Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl sind Fake, falsch, Humbug, you name it

Der wohl schwächste US-Präsidentschaftskandidat, den die US-Democrats jemals vorzuweisen hatten, führt in den Umfragen mit einem zweistelligen Vorsprung vor Donald Trump. Wären die Umfragen richtig, Joe Biden, Sleepy Joe Biden, würde den Jahrhunderterfolg von Barack Obama aus dem Jahre 2008 in den Schatten stellen. Und nicht nur das: Sleepy Joe Biden, der Probleme hat, ohne Teleprompter ganze Sätze zu formulieren, würde das Ergebnis übertreffen, das der wohl beliebteste US-Präsident, der sich im Herbst des Jahres 1944, im Jahr der erfolgreichen Invasion alliierter Truppen in der Normandie, im Jahr, in dem sich abgezeichnet hat, dass die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewinnen werden, zur Wahl gestellt hat, übertreffen: Franklin Delano Roosevelt.

Dieser Joe Biden würde das bewerkstelligen:

Glauben Sie das?
Wir auch nicht.
Wir glauben, dass mit den US-Umfragen etwas nicht stimmt, dass die US-Umfragen Fake sind, die Ergebnisse entweder geschönt werden oder es den Umfrageinstituten nicht möglich ist, einen verlässlichen Datensatz zu erheben.



Beginnen wir vorne im Wahlsystem der USA.
Damit Sie wählen können, müssen Sie sich registrieren.
Das Formular, mit dem Sie sich in den USA zur Wahl registrieren können, sieht so aus:

Auf der dritten Seite des Formulars finden sich diese Eingabefelder:

Feld 7 ist hier von besonderem Interesse. Die Erklärung zu diesem Feld lautet:

“If you want to register with a party, print in the box the full name of the party of your choice.
If you do not want to register with a party, write “no party” or leave the box blank. Do not write in the word “independent” if you mean “no party,” because this might be confused with the name of a political party in your State.
Note: If you do not register with a party, you can still vote in general elections and nonpartisan (nonparty) primary elections.

Wähler können sich also als Wähler einer der beiden großen oder einer der etlichen kleinen Parteien registrieren, wenn sie das wollen. Die Information, die sich in Feld 7 findet, kann genutzt werden, um die Anzahl der registrierten Partei-Wähler zu jedem Zeitpunkt zusammenzustellen, wie dies hier für North Carolina der Fall ist. North Carolina ist ein sogenannter Swing State, einer der Staaten, die die Wahl 2016 entschieden haben und 2020 wohl wieder entscheiden werden. 2016 hat Donald Trump North Carolina gewonnen, und 2016 hat Donald Trump Pennsylvania gewonnen, und zwar mit einer Mehrheit von 44.000+ Stimmen. Auch Pennsylvania ist ein Swing State. Für Swing States kann man einen Eindruck dazu, für wen die Wahlmänner im Electoral College stimmen werden, gewinnen, wenn man die Anzahl der für die jeweiligen Parteien registrierten Wähler mit dem Ausgang der Wahlen vergleicht. Pollwatch tun dies. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

Die Serie, die hier abgebildet ist, spricht eine eindeutige Sprache: Beide Staaten gehen an Trump. Dessen ungeachtet zeigt Real Clear Politics einen deutlichen Vorsprung für Joe Biden z.B. in den Umfragen für Pennsylvania.

Wie ist das möglich?

Wieso zeigen alle Umfragen eine Führung von Biden, während Informationen, die ebenfalls einen Aufschluss darüber geben, welcher Ausgang Anfang November zu erwarten ist, zu einem ganz anderen Ergebnis kommen?

Nun, das Geheiminis für diese seltsamen Ergebnisse der US-Umfragen hat einen Namen: Gewichtung.

Gewichtung, das haben wir schon vor einiger Zeit geschrieben, ist nicht nur ein Mittelchen direkt aus der Hexenküche der Umfrageforschung, es ist auch ein Einfallstor für Manipulation jeder Art. Die Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl sind in ihrer Mehrheit Fake, ob sie absichtlich gefälscht werden oder die Daten einfach nicht besser sind, das ist eine offene Frage.

