Religiöser Eifer mit Ahnungslosigkeit gleichgestellt – Replik auf „Die Furcht des Mannes vor der Gleichstellung“ von Marcel Fratzscher (DIW)

Sozialisten erkennt man daran, dass sie nicht in der Lage sind, individuell zu denken. Sie können nur in Gruppen denken, schreiben von „dem Mann“ und „der Frau“, wenn sie Männer und Frauen meinen.

Die Furcht des Mannes vor der Gleichstellung“, so ist ein Text überschrieben, den der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und Besetzer einer Professur für Makroökonomie und Finanzen an der Humboldt-Universität zu Berlin, Marcel Fratzscher, gerade in der ZEIT publiziert hat.

Die ZEIT, die ihre Ausgaben anpreist wie Sauerbier und ständig Probeabos verschenken will, weil die Zahl derer, die denken, wenn sie ZEIT lesen, dann hätten sie damit den Adelsschlag zum Intellektuellen erhalten, immer geringer und die Zahl derer, die den Mist, der Journalismus sein sollen, einfach nicht mehr sehen können, immer größer wird, diese ZEIT hat Fratzscher zum Kolumnisten erhoben. Nicht ohne Grund, denn Fratzscher, unter dessen Leitung aus dem einstigen Forschungsinstitut DIW ein politisch-korrekter Anbiederungshaufen geworden ist, der im Kanzleramt viel Freude hervorrufen wird, ist jemand, der problemlos bei Angela Merkel auf dem Schoß sitzen kann. Er hat nur die Meinung, die von der politischen Korrektheit vorgegeben wird. Er schreibt nur Texte, die ihn bei der politischen Kaste, der derzeit noch Unabwählbaren, empfiehlt.

Nun verbindet sich mit der politischen Korrektheit das Problem, dass sie in der Regel, wenn nicht immer, in logischem Widerspruch und Unsinn endet. Dieses Schicksal nimmt Fratschers Text.

Erschreckend ist dabei, dass Fratzscher nicht in der Lage ist, rudimentäre wissenschaftliche Konzepte auseinanderzuhalten. Gleich zu Beginn schreibt er: „Die Gleichberechtigung kommt kaum voran. Das liegt auch an uns Männern [der männliche Teil der Redaktion von ScienceFiles bestreitet, dass Fratzscher einer von uns Männern ist]. Wir sollten Gleichstellung nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung empfinden“.

Gleichstellung hat mit Gerechtigkeit, anders als Fratzscher zu denken scheint oder insinuieren will, nun gar nichts zu tun.

Nehmen wir einen 100 Meterlauf: Wenn Usain Bolt Weltmeister wird, weil er die 100 Meter am schnellsten hinter sich gebracht hat, dann ist das ein Ausdruck von Gerechtigkeit, die Auszahlung steht in Relation zur Leistung und in Relation zu Auszahlung und Leistung anderer.

Gleichstellung bedeutet, dass unabhängig davon, ob Usain Bolt die 100 Meter am schnellsten zurückgelegt hat, nicht nur Bolt, sondern auch Claudia Roth zum Weltmeister im 100 Meter Lauf bestimmt wird. Gleichstellung schafft Ergebnisgleichheit und ist das GEGENTEIL von Gerechtigkeit. Selbst von einem Professor für Makroökonomie sollte man annehmen, dass er diesen Unterschied kennt – oder, wie man im Englischen sagt: Let’s assume he is intelligent.

Damit nicht genug. Im weiteren Verlauf seines belehrend gemeinten Textes, der jede Grundkenntnis philosophischer Alltagskonzepte vermissen lässt, schreibt Fratzscher:

„Die überwältigende Mehrheit der Deutschen, auch der Männer, versteht unter Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft, wenn die Leistungen eines jeden Menschen gleich respektiert und honoriert werden … Wenn uns als Gesellschaft also Chancengleichheit so wichtig ist, dann sollte dies auch mit Bezug auf Frauen gelten.“

Man fragt sich unwillkürlich, ist Fratzscher so blöd oder hält er seine Leser für so blöd, dass sie diesen Wechsel im Mittelterm, wie man den Taschenspielertrick mit Blick auf einen Syllogismus bezeichnen wird, nicht bemerken? Chancengleichheit hat abermals nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Gerechtigkeit ist, um im Beispiel zu bleiben, wenn Usain Bolt und Claudia Roth nach absolviertem 100 Meter Lauf ihrer Leistung entsprechend belohnt werden. Chancengleichheit besteht darin, dass beide zur selben Zeit losgeschickt wurden, durch einen Starter mit Pistole.

