Warum Gesichtsmasken nicht schöner machen: Mit Hässlichen beim Spiegel geht die Hoffnung durch

Bevor der ganze Irrsinn mit COVID, CORONA, SARS-CoV-2, Masken, Gesichtsmasken, Stoffmasken, FFP2-Masken und sonstigen Formen des Spuckschutzes angefangen hat, waren sich diejenigen, die über das Tragen von Masken und deren Wirkung auf Beobachter wissenschaftlich geforscht haben, relativ einig:

  • Gesichtsmasken helfen dabei, Probleme des gesichtlichen Äußeren zu verbergen und werden auch als solch’ verdeckendes Werkzeug wahrgenommen.
  • For allem medizinische Masken machen den Träger unattraktiv, weil damit die Idee, er sei krank, “warum sonst sollte er eine medizinische Maske tragen, wenn er kein Arzt ist?, einhergeht.

Miyazaki und Kawahara (2016) haben diese Ergebnisse auf Grundlage eines japanischen Samples zusammengetragen.

Olivera-La Rosa et al. (2020) haben die Ergebnisse in einem lateinamerikanischen Kontext in Teilen bestätigt: Wer eine Gesichtsmaske trägt, wird eher als krank angesehen als einer, der sein Gesicht zeigt.

Auch Patel et al. (2020) haben Teile der ursprünglichen Forschung von Miyazaki und Kawahara (2016) weitergeführt: Masken, so fanden sie, führen dazu, dass Gesichter, die ohne Maske als unattraktiv gelten, mit Maske attraktiver (graduell, relativ zur unbedeckten Darbietung der eigenen Visage) wahrgenommen werden.

Ja.
Man muss an dieser Stelle die Frage einwerfen: What the hell … ist der Sinn, der Nutzen, der Erkenntnisgewinn, den diese Forschung bereitstellt? Sie ist ideologisch nutzbar in einer Zeit, in der sich die Belege, die das Tragen einer Maske als nützlich ausweisen, alle als falsch herausgestellt haben und hinlänglich bekannt ist, dass Masken ein Mittel zur Kontrolle der Träger, kein Mittel zur Kontrolle von Viren und anderen “flying baddies” sind. In solchen Zeiten kommt solche Forschung, deren Erkenntniszweck sich einem Wissenschaftler nicht einmal nach längerem Grübeln erschließt, solche “Selbstverwirklichungsforschung”, gerade recht.

Und siehe da, der Spiegel titelt: “Warum Maskenverweigerer hässlich wirken“. Erster Satz, erste Lüge, denn die Studie, über die im nachfolgenden Text berichtet wird, hat nichts über “Maskenverweigerer” zu sagen. Aber so ist das in ideologischen Zeiten, in denen Kollektivisten Amok laufen: Alles wird in die eigene enge ideologische Sichtweise eingezwängt, ob es passt oder nicht. Und dann kommt dabei BS wie der folgende heraus: “Frauen und Männer finden andere Menschen mit Gesichtsmaske inzwischen schöner als ohne”, so schreibt fww im Spiegel und lügt weiter. Über “inzwischen” sagt die Studie, auf die er sich bezieht, nichts aus. Dazu wären Daten notwendig, die zu mehreren Zeitpunkten erhoben wurden. Derartige Daten gibt es in der Studie nicht.

Lüften wir das Geheimnis der Studie:

Hies, Oliver und  Lewis, Michael (2022). Beyond the beauty of occlusion: medical masks increase facial attractiveness more than other face coverings. Cognitive Research 7, 1 (2022). https://doi.org/10.1186/s41235-021-00351-9

Zwei Psychologen von der University of Cardiff haben diese Studie zu verantworten…

Dass “Frauen und Männer andere Menschen mit Gesichtsmaske inzwischen schöner als ohne” finden, das würde fww, dem Verantwortlichen beim Spiegel vermutlich gefallen, aber es ist nicht so. Die Behauptung ist das Ergebnis eines Musterbeispiels für den ökologischen Fehlschluss und sie basiert auf dieser Abbildung:

Quelle

Aus dieser Abbildung schließt fww vom Spiegel, dass bemaskte Gesichter attraktiver eingeschätzt werden als unbemaskte. Nun, dabei hat er die Rechnung ohne die Maske gemacht, die Maske, von der schon Miyazaki und Kawahara wussten, dass sie benutzt werden kann, um Unattraktives zu verdecken oder zu verstecken. Der Effekt, den unser Autor vom Spiegel in seinem ideologischen Eifer als Schönheitseffekt der Maske interpretiert ist in Wirklichkeit ein weniger Hässlichkeitseffekt der Maske, denn wie Hies und Lewis herausgefunden haben, werden

  • diejenigen, die ohne Maske attraktiver bewertet wurden auch mit Maske attraktiver bewertet als diejenigen, die ohne Maske weniger attraktiv bewertet wurden, lediglich der Abstand zwischen beiden verringert sich. Masken stellen eine Art Fahrstuhl dar: Hässlichkeit / Unattraktivität tritt nicht sofort zu Tage.

Indes, an solchen Ergebnissen haben Ideologen kein Interesse: Wenn sie erst einmal am Laufen sind, dann laufen sie: “Wer mit einer Corona-Schutzmaske sein Gesicht halb verdeckt, sieht für seine Mitmenschen attraktiver aus als ohne. Das gelte für Frauen und Männer gleichermaßen”, so schreibt er und irrt oder lügt, denn:

Quelle

Den Probanden der Forscher aus Cardiff, sagen wir lieber, der Psychologen aus Cardiff, wurden ausschließlich die Konterfeis von Männern vorgelegt. Aussagen zu Frauen sind somit nicht möglich. Apropos Probanden. Die Ergebnisse basieren auf den Bewertungen von 43 Psychologiestudenten. Nicht wirklich das Sample, auf dessen Grundlage man Aussagen in der umfassenden Tragweite machen kann, wie sie im Spiegel gemacht werden.

“Die Wissenschaftler baten ihre Probanden beispielsweise, auf einer Skala von eins bis zehn die Fotos von Mitmenschen … zu bewerten”, so schreibt fww. Wer auch immer sich hinter der Maske “fww” verbirgt, er kann die Studie nicht gelesen haben:

“The mean previous rating for the high attractiveness faces war 4.26 (SD = 0.32) on a seven point Likert scale (1 not at all, 7 extremely)…”

Nicht 10, nein 7 Stufen hatte die Skala, die zum Einsatz kam.

Kurz: So ziemlich alles, was im Beitrag beim Spiegel steht, ist entweder falsch oder frei erfunden. Wir korrigieren daher die Überschrift im Spiegel zu: “Warum Hässliche mit Masken attraktiver erscheinen. 43 Psychologiestudenten aus Cardiff bewerten unattraktive Menschen mit Maske besser als ohne”.

Aber immerhin wissen wir nun das wahre Ziel, das Tim McGraw anvisiert, wenn er singt:

Just to see you smile
I’d do anything.

…. even get rid of this bloody mask.


Literatur:
Miyazaki, Y., & Kawahara, J. I. (2016). The sanitary-mask effect on perceived facial attractiveness. Japanese Psychological Research, 58(3), 261–272.

Olivera-La Rosa, A., Chuquichambi, E. G., & Ingram, G. P. (2020). Keep your (social) distance: Pathogen concerns and social perception in the time of COVID-19. Personality and Individual Differences, 166, 110200.

Patel, V., Mazzaferro, D. M., Sarwer, D. B., & Bartlett, S. P. (2020). Beauty and the mask. Plastic and Reconstructive Surgery Global Open8(8), e3048.



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