Auch die Coronavirus-Variante B.117 wird NICHT in Schulen verbreitet – Studie aus England

Die nächste Runde in der Schulöffnungshysterie ist eingeläutet.

Lehrer und ihre Verbände warnen vor zu schneller Schulöffnung: “Der Deutsche Lehrerverband hat angesichts der grassierenden Virusmutationen vor vorschnellen Schulöffnungen gewarnt. Es sei unbedingt notwendig auf Vorsicht und Behutsamkeit zu setzen, sagte der Verbandspräsident Heinz-Peter Meiding der Funke Mediengruppe.”

Ist es nicht erstaunlich?
Die neuen Varianten von SARS-CoV-2, die heftig ausgenutzt werden, um den Lockdown weiter zu betreiben und die Angehörigen von white-collar Jobs, allen voran Lehrer, vor Arbeit zu bewahren, hat noch nie dazu geführt, dass jemand auf die Idee gekommen ist, man müsse Zulieferer, die die Amazonpakete anliefern oder die Supermarktregale auffüllen, besonders schützen, besonders behutsam und vorsichtig mit ihnen umgehen? Derartige Forderungen stellen nur diejenigen, die keinerlei Problem damit haben, sich den eigenen Hintern in der vermeintlichen Sicherheit der eigenen Lockdown-Wände zu wärmen und sich dort von denen versorgen zu lassen, die man nicht “behutsam” und “vorsichtig” anfassen darf, weil sonst die eigene Versorgung gefährdet wäre. Geschweige denn dass Lehrerverbände ein Problem damit hätten, eine Schülergeneration durch Lockdown zu produzieren, deren Karrierechancen schon jetzt massiv eingeschränkt sind. Die eigene Nase (und Tasche) ist eben näher als das Wohlergehen von Schülern, das immer wieder bemüht wird, um die eigene Faulheit zu legitimieren.



Das mag für manche starker Tobak sein, aber es ist berechtigt, denn die Studien, die zeigen, dass Schulen nicht Orte sind, an denen sich SARS-CoV-2 verbreitet, dass Lehrer in Schulen sicherer sind als anderswo, sie häufen sich. Am Gospel der viralen Gefahr in Schulen haben schon in der Vergangenheit Studien einige Strophen gestrichen, die gezeigt haben, dass asymptomatische Übertragung von SARS-CoV-2 gar nicht so einfach ist, wie man dachte. Wir haben darüber berichtet:

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Hinzu kommen nun Studien, die zeigen, dass in Schulen keine Übertragung von SARS-CoV-2 stattfindet, dass man in Schulen sicherer vor einer Infektion ist, als zuhause, dass die Fälle von SARS-CoV-2, die in Schulen gefunden wurden, fast ausnahmslos von Lehrern in die entsprechenden Schulen geschleppt wurden. Das zeigt eine deutsche Studie und eine Studie der US-amerikanischen CDC. Wir haben beide Studien besprochen:

Die Schlinge um den Hals der Lehrer, jene Schlinge, die mit den Worten “Klassenraum” und “Unterricht” versehen ist, sie zieht sich immer enger. Wie gut, dass b.1.1.7, das, was in Deutschland als britische Mutation bekannt ist, obwohl es eine Variante von SARS-CoV-2 mit 23 (!sic) Mutationen im Vergleich zum ersten im Westen bekanntgewordenen Genom von SARS-CoV-2 ist, wie gut, dass die 23-Mutationen-Variante b.1.1.7 des Weges gekommen ist.

Seither sind diejenigen, die sich so gerne in Sicherheit wiegen, während andere ihre Versorgung sicherstellen, wieder im Lockdown-Lockdown-Modus, aus dem man sie vermutlich nur mit Gewalt herausholen kann, wie das Zitat von Heinz-Peter Meidinger oben zeigt. Dabei nimmt die Art und Weise, in der in Deutschland Hysterie und Wahnsinn ausgelebt werden, immer extremere Züge an, z.B. in Flensburg. Dort hat man – wenig überraschend – b.1.1.7 gefunden, denn b.1.1.7 ist dabei, die bisher vorherrschenden Varianten b.1.258 und b.1.1279 zu verdrängen. Das Ergebnis: Panik, nützliche Panik, denn die Schulen sollen in Flensburg zunächst geschlossen bleiben, es gilt eine nächtliche Ausgangssperre, denn die Inzidenz, die ist so schrecklich hoch. Sie beträgt, so behauptet man beim NDR, aktuell 185,2. Die Inzidenz beträgt aktuell beim RKI 177,5.

