Männer sterben früher als Frauen. Warum? Eine überraschende Antwort

Ein Junge, der heute geboren wird, hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,3 Jahren. Ein Mädchen, das heute geboren wird, lebt durchschnittlich gut 5 Jahre länger, nämlich 83,2 Jahre.

Dieser Life-Expectancy-Gap, der bislang noch nicht zu hysterischem Aktivismus der Genderista geführt hat, wurde in der Forschung lange Jahre darauf zurückgeführt, dass Männer ein alles in allem riskanteres Leben leben als Frauen. Sie trinken mehr Alkohol, rauchen häufiger, fahren mehr Auto und legen dabei längere Strecken zurück, üben gefährliche Berufe aus, für die kein Genderista je eine Gleichstellung von Frauen gefordert hätte und vieles mehr, was ihre Mortalität z.B. als Ergebnis eines Unfalls erhöht.

Zudem werden Männer häufiger ermordet als Frauen. Die Rate für Morde, denen z.B. 20-30jährige Männer zum Opfer fallen, beträgt das Fünffache der Rate für 20-30jährige Frauen.

aus Owens (2002: 2008)

Riskantes Verhalten, das in Unfällen resultiert und die höhere Wahrscheinlichkeit, einer Gewalttat zum Opfer zu fallen, sind jedoch nur ein Teil und noch dazu der unwichtigere Teil der Erklärung dafür, dass Männer ein kürzeres Leben zu erwarten haben als Frauen.

Moore und Wilson, von deren Studien Owens in einem Beitrag berichtet, haben anhand vieler Beispiele und auf großer Datenbasis gezeigt, dass Männer eher an Infektionskrankheiten und an Krankheiten, die von Parasiten verursacht werden, sterben als Frauen. Beispiele für entsprechende Krankheiten sind Malaria, Gardiose, Hepatitis-C, das Dengue-Fieber usw. Die Unterschiede in der Mortalität zwischen Männern und Frauen sind beträchtlich;  

Die Erklärung dafür nicht einfach. Indes verdichten sich die Hinweise darauf, dass die größere Dauer, mit der Männer Parasiten und Infektionsherden einfach dadurch ausgesetzt sind, dass sie im Gegensatz zu Frauen viel häufiger in Umgebungen arbeiten, die eine hohe Wahrscheinlichkeit tragen, mit Parasiten und Ansteckungsherden für infektiöse Krankheiten belastet zu sein, hauptverantwortlich für die höhere Mortalität von Männern ist.

Mit anderen Worten, weil die schmutzigen Jobs bei Müllabfuhr, im Bau, in der Industrie, in der Landwirtschaft vor allem von Männern ausgeübt werden, haben sie eine höhere Wahrscheinlichkeit, an einer infektiösen oder von Parasiten verursachten Krankheit zu erkranken und daran zu sterben.

In einer Gesellschaft, in der Gerechtigkeit eine Rolle spielen soll, ist es notwendig, derartige Folgen der Arbeitsteilung zu diskutieren.

Owens, Ian P. F. (2002). Sex Differences in Mortality Rate. Science 297: 2008-2009.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Dann unterstützen Sie bitte das private Blog ScienceFiles!



ScienceFiles-Spendenkonto

Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Print Friendly, PDF & Email
11 Comments

Leave a Reply to Friedrich Wilhelm Cancel reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Translate »

ScienceFiles-Betrieb

Was uns am Herzen liegt ...

 

Ein Tag ScienceFiles-Betrieb kostet zwischen 150 Euro und 250 Euro.

 

Wenn jeder, der ScienceFiles liest, uns ab und zu mit einer Spende von 5, 10, 20, 50 Euro oder vielleicht auch mehr unterstützt, vielleicht auch regelmäßig, dann ist der Fortbestand von ScienceFiles damit auf Dauer gesichert.

  Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützen!

ScienceFiles-Spendenkonto
Holler Box