Tabakindustrie schuld an Rassismus: Opfer von Rassismus rauchen [Junk Science]

Wer es schon immer geahnt hat, jetzt ist es amtlich: Marlboro, Pferd und cooler Reiter, Django, Staubmantel und Zigarre, die weiße-Mann-Werbung und Darstellung, sie produziert Rassismus, denn nur weiße Männer (mit und ohne Pferd) können Rassismus produzieren und rassistisch sein, und sie sind nur deshalb rassistisch, weil die Opfer von Rassismus anfangen zu rauchen, was wiederum die Kassen von Philip Morris füllt.

Wir verdanken diese Erkenntnis einem ganzen Rudel von Autoren um Urusla M. Read, die im wesentlichen am Kings College in London „kongregieren“. Dort treffen sie sich, um Daten zu analysieren und die Welt zu verbessern, wie es nur Pseudo-Wissenschaftler ohne Zweifel, aber mit einer linken Weltanschauung tun können. Wegen dieser Weltanschauung wissen sie, dass Ungleichheit, Sparpolitik, Terrorismus, zunehmende Migration, der Brexit, Donald Trump, nein, Trump haben die Autoren vergessen, zu Gesundheitsproblemen führen, die wiederum Rassismus im Schlepptau haben, vielleicht auch umgekehrt, so genau wissen die Autoren das auf Seite 3 ihres Werkes noch nicht.

Derart ideologische Überzeugungen sind für Linke in der Regel genug, um sich ans Werk zu machen, ans Datenwerk. Wozu soll man sich mit Fragen von Theorie und Hypothesenbildung beschäftigen, wozu sich wissenschaftstheoretische Probleme schaffen, etwa durch die Erkenntnis, dass man in der Regel jeden Humbug bestätigen kann? Die Methode der Wissenschaft sieht daher vor, Hypothesen zu bilden und sie der Möglichkeit des Scheiterns auszusetzen.

Bah, Humbug!

Am Kings College in London teilt man keine dieser, der eigenen Überzeugung hinderlichen Prämissen. Dort wissen acht angebliche Wissenschaftler ganz genau, wonach sie suchen: Rauchen führt zu Rassismus, oder war es umgekehrt? Ja, natürlich, es war umgekehrt, Rassismus führt zu Rauchen und zwar und vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren bzw. 14 bis 16 Jahren. 6.643 von diesen Jugendlichen, haben die Autoren bis in ihre Schulen verfolgt und dort so lange bearbeitet, bis sie bereit waren, Fragen in einem quantitativen Fragebogen zu beantworten, Fragen wie: Bist Du schon einmal wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schikaniert worden. oder hast Du Dich wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schon einmal schlecht gefühlt?“

Wenn derartiger Fragenjunk keine zustimmenden Antworten mehr ergibt, dann wissen wir auch nicht weiter. Wie allgemein soll man noch fragen, wie umfassend und wie sehr soll man noch offen lassen, wonach man eigentlich fragt, um hohe Zustimmungsraten zu erhalten. Und dennoch finden die Autoren nur rund 15% – 20% zustimmende Antworten. Zu was auch immer, die Schüler zugestimmt haben.

Aber natürlich wissen Autoren wie Read und die ruhmlosen Sieben, dass mit dieser Frage eindeutig und ohne Zweifel Rassismus gemessen wird, also Viktimisierung durch Rassismus. Und natürlich gibt es keinerlei Zweifel daran, dass die 11 bis 13jährigen oder die 14 bis 16jährigen, die befragt wurden, genau das unter der Frage verstanden haben, was Read et al. fragen wollten: Bist Du Opfer von Rassismus geworden?

Zweifel hindern den Selbstbestätigungsprozess, und darum und um nichts anderes geht es doch: Rassismus führt zu Rauchen, Rassismus macht krankt. Und zwangsläufig: Milliardenschwere Tabakkonzerne stecken eigentlich hinter dem Rassismus… [Das ist unser Beitrag zu dieser Junk Science].

Read et al wissen schon, was bei der Befragung herauskommt. Deshalb haben sie komplett auf jeden Versuch verzichtet, eine theoretische Begründung für ihre Behauptung, dass Rassismus zu Rauchen führt, zu finden und deshalb diskutieren sie auch keinerlei methodische Probleme, die sich mit der quantitativen Befragung von Kindern und Jugendlichen und den dazu benutzten Maßen verbinden. Wozu? Sie wissen, dass das, was sie messen wollen, auch herauskommt. Wozu also methodischen Kinkerlitz diskutieren? Eben!

Also werfen wir die Antworten der Kinder und Jugendlichen darüber, ob sie einmal Opfer von Rassismus oder was auch immer geworden sind, mit einer Unzahl anderer Variablen, die ebenso ohne jeden Bezug auf eine Theorie auskommen, aber in der Regel von irgend jemand anderem auch schon einmal benutzt wurden, in ein Modell, eines, das odds-ratio ausgibt, also vermutlich ein „Logit-Modell“. Für diese Annahme sprechen auch die Wald-Tests, die im Kleingedruckten erwähnt werden und wohl gerechnet wurden.

Selbstverständlich kommt dabei auch etwas heraus: Wenn Kinder und Jugendlichen angegeben haben, dass sie schon einmal geraucht haben, dann sagen dieselben auch häufig, dass sie schon einmal wegen Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schikaniert wurden oder sich wegen derselben schlecht gefühlt haben und das ist ja dasselbe, sich schlecht fühlen und schikaniert werden. Es gibt noch eine Unzahl anderer Zusammenhänge, z.B. wenn die Mutter raucht, dann rauchen die Kinder und Jugendlichen auch eher, als wenn die Mutter nicht raucht, oder wenn sie Black African oder Indian oder Pakistani sind oder nicht im Vereinigten Königreich geboren wurden, dann geben sie auch eher an, schon einmal geraucht zu haben und überhaupt, weibliche Kinder oder Jugendliche geben signifikant häufiger an, schon einmal geraucht zu haben (wenn die Kodierung der Autoren richtig ist) und noch so manches mehr. Dieses manche mehr, das vergessen wir. Stellen Sie sich vor, wir hätten es nie erwähnt, denn wir wollen ja nur zeigen, dass diejenigen, die sich wegen ihrer Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schon einmal schlecht gefühlt haben, was gleichbedeutend mit „deshalb schikaniert worden sind“, eher angeben schon einmal geraucht zu haben als diejenigen, die das nicht gefühlt haben bzw. schikaniert worden sind. Und das haben wir gezeigt. Ganz theorielos und hypothesenlos …

