Gefühl: ARD-Faktenfinder sind Bullshit … und Lügner

Wir haben uns radikalisiert. Es reicht nicht mehr von Junk zu sprechen. Wir sind im nächsten Stadium, bei Bullshit angekommen.

„Immer mehr junge Menschen in Deutschland sind im Netz laut einer Umfrage zunehmend mit Falschnachrichten konfrontiert. Eine große Mehrheit wünscht sich demnach, dass das Thema verpflichtender Inhalt in der Schule sein sollte.

Jugendliche und junge Erwachsene begegnen mindestens einmal in der Woche Falschnachrichten online oder in sozialen Medien [die wohl nicht online sind]. Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die Vodafone Stiftung zufolge sind 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in der Corona-Pandemie regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. Das entspreche einem Anstieg von 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Gleichzeitig habe sich die Zahl derjenigen, die mehrmals täglich auf Falschnachrichten stoßen, seit dem vergangenen Jahr fast verdoppelt: 2019 hätten dieser Aussage zwölf Prozent zugestimmt, in diesem Jahr 21 Prozent.“

Dieser Text stammt vom ARD-Faktenfinder und dieser Text ist FAKE NEWS, eine Falschnachricht. Wenn sie somit das Gefühl haben, dass Ihnen bei der ARD immer häufiger Falschnachrichten zugemutet werden, dass der Dilettantismus, das Race-to-the-Bottom, das dazu führt, dass bei öffentlich-rechtlichen Sendern fast nur noch Haltungsjournalisten zu finden sind, also Personen, die fehlende Kompetenz mit Bewertung und Ideologie wettmachen wollen, dann haben Sie Recht.



Nehmen wir die faktischen Behauptungen aus dem Text:

  • Immer mehr junge Menschen in Deutschland sind im Netz laut einer Umfrage zunehmend mit Falschnachrichten konfrontiert. FALSCH
  • Jugendliche und junge Erwachsene begegnen mindestens einmal in der Woche Falschnachrichten online oder in sozialen Medien. FALSCH
  • Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die Vodafone Stiftung zufolge sind 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in der Corona-Pandemie regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. Das entspreche einem Anstieg von 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren. FALSCH
  • Gleichzeitig habe sich die Zahl derjenigen, die mehrmals täglich auf Falschnachrichten stoßen, seit dem vergangenen Jahr fast verdoppelt: 2019 hätten dieser Aussage zwölf Prozent zugestimmt, in diesem Jahr 21 Prozent. FALSCH
Quelle

Infratest dimap, ein Meinungsforschungsinstitut, das zur Bullshit-Forschung übergangen ist, hat die folgende Frage gestellt:

Noch einmal den Fragetext zum Genießen:

„Nachrichten oder Informationen, die die Realität falsch darstellen oder eindeutig falsch sind, werden Falschnachrichten/‚Fake News‘ genannt. Wie oft ungefähr stößt du im Internet, in sozialen Medien oder Messengerdiensten auf Nachrichten oder Beiträge, von denen du das Gefühl hast, dass sie die Realität falsch darstellen oder eindeutig falsch sind?““

Umfragen, die nach etwas fragen, was sich nicht feststellen lässt, nach einem subjektiven Eindruck ohne Bezugspunkt, nach einer Vorstellung, deren Richtigkeit man nicht prüfen kann, werden von ScienceFiles als Bullshit-Umfragen bezeichnet. Haben Sie das Gefühl, dass sie zunehmend von Infratest dimap im Auftrag von Vodafone mit Ergebnissen aus Bullshit-Umfragen konfrontiert werden?



