Mit Volldampf gegen die Wand: Professorinnenprogramm wird fortgesetzt

Das Professorinnenprogramm wird fortgesetzt. 300 Millionen Euro, die seit 2008 eingesetzt wurden, um 524 Professorinnen an Hochschulen zu berufen, haben nicht ausgereicht, um der Wissenschaft den Garaus zu machen. Entsprechend wird das Professorinnenprogramm fortgesetzt. Darauf hat sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz geeinigt.

GWG 2Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist ein Gremium, in dem die Kultusminister der Länder gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung den neuesten Schlachtplan aushecken, um die Wahrscheinlichkeit, dass sich in Deutschland ein fähiger Wissenschaftler in die institutionelle Wissenschaft verirrt zu verringern oder zu beseitigen. Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist ein Treffpunkt von geschlechterbewegten Politikern, die von Wissenschaft ungefähr so viel verstehen, wie eine Steckrübe vom 100 Meter Lauf. Der Zusatz „Wissenschaft“ hat kosmetische, er hat keine inhaltlichen Gründe.

Auch das Professorinnenprogramm hat kosmetische Gründe, denn die Politiker, die sich in der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz zusammenfinden, sie finden es gut, wenn der Anteil weiblicher Professoren erhöht wird. Warum? Wissenschaftliche oder gar Gründe, die auf Fähigkeit und Wissen basieren, können es nicht sein, denn Meritokratie spielt im Professorinnenprogramm gerade keine Rolle, kann sie auch nicht, denn die Berufungsverfahren orientieren sich weitgehend an meritokratischen Gesichtspunkten: weibliche Bewerber, die besser geeignet sind, um eine Professur zu besetzen als männliche Bewerber kommen somit ohne Professorinnenprogramm zum Zuge.

Daher dient das Professorinnenprogramm dazu, die weiblichen Bewerber, die nicht besser geeignet sich als männliche Bewerber, auf eine Position zu hieven, auf die sie ohne das Professorinnenprogramm nie gekommen wären. Und bei der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz macht man auch gar keinen Hehl mehr daraus, dass das Professorinnenprogramm dazu dient, die Auswahl nach Fähigkeit und Leistung durch die Bevorzugung weiblicher Bewerber aufzuheben.

So heißt es: „

Professorrinnenprogramm“Das Bund-Länder-Programm wirkt auf zwei Ebenen: Es erhöht die Anzahl der Professorinnen an deutschen Hochschulen und stärkt die Strukturen für die hochschulinterne Gleichstellung. Die Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem wird dadurch nachhaltig verbessert.“

Die Ziele des Professorinnenprogramms sind also: Mehr weibliche Professoren und „stärkere Strukturen für hochschulinterne Gleichstellung“. Letzteres bedeutet, dass ein weiblicher Professor, der seine Berufung dem Professorinnenprogramm verdankt, verpflichtet ist oder wird, die Interessen seiner Klientel der weiblichen Bewerber, deren Fähigkeiten nicht ausreichen, um sich im freien und fairen Wettbewerb gegen männliche Konkurrenz durchzusetzen, zu vertreten. Die „Struktur für die hochschulinterne Gleichstellung“ wirkt sich dann vermutlich so aus, dass diejenigen, die sich bereits auf Lehrstühlen breit gemacht haben, keine Probleme damit haben, wenn männliche Bewerber auf ausgeschriebene Stellen getäuscht und dafür benutzt werden, den rechtlichen Schein aufrecht zu erhalten, schließlich sind Ausschreibungen, die sich nur an ein Geschlecht richten, im Antidiskriminierungsgesetz verboten. Dennoch werden sie getätigt und dennoch wurden 524 weibliche Bewerber über das Professorinnenprogramm berufen, in dessen Genuss ausschließlich weibliche Bewerber kommen, die „Struktur für hochschulinterne Gleichstellung“ hat wohl diesen moralischen Verfall und die Verbreitung von Betrug und Täuschung als normalem inneruniversitärem Umgang zur Folge.

Chancengerechtigkeit ist natürlich ein absoluter Blödsinn. Chancen kann man bestenfalls gleich verteilen. Wer versucht, Chancen, also Anrechte auf eine mögliche Entwicklung „gerecht“ zu verteilen, der müsste schon wissen, wer seine Chancen am besten zu nutzen im Stande ist, müsste entsprechend in die Zukunft schauen. Vielleicht bilden sich die Helden der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz ein, sie könnten in die Zukunft schauen, sie können es aber nicht. Vielleicht sind sie auch einfach nur eine Ansammlung von Schwätzern, die irgendetwas mit Gerechtigkeit und Chancen und so verbreiten will, irgendwas, das dem Publikum, das sie für dumm halten, zeigt, wie gut sie doch sind.

junk_scienceFür Letzteres spricht, dass mit dem Professorinnenprogramm Ergebnisgleichheit hergestellt wird, d.h. weibliche Bewerber werden unabhängig von ihrer Leistung männlichen Bewerbern vorgezogen, um letztlich eine gleiche Verteilung von Professuren nach Geschlecht herbeizuführen. Ergebnisgleichheit ist in diesem Fall das Gegenteil von Gerechtigkeit und hat auch mit Chancengleichheit nichts zu tun. Ergebnisgleichheit ist das Gegenteil von Gerechtigkeit, weil eine gerechte Stellenbesetzung nach Leistung und eben nicht nach Geschlecht erfolgen würde. Ergebnisgleichheit hat mit Chancengleichheit nichts zu tun, weil Chancengleichheit lediglich gewährleistet, dass alle Bewerber in einem Auswahlverfahren an denselben Kriterien (von Leistung usw.) gemessen werden.

Das kann man nicht oft genug feststellen.

Also werden die nächsten vier Jahre weitere 150 Millionen Euro aus dem Fenster geworfen, um einige 100 weibliche Bewerber auf Professorenstellen zu hieven, auf die sie in einem freien und fairen Wettbewerb nie gekommen wären, denn hätten sie sich auch über Kenntnisse und Fähigkeiten, über ihre Leistung durchgesetzt, sie hätten das Professorinnenprogramm nicht nur nicht gebraucht, sie hätten es sich verbeten, über das Professorinnenprogramm berufen zu werden.

Haben sie aber nicht. Entsprechend sitzen bereits 524 weibliche zumindest Minderwissenschaftler als Professoren an Hochschulen und tun ihr Möglichstes, um die deutsche Wissenschaft von innen zu zersetzen und die Produktion von Wissen gegen die Wand zu fahren. Es werden weitere 200+ in den nächsten vier Jahren folgen.

Männlichen Graduierten, die im Wissensbetrieb bleiben wollen, kann man vor diesem Hintergrund nur raten, sich entweder einen Job in der Privatwirtschaft zu suchen oder ins Ausland zu gehen. Die deutsche Wirtschaft wird feminisiert und wie alle Berufe, die in der Vergangenheit feminisiert wurden (Lehrer, Ärzte, Juristen) so wird es auch mit dem Beruf des Hochschullehrers weiter bergab gehen. Den Schülern, die keine deutsche Rechtschreibung mehr beherrschen, folgen die Studenten, die weder grundlegende fachliche noch methodische Kenntnisse aus ihrem Studium mitbringen. Schaun wir mal, wie lange es dauert, bis die deutsche Wissenschaft insgesamt gegen die Wand gefahren wurde. Die Sozialwissenschaften, jener Zweig der Wissenschaft, der den höchsten Anteil weiblicher Professoren aufzuweisen hat, dank dem Professorinnenprogramm, ist bereits in der Vorwissenschaft angekommen.

Die Nachricht, dass das Professorinnenprogramm fortgesetzt wird, wurde in der Redaktion von ScienceFiles mit einer Mischung aus Unverständnis, Belustigung und „No more Hope-Attitude“ aufgenommen. Dr. habil. Heike Diefenbach ist dazu übergegangen, den Song of Awakening zu hören. Die Hoffnung stirbt dann doch zuletzt.

Update: Nutznießer des Professorinnenprogramms

Das meritokratische Prinzip besagt, dass Leistung das Kriterium ist, das über z.B. die Vergabe von Positionen im Bildungswesen entscheidet. Wenn sich also ein guter und ein schlechter Kandidat auf eine Position bewerben, dann sieht das meritokratische Prinzip vor, dass der bessere Kandidat die Position erhält. Es ist also gerade nicht wie in der Politik, wo Kandidaten nach Hausmacht z.B. in den Unterbezirken und weitgehend unabhängig von ihrer Leistung gewählt werden.

ProfessorrinnenprogrammMit dem Professorinnenprogramm ist das meritokratische Prinzip von Hochschulen verschwunden. Nicht mehr die Leistung entscheidet darüber, ob ein Bewerber eine Position erhält, sondern sein Geschlecht. Entgegen aller Mimikry und aller ausgefeilten Versuche, das Professorinnenprogramm nicht als klares Programm zur Diskriminierung von Männern erscheinen zu lassen, ist das Professorinnenprogramm nichts anderes als ein Diskriminierungsprogramm: Positionen an Hochschulen werden für weibliche Bewerber reserviert, nur an weibliche Bewerber vergeben, weibliche Bewerber werden also privilegiert, männliche Bewerber diskriminiert.

Das Professorinnenprogramm ist ein Günstlingprogramm, das der Vergabe von Lehen im Mittelalter entspricht und nicht Leistung, sonder die Bereitschaft, sich als Günstling zu verdingen, belohnt.

Wir haben vor ein paar Tagen eine Liste gestartet, in die all diejenigen aufgenommen werden, die sich nicht zu schade sind, aufgrund ihres Geschlechts und eben nicht aufgrund ihrer Leistung auf eine Professur berufen zu werden. Die Liste wird von unseren Lesern geführt, von denen sich manche als sehr motiviert erwiesen haben. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich und sind schon gespannt auf die weiteren Hinweise, die uns auf die Günstlinge des Professorinnenprogramms erreichen.

