Keine Menschenrechte für Rechte? Linksextremes “Menschenrechts”Institut findet AfD rechtsextrem

Drei Beispiele einer gleichgeschalteten Presse, in der heute eine angebliche Analyse des “Deutschen Instituts für Menschenrechte” unkritisch verbreitet wird, eine Analyse, die Hendrik Cremer, der nicht wirklich als herausragende Kapazität auf dem Gebiet der Rechtsextremismusforschung bekannt ist, für das Institut verfasst hat, dessen Angestellter er ist. Das Pamphlet trägt den Titel “Nicht auf dem Boden des Grundgesetzes: Warum die AfD als rassistische und rechtsextreme Partei einzuordnen ist … Die vorliegende Analyse”, so steht auf Seite 2, “gibt die Auffassung des Deutschen Instituts für Menschenrechte wieder”. Der Junk ist also dem Institut zuzurechnen, einem Institut, zu dem wir zum Ende des Beitrags zurückkehren, dann unter dem Stichwort “politische Korruption”.

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Zunächst zu dem Text, den sich Hendrik Cremer tatsächlich unter seinem Namen zu veröffentlichen traut, denn es ist ein Text, der ein so großes Unverständnis gängiger Konzepte der Sozialwissenschaften offenbart, dass man ihn jedem Erstsemester um die Ohren hauen würde, um sich dann anschließend die Frage zu stellen, ob man nicht die Profession wechseln soll, wenn die eigenen Anstrengungen derart ins Leere laufen.

Was vielleicht das Erschreckendste am Text von Cremer ist, ist die vollkommene Unfähigkeit zum differenzierten Denken und zum Denken in Konzepten, eine MUSS-Voraussetzung, ohne die es nicht möglich ist, wissenschaftlich zu arbeiten. Damit ist eigentlich alles über das, was in Zeitungen als “Analyse” bezeichnet wird, gesagt. Es ist keine Analyse, es ist ein Pamphlet, das in den Kontext einer fundamentalistischen Deutung einst zu Zwecken der Verständigung geschaffener Begriffe gehört. Am deutlichsten wird dies an der wirklich unglaubliche Behauptung, dass jeder, der zwischen Menschen differenziere, sie nach Kultur, Herkunft oder gar Religion unterscheide, ein Rassist sei. Das ist dann doch des Wahnsinns einen Schritt zu viel gegangen, denn es stellt die Menschenrechte in Frage.

Cremer bestreitet Menschen das Recht, kulturell verschieden zu sein. Er stellt Jahrtausende menschlicher Entwicklung in Frage, wenn er berhauptet, es gebe den reinen Menschen (oder könne ihn geben), der auf die Welt geworfen sei und keinerlei kulturelle Prägung erfahren habe, und er macht sich in hohem Maße lächerlich, kenntlich als jemand, der über ein Feld schreibt, von dem er keine Ahnung hat.

So nimmt Cremer auf Seite 17 dieses wirklich peinlichen Machwerks Anstoß an der Aussage im Wahlprogramm der AfD zur Bundestagswahl 2021, in dem es heißt:

“Unsere Identität ist geprägt durch unsere deutsche Sprache, unsere Werte, unsere Geschichte und unsere Kultur.”

Was hat Cremer an diesem Standardsatz, der sich in jedem Lehrbuch der Sozialpsychologie in Variante finden lässt, auszusetzen? Folgendes:

“Die Ausführungen dienen als weiteres Beispiel dafür, dass die AfD Menschen nicht als Individuen betrachtet, die alle die gleiche Menschenwürde und gleiche Rechte haben, sondern – unter Bezugnahme auf den Begriff der „Kultur“ – in Gruppen unterteilt und hierarchisiert. So werden Menschen, die als „unser Volk“ bezeichnet werden, als Träger einer „deutschen Kultur“ beschrieben. Dabei wird „unser Volk“ als eine homogene Gruppe konstruiert, in der die „deutsche Kultur“ als ein identitätsstiftendes Wesensmerkmal für dessen Zusammenhalt wirke, wobei sie als eine geschlossene und geschlossen bleibende Gruppe konstruiert wird, in der die „deutsche Kultur“ „von Generation zu Generation“ übertragen werde. Die Ausführungen basieren mithin auf der Annahme, dass dem „uns“ eine Identität innewohne („Unsere Identität“), wobei diese Identität wiederum „grundlegende Werte“ bestimme, die wiederum von „Generation zu Generation weitergegeben“ würden. Die „deutsche Leitkultur“ wird dementsprechend so erläutert, dass sie „unseren“ Wertekonsens beschreibe, der für „unser Volk“ identitätsbildend sei und „uns“ von „anderen“ unterscheide.”

