Seit Stephen Hawking hat niemand die Zeit so in die Länge gezogen wie Sie, Mr. Speaker

John Bercow war heute das letzte Mal Speaker of the House während einer Prime Minister Question Time. Entsprechend hat ihm Boris Johnson eine kurze Abschiedsrede gebracht, eine, die zeigt, dass man Kritik auch witzig verpacken kann, dass Redner, die über sprachliche Mittel verfügen, es nicht nötig haben, ihre Kontrahenten zu beleidigen und dennoch in der Lage sind, unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen, was sie von ihrem Gegenüber halten.

Für Boris Johnson ist John Bercow der Speaker of the House, der sich wie kein anderer um die Belange der Backbencher gekümmert hat und für den gesagt werden kann, dass es seit Stephen Hawking niemanden gegeben hat, der die Zeit so in die Länge ziehen konnte, wie John Bercow. 

Bercow, so Johnson, habe das House of Commons mit seinen Meinungen und Kommentaren verfolgt und obwohl er, Johnson, mit Bercow vor allem im Bezug auf dessen Neuerungen im Hinblick auf das Gesetzgebungsverfahren nicht übereinstimme, so müsse er doch anerkennen, dass Bercow das House mit seinen eigenen Meinungen und Kommentaren unterhalten habe, etwa vergleichbar einer Tennisballmaschine, einer Tennisballmaschine, die eine Serie unspielbarer, zunächst nicht parierbarer Volleys und Schmetterbälle verteile…

Falls jemand eine an Witz und Süffisanz vergleichbare Rede eines deutschen Abgeordneten, der nach dem Ausscheiden von Herbert Wehner das Parlament heimgesucht hat, kennt, wir sind gespannt.



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