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Infratest dimap fragt also definitiv nicht danach, ob Befragte mit Fake News / Falschnachrichten konfrontiert werden, sondern danach, ob Befragte, also 14 bis 24jährige das GEFÜHL haben, auf Nachrichten oder Beiträgen zu stoßen, die die Realität falsch darstellen oder eindeutig falsch sind. Eine solche Frage ist absolut wertlos, denn das Gefühl eines 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24jährigen und die Realität, die „Wahrheit“, das sind zwei unterschiedliche Dinge, die oft genug inkommensurabel sind. Was fragt man mit einer solchen Frage? Nichts. Die Frage ist Bullshit.

Bullshit, in dem sich Faktenfinder suhlen, den sie transformieren, in Lügen:

  • Immer mehr junge Menschen in Deutschland sind im Netz laut einer Umfrage zunehmend mit Falschnachrichten konfrontiert. FALSCH: Es wird danach gefragt, ob die „jungen Menschen“ also die 14-24jährigen Befragten das Gefühl haben, auf Falschnachricten gestoßen zu sein“. Die „Faktenfinder“ erfinden Fakten, indem sie behaupten, in der Umfrage sei es um tatsächliche Falschnachrichten gegangen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene begegnen mindestens einmal in der Woche Falschnachrichten online oder in sozialen Medien. FALSCH: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, also die 14- bis 24jährigen Befragten von Infratest dimap sagen, sie haben das Gefühl, dass sie auf Falschnachrichten gestoßen sind. Eine vollkommen nutzlose Aussage, denn Gefühl und Realität sind nicht deckungsgleich, haben in der Regel nichts miteinander zu tun. Einmal mehr erfinden die Faktenfinder Fakten und belügen ihre Leser.
  • „Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die Vodafone Stiftung zufolge sind 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in der Corona-Pandemie regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. Das entspreche einem Anstieg von 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren.“ FALSCH: In der Frage, aus der dieses Ergebnis stammt, wird nicht nur nicht nach Falschnachrichten, sondern nach dem Gefühl, es mit Falschnachrichten zutun gehabt zu haben gefragt, es findet sich auch keinerlei Zusammenhang mit der „Coronakrise“. Auch das ist eine freie Erfindung der Faktenfinder.
  • „Gleichzeitig habe sich die Zahl derjenigen, die mehrmals täglich auf Falschnachrichten stoßen, seit dem vergangenen Jahr fast verdoppelt: 2019 hätten dieser Aussage zwölf Prozent zugestimmt, in diesem Jahr 21 Prozent.“ FALSCH: Die Befragten stoßen nicht mehrmals auf Falschnachrichten, sie haben das Gefühl, mehrmals täglich auf Falschnachrichten zu stoßen. Der Unterschied ist leicht erklärt: ARD-Faktenfinder haben das Gefühl „Journalisten“ zu sein. Und dann gibt es die Realität, in der dieses Gefühl keinerlei Widerhall findet.

Die Corona-Krise wird in einer späteren Frage, mit anderem Ergebnis thematisiert und es ist hier, dass wir ein Ergebnis finden, das die Validität der gesamten Umfrage in Frage stellt:

Quelle

Sehen Sie seit Beginn der Coronakrise mehr oder weniger Hetze im Internet, mehr oder weniger Spatzen im Garten, mehr oder weniger Araber in den Straßen? Abermals haben wir es mit einer Frage zu tun, die Bullshit ist. Niemand kann eine auch nur ansatzweise valide Einschätzung für einen Zeitraum von mehreren Monaten geben. Aber einem Befragten, der zu Falschnachrichten befragt wird, dem wird natürlich der Stimulus gesetzt, dass Falschnachrichten ein Gegenstand sind, der so wichtig ist, dass man eine Umfrage dazu macht. Schon daraus ergibt sich eine Zustimmungstendenz, also die Tendenz, auf mehr Fake News gefühlt gestoßen zu sein. Es hat schon seinen Grund, dass es mehrere Semester dauert, bis ein Student der empirischen Sozialforschung, in welchem Fach er sie auch immer studiert, auf Befragte losgelassen wird. Die Methoden, die Studenten mühsam eingetrichtert werden, sind dazu da, Bullshit wie den von Infratest dimap zu vermeiden.

