Schule der Indoktrination

Ein Lob der Zufallsverteilung.

Wenn das politische Engagement von Schülern zufällig verteilt wäre, dann müsste man erwarten, dass die Menge der engagierten Schüler ungefähr der Menge entspricht, die man in der Gesamtbevölkerung findet, dass die Ausrichtung ihres Engagement ungefähr der Ausrichtung entspricht, die man in der Gesamtbevölkerung findet, zuzüglich eines Naivitätsbonus natürlich, der Schüler für das Gute und das Blaue, das Linke immer vom Himmel herunter versprechen, empfänglicher macht als Erwachsene, die sich bereits durch mehrere Jahrzehnte linker Versprechen und linker Lügen gelebt haben.

Da Schüler in der Regel noch junge Menschen sind, die ihre Position im Leben erst finden müssen, kann man zudem ein größeres Potential an Widerspruch gegen den Mainstream erwarten, jedenfalls aus psychologischer Sicht. Selbstverortung funktioniert gerade in jungen Jahren vornehmlich durch Abgrenzung, schon weil man keine eigene Leistung als etwas Positives, um das herum man sich verorten kann, z.B. als erfolgreicher Handwerker, vorzuweisen hat.

Man würde also erwarten, dass Schüler, wenn sie sich politisch engagieren, sich mit höherer Wahrscheinlichkeit für Themen engagieren, die gegen den politischen Mainstream verlaufen, dass sie eher für Themen empfänglich sind, die es ermöglichen, sich auch mit wenig oder gar keiner Leistung, vom Mainstream zu differenzieren, als besonders zu inszenieren und dass sie Themen bearbeiten, von deren Bearbeitung sie einen Nutzen haben.

Wenn Schüler auf die Straße gingen, um gegen Kürzungen im Bildungsbereich zu demonstrieren, die die Regierung beschlossen hat, dann stünde dies im Einklang mit diesen Erwartungen.

Wenn Schüler auf die Straße gingen, um gegen die baufälligen Gebäude, die Schule sein sollen, und die miserable Ausstattung derselben zu demonstrieren, dann stünde dies im Einklang mit diesen Erwartungen.

Selbst wenn Schüler auf die Straße gingen, um gegen Nachrüstung von Atomwaffen, wie sie Regierung und Parlament beschlossen hat, zu demonstrieren, stünde dies im Einklang mit diesen Erwartungen.

Überhaupt nicht im Einklang mit diesen Erwartungen stehen die Themen für sich die etliche Schüler derzeit öffentlichkeitswirksam engagieren:

Klimawandel und natürlich der allgegenwärtige Kampf gegen den Rassismus.

Beide Themen sind Gegenstand der Regierungspolitik.

Zu beiden Themen fällt den Schülern nichts anderes ein als der Regierung, lediglich im Ausmaß der Hysterie, übertreffen Schüler z.B. beim Klimawandel selbst die Regierung.

Derartiges Schülerengagement richtet sich somit nicht gegen Mainstream-Themen, es hat Mainstream Themen zum Gegenstand. Folglich ist das Engagement nicht geeignet, um sich zu differenzieren. Diejenigen, die Freitags gegen den Klimawandel demonstrieren, tun etwas für Jugendliche vollkommen Ungewöhnliches: Sie machen sich Vorgaben von Erwachsenen zueigen. Sie biedern sich an die Welt der Erwachsenen, wie sie sie vorfinden, an, statt sich von ihr zu differenzieren und eine eigenständige Persönlichkeit durch Abgrenzung zu etablieren.

Das ist – wie gesagt – vollkommen ungewöhnlich, und die Themen, die bei Schüler hoch im Kurs stehen, sind auch nicht zufällig verteilt, im Gegenteil: Ihre Verteilung weist ein klares Muster auf, so dass man sich fragt, wie es gelingen kann, Schüler, junge Menschen, bei denen der Widerstandsgeist noch nicht so erfolgreich beseitigt wurde, wie bei den angepassten „man-kann-ja-doch-nichts-ändern“ bzw. „wenn-man-sich-nicht-rührt-kommt-man-auch-in-nichts-hinein“ Erwachsenen zu ebensolchen, zu Mitläufern in einem vorgegebenen Mainstream-Thema zu machen.

Ein Beitrag, den Marcus Ermler heute auf der Achse des Guten veröffentlicht hat, hilft hier weiter. Ermler schreibt:

„Wie vor Landtagswahlen üblich, lud eine Bremer Schule Bürgerschaftsabgeordnete verschiedener Parteien zu einer Diskussionsrunde ein. So sollen die Jugendlichen und Kinder einen Einblick in die verschiedenen politischen Akzentuierungen und Lösungsvorschläge der Bremer Landespolitik erhalten. Diese vorbildliche Idee, die der Schulleiter selbst vorantrieb, wird aktuell jedoch nicht nur von den Schülern selbst, sondern – was noch viel gravierender ist – von Teilen des Lehrerkollegiums aktiv sabotiert. Grund des Widerstands: Die Teilnahme des Bremer AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Tassis.