Kommen wir daher zu dem, was die Autoren aus ihren Ergebnissen machen wollen: Wer Opfer von Rassismus geworden ist, der wird dadurch gestresst und diese Stressreaktion, die führt dazu, dass er zu rauchen anfängt. Das schreiben die Autoren auf Seite 20 ihres beachtlich dummen Werkes. Daraus folgt für sie: Rassismus macht krank. Und wenn wir jetzt noch mit den Autoren annehmen, dass Stressoren im Leben nicht nur durch Rassismus bereitgestellt werden, dann können wir ihnen zustimmen, wenn sie behaupten, dass multiple Formen der Diskriminierung im Verlauf eines Lebens die Gesundheit negativ beeinträchtigen KÖNNEN. Ja, da KÖNNEN wir sicher zustimmen. Kommen somit zur Konklusion, zu dem einzigen, was den Autoren aus ihrem Modell, in das 14 Variablen und 41 Ausprägungen eingegangen sind, von denen sich 23 als statistisch signifikant erwiesen haben, erwähnenswert erscheint:

“These findings highlight the role of racism in sustaining health inequalities and the need to address racism as an important social determinant of health within ‘whole system’ approaches which include families, communities, health and social services, and the wider political and economic context. Failing to consider the impact of discrimination and disadvantage on health behaviours such as smoking, where the social gradient remains significant, means that preventive strategies are likely to widen inequalities in health”

Wenn jemand ein Beispiel für eine Studie sucht, die nicht nur Junk ist, sondern darüber hinaus in einer idealen Weise zeigt, wie Engstirnigkeit, ideologisch-geistige Selbstbeschränkung und völlige methodische Ahnungslosigkeit dazu führen, dass Junk produziert wird, die Studie von Read et al. sei jedem wärmstens empfohlen. Sie ist quasi Premium-Junk.

Das alles wäre schon schlimm genug, aber derart beseelte Gutmenschen, die ihre Daten dazu missbrauchen, ihre eigenen geistigen Beschränkungen auszuleben, lassen es ja in der Regel nicht damit sein Bewenden haben, dass Sie Junk produzieren. Sie wollen diesen Junk regelrecht ausschlachten, sich darin suhlen. Und so sagt „Seeromanie Harding“, der letztgenannte der neun Autoren: „Our findings have public health implications for improving community interventions and finding new ways to support and encourage people not to take up smoking at a young age. An important point here is that racism affects both physical and mental health outcomes”.

Wer noch einen Beleg dafür benötigt hat, dass sich die Autoren im freien geistigen Sinkflug befinden, hier ist er: Natürlich untersucht die Studie keinerlei Zusammenhang mit „physical and mental health outcomes“, der Gesundheitszustand der Befragten wird überhaupt nicht erfragt, muss er auch nicht, denn Harding und seine sieben Mitverschworenen, sie wissen dass es den Zusammenhang gibt. Sie brauchen keine Daten um zu schreiben, dass ihre Überzeugung zutrifft. Sie mühen sich nur deshalb mit Daten ab, weil man das so macht, und weil es besser aussieht, wenn man das, was man genau weiß, mit Daten verbinden kann.

Tyler Vigen weiß genau, dass die Luftfeuchtigkeit in King County Wyoming die Wahrscheinlichkeit, sich durch Sturz von einem hohen Ort (Hochhaus, Berg, Brücke) das Leben zu nehmen, beeinflusst. Fragen Sie uns nicht, wie er auf diesen Zusammenhang gekommen ist. Wie die acht angeblichen Wissenschaftler vom Kings College, weiß Vigen einfach, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftfeuchtigkeit und der beschriebenen Art von Selbstmord besteht. Alle Programme, die sich in Zukunft mit der Verhinderung von Selbstmord beschäftigen, müssen entsprechend die Luftfeuchtigkeit in King County, Wyoming, in Rechnung stellen.

Und natürlich ist das alles die Schuld von Kapitalisten, von denen, die ihr Geld mit der Krankheit anderer verdienen. Nein, nicht Ärzte und Pfleger, die TABAKINDUSTRIE. Mensch! Die produzieren ihre Sargnägel doch nur, um Menschen krank zu machen. Und damit sie Menschen krank machen können, deshalb verbreiten sie Rassismus in ihrer Werbung, wohlwissend, dass die Opfer von Rassismus zu rauchen beginnen.

Gut, dass es Forscher wie die vom Kings College gibt. Ohne sie, hätten wir keine derartig tiefschürfenden Erkenntnisse.

Welche deutschen “Qualitätsmedien” sind wohl die ersten, die diesen Junk in allem Ernst aufnehmen?

Read, Ursula M., Karamanos, Alexis, Silva, Maria Joao, Molaodi, Oarabile R., Enayat, Zinat E., Cassidy, Aidan, Cruickshank, J. Kennedy & Harding, Seeromanie (2018). The Influence of Racism on Cigarette Smoking: Longitudinal Study of Young People in a British Multiethnic Cohort.

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Wer ist ScienceFiles? Nemesis der Junk Science

In unserem beruflichen Alltag sind wir regelmäßig mit Akademikern oder angehenden Akademikern konfrontiert, die verlernt oder nie gelernt haben, was die Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit ausmacht: Recherche, zur Kenntnisnahme des Forschungsstands, methodische Versiertheit im Umgang mit Daten und mit Literatur und – last but not least: Wissen, dass Wissenschaft der Gewinnung von Erkenntnis dient. Wissenschaft ist kein Vehikel, das von Steuerzahlern finanziert wird, damit sich Möchtegern-Forscher bei denen, die sie für die politischen Herren über Drittmittel halten, andienen können. Wissenschaft ist kein Vehikel, das benutzt werden kann, um Legitimität für Ideologen zu beschaffen, Wissenschaft ist kein Mittel, das man benutzen kann, um auf Kosten der Steuerzahler seinen Hobbies zu frönen, und Wissenschaft ist schon gar kein Vehikel, das die Rechtfertigng dafür bereitstellen kann, dass man bürgerliche Freiheiten beschneidet, wie dies die Gender Studies und andere Sozialisten so gerne tun würden, die an Hochschulen installiert wurden.

Der Rubikon zwischen Wissenschaft und Metaphysik, in der gewählten Sprache von Karl Raimund Popper, bzw. Junk Science in unserer zeitgenössischen Anpassung, ist leicht auszumachen. Diejenigen, die ins Lager der Junk Science gehören, wissen nichts von wissenschaftlichen Methoden, nichts von wissenschaftlichen Standards, legen die Stirn in tiefe Falten, wenn man sie mit der Frage nach dem Nutzen dessen, was sie tun, konfrontiert, sind schnell bei der Hand, Kritik als ideologisch, von rechts oder neoliberal zu denunzieren und reagieren äußert empfindlich, wenn man sie darauf hinweist, dass ihre Tätigkeit, deren Nutzen sie in der Regel nicht benennen können, von Steuerzahlern finanziert werden muss, Steuerzahlern, die häufig nicht das Privileg haben, nach 9 Uhr am Arbeitsplatz erscheinen zu können, dort ein paar Stunden in behaglicher Wärme vor einem Computer zuzubringen, sich mit Kollegen zu unterhalten, sich Tee zu kochen, sich mit anderen Kollegen zu unterhalten und schließlich nach Hause zu fahren, um sich von den Strapazen des Tages zu erholen.