Ein erstaunliches Beispiel geistiger Verwirrung. Die Behauptung, dass Menschen durch den Ort, an dem sie geboren wurden, die Umgebung, in der sie aufwachsen, die Sprache, die sie sprechen, die sozialen Regeln, die sie erlernen, geprägt werden, in Frage zu stellen, das hat schon eine besondere Qualität von Dämlichkeit. Man fragt sich, wenn Cremer so rein Individuum ist, wieso ist er dann der deutschen Sprache mächtig, einem Kulturgut, das nur in begrenzten geographischen Gebieten an Kinder vermittelt wird. Wie kommt es, dass Cremer in einem Institut arbeitet, das in einer Weise Ausdruck einer deutschen Unkultur ist (dazu kommen wir noch), die es nach seiner Ansicht vom vollkommmen kulturfreien Menschen gar nicht geben kann. Diese Idiotien, die Cremer zu Papier gebracht hat, sie sind eigentlich harmlos wenn man bedenkt, was dem ganzen als Prämisse zu grunde liegt.

Cremer spricht Menschen ein Recht auf kulturelle Identität ab. Menschen gibt es für ihn nur in den Gruppen, die das Grundgesetz in seinem Artikel 3 Absatz 3 von Diskriminierung ausgenommen hat, um “Angehörige strukturell diskriminierungsgefährdeter Gruppen vor Benachteiligung zu schützen”. Er, der seitenweise über die furchtbare Harmonisierung individueller Menschen in Gruppen durch Begriffe wie “Kultur” schwadroniert, hat keinerlei Problem damit, Menschen aufgrund so willkürlicher Kategorien, wie sexuelle Orientierung, Religion oder Hautfarbe zu “HOMOGENISIEREN”. Er merkt nicht einmal, dass sein ganzes Pamphlet auf den Prämissen aufbaut, die er angeblich in den Programmen der AfD findet, jenen für ihn rassistischen, völkisch-nationalistischen, rechtsextremen Programmen, irgendwas halt (auch dazu kommen wir noch).

Im Gegensatz zu den willkürlichen Konzepten der Gruppenhomogenisierung, die Cremer so schätzt, ist Kultur ein breiter Begriff, so breit, dass sich Wissenschaftler schon seit Jahrhunderten damit abgemüht haben, ihn zu definieren. Die wohl umfassendste Definition des Begriffs “Kultur”, findet sich bei Kroeber und Kluckhohn. Auf Basis von mehr als 200 verschiedenen Definitionen von Kultur, die die Autoren gesammelt haben, haben sie die folgende Definition von Kultur vorgeschlagen:

„Culture consists of patterns, explicit and implicit, of and for behaviour acquired and transmitted by symbols, constituting the distinctive achievements of human groups, including their embodiment in artefacts; the essential core of culture consists of traditional (i.e. historically derived and selected) ideas and especially their attached values; culture systems may, on the one hand, be considered as products of action, on the other, as conditional elements of future action” (Kroeber & Kluckhohn, 1952, S.181).

Diese Definition ist ziemlich breit und man muss nicht sonderlich intelligent sein, um zu sehen, dass bereits zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb ein und derselben Gesellschaft unterschiedliche Verständnisse darüber zu finden sind, was unter Kultur zu verstehen sei. So sind Bayern der Ansicht, ein Biergarten gehöre zu ihrer Kultur, während Norddeutsche eher im Küstennebel kulturelle Selbstverwirklichung sehen. Personen aus der Mittelschicht sehen Kultur, wenn sie sich einen Kunstdruck von Júan Miro an die Wand hängen, für Personen aus der Unterschicht mag das Poster von Metallica den selben Zweck erfüllen. Kultur, das zeigen bereits diese wenigen Beispiele, ist immer auch ein Mittel der Differenzierung. Der Mittelschichtler, der über den Rotwein schwadroniert, versucht sich damit zu differenzieren, als besonders kultiviert und kultureller Kollege all der Mittelschichtler zu präsentieren, die ob ihrer Unkenntnis über den Prozess der Weinherstellung im Kauen von Tannin etwas besonders Wertvolles erblicken.