Wer Hinweise hat: Eine eMail an uns genügt.

Hochschule Fakultät Name
TU-Berlin Theoretische Physik Dr. Sabina Klapp
TU-Berlin Kunstgeschichte Dr. Bénédicte Savoy
TU-Braunschweig Gender, Technik und Mobilität; Maria Goeppert-Mayer-Frauenförderung Dr. Corinna Bath
Universität Bremen Mathematik Dr. Emily King
Universität Bremen Wirtschaftswissenschaft Dr. Jutta Günther
TU-Chemnitz Literaturwissenschaft Dr. Bernadette Malinowski
TU-Chemnitz Rechtswissenschaft Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl
TU-Dresden Umweltwissenschaften Dr. Christina Dornack
Fachhochschule Erfurt Architektur und Stadtplanung Dr. Katrin Großmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Herrmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Remsperger
Pädagogische Hochschule Freiburg Medizin Dr. Eva Bitzer/td>
Pädagogische Hochschule Freiburg Germanistik Dr. Petra Gretsch
Pädagogische Hochschule Freiburg Pädagogik der frühen Kindheit Dr. Susanne Koerber
Universität Freiburg Anorganische und Analytische Chemie Dr. Anna Fischer
Universität Göttingen Sozialwissenschaften Dr. Claudia Diehl
Universität Göttingen Germanistik Dr. Anke Holler
Universität Göttingen Mathematik Dr. Anja Sturm
Universität Hamburg Betriebswirtschaftslehre Dr. Silke Boenigk
Universität Hamburg Amerikanistik Dr. Astrid Boger
Universität Hamburg Sozialwissenschaften Dr. Anita Engels
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Kommunikationswissenschaften Dr. Eva Baumann
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Kinder- und Jugendchorleitung Dr. Friederike Stahmer
Universität Hannover Sprachwissenschaft Dr. Ulrike Altendorf
Universität Hannover Evangelische Theologie Dr. Monika Fuchs
Universität Hannover Sprachpädagogik Dr. Ulrike M. Lüdtke
Universität Hannover Mathematik und Physik Dr. Silke Ospelkaus
Universität Lüneburg Sprachwissenschaft Dr. Anne Barron
Universität Lüneburg Ökologie Dr. Alexandra Klein
Universität Lüneburg Kunstgeschichte Dr. Beate Söntgen
Universität Mainz Medizin Dr. Christine Espinola-Klein
Universität Mainz Physikalische Chemie Dr. Angelika Kühnle
Universität Mainz Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte Dr. Vasiliki Tsamakda
Universität Osnabrück Wirtschaftspsychologie Dr. Christel Kumbrück
Universität Osnabrück Sprachwissenschaft Dr. Christina Noack
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Kertin Plüm
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Marion Wendehals
Universität Osnabrück Geschlechterforschung Dr. Barbara Schwarze
Universität Rostock Sonderpädagogik Dr. Tanja Jungmann
Universität des Saarlandes Mikrobiologie Dr. Karin Römisch
Universität Siegen Wirtschaftswissenschaften Dr. Ilona Ebbers
Universität Tübingen Chemie Dr. Doris Kunz
Universität Vechta Geistes- und Kulturwissenschaften Dr. Eva Wilden
Jade Hochschule Wilhelmshaven Tourismuswissenschaft Dr. Ines Behn-Künzel

Wir bitten weiter um zahlreiche Mitarbeit, denn, wie sich hoffentlich langsam herumgesprochen hat: Wir betreiben ScienceFiles nebenbei!

Nutznießer des Professorinnenprogramms

Ein Hinweis, den uns ein Leser von ScienceFiles vor einiger Zeit zugeschickt hat, hat uns zwischenzeitlich auf eine Idee gebracht, die wir hiermit umsetzen:

Eine Liste der Nutznießer des Professorinnenprogramms!

ProfessorrinnenprogrammWie wir in seiner Vielzahl von Beiträgen gezeigt haben, basiert das Professorinnenprogramm auf der Diskriminierung von Männern, es setzt weibliches Geschlecht an die Stelle von Leistung und damit das meritokratische Prinzip außer Kraft.

Im Rahmen des Professorinnenprogramms können nur weibliche Bewerber berufen werden, was dazu geführt hat, dass eine Vielzahl von Fake-Ausschreibungen von Universitäten verbreitet wurden und werden, mit dem Ziel, männliche Bewerber darüber hinwegzutäuschen, dass sie keine Chance auf die ausgeschriebene Stelle haben und generell vorzutäuschen, es handle sich bei der Ausschreibung um keine Ausschreibung, die gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstößt.

Wie eine Ausschreibung, die die Besetzung einer Stelle ausschreibt, die nicht besetzt werden kann, wenn kein weiblicher Bewerber gefunden wird, da die Stelle unter der Maßgabe einer Förderung aus dem Professorinnenprogramm ausgeschrieben ist, nicht gegen das AGG verstoßen kann, ist eines jener Rätsel, zu dem nur Politiker und Ideologen, die mit weniger als dem Normalmaß an Verstand ausgestattet sind, eine Lösung finden können. Für uns steht fest, dass eine Stelle, die nur besetzt wird, wenn ein weiblicher Bewerber gefunden wird, keine Stelle ist, die mit dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz vereinbar ist, der im AGG festgeschrieben wurde.

Für uns steht zudem fest, dass es für Wissenschaftler, die auf ihre Leistung stolz sind, die wissen, was sie können und eine entsprechende Wertschätzung erwarten, nicht in Frage kommt, auch nur in den Ruch zu kommen, durch das Professorinnenprogramm oder ein anderes Förderprogramm, das nicht Leistung, sondern Geschlecht fördert, bevorteilt zu werden. Folgerichtig können diejenigen, die sich über das Professorinnenprogramm fördern lassen, über das Professorinnenprogramm in Positionen gelangen, weder Stolz empfinden noch der Ansicht sein, ihre Leistung wäre so, dass sie in einem Wettbewerb, der nicht zu ihren Gunsten verzerrt ist, bestehen könnten.

Deshalb haben wir beschlossen, eine Liste derer zu führen, die sich nicht zu schade waren, eine Bevorzugung kraft ihres Geschlechts im Rahmen des Professorinnenprogramms in Anspruch zu nehmen.

Die Liste wird laufend ergänzt, was allerdings voraussetzt, dass uns Leser wie Peter Trier, auf den die ersten drei Namen zurückgehen, mit den entsprechenden Namen der Nutznießer des Professorinnenprogramms versorgen.

Eine eMail an uns genügt.

Universität Hamburg

Hochschule Fakultät Name
TU-Berlin Theoretische Physik Dr. Sabina Klapp
TU-Berlin Kunstgeschichte Dr. Bénédicte Savoy
TU-Chemnitz Literaturwissenschaft Dr. Bernadette Malinowski
TU-Chemnitz Rechtswissenschaft Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl
TU-Dresden Umweltwissenschaften Dr. Christina Dornack
Fachhochschule Erfurt Architektur und Stadtplanung Dr. Katrin Großmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Herrmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Remsperger
Universität Freiburg Anorganische und Analytische Chemie Dr. Anna Fischer
Universität Göttingen Sozialwissenschaften Dr. Claudia Diehl
Universität Göttingen Germanistik Dr. Anke Holler
Universität Göttingen Mathematik Dr. Anja Sturm
Universität Hamburg Betriebswirtschaftslehre Dr. Silke Boenigk
Universität Hamburg Amerikanistik Dr. Astrid Boger
Universität Hamburg Sozialwissenschaften Dr. Anita Engels
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Kommunikationswissenschaften Dr. Eva Baumann
Universität Hannover Sprachwissenschaft Dr. Ulrike Altendorf
Universität Hannover Evangelische Theologie Dr. Monika Fuchs
Universität Hannover Sprachpädagogik Dr. Ulrike M. Lüdtke
Universität Hannover Mathematik und Physik Dr. Silke Ospelkaus
Universität Lüneburg Sprachwissenschaft Dr. Anne Barron
Universität Lüneburg Ökologie Dr. Alexandra Klein
Universität Lüneburg Kunstgeschichte Dr. Beate Söntgen
Universität Mainz Medizin Dr. Christine Espinola-Klein
Universität Mainz Physikalische Chemie Dr. Angelika Kühnle
Universität Mainz Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte Dr. Vasiliki Tsamakda
Universität Osnabrück Wirtschaftspsychologie Dr. Christel Kumbrück
Universität Osnabrück Sprachwissenschaft Dr. Christina Noack
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Kertin Plüm
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Marion Wendehals
Universität Osnabrück Geschlechterforschung Dr. Barbara Schwarze
Universität Rostock Sonderpädagogik Dr. Tanja Jungmann
Universität des Saarlandes Mikrobiologie Dr. Karin Römisch
Universität Tübingen Chemie Dr. Doris Kunz
Universität Vechta Geistes- und Kulturwissenschaften Dr. Eva Wilden

Wir bitten um zahlreiche Mitarbeit, denn, wie sich hoffentlich langsam herumgesprochen hat: Wir betreiben ScienceFiles nebenbei!

Vorsicht Falle: Professorinnenprogramm Update

Seit mehreren Jahren bemühen sich die Verantwortlichen des Professorinnenprogramms in den Landesministerien, im Bundesministerium für angeblich Bildung und Forschung und bei den jeweiligen Hochschulen darum, einen Ausschreibungstext zur Besetzung wissenschaftlicher Positionen an Hochschulen, vornehmlich von Professuren zu entwerfen, der geeignet ist, männliche Bewerber zu täuschen und gleichzeitig auf die Herkunft der Mittel aus dem Professorinnenprogramm zu verweisen.

Vorsicht falleSeit mehreren Jahren scheitern die entsprechenden Bemühungen. Täuschen will eben gelernt sein. Nicht jede, die versucht, männliche Bewerber zu täuschen, ist dazu in der Lage.