Und so hat uns heute eine Nachricht von Dirk Gansefort erreicht. Gansefort ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Prävention und Evaluation, Fachgruppe Sozialepidemiologie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie und offensichtlich auf uns aufmerksam geworden, weil wir gestern eine Arbeit aus dem BIPS, wie die Herrschaften ihr Institut „liebevoll-infantil“ abkürzen, geschreddert haben, weil es sich um eine ideologisch verquaste Studie handelt, die der Anbiederung dient, keinen erkennbaren wissenschaftlichen Nutzen hat und darüber hinaus einen grundlegenden Fehler beinhaltet, den man nicht einmal von einem Studenten im ersten Semester erwarten würde. Auf Grundlage dieser Kritik, die jeder, der denken kann, einfach auf Basis der gemachten Aussagen nachvollziehen kann, haben wir die Studie als Junk Science eingeordnet [Bislang haben wir das British Medical Journal nicht aufgefordert, den Beitrag zurückzuziehen oder Retraction Watch auf die Fehler im Beitrag aufmerksam gemacht … ].

Heute also hat sich Herr Gansefort bei uns gemeldet, und zwar damit:

“Guten Tag, ich bin heute auf Ihre Website aufmerksam geworden und frage mich, wer denn hier genau schreibt und mit welcher Expertise Sie die Artikel kritisch beurteilen? Es scheint, dass Sie von dem, was Sie hier schreiben wenig Verständnis haben und es eher auf ideologischen Grundsätzen bzw. Ablehnungen beruht als auf wissenschaftlicher Expertise bzw. Evidenz. Haben Sie vielleicht auch selber Forschung betrieben, die Ihre Expertise nachweist? Wenn ja, hätte ich Interesse an dieser Arbeit. Mit freundlichen Grüßen, Dirk Gansefort”

Woran erkennt man, dass Herr Gansefort kein Wissenschaftler ist?

Es wäre leicht möglich, unserer Kritik zu begegnen, in dem man zeigt, wo sie nicht zutrifft. Ein Wissenschaftlter täte das. Gansefort tut es nicht.

Offensichtlich kann er es nicht.

Statt dessen will er suggerieren, dass Kritik an dem BIPS-Pamphlet nur dann möglich sei, wenn sie von ihm namentlich bekannten Autoren durchgeführt wird. Ein Wissenschaftler tut das nicht, denn Wissenschaftler begehen keine Fehlschlüsse ad auctoritatem. Wissenschaftler wissen, dass die Gültigkeit eines Arguments nicht davon abhängt, wer es vorbringt, sondern davon, ob es zutriftt oder nicht, ob es mit der Realität übereinstimmt oder nicht.

Damit wären wir wieder bei der Frage, warum Gansefort unserer Kritik nicht mit Argumenten begegnet, wenn er sie schon für falsch zu halten scheint. Abermals müssen wir feststellen, dass er es wohl nicht kann, man kann Junk eben nicht verteidigen.

Schließlich will er suggerieren, dass unsere Kritik auf ideologischer Grundlage basiere, was wirklich ärmlich ist, denn die Frage, ob in einer Studie, die angeblich wissenschaftlich ist, Variablen, von denen das Ergebnis abhängt, kontrolliert wurden oder nicht, hat nichts mit Ideologie, aber viel mit wissenschaftlichem Können zu tun, das im vorliegenden Fall nicht vorhanden ist. Wenn man Behauptungen über die Fairness der Verteilung von Hausarbeit zwischen weiblichen und männlichen Rentnern aufstellen will, meint, man sei dazu befugt, dann muss man zumindest sicherstellen, dass man nicht Kartoffeln mit Blindschleichen vergleicht, dann muss man wissenschaftliche Mindeststandards einhalten. Das ist bei der von uns kritisierten Studie nicht der Fall, wie jeder hier nachlesen kann.

Warum also schreibt uns Herr Gansefort? Warum begeht er Fehlschlüsse, ist unanständig und suggeriert hier hätten sich dunkle Mächte verschworen, Mächte ohne Expertise mit nur einem Ziel, das BIPS, Gansefort und Adjei zu zerstören?

Entweder Gansefort hat zuviel öffentlich-rechtliche Nachrichten gesehen oder er ist affektiv überlastet ob der Öffentlichkeit, die Junk Science plötzlich dadurch erfährt, dass wir sie bloßstellen. Was auch immer die Ursache sein mag, fest steht, wir haben klare und nachvollziehbare Argumente, Argumente, die man kritisieren könnte, wären sie nicht fundiert, sondern falsch, vorgetragen, um unsere Einordnung der Studie als Junk zu belegen. Gansefort ist uns mit Unterstellungen und Fehlschlüssen begegnet.

Auf welcher Seite die wissenschaftliche Expertise zu finden ist, ist somit offensichtlich, und es ist immer noch so, dass die Gültigkeit von Kritik unabhängig von der Person dessen ist, der die Kritik vorbringt . Dass die nicht vorhandene Expertise auch mit einem Unvermögen der Recherche einhergeht, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass wir nicht mehr tun können, als unsere Grundsätze in ein Grundsatzprogramm zu packen und zu veröffentlichen, nicht mehr tun können, als im Internet bekannt zu sein, wie bunte Hunde. Letztlich wüsste Gansefort, wer wir sind, hätter er nur entfernt das in Sicht, was Wissenschaft ist. Offensichtlich hat er noch nie vom Who is Who in der Wissenschaft gehört, so dass wir uns fragen, auf Grundlage welcher Expertise er sich traut, bei uns nachzufragen. 

Wenn das nicht reicht, um auch Herrn Gansefort eine Sternstunde geistiger Klarheit, vielleicht eher eine Sternminute, zu verpassen, dann … nun ja, man kann uns beauftragen: Wir recherchieren, stellen zusammen, bewerten und beurteilen wissenschaftliche Arbeiten, schreiben Gutachten und empfehlen Texte zur Veröffentlichung in wissenschaftlichen Zeitschriften. Und den Text von Nicholas Adjei, den hätten wir mit Sicherheit nicht empfohlen.

Wir empfehlen dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des BIPS somit, sich in wissenschaftlichen Quellen kundig zu machen, mit wem er es zu tun hat und sich dann wieder an uns zu wenden, wenn er die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, die unter anderem darin bestehen, Fehlschlüsse zu erkennen und vor allem nicht selbst zu begehen, bewältigt hat.

