Es gibt immer einmal wieder wissenschaftliche Studien, die das gewisse Etwas mitbringen, die Kombination aus guter Idee, interessanter Forschungsfrage und explosivem Ergebnis. Eine solche Arbeit gibt es derzeit als pre-print, was bedeutet, dass die Arbeit kontinuierlicher Peer Review ausgesetzt ist, bei SSRN:
Die Arbeit ist explosiv, weil die Ergebnisse von Jackson und Mitts nicht nur den Eindruck vermitteln, sondern nur darüber zu erklären sind, dass es Händler an der Tel Aviv Stock Exchange und der New York Stock Exchange gibt, die vorab von den Angriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel wussten, dieses Wissen aber für sich behalten haben, um ihren Profit nicht zu gefähreden.
„Taken together, our evidence is consistent with informed traders anticipating and profiting from the Hamas attack.“
Um die Ergebnisse von Jackson und Mitts zu verstehen, muss man zunächst einmal verstehen, was es mit Short-Selling auf sich hat.
In aller Kürze besteht der Witz beim Short Selling darin, dass man sich von einem Broker Aktien LEIHT [oft genug mit geliehenem Geld], diese Aktien sofort verkauft, sich zurücklehnt und auf den Wertverlust der Aktien wartet, auf den man gerade gewettet hat. Sobald die Aktien im Wert gefallen sind, kauft sie der Short Seller zurück, gibt sie, weil sie ja geliehen waren, an den Broker zurück und kassiert die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem Rückkaufswert als seinen Gewinn.
In der Arbeit von Jackson und Mitts geht es um ETFs, die unter der Bezeichnung EIS gehandelt werden. ETFs sind eine Art Fund, der z.B. die Entwicklung unterschiedlicher Indice-Werte verfolgt und aus einem Portfolio unterschiedlicher Assets, von der Aktie bis zur Staatsobligation besteht. EIS, der ETF, um den es im vorliegenden Fall geht: „iShares MSCI Israel ETF“, kurz EIS, aggregiert im Wesentilchen Werte israelischer Unternehmen, wie z.B.:
Der Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 hat vorhersehbar einen Kursverlust israelischer Aktien und Bonds zur Folge. Wer vom Überfall weiß, kann davon durch Short-Selling profitieren und im vorliegenden Fall eine maximale Rendite von 17,45% in nur 20 Tagen einheimsen.
Und genau das haben informierte Händler, wie diese Klasse skrupelloser Profiteure, gemeinhin heißt, getan, wie Jackson und Mitts sehr anschaulich zeigen.
Zu diesem Zweck haben sie sich Daten der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) der USA, bei der Short Selling von beiden Seiten, dem Verleiher und dem Leiher gemeldet werden muss, und zwar nach Volumen, besorgt und zunächst die Entwicklung des Interesses am Short Selling des ETF, des aggregierten Funds israelischer Aktien „EIS“ verfolgt. Da ETFs gehandelt werden wie normale Aktien kann man die Nachfrage nach Short Selling Positionen auf Tagesbasis bestimmen. Das Ergebnis sieht dann aus, wie in der Abbildung links dargestellt:
Ein eher geringes Interesse an EIS geht am 2 .Oktober 2023, einem Montag in ein geradezu explosionsartiges Interesse über. Dass dieses Interesse außergewöhnlich ist, zeigt die rechte Abbildung, die das Volumen von Short Sales von EIS mit dem normalen Handelsvolumen in Beziehung setzt. Wie man sieht, ist der gesamte Handel in EIS, oder nahezu der gesamte Handel am 2. Oktober 2023 auf ein erhöhtes Interesse in Short Selling zurückzuführen, ein Interessse, das darauf wettet, dass israelische Aktien, die in EIS zusammengefasst sind, in den nächsten Tagen an Wert verlieren werden.
Hamas hat angegriffen, der Wert der Aktien ist um 17,45% abgestürzt.
Wissen ist Profit und Moral dem Profit nur hinderlich.
Wie außergewöhnlich dieser Nachfrageschub ist, zeigt eine historische Betrachtung für das letzte Jahr (links) bzw. die letzten fünf Jahre (rechts).