Kultur, so hat Geert Hofstede 30 Jahre nach Kroeber und Kluckhohn definiert, ist ein “programming of the mind”. Kultur besteht daher im Wesentlichen aus Erwartungen an das Verhalten anderer. Wer im vornehmen Restaurant sitzt, erwartet, dass sein Nachbar nicht in die Serviette schneuzt und seine Füsse nicht auf den Tisch legt. Abermals sind diese Erwartungen auf eine bestimmte Trägergruppe beschränkt. So werden Kunstdrucke an der Wand, eine distinguierte Lebensweise, die mit Symbolen angereichert ist, z.B. einer schrecklich geschmacklosen, aber mit persönlicher Note versehenen Brille oder dem unverzichtbaren Joggen mit hochrotem Kopf zur körperlichen Fitness von manchen als Ausdruck ihrer Kultur angesehen und von anderen, vielleicht sogar deren Nachbarn, mit dem Verweis gutiert, dass X wohl durchgeknallt sei. Kulturelle Inhalte sind nicht nur variabel, sie sind auch umkämpft, wie sich am Minarettstreit in der Schweiz ebenso zeigt wie an den Versuchen, Asylbewerberheime oder Treffs anonymer Alkoholiker im eigenen Wohngebiet zu verhindern.

Wenn man Kultur als Verhaltenserwartungen fasst, die auf Basis einer unterschiedlichen Sozialisation gebildet werden, dann ist, was Cremer in seinem Beitrag schreibt, nicht nur blanker Rassismus, sondern eine Form von Weltunkenntnis, die erstaunlich ist und die Frage provoziert: Welcher Kaspar Hauser da beim Institut für Menschenrechte beschäftigt wird. Zudem wird Kultur natürlich zu etwas semi-individuellem, denn jeder, der in einer bestimmten Kultur aufwächst, wird in der Lage sein, bestimmte Verhaltensroutinen auszuführen und sich an bestimmte Konventionen zu halten. Die Individualität kommt da ins Spiel, wo sich jemand nicht an die Konventionen hält. Aus all dem folgt, was die Migrationsforschung seit Jahrzehnten ausführt, jene Migrationsforschung, die Cremer offenkundig nicht kennt, von der er keine Ahnung hat, sonst würde er nicht einen Schwachsinn schreiben, wie auf Seite 12: Dort behauptet er, dass “Ethnie” als Begriff an die Stelle von Rasse getreten sei, um “rassistische Positionen gezielt und auf vielfältige Weise zu verschleiern”. Es gibt eine Wissenschaft, es gibt sie schon lange, sie nennt sich “Ethnologie”. Gegenstand der Ethnologie sind unterschiedliche Völkergruppen, unterschliche kulturelle Praktiken, unterschiedliche Gewohnheiten, die aufgrund unterschiedlicher Praktiken entwickelt wurden. Offenkundig hat Cremer davon noch nie etwas gehört. Von Ethnizität, dem Begriff, der in der Migrationsforschung spätestens seit Anfang der 1950er Jahre Verwendung findet, um die kulturelle Identität, die ein Zuwanderer mitbringt, zu beschreiben, hat er offenkundig auch noch nie etwas gehört. Abermals fragt man sich, wie ein solcher Kaspar Hauser die Frechheit besitzen kann, sich über Felder auszulassen, von denen er keine Ahnung hat.

Die Ahnungslosigkeit durchzieht das gesamte Pamphlet, das offenkundig nur geschrieben wurde, um an an den Haaren herbei gezogenen Beispielen Rassismus oder Rechtsextremismus oder national-völkische Einstellung in Sätzen aus Programmen der AfD nachweisen zu können. Das wirft die Frage auf, was diese drei Dinge eigentlich sein sollen.

Rassismus, so definiert Cremer, sei dann gegeben, wenn “Menschen unter Bezugnahme auf biologische Begründungsmuster anhand physischer Merkmale in Kategorien eingeteilt werden. Auf dieser Grundlage werden Menschen unterschieden und ihnen pauschal bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensmuster zugeschrieben (Stereotype).”