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Alte faule Männer … Die Gesinnungsforschung ist wieder Junk Science geworden

Wie kommt man auf die Idee, die Frage, wer bei Rentnern, also bei Personen über 65 Jahren wie viel Hausarbeit macht zu untersuchen? Welche wissenschaftliche Erkenntnis kann man aus einer solchen Forschung gewinnen?

Keine. Und weil man keine wissenschaftliche Erkenntnis daraus gewinnen kann, deshalb ist es keine wissenschaftliche Forschung, sondern Gesinnungsforschung, mit der sich wissenschaftlicher Nachwuchs, im vorliegenden Fall der Doktorand Nicholas Adjei, dem man beim Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) einen Doktortitel verschaffen will, hofft andienen zu können. Er versucht, die armen Frauen, die selbst im Alter noch mit der Hausarbeit von ihren Männern alleine gelassen werden, wie er suggerieren will, politisch-korrekt und vor allem verbal zu retten und sich damit einen Karrieredienst zu erweisen. Wenn Andienen, das Verbreiten von Langeweile und vollständige Phantasielosigkeit die Eigenschaften sind, die eine Karriere befördern, dann ist Adjei ein „high fligher“.

Hat er doch Folgendes entdeckt:

„Bei der Auswertung zeigte sich ein deutliches Bild. Während die Frauen im Schnitt etwa fünf Stunden mit Hausarbeit verbrachten, hielten sich die Männer zurück. Sie arbeiteten im Schnitt nur drei Stunden im Haushalt“, sagt Nicholas Adjei, Doktorand in der Abteilung Prävention und Evaluation am BIPS und Erstautor der Studie. „Bei der Art der Hausarbeit gibt es deutliche Unterschiede. Frauen beschäftigen sich im Schnitt fast 220 Minuten täglich mit Kochen, Einkaufen und Putzen – Männer dagegen nur knapp 90 Minuten. Bei Gartenarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier sind Männer fast 70 Minuten täglich aktiv, Frauen dagegen nur knapp 40 Minuten.“

Der politische Andienschluss, von dem sich Adjei Brownie-Punkte erhofft, er lautet:

„Eine gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten auf Frau und Mann könnte also durchaus sinnvoll und fair sein.“

Es gibt vermeintliche Forschungen, die kann man mit einem einzigen Blick auf die Verteilung der verwendeten Variablen als Junk Science entlarven. Das, was aus dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in die wissenschaftliche Welt emittiert wird und die wissenschaftliche Luft belastet, es hat diese Qualität.

Jeder Leser wird uns sicherlich zustimmen, dass Arbeit dann, wenn man sie teilen kann, schneller erledigt ist. Weil zwei vergleichbare Arbeit schneller erledigt haben als einer kann man annehmen, dass in einem Einpersonenhaushalt die eine Person mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen (das zählt Adjei als Hausarbeit) aufwenden muss, als zwei Personen, die sich diese Arbeit teilen können. Einer reinigt, während der andere einkauft, beide kochen zusammen.

Zustimmung allenthalben?

Gut.

41,6% der Frauen im Sample von Adjei leben alleine, aber nur 18,2% der Männer. D.h. gut ein Viertel mehr Frauen als Männer muss die gesamte Arbeit alleine erledigen, weil ihr Mann schon verstorben ist oder sie aus anderen Gründen alleine sind. Entsprechend ist es kein Wunder, wenn Frauen insgesamt mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen aufwenden als Männer, weil viel mehr Frauen als Männer diese Tätigkeiten alleine erledigen müssen, weil sie nämlich alleine leben.

Damit ist das Ergebnis, das Adjei so großspurig verkündet und der Schluss, den er mit Blick auf die Fairness zu ziehen können glaubt, gerade geplatzt wie eine Seifenblase, so dass man die Frage, wie es sich denn mit der Lebensarbeitszeit im Hinblick auf Fairness verhält, gar nicht stellen muss. Die Frage, wie Hausarbeit zwischen zwei Partnern verteilt wird, hat übrigens gar nichts mit der Frage zu tun, ob eine gleiche Verteilung fair ist (Die Vorstellung, dass etwas, das gleichverteilt ist, damit automatisch fair verteilt wurde, ist an Dummheit kaum zu überbieten). Aber diese Feststellung überfordert Adjei vermutlich. Bei ihm reicht es allen Anscheins nach nur dazu, sich als Trittbrett-Genderlamentierer zu verdingen und viel Geld für keine Erkenntnis zu verschwenden.

Wie lebt man eigentlich in dem Bewusstsein, Geld von Steuerzahlern zu verschwenden, um sich anzudienen? Wie steht es hier mit der Fairness? Ist es fair, Steuergeld für sinnlose Forschung zu verschwenden, für das normale Bürger zuweilen in Nachtschicht arbeiten müssen oder für das sie Tätigkeiten ausführen müssen, die dazu führen, dass Adjei sie nicht mehr befragen kann, weil sie nämlich bereits und infolge eines anstrengenden Arbeitslebens verstorben sind. Kann man es rechtfertigen, Junk wie den von Adjei auf dem Rücken dieser Menschen zu finanzieren?

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Von gekauften Wissenschaftlern und Junk Science in the Making

Falls es jemanden gibt, der sich fragt, warum Bundes- und Landesministerien mittlerweile sicher mehr als eine Milliarde Euro aufgewendet haben, um Gender Studies und ihre Ableger an Hochschulen zu installieren, warum Programme von Bund und Ländern dazu benutzt werden, (weibliches) Geschlecht und nicht Kompetenz zum Berufungsgrund zu machen, warum Fördertöpfe von Bund und Land bereitgestellt werden, um das Heer der Unvermittelbaren, das im Rahmen der entsprechenden Programme gekauft wurde, mit Drittmitteln zu versorgen, hier kommt die Antwort.

Wir haben bereits in der Vergangenheit von den Schöpfungen der Ministerien in Bund und Ländern berichtet, die über Bevorzugungsprogramme in Positionen der institutionalisierten Wissenschaft gehievt werden, um dort mit anderen Mitteln des Bundes und der Länder finanziert zu werden und um von dort aus die Drecksarbeit zu machen, für die sich die Herrschaften in Ministerien von Bund und Ländern immer noch – warum auch immer – zu fein sind.