Zweimal gab es vor Oktober 2023 einen Nachfrage-Schub nach Shortselling von EIS, darunter einer im April. Anfang April gab es erste Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff von Hamas auf Israel. Der Angriff bliebt aus. Die Short Seller hatten sich damals verspekuliert. Verrechnet man das Volumen der Nachfrage nach Short Selling Positionen mit dem jeweiligen Handelsvolumen in EIS, dann ergibt sich für die letzten fünf Jahre das rechte Bild, das die Außergewöhnlichkeit der Nachfrage nach Short Selling Positionen in EIS für den 2. Oktober 2023 sehr deutlich dokumentiert, so sehr, dass man wohl davon ausgehen muss, dass es Händler gab, die von einem bevorstehenden Angriff der Hamas auf Israel in den nächsten Tagen wussten.
Indes verweist die Tatsache, dass es entsprechende Positionen auch in den vorausgehenden Jahren gab darauf, dass Spekulanten nicht immer informiert sein müssen, was die Möglichkeit naheliegt, dass die Spekulanten, die vor dem 2. Oktober 2023 mit ihren Spekulationen daneben lagen, nun einfach Erfolg hatten. Damit ist jedoch nicht das Ausmaß der außergewöhnlichen Transaktionen am 2. Oktober 2023 erklärt. Die vielleicht einfachste Erklärung dafür dürfte ein Zusammenspiel der üblichen Spekulanten mit dieses Mal wirklich informierten Profiteuren sein, d.h. nicht alle, die vom Kursverlust israelischer Aktien profitiert haben, müssen genaue Kenntnis über den bevorstehenden Angriff gehabt haben, aber einige.
Und das macht es dann unappetitlich.
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1973 wurde Golda Meir vom jordanischen König gewarnt – der flog sogar extra nach Jerusalem. Hat sie damals schlicht versagt, oder war Krieg damals schon „profitabel“?
Allerdings dürfte sich bei der HAMAS und ihrem finanziellen Unterstützerkreis kaum jemand mit Short-Selling bei der EIS befasst haben, weil das deren Vorstellung, was Allah als Finanzgeschäft gutheißen würde, widerspricht (siehe „Islamic Banking“). Ich halte das eher für eine Domäne von Netanjahus Kumpels.
Für die israelische Börsenaufsicht könnte die Studie einen guten Anlass bieten, nach den Profiteuren und deren „Tipp-Gebern“ zu forschen. Aber wahrscheinlich will niemand in diese Jauche-Grube hinabsteigen.
Der Glaube, daß es keine reichen arabischen Investoren gibt, die aufgrund ihrer Förderung der Hamas die nötigen Informationen erhalten von einem bevorstehenden Überfall, wäre allzu naiv. Auch die Hamas selbst mag da mit drinstecken. Natürlich ist durchaus denkbar, daß auch Israelis davon profitiert haben, insbesondere solche mit arabischen Wurzeln, aber warum soll es nicht auch Juden geben, die nichts dabei finden, eine entsprechende Wette zu plazieren, vielleicht reden sie sogar darüber, weil sie den Markt beobachten, und niemand hört ihnen zu. Wenn jemand rumliefe und sagen würde, er wisse ganz genau, was zu einem Datum passieren wird und habe darauf gesetzt, daß es eintritt, wer glaubt ihm denn dann?
Die Handelsoperationen können von Hamas selbst oder auch vom Iran ausgeführt worden sein, mit der Absicht der monetären Alimentierung der irdischen Hölle (=Terror) für andere oder der des eigenen irdischen Paradieses.
Hinzu kommt: Das Datum 6.-8. Oktober – Yom-Kippur Krieg – ist hinsichtlich Israel ein „fokaler“ Zeitpunkt für „Verlust-Jäger“: Da man mit gewisser Wahrscheinlichkeit vermuten darf, dass Anschläge gegen Israel zu einem solchen od. ähnl. Datum geplant werden, werden Verlust-Spekulanten auch ohne näheres Insider-Wissen ihre Short-Operationen auf derartige Jahrestage ausrichten. Durch Streuung von Short-Operationen auf mehrere solcher fokaler „Short“-Jahrestage in verschiedenen Ländern hat man so eine gewisse Aussicht auf einen ansehnlichen Zufallsgewinn.
Der Effekt kommt hinzu. Herausgerechnet oder irgendwie bereinigt wurde dieser Effekt in Figure 9 nicht. Vielmehr legt die Abbildung nahe, dass dieser Effekt zusätzlich zu einem möglichen spezifischen Effekt der Ausnutzung von Insiderwissen im Oktober 2023 zu existieren scheint.
Die Blaupause der Angriffspläne kursierte laut NYT ein Jahr unter israelischen Militärs und Geheimdienstlern, wurde aber als nichtbeachtlich eingestuft. Gut möglich das dieses Dokument auch zu den Spekulanten gelangte.
