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Desinformation zu Tempo 30 und Unfällen: Prozentrechnen für öffentlich-rechtliche Anfänger

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die ARD-tagesschau ist, wenn es darum geht, ideologischen Bullshit zu verbreiten. Solchen zum Beispiel:

Seit Tempo 30 in Lyon eingeführt wurde, habe sich, so behauptet man in der Tagesschau,

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Das soll der Bürgermeister der Stadt Lyon, Grégory Doucel, seines Zeichens ein Grüner, wer hätte es gedacht, gesagt haben.

Und in der Tat, die drei französischen Outlets (Lyon Capitale, Le Figaro und BFM Lyon) , die davon berichten, alle in den Ausgaben des gestrigen Tages, berichten dieselbe Reduktion, mit ein paar Feinheiten als Unterschied, die sich vor allem hier finden. Die Feinheiten zeigen, dass nicht alle, die davon berichten, dieselbe mathematische Inkompetenz teilen, die in der ARD-tagesschau das Maß aller Dinge zu sein scheint: Dyskalkulie als Einstellungsvoraussetzung?

Denn – um es einmal wieder zu sagen: Prozentzahlen ohne Basis sagen NICHTS, überhaupt NICHTS aus. Das scheint bei den mathematischen Nixraffen in der ARD-tagesschau nicht angekommen zu sein.

Tragen wir daher nach.

Seit Einführung von Tempo 30, so hat man bei der ARD-tagesschau erfahren, ist die Anzahl der Unfälle in Lyon um 35%, die der schweren Unfälle um 39% zurückgegangen. Eingeführt wurde der Zinnober 2022. Stellt sich die Frage, was der Vergleichszeitraum ist, im Vergleich zu welchem Zeitraum ist die Anzahl der Unfälle 2022 und 2023 geringer? Im Vergleich zu den Jahren 2019 bis 2021, wie man hier erfährt. Nun hat in den Jahren 2020, 2021 auch in Frankreich ein Wahnsinn grassiert, der dazu geführt hat, dass Bürger von ihren Regierungen in ihren Wohnungen/Häusern eingesperrt wurden, so dass sie sich nicht wie gewohnt in ein Auto setzen konnten, um nach Lyon zu fahren. Und in der Tat ist der Verkehr in Lyon um 17% im Zeitraum von 2019 bis 2023 zurückgegangen.

Wir haben also folgende Situation:

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Natürlich will der Grüne Bürgermeister von Lyon das als Erfolg verkaufen und die mathematischen Nixraffe oder ideologisch Verblödeten, die sich nicht nur bei der ARD, sondern auch bei „Le Figaro“ finden, fallen darauf herein. Wie groß die Desinformation ist, die mit frei flottierenden PROZENTWERTEN betrieben werden kann, zeigen wir in der folgenden Abbildung, in der wir einfach nur das Verkehrsaufkommen variiert haben.

Ausgehend von 2.000.000 Fahrten in einem Jahr in Lyon, eher eine grobe Untertreibung, steigern wird die Anzahl der Fahrten in Lyon um 10% von einem zum nächsten Zeitpunkt und berechnen für jeden Zeitpunkt auf Grundlage des um 17% reduzierten Verkehrsaufkommen und der um 35% und 39% reduzierten Unfallhäufigkeiten den jeweiligen Anteil der Unfälle.

Von Beginn an zeigt sich, dass die Anzahl der Unfälle, die eine 35%ige bzw. 39%ige Reduktion unter Einrechnung eines Rückgangs im Verkehrsvolumens um 17% ausmacht, eher gering ist, mit steigendem Verkehrsaufkommen wird dieser Rückgang immer geringer und gleicht sich schließlich bereits bei einem Verkehrsaufkommen von 2,6 Millionen Fahrten in Lyon in einem Jahr, eher eine sehr moderate Anzahl, der Anzahl an, die vor dem 17%igen Rückgang vorhanden war.

Mit anderen Worten: Der 35%ige und der 39%ige Rückgang bei Unfällen und schweren Unfällen hat mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von weniger als 0,1% keinerlei TATSÄCHLICHEN RÜCKGANG im Unfallgeschehen zum Gegenstand, denn er ist ausschließlich auf die Reduktion des Verkehrsaufkommen zurückzuführen.

Der Grüne Bürgermeister von Lyon verbreitet ideologischen Bullshit und die ARD-tagesschau beteiligt sich, wie nicht anders zu erwarten, an der Verbreitung dieses Unfugs.

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