Insbesondere eine Politiklehrerin tut sich damit hervor, die mit einem demokratischen Gemeinwesen nicht zu vereinbarenden Versuche, Tassis wieder auszuladen, zu befördern und die Schüler, die eigentlich lernen sollen, mit widersprechenden Positionen umzugehen, in ihrer eindimensionalen politischen Indoktrinationswelt zu halten:

„Für mich gehört zur Courage, auch zu sagen, wir stellen uns dagegen und lassen an unserer Schule einfach solche Menschen nicht rein und nicht zu Wort kommen und ihre Parolen nicht verbreiten“, so erklärt die Politiklehrerin.

 Das ist nun eine Aussage, die mit gar keiner Grundlage eines demokratischen Gemeinwesens zu vereinbaren ist. Sie ist, das sei zugestanden, in totalitären Gesellschaften, in denen „solche Menschen“, also Regimegegner (DDR) oder Volksschädlinge (Drittes Reich) von allen politischen Aktivitäten oder Tätigkeiten, die für die „Gemeinschaft“ als wichtig angesehen werden, ausgeschlossen sind, konstitutiv. Ermler macht in seinem Beitrag darauf aufmerksam, dass die Politiklehrerin nicht nur gegen den Beutelsbacher Konsens, sondern auch gegen das Grundgesetz und das Beamtenrecht verstößt und somit Dienstvergehen begeht. Wen es interessiert, der kann es hier nachlesen.

Uns interessiert an dieser Stelle die offenkundige Indoktrination der Schüler durch die Politiklehrerin, die erklären kann, wieso Schüler sich in ihrem politischen Engagement so vorhersagbar und im Einklang mit dem politischen Mainstream verhalten, warum sie schon in frühen Jahren zu politisch-korrekten Mitläufern werden. Offenkundig spielen Lehrer, die Schüler entsprechend indoktrinieren, eine Rolle in der Erklärung der Absonderlichkeit, dass man noch nicht von Schülern gehört hat, die für liberale Werte, Toleranz, Akzeptanz werben, sich für Logik und die sachliche Auseinandersetzung unabhängig von der Person dessen, der Argumente vorträgt, einsetzen. Ja selbst von Schülern, die es sich verbieten, Politik in die Schule zu tragen und dort zum Gegenstand zu machen, hat man noch nicht gehört.

Man hört immer nur von politisch-korrekten Schülern, die genau die Themen bearbeiten, die sich politisch-korrekte Erwachsene von ihnen wünschen. Offenkundig sind die Schüler Teil einer Inszenierung, werden sie von Lehrern, die ihren Beruf – wie die Politiklehrerin in Bremen – nicht von ihrer politischen Überzeugung trennen können und deshalb als Lehrer eine Fehlbesetzung sind, beeinflusst, manipuliert, indoktriniert.

Für diese Hypothese sprechen auch Ergebnisse, die die Studenten des Juniorprofessors Sebastian Koos vom Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz durch die Befragung von 145 Schülern, die am „Fridays For Future-Schulstreik“ am 15. März 2019 in Konstanz teilnahmen, gesammelt haben.

Demnach geben 45% der befragten Schüler (N = 65) an, gegen ein explizites Verbot der Teilnahme durch ihre Schule oder ihren Klassenlehrer zu verstoßen. 62% der befragten Schüler (N = 90) sagen, dass sie in ihrem Engagement von einem Lehrer oder von Lehrern unterstützt werden. Eine Reihe der Schüler, die gegen ein explizites Verbot der Teilnahme verstoßen, werden somit und ganz offenkundig durch Lehrer zum Schwänzen der Schule ermuntert.

Damit verletzten diese Lehrer ihre Dienstpflicht und beweisen, dass sie entweder nicht in der Lage oder nicht willens sind oder beides, ihre politische Überzeugung von ihrem Beruf als Lehrer zu trennen. Sie sind Fehlbesetzungen in ihrem Beruf und sollten so schnell wie möglich entlassen werden, denn in Schulen sollen die Grundlagen dafür gelegt werden, dass ein Schüler eigenständig und erfolgreich in der Gesellschaft leben kann. Schule ist nicht der Ort, an dem Lehrer Schüler mit ihrer politischen Überzeugung missionieren dürfen.

Bremer Schulen bleiben im Ländervergleich in allen Gebieten, vom Lesen über das Schreiben bis zum Rechnen für Grundschüler und in Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften bei Schülern der Sekundarstufe, hinter Schülern aller anderen Bundesländer zurück. Offensichtlich werden in Bremen die falschen Prioritäten gesetzt und unfähige Personen als Lehrer angestellt und als Studienräte verbeamtet.

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