russland, die sind für Brexit und die Wahl von Donald Trump verantwortlich. Die von rechts, für allen Hass und alle Hetze im Internet, nein, in sozialen Netzwerken im Internet (außer den eigenen).

Und weil dem so ist, sind wir ziemlich sicher, dass die folgende Meldung, die heute durch die britische Presse galoppiert, nicht in Deutschland, zumindest nicht in der Form in Deutschland ankommt, wie sie vorzufinden ist.

Die Geschichte beginnt mit einem Forscher-Team der Universität Swansea um den Ökonomen Oleksandr Talavera. Er und sein Team haben in Russland basierte Twitter-Accounts untersucht, die in englischer Sprache tweeten und dabei rund 6.500 Bots gefunden, automatisierte Accounts, die wenige, dafür aber wiederkehrende Tweets absetzen.

„Many of the automated bots used female, English-sounding names and were identified by researchers due to a similar pattern in the usernames, as well as the speed of interaction between them.“

Die rund 6.500 russischen Bots zeichnen sich durch eine Reihe von Gemeinsamkeiten aus:

  • Sie wurden alle relativ kurz vor der letzten Parlamentswahl im Vereinigten Königreich gegründet.
  • Sie haben alle zu 90% Tweets abgesetzt, die für die Conservatives von Theresa May oder für May persönlich, negativ oder sehr negativ waren.
  • Sie haben konzertierte Aktionen durchgeführt, bei denen aktuelle Ereignisse, wie das Manchester Bombing zum Anlass genommen wurden, um May dafür zu kritisieren, dass angeblich Mittel zur Finanzierung der Polizei (was übrigens im Vereinigten Königreich Aufgabe der Kommunen ist) gekürzt worden seien.
  • Andere konzertierte Aktionen dienten dazu, die Wahlveranstaltungen von Jeremy Corbyn zu bewerben und die Medien dafür zu kritisieren, dass sie mit Corbyn zu kritisch umgehen würden.

Das Hauptergebnis der Untersuchung aus Swansea, deren Ergebnisse in der heutigen Sunday Times berichtet werden, lautet: Tausende russische Bots haben versucht, die Wahl zu Gunsten von Labour zu beeinflussen.

Oder in den Worten von Oleksandr Talavera: „The samples provide evidence that Russian-language bots were used deliberately to try to influence the election in favour of Labour and against the Conservatives”.

Man könnte fast denken, hier fügen sich Puzzleteile zusammen.

Die Idee, dass Bots Wahlen, deren Ausgang Linken nicht gefallen haben, beeinflusst haben, ist eine Idee der Linken, auf die man erst einmal kommen muss. Man kommt natürlich eher auf eine solche Idee, wenn man selbst versucht, mit entsprechenden Mitteln andere zu manipulieren, und dass Linke dann, wenn es darum geht, Andere in ihrem Sinne zu manipulieren, nicht zurückhaltend oder zimperlich sind, ist kein Geheimnis. Die Ideen reichen von einfachen Versuchen, die aus linker Sicht falsch Meinenden zu erziehen, über die Überwachung politischer Gegner durch z.B. AfD-Watch-Blogs bis zu offenen Formen der Diffamierung und Diskreditierung von der anonymen Denunziation bis zum Anschwärzen beim Arbeitgeber.

Die beste Methode um herauszufinden, mit wem man es zu tun hat, ist immer noch, den jemand reden zu lassen und zu sammeln, was er sich alles für andere vorstellen kann. Das gibt einen guten Hinweis auf die moralische Vorstellungswelt, in der dieser jemand lebt. Man muss also nur lesen, was sich Linke von Rechten alles vorstellen können, um zu wissen, in welchem moralischen und psychologischen Morast viele Linke sich aufhalten.

Dass mit russischen oder anderen Bots versucht wird, Wahlen zu beeinflussen, ist das eine, ob es gelingt, ist eine ganz andere Frage. Indes, wenn man die Naivität in Rechnung stellt, die jüngere Generationen, die Millenials, die Generation Schneeflocke usw. auszeichnet, ihren Glauben an den Staat und Autorität in Rechnung stellt und davon ausgeht, dass die russischen Bots sich nicht zufällig weibliche Namen gegeben haben, dann muss man das Schlimmste befürchten bei Generationen, die durch die Indoktrinationsschulen von Genderismus und Sozialismus getrieben wurden.

