Neue Zwangsstörung? Thüringer AfD-phobie am Beispiel eines Landtags-Abgeordneten-Seelsorgers

F42.- Zwangsstörung

Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden.

[…]

Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte.

Quelle: Therapie.de

AfD-Phobie ist nach unserer Ansicht eine neue Variante von Angststörung, eine Neurose, vielleicht gar eine Psychose, bei der sich der Gestörte immer tiefer in eine phantasierte Welt aus Untergang, Diktatur und Konzentrationslager steigert, aus der er keinen normalen Ausweg mehr zu finden im Stande ist, was zwangsläufig dazu führt, dass er in seiner sozialen Umgebung nicht mehr korrekt funktionieren kann, seiner Arbeit oder sonstigen Verpflichtungen nicht mehr entsprechend nachkommt, sich immer weiter von der Normalität entfernt und Zuflucht in Gemeinschaften Gleichleidender sucht, in denen die Phobie weiter be- und verstärkt wird.

Was wir meinen stellen wir nun an einem Beispiel dar.
Es spricht Dr. Claudio Kullmann.

Bevor er spricht schicken wir ein wenig Geschichte voraus.

Der Thüringer Landtag hat am 20. Februar 2020 Thomas Kemmerich mit 44 gegen 43 Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Der FDP-Mann wurde offenkundig MIT den Stimmen der AfD gewählt, denn der Kandidat der AfD – Christoph Kindervater – erhielt im Dritten Wahlgang, zu dem Kemmerich angetreten war, KEINE Stimme. Das Ergebnis spiegelt das Ergebnis der Thüringer Landtagswahl wieder, das zur Sitzverteilung links geführt hat.

In der Folge hat sich insbesondere Angela Merkel dafür stark gemacht, das demokratisch zustande gekommene Wahlergebnis aus Erfurt zu kippen und mit Bodo Ramelow den Kandidaten der SED-Nachfolgepartei zu installieren. Dies gelang nach dem mehr oder weniger erzwungenen Rücktritt von Kemmerich am 4. März 2020 erst im DRITTEN Wahlgang und mit dem Versprechen, die Bürger Thüringens spätestens im April 2021 wieder zur Wahl eines Landtags an die Urne zu rufen. Das Versprechen wurde von SPD, LINKE und Grünen gebrochen. Machterhalt und Lüge sind den Vertretern dieser Parteien wichtiger als Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit.

Zwangsläufig ist ein Landtag, in dem es eine Sitzverteilung wie die dargestellte gibt und in dem der Ministerpräsident auf keine sichere Mehrheit zurückgreifen kann, wenig beschlussfähig, wenn nicht versucht wird, Abgeordnete unabhängig von Parteibindung für Sachfragen zu gewinnen. Offenkundig ist in Thüringen das Parteibuch wichtiger als das Wohlergehen des Landes. Ergo ist der Thüringer Landtag ein Landtag, in dem viel Zeit verschwendet und wenig getan wird. Das ist einem die Geschäfte führenden Ministerpräsidenten natürlich sehr recht, denn er kann im Rahmen seiner Befugnisse und weitgehend ohne Kontrolle durch den Landtag regieren, wie er lustig ist.

Nun zu dem, was Dr. Claudio Kullmann, der Leiter des katholischen Büros in Erfurt, nach dessen Aussagen man ein tiefes Verständnis dafür hat, dass der Katholischen Kirche in Deutschland die „Gläubigen“ davonlaufen, zu sagen hat:

Das Video der gesamten Veranstaltung findet sich hier.

Was Kullmann hier präsentiert, ist eines jener geschlossenen Überzeugungssysteme, die wir vor einiger Zeit charakterisiert haben. Derartige Überzeugungssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass sie gegen die Realität aufrecht erhalten, regelrecht gegen die Realität verteidigt werden und dass mit jeder Information, die dieses Überzeugungssystem in Gefahr bringen würde, an der Realität zu scheitern, die Flucht ins Abstruse intensiviert wird.

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Alles beginnt bei Kullmann mit der Prämisse, dass die AfD die Ursache allen Übels im Thüringer Landtag sei, was angesichts der Gegenwart der SED-Nachfolgepartei eine interessante Bewertung ist. Indes, für Kullmann ist das keine Bewertung. Es ist für ihn ideologische Wahrheit, nicht hinterfragbar. Die AfD sei für eine toxische Stimmung im Thüringer Landtag verantwortlich, einfach nur deshalb, weil sie die parlamentarische Macht, die der AfD-Fraktion auf Grundlage der demokratischen Verfahrensregeln erwächst, umfangreich nutzt. Kullmann nimmt somit Anstoß daran, dass die AfD tut, was ihr nach Maßgabe der demokratischen Verfahrensregeln möglich und letztlich als Opposition auch aufgegeben ist.

