Die Poly-DNA-Viren: Virale Partner im Überlebenskampf

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    Jan Dietrich
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    Poly-DNA-Viren sind eine Familie doppelsträngiger DNA-Viren, die über
    Jahrmillionen eine symbiotische Beziehung mit parasitären Wespen eingegangen sind.

    Die Familie der Poly-DNA-Viren teilt sich in zwei Unterarten auf, in Ichnoviren und Bracoviren. Der Name stammt von den beiden Familien parasitärer Wespen, mit denen sie in Symbiose stehen, Ichno- bzw. Bracowespen.

    Kurz zu den Wespen selbst:

    Bestimmte Arten der Ichno/Bracowespen pflanzen sich fort, in dem sie einer Schmetterlingslarve ein befruchtetes Ei injizieren, aus welchem eine Wespen-Larve schlüpft, welche sich dann von der Schmetterlingslarve, in der sie sich befindet ernährt. Im Folgenden ist der Vorgang grafisch dargestellt.

    Ichneumon wasp injecting egg

    Wespe “spritzt” Ei in Wirtslarve

    ichneumon wasp larvae emerging from its host

    Wespenlarve bricht aus Wirtslarve aus

    Das Ei bzw. die Eier sind nicht sehr groß und würden normalerweise vom Immunsystem der Larve angegriffen und zerstört werden.

    Als Gegenmaßnahme sind bestimmte Unterarten der Ichno/Bracowespen eine Symbiose mit Poly-DNA-Viren eingegangen, welche Proteine bilden, die das Immunsystem der Larve unterdrücken.

    Der Virus ist selbst im genetischen Code der Wespe kodiert und wird in bestimmten Bereichen des Eierstockes weiblicher Wespen repliziert und zusammen mit dem Ei in die Wirtslarve injiziert.

    Diese Zusammenarbeit ist für beide Seiten überlebensnotwending, ohne den Virus wäre die Wespe nicht oder nur eingeschränkt fortpflanzungsfähig, der Virus widerum sichert seine eigene fortwährende Replikation innerhalb des Genoms der Wespe.

    Zwischen Virus und Tier besteht also eine Ko-Dependenz, was sie als Forschungssubjekt sehr interessant macht. Genetische Untersuchungen ergeben, dass die Co-Evolution der beiden Symbionten schon mindestens 70 Millionen Jahre alt ist.

    Quellen:

    #63821

    Jan Dietrich
    Moderator
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