Wir haben in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von abstrusen Versuchen dokumentiert, den Anschein zu erwecken, die Ausschreibung für eine Stelle, auf die nur weibliche Bewerber berufen werden können, richte sich an männliche und weibliche Bewerber, diskriminiere entsprechend keine männlichen Bewerber und sei mit dem Antidiskriminierungsgesetz konform. Alle Versuche sind mehr oder weniger kläglich gescheitert, was aber nichts daran ändert, dass weiterhin mit mehr als 300 Millionen Euro die Diskriminierung von Männern an Universitäten vorangetrieben wird.

Das liegt zum einen daran, dass mit der Antidiskriminierungsstelle eine Stelle geschaffen wurde, deren Zweck darin besteht, da zu sein, nicht jedoch darin, etwas zu tun, und es liegt daran, dass die politisch Verantwortlichen zum einen nichts daran finden, Männer zu diskriminieren und sich zum anderen um Gesetze wie das Antidiskriminierungsgesetz nur dann scheren, wenn es ihnen in den Kram passt. Kurz: Deutschland ist eine Banananrepublik in der die Willkür der Behörden darüber bestimmt, wann ein Gesetz gerade genehm und anzuwenden ist und wann nicht.

Die beiden neuesten, lächerlichen Versuche, die Männerdiskriminierung, die planmäßig und in voller Verantwortung der zuständigen Kultur- und Bildungsminister betrieben wird, als etwas anderes erscheinen zu lassen, stammen von der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Erfurt.

Uni Wuppertal ppAn der Bergischen Universität Wuppertal soll eine „Univeristätsprofessur für das Lehr- und Forschungsgebiet Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität“ besetzt werden. Die übliche Schulterklopf-Orgie zu Beginn der Ausschreibung lautet wie folgt:

„Die Bergische Universität Wuppertal ist eine moderne, dynamische und forschungsorientierte Campusuniversität mit interdisziplinär ausgerichteten Profillinien in Forschung und Lehre.“

Und weiter:

„im Fachbereich G – Bildungs- und Sozialwissenschaften ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt – vorbehaltlich der Zuweisung der im Rahmen des Professorinnenprogramms II beantragten Mittel – eine Universitätsprofessur“ … zu besetzen.

An der Bergischen Universität Wuppertal mag man modern und dynamisch und forschungsorientiert und interdisziplinär ausgerichtet sein, was Ausschreibungstexte betrifft, so ist man jedoch eines nicht: ehrlich.

Wie zwischenzeitlich hinreichend bekannt ist, so dass ein entsprechender Täuschungsversuch eigentlich sinnlos ist, werden aus den Mitteln des Professorinnenprogramms nur und ausschließlich weibliche Bewerber auf Professuren finanziert. Wenn die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle also „vorbehaltlich“ an die „Zuweisung der im Rahmen des Professorinnenprogramms II beantragten Mittel“ geknüpft ist, dann bedeutet dies: es wird entweder ein weiblicher Bewerber berufen, denn nur dann fließen die Mittel oder keiner.

Das würde eigenlich als Täuschungsversuch reichen. Aber die kriminelle Energie der Verantwortlichen an der Bergischen Universität Wuppertal erschöpft sich nicht in diesem Täuschungsversuch. Vielmehr wird noch ein Versuch drauf gesetzt, um möglichst viele arglose männliche Bewerber an der Nase herumzuführen:

„Frauen werden nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Die Rechte der Schwerbehinderten, bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt zu werden, bleiben unberührt.“

So als gäbe es zwischen Frauen und Männern, Behinderten und Frauen im Professorinnenprogramm zu wählen, erwecken die Verantwortlichen den Eindruck, als wäre es nicht bereits ausgemachte Sache, dass entweder eine Frau oder eine behinderte Frau, aber niemand sonst, auf die ausgeschriebene Stelle berufen wird. Das verdient eine Auszeichnung, am besten in Form von 91 Tagessätzen wegen versuchten Betrugs.

Die gleiche Masche findet sich bei der Universität Erfurt, so dass man sich fragt, ob das BMBF neue Täuschungsrichtlinien erlassen hat, die bislang in Wuppertal und in Erfurt getestet wurden.

In Erfurt ist ein „Annemarie-Schimmel-Fellowship für eine Postdoktorandin / einen Postdoktoranden (wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter)“ ausgeschrieben.

Die Ausschreibung erfolgt im „Rahmen des Professorinnenprogramms II des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen“, und zwar durch Diskriminierung von Männern, die auf die entsprechende Stelle nicht berufen werden.

Uni Erfurt ppAbermals findet sich in der Ausschreibung der doppelte Täuschungsversuch, dieses Mal unter der Überschrift „Anmerkungen“ und in folgender Formulierung:

„Die Universität Erfurt strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Entsprechend qualifizierte Wissenschaftlerinnen werden um ihre Bewerbung gebeten. Sofern die Voraussetzungen vorliegen, ist eine Finanzierung der Stelle aus den Mitteln für zusätzliche Gleichstellungsmaßnahmen im Rahmen des Professorinnenprogramms II vorgesehen. Schwerbehinderte haben bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Qualifikation Vorrang bei der Einstellung.“

Die geforderten Voraussetzungen bestehen darin, weiblich zu sein, behinderte, weibliche Bewerber haben auch in Erfurt die besten Aussichten berufen zu werden. Männliche Bewerber, egal, ob behindert oder nicht, haben keine Aussicht, berufen zu werden.

Wir haben uns schon des öfteren über die Normalität gewundert, in der an deutschen Hochschulen männliche Bewerber getäuscht, an der Nase herumgeführt und schlicht betrogen werden. Warum männliche Bewerber sich auf die beschriebene Art und Weise arglistig täuschen lassen, ist uns ein Rätsel.

Wozu die Antidiskriminierungsstelle Steuerresourcen aufzehrt, ist hingegen kein Rätsel, die Legitimationsstelle für die Abzocke auf Basis der stereotypen weiblichen Opferrolle hat genau diesen Zweck und erfüllt ihn bislang hervorragend und dem Maß an Integrität der dort Beschäftigten entsprechend.

Das Professorinnenprogramm in vergleichender Analyse: Varianten der Täuschung

Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden weiterhin munter und fröhlich männliche Bewerber getäuscht. Daran hat sich auch in den Wochen nichts geändert, seit wir das letzte Update zur staatlich subventionierten Diskriminierung von Männern an deutschen Hochschulen veröffentlicht haben.

deceitDas heißt nur: bei allem Widerstand, die Kosten, die mit der Diskriminierung von männlichen Bewerbern an Hochschulen einhergehen, sind offensichtlich noch nicht hoch genug. Mitglieder von Berufungskommissionen, die sich zu Bütteln des Professorinnenprogramms machen, schleichen noch nicht über Gänge, scheuen noch nicht das Tageslicht. Verwaltungsbeamte, die Mittel für das Professorinnenprogramm über Kontenblätter schieben, sind noch nicht mit derzeit nicht verbuchbaren, weil unvorhergesehenen Kosten des entsprechenden Programms konfrontiert und auch die weiblichen Bewerber, die im Rahmen des Professorinnenprogramms berufen werden, scheinen immer noch zu denken, es gehe vornehmlich darum, eine Professur zu ergattern. Die Idee, dass Studenten sie dafür verachten könnten, dass sie sich zu Günstlingen des Professorinnenprogramms gemacht und dem offenen Wettbewerb mit männlichen Konkurrenten gescheut haben, hat sich bei ihnen anscheinend noch nicht gesetzt.

Zeit, ein weiteres Stück Holz auf das Feuer zu legen.

Heute wollen wir komparativ vorgehen und drei Varianten, mit denen Hochschulen in ihren Ausschreibungen versuchen, männlichen Bewerbern vorzumachen, sie hätten Chancen, auf eine ausgeschriebene Stelle berufen zu werden, präsentieren.

Das erste Beispiel kommt von der Hochschule Heilbronn.

Dort ist eine Professur für das Fachgebiet Allgemeine Betriebswirtschaftlehre, insbesondere Finanz- und Rechnungswesen und Controlling ausgeschrieben (W2), und zwar mit dem folgenden Zusatz:

Hochschule Heilbronn„Für diese Professur im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist eine Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder geplant. Das Professorinnenprogramm hat zum Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern. Die Stellenbesetzung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung der Stelle gesichert ist.“

Die Gleichstellung im Rahmen des Professorinnenprogramms funktioniert über den Ausschluss männlicher Bewerber. Da die Stellenbesetzung im Rahmen des Professorinnenprogramms erfolgt, haben männliche Bewerber keine Chance, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden. Das steht natürlich nicht offen in der Ausschreibung. Vielmehr werden männliche Bewerber bewusst darüber getäuscht, dass beabsichtigt ist, sie als Staffage in einem abgekarteten Spiel zu benutzen.

Der Zusatz: „Die Stellenbesetzung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung der Stelle gesichert ist“ bedeutet de facto: Die ausgeschriebene Stelle wird nur dann besetzt, wenn sie im Rahmen des Professorinnenprogramms finanziert wird, und finanziert wird sie nur, wenn ein weiblicher Bewerber berufen werden kann. Denn genau dafür wurde das Professorinnenprogramm geschaffen

Eine andere Variante für die selbe Form von Täuschung findet sich bei der Hochschule Landshut, deren Ausschreibungstext man entnehmen kann, dass die Hochschule nicht an irgendwelchen qualifizierten Kandidaten interessiert ist, sondern an Kandidaten, die in der Reihenfolge: weiblicher Elternteil, weiblicher Kandidat, männlicher Elternteil, männlicher Kandidat berufen werden sollen, unabhängig von Qualifikation. Die Tatsache, dass die Berufung auf eine W2-Professur für Projektmanagement und Führung weiblichen Bewerbern am besten mit Kind vorbehalten ist, wird geradezu kunstvoll im folgenden Wortwust verpackt. Da sage noch einer, an der Hochschule Landshut gebe man sich keine Mühe, beim Täuschen männlicher Bewerber:

Hochschule Landshut„Als zertifizierte familiengerechte Hochschule setzt sich die Hochschule Landshut für die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie ein. Die Hochschule Landshut strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Sie wird deshalb im Rahmen des Professorinnenprogramms II des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und fordert qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher
Leistung bevorzugt eingestellt.“

Qualifikation, so kann man dieser Ausschreibung entnehmen, spielt nur noch bei behinderten Bewerbern eine Rolle, und in der Tat, man muss behindert sein, wenn man sich die Mühe macht, Qualifikation zu erwerben, wo man doch bei Kinderbeseitz und weiblichem Geschlecht auch ohne Qualifikation in öffentliche Positionen gehievt wird.