Ja.
Sozialwissenschaft hat Verhalten zum Gegenstand. Das wird zu häufig in letzter Zeit vergessen. Es geht nicht darum, was Peter M. denkt. Das ist Gegenstand der Psychologie. Es geht, wie der Begriff schon sagt, um das “Soziale”, das menschliche Miteinander, und menschliches Miteinander ist nur über Verhalten, soziales Verhalten, auf andere gerichtetes Verhalten zu beschreiben. Rassismus beschreibt eine Form des VERHALTENS, eine Form des sozialen Miteinanders, bei der Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit in eine untergeordnete soziale Position gepackt werden. Wenn Schwarze im Bus stehen müssen und sich nicht setzen dürfen, dann ist das Rassismus. Wenn Männer in Ausschreibungen des Bundes wegen ihres Geschlechts diskriminiert werden, dann ist das eine Form von Rassismus. Wenn Leute wie Cremer und die Organisation, für die sie arbeiten, anderen ihre soziale Existenz, wie sie sich in ihrer kulturellen Andersartigkeit niederschlägt, absprechen und sich weigern, in Rechnung zu stellen, dass normalerweise ein Araber eine andere kulturelle Sozialisation hinter sich hat, als ein Deutscher und sie dementsprechend zu behandeln, dann ist das eine Form des Rassismus.  Rassismus ist per definitionem institutioneller Art, er geht von staatlichen Organisationen aus. Rassismus ist immer eine soziale Institution (mit Dank an Dr. Diefenbach).

Stereotype wiederum sind Handlungsroutinen. Niemand kann ohne Stereotype leben. Wer zum Bäcker geht, wird sich nicht jedes Mal mit dem Bäcker bekannt machen und seine Entwicklungsgeschichte seit Jahr 5 austauschen. Es reicht, den Typ hinter dem Thresen als Verkäufer zu identifizieren, ein Stereotyp, und Brötchen zu bestellen, um sie zu bekommen. An Stereotypen ist nichts verwerflich, im Gegenteil, wer keine hat, der läuft entlang der Grenze zum Wahnsinn, denn er kann nicht einmal den Bahnschaffner nach dem richtigen Zug fragen. Warum nicht? Weil die Ansicht, dass Bahnschaffner in bestimmten Uniformen und meistens auf Bahnsteigen oder in Zügen zu finden sind, ein Stereotyp ist. Leute wie Cremer hantieren mit Begriffen, von denen sie keine Ahnung haben. Sie tun das, weil ihr Auftrag offensichtlich darin besteht, ein Partei zu diffamieren – übrigens durch Homogenisierung und den Fehlschluss falscher Verallgemeinerung. Denn in einem ganzen Kapitel, das mit “Positionen von Führungspersonen und Mandatsträger_innen” überschrieben ist, trägt Cremer Beispiele für angeblich rassistisch/rechtsextrem/völkische Einstellungen zusammen, Beispiele von Einzelnen, die er als Beleg für den Rassismus aller in der AfD, für den Rassismus der Partei anführt. Ein Fehlschluss zum einen und eine Homogenisierung vielfältiger Individuen unter einem Zwangsdach, das Cremer gezimmert hat, zum anderen. Nach seiner Definition ist das Rassismus. Da Cremer mit _innen hantiert, ist er offenkundig zudem ein Sexist, der Menschen nicht Individuum sein lässt, sondern sie in traditionelle Geschlechterstereotype pressen will.

Aber Rassismus reicht nicht. Es gibt auch noch Rechtsextremismus. Rechtsextremismus ist für Cremer: Rassismus mit “einem gewissen Härtegrad”. Ein gewisser Härtegrad liegt dann vor, wenn die “freiheitlich-demokratische Grundordnung” abgelehnt wird. Nun, dann sind Teile der LINKE gerade zu Rechtsextremen erklärt worden, denn Teile der LINKE lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung explizit ab. Dass sie dadurch zu Rechtsextremen werden, wissen wir, seit Hendrik Cremer alle Erkenntnisse, die die Rechtsextremismusforschung seit Jahrzehnten zusammenträgt, lächerlich gemacht hat. Wie überhaupt Arbeiten, wie die von Cremer, wohl Auftragsarbeiten für interessierte Parteien, nur einen Zweck haben. Sie dienen denjenigen, die ohnehin mit Schaum vor dem Mund herumlaufen, wenn sie AfD hören, als Legitimation für den Schaum und in den Augen aller anderen macht Müll wie ihn Cremer verbreitet das Feld der Rechtsextremismusforschung lächerlich. Es war einst, bevor es von linksextremen Ideologen übernommen wurde, ein respektables Forschungsfeld, das sich mit historischen Wurzeln und Entwicklungen befasst hat. Seit Rechtsextremismus zum politischen Kampfbegriff geworden ist, mit dem Spenden und öffentliche Förderung eingeworben werden sollen, ist der Begriff eine bedeutungslose Wortleiche, die keinerlei analytischen Wert mehr hat. Leute wie Cremer sorgen dafür. Eingebettet war Rechtsextremismusforschung in die Extremismusforschung, d.h. Linksextremismus war ebenfalls Gegenstand. Seit Linksextreme die Forschung okkupiert haben, ist dies zwangsläufig nicht mehr der Fall.