Der selbe Kullmann sorgt sich um die Demokratie, an deren Verfahrensregeln er gerade Anstoß genommen hat, von denen man wohl annehmen muss, dass er sie abschaffen würde, wenn er könnte. Und er stößt sich an der Art und Weise, in der die AfD-Abgeordneten ihre Meinung im Landtag zum Ausdruck bringen. Kullmann bewertet die Art und Weise als Skandalisierung und Eskalation, als verbale Grenzüberschreitung und erwartet, wohl nicht zu unrecht, dass seine Zuhörer das, was er in apodiktischer Weise behauptet, für bare Münze nehmen, im glauben, schon weil Glauben sein Metier ist.

Dieses klare Überzeugungssytem, in dem der AfD die Rolle des parlamentarischen Teufels zugewiesen wird, bildet den Hintergrund für eine sehr eigene Darstellung historischer und tatsächlicher Verhältnisse. Die Wahl des FDP-Kandidaten Kemmerich zum Ministerpräsidenten durch die Abgeordneten der AfD im Dritten Wahlgang ist für Kullmann ein Vertrauensbruch, denn nach seiner Ansicht ist es in einer demokratischen Institution offenkundig nicht möglich, andere als den eigenen Kandidaten zu wählen. Dass Bodo Ramelow, wäre er auf die Stimmen seiner eigenen Fraktion angewiesen gewesen, nicht einmal Hausmeister in der Staatskanzlei geworden wäre, ist dem Katholischen Seelsorger offenkundig entgangen. Böse ist die Wahl anderer als der eigenen Kandidaten nur dann, wenn AfD-Abgeordnete sie praktizieren, dann resultiert daraus ein „Vertrauensverlust“, weil man nach Ansicht von Kullmann nicht sicher sein könne, was andere Abgeordnete wählen würden. Eine seltsame Vorstellung, die dieser Mann Gottes von den Verfahrensweisen in demokratischen Institutionen hat, eine Vorstellung, die offenkundig durch die Blockwahlen der DDR determiniert ist.

Und von hier redet sich der katholische Mann von einer Peinlichkeit in die Nächste bzw. im Rahmen seiner AfD-Phobie in Rage: Abgeordnete würden zerbrechen, er sei ja auch als Seelsorger für Abgeordnete tätig und wisse das daher. Ein Landtag voller Pflänzchen, wer hätte es gedacht. Eine einzige Wahl hat diese Pflänzchen entwurzelt, sie orientierungslos angesichts der Komplexität, wie sie von 90 Stimmberechtigten ausgeht, gemacht.

Und als wäre diese Behauptung nicht schon lächerlich genug, setzt Kullmann, der nun in Fahrt ist, noch weitere obendrauf. Die zerbrochenen Abgeordneten würden dem Landtag den Rücken kehren, nicht mehr kandidieren, weil die Stimmung im Landtag durch die AfD so toxisch gemacht werde. Das Händchenhalten und Ringelreihen tanzen im Abgeordneten Kaffeekränzchen gehört wohl der Vergangenheit an. Aber nicht nur zerbrechen die Abgeordneten und verlassen den Landtag, es haben sich auch mehr Erkrankungen an Krebs in der laufenden Legislaturperiode eingestellt als in den Legislaturperioden davor, so Kullmann. Da sehen Sie, wie toxisch die AfD wirkt.

Deratige verbale Eskalationen in die Lächerlichkeit sprechen für eine fortgeschrittene AfD-Phobie, den vollständigen Verlust einer Verbindung zur Realität, den die Betroffenen durch Zuweisung besonderer Fähigkeiten an sich selbst, seelsorgerische zum Beispiel, zu überdecken versuchen. Die unglaubliche Fähigkeit, selbst komplexe Sachverhalte, wie z.B. die Ursachenbündel, die zu Krebs führen können, auf genau eine einzige und noch dazu die am wenigsten wahrscheinliche phantasierte Ursache zurückzuführen, ist erstaunlich und bedürfte fach-psychiatrischer Aufmerksamkeit.

Es steht zu befürchten, dass die AfD-Phobie nicht nur unter Männern der Katholischen Kirche, die aufgrund ihrer Ausbildung in Glauben besonders anfältig für einfache Erklärungen und eindimensionale Ursachenzuschreibung sind, eine weite Verbreitung gefunden hat, sondern ein Erkrankungsbild ist, das unter Hörigen der Systemparteien weit verbreitet ist. Insofern schlagen wir vor AfD-Phobie als neue psychische Störung in den Kanon der unter F64 gesammelten Persönlichkeitsstörungen in die International Classification of Diseases (ICD) aufzunehmen.

Bleibt noch nachzutragen, dass der häufigste Grund bei Abgeordneten dafür, auf eine neue Kandidatur zu verzichten, darin besteht, dass die eigene Chance auf Wiedereinzug in den Landtag für sehr gering gehalten wird, etwa weil Wahlumfragen die Beliebtheit der eigenen Partei in Richtung Keller prognostizieren:

Quelle: Wahlrecht.de
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9Comments

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  1. 1
    Christoph Friedrich

    Die sich derzeit „Die Linke“ nennende Partei ist keine Nachfolgepartei der SED, sie IST die SED, die sich nach mehreren Umbenennungen derzeit „Die Linke“ nennt.