Die letzte Variante der Täuschung, die wir bis auf weiteres vorstellen wollen, kommt von der Fachhochschule Bielefeld. Dort lässt man eigentlich an der Tatsache, dass die Ausschreibung dazu gedacht ist, männliche Bewerber vorzuführen und diejenigen, die arglos genug sind, sich zu bewerben, zu diskrminieren, keinen Zweiel. Die entsprechende Absicht erschließt sich dem des Professorinnenprogramms Kundigen unmittelbar. Alle anderen, die nicht wissen, dass eine Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm eine Berufung weiblicher Bewerber voraussetzt, haben entsprechend Pech, Kosten und vielleicht, wenn Sie nach erfolgloser Bewerbung auf diesen ScienceFiles-Beitrag stoßen, etwas gelernt:

Fachhochschule Bielefeld„An der Fachhochschule Bielefeld ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Rahmen des Professorinnenprogramms II eine Professur zu besetzen. Ziel des Professorinnenprogramms II ist es, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern.“

Besetzt werden soll wiederum eine W2-Professur, dieses Mal für Wirtschaftsmathematik.

Bleibt zu hoffen, dass die Aufklärung, die wir auf ScienceFiles leisten (oder noch besser: eigene Erkenntnis), möglichst viele männliche Bewerber dazu veranlasst, sich auf eine der drei Positionen zu bewerben und, nachdem ein weiblicher Bewerber berufen wurde, den Ausschreibungstext und die darin enthaltenen Täuschungen zum Anlass zu nehmen, um sich bei der Antidiskriminierungsstelle zu beschweren und vor einem Verwaltungsgericht zu klagen.

Denn: der einzige Weg, staatlich subventionierte Diskriminierungsprogramme zu stoppen, besteht darin, Kosten zu verursachen, Kosten, für die bei der zuständigen Verwaltung kein Kostenkonto eingerichtet ist. Verwaltungen, sind sie erst einmal am Laufen, kennen keine moralischen Grenzen. Hochschulen, die sich am amoralischen Spiel des Professorinnenprogramms beteiligen, zeigen damit ebenso deutlich wie die Mitglieder der entsprechenden Berufungskommissionen, dass sie dieselbe a-Moralität teilen. Folglich hilft es nichts an eine nicht vorhandene Moral zu appellieren. Der einzige Weg, Diskriminerungs-Programme zu beseitigen, ist sie zu verteuern und dafür zu sorgen, dass innerhalb von Verwaltungen Streitigkeiten um die entsprechenden Ressourcen entstehen.

Zum Abschluss noch ein Schmankerl aus der Ausschreibung der Hochschule Landshut:

„Wenn Sie sich für die Professur berufen fühlen, freuen wir uns auf Ihre Onlinebewerbung…“

Wieso man sich bewerben soll, um berufen zu werden, wenn man sich bereits berufen fühlt, ist eine weitere dieser Denk- und Sprechkapriolen, mit denen man heutzutage leben muss, wenn man sich mit deutschen Hochschulen beschäftigt.

Arglistige Täuschung: Professorinnenprogramm update

Dass staatliche Verwaltungen und Bürokratien, wenn sie einmal am Laufen sind, laufen und nur mit erheblicher Mühe, wenn überhaupt, wieder zum Stillstand gebracht werden können, kann man als Zeitgeschichtler nicht nur an der Effizienz der Massenvernichtung im Dritten Reich studieren, man kann es an demokratischen Systemen, und nicht nur an dem, das die Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland verabreicht haben, ebenso untersuchen. Sind z.B. Gesetze erst einmal erlassen, hat sich die Bürokratie und die Nutznießer-Industrie von Gesetzen erst einmal in Bewegung gesetzt, dann ist es nahezu unmöglich, die dies ermöglichenden Gesetze zu streichen.

ProfessorrinnenprogrammDie Logik dahinter, kann man so beschreiben: Gesetze regeln nicht nur einen Gegenstandsbereich, sie schaffen Anrechte und Nutznießer. Anrechte können direkt entstehen, wenn einer bestimmten Gruppe ein Recht auf X gesetzlich eingeräumt wird. Sie können auch entstehen, wenn einem Berufsstand X, also z.B. Rechtsanwälten durch ein Gesetz ein lukratives Monopol auf den Schutz von Anrechten eröffnet wird. Die Grenze zwischen dem Genuss von Anrechten und dem Nutznießen an Gesetzen ist fließend: Wer will entscheiden, ob die Beamten, deren Stellen nur vorhanden sind, weil sie z.B. die Einhaltung von Gesetz X kontrollieren sollen oder ein Netzwerk betreuen, das die Vergabe von Mitteln, z.B. im Rahmen des Professorinnenprogramms steuert, zu den reinen Nutznießern gehören oder ob sie die „Beschützer“ geschaffener Anrechte sind? In jedem Fall verbrauchen sie Ressourcen, kosten also Steuerzahler Geld.

Hinzu kommt, dass mit jedem Nutznießer, den ein Gesetz produziert, der Widerstand gegen eine Abschaffung des entsprechenden Gesetzes steigt. Auch hier ist die Logik einfach: Wenn 51% der Wahlberechtigten von einem Gesetz profitieren, das der Gesellschaft nicht nutzt, sondern schadet, dann wird das entsprechende Gesetz dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gestrichen werden, dazu ist die Anzahl der Nutznießer und die Angst der Parteien vor Wahlabstrafung zu groß.

Schließlich wirken noch psychologische Prozesse, die durch die Verteilung von Anrechten ausgelöst werden, denn die Empfänger von Anrechten denken nunmehr von sich, sie hätten ein Recht auf etwas und sehen sich z.B. nicht als Almosenempfänger, der gegen seine Paternalisierung etwas unternehmen muss. Die Verteilung politischer „Geschenke“ durch Anrechte hat somit einen Trägheitseffekt bei den Empfängern, den zu überwinden, nur der Widerstand gegen z.B. die Abschaffung gesetzlich begründeter Almosensysteme in der Lage ist.

Gender3Was für Gesetze beschrieben wurde, gilt auch oder vielleicht noch viel mehr, für die nachfolgenden staatlichen Programme, die einzig dem Zweck dienen, einer bestimmten Klientel etwas zuzuschustern, seien es Subventionen, seinen es Steuererleichterungen, seien es direkte Zahlungen. Dies zeigt u.a. das Professorinnenprogramm, das einerseits, für die schlichten Gemüter, eine Möglichkeit bereitstellt, sich als guter Mensch zu fühlen, zeigt man doch mit seiner Zustimmung, dass man die vom Professorinnenprogramm avisierte angebliche Benachteiligung von Frauen nicht, die Verteilung politischer und vor allem finanzieller Gunst an weibliche Bewerber auf Professuren aber schon gutheißt. Dass das Professorinnenprogramm eine nicht vorhandene Diskriminierung von Frauen durch eine explizite Diskriminierung von Männern bekämpft, ist da nicht weiter interessant. Wie gesagt, wir haben es mit schlichten Gemütern zu tun, die auf affektive Reize reagieren: Man sagt Ihnen, sie sind gut, und schon wedeln sie mit dem Schwanz.

Andererseits ist das Professorinnenprogramm wie alle Maßnahmen der Frauenförderung ein reines Programm für Profiteure, Staatsfeminismus-Gewinnler, wenn man so will. Wir haben in der Vergangenheit schon zusammengestellt, wie sich das Heer der Kämpferinnen für die angebliche Gleichberechtigung von Frauen Mittel unter die Nägel reißt, und wir haben auch darauf hingewiesen, dass die schamlose Zweckentfremdung von Steuermitteln, durch die Lobbyverbände der feministischen Industrie nicht erst in den letzten Dekaden begonnen hat. Vielmehr reichen ihre Wurzeln bis in den Ersten Weltkrieg (dazu auch: Abrams, Philip, 1963: The Failure of Social Reform: 1918-1920. Past and Present 24 (1): 43-64).

Gender2Wie schwer es ist, Strukturen des Nutznießens zu beseitigen, die sich seit Jahrzehnten im Speckgürtel der entsprechenden Ministerien eingenistet haben, kann man sich lebhaft vorstellen, wenn man sich einen Moment lang einbildet, die Bundesregierung würde auch nur die Mittel, die für das Frauencafe XY bereitgestellt werden, streichen. … Deshalb kann man Gesetze und auf ihnen aufbauende Maßnahmen, die ein Heer von Günstlingen nach sich ziehen, nicht streichen. Deshalb durchlaufen Gesellschaften, wie dies Ibn Khaldun beschrieben hat, Lebenszyklen. Und wie ein Baum ab einer bestimmten Menge von Parasiten nicht mehr überleben kann, so sterben auch Gesellschaften ab, wenn die Anzahl der Nutznießer die Anzahl der produktiven Mitglieder einer Gesellschaft dauerhaft und erheblich übersteigt.

Damit sind wir wieder beim Professorinnenprogramm abgekommen..