Rechtsextremismus ist im Übrigen der Überbegriff, unter dem sich verschiedene Dimensionen einer politischen Einstellung und zugehöriger Verhaltensweisen subsumieren lassen. Rassismus gehört wahrscheinlich dazu, wenngleich eine betont nationale und völkische Note, die am besten im Konzept des Volkskörpers zum Ausdruck kommt, das Menschen eine Position in einer Gesellschaft aufgrund ihrer Geburt zuweist vorherrschen und Rechtsextremismus damit zu einem historischen Konzept machen wird. Aber das ist Wissenschaft. Damit hat Cremer nichts am Hut.

Wenn er schon am Vermengen und Panschen ist, darf der Begriff “national-völkisch” natürlich nicht fehlen. Einmal mehr ist er nicht im Stande zu definieren, was “national-völkisch” eigentlich sein soll, verweist lediglich auf Begriffe wie “das deutsche Volk” und behauptet, dass mit “national-völkischen Positionen … eine Ablehnung der für die freiheitlich-demokratische Grundordnung fundamentalen Rechtsgleichheit aller Menschen einher[gehe]” [Das deutsche Grundgesetz gilt übrigens nicht in China, dort haben z.B. Uyguren nicht die fundamentale Rechtsgleichheit, von der Cremer hier salbadert. Offenkundig sind Satzungen wie das DEUTSCHE Grundgesetz kulturelle Erzeugnisse einer bestimmten Menschengruppe, hier der deutschen, überwiegen weißen Menschengruppe]. Völkischer Nationalismus ist ein Konzept, das im Zusammenhang mit der Erforschung der Weimarer Republik aufgekommen ist, einfach deshalb, weil es völkisch-nationale Parteien wie die Deutsch-Nationale Volkspartei gegeben hat. In der Weimarer Republik gab es kein Grundgesetz und keinen Artikel, der die Diskriminierung von Homosexuellen oder von Rassen oder Frauen oder was auch immer ausgeschlossen hat. Ergo hat völkisch-national überhaupt nichts mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu tun, zwischen beidem liegen mehrere Jahrzehnte. Aber das weiß Cremer, wie so vieles, nicht.

Was das ganze Pamphlet besonders ärgerlich macht, das ist die Tatsache, dass auf Grundlage vollkommen abstruser Begriffsbestimmungen und eines durch und durch menschenverachtenden Menschenbilds, um nicht zu sagen, eines idiotischen Menschenbilds, willkürlich Behauptungen aufgestellt werden, und auf Grundlage willkürlich gewählter Textfetzen aus in der Regel um die 100 Seiten umfassenden Programmen zu belegen versucht werden. Das ist mit keiner wissenschaftlichen Methode und mit keinem Standard wissenschaftlicher Analyse vereinbar. Es ist eine Form der religiösen Textexegese, bei der ein Priester von Kult A Texte, die seinem Glauben wiedersprechen, zusammenklaubt, um sich dann über die Texte, die er zusammengeglaubt hat, weil sie seinem Glauben widersprechen, aufzuregen, weil sie seinem Glauben widersprechen. Wen außer religiösen Eiferern aus Kult A und Pressebütteln interessiert das?

