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Die UN ist eigentlich pleite – uneigentlich auch

Ein Leser hat uns gefragt, wie viel Geld Deutschland jährlich an die UN überweist. Die Antwort auf diese Frage ist eine der Antworten, die man bei der UN noch relativ leicht finden kann. Deutschland hat 2019 168.802.990 US-Dollar an die UN überwiesen. Damit ist Deutschland das viertgrößte Geberland der UN hinter den USA, die rund 22% des UN-Haushaltes tragen, China und Japan. Der Beitrag Chinas beläuft sich auf 334.726.585 US-Dollar, Japan steuert 238.788.713 US-Dollar bei.

Insgesamt stehen der UN für die Haushaltsjahre 2018-19 5,4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Und das ist zu wenig.

Die UN hat kein Geld mehr. Sie ist pleite, wie jedes Jahr im Oktober. Aber die Finanzierungslücke wird immer größer, wie die folgende Abbildung zeigt: „the situation becomes more dire than the year before. The cash deficits occurs earlier in the year, linger longer and run deeper”.

Die Schuldenbuckel der UN müssen also immer früher Löcher in ihrem Haushalt stopfen. Und weil Löcher stopfen mit Zinszahlungen verbunden ist, oder mit entgangenen Zinsen wenn man, wie bei der UN „Guthaben“ von Missionen, die von Mitgliedsstaaten überfinanziert wurden, auflösen muss, verschlechtert sich die finanzielle Situation immer mehr. Dieses Jahr kann es der UN blühen, im November ihre Angestellten nicht mehr bezahlen zu können.





Wie viele Angestellte die UN hat?

Rund 39.700, 50% davon in den „Field Missions“ beschäftigt. Im Hauptquartier in New York und den Niederlassung in Wien, Genf und Nairobi sind 31% der UN-Angestellten, also rund 12.300 damit beschäftigt, eine Maus über das zugehörige Pad zu schubsen, Papiere zu erstellen, zu verwerfen, zu revidieren, Vorlagen zu schreiben und so weiter..

Vielleicht beschäftigt die UN einfach zu viele Menschen, wenn das Geld immer früher nicht mehr reicht.

An Deutschland liegt es nicht, dass das Geld der UN nicht reicht. Deutschland ist ein sehr eifriger Zahler, weshalb der deutsche Beitrag bereits im Februar überwiesen wird. Die meisten anderen Länder lassen sich mehr Zeit, mit der Begleichung ihrer Zahlungsverpflichtungen, wie es so schön heißt, und deshalb ist die UN nunmehr fast zahlungsunfähig.

Die folgende Tabelle zeigt die Länder, die der UN für 2019 ihren Beitrag noch nicht überwiesen haben, ihn in manchen Fällen, wie im Fall der USA, in Teilen zurückhalten, explizit, weil die USA Programme zum Klimaschutz und die Frauenprogramme nicht mehr mitfinanzieren wollen und auch an den Programmen, die dem Schutz von Menschenrechten dienen, etwas auszusetzen haben. Warum es durchaus nachvollziehbar ist, dass die USA etwas an den Programmen zum Schutz von Menschenrechten auszusetzen haben, das haben wir gestern dargestellt.

Wenn eine Organisation wie die UN in zwei Jahren 5,4 Milliarden US-Dollar für ihren regulären Haushalt zur Verfügung hat, also den Haushalt, über den die Friedensmissionen der UN NICHT abgerechnet werden, die laufen in einem extra Haushalt, dann fragt man sich schon, wofür das Geld im Einzelnen ausgegeben wird.

Doch während Unternehmen von Staaten mit hohen Auflagen zur Offenlegung ihrer finanziellen Verhältnisse verpflichtet werden, ist dies bei der UN nicht der Fall. Eine Suche danach, wofür die UN das Geld der Mitgliedsstaaten ausgibt, gestaltet sich sehr mühselig, u.a. deshalb, weil die UN-Webseite eine Friedhof für Links ist. Viele Links in Dokumenten verweisen einfach auf nichts, entweder weil die entsprechende Seite nicht mehr existiert, der Link falsch ist oder die entsprechende Seite nie existiert hat.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass man bei der UN nicht wirklich ein Interesse daran hat, den Bürgern, die die UN finanzieren, Einblick, detaillierten Einblick in die Verwendung z.B. der rund 170 Millionen US-Dollar, die aus Deutschland beigesteuert werden, zu geben.



Wir haben es immerhin geschafft, die Resolutions adopted by the General Assembly on 22 December 2018 aufzutun, in der Oberkapitel der Mittelverwendung dargestell sind. So kostet z.B. der International Court of Justice 24 Millionen US-Dollar pro Jahr. Der größte Haushaltsposten ist mit „Human Rights“ mehr als wolkig beschrieben. Rund 203 Millionen US-Dollar gibt die UN in den Jahren 2018 und 2019 für „Human Rights“ aus. Für „Economic and Social Affairs“ stehen rund 160 Millionen US-Dollar in den zwei Haushaltsjahren zur Verfügung, für „Economic and Social Development in Africa“ rund 158 Millionen US-Dollar, dasselbe in Lateinamerika kostet 112 Millionen US-Dollar.

Dass die UN in erster Linie eine Verwaltung ist, zeigt sich daran, dass 570 Millionen US-Dollar allein für die Verwaltung aufgebracht werden müssen, darunter 133 Millionen US-Dollar für die Niederlassung in Genf, 36 Millionen US-Dollar für die Niederlassung in Wien und 30 Millionen US-Dollar für die Niederlassung in Nairobi.

Und weil man ja nie wissen kann, deshalb gibt es einen Posten, der mit „Special Expenses“ schlicht gar nicht beschrieben ist, man hätte auch Mampf schreiben können. 132 Millionen US-Dollar gehen für „Special Expenses“ drauf.

Wie gesagt, wir mussten lange suchen, bis wir dieses Dokument auf dem Friedhof der UN-Links, der eine Webseite sein will, gefunden haben. Wir gedenken hier noch etwas tiefer zu graben. Für‘s erste hoffen wir, dass alle Leser damit zufrieden sind, wofür ihr Steuergeld bei der UN ausgegeben wird.

Fast hätten wir es vergessen: Für „Political Affairs“ gibt die UN in zwei Jahren 1,36 Milliarden US-Dollar aus. Sie wissen doch was Political Affairs sind, politische Angelegenheiten eben. Der einzige Posten, unter dem man sich etwas vorstellen kann, trägt die Bezeichnung: „General Assembly and Economic and Social Council affairs and conference management“. Wenn Heiko Maas nach New York jettet, um sich dort zu freuen, dass Deutschland ein so gerne gesehener Zahler ist, dann fällt dies in den Bereich „General Assembly ..:“. Mit 625 Millionen US-Dollar ist dieser Bereich ca. fünf Mal so wichtig, wie die ökonomische Entwicklung Afrikas. Was sind schon 1,2 Milliarden Afrikaner, wenn es um die Inszenierung und Bewirtung der Außenminister und Regierungschefs der Erde geht…



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