Eine Inzidenz von 177.5 erreicht man als Stadt mit 90.000 Einwohnern wie Flensburg, wenn im Verlauf einer Woche 160 Personen positiv getestet wurden. Die erschreckende Inzidenz basiert als darauf, dass 0,18% der Stadtbevölkerung in einer Woche positiv getestet wurden. Um auf die derzeitige heilige Zahl einer Inzidenz von 35 zu kommen, dürfen in einer Woche nur 32 Personen in Flensburg positiv getestet werden. Wenn man das nicht blanken Irrsinn nennt, was dann? 0,18% der Stadtbevölkerung werden zum Monsterproblem aufgeblasen, das nur gelöst werden kann, wenn man die Biographie derzeitiger Schüler weiterhin zerstört und nächtliche Ausgangssperren, wie das in Flensburg der Fall ist, einführt.

Aber natürlich ist das wichtig, wegen b.1.1.7. Wegen b.1.1.7 dürfen Menschen nachts nicht mehr auf die Straße und vor allem werden deshalb die Schulen nicht geöffnet, denn b.1.1.7 ist so furchtbar gefährlich – in Schulen…

Ist es nicht.
Es gibt KEINEN, überhaupt keinen Grund, wegen b.1.1.7 Schulen zu schließen, denn Schulen sind sicherere Orte als Wohnzimmer oder Krankenhäuser. Und wie gewöhnlich behaupten wird das nicht ins Blaue hinein. Wir haben dafür eine Studie, die zeigt, was wir behaupten: Emma Southall, Alex Holmes, Edward M. Hill, Benjamin Atkins, Trystan Leng, Robin N. Thompson, Louise Dyson, Matt J. Keeling und Michael J. Tildesley sind für die Studie mit dem Titel “An analysis of school absence in England during the COVID-19 pandemic” verantwortlich, eine bemerkenswerte Studie und eine, die explizit die Auswirkung von b.1.1.7 auf Schulen berücksichtigt. Ja, liebe Lehrer, die Luft wird dünner…

Vom 1. September bis zum 17. Dezember 2020 haben die Autoren Daten gesammelt, jeden Tag die Anzahl der Schüler, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, getrennt nach Primär- und Sekundarstufe. Die Anzahl der Lehrer, die dem Virus zum Opfer gefallen sind. Sie haben sich besonders für Kent und Greater London, Ground Zero für b.1.1.7 interessiert und beide mit Devon und den West Midlands verglichen, in denen b.1.1.7 eher selten zu finden ist, nach wie vor. Das Schöne an der Arbeit von Southall et al. ist der Datenreichtum, auf dem sie basiert, nämlich Daten für alle Schüler, die die Schule besuchen und für alle, die abwesend sind, inklusive des Grundes der Abwesenheit “positiver SARS-CoV-2 Test”.

Wie man der Abbildung oben entnehmen kann, waren die Schulen in England vor Weihnachten auch im Lockdown geöffnet. Berichte von Lehrern, die Reihenweise an COVID-19 ausgelöst von der Monster-Variante b.1.1.7, gestorben sind, sind uns ebenso unbekannt wie Berichte von Schulen, die nunmehr nicht mehr betrieben werden können, weil die Belegschaft dahingerafft wurde.

Die folgende Abbildung zeigt den Anteil der Schüler und Lehrer an Primär- und Sekundarschulen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden und deshalb dem Unterricht ferngeblieben sind.

Vier Dinge sind hier von besonderer Bedeutung:

  • Der Anteil von positiv getesteten Schülern ist gering, er rangiert zwischen 0,2% und 0,6%.
  • Der Anteil von positiv getesteten Schülern steigt im Verlauf der Zeit an.
  • In Sekundarstufen ist der Anteil der Schüler, die positiv getestet werden, rund doppelt so groß wie in Primärstufen.
  • Der Anteil der Lehrer, die positiv getestet werden, ist dagegen in Primär- und Sekundarschulen gleich.

Dass sich der Anteil der Lehrer, die positiv getestet werden, in Sekundarschulen, in denen ein höheres Risiko angesichts der höheren Zahl positiv getesteter Schüler vorhanden sein müsste, nicht vom entsprechenden Anteil in Primärschulen unterscheidet, legt den Schluss nahe, dass die SARS-CoV-2 Inzidenz, die in der Kommune, im sozialen Umfeld, vorherrscht, wichtiger für die Frage ist, ob ein Lehrer positiv getestet wird, als die Anzahl positiv getesteter Schüler. Anders formuliert: Lehrer infizieren sich wohl eher in ihrem sozialen Umfeld als in der Schule.