Das Projekt REVERSE, das vom BMBF mit einer Million Steuereuro finanziert wird, ist ein Beispiel für diese Drecksarbeit. Steuereuro werden vordergründig vergeben, um Ursachen und Erscheinungsformen des Anti-Feminismus, der angeblich die Gesellschaft spaltet und unzulässig zu einem „Anti-Pluralismus“ verallgemeinert wird (wie etwas, das distinkt anders ist als der Einheitsbrei, der Genderisten vorschwebt, anti-pluralistisch sein kann, ist ein Rätsel, das man vermutlich nur lösen kann, wenn man die neuronalen Einöden, die die Hirne von Genderisten darstellen, simulieren kann), aufzuarbeiten. Tatsächlich geht es in REVERSE nicht darum, ein Forschungsobjekt wissenschaftlich zu erarbeiten. Tatsächlich geht es um krude Beeinflussung und politischen Aktivismus.

Das wird sehr deutlich, wenn man sich die Zeit nimmt, den hier verlinkten Text zu lesen, den man wie folgt zusammenfassen kann: Debatten, die Kritik am Genderismus üben, beeinträchtigen die öffentliche Meinungsbildung und sind gesellschaftlichem Zusammenhalt abträglich. Die entsprechenden Debatten gehen von denen aus, die Genderisten nicht leiden können und deren Ziel darin besteht, die „Privilegien von Männern“ zu verteidigen. Selbst Frauen tragen diese „anti-feministische Strömung“, Frauen, die „Vorteile in der Re-Traditionalisierung der weiblichen Rolle sehen“. Aus diesem Grund ist es das Ziel von REVERSE die „verschiedenen Dimensionen desintegrierender Spaltungslinien im ‚Anti-Genderismus’-Diskurs” darzustellen. Zunächst sollen “Trägerschichten, Einstellungen, diskursive Strategien, Mobilisierungs- und Radikalisierungspotenziale anti-feministischer Bewegungen mit Fokus auf die Wechselwirkungen von Überzeugungen mit dem Erleben und der Diskursivierung gesellschaftlicher Umbrüche“ untersucht werden, um auf dieser Grundlage Ansatzpunkte zu identifizieren, „um potentiell gesellschaftsspaltenden Diskursen zu begegnen”.

„Gemeinsam u.a. mit Trägern der politischen Bildung werden Bildungsangebote entworfen, die sich mit (Un- )Gleichheitsvorstellungen, anti-/liberalen sowie anti-/demokratischen Deutungen von Geschlechterverhältnissen beschäftigen. In Multiplikator*innen-Workshops erarbeitete Transferkonzepte werden im internen Benchmarking evaluiert und in ein öffentlichkeitswirksames Transferprogramm integriert. Zentrales Instrument sind mehrformatige Veranstaltungsreihen zur Aufklärung, Wissensvermittlung sowie Diskussion geschlechterpolitischer Fragen. Neben klassischen Konzepten für den intra- und interuniversitären Austausch, Expert*innen- und Arbeitsgesprächen, Podiumsdiskussionen und Fachpublikationen werden Seminare und Gesprächsrunden zur Anwendung im Studium Generale oder in Schulen sowie entwicklungspsychologische und pädagogische Konzepte und Manuale für die Aus- und Weiterbildung von Ärzt*innen, Psycholog*innen, Erzieher*innen, Lehrer*innen und Fachkräften der Sozialen Arbeit entwickelt“.

Dass die Damen von REVERSE versuchen, sich den Anstrich von Wissenschaftlichkeit zu geben, ist ein schlechter Witz, der wieder einmal zeigt, dass man, wie schon ein biologische Abnormalität aus den x-Files weiß, nicht vorgeben kann, etwas zu sein, was man nicht ist. Gender Studierte sind keine Wissenschaftler. Sie sind politische Aktivisten.

Wissenschaftler haben einen Forschungsgegenstand. Genderisten haben ein politisches Anliegen.

Wissenschaftler wollen den Forschungsgegenstand erklären. Genderisten regen sich über einen empirischen Fakt auf und wollen ihn zum Verschwinden bringen.

Wissenschaftler untersuchen einen Forschungsgegenstand, um zur Theoriebildung beizutragen. Genderisten wollen den empirischen Fakt, der sie aufregt, eliminieren.

Wissenschaftler stehen ihrem Forschungsgegenstand neutral gegenüber. Genderisten stehen ihrem Erregungsgegenstand von Anfang an negativ gegenüber. Sie haben Vorurteile, die durch keinerlei Beobachtung veränderbar sind.

Wissenschaftler sind rationaler Argumentation verpflichtet und streben danach, eine Kongruenz zwischen ihrer Theorie und empirischen Beobachtungen herzustellen. Genderisten sind ihrer Heilslehre verpflichtet und streben danach, abweichende empirische Beobachtungen zu eliminieren.

Und deshalb ist es das Ziel von REVERSE, Mittel und Wege zu ersinnen, mit denen man die Kritik an der Heilslehre des Genderismus unterdrücken, beseitigen, eliminieren kann. Wie gewöhnlich sind die angestrebten Mittel nicht Mittel des rationalen Diskurses, denn dazu müsste man die Legitimität von Kritik am Genderismus anerkennen, sondern Mittel des Zwangs, der Manipulation und Indoktrination.

Wer auch immer an REVERSE beteiligt ist und zu den Marburgern, die daran beteiligt sind, liegen uns bereits interessante Analysen zu Querverbindungen und wenn man es einmal so bezeichnen will „Werdegang“ vor, ist alles nur kein Wissenschaftler. Die meisten Beteiligten wurden über Bundes- und Landesprogramme in ihre institutionelle Position gehievt, sind seit Jahren Empfänger von Zuwendungen aus Landes- und Bundestöpfen, die der Förderung ansonsten offensichtlich chancenloser „Projekte“ aus dem Bereich des Genderismus oder schlicht der politischen Zuarbeit dienen, so dass der Verdacht naheliegt, sie wurden in ihren Positionen an Universitäten installiert, um als intellektuelle UBoote jederzeit für politische Zwecke eingesetzt werden zu können, immer in der Hoffnung, man könne sie mit dem Feigenblatt der Wissenschaftlichkeit ausstatten,

Man kann es nicht, wie der neueste Unsinn aus der Gender-Kaderschmiede in Marburg zeigt, den wir auf der Seite der DGS, die einst Soziologen vertreten hat und heute zu einer Nickveranstaltung des politischen Zeitgeistes geworden ist, gefunden haben:

“ERFAHRUNGEN FACH SOZIOLOGIE MIT DISKURSEN ÜBER UND ARGUMENTATIONEN GEGEN GENDER STUDIES, FEMINISMUS UND GENDER MAINSTREAMING
Das Zentrum für Gender Studies der Universität Marburg forscht im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes „REVERSE“ zur Sicht von WissenschaftlerInnen auf Gender Studies, Feminismus und Gender Mainstreaming.

Die ForscherInnen des Projektes bitten die DGS-Mitglieder und LeserInnen der DGS-Website um die Beantwortung der folgenden Frage:
 Welche Erfahrungen gibt es im Fach Soziologie mit Diskursen über und Argumentationen gegen Gender Studies, Feminismus und Gender Mainstreaming?