Wir haben einige Wochen kein Update mehr zur Blacklist gemacht. Das heißt nicht, dass die Diskriminierung von Männern im Rahmen des Professorinnenprogramms aufgehört hätte. Wie auch? Die Mittel sind vorhanden, und die Profiteurinnen stehen Schlange. Nein, es heißt nur, dass wir nicht über die personellen Mittel verfügen, die Hochschulen, die Männer diskriminieren, akribisch aufzulisten.

Gender1Der letzte Beitrag, der die offene Diskriminierung dargestellt hat, die zwischenzeitlich die Phase der Täuschung männlicher Bewerber abgelöst hatte, hatte die Westsächsische Hochschule in Zwickau zum Gegenstand. Dort ist mittlerweile jede Form der Vorsicht oder der Mimikry gefallen und man sagt ganz offen, dass Männer als Bewerber nicht erwünscht sind, dass Professuren ausschließlich für weibliche Bewerber ausgeschrieben werden. Warum auch nicht? Im Dritten Reich war schließlich auch klar, dass Juden sich gar nicht erst auf öffentliche Positionen bewerben brauchen.

Im Gegensatz zur Westsächsischen Hochschule in Zwickau setzt die Medizinische Hochschule Hannover nicht auf offene Diskriminierung von Männern, sondern auf deren Täuschung. Entsprechend hat die Hochschule einen Ausschreibungstext designed, mit dem männliche Bewerber auf eine Universitätsprofessur funktionelle Genomik, eine Universitätsprofessur für Infektionsbiologie des Gentransfers und eine Universitätsprofessur für Psychosomatik mit Schwerpunkt Transplantationsmedizin und Onkologie an der Nase herum geführt werden sollen.

Die Ausschreibungen beginnen alle mit dem folgenden Satz:

MHH„Im Rahmen des Professorinnenprogramms II ist an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) folgende Position, vorbehaltlich der haushaltsrechtlichen Ermächtigung zur unbefristeten Stellenausschreibung, zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen:“

Das Professorinnenprogramm II dient der Förderung des Anteils weiblicher Professoren an Hochschulen. Aus dem Professorinnenprogramm II werden ausschließlich Professuren finanziert, die mit weiblichen Bewerbern besetzt werden. Folglich bedeutet der Eingangspassus der Ausschreibung der Medizinischen Hochschule Hannover, dass die ausgeschriebenen Stellen weiblichen Bewerbern vorbehalten sind, dass männliche Bewerber keine Chance haben, auf eine der ausgeschriebenen Stellen berufen zu werden, denn die Stellen gibt es nur auf Grudnlage einer Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm II.

Trotz dieser Deutlichkeit, versucht die Medizinische Hochschule Hannover männliche Bewerber hinters Licht zu führen oder an der Nase herum zu führen, je nachdem und ihnen fälschlicherweise zu suggerieren, sie hätten eine Chance mit ihrer Bewerbung:

„Zu den Aufgaben der zukünftigen Stelleninhaberin/des Stelleninhabers gehört der Ausbau der Forschung und Patienenversorgung …“, so steht in der einen Ausschreibung, „Es wird erwartet. dass die Stelleninhaberin/der Stelleninhaber die bestehenden Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Hochschule verstärkt“, heißt es in der anderen. Die dritte Ausschreibung formuliert: „Zu den Aufgaben der zukünftigen Stelleninhaberin/des zukünftigen Stelleninhabers gehört die qualifizierte Vertretung dieses Faches …“

Es handelt sich bei den Ausschreibungen somit um eine gezielte Täuschung männlicher Bewerber und darüber hinaus eine Boshaftigkeit, die darauf abzielt, männliche Bewerber zu prellen, denn sie wenden Zeit und (finanzielle) Ressourcen auf, um sich auf drei Stellen zu bewerben, auf die berufen zu werden, sie keinerlei Aussicht haben.

Vor diesem Hintergrund rufen wir männliche Bewerber, deren Profil auf die ausgeschriebenen Stellen passt, dazu auf, sich zu bewerben und sich nach Abschluss des Verfahrens und Berufung eines weiblichen Bewerbers zum einen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu wenden, zum anderen die Medizinische Hochschule Hannover auf Schadensersatz zu verklagen, denn der Ausschreibungstext erfüllt unseren Erachtens alle Kriterien einer arglistigen Täuschung.

Offener Brief gegen das Professorinnenprogramm

ProfessorrinnenprogrammBei dem folgenden Text handelt es sich um einen Offenen Brief, den wir geschrieben haben und gemeinsam mit Prof. Dr. Günter Buchholz zwischenzeitlich veröffentlicht haben. Wer sich über den Stand der Unterstützung des Offenen Briefes informieren will, der kann das auf den Seiten der Frankfurter Erklärung von Prof. Dr. Buchholz tun und wer den Offenen Brief unterzeichnen will, der kann dies ebenfalls mit einer formlosen eMail an Dr. Buchholz tun.

 Aufruf

zur Rettung von Freiheit von Forschung und Lehre

an deutschen Hochschulen

 Offener Brief an die neue Bundesregierung

Wir, die Unterzeichner dieses Offenen Briefes, fordern die Bundesregierung auf, die Verschwendung von Steuergeldern, wie sie im Rahmen des Professorinnenprogramms stattfindet, einzustellen und alle Versuche zu beenden, die Freiheit und Unabhängigkeit von Wissenschaft zu beseitigen und Wissenschaft zum Erfüllungsgehilfen der ideologischen Agenda der Gleichstellungspolitik zu machen, die eine rechtliche und institutionelle Diskriminierung von Männern durch die Privilegierung von Frauen bedeutet. Wir  nennen dies: Staatsfeminismus. Wir fordern die Bundesregierung unmissverständlich dazu auf, die wissenschaftliche Qualifikation und Leistung als einzige Kriterien, die zu einem Fortkommen im wissenschaftlichen Bereich führen, also die Meritokratie zu respektieren und alle Versuche zu unterlassen, die entsprechenden Kriterien zu unterminieren.

Begründung

Das Professorinnenprogramm ist ein Programm, das ausschließlich der Förderung weiblicher Wissenschaftler dient. Im Verlauf der Professorinnenprogramme I und II werden mindestens 300 Millionen Euro aus Steuermitteln von Bund und Ländern aufgewendet, um unter bewusster Inkaufnahme der Diskriminierung von Männern und im Widerspruch zu Art. 3, Art. 5 (3) und Art. 33 GG aktiv und gezielt in die Freiheit von Forschung und Lehre einzugreifen. Schlimmer noch ist, dass mit dem Professorinnenprogramm eine Wettbewerbsverzerrung stattfindet, die das meritokratische Prinzip, d. h. die strikte Orientierung an Bestenauslese und Leistung, das an Hochschulen herrschen soll, zerstört und die nicht mehr Qualifikation und Leistung, sondern das Geschlecht zum ausschlaggebenden Faktor macht, der maßgeblich bei der Besetzung von wissenschaftlichen Stellen ist.

Bezahlung für die Berufung von weiblichen Bewerbern

Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden Berufungskommissionen dadurch beeinflusst, dass im Falle der Berufung eines weiblichen Bewerbers die Kosten der Professur aus dem Professorinnenprogramm getragen werden. Damit sind weibliche Bewerber für eine Fakultät umsonst und kostenneutral zu haben, während bei einer Berufung männlicher Bewerber die Hochschulen die normalen Kosten einer Berufung zu tragen haben.  Das ist ein klarer Anreiz zur Berufung weiblicher Bewerber selbst dann, wenn es qualifiziertere, aber eben teurere männliche Bewerber gibt. Hinzu kommt, dass manche Hochschulen, wie z.B. die Ludwig-Maximilians-Universität in München, eine Kopfprämie von 25.000 Euro zahlen, wenn ein weiblicher Bewerber berufen wurde. Wie eine Auswahl nach Leistung und Qualifikation erfolgen soll, wenn finanzielle Anreize bereitgestellt werden, die eine Auswahl eben nicht nach Leistung und Qualifikation, sondern nach Geschlecht belohnen, ist den Unterzeichnern dieses Offenen Briefes nicht nachvollziehbar.

Notorische Mittelknappheit deutscher Hochschulen

Deutsche Hochschulen leiden unter notorischem Geldmangel. Das ist hinlänglich bekannt und dokumentiert in veralteter Infrastruktur, Fehlstellen in Bibliotheken und Sekretärinnen- und Raum-Sharing. Dementsprechend sind Hochschulen erpressbar oder, anders formuliert, sie sind empfänglich für finanzielle Anreize, die dem Geist von Wissenschaft zwar widersprechen, aber geeignet sind, die notorische Finanznot zumindest zu lindern und das Gerangel um knappe Mittel innerhalb von Fakultäten zu reduzieren. Dies macht sich das Professorinnenprogramm zunutze: Es spekuliert darauf, dass die pure Finanznot Fakultäten und Hochschulen dazu bewegt, von wissenschaftlichen Kriterien abzusehen, und das meritokratische Prinzip – Bestenauslese und Leistung – zu Gunsten einer Unterordnung unter den  Staatsfeminismus aufzugeben.

Steuerzahler werden gleich doppelt und völlig unnötig zur Kasse gebeten

In der offiziellen Darstellung des Professorinnenprogramms wird behauptet, weibliche Bewerber würden nur dann berufen, wenn sie sich als beste Bewerber erwiesen oder gemeinsam mit einem männlichen Bewerber „beste Bewerber“ seien: nur dann würden sie bevorzugt. Dass diese Darstellungsweise absurd und unwahr ist, wird schon anhand der finanziellen Anreize, über die oben berichtet wurde, deutlich. Dass sie einem Betrug gleichkommt, ist am Beispiel der Vorgriffsprofessur deutlich. Vorgriffsprofessuren werden ausschließlich für weibliche Bewerber eingerichtet. Vorgriffsprofessuren werden ausgeschrieben, um in Zukunft eine bestehende, zumeist mit einem männlichen Lehrstuhlinhaber besetzte Professur zu ersetzen. Bis zu diesem Tag X in der Zukunft bestehen die ordentliche und die Vorgriffsprofessur nebeneinander und für diese Zeit zahlen Steuerzahler doppelt für im besten Fall dieselbe Leistung.