    Die Reihenfolge der Parteinamen:
    SED -> SED-PDS -> PDS -> Die Linkspartei.PDS -> Die Linke

    Altgenossen wie Gysi waren schon in der Partei, als sie sich noch „SED“ nannte, und haben nie ihre Partei gewechselt.
    Und wie die Grünen auch nach dem Zulauf der Bündnis90-Genossen immer noch die Grünen sind, ist die SED auch nach dem Zulauf der WASG-Genossen immer noch die SED.

  2. 2
    Pro Dotto Diddi Otto

    Zum unerwarteten Krebs der armen, „verletzten“ Abgeordneten kann es viele Ursachen geben, aber bei Turbokrebs war’s wohl meistens die Giftspritze.
    Und selbst Papst Franziskus hat aktuell – immer noch – eine Botschaft an die Welt gesandt, fleißig weiterzuspritzen (gegen diese Schnupfengrippe, und wegen der damit zusammenhängenden Nächstenliebe). Er hat nichts gelernt, oder er verkauft sich und das Christentum, und die Gesundheit der Menschen. Der einzige Vernünftige in dieser katholischen Sekte und offenbaren Satansbande ist Kardinal Vigaro`(sorry, neue Tastatur), der sich der WEF-Agenda 2030 und jeglichem Transhumanismus & Co. vehement entgegenstellt.

    • 3
      Jean Poisson

      Ach ja, Krebserkrankungen: Es muss doch gewaltig am Selbstbild solch eines edlen Altparteien-Abgeordneten nagen, wenn’s ihn selber erwischt – und ihm dann gewollt oder ungewollt wieder einfällt, dass diese widerlichen Störenfriede von der AfD zu den wenigen Stimmen gehörten, die vor möglichen Nebenwirkungen der heilsbringenden Spritzplörre gewarnt hatten.

      • 4
        oprantl

        Die Rolle der AfD als Krebs fördernd ist sicherlich angenehmer als die Krebs erleidende Rolle der linken Einheitspartei.
        Dumm gelaufen, Darwin eben, ich würde Ersteres wählen.
        Die Bazille der Hexerei hat von Südafrika über amerikanische Universitäten kommend inzwischen auch die gottesfürchtigen Allesgläubigen bei uns erreicht.
        Noch mag sich der Herr Claudio Kullmann mit Dr-Titel (????) als Fan nicht so ganz offenbaren.
        Demnächst dringend benötigt : 360° Wendehälse !

  3. 6
    ben

    Wenn man dem Mann beim Reden zuschaut; hat man den Eindruck, seinem Hirn beim Kreisen um die Sonne wie der Umlaufbahn des Merkur zuzuschauen.
    Dass die Realität durch weitere Planetenumlaufbahnen, dem gesamten Sonnensystem, der Milchstraße, den Milliarden von Galaxien abgebildet wird, hat in seinem Denksystem keinen Platz, da es sich immer wieder nur auf der kleinsten Umlaufbahn bewegt…Er verkörpert den perfekten Untertan und Biedermann, der die Eindimensionalität bevorzugt und wie immer in der Geschichte ist er Mittäter als ausführendes Organ des Totalitären.

  4. 7
    pantau

    War überfällig, das ständige Psychiatrisieren (Islamophobie, Xenophobie etcpp) der Linksgrünwoken gegen alle andern mal retoure zu schicken, denn so wird ein Schuh draus (wie ich diesen Spruch liebe). Als Mann des Glaubens hat der eh ne Realitätsphobie, der gehört exakt ins Mittelalter, denn auch da wurden viele Realitäten als toxisch empfunden und entsprechend geahndet. Die empfinden alles, was ihnen nicht in ihren ideologischen Kram passt, als „toxisch“.

  5. 8
    zdago

    @Neue Zwangsstörung?
    könnte auch Existenzangst sein !
    Die haben sich ja in ihrem Augias-Stall geruhsam eingerichtet – und jetzt kommt die AFD und macht nicht nur Unruhe, sondern sie droht auch, diesen Stall auszumisten !
    Da müssen viele ihren Platz am Futtertrog räumen, und auch die angehängten der religiösen Sekten machen da keine Ausnahme – wer weis, ob die AFD ihnen nicht auch Schwierigkeiten macht, wenn sie erst einmal neu ordnet ?
    Dann ist das warme Plätzchen in Gefahr und es könnte in der Gosse enden !

  6. 9
    ERINNERUNG

    Reichskonkordat vom 20. Juli 1933
    Darüber gab es vor Jahrzehnten im hess.TV einen bezeichnenden Beitrag
    mit Befragung der ahnungslosen Bürger.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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