Bitte richten Sie Ihre Antwort bis zum 31.01.2018 an Dr. Marion Näser-Lather: naeserm(at)staff.uni-marburg.de
Weitere Informationen zum Projekt “REVERSE” finden Sie im Anhang.”

Wir rufen alle Soziologen, die beim Versuch, mit Genderisten zu diskutieren, die Erfahrung gemacht haben, dass sie als Antwort auf ihre Kritik persönlich angegriffen wurden, diskreditiert wurden, dass man versucht hat, sie mundtot zu machen, ihnen nahegelegt wurde, die Universität zu wechseln, wie es einem männlichen Nachwuchswissenschaftler an der Frankfurter Universität geschehen ist, der eine fundierte Kritik zum Mythos „Gender Pay Gap“ publiziert hat, das sie zum Gegenstand einer Rufmordkampagne wurden, wie sie an der Universität Leipzig durchgeführt wurde und vieles mehr, sich bei der angegebenen eMail-Adresse zu melden. Vielleicht gelingt es auf diese Weise Marion Näser-Lather, die es zwar irgendwie zur Promotion geschafft hat, aber nicht zu wissen scheint, dass Wissenschaft nicht darin besteht, Vorurteile bestätigt zu bekommen, sondern darin, einen Forschungsgegenstand zu untersuchen, was es notwendig voraussetzt, ihn von allen Seiten zu betrachten, nicht nur von denen, die einem affektiv und ideologisch gerade in den Kram passen, ein wenig Nachhilfe in wissenschaftlichem Vorgehen, wissenschaftlicher Methode und wissenschaftlicher Lauterkeit zu geben.

Aber natürlich ist es kaum zu erwarten, dass sich jemand, der eine Vorstellung davon hat, was wissenschaftliche Lauterkeit ist, als Vasall für die dreckige Arbeit, die Ministerien zu vergeben haben, verdingt, für dreckige Arbeit, die darin besteht, unter dem Deckmantel der Finanzierung von angeblich wissenschaftlicher Forschung Indoktrinationsmaterial zu produzieren, mit dem der politische Gegner derer bekämpft werden kann, die ihren Hintern in Ministerien plattsitzen.

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DFG fördert Junk Science mit 2 Millionen Euro

Drei Jahre lang fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine Forschungsgruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung«. „Beteiligt sind die Humboldt-Universität zu Berlin (HU – Sprecherschaft), die Freie Universität Berlin (FU), die Technische Universität Berlin (TU) sowie die Universität Potsdam (UP) und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV)“.

Antragsteller: Eva Kocher
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Lehrstuhl für BR, Europäisches und Deutsches Arbeitsrecht, Zivilverfahrensrech

Selbstermächtigung in verrechtlichten Verhältnissen. Zum Wandel vergeschlechtlichter Kollektive in Konflikten der Erwerbsarbeit

Projektbeschreibung:
Das kollektive Handeln von Beschäftigten in der Erwerbsarbeit ist in Deutschland als Handeln von Betriebsräten und Gewerkschaften sowohl verrechtlicht als auch vergeschlechtlicht. Das Teilprojekt fragt danach, welche Rolle das Arbeitsrecht für die Vergeschlechtlichung von Kollektivierungsprozessen und imaginierten Kollektivitäten sowie (insbesondere) für die Konstitution vergeschlechtlicher Kollektive spielt. Es geht dabei von der These aus, dass die verrechtlichten Kollektive, Kollektivitäten und Kollektivierungen im Wandel der Erwerbsarbeit durch Entgrenzung, Entbetrieblichung und Subjektivierung in Krisen geraten sind. Gegenstand der Untersuchung sind alle Erscheinungsformen kollektiven Handelns in der Erwerbsarbeit einschließlich neuer Handlungsformen, die auf Öffentlichkeit und virtuellen Raum statt auf den Ort des Betriebs setzen, und die Selbstvertretung gegenüber verrechtlichten Formen der Interessenvertretung präferieren.

Unsere Einordnung: Es soll untersucht werden, ob Arbeitnehmer sich immer häufiger im Internet organisieren. Eine Fragestellung oder eine Hypothese gibt es nicht. Wenn es keine Hypothese gibt, gibt es auch keine Möglichkeit, etwas an der Realität zu prüfen, d.h. man kann alles und gar nichts behaupten. Kein wissenschaftlicher Wert, da letztlich unbegründete Annahmen den Ausgangspunkt dafür darstellen, diese unbegründeten Annahmen wie auch immer und wo auch immer zu „entdecken“ und wetten: „Vergeschlechtlichung“ werden die Projektmitarbeiter überall finden, wo sie suchen.

Antragsteller: Beate Binder
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät I
Institut für Europäische Ethnologie

Mobilisierung von Recht durch/als Kollektivierung? Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsrecht als institutionelle und politische Praxis

Projektbeschreibung:
»Enthinderung ermöglichen«, »Sexualitäten diversifizieren«, »Ethnische Vielfalt normalisieren« – unter diesen Schlagworten untersucht das Teilprojekt in drei ethnographischen Fallstudien aus kulturanthropologischer Perspektive Prozesse der Implementierung und Mobilisierung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) in Berlin. Mit dem AGG wurden 2006 EU-Richtlinien zur langfristigen Beseitigung gesellschaftlicher Diskriminierungen in deutsches Recht umgesetzt. Auch wenn aus juristischer Perspektive die regelnde und sanktionierende Kraft des AGG als eher unzulänglich eingeschätzt wird, werden doch die Effekte des Gesetzes etwa in Hinblick auf gesellschaftliche Einstellungen und langfristige Veränderungen hervorgehoben. Doch wie wird das AGG mit Leben gefüllt: wie strukturieren normierende, alltagspraktische und politische Aspekte des Gesetzes die Praxis des AGG, wie wird es zum Alltag in der politischen wie praktischen Arbeit von NGOs, Behörden, Institutionen und Interessenvertretungen? Wie werden mit Hilfe des AGG gesellschaftliche Ausgrenzung und eingeschränkte Teilhabemöglichkeiten problematisiert und wie trägt es dazu bei, konkrete Veränderungen anzustoßen? Das Teilprojekt ist im Kontext der empirischen Rechtsforschung angesiedelt. Mit seiner dezidiert praxeologischen und geschlechtertheoretischen Zuschnitts knüpft es an rechts- und politikanthropologische Konzepte sowie sozial-/kulturanthropologische Theorien der Vergemeinschaftung mit ihren jeweiligen geschlechtertheoretischen Erweiterungen an. Es nutzt ethnographische Methoden, um im Vergleich der drei Fallstudien (1) die sozialen und (alltags-) praktischen Effekte des AGG im lokalen Raum an Schnittstellen zu anderen rechtlichen Regulierungen zu untersuchen, (2) die hierdurch angestoßenen Kollektivierungsprozessen und die Verhandlung von Individualität und Kollektivität in der Antidiskriminierungspraxis zu befragten, (3) Dimensionen der Vergeschlechtlichung in den durch das AGG angestoßenen Institutionalisierungs- und Kollektivierungsprozessen herauszuarbeiten und (4) Verschränkungen von rechtlicher und politischer Praxis in Hinblick auf Zugehörigkeit und Teilhabe an (Stadt-)Gesellschaft aufzuzeigen.