Männliche Bewerber werden belogen, betrogen und diskriminiert

Da eine Vorgriffsprofessur aus dem Professorinnenprogramm finanziert wird, kann sie nur dann eingerichtet werden, wenn sich ein weiblicher Bewerber findet, der auf die Stelle passt. Dennoch schreiben Universitäten wie die Westfälische-Wilhelms-Universität in Münster Vorgriffsprofessuren aus, als wären sie eine ordentliche Professur, die Bewerbern beider Geschlechter offen steht. Sie täuschen damit männliche Bewerber bewusst über deren Chancen, auf die Professur berufen zu werden, und verursachen den entsprechenden Bewerbern Kosten. Interessanter Weise ist die Universität Freiburg bei internationalen Bewerbungen dazu übergegangen, die Stellenausschreibung direkt an Frauen zu richten und männliche Bewerber auf diese Weise von einer Bewerbung abzuschrecken. Die Tatsache, dass nationale männliche Bewerber in deutschen Ausschreibungen über ihre Chancen belogen werden, bleibt davon unberührt, ebenso wie die Tatsache, dass  eine Vorgriffsprofessur eine aktive Diskriminierung männlicher Bewerber darstellt, die mit Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes nicht vereinbar ist.

Kollektivschuld und Sippenhaft

Regelmäßig wird die Diskriminierung von Männern, wie sie im Rahmen des Professorinnenprogramms erfolgt, damit legitimiert, dass damit eine Benachteiligung von Frauen, wie sie in der Wissenschaft und über die letzten Jahrzehnte erfolgt sein soll, ausgeglichen werden soll. Es ist an der Zeit, diese absurde Behauptung mit aller gebotenen Schärfe zurückzuweisen. Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass Frauen, die sich auf Professuren beworben haben, vor oder nach dem zweiten Weltkrieg deshalb nicht berufen worden sind, weil sie weiblichen Geschlechts waren. Vielmehr ist es so, dass sich nur wenige Frauen auf Positionen an Hochschulen beworben haben und dass die Frauen, die das getan haben und entsprechende Leistungen vorweisen konnten, auch eine Professur erreicht haben, genannt seien Personen wie Ingrid Gogolin, Rosemarie Nave-Herz oder Jutta Limbach. Während es also keine Belege für eine aktive Diskriminierung von Frauen an Hochschulen gibt, gibt es eine Reihe von Gegenbelegen, und es gibt eindeutige Belege dafür, dass das Professorinnenprogramm männliche Bewerber diskriminiert. Entsprechend ist das Professorinnenprogramm nichts anderes als ein Günstlingsprogramm, das eine Form des Nepotismus darstellt, der die Grenze zur Korruption und zur Veruntreuung von Steuergeldern vermutlich längst überschritten hat.

Studierende haben ein Recht auf eine gute Ausbildung

Mit dem Professorinnenprogramm findet eine Auswahl nach Geschlecht und eben keine Auswahl nach Qualifikation und Leistung statt. Als Folge wird das Niveau an Hochschulen weiter sinken. Bereits heute winken weite Teile der Bevölkerung ab, wenn sie von einer neuen „Studie“ aus den Reihen der Sozialwissenschaften hören. Lehrstühle, die ein Gender im Zusatz tragen, sind mitverantwortlich, wenn nicht hauptverantwortlich dafür, dass die Reputation von Hochschulen zuweilen ins Bodenlose gesunken ist. Mit dem Ansehen von Hochschulen leidet die Lehre, weil sich nicht mehr die Besten auf Stellen an Hochschulen bewerben, sondern diejenigen, die sich im freien Wettbewerb um Spitzenpositionen keine Chance ausrechnen. Hier greift das Professorinnenprogramm ein und sorgt dafür, dass die beschriebene Situation weiter verschlechtert wird, indem der Ruf von Hochschulen durch die Paternalisierung weiblicher Bewerber weiter beschädigt wird. Der daraus entstehende Nachzugseffekt auf mittelmäßige und schlechte Bewerber und die daraus resultierende Abschreckung von Studenten, die an einer guten Ausbildung interessiert sind, wird zu einer universitären Zweiklassengesellschaft führen, die sehr schlechte Hochschulen sehr guten Hochschulen, die den Zugang zu ihren Studienplätzen beschränken werden, gegenübersieht. Schlechte Hochschulen, die im Wettbewerb um knappe Finanzmittel sowieso hinter den sehr guten Hochschulen zurückbleiben, werden zudem diejenigen Hochschulen sein, die sich bereitwillig im Rahmen des Professorinnenprogramms prostituieren, was ihre Finanznot zeitweise beseitigt, die Qualität von Personal und Ausbildung an den entsprechenden Hochschulen aber weiter verschlechtert. Darauf werden Studenten und Arbeitgeber reagieren: erstere, indem sie nach Möglichkeit versuchen, eine Ausbildung an sehr guten Hochschulen zu erhalten oder – sofern sie es sich leisten können – indem sie im Ausland studieren, und letztere, indem sie Vorauswahlen unter Bewerbern treffen, die Absolventen von Hochschulen, die für ihre Teilnahme am Professorinnenprogramm berüchtigt sind, gleich aussondern. Die oben beschriebene Zweiklassengesellschaft wird durch das Professorinnenprogramm geschaffen und zementiert. Es findet dann in der Bildung ein Wettbewerb des sich gegenseitigen Unterbietens im vorhandenen Bildungsniveau, ein so genanntes Race-to-the-Bottom statt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Professorinnenprogramm ein Instrument darstellt, das vorsätzlich und gezielt auf die Benachteiligung von Männern an Hochschulen gerichtet ist. Es ist ein Instrument, das Schindluder mit knappen Steuermitteln treibt. In Zeiten knapper Kassen und einer universitären Infrastruktur, die dem hohen Stellenwert, der in Sonntagsreden von Politikern der Bildung zugewiesen wird, in keiner Weise gerecht wird, ist es blanker Zynismus, doppelte und nicht benötigte Vorgriffsprofessuren einzurichten, um weibliche Bewerber zu fördern. Das Professorinnenprogramm ist ein Instrument, das das Prinzip der Meritokratie beseitigt und Hochschulen zu entprofessionalisierten Kindertagesstätten degradiert, die nicht mehr dem Erkenntnisfortschritt, sondern der ideologischen Linientreue mit dem Staatsfeminismus verpflichtet sind. Das Professorinnenprogramm ist ein Instrument zur Herstellung sozialer Ungleichheit, das nicht Bildungsgerechtigkeit bewirken wird, sondern eine Zwei-Klassen-Hochschulgesellschaft. Schließlich ist das Professorinnenprogramm auch unmoralisch, weil es bewusst auf die verfassungswidrige Diskriminierung von Männern abzielt, und es zeugt überdies in keiner Weise von sozialer Kompetenz.

Die fehlende soziale Kompetenz und die Anreize für Hochschulen, weibliche und eben nicht die besten Bewerber auf wissenschaftliche Stellen zu berufen, wird dazu führen, dass männliche und weibliche Bewerber, die Kompetenzen und Fähigkeiten haben, die an deutschen Hochschulen dringend gebraucht werden, ins Ausland abwandern, wo Leistung und nicht Geschlecht geschätzt wird. Männliche Wissenschaftler  werden aufgrund der offenen Diskriminierung abwandern, weibliche Wissenschaftler werden abwandern, weil sie nicht in den Verdacht kommen wollen, Günstlinge des Professorinnenprogramms zu sein, die nicht aufgrund von Leistung und nur auf Kosten männlicher Kollegen zu ihrer Stelle gekommen sind. Studenten werden abwandern, weil sie eine gute Ausbildung nachfragen und eine gute Ausbildung als direkte Folge des Professorinnenprogramms zum immer knapperen Gut an deutschen Hochschulen werden wird. Der Staatsfeminismus wird es auf diese Weise und in Rekordzeit schaffen, deutsche Hochschulen von den führenden Plätzen wissenschaftlicher Forschung auf die hinteren Plätze zu verfrachten, und sie zu Stätten zu machen, an denen Genderforschung und sonstige unnötige, keinerlei wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert bereitstellende Hobbies betrieben werden. Notwendige Innovationen werden in Deutschland bald ebenso fehlen, wie die Motivation junger Wissenschaftler, sich an deutschen Hochschulen zu engagieren. Aber immerhin wird es an deutschen Hochschulen Kindertagesstätten, Frauen- und Gleichstellungsbeauftrage und eine gute Work-Life-Balance geben. Nur Wissenschaft und Erkenntnis wird nicht mehr produziert werden.

Damit es nicht soweit kommt, bitten die Unterzeichner dieses Offenen Briefes nicht nur alle Wissenschaftler in Deutschland, die noch an Erkenntnis interessiert sind und die nicht dabei zusehen wollen, wie ihre Institution zur ideologischen Kaderschmiede umfunktioniert wird, diesen Offenen Brief zu unterzeichnen, und wir fordern die Bundesregierung auf, alle ideologisch motivierten Eingriffe in die Freiheit von Forschung und Lehre einzustellen und alle offenen und verdeckten Finanzierungen zur einseitigen Förderung von Frauen zu beenden. Dazu gehören auch die sogenannten „Gender Studies“. Sie bedürfen dringend einer kritischen Forschungsevaluation. Die Grundlagen der Gender – Studiengänge müssen im Hinblick auf ihre beanspruchte Wissenschaftlichkeit über Akkreditierungen öffentlich zugänglich sein, und sie müssen diesbezüglich tatsächlich in einer öffentlich nachvollziehbaren Art und Weise überprüft werden.

