„Wo Studenten Dozenten bespitzeln“ – China und Deutschland bei Meinungsfreiheit gleichauf

Kennen Sie das: Man liest einen Beitrag in einem dieser „Qualitätsmedien“ und reibt sich die Augen. Dargestellt wird eine Situation, die der Schreiber für ganz furchtbar hält, eine Situation, die auch der Leser für ganz furchtbar hält. Eine Situation, die zum Himmel schreit, wie es so schön heißt, in der eine organisierte Macht versucht, mit Mitteln der Repression Einfluss auf die Lehrinhalte und die Lehrenden an Hochschulen zu nehmen …

Der Schreiber, in diesem Fall Axel Dorloff, er schreibt über China. Er könnte auch über Deutschland schreiben, wenn er sich trauen würde. Es würde keinen Unterschied machen.



Das war die Behauptung, nun kommt der Beleg:

China:

„Für einige ist es eine Art studentischer Nebenjob. Es sind Dokumente aufgetaucht, in denen die Aufgaben der Spitzel detailliert beschrieben sind. Radio Free Asia hatte eine solche Anweisung von der Wuhan Universität für Wissenschaft und Technik veröffentlicht. Einstellungen von Dozenten und Professoren, die nicht ins ideologische Gerüst der Kommunistischen Partei passen, sollen danach von Studierenden berichtet werden. Zhan Jiang war sich dessen als Professor bewusst. Er habe zwar stets “lebendig” unterrichtet, sei aber immer vorsichtig gewesen und habe sensible Themen nicht angesprochen. “Es ist auch so, dass Professoren in jedem Unterrichtsfach ideologische Inhalte hinzufügen müssen, auf jeden Fall in den Geisteswissenschaften.“

Deutschland:

Wenn Herfried Münkler, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, Dienstags zwischen 10 und 12 Uhr seine Vorlesung zu “Politischer Theorie und Ideengeschichte” hält, dann kann er sicher sein: Er steht unter Beobachtung.

Unter seinen Studenten finden sich ein bis 10 inoffizielle Mitarbeiter (IMs) einer Veranstaltung, die sich selbst als “Münkler-Watch bezeichnet. Die IMs haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Vorlesung von Münkler daraufhin zu sezieren, ob der Professor “den Faschisten Carl Schmitt”, der bis heute einer der herausragenden Vertreter der politischen Philosophie Deutschlands ist, den selbst ein Jürgen Habermas ausgiebig rezipiert und zitiert hat, behandelt, ob er über Niccolò Machiavelli mit “sehr viel Sympathie und mit am Ausführlichsten” spricht, ob er “subtil manipuliert”, so subtil, dass es sogar die IMs mitbekommen, ob er sich über das Gendern “lustig macht”, im Gegensatz zu den IMs der Ansicht ist, die Mitte der Gesellschaft sei nicht extremistisch, oder sich aus ihrer Sicht des “Chauvinismus”, “Eurozentrismus”, der “rassistischen Stereotype” oder der “Pietätlosigkeit” schuldig macht.

(Hier können Sie weiterlesen.)


Jetpack


China:

„Die Ideologisierung an Chinas Universitäten hat seit 2013 unter Staats- und Parteichef Xi Jinping zugenommen. Kein chinesischer Student komme heute um verpflichtende Marxismus-Kurse nach der Interpretation der Kommunistischen Partei herum, sagt ein Germanist aus China, der seinen Namen nicht genannt haben möchte. So sei die Schulung des Marxismus verstärkt worden. “Marx, Engels, Lenin, Stalin Mao Zedong, Xi Jinpings Werke und Schriften. Das ist Gleichschaltung. Man muss solche Kurse besuchen. Man muss die Prüfung bestehen, man muss!”

Deutschland:

Der Marxismus kommt in Deutschland u.a. als Genderismus. Wer den Katechismus der Genderista nicht nachbetet, wird überwacht, sieht sich eingehender Inquisition gegenüber, von Steuerzahlern finanziert, versteht sich: Das Projekt REVERSE, das vom BMBF mit einer Million Steuereuro finanziert wird, soll Ursachen und Erscheinungsformen des Anti-Feminismus, der angeblich die Gesellschaft spaltet und unzulässig zu einem „Anti-Pluralismus“ verallgemeinert, aufzuarbeiten. Tatsächlich geht es in REVERSE nicht darum, ein Forschungsobjekt wissenschaftlich zu erarbeiten. Tatsächlich geht es um krude Beeinflussung und politischen Aktivismus, um die Diffamierung von Wissenschaftlern, die den Genderismus kritisieren.

Das wird sehr deutlich, wenn man sich die Zeit nimmt, den hier verlinkten Text zu lesen, den man wie folgt zusammenfassen kann: Debatten, die Kritik am Genderismus üben, beeinträchtigen die öffentliche Meinungsbildung und sind gesellschaftlichem Zusammenhalt abträglich. Die entsprechenden Debatten gehen von denen aus, die Genderisten nicht leiden können und deren Ziel darin besteht, die „Privilegien von Männern“ zu verteidigen. Selbst Frauen tragen diese „anti-feministische Strömung“, Frauen, die „Vorteile in der Re-Traditionalisierung der weiblichen Rolle sehen“. Aus diesem Grund ist es das Ziel von REVERSE die „verschiedenen Dimensionen desintegrierender Spaltungslinien im ‚Anti-Genderismus’-Diskurs” darzustellen.