Unsere Einordnung: Drei Hansel dienen als Fallstudien, um von den drei Einzelfällen wilde Schlüsse auf „Kollektivierungsprozesse“ und darauf zu ziehen, wie es im Einzelfall gelingt, sich mit Hilfe des AGG durch zu klagen. Kein wissenschaftlicher Wert, da aus Einzelfällen nur dann Honig gesaugt werden kann, wenn die gewonnenen Erkenntnisse anschließend überprüft werden. Eine solche Überprüfung findet nicht statt.

Antragsteller: Beate Binder
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät I
Institut für Europäische Ethnologie

Koordinationsfonds.
Projektbeschreibung
Keine Zusammenfassung vorhanden.

Unsere Einordnung: Hier wird Geld ausgegeben, um sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was die Teilprojekte, von denen niemand weiß, was sie miteinander zu tun haben, mit einander zu tun haben könnten. Wissenschaftlicher Wert nicht vorhanden.

Antragsteller: Martin Lücke
Freie Universität Berlin
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Friedrich-Meinecke-Institut (FMI)

Die Homosexuellenbewegung und die Rechtsordnung in der Bundesrepublik 1949-2002
Das Teilprojekt untersucht die homosexuelle Emanzipationsbewegung der Bundesrepublik in ihrer Auseinandersetzung mit der deutschen Rechtsordnung im Zeitraum von der Gründung der Bundesrepublik 1949 bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungskonformität des Lebenspartnerschaftsgesetzes (LPartG) im Jahr 2002. Ausgehend von der Hypothese einer emanzipatorischen Rechtsaneignung durch die Homosexuellenbewegung fragt das Teilprojekt nach den Zusammenhängen zwischen Prozessen der Entkriminalisierung und Entdiskriminierung und der Formierung politischer Kollektive und Subkulturen. Untersucht werden die Kriminalisierung mann-männlicher Sexualität durch § 175, Berufsverbote und schwul-lesbisches Gewerkschaftliches Engagement, die Aids-Krise der 1980er und 90er Jahre sowie Debatten über die sog. “Homo-Ehe”. Mithin geraten die Rechtsgebiete Strafrecht, Sozialrecht, Zivilrecht, Gesundheitsrecht und Arbeitsrecht in den Blick. Dabei stehen die Rechtsdebatten und Rechtspraxen der Homosexuellenbewegung im Fokus, sowie die Funktion und Bedeutung von Recht im Kontext der Kollektivbildung und politischen Emanzipation.

Unsere Einordnung: Wenn man etwas nicht mehr unter Strafe stellt, folgt dann daraus, dass diejenigen, die das nun nicht mehr Strafbare begehen auch nicht mehr diskriminiert werden? Da Strafrecht eine Diskriminierung darstellt, folgt das Ende der Diskriminierung notwendig aus der Abschaffung der Strafbarkeit. Projekt beendet.

Antragsteller: Sabine Hark
Technische Universität Berlin
Fakultät I – Geisteswissenschaften
Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung

Die Neuerfindung des Kollektiven? Zur ‘Wiederentdeckung’ des Gemeinsamen. Eine Untersuchung von Diskursen und Praktiken urbanen Wohnens in Gemeinschaften

Ausgehend von Debatten um Commons beziehungsweise Gemeingüter nimmt das Teilprojekt Kollektive in den Blick, die sich über eine gemeinschaftliche Herstellung und Nutzung von urbanem Wohn-raum konstituieren. Im Kontext des in der Forschungsgruppe fokussierten Zusammenhangs von Recht, Geschlecht und Kollektivität fragt das TP, wie Recht und Geschlecht in Projekten gemeinschaftlichen Wohnens die Möglichkeitsbedingungen und Imaginationsräume für praktische Suchbewegungen eines konkreten, alltäglichen Gemeinsamen konfigurieren und (mit )konstituieren. Im Zentrum stehen Formen von Kollektivität in einem Lebensbereich, der in der Moderne als Inbegriff von Privatheit, Individualität und familialer, vergeschlechtlichter Intimität gilt. Zugleich ist Wohnen im modernen Sozialstaat als öffentliche Aufgabe Gegenstand sozialpolitischer Regulierung und Gesetzgebung, die im Zuge der Transformation des Sozialstaats seit den 1970er Jahren verstärkt auf eine Verantwortungsverlagerung auf die Individuen und marktförmige Steuerungsmechnismen setzt. Das TP setzt an Beobachtungen einer Reaktualisierung von Gemeinschaft an, die als Suche nach einem neuen, nicht-abstrakten Gemeinsamen, nach neuen Räumen des Geteilten gedeutet wird. Im Sinne einer kritischen Ontologie der Gegenwart sollen Formen und Praktiken der Kollektivierung im gemeinschaftlichen Wohnen also als spezifische Antworten auf eine historische Situation gefasst werden, in der sich Sozialität in erheblichem Maße als abstrakte Vergesellschaftung individualisierter Akteur_innen konstituiert. Das TP bearbeitet drei miteinander verknüpfte Dimensionen: Zum einen wird die aktuelle Diskursivierung von gemeinschaftlichem Wohnen als (erhoffte) Antwort auf aktuelle gesellschaftliche Probleme zum Anlass genommen, zu fragen, wie Gemeinschaft in aktuellen kollektiven Wissensbeständen verhandelt wird, wie in diesem Kontext eine (gesellschaftliche) Notlage diskursiviert wird und in welcher Weise gemeinschaftliches Wohnen als Antwort auftaucht. Zum zweiten soll die Konstellation lokaler Institutionen, Programme und Verfahren im Stadtstaat Berlin als Arena spezifischer Möglichkeits und Gelingensbedingungen für Projekte gemeinschaftlichen Wohnens rekonstruiert werden. Zum dritten werden alltägliche Praktiken in Wohnprojekten untersucht, durch die wohnraumbezogene Kollektive hergestellt und aufrechterhalten werden.