Ob diese die besseren Analysten an der Hand haben oder ob man den Angriff aus politischem Kalkül laufen lies wird die Zukunft weisen. https://archive.is/OCfvq
@Manche wussten, dass Hamas am 7. Oktober 2023 Anschläge in Israel verüben wird
wie bei 09/11 oder dem Celler Loch – solche Dinge geschehen nicht ohne Unterstützung von anderer Stelle – nicht einmal in den USA oder Israel !
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1973 wurde Golda Meir vom jordanischen König gewarnt – der flog sogar extra nach Jerusalem. Hat sie damals schlicht versagt, oder war Krieg damals schon „profitabel“?
Eine Partei, die diese Information hatte, war sicherlich Hamas selbst. Ist auch unappetitlich.
Allerdings dürfte sich bei der HAMAS und ihrem finanziellen Unterstützerkreis kaum jemand mit Short-Selling bei der EIS befasst haben, weil das deren Vorstellung, was Allah als Finanzgeschäft gutheißen würde, widerspricht (siehe „Islamic Banking“). Ich halte das eher für eine Domäne von Netanjahus Kumpels.
Für die israelische Börsenaufsicht könnte die Studie einen guten Anlass bieten, nach den Profiteuren und deren „Tipp-Gebern“ zu forschen. Aber wahrscheinlich will niemand in diese Jauche-Grube hinabsteigen.
Der Glaube, daß es keine reichen arabischen Investoren gibt, die aufgrund ihrer Förderung der Hamas die nötigen Informationen erhalten von einem bevorstehenden Überfall, wäre allzu naiv. Auch die Hamas selbst mag da mit drinstecken. Natürlich ist durchaus denkbar, daß auch Israelis davon profitiert haben, insbesondere solche mit arabischen Wurzeln, aber warum soll es nicht auch Juden geben, die nichts dabei finden, eine entsprechende Wette zu plazieren, vielleicht reden sie sogar darüber, weil sie den Markt beobachten, und niemand hört ihnen zu. Wenn jemand rumliefe und sagen würde, er wisse ganz genau, was zu einem Datum passieren wird und habe darauf gesetzt, daß es eintritt, wer glaubt ihm denn dann?
Die Handelsoperationen können von Hamas selbst oder auch vom Iran ausgeführt worden sein, mit der Absicht der monetären Alimentierung der irdischen Hölle (=Terror) für andere oder der des eigenen irdischen Paradieses.
Hinzu kommt: Das Datum 6.-8. Oktober – Yom-Kippur Krieg – ist hinsichtlich Israel ein „fokaler“ Zeitpunkt für „Verlust-Jäger“: Da man mit gewisser Wahrscheinlichkeit vermuten darf, dass Anschläge gegen Israel zu einem solchen od. ähnl. Datum geplant werden, werden Verlust-Spekulanten auch ohne näheres Insider-Wissen ihre Short-Operationen auf derartige Jahrestage ausrichten. Durch Streuung von Short-Operationen auf mehrere solcher fokaler „Short“-Jahrestage in verschiedenen Ländern hat man so eine gewisse Aussicht auf einen ansehnlichen Zufallsgewinn.
Das ist in Figure 9 berücksichtigt und herausgerechnet.
Der Effekt kommt hinzu. Herausgerechnet oder irgendwie bereinigt wurde dieser Effekt in Figure 9 nicht. Vielmehr legt die Abbildung nahe, dass dieser Effekt zusätzlich zu einem möglichen spezifischen Effekt der Ausnutzung von Insiderwissen im Oktober 2023 zu existieren scheint.
Die Blaupause der Angriffspläne kursierte laut NYT ein Jahr unter israelischen Militärs und Geheimdienstlern, wurde aber als nichtbeachtlich eingestuft. Gut möglich das dieses Dokument auch zu den Spekulanten gelangte.
Ob diese die besseren Analysten an der Hand haben oder ob man den Angriff aus politischem Kalkül laufen lies wird die Zukunft weisen.
https://archive.is/OCfvq
@Manche wussten, dass Hamas am 7. Oktober 2023 Anschläge in Israel verüben wird
wie bei 09/11 oder dem Celler Loch – solche Dinge geschehen nicht ohne Unterstützung von anderer Stelle – nicht einmal in den USA oder Israel !
[…] Quelle Link […]
[…] für ideologische Kriegsführung, Frauenbevorzugung oder dergleichen überflüssiger Unfug, wie wir ihn hier zusammengestellt haben, 16,2 Milliarden Euro, die sofort im Haushalt eingespart werden könnten, aber natürlich nicht […]