COVID-19-Impfung: Wahrscheinlichkeiten von Nebenwirkungen – Damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen!

Die Britische Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) hat die bislang ausführlichste Aufstellung über die Risiken und Nebenwirkungen, die mit einer COVID-19-Impfung mit den Impfstoffen BNT162b2 von Pfizer/Biontech und AZD1222 von AstraZeneca verbunden sind, veröffentlicht. Den Daten vorangestellt ist ein zusammenfassender Bericht über das so genannte “Yellow Card Reporting”, also den Bericht über Nebenwirkungen, für die der Verdacht besteht, dass sie durch die Impfung verursacht wurden. Der Bericht zeichnet sich durch einen nervenden Unterton aus, denn es vergeht keine Seite, auf der man nicht darüber belehrt wird, dass Nebenwirkungen bei Impfungen normal serien, dass schon viele Menschen mit COVID-19 verstorben seien und dass die Daten, die mit dem Yellow Card Reporting berichtet werden, Vermutungen, keine Kausalitäten darstellten.

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Entsprechende Hinweise sucht man bei Darstellungen über COVID-19-Tote, die dadurch definiert werden, dass sie innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test auf SARS-CoV-2 verstorben sind, egal woran, vergeblich. Besonders ärgerlich wird diese Art des “gouvernementalen Nudging”, dessen Ziel darin besteht, die Interpretation der Daten in eine gewünschte Richtung zu verzerren, wenn sie mit Heuchelei und Fehlschlüssen einhergeht.

So findet sich auf Seite 9 des zusammenfassenden Berichts die folgende Passage:

“Vaccination and surveillance of large populations means that, by chance, some people will experience and report a new illness or events in the days and weeks after vaccination. A high proportion of people vaccinated in the vaccination campaign so far are very elderly, many of whom will also have pre-existing medical conditions. Older age and chronic underlying illnesses make it more likely that coincidental adverse events will occur, especially given the millions of people vaccinated. It is therefore important that we carefully review these reports to distinguish possible side effects from illness that would have occurred irrespective of vaccination.”

Diese Passage, die den Leser darüber belehren will, dass nicht ausgeschlossen ist, dass ein Geimpfter nach Impfung ganz unabhängig von der Impfung erkrankt, würde man sich bei der entsprechenden Statistik zu COVID-19-Toten wünschen, auch der Hinweis auf Vorerkrankungen, die dazu führen, dass nicht COVID-19, wie auf dem Totenschein, sondern die Vorerkrankung kausal für den Tod ist, wäre bei der COVID-19-Todesstatistik sicher hilfreich. Die Frage, warum man ausgerechnet ältere Menschen mit Vorerkrankungen impft, wenn die Vorerkrankung ohnehin, wie hier suggeriert, zum Tod geführt hätte, stellt sich ganz unabhängig von dieser Art von Argumentation.



Besonders ärgerlich sind solche Passagen:

“Based on age-stratified all-cause mortality in England and Wales taken from the Office for National Statistics death registrations, several thousand deaths are expected to have occurred, naturally, within 7 days of the many millions of doses of vaccines administered so far, mostly in the elderly.”

Ob der ökologische Fehlschluss, der hier begangen wird, absichtlich begangen wird, sei einmal dahingestellt, denn natürlich sagt der Verweis auf die mehreren Tausend Toten, die man innerhalb von 7 Tagen normalerweise im UK erwarten kann, überhaupt nichts darüber aus, ob derjenige, der nach einer Impfung gestorben ist, auch ohne die Impfung gestorben wäre. Derartige Augenwischerei hat mit ernsthafter Statistik nichts zu tun, denn um zu zeigen, dass die nach der Impfung Verstorbenen ohnehin gestorben wären, wie diese Passage suggeriert, müsste man eine Autopsie durchführen.

