Neue Bedeutung für Goethe – Coronamaßnahmen-Kritiker beim Osterspaziergang

Wir wünschen allen Lesern ein Frohes Osterfest.

Geniesen Sie die Tage, wo auch immer Sie sein mögen und welche Rechte auch immer man Ihnen gelassen haben mag.

Bei uns in Wales ist Lockdown seit ein paar Tagen Vergangenheit. Nicht, dass damit alle idiotischen Maßnahmen beendet wären. “Nicht-essentielle” Geschäfte, Gaststätten, Fitness-Studios sind nach wie vor geschlossen. Frisöre sind geöffnet. Wer nach der Logik in den Maßnahmen sucht, der muss ähnlich verzweifeln, wie es in Deutschland der Fall sein muss. Die Berichte, die uns über das Chaos erreichen, das die Polit-Hysteriker in Deutschland geschaffen haben, lassen einiges befürchten.

Wie dem auch sein, unsere “Attraktionen”, die Strände, die BAUmärkte, die Gartenzentren sind wieder geöffnet und, nun, wir haben heute gleich ein paar Minuten in der Schlange an der Kasse bei unserem lokalen Gartencenter zugebracht. Es ist, als sei ganz Wales unterwegs. Die Parkplätze am Strand sind voll. Die Strände sind voll. Die Parks sind voll. Die Berge sind voll. Pen y fan ist überlaufen. Auf den Straßen finden sich plötzlich Autos, die man noch vor Tagen umsonst gesucht hat. Das Leben ist wieder erwacht, ganz so, wie es Johann Wolfgang von Goethe in seinem Osterspaziergang beschrieben hat.

Lesen Sie das Gedicht doch einmal vor dem Hintergrund der Prämisse, dass Goethe hier nicht das wieder erwachende Leben nach Monaten des Winters, die keinen Spaziergang, kein Verreisen, keine Ausflüge zugelassen haben, beschreibt, sondern das Auftauchen der Menschen aus den Wohnungen und Häusern, in die sie seit Monaten von ihren Regierungen eingesperrt wurden. Aber vielleicht ist das nur eine mögliche Interpreation, vielleicht beschreibt Goethe auch diejenigen, die sich von ihrer Regierung nicht mehr unter einem Vorwand einsperren lassen und um ihre Lebenszeit bringen lassen wollen. Diejenigen, die heute zum Beispiel in Stuttgart oder gestern in Brüssel demonstriert haben.

Goethe scheint zeitlos zu sein.

Osterspaziergang
“Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorten sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt′s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen, finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden;
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit′ und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich′s sein.”

Von unserem letzten Ausflug in den National Botanic Garden of Wales haben wir ein paar Bilder des Frühlings in Wales mitgebracht. Wir hoffen, Sie kommen dadurch in Osterstimmung.

Wir wünschen allen Lesern FROHE OSTERTAGE!


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