Junk wie der, den Cremer produziert hat, hat keinerlei Wert, keinerlei Sinn, keinerlei Bedeutung, aber einen Zweck: Den der Diskreditierung anderer, denn die Durchlauferhitzer in den Redaktionen, denen es zu viel ist, die Originalpublikation zu suchen, geschweige denn zu lesen, und mit Sicherheit zu kritisieren, sie reichen durch, was in der Pressemeldung, die sich hier findet, behauptet wird. Und allein darum geht es: Ein paar Seiten, knapp 30 im vorliegenden Fall, mit Wortmüll zu füllen, eine Pressemeldung voller Plastikwörter und Kampfparolen zu schreiben, die die AfD-Aversion in vielen Redaktionen bedient und auf diese Weise in Zeitungen die Meldung zu verbreiten “AfD hat rechtsextreme Ausrichtung”. Dass man, wenn man den Beitrag von Cremer liest, schnell bemerkt, dass Cremer gar keine Idee davon hat, was Rechtsextremismus eigentlich sein soll, und Begriffe wie Rechtextremismus/Rassismus/völkisch-national, die eine wissenschaftliche Bedeutung haben, sinnentstellt, wenn nicht sinnfrei benutzt, um die Erzählung, die verbreitet werden soll, AfD ist rechtsextrem, zu verbreiten, das wird in den meisten Redaktionen, deren Mitglieder über keinerlei Berufsethos mehr zu verfügen scheinen, nicht ankommen. Cremers Pamphlet ist lancierter Junk, was die Frage aufwirft, wer dahinersteckt.

Nun, werfen wir doch einen Blick auf diese vermeintliche Menschenrechtsstiftung. Ein solcher Blick ist immer besonders ergiebig, wenn man den letzten Jahresbericht zur Grundlage macht.

Im Jahr 2019, das letzte Jahr, für das ein Jahresabschluss vorliegt, hatte das Deutsche Institut für Menschenrechte Einnahmen in Höhe von 6.012.910 Euro. Der größte Teil dieser Einnahmen, 3.068.000 Euro stammt aus “institutionellen Zuwendungen des Bundes”, der größe Rest kommt von Bundesministerien (1.557.148 Euro) und aus Landesministerien (115.900 Euro). Die Finanzspritzen aus Bund und Ländern werden bis auf den letzten Cent ausgegeben, offenkundig um Junk wie den von Hendrik Cremer zu finanzieren. Unter den Bundesministerien, die dem Menschenrechtsinstitut Geld zustecken, befinden sich das Justizministerium (SPD-geführt), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (SPD-geführt), das Bundesministerium für FSFJ (SPD-geführt), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (CSU-geführt). Die Behauptung, das Deutsche Institut für Menschenrechte sei ein unabhängiges Institut, die sich im Jahresbericht mehrfach findet, ist genau dann richtig, wenn man politische Korruption als darauf gerichtet, Unabhängigkeit herzustellen, definiert. Tatsächlich ist die Geschichte des Deutschen Instituts für Menschenrechte aber damit nicht am Ende, denn die Liste der Mitglieder macht den Feigenblatt-Charakter eines Instituts, das einerseits dazu da ist, Hochschulabsolventen ohne Berufschance vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren und zum anderen offenkundig dem Zweck dient, politische Gegner des Establishments zu bekämpfen, besonders deutlich. Unter den Mitgliedern finden sich:

  • Aktion Courage;
  • Amadeu-Antonio-Stiftung;
  • Volker Beck;
  • Deutscher Frauenrat e.V.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund;
  • Dreilinden gGmbH;
  • Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP);
  • Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis90/Grüne);
  • Initiative Schwarze Menschen in Deutschland;
  • Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU);
  • LSVD, Lesben- und Schwulenverband;
  • Pro Asyl – Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge e.V.;
  • UN Women Nationalkomitee Deutschland;
  • Zentralverband Deutscher Sinti und Roma;

Wenn eine Organisation, die von Steuergeldern lebt, unter deren Mitgliedern Parteistiftungen, Gewerkschaften, Rassismus-Unternehmer wie die Amadeu-Antonio-Stiftung und Interessenorganisationen, die aus dem Kampf um vermeintliche Menschenrechte bares Geld machen, ein Pamphlet in Auftrag geben und ausdrücklich feststellen, das Pamphlet gebe die “Auffassung des Deutschen Instituts für Menschenrechte” wieder, das dazu dient, den politischen Gegner zu diskreditieren, dann ist damit ein Textbuchbeispiel politischer Korruption beschrieben, bzw. in Deutschland die Normalität – die Normalität einer Unkultur, einer antidemokratischen Unkultur, die in den letzten Jahrzehnten systematisch etabliert wurde.


Kroeber, Alfred Louis & Kluckhohn, Clyde (1952). Culture: A Critical Review of Concepts and Definitions. Cambridge: Cambridge University Press.




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