Abermals vermengt Fratzscher mutwillig oder aus Ahnungslosigkeit zwei Grundkonzepte, die nichts miteinander zu tun haben. Gleichstellung will Gleichheit im Ergebnis. Chancengleichheit ist das GEGENTEIL davon, denn das Ziel von Chancengleichheit besteht darin, Ausgangs-Gleichheit herzustellen, um folgende individuelle Leistungsunterschiede deutlich erkennbar zu machen.

Aber derartige Fehler, die eines Professors der Makroökonomie und Präsidenten des DIW so unwürdig sind, dass man sich entweder fragen muss, wie die Fehler zustande kommen oder Fratzscher auf seine Positionen gelangt ist, sind nur der Anfang.

Bis zur Hälfte seines Textes behauptet Fratzscher, dass Männer in Positionen und zu besserer Bezahlung als Frauen gelangt seien, weil sie angeblich Vorteile aufgrund ihres Geschlechts hätten, die deutsche Gesellschaft also weder dem Prinzip der Meritokratie noch der Leistung verpflichtet sei. Im zweiten Teil seines Textes behauptet Fratzscher, dass Gleichstellung, also die Herstellung von Ergebnisgleichheit ohne Rücksicht auf Meritokratie und Leistung dieses Problem beheben könne.

Offensichtlich liest bei der ZEIT niemand die Texte, die veröffentlicht werden, Korrektur; wohl in der Hoffnung, wenn Personen Positionen besetzen, dann sei dies ein Ausdruck von Leistung, Kompetenz, eben von Meritokratie. Gerade bei Männern, so hat Fratzscher geschrieben, sei dies jedoch nicht der Fall. Wir schließen uns dieser Aussage im Einzelfall an, sehen darin aber keine generelle Regel.

Man kann an dieser Stelle zwei Merkmale von Sozialisten zusammentragen: (1) Sie reden nur über Gruppen und pfeifen auf das „lumpige Individuum“, wie es Friedrich Engels einst so trefflich für sich in Worte gefasst hat. (2) Sie benutzen Worte nach Geschmack und nach Wohlklang und pfeifen auf den Inhalt, denn es geht ihnen nicht darum, kognitive Informationen zu verbreiten und zu überzeugen, nein, sie wollen bekehren.

Die dritte Zutat, die aus Fratzscher nach unserer Kategorisierung einen Vollblut-Sozialisten macht, ist das Missionarstum, dass Sozialpsychologen als Grundbestandteil allen Fundamentalismus‘ ansehen. Missionarstum äußert sich darin, dass kein Zweifel daran zugelassen wird, dass man selbst im Besitz der reinen und dreifaltigen Wahrheit sei, weshalb man andere, die vom Kelch der Wahrheit noch nicht getrunken haben, mit derselben bekehren oder, falls sie das ablehnen, verbrennen kann.

Bei Fratzscher nimmt diese die folgende Form an:

Das größte Problem ist, dass die Menschen nicht einsehen wollen, dass eine Erlösung von ihren Sünden im Sinne aller Menschen ist.

„Die größte Hürde für eine wirkliche Gleichstellung ist und bleibt die mangelnde Mentalität und Erkenntnis in unserer Gesellschaft, dass Gleichstellung im Sinne aller Menschen ist“.

Wer einen solchen religiös-verbrämten Unsinn von sich gibt, in dem er behauptet, er wisse, was im Sinne ALLER MENSCHEN ist, der gibt sich damit als religiöser Eiferer, der sich im Besitz der Wahrheit wähnt, zu erkennen. Als Angehöriger der Sekte der Gleichsteller, der mit seinem Wachturm des Männerbashings durch die Lande zieht, macht sich Fratzscher bei uns und hoffentlich auch bei vielen, die diesen Text lesen, lächerlich. Als Person, die den Sozialwissenschaften zugerechnet wird, und deren Kompetenz nicht ausreicht, um die rudimentärsten Konzepte der Sozialwissenschaften zu beherrschen, macht er die Sozialwissenschaften lächerlich. Als Person, die einer Forschungsinstitution vorsteht und eine Professur besetzt, beschädigt er beide Ämter.

Fratzscher sollte beide Ämter so schnell wie möglich aufgeben, um Vollzeit für die Zeugen der Gleichstellung und ihren Kult der Ergebnisgleichheit tätig zu werden.

Wenn sich Sozialismus mit religiösem Eifer verbindet, wird übrigens Faschismus daraus.

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