Tatsächlich werden hier zwei Aggregatdaten, die nichts miteinander zu tun haben, vermengt, um ein Datum, dessen Ursache in der Impfung bestehen könnte, zu verwässern, zu relativieren. Warum dies notwendig ist, das ist eine Frage, die entweder auf notorisches Belügen verweist oder auf eine statistische Unbedarftheit, die erschreckend ist. In jedem Fall gilt für die im Folgenden dargestellten Daten von Beschwerden, Erkrankungen oder Tod, die sich nach der Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech bzw. AstraZeneca eingestellt haben, dass sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne die Impfung nicht eingestellt hätten. Insofern verbergen sich hinter den aggregierten Daten und den versuchten Relativierungen immer EINZELSCHICKSALE, einzelne Geimpfte, die sich übergeben, die Kopfschmerzen haben oder die sterben.

Die Einzelaufstellung der MHRA, in der jeder einzelne Fall einer Nebenwirkung dokumentiert ist, kann man in die Kategorie der Versuche stecken, Interessierte mit Einzeldaten so lange zu penetrieren, bis sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Einzeldaten, die ohne Relation dargestellt werden, sagen natürlich überhaupt nichts über die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nach Impfung aus. Damit diese Daten etwas aussagen, muss man sie auf die Menge der Impfungen beziehen, die im UK durchgeführt wurden. Dazu muss man die Daten in den beiden Einzelaufstellungen mit der separat abgelegten Zusammenfassung in Verbindung bringen, was wiederum viel Arbeit bedeutet und es notwendig macht, sich die benötigten Daten zusammen zu suchen. Auch das scheint Absicht zu sein, aus der Kategorie, Abschreckung durch Arbeit.

Wir haben uns indes nicht abeschrecken lassen und stellen im Folgenden die nach unserer Kenntnis bislang erste Aufstellung der Gesamt- und Einzelrisiken, die sich mit einer Impfung mit BNT162b2 bzw. AZD1222 verbinden, dar. Die Grundlage der Berechnung der Wahrscheinlichkeiten, die in den beiden Spalten zu finden sind, die mit “Probability” überschrieben sind, stellen 9.262.367 Impfungen dar, die seit Anfang Dezember und bis zum 7. Februar im Vereinigten Königreich durchgeführt wurden, davon 5.964.320 mit BNT162b2 und 3.298.047 mit AZD1222. Die mit %Krank überschriebenen Spalten geben die Wahrscheinlichkeit an, dann, wenn man Nebenwirkungen entwickelt, die entsprechende Nebenwirkung zu entwickeln. Die mit %Fälle überschriebenen Spalten geben die Wahrscheinlichkeit an, die entsprechende Nebenwirkung, dann, wenn man Nebenwirkungen entwickelt, zu entwickeln. Der Wert in dieser Spalte kann größer als 100 werden, was daran liegt, dass sich um Gruppen von Beschwerden handelt. Liegt der Wert über 100, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man, wenn man Nebenwirkungen entwickelt, gleich mehrere aus dieser Gruppe entwickelt, hoch.

Beginnen wir unten in der Tabelle: Die Wahrscheinlichkeit, nach Impfung mit AZD1222 Nebenwirkungen zu entwickeln, ist mit 0,62 um rund 30% höher als die Wahrscheinlichkeit, bei Impfung mit BNT162b2 Nebenwirkungen zu entwickeln. Die entsprechenden Angaben beziehen sich auf die Anzahl der Geimpften, die Nebenwirkungen entwickelt haben. Dass es in der Regel nicht mit einer Nebenwirkung getan ist, zeigt der Wert, der sich in der Zeile von “Insgesamt berichtet” findet. Für den Impfstoff von Pfizer/Biontech sind rund 3 verschiedene Nebenwirkungen die Regel, beim Impfstoff von AstraZeneca sind im Durchschnitt 3.6, also fast vier verschiedene Nebenwirkungen zu erwarten, bei den 0,62%, die Nebenwirkungen entwickeln, das sind 620 Geimpfte auf 100.000 Geimpfte. Auf 100.000 Geimpfte kommen 3 Tote, die nach Impfung mit Pfizer/Biontech BNT162b2 und 4-5, die nach Impfung mit AstraZeneca AZD1222 verstorben sind.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die sich einstellen, fallen in die Kategorie der “generellen Beschwerden”, die Wahrscheinlichkeit, nicht nur eine, sondern mehrere “generelle Beschwerden” zu entwickeln, ist für beide Impfstoffe dann, wenn generelle Beschwerden entwickelt werden, sehr hoch. Die häufigsten “generellen Beschwerden” sind Müdigkeit, Unwohlsein, Fieber, Frösteln, Schmerzen, Schwellungen, Schmerzen in der Brust und Blutergüsse. Die Wahrscheinlichkeit, generelle Beschwerden nach Impfung zu entwickeln, ist für den Impfstoff von AstraZeneca mehr als doppelt so hoch als für den Impfstoff von Pfizer/Biontech: 378 von 100.000 mit BNT162b2 Geimpfte entwickeln generelle Beschwerden, 822 von 100.000 mit AZD1222 Geimpfte. 