Wir sind schon gespannt, ob und wenn ja, wann die Faktenfinder der ARD, die Fakten, die wir berichtet haben, auch finden, und wie sie versuchen, die Fakten als Fake darzustellen oder als vernachlässigbar oder als …, aber wahrscheinlich drücken sie sich einfach, die Faktenfinder …, das sagt zumindest Leon Festingers Theorie kognitiver Dissonanz voraus. Finden psychologisch labile oder ideolgische gehärtete Personen Fakten, die nicht zu ihren Überzeugungen passen, dann haben sie eine hohe Wahrscheinlichkeit, die Fakten einfach zu ignorieren.

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Die Rückkehr des „Ehrenariers“: Grüne und das Menschenmaterial „Flüchtling“

Es ist schon erstaunlich, welche Ideen wieder salonfähig werden in Deutschland. Weniger erstaunlich ist, dass der Faschismus wieder von links kommt.

[Jetzt kommt ein längeres Zitat aus einem Buch, das vermutlich die Aufmerksamkeitsspanne junger Leser überfordert. Sie können den grün hinterlegten Text gerne überspringen, müssen dann halt glauben, was wir unten schreiben.]

„Der Maler Anton Leidl aus München schrieb am 20. April 1942 an das Reichsinnenministerium und stellte eine heikle Frage. Er war von Dr. Paul Heisel, dem Chefchemiker der I.G. Farben in Gersthofen, gebeten worden zu erkunden, ob es »tatsächlich einen Ehrenarier-Pass gibt«. Leidl hatte seiner Anfrage eine Liste mit Erfindungen des Chemikers beigefügt, um dessen Bedeutung zu unterstreichen. Besonders befasste sich Heisel mit chemischen Kampfstoffen sowie mit Ausgangsstoffen für neuartige Sprengstoffe. Dennoch zeigte Leidl sich hinsichtlich einer positiven Beantwortung seines Briefes skeptisch, denn bei Heisel handelte es sich um einen sogenannten Halbjuden. Und die galten im »Dritten Reich« nicht viel, es sei denn, sie waren für die Kriegswirtschaft wichtig oder hatten einflussreiche Förderer. Zwar hatten sich die Werksleitung wie auch der zuständige NS-Gauobmann für Heisels Verbleib in dem Unternehmen eingesetzt, doch ob die Entscheidung zugunsten des Chefchemikers fallen würde, war mehr als unsicher. Einen »Ehrenarier«-Pass gebe es nicht, antwortete im Auftrag des Reichsinnenministers Ministerialrat Johannes Kaibel am 24. April 1942 und riet Heisel, »ein Gesuch um Gleichstellung mit deutschblütigen Personen zu stellen«.

Einen derartigen Antrag hielt der Ministerialrat für nicht aussichtslos, denn Heisel hatte zwar eine jüdische Mutter, aber einen »vollarischen« Vater. Zudem hatte er neuartige künstliche Kautschukmassen, Lackrohstoffe sowie Weichmacher und Lösungsmittel, Ausgangsmaterialien für Kunststoffe, neue Klebmassen, Riechstoffe, Schädlingsbekämpfungsmittel und Textilstoffe entwickelt. Außerdem war er während seiner Münchner Studentenzeit Mitglied des Epp’schen Freikorps gewesen und hatte sich somit frühzeitig für die »Bewegung« eingesetzt, was im »Dritten Reich« mehr galt als manch anderes Verdienst. Am 16. Juli 1943 richtete Kaibel ein weiteres Schreiben an Leidl und informierte ihn darüber, das Heisels Gesuch inzwischen an das Bayerische Staatsministerium des Innern weitergeleitet worden war. Bedenken gegen eine »ausnahmsweise« Bearbeitung des Gesuchs bestünden nicht, »falls die vom Gesuchsteller behauptete Kriegswichtigkeit zutreffen sollte«. Wie lange die Bearbeitung des Antrags dauern werde, lasse sich aber nicht abschätzen.

