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Klassiker

Ständig erweiterte ScienceFiles-Serie der Klassiker der Soziologie und Ethnologie

Autor: Dr. habil. Heike Diefenbach

©Dr. habil. Heike Diefenbach

******** Zitate aus den Texten nur mit Verweis auf die Quelle (https:/sciencefiles.org/klassiker) ********


Peter L. Berger

Soziologie ist, wie wir nicht müde werden, zu bemerken, keine bloße Wohlfühlveranstaltung für Schwätzperten. Sie ist eine Wissenschaft und wird in Teilen und wurde in der Vergangenheit als solche betrieben, auch, wenn es Leute gibt, die sich ebenfalls Soziologen nennen, das, was sie tun – oder besser: schreiben oder reden – nicht an den Regeln ausrichten, die jedem wissenschaftlichen Tun zugrundeliegen. Allerdings ist uns klar, dass das viele Zeitgenossen nicht so sehen bzw. nicht wissen oder kaum glauben können. Angesichts dessen, was in der Öffentlichkeit als Sozialwissenschaft oder als sozialwissenschaftliche Forschung präsentiert wird, ist das auch nicht verwunderlich, und wir können es niemandem verübeln, wenn er sich gelangweilt oder genervt abwendet, wenn von Behörden oder sogenannten Stiftungen vermeintlich sozialwissenschaftliche Forschung finanziert und die vermeintlichen Ergebnisse dieselbe von den Medien unisono per Pressemeldung verbreitet wird.

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Randall Collins

Quelle

Randall Collins, der am 29 Juli 78 Jahre alt wird, ist ein U.S.-amerikanischer Soziologe, der in Deutschland nur unter Sozialwissenschaftlern und Studenten einer Sozialwissenschaft einigermaßen bekannt sein dürfte, und zwar als ein Konflikttheoretiker oder als Verfasser von informativen Einführungs- oder Überblicksbüchern in oder über die Soziologie bzw. soziologische Theorien und Konzepte, ihre Geschichte oder bekannte Vertreter des Faches, insbesondere Max Weber und Émile Durkheim. In neuerer Zeit hat sich Collins der physischen Gewalt als Interaktionsritual gewidmet bzw. der Dynamik physischer Gewalt. Deshalb trägt die deutsche Übersetzung von Collins‘ Buch mit den Titel „Violence: A Micro-Sociological Theory“, das im Jahr 2009 erschienen ist, auch den Obertitel „Dynamik der Gewalt“ (s. Collins 2011).

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Dame Mary Douglas

„Purity and Danger: An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo“ ist vermutlich das bekannteste Buch der britischen Sozialanthropologin Mary Douglas, die am 28. November 1921 in Sanremo geboren wurde und am 16. Mai 2007 in London gestorben ist. Dieses Buch wurde im Jahr 1966 erstmals veröffentlicht und erschien in einer deutschsprachigen Übersetzung im Jahr 1985 unter dem Titel „Reinheit und Gefährdung: eine Studie zu Vorstellungen von Verunreinigung und Tabu“.

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Marvin Harris

Marvin Harris, der am 18. August seinen 92. Geburtstag gefeiert hätte, wäre er nicht im Oktober 2001 im Alter von 74 Jahren verstorben, war einer der bekanntesten und einflussreichsten des 20. Jahrhunderts, obwohl er oder vielleicht gerade weil er der Kulturanthropologe war, der wie kaum ein anderer provokant gewesen ist und starke emotionale Reaktionen bei den Lesern seiner Bücher, bei seinen Kollegen und vermutlich auch bei seinen Studenten ausgelöst hat.

Bekannt ist er seit den 1970er-Jahren anderen Anthropologen, Vertretern anderer Sozialwissenschaften und in der Öffentlichkeit als „Kulturmaterialist“, d.h. – grob gesagt – als jemand, der kulturelle Erscheinungen als Ergebnisse einer Reaktion auf materielle Gegebenheiten und Erfordernisse interpretiert …

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Robert K. Merton

Robert K. Merton, der als Meyer R. Schkolnick in Philadelphia geboren wurde und den Namen Robert King Merton im Zuge seiner Betätigung als Amateur-Magier im Teenager-Alter entwickelte, kann als einer der Riesen bezeichnet werden, auf dessen Schultern nicht nur Zwerge, sondern auch andere Riesen in der Soziologie standen – Merton hat übrigens selbst ein Buch über die Geschichte der Redensart von den Zwergen, die auf den Schultern von Riesen stehen, geschrieben (Merton 1965): Seine empirischen, theoretischen und methodischen Beiträge zur Soziologie oder den Sozialwissenschaften allgemein sind so zahlreich und einflussreich wie diejenigen kaum eines anderen Soziologen oder Sozialwissenschaftlers.