Vergleichsweise hoch ist auch die Wahrscheinlichkeit, ein Leiden des zentralen Nervensystems zu entwickeln, 222 von 100.000 mit BNT162b2 Geimpfte, entwickeln ein entsprechendes Leiden, bzw. 489 von 100.000 mit dem Impfstoff von AstraZeneca Geimpfte. Unter “Leiden des zentralen Nervensystems” sind die folgenden Nebenwirkungen am häufigsten: Lethargie, Kopfschmerzen, Migräne, Benommenheit, Parästhesie (z.B. Kribbeln der Haut) und Zittern.

An dritter und vierter Stelle der Nebenwirkungen rangieren Muskel- und Gewebeschmerzen bzw. Verdauungsbeschwerden. 160 von 100.000 mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech Geimpfte entwickeln Muskel- und Gewebeschmerzen, 130 von 100.000 entwickeln Verdauungsbeschwerden. Die entsprechenden Anteile für AstraZeneca: 275 von 100.000 Geimpften entwickeln Muskel- und Gewebeschmerzen, 248 von 100.000 Verdauungsbeschwerden. Bei Muskel- und Gewebeschmerzen sind Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Schmerzen in den Extremitäten am häufigsten. Die Verdauungsbeschwerden sind alle abführend, in die eine oder andere Richtung: Durchfall oder Erbrechen halten sich die Waage, Übelkeit ist die häufigste Nebenwirkung in dieser Kategorie.

Bluterkrankungen umfassen im wesentlichen Erkrankungen des Lymphsystems, Herz-Kreislauferkrankungen umfassen in der Hauptsache Herz-Rhythmus-Störungen, wobei 17 der Pfizer/Biontech und 10 der AstraZeneca assoziierten Todesfälle in dieser Kategorie zu verzeichnen sind, Herzstillstand ist hier die häufigste Todesursache. Die meisten Todesfälle, 98 bei Pfizer/Biontech und 100 bei AstraZeneca assoziierten Todesfällen, finden sich in der Kategorie “Generelle Beschwerden”. Woran genau die entsprechenden Patienten verstorben sind, darüber schweigt sich die Statistik leider aus.

Die Ergebnisse scheinen mit dem, was aus den Trials bekannt ist, überein zu stimmen. Im Einzelnen müssen wir das noch prüfen. Die Tabelle oben kann jeder dazu benutzen, sein eigenes Risiko, sofern er sich impfen lassen will, auf Grundlage seiner Schwachstellen zu berechnen. Wer z.B. zu Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen neigt, der hat eine kombinierte Wahrscheinlichket von .13 + .22 = .35 bei Impfung mit BNT162b2, eine der beiden Nebenwirkungen zu entwickeln, wenn er also der eine unter 300 Geimpften ist, dann hat er Pech. Für AstraZeneca, AZD1222, beträgt das kombinierte Risiko .25 + .49 = .74, d.h. 2 unter 150 Geimpften entwickeln eine der beiden Nebenwirkungen.

Die Aufstellung in der Tabelle basiert auf tatsächlich eingetreteten Folgen unmittelbar nach Impfung, Langzeitfolgen sind dabei nicht berücksichtigt.

Die einzelnen Berichte:



Seit Ende Januar 2020 besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben.
Eine Liste aller Texte, die wir zu SARS-CoV-2 veröffentlicht haben, finden Sie hier.

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