Quelle

Am besten gefällt uns die folgende Frage. Können Sie daraus Sinn machen?

Können Sie daraus Sinn machen?
Auch nicht?

Es ist eben Bullshit.
Und das ist nicht nur ein Gefühl.



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27Comments

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  1. 1
    Ich glaube auch an den Osterhasen

    Wenn ich die ARD Tagesschau ansehe, weiß ich mit Sicherheit, dass ich meine tägliche Dosis Falschnachrichten durch Unterlassung, ideologischen Spin oder schlichten Lügen verabreicht bekommen habe. Ich bin gerne bereit, dafür auch 86 ct im Monat weniger zu bezahlen.

  2. 3
    Marvin Falz

    Also, ich habe nach dem Lesen des Artikels eine kleine Umfrage, in der ich die einzige gefragte Person bin, gestartet. Die Frage lautete, „Haben Sie das Gefühl, dass die Aussagen, die in dem Artikel vorgestellt werden, richtig sind?“ Ich kann Ihnen voller Zufriedenheit mitteilen, dass die Umfrage ergeben hat, dass 100 % der Befragten mit „Ja“ geantwortet haben.

    • 4
      Libkon

      Sie haben den Regierungsumfragetest mit Erfolg bestanden, so in etwa werden Umfragen gemacht heutzutage. So ist zumindest mein Eindruck. Die kriegen ja nicht mal mehr den Wetterbericht für Übermorgen hin. Und dann sollen solche Gefühls-Umfragen stimmen?!

      • 5
        Klaus

        Dazu eine kleine statistische (!) Anekdote:
        Wer behauptet, das Wetter morgen wird sein wie heute, hat zu 60 % Recht.
        Der offizielle Wetterbericht für morgen hat (statistisch) zu 62% Recht.

  3. 6
    Thorsten

    …dass das Thema (…Falschnachrichten…) verpflichtender Inhalt in der Schule sein sollte.“
    Ja, das Thema wurde vor 40 Jahren sogar in Realschule und Gymnasium behandelt und ist mir bis heute ein wertvolles Werkzeug, um sich bei Bedarf Texte mal genauer anzuschauen. Dieses wundersame „Tool“ nannte sich (glaub` ich jedenfalls…) „Textanalyse“. Und ganz zu Beginn derselben war der Unterpunkt “ Quellenkritik“ an der Reihe. Dabei ging es um Motiv, Arbeitsverhältnis, bekannte politische Ausrichtung, Kompentenz u. a. des Autors. Man muss da keine Doktorarbeit von machen, aber dank der Suchmaschinen (aufpassen!) kann man sich doch relativ schnell ein Bild vom Schreiberling verschaffen.
    Aber so etwas wird wohl heute nicht mehr unterrichtet. Statt Anleitung zum selbstständigen, kritischen Informieren gibt es wohl nur noch die allgemeine, staatbürgerliche Indoktrination.

    • 8
      Eggbert

      Dieses wundersame “Tool” nannte sich […] “Textanalyse”.

      Das Problem bei der Textanalyse ist aber, dass man Texte lesen und verstehen muss.
      Und an der Befähigung zum Lesen und das Gelesene tatsächlich zu verstehen hapert es heute bei vielen (insbesondere jungen) Mitbürgern.

      • 9
        Thorsten

        Das stimmt wohl. Es ist ja auch nur meine Meinung, dass dies einen enormen Mehrwert (u. a. ein besseres Textverständnis) für die Gesellschaft haben würde. Allerdings können die jetzige Regierung und die Mainstreammedien sicherlich auch keine Menschen gebrauchen, die nur noch schlecht zu indokrinieren sind…

    • 10
      Ein Schlafschaf

      Aber ich hoffe doch, dass das positive oder negative Gefühl, das man einem „Schreiberling“ entgegenbringt, nicht immer das Urteil über den von ihm verfassten Text bestimmt.