Hinzu kommt, dass steigende Fallzahlen unter Schülern der Sekundarstufe nicht mit steigenden Fallzahlen unter ihren Lehrern einhergehen. Southall schreiben dazu:

“If schools were exposing teachers to increased risk during this lockdown, we might expect that, as cases started to rise amongst secondary school children, a similar rise may be observed, following a time lag, in cases in teachers. Given that this is not the case, this may suggest that teachers are more at risk of infection in the community than in the school environment and the decreased community mixing due to the national lockdown led to the drop in cases in teachers during this period.”

Um die Vermutung zu prüfen, dass die Ansteckung mit SARS-CoV-2, mit b.1.1.7 im Besonderen, in der Community und nicht in der Schule erfolgt, berechnen die Autoren zeitverzögerte Korrelationen, also Korrelationen, bei denen die Inkubationszeit in Rechnung gestellt wird und geprüft wird, ob steigende Inzidienzen im sozialen Umfeld den steigenden Inzidenzen in der Schule vorausgehen oder ob steigende Inzidenzen in Schulen steigende Inzidenzen im sozialen Umfeld nach sich ziehen. Ergebnis: Ersterers ist der Fall:

Die mit der Zeitverzögerung ansteigenden Werte zeigen, dass SARS-CoV-2 in Schulen getragen  und nicht aus Schulen exportiert wird. Dies gilt in allen berücksichtigten Regionen, also unabhängig davon, ob b.1.1.7 vorhanden ist oder nicht:

“During December, we observed a distinct increase in the number of confirmed cases in students and teachers in the South East of England. However, this increase mirrored that seen in the local community. As the new variant B.1.1.7 became more prevalent, community cases increased more rapidly in the South East. We did observe some spatial variability at the LTLA level between areas of high incidence in the community and in schools. From our analysis, it appears that during December there was an increase in clusters of cases in secondary schools in those parts of the country that were most affected by the new variant. Kent in particular reported more schools with large numbers of students absent with confirmed infection in mid-December compared with before the start of the November lockdown. Noticeably, we did not observe a marked increase in the number of students absent per school in primary schools in Kent. There has been much debate around the relative role of primary and secondary schools during the pandemic and this analysis at least suggests that primary school children do not appear to be as affected as secondary school children by the emergence of the new variant.”

Mit anderen Worten: Der Öffnung von Schulen steht nichts im Wege, denn SARS-CoV-2 wird nicht über Schüler transportiert, auch b.1.1.7 nicht. Im Gegenteil bieten Schulen eher Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2, als dass sie zur Verbreitung von SARS-CoV-2 beitragen würden.

“From this analysis we conclude that there is not sufficient evidence to suggest that outbreaks in schools are driving an increase in community cases, with the calculated correlations providing weak evidence that suggesting the opposite may be true, that an increase in incidence in the community leads to more cases in schools.” 

Das Ergebnis von Southall et al. (2021) bestätigt das Ergebnis, das Hoch et al. (2021) auf Basis von Daten für München gefunden haben: SARS-CoV-2 Fälle in Schulen sind seltener als im Umfeld der Schule, und wenn SARS-CoV-2 in Schulen verbreitet wird, dann sind es in den allermeisten Fällen Lehrer, die das Virus mitgebracht haben. Southall ergänzen dieses Ergebnis, in dem sie zeigen, dass Fallzahlen in Schulen von der sozialen Umgebung getrieben werden, d.h. dass Schulen letztlich ein sicherer Ort sind als das Wohnzimmer, in dem sich Lehrer derzeit so gerne verstecken.

Angesichts der Kosten, die Schülern derzeit aufgebürdet werden, Kosten, die kaum mit der Sorge um die nächste Generation, die so gerne und so heuchlerisch vorgetragen wird, in Einklang zu bringen sind, müssten Lehrer, die noch einen Funken Ehrgefühl und Verwantwortungsbewusstsein im Leib haben, eigentlich Schulen in eigener Regie öffnen und Schüler auffordern, in die Schule zurück zu kommen.



Seit Ende Januar 2020 besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben.
Eine Liste aller Texte, die wir zu SARS-CoV-2 veröffentlicht haben, finden Sie hier.

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