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Das ZDF gibt sich stürmeresk: Hatespeech ganz öffentlich-rechtlich

In den letzten Tagen wurde Staatsanwalt Christoph Hebbecker, der bei der Kölner Staatsanwaltschaft in ein Sonderdezernat, das sich ausschließlich mit online Hate Speech befasst, abgeschoben wurde, durch alle öffentlich-rechtlichen Medien geschleift, durfte in jedem dieser Medien, vom ZDF über die ARD bis zum Deutschlandfunk, darstellen, wie die hohe Kunst der Denunziation die Statistik der politisch-motivierten Kriminalität, vor allem in Deliktfeld „rechts“ aufblähen kann.

Dass es bei der Aktion, deren staatsanwaltschaftliches Endstück Hebbecker mit seinem Sonderdezernat ist, der Aktion „Verfolgen statt (nur) löschen“ vor allem darum geht, das, was als rechte Hate Speech gilt, zu verfolgen und nicht nur zu löschen, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass diejenigen, die sich hauptsächlich als Melder bei dieser Aktion andienen, in Medien, beim Kölner Stadtanzeiger, der Deutschen Welle, der Landesmedienanstalt NRW angestellt sind. Sie sind offenkundig nicht an Hate Speech in öffentlich-rechtlichen Sendern interessiert, die in einer Weise stürmeresk ist, die sie direkt für das einst von Julius Streicher herausgegebene Hetzblatt verwertbar macht.

Ein Beispiel öffentlich-rechtlicher Hate Speech im ZDF hat uns Eddie Graf, ein Beacon of Hope im Meer der neuen deutschen Medien-Dumpfheit, zur Verfügung gestellt. Hier ist es:

Der Mensch mit der Stimme eines kleinen Jungen, er sagt u.a. Folgendes:

„… wie heißt es so schön: als Tiger gestartet als Bettvorleger gelandet. Dieses Kunststück könnte neben Matteo Salvini auch Boris Johnson gelingen“.

Die Metapher, die hier Verwendung findet, der Tiger, der als Bettvorleger endet, die Transformation, die als Kunststück bezeichnet wird, ist ein Beispiel für eine Form von hinterhältiger Hate Speech, wie sie unter denen Verwendung findet, die sich für intellektuell halten, und die doch nichts anderes sind als Personen, die aus Mangel an Argumenten auf Beleidigungen als einziges ihnen verbliebenes Mittel zurückgreifen müssen.


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Um als Bettvorleger zu landen, muss der Tiger im Sprung erlegt werden. Um im Sprung erlegt werden zu können, benötigt man einen Jäger, der den Tiger zur Strecke bringt. Im vorliegenden Kontext ist Boris Johnson der Tiger und die EU natürlich die Jäger, die ihn zur Strecke bringen. Damit ist die Metapher aber noch nicht am Ende, denn dem Tiger Johnson wird sein Fell über die Ohren gezogen, er wird zum Bettvorleger degradiert, als Trophäe ausgestellt, die man jeden Abend, bevor man ins Bett geht, mit Füßen tritt.

Wer auch immer die Texte beim ZDF schreibt, er ist ein Brandschreiber, der im Dritten Reich mit hoher Wahrscheinlichkeit Karriere gemacht hätte, dann nicht mit der Metapher vom erlegten Tiger, sondern vom Volksschädling.

Eine solche Aussage über den Regierungschef eines anderen Landes, eine Aussage, die die Supremacy, die Überlegenheit der europäischen Rasse über den britischen Tiger (übrigens das falsche Tier, der Löwe wäre das richtige Tier gewesen), zum Ausdruck bringt, ist schwerlich mit den Regeln anständiger und fairer Berichterstattung zu vereinbaren, aber diese Regeln sind im ZDF ganz offensichtlich vollkommen unbekannt. Beim ZDF herrscht eine Diffamierungskultur, die es ermöglich, Lügen zu erfinden, um Regierungschefs anderer Länder zu diffamieren, eine Diffamierungskultur, die vom Intendanten gedeckt wird, wenn er die Lüge als Übersetzungsfehler abzutun versucht.

Das Beispiel zeigt auch und einmal mehr die Doppelmoral vieler unter denen, die in deutschen Medien angestellt sind. Erinnern Sie sich noch an die Aussage von Alexander Gauland nach der Bundestagswahl von 2017: Wir werden sie jagen (gemeint war die Regierung Merkel):

Die geballte Wut der deutschen Medien kam auf Gauland hernieder, der mit seiner Aussage ganz massiv gegen die Etikette, den Anstand und was sonst noch alles verstoßen haben soll. Indes, wenn einer nicht nur verbal jagen geht, sondern den Regierungschef eines anderen Landes auch erlegt, ihm das Fell über die Ohren zieht und ihn zum Bettvorleger degradiert, dann bleibt der Sturm der Entrüstung aus.

So war das auch im Dritten Reich. Wenn ein Jude einem Deutschen auf den Fuß getreten ist, dann wurde ein Tohuwabohu veranstaltet und der arme Mensch ins Konzentrationslager verfrachtet, wenn ein Deutscher einen Juden ermordet hat, dann wurde die Angelegenheit dem Vergessen anheim gestellt, wenn er nicht sogar einen Orden für seine „Leistung“ erhalten hat. Beispiele dafür finden sich zuhauf im wirklich sehr empfehlenswerten Buch „Backing Hitler“ von Richard Gellately.

Was würde das ZDF wohl melden, wenn die britische Sun über Merkel schreiben würde: She started as a Stasi-U-Boat and got sunk in the British Channel.

Deutschland 2019: 86 Jahre weiter und doch auf der Stelle geblieben.

Bleibt noch die Frage zu klären, wer sich warum dafür hergibt, öffentlich derart niedrige Instinkte auszuleben. Diese Frage versuchen wir im nächsten Post zu beantworten.



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