      • 11
        Thorsten

        Nein, das Beschäftigen mit dem Autor ist erst der Anfang. Aber wenn längere Texte zu lesen wären und schon in früh klar wird, dass z. B. mehr Fiktion als Science darin enthalten ist, dann fällt es bei Kenntnis des Autors doch leichter, sich den Rest zu ersparen, da kaum ein Erkenntnisgewinn zu erwarten ist. Auch eine Frage des Zeitmanagements.

    • 12
      Carsten Miller

      Also, wenn ich sehe, was ich vor 30 Jahren im Unterricht (8. Klasse) hatte und meine Tochter heute hat, wird mir ganz schlecht. Da stellt man sich wirklich die Frage, warum haben die eigentlich noch Unterricht.

  4. 15
    Heimreisender

    Vodafone und Infratest, der eine spioniert der andere manipuliert. Da hat man doch garantiert die Gewähr für eine dehr objektive Umfrage.

  5. 17
    August W

    Wenn mit den gefühlten Falschmeldungen ARD / ZDF gemeint sind würde es wieder passen. „Falschmeldung“ ist noch ein Euphemisms für das was ich jedes mal fühle wenn ich dieser geistigen Jauchegrube ausgesetzt bin.

  6. 19
    Ein Schlafschaf

    Ich halte die Fragestellung, ob man das Gefühlt hat, dass man gerade eine Falschmeldung liest, für nicht falsch. Es fehlt die weiterführende Frage. Prüfen Sie die Meldung auf ihren Wahrheitsgehalt und wie oft werden sie in Ihrem Gefühlt bestätigt?
    Mir geht es jedenfalls häufig so, dass ich etwas lese, von dem jemand behauptet, das es wahr ist. Und wenn mir mein Gefühl sagt, da stimmt was nicht, prüfe ich es nach. Mal wird mein Gefühl bestätigt, aber auch widerlegt.

  7. 21
    Lars Schweitzer

    Das Grundproblem bei 14- bis 24-Jährigen besteht ja überhaupt darin, daß sie Fühlen mit Wissen verwechseln. In Wirklichkeit wissen sie rein gar nichts und können daher auch nicht einmal ansatzweise Aussagen jedweder Art beurteilen. Und inzwischen wird ja auch gesellschaftsweit massiv gefördert, diese fühlige Doofheit dauerhaft zu perpetuieren (selbst in den Schulen).

    • 22
      Carsten Miller

      Das andere Problem dieser Altersklasse besteht darin, dass sie generell zehnmal soviel Lebenserfahrung haben wie unsereins mit Mitte 40 und können dabei nicht mal einfachste Fremdwörter buchstabieren. Um die Fremdwörter zu verstehen, kommt dann nur, ich frag mal Google. Und dann wundert man sich in Berlin tatsächlich noch darüber, dass DE im Pisa Test so schlecht abschneidet. Heute auf Focus auch wieder einen Super Artikel gelesen, das Grundschüler in einfachster Mathematik immer dümmer werden. Wen wundert’s. Was die heute in der 10. unterrichten, hatte ich schon in der 7. Klasse. Aber was soll’s. Wozu gibt es denn Gesamtschulen mit A-Z Kursen.

  8. 25
    pantau

    Im Grunde wird in dieser Umfrage nur die Propagandawirkung der MSM abgefragt, wo es ständig heißt, man würde mit Fake-News überschwemmt werden. Und da sich Propaganda stets ans Gefühl richtet, fragt man nun das Gefühl ab. Was mich so verblüfft, ist die Offenkundigkeit von Bullshit und Propaganda.

  9. 27
    Uli

    Mich irritiert immer, dass die nicht mal Ihren eigenen Namen richtig schreiben können, aber anderen Leuten irgendwelche Fakenews unterhubeln wollen. Richtig heisst dieses DIngens doch FaktenERfinder.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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