Vor allem fordern wir die Bundesregierung dazu auf, das Professorinnenprogramm einzustellen und die freiwerdenden Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft  zur Verfügung zu stellen und zuzusichern und zu garantieren, dass Förderung und finanzielle Zuwendung nur noch auf Grundlage von wissenschaftlicher Qualifikation und Leistung erfolgt!

Wir, die Unterzeichner dieses Offenen Briefes, sehen dies als moralische Pflicht. Wir sind es der Wissenschaft und der Freiheit von Lehre und Forschung schuldig, dass alle staatlichen Eingriffe, die eine Gleichschaltung der Wissenschaft unter der Überschrift der Frauenförderung zum Ziel haben, ein für alle Mal beendet werden.

Prof. Dr. Günter Buchholz
Dr. habil. Heike Diefenbach
Michael Klein

Wer den Offenen Brief mitzeichnen will, der kann dies hier tun

Rede stehen und Verantwortung übernehmen: Was sagen eigentlich die Verantwortlichen an Universitäten zum Professorinnenprogramm?

ProfessorrinnenprogrammWir nehmen heute eine Fehlstelle in Angriff, eine offensichtliche Fehlstelle, deren Vorhandensein wir zwar regelmäßig betont, aber die zu schließen wir bislang nicht versucht haben. Die Fehlstelle lässt sich am besten mit dem Kennwort „Schweigen“ beschreiben: Das Schweigen in der Wissenschaft, das Schweigen der Verantwortlichen, die gute Miene zum Professorinnenprogramm, die Dekane, Rektoren und Präsidenten von Universitäten aufsetzen, wenn es darum geht, Männer an Universitäten zu diskriminieren. Wir wollen diesen Verantwortlichen nunmehr Gelegenheit geben, sich öffentlich zu äußern und gegenüber den Steuerzahlern, die sich als Leser auf ScienceFiles einfinden, Rechenschaft über die Verwendung von Steuermitteln abzulegen.

Dazu schreiben wir sukzessive die Verantwortlichen der Ausschreibungen an, die unter der Blacklist Männerdiskriminierung zu finden sind und bitten Sie, eine kurze Mail, die aus 14 Fragen besteht, zu beantworten. Die Antworten werden wir auf ScienceFiles veröffentlichen. Die Fragen gibt es unten als PDF zum Herunterladen, falls einer der vielen Uni-Mitarbeiter, die hier mitlesen, den Drang verspüren sollte, das Anschreiben an seinen Dekan ans schwarze Brett seines Fachbereichs oder der Universität zu hängen.

unikielUni_MannheimDie beiden ersten, die wir angeschrieben haben, sind der Dekan der Philosophischen Fakultät an der Universität Mannheim, Dr. Matthias Kohring, der für die Ausschreibung einer W3-Professur für anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft verantwortlich zeichnet und der Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Dr. Ulrich Stephani, der für die Ausschreibung einer Vorgriffsprofessur für „Prävention und Versorgung in der Zahlheilkunde“ verantwortlich ist.

Hier nun das Anschreiben im Korpus, die konkreten Anschreiben an Matthias Kohring und Ulrich Stephani können durch einen Click auf deren Namen heruntergeladen werden.

Sehr geehrter …,

ScienceFiles.Logo.short.newwir, Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein, betreiben das Wissenschaftsblog „ScienceFiles“. ScienceFiles ist ein Blog, das u.a. der Aufrechterhaltung wissenschaftlicher Standards, der Verbreitung der wissenschaftlichen Methode und der Sicherung wissenschaftlicher Freiheit und Lauterkeit gegen ideologisch motivierte Eingriffe in die Wissenschaft verpflicht ist. Mit dieser Agenda haben wir es zur Nummer 1 unter den deutschen Wissenschaftsblogs geschafft und erreichen täglich und im Durchschnitt mehr als 2000 Leser.

Unserer Agenda entsprechend betrachten wir das Professorinnenprogramm, an dem sich auch ihre Universität beteiligt, als groben Eingriff in die wissenschaftliche Freiheit und vor allem als Beseitigung des meritokratischen Prinzips, auf dem Universitäten gebaut sein sollten.

Nun sind wir der Methode der Kritik verpflichtet und entsprechend jederzeit bereit, unsere Bewertungen und Faktenbeschreibungen zu prüfen. Daher führen wir derzeit eine empirische Erhebung unter den Verantwortlichen deutscher Universitäten durch, die sich am Professorinnenprogramm beteiligen, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Beteiligung und den damit verbundenen Verbrauch von Steuergeldern nicht nur den Lesern von ScienceFiles zu erklären.

Deshalb haben wir auch Sie angeschrieben. Sie zeichnen für die Ausschreibung einer … Professur verantwortlich, die im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert werden soll. Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, die folgenden kurzen Fragen zu beantworten.

  • Sie schreiben Stellen mit dem Zusatz, „eine Förderung im Rahmen des Professorinnenprogramms ist vorgesehen“ aus. Das bedeutet, damit die Stelle aus dem Professorinnenprogramm gefördert werden kann, muss ein weiblicher Bewerber berufen werden. Dazu die folgenden drei Fragen:
    1. Finden Sie es männlichen Bewebern gegenüber fair, Sie darüber im Unklaren zu lassen, dass Sie als Staffage dienen, um der Ausschreibung den Anstrich der Legitimität zu geben?
    2. Haben Sie die Befürchtung, dass hervorragende männliche Bewerber, die den Verweis auf das Professorinnenprogramm verstehen, von einer Bewerbung abgeschreckt werden, sich auf die Bewerbung letztlich nur zweite Wahl bewirbt, Sie somit mit sub-optimalen Kandidaten und letztlich Professoren enden werden?
    3. Glauben Sie, dass die Tatsache, dass weibliche Bewerber für den Fachbereich „kostenlos“ sind, während männliche Bewerber sich mit den sonstigen Professuren am Fachbereich um die Mittel streiten müssen, einen Einfluss auf das Geschlecht des Bewerbers hat, der letztlich berufen wird?
  • Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden „Vorgriffsprofessuren“ ausgeschrieben. Vorgriffsprofessuren stellen Professuren dar, die neben einer bereits existierenden Professur und für denselben Bereich eingerichtet werden. Ziel ist es, dass die Inhaberin der Vorgriffsprofessur in einigen Jahren die Professur des zumeist männlichen Inhabers ersetzt, die sie bis dahin doppelt. Vorgriffsprofessuren kommen nur zu Stande wenn ein weiblicher Bewerber auf die Vorgriffsprofessur berufen wird. Mit anderen Worten: ein männlicher Bewerber kann eine Vorgriffsprofessur nicht besetzen.
    1. Finden Sie es männlichen Bewerbern gegenüber, die diesen Mechanismus nicht durchschauen, verantwortbar, sie Zeit, Geld und Hoffnungen in eine Bewerbung setzen zu lassen, die sie in keinem Fall erfolgreich beenden können?
    2. Finden Sie die Praxis, Vorgriffsprofessuren auszuschreiben, den Steuerzahlern gegenüber verantwortbar, die genötigt werden, zwei Professoren zu bezahlen, um unnötiger Weise ein Fachgebiet zu doppeln?
    3. Können Sie mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Ausschreibungen offiziell an beide Geschlechter gerichtet werden, aber nur weibliche Bewerber überhaupt die Chance haben, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden?
    4. Stellen Sie mit Ausschreibungen, die unter der Agenda des Professorinnenprogramms stattfinden nicht die Finanzierung ihres Instituts über die Gerechtigkeit bei Berufungsverfahren?
  • Universitäten sind eine Stätte des Erkenntnisgewinns und dienen der Produktion von Wissen. Als solche sind sie dem meritokratischen Prinzip verbunden, das besagt, dass derjenige, der die beste Leisung erbringt, z.B. auf eine Stelle berufen werden soll.
    1. Wo sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht eines Bewerbers und der Leistung des Bewerbers?
    2. Wie rechtfertigen Sie es, einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht eines Bewerbers und seiner Berufung herzustellen?
  • Das Professorinnenprogramm wird u.a. damit legitimiert, dass behauptet wird, Frauen würden durch männliche Seilschaften am beruflichen Aufstieg, hier an der Besetzung einer ausgeschriebenen Stelle gehindert.
    1. Was halten Sie von dieser Legitimation?
    2. Kennen Sie konkrete Fälle, in denen Frauen, die sich auf eine Professur beworben haben, durch die Berufungskommission benachteiligt wurden? Wenn ja, können Sie den Fall bitte kurz skizzieren?
    3. Kennen Sie konkrete Männer, die in Berufungskommissionen sitzen oder saßen und verhindern bzw. verhindert haben, dass Frauen wegen ihres Geschlechts berufen werden oder wurden?
    4. Wie viele Bewerbungen von Frauen hatten Sie auf eine beliebige Professur, die in den letzten drei Jahren an ihrem Fachbereich ausgeschrieben wurde, wie viele Bewerbungen waren von Männern?
  • Im Rahmen des Professorinnenprogramms wird behauptet, dass nur dann ein weiblicher Bewerber berufen werde, wenn er auch fachlich der beste Bewerber ist.
    1. Benötigt es eine besondere Förderung dieser besten weiblichen Bewerber durch ein Professorinnenprogramm? Oder würde nicht das herrschende meritokratische Prinzip dazu führen, dass der beste Bewerber ungeachtet seines Geschlechts berufen wird?
    2. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund den Einsatz von Steuermitteln in Höhe von zweimal 150 Millionen Euro, um weibliche Bewerber in Positionen zu befördern?

Als Inhaber eines Lehrstuhls, der seine Position doch sicherlich auf Grundlage seiner Leistung und somit als Funktion des meritokratischen Prinzips erzielt hat, gehen wir davon aus, dass Ihnen unsere Fragen ebenso am Herzen liegen wie uns.