Was wird gewichtet?

Jede Umfrage unter sagen wir 1000 US-Wählern erbringt eine verzerrte Stichprobe, eine, die mehr oder weniger von bekannten Verteilungen abweicht. In Umfragen wird die Parteibindung erfragt und es wird in der Regel erfragt, ob ein Befragter registrierter Wähler ist, und wenn ja für welche Partei. Als Ergebnis erhalten die Institute vielleicht die folgende Verteilung

Registrierte Wähler US-Democrats: 45%
Registrierte Wähler GOP: 28%
Unabhängig: 25%
Keine Angabe: 2%

Die erste Stufe der Gewichtung besteht darin, die erhobenen Anteile von registrierten Wählern an das, was als tatsächliche Anteile angesehen wird, anzupassen. Eine entsprechende Verteilung findet sich bei Gallup und sie sieht so aus:

Abermals sieht man, dass sich die Lücke zwischen US-Democrats und Republikanern nach der Wahl der Lichtgestalt Obama deutlich geschlossen hat. Dennoch behaupten die Umfrageinstitute, Joe Biden werde die US-Präsidentschaftswahl gewinnen.

Zurück zur Gewichtung. 22% registrierte Wähler der US-Democrats stehen 21% registrieter Wähler der Republikaner bei Gallup gegenüber.
Bei Pew sieht die Verteilung indes anders aus.

Auch Pew sieht eine Zunahme bei den registrierten Wählern der Republikaner, hat die US-Democrats aber mit 49% vor den Republikanern mit 44% bzw. bei 33% gegenüber 29% für die Republikaner. Je nachdem, für welche Zahlen zur Gewichtung man sich entscheidet, nimmt die Umfrage einen anderen Verlauf. Aus den dargestellten Zahlen können gewichtete Ergebnisse berechnet werden, die so

Wähler US-Democrats: 51% statt der erhobenen 45%
Wähler GOP: 25% statt der erhobenen 28%
US-Democrats +23% statt +17%

oder so:

Wähler US-Democrats: 47% statt der erhobenen 45%
Wähler GOP: 27% statt der erhobenen 28%
US-Democrats +20% statt +17%

oder so:

Wähler US-Democrats: 50% statt der erhobenen 45%
Wähler GOP: 25% statt der erhobenen 28%
US-Democrats +25% statt +17%

aussehen. Das Beispiel macht deutlich, wie viel Spielraum allein durch die Auswahl der Gewichtungsbasis vorhanden ist.

Damit nicht genug.
In die Gewichtung geht zudem eine Schätzung dafür ein, wie groß der Anteil der jeweiligen Wähler ist, die auch zur Wahl gehen werden. Steve Deace hat für die letzte Umfrage von Rasmussen ausgerechnet, dass davon ausgegangen wird, Donald Trump könne sein Wählerpotential zu nur 73% ausschöpfen, während Sleepy Joe Biden so motivierend wirkt, dass 88% der registrierten Wähler der US-Democrats auch zur Wahl gehen werden.

Wie es zu dieser absurden Gewichtung kommt, das können nur die jeweiligen Umfrageinstitute beantworten. Wir sehen in dieser absurden Methodologie, die allem spottet, was es an methodologischer Konvention gibt, eine Manipulation, die entweder darauf hinweist, dass in den Umfrageinstituten Daten-Fuzzis dem Reiz ihrer eigenen Modelle erlegen sind oder absichtlich Ergebnisse produziert werden, die eine Travestie der Wirklichkeit darstellen.

Die Wirklichkeit der motivierenden Wirkung beider Kandidaten sieht so aus. Abermals eine Variable, die in eine ganz andere Richtung weist, als die angeblichen Umfrageergebnisse.



Steve Deace hat im folgenden Video sehr gut zusammengefasst, warum die Ergebnisse der Umfragen Humbug und Fake sind. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, der kann hier klicken und in den Settings deutsche Untertitel einstellen (Subtitles english (autogenerate), dann autotranslate German).



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