Unsere Einordnung: Forschungsgegenstand: Wie leben Bewohner von Wohngemeinschaften (in besetzten Häusern)? Ist gemeinsame Wohnung die Voraussetzung für Gemeinschaft in gemeinsamer Wohnung? Und kann man davon ausgehen, dass auch Bewohner in wohngemeinschaftlicher Gemeinschaft den Randbedingungen des Lebens, die darin bestehen, Essen und Trinken und Schlafen und in manchen Fällen sogar arbeiten zu müssen, unterworden sind? Die Ergebnisse dieser Entwissenschaftlichung der Forschung dürften sich im Rahmen alltäglicher Selbstverständlichkeiten, formuliert in einem vergesellschaftlicht vergeschlechtlichten, in der Regel nicht ontologisch begründeten und in jedem Fall durch die Projektmitarbeiter kollektivierten Kauderwelsch, der kaum als Wissensbestand durchgeht, niederschlagen. Wissenschaftlicher Wert: Die Ontologie der Epistemologie der Evaluationsmethode hat unter Entgrenzung und Reaktualisierung der statistischen Signifikanz eine Lehrstelle gefunden.

Antragsteller. Maja Apelt
Universität Potsdam
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Organisations- und Verwaltungssoziologie

Männerbünde Militär und Feuerwehr – politische Interessengruppen und rechtliche Interventionen

Das Teilprojekt untersucht, wie das europäische Antidiskriminierungsrecht von der Gesetzgebung über die organisationalen Verordnungen, Anweisungen und Empfehlungen in zwei männlich geprägte Organisationstypen (korporative Akteure) – Militär und Feuerwehr – implementiert und umgesetzt wird. Dabei geht es darum, (1) welche kollektiven Akteure – Interessenorganisationen und soziale Gruppen – sich an diesem Prozess beteiligen, sich dabei konstituieren und wie sie sich aufeinander beziehen, (2) wie sich Recht in diesem Prozess verändert und (3) wie dies die Praxen der Gleichbehandlung beeinflusst. Das Projekt beginnt im Jahr 2000 mit den Antidiskriminierungsrichtlinien der EU und soll eine Dokumenten- und Medienanalyse, Experteninterviews in den beteiligten Organisationen und Gruppen, sowie auf ausgewählten Fallstudien zur Interaktion zwischen unterschiedlichen Akteuren integrieren.

Unsere Einordnung: Experteninterviews und Fallbeispiele, die empirische Forschung der mathematisch Unbegabten, werden auch im vorliegenden Fall dazu führen, dass als Ergebnis des Teilprojekts festgestellt werden kann, dass in zwei „männlich geprägten Organisationstypen“ die Durchsetzung von Gleichbehandlung durch das AGG nur schleppend gelingt, weshalb das AGG verschärft werden muss. Das Ergebnis wird durch die Auswahl der Experten und Fallbeispiele sichergestellt. Das ist zwar politischer Aktivismus, aber die DFG finanziert es trotzdem. Wissenschaftlicher Wert ist keiner vorhanden, schon weil die Vergleichsgruppe der „weiblich geprägten Organisationstypen“ fehlt.

Antragsteller. Susanne Baer, Bundesverfassungsrichter mit zu viel Zeit am BVerfG
Humboldt-Universität zu Berlin
Juristische Fakultät
Lehrstuhl für ÖR und Geschlechterstudien

Knotenpunkt Kollektiv. Geschlecht, Sexuelle Orientierung und Geschlechtliche Identität als soziale Gruppe(n) im Europäischen Asylrecht

Das TP untersucht erstmals systematisch die aktuelle Praxis der Anerkennung von Geschlecht, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität im Asylverfahren in der Rechtsprechung in Europa. Das Augenmerk liegt auf dem Tatbestandsmerkmal der “sozialen Gruppe” als – für die Forschergruppe leitend – Dimension von Kollektivität. Zentrale These des TP ist, dass der Anerkennungsprozess in der Rechtspraxis nicht etwa überkommen tradiert ist, sondern – unbeabsichtigt – bisherige Vorstellungen vom heteronormativen Rechtssubjekt ablöst oder zumindest erschüttert. Das TP knüpft damit an bislang separierte Arbeiten in verschiedenen Disziplinen an und will diese für die Forschung, aber auch für die juristische Arbeit zusammenführen. Ziele liegen daher auf mehreren Ebenen: In der Geschlechterforschung können neue Impulse für die Auseinandersetzung mit der Ambivalenz des Rechts gewonnen werden: Bislang galt Recht als problematisch, da es Differenz und Ungleichheit fixiert, muss aber gleichzeitig emanzipatorisch genutzt werden. Das TP reagiert auf die Frage, ob die Nutzung von Recht auch eine Überwindung rechtlicher Strukturlogiken wie der Heteronormativität bedeuten kann. Zugleich liefert es einen neuen Beitrag zur Kritik von Identitätslogiken, da Kollektivität im Asylrecht offener ist als die (diskriminierende) Gruppe. Das TP beteiligt sich an der Asylrechtsforschung zur tatbestandlichen Entwicklung von Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität und sozialer Gruppe und bringt diese auf den einschlägigen Stand der Geschlechterforschung. Beide sind sich näher als bisher angenommen, weshalb mit dem Fokus auf Heteronormativität ein struktureller Entwicklungsprozess im Asylrecht freigelegt werden kann. Das TP untersucht allerdings einen Prozess, der zwar über die Asylrechtspraxis läuft, von dieser allerdings nicht intendiert ist. Das TP untersucht die Symptome dieses Prozesses, etwa über Unbehagen im Zusammenhang mit Trans*-Vorbringen oder Schwierigkeiten in der Ermittlung und Beweiswürdigung. Es legt den Prozess aber auch als spezifischen juridischen Diskurs frei, in dem insbesondere die Selbstbeschreibung als Teil eines Kollektivs und die Vergeschlechtlichung der Subjekte eine Rolle spielt. Der Ertrag wird so für die Theorie, aber auch für die juristische Praxis verwertbar sein.

Unsere Einordnung: vollkommener Unsinn. Die Menge transsexueller Asylbewerber ist zu gering, um die Normalität junger heterosexueller meist männlicher Asylbewerber außerhalb der Einbildung der Antragssteller zu erschüttern. Eine Überwindung „rechtlicher Strukturlogiken“ der „Heteronormativität“ ausgerechnet von arabischen oder afrikanischen Asylbewerbern zu erwarten ist eine so absurde Idee, dass man auf den Ertrag des Teilprojekts für die juristische Praxis nicht gespannt sein muss, schon weil im Asylverfahren Geschlecht keine Rolle spielt. Aber das wissen nur Juristen. Bundesverfassungsrichter sind häufig politische Besetzer, die von Juristerei keine Ahnung haben.

Dafür werden 2 Millionen Euro Steuergelder ausgegeben.
Deutschland muss es gut gehen!

 

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