[…]

Den Begriff des »Ehrenariers« gab es im damaligen amtlichen Deutsch nicht. Er entsprach im Wesentlichen dem »Deutschblütigen«, wobei wiederum unterschieden wurde zwischen jenen, die trotz eines Anteils jüdischen Blutes oder einer jüdischen Partnerin bzw. eines jüdischen Partners zum Beispiel dem öffentlichen Dienst weiterhin angehören durften. Anderen besonders Bevorzugten war es zudem gestattet, in der Partei zu bleiben und dort sogar Ämter auszuüben. Der systemimmanente Zynismus zeigte sich auch hier: In einem Flugblatt der Gaupropagandaleitung Berlin wurde behauptet: »Diese Ausnahmebestimmungen bedeuten keine Rücksichtnahme auf den Juden, sondern sie bezeugen Achtung vor deutschem Blut selbst im Mischling.«

[…]

Da es in den Nürnberger Rassengesetzen von 1935 lediglich hieß: »Der Führer und Reichskanzler kann Befreiungen von den Vorschriften der Ausführungsverordnungen erteilen«, ohne hierfür Voraussetzungen zu definieren, waren der Willkür Tür und Tor geöffnet. Hier wurde ein verdienter Offizier zum »Deutschblütigen« erklärt, dort ein für das Regime wichtiger Unternehmer oder Forscher. Der eine mit einer jüdischen Frau Verheiratete musste aus der NSDAP austreten, der andere durfte in ihr bleiben. In dem einen Fall galt die Bewährung als Frontoffizier, in dem anderen der frühe Einsatz für die »Bewegung«, in einem dritten hatte beides kein Gewicht. Häufig schien auch Korruption eine Rolle gespielt zu haben. Jedenfalls lässt sich das aus einer Äußerung von Propagandaminister Goebbels schließen, der zufolge in der von Philipp Bouhler geleiteten Privatkanzlei Hitlers »Gnadengesuche zum Teil auf dem Bestechungswege« erledigt worden waren. Diese Vermutung wird durch die Historikerin Beate Meyer erhärtet. Sie beschreibt einen Vorgang, nach dem der Hamburger Reichsstatthalter und Gauleiter Karl Kaufmann die »halbjüdischen« Stiefkinder eines Kaufmanns für arisch hatte erklären lassen. Im Gegenzug hatte er eine großzügige Spende für die von ihm geleitete und verwaltete »Hamburger Stiftung von 1937« bekommen.“
[Zitat aus: Kopp, Volker (2014). ‚Wer Jude ist, bestimme ich‘. Ehrenämter im Nationalsozialismus. Köln: Böhlau, S.7-10.]

Robert Habeck, der Chef der Grünen, hat eine, wie er vermutlich meint, prima Idee.

“In Pflegeheimen und Krankenhäusern fehlten Zehntausende Fachkräfte, zugleich schiebe Deutschland auch Flüchtlinge ab, die in diesem Bereich eine Ausbildung machten. „Die Bundesregierung muss die Gesetzeslage entsprechend ändern“, forderte er.”

Flüchtlinge, die in der Pflege arbeiten wollen, den Dienst am alten Menschen antreten wollen, sollen ein Bleiberecht erhalten, auch dann, wenn kein Asylgrund vorliegt. Damit will Habeck Anreize schaffen, um die 36.000 Stellen in der Pflege, die derzeit nicht besetzt sind, zu besetzen. Selbstverständlich wäre Habeck die Arbeit in der vornehmlich Altenpflege so wichtig, dass er selbst umschulen würde, um das Loch der 36.000 fehlenden Pfleger zumindest um eins zu stopfen, aber der Grünenchef ist unabkömmlich. Er muss Ideen entwickeln, wie man das aus seiner Sicht wohl Flüchtlingsmaterial, das in Deutschland gestrandet ist, einer sinnvollen Verwendung zuführen kann. Und so kommt ihm die Idee, einen besonderen, einen Ausnahmestatus für Flüchtlinge zu schaffen, die sich verpflichten, in der Pflege zu arbeiten. Damit steht er, wie das lange Zitat oben zeigt, in guter faschistischer Tradition. Auch die Nazis waren bereit, für Juden einen Ausnahmestatus einzurichten, wenn die entsprechenden Juden sich als besonders nützliche oder besonders freigiebige Juden erwiesen haben.

Geschichte wiederholt sich eben doch.

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