(Hier können Sie weiterlesen.)



China:

„2015 ordnete der damalige chinesische Bildungsminister Yuan Guiren an, Chinas Hochschulen von sogenannter “westlicher Irrlehre” zu befreien. Jede abweichende Meinung könne gefährlich sein, sagt der anonyme Professor. Der Germanist erklärt benachteiligt zu werden. “Wenn ich was Kritisches zum Marxismus oder zur Regierung äußere, dann kann jeder Student mich melden und sogar anklagen. Es gibt solche Fälle. Und dann wurden diese Lehrer entlassen. Einfach entlassen.“

Deutschland:

In Deutschland geht das nicht subtiler von Statten. Was nicht gedacht, geschrieben oder gesagt werden darf, findet sich in einem postmodernen Kanon des Irrsinns wieder. Jeder der die Denk-, Schreib- und Sprechverbote ignoriert, läuft Gefahr, von Studenten gemeldet, von Kollegen gemieden und am Ende, einfach entlassen zu werden.

Ein Beispiel:

„Diese widersinnige Entscheidung (die Zulassung der Ehe für Alle) überrascht mich nicht, denn sie ist eine konsequente Fortführung der von John Money (1921–2006) im Jahr 1955 begründeten Gender-Ideologie, die von der These ausgeht, es gäbe ein „psychosoziales Geschlecht“ (Gender), welches unabhängig von der biologisch-genetischen Veranlagung des Menschen existiert und wandelbar ist.“

„Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten. Bevölkerung heißt Population, und Populationen sind definiert als Fortpflanzungsgemeinschaften.“

„Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial.“

„Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.“

„Im Lauf der Evolution der Säuger hat sich, über 150 Millionen Jahre hinweg, die Mutter-Kind-Bindung als stärkstes Band überhaupt herausgebildet. Entzieht man dem Kind somit vorsätzlich die Mutter als Bezugsperson (Homo-Männerpaare), oder versucht, den biologischen Erzeuger (Vater) durch eine Frau zu ersetzen, so ist das eine Verletzung des elementarsten Menschenrechts, das überhaupt existiert.“

„Im Jahr 2012 hat der US-Soziologe Mark Regnerus eine umfangreiche Studie vorgelegt, die erschreckende Resultate zu Tage gefördert hat . So konnte ermittelt werden, dass nicht nur Jungs von ihren Homo-Vätern, sondern auch Mädchen von lesbischen Mutter-Duos mit 10-fach hoher Wahrscheinlichkeit sexuell berührt bzw. zu entsprechenden Handlungen genötigt worden sind, bezogen auf eine heteronormale Eltern-Gruppe. Insgesamt betrachtet zeigt diese seriöse Studie (2), dass Kinder ohne biologische Eltern (Vater und Mutter) häufiger unter Depressionen leiden, später wesentlich öfter auf Sozialhilfe angewiesen sind, häufiger kriminell werden, öfter Rauschmittel zu sich nehmen u.a. problematische Verhaltensweisen zeigen.“

Diese Aussagen, die Ulrich Kutschera in einem Interview und einer Replik in der HNA gemacht hat, haben ein Tabu verletzt:

„Staatlich geförderte Pädophilie: Kasseler Professor wettert gegen Homo-Ehe“ (HNA)
Abstruses Interview: Minister und AStA widersprechen Professor Kutschera“ (Lokal24.de)
„Uni-Professor zieht über Ehe für alle her“ (Hessenschau)
Bemitleidenswerter, hasserfüllter Mensch“ – Proteste gegen Professor (WELT)
„Ist dieser Mann noch zu retten?“ (Mannschaft.com)
Kassel: Evolutionsbiologe hält an homophoben Thesen fest. (Queer.de)
Rhein rügt „abstruse Thesen“ (Allgemeine Zeitung)

Der Präsident der Universität Kassel sagt: „Von Mitgliedern der Universität sollen keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen“.

Boris Rhein, der Wissenschaftsminister Hessens von der CDU meint, Kutschera habe sich „in abfälliger oder herabsetzender Weise“ über Homosexuelle geäußert.

Der AStA Kassel nennt Kutschera einen „bemitleidenswerten, hasserfüllten Mensch[en]“ und sammelt 218 Unterschriften von Studenten, die wie im Vordruck vorgegeben, angeben, in ihrer Würde durch Kutschera verletzt worden zu sein.

Gegen Kutschera gibt es zwei Anzeigen wegen Verleumdung und Volksverhetzung.
Der AStA der Universität Kassel steht nach eigenen Angaben mit Anwälten in Kontakt.

(Hier können Sie weiterlesen.)

China und Deutschland: Mehr Gemeinsames als Trennendes?

Es sieht ganz danach aus, zumindest im Bereich der Ideologie, bei der Technologie trennen sich dann beider Wege…



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