Wir und die Leser von ScienceFiles freuen uns daher auf Ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. habil. Heike Diefenbach
Michael Klein

Update: Männerdiskriminierung durch das Professorinnenprogramm

BlacklistDie Blacklist der Universitäten, die Männer bei der Bewerbung auf W-Professuren diskriminieren hat einen neuen Eintrag. Ein Leser hat uns auf eine Ausschreibung der Hochschule Ostwestfalen-Lippe aufmerksam gemacht. Auf den ersten Blick ist die Ausschreibung vorsichtiger formuliert als die brachiale und keinen Zweifel an der beabsichtigten Diskriminierung aufkommen lassende Ausschreibung der Universität Bielefeld. (Die Ausschreibung der Uni Bielefeld ist zwischenzeitlich aus dem Internet verschwunden. Wir warten noch auf die Stellungnahme der Universität Bielefeld und die Stellungnahme des BMBF, also darauf, wie beide versuchen, die Diskriminierung von Männern zu etwas Anderem zu machen. Die entsprechende Aufforderung an das BMBF und die Universität Bielefeld durch die Antidiskriminierungsstelle ist bislang offensichtlich unbeantwortet geblieben. Vielleicht fällt den Gender-Bewegten in Ministerium und Universität ja nichts ein, was nicht schon auf den ersten Blick als Unsinn enttarnt werden kann…:).

Zurück zur Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

logo-hs-owlAusgeschrieben ist eine W2-Professur für Crossmedia-Journalismus. Der Aufzählung der üblichen Qualifikationen, die die gesuchte „Persönlichkeit“ mitbringen muss, folgt die folgende Beschreibung der Einstellungsvoraussetzungen.

„Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe vertritt das Prinzip Qualität durch Vielfalt und wünscht sich daher eine Erhöhung des Frauenanteils beim wissenschaftlichen Personal. Im Falle der Berufung einer Frau wird eine Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm angestrebt.“

Warum man, wenn man „Diversität“ erhöhen will, ausgerechnet auf Geschlecht setzt, was nun wirklich keine große Varianz aufweist, wird sich mir nie erschließen. Wenn die Ostwestfalen-Lipper sich „Qualität durch Vielfalt“ wünschen, dann schlage ich vor, sie versuchen die IQ-Verteilung ihrer Dozenten im rechten Teil der Normalverteilung anzusiedeln. Aber, was ich wieder sage, Intelligenz, als bräuchte man im Zeitalter der Schlüsselkompetenzen noch etwas anderes als „soziale Kompetenz“, „Mediennutzungs-“ und „Kommunikationskompetenz“, also das, womit man hofft, andere plattreden zu können, selbst mit dem größten Unsinn.

ProfessorrinnenprogrammDas wirklich perfide an der Ausschreibung aus Ostwestfalen-Lippe ist, dass so getan wird, als sei der Ausgang des Berufungsverfahrens offen und als hätten Männer, die sich auf die W2-Professur bewerben, eine faire Chance. Die haben sie nicht. Dies zu sehen ist einfach, denn welche Institution wird bei der Berufung eines Professors darauf verzichten, eine weibliche Bewerberin, selbst wenn sie weniger qualifiziert ist als ein männlicher Konkurrent, zu berufen, wenn der Institution die Kosten der Stellenfinanzierung abgenommen werden, vom Professorinnenprogramm. Also: Wenn Sie die Wahl haben, zwischen einem Bewerber, der zwar besser ist, aber rund 240.000 Euro im Jahr kostet und einem Bewerber, der schlechter ist, aber den sie umsonst bekommen, welchen Bewerber wählen Sie dann? Eben!

Deshalb sollten sich nur Männer auf die W2-Professur „Crossmedia-Journalismus“ der Hochschule Ostwestfalen-Lippe bewerben, die bereit sind, gegen ihre Nichtberücksichtigung zu klagen – der Gerechtigkeit, der Fairness halber.

Krude Diskriminierung von männlichen Bewerbern: Das Professorinnenprogramm in Aktion

ProfessorrinnenprogrammIn letzter Zeit haben wir auf ScienceFiles drei Beiträge zum Professorinnenprogramm veröffentlicht (1: Gleichberechtigung durch Bevorzugung? Das Professorinnenprogramm ist ein eklatanter Bruch mit dem Grundgesetzt, 2: Master of Funds oder: eine Hand wäscht die andere; 3: Weitere 150 Millionen Euro für die Bevorzugung von Frauen an Universitäten), in denen wir zeigen, dass das Professorinnenprogramm ein Mittel ist,

  • um die staatsfeministische Agenda einer Gleichschaltung von Universitäten und einer erhöhten Kontrolle der Universitäten durchzusetzen,
  • um Universitäten zu entprofessionalisieren und von Stätten der Bildung und Ausbildung, zu Stätten der Kinderbetreuung zu machen und
  • dass es einen eklatanten Bruch mit dem Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes darstellt, da das Programm eindeutig die Bevorzugung von weiblichen Bewerbern auf Lehrstühle und die entsprechende Benachteiligung, d.h.: Diskriminierung männlicher Bewerber zum Ziel hat.

In einem vierten Beitrag „Gleichstellung an Universitäten: Die Worte und die Wirklichkeit“ haben wir dann gezeigt, dass sich die eklatante Diskriminierung von männlichen Bewerbern um Lehrstühle an Universitäten bereits in der Wahrscheinlichkeit niederschlägt, mit der männliche im Vergleich zu weiblichen Bewerber auf Lehrstühle berufen werden.

Die Diskriminierung männlicher Bewerber um Professuren ist demnach in vollem Gange. Ein weiterer Beleg dafür wurde uns von einem Leser geschickt, den wiederum sein Sohn auf diesen Beleg aufmerksam gemacht hat und der ungenannt bleiben möchte, weil sein Sohn im universitären Business noch etwas werden will. Soweit hat es der Staatsfeminismus in Deutschland bereits gebracht, dass die freien deutschen Bürger Nachteile oder Repräsalien erwarten, wenn sie auf Belege hinweisen, denen klar und deutlich die Diskriminerung von Männern um Stellen an Universitäten zu entnehmen ist. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass Staatsfeminismus nichts anderes ist als eine totalitäre Ideologie, die keinerlei Widerspruch duldet.

unibi_logoWie offen und deutlich die Diskriminierung von männlichen Bewerbern derzeit an deutschen Universitäten betrieben wird, ist der folgenden Ausschreibung der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld zu entnehmen. Ausgeschrieben ist eine W3-Professur und somit die höchste derzeit von Professoren erreichbare Besoldungsgruppe. Der Lehrstuhl ist ausgeschrieben für „Allgemeine Literaturwissenschaft/Neuere Deutsche Literatur im transnationalen Kontext“. Die Ausschreibung enthält die übliche Beschreibung der Ansprüche, denen ein Bewerber auf den entsprechenden Lehrstuhl zumindest nach außen hin genügen soll. Der vorletzte Absatz der Ausschreibung, der Absatz, in dem früher der Gleichstellungsunsinn „bei gleicher Eignung werden … vorgezogen“ stand, lautet zwischenzeitlich wie folgt:

Für die Professur ist voraussichtlich eine Förderung durch das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder möglich. … Die Stellenausschreibung dient der Berufung von Frauen, die noch keine W3-Stelle wahrnehmen.

Die Offenheit, mit der hier potentiellen männlichen Bewerbern mitgeteilt wird, dass sie sich nicht zu bewerben brauchen, wird nur überboten von der Offenheit, mit der offengelegt wird, dass das Professorinnenprogramm zu keinem anderen Zweck ins Leben gerufen wurde, als einen Bewerbungs-Stopp für männliche Bewerber auf Professuren durchzusetzen. Wer vor diesem Hintergrund, wie dies ein Kommentator im Hinblick auf den von uns bereits früh aufgezeigten Bruch mit dem Grundgesetz getan hat, meint, er könne die Dinge schön reden, ähnlich wie dies im Dritten Reich im Sinne von „so schlimm wird es schon nicht kommen/sein“ getan wurde, nur um dann von der Realität überrannt zu werden, den kann man nur als fahrlässig und unverantwortlich bezeichnen.

Kaderschmiede HU

Und sie wiederholt sich doch, die Geschichte…

Wir erleben derzeit nicht nur eine Entprofessionalisierung von Universitäten, sondern eine komplette Übernahme von Universitäten durch den Staatsfeminismus. Entsprechend werden sich Universitäten in den nächsten Jahren noch weiter, als sie das sowieso schon haben, von der Suche nach Erkenntnis, der Produktion von Wissen und der ideologischen Freiheit von Forschung und Lehre entfernen. Sie sind auf dem besten Weg, zu Kaderschmieden zu werden, an denen organisierte Gruppen dafür sorgen, dass keinerlei von einer staatsfeministischen Ideologie abweichende Meinungen vertreten oder gar gelehrt werden können und die sich endgültig von einer Stätte der Wissensfindung und Wissensvermittlung zu einer Stätte der ideologischen Indoktrination von und durch Halbtagskräfte entwickeln.

Man muss diese Entwicklung einerseits bedauern, andererseits zur Grundlage eigener Entscheidungen machen und Konsequenzen ziehen: Wer eine Ausbildung jenseits der staatsfeministischen Ideologie will, muss sie außerhalb von Deutschland an Universitäten im Vereinigten Königreich oder in den USA suchen. Wer sich als männlicher Bewerber auf einen Lehrstuhl nicht diskriminieren lassen will, muss sich im Ausland auf entsprechende Stellen bewerben, und wer ein Zeichen setzen will, dass ihm die Richtung, in die sich die deutsche Universitätslandschaft entwickelt, nicht gefällt, der sollte Universitäten wie die Universität Bielefeld, die sich freiwillig zum Erfüllungsgehilfen staatsfeministischer Zerstörer von Universitäten machen, meiden wie die Pest.

Weitere Infos zur Grundgesetzwidrigkeit des Professorinnenprogramms gibt es bei Prof. Dr. Günter Buchholz.