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Vilfredo F. D. Pareto

Vilfredo Federico Damaso Pareto, der am 15. Juli 1848 in Paris geboren wurde und im August 1923 in Genf starb, ist heute vermutlich nur noch der Mathematik gegenüber aufgeschlossenen Ökonomen sowie einigen Soziologen bekannt. Ihnen allen ist Pareto vermutlich vor allem als Wohlfahrtsökonom ein Begriff, der das Konzept der „maximalen Ophelimität“ bzw. des maximalen Nutzens entwickelte, das heute gewöhnlich als „Pareto-Effizienz“, „Pareto-Gleichgewicht“ oder „Pareto-Prinzip“ bezeichnet und häufig in irreführender Weise paraphrasiert wird.

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Pauline Marie Rosenau

Quelle

Sie haben noch nie von Pauline Marie Vaillancourt Rosenau gehört? Sie sind damit nicht allein. Aber vielleicht wäre es gut, wenn Sie sie, d.h. ihre Arbeit, kennen würden.

Pauline M. Rosenau ist eine Professorin Emerita am “Department of Management, Policy and Community Health” der Universität Texas und hat seit den 2000er-Jahren im Bereich “Public Health” mit Schwerpunkt Gesundheitspolitik gearbeitet. Für ihre Arbeit in diesem Bereich hat sie im Jahr 2014 den Edgar C. Haybow Publishing-Preis erhalten und im Jahr 2003 den Alumni Hall of Fame-Preis der School of Public Health der Universität von Kalifornien erhalten. Außerdem wird sie im „Who Is Who im America“ und im „Who Is Who In the World” geführt. Sie ist also eine im Sinne des Wortes ausgezeichnete Wissenschaftlerin, Hochschullehrerin und Person des öffentlichen Lebens.

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Samuel A. Stouffer

CC BY-SA 3.0

Von dem U.S.-amerikanischen Soziologen Samuel A. Stouffer stammt die folgende Charakterisierung der Mißstände in der Soziologie:

„In a society which rewards quick and confident answers and does not worry about how the answers are arrived at, the social scientist is hardly to be blamed if he conforms to the norms. Hence, much social science is merely rather dull and obscure journalism; a few data and a lot of “interpretation.” The fact that the so-called “interpretation” bears little or no relation to the data is often obscured by academic jargon. If the stuff is hard to read, it has a chance of being acclaimed as profound. The rewards are for the answers, however tediously expressed, and not for rigorously marshalled evidence”;

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Richard Thurnwald

Quelle

Der am 18. September 1869 in Wien geborene und am 19. Januar 1954 in Berlin im Alter von 85 Jahren verstorbene Richard Thurnwald war einer der bekanntesten deutschsprachigen Kulturanthropologen neben Fritz Boas, Leo Frobenius und einigen anderen, vielleicht – und vielleicht zu Unrecht – nicht (mehr) so bekannten Personen wie z.B. Adolf Bastian.

Thurnwald wurde von Bronislaw Malinowski (1926: 9) als der zu seiner Zeit „leading German anthropologist“ bezeichnet, und tatsächlich ist Thurnwalds Arbeit für die Kulturanthropologie sehr wichtig gewesen, und zwar nicht nur aufgrund der vielen Publikationen, die er verfasst hat – es sind mehr als 350 (Adam 1955: 145) – und die die Breite seines Wissens und seiner Interessen abbilden, sondern auch aufgrund der Vielfältigkeit dieser Publikationen, ohne dass diese Vielfältigkeit durch Oberflächlichkeit erkauft worden wäre. Durch die Arbeiten Thurnwalds zieht sich (jeweils mehr oder weniger ausgeprägt) nämlich wie ein roter Faden die Frage, die Thurnwald besonders interessierte.

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