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Geistige Brandstifter: Die Mitschuldthese

Nach dem Anschlag von Halle hat sich kaum ein Politiker, der sich zum Establishment zählt, die Chance entgehen lassen, der AfD eine Mitschuld zu attestieren.

Die Mitschuldthese basiert darauf, dass es der AfD irgendwie gelingt, ein Klima zu schaffen. Dieses Klima, von dem niemand wirklich weiß, worin es besteht, weshalb es in einem logischen Zirkelschluss als das bezeichnet wird, was es hervorrufen soll: antisemitisches Klima zum Beispiel, hat irgendwie dazu geführt, dass ein Spinner aus Sachsen-Anhalt, Stefan Balliet mit Namen, sich Waffen besorgt, sich bis an die Zähne bewaffnet, sich eine Kamera auf einen Helm montiert und loszieht, um so viele Menschen wie nur möglich, zu ermorden.

Die Mitschuldthese steht in einer Reihe mit anderen Verschwörungstheorien, von der Dolchstoß-Legende bis zur Verschwörungstheorie der Alien-Annunaki, blutdrinkender und die Gestalt wechselnder Reptilen, die die Welt beherrschen.


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Die Vertreter der Mitschuldthese stehen zudem in einer Kontinuität, die zeigt, welche Geisteshaltung notwendig ist, um die Gunst der Stunde auszunutzen, und den politischen Gegner auf Grundlage einer an Idiotie kaum zu übertreffenden These schädigen zu wollen. Zunächst ein paar Vertreter der Mitschuldthese:

Boris Pistorius, Innenminister Niedersachsen, SPD:

„Zudem gibt Pistorius der AfD eine Mitschuld für den Anschlag mit zwei Toten. Die Partei sei mitverantwortlich für eine gesellschaftliche Entwicklung, die zu Tat[en] wie dieser führe. "Die AfD hat die Sprache verroht. Erst werden die Worte radikal, dann die Taten", so Pistorius, der gemeinsam mit Sachsens Integrationsministerin Köpping für den SPD-Bundesvorsitz antritt.“

 

Joachim Herrmann, Innenminister Bayern, CSU:

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gab der AfD eine Mitverantwortung an der Tat. "Das eine sind diese schrecklichen Gewalttäter, vor denen wir uns schützen müssen, das andere sind auch die geistigen Brandstifter, da sind in letzter Zeit auch einige Vertreter der AfD in unverschämter Weise aufgefallen", sagte der CSU-Politiker im Interview mit dem Sender Bayern 2 des Bayerischen Rundfunks. Namentlich nannte Herrmann in diesem Zusammenhang den thüringischen AfD-Spitzenpolitiker Björn Höcke: "Höcke ist einer der geistigen Brandstifter, wenn es darum geht, wieder mehr Antisemitismus in unserem Land zu verbreiten. Darüber müssen wir jetzt die politische Auseinandersetzung konsequent führen."

 

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister, SPD:

„Vize-kanzler Olaf Scholz hat der AfD eine Mitverantwortung für den Anschlag eines Rechtsextremisten auf eine Synagoge in Halle an der Saale gegeben. Auf die Frage, ob die geistigen Brandstifter auch bei der AfD zu suchen seien, sagte Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Die AfD kann ihre Verantwortung in dieser Frage nicht verleugnen." Er sei entschieden dagegen, von Einzeltätern zu reden. Ob der Täter in Halle Verbündete gehabt habe, werde die Polizei herausfinden. "Aber die rassistisch motivierte Tat ist in einem Milieu entstanden, das nicht nur im Netz, sondern auch in Landtagen und im Bundestag Parolen von rechts ruft. Die AfD sollte nicht so tun, als hätte sie mit alldem nichts zu tun", sagte der Bundesfinanzminister.“

 

Die Reihe, in die sich diese Politdarsteller einordnen, ist eine, der man eher fernbleiben sollte.

Georg Elser hätte in die Geschichte eingehen können. Er hätte zu einem Superstar werden können, wäre ihm gelungen, was er beabsichtigt hat. Elser ist der Zimmermann, der im November 1939 so nahe, wie niemand vor und bis Stauffenberg niemand nach ihm an ein erfolgreiches Attentat auf Adolf Hitler gekommen ist. Elser gelang es, eine Bombe im Bürgerbräukeller in München zu verstecken. Die Bombe detonierte. 8 Menschen starben, mehr als 60 wurden verletzt. Hitler hatte die Versammlung, auf der er wie jedes Jahr seit 1933 eine Rede halten wollte, immer zur gleichen Zeit, dieses Mal früher verlassen, wegen schlechten Wetters.

Georg Elser wurde festgenommen und ausgiebig zu seinen Motiven und Hintermännern usw. befragt. Ergebnis: Elser war weitgehend unpolitisch. Er hatte keine Hintermänner. Sein Motiv war, durch die Ermordung von Hitler Arbeitern einen weiteren Krieg und weiteres Leid zu ersparen.

Die deutschen Medien haben daraus etwas ganz anderes, eine Variante der Mitschuldthese gemacht, die den Einzeltäter Elser zum aus dem Ausland gesteuerten Mörder stilisiert hat, wobei die Spur angeblich zu Juden und Engländern geführt haben soll.

Wie gesagt, Elser war ein klassischer Einzeltäter, er hatte weder Verbindung zum Ausland noch zu Kommunisten und war kein Jude. Aber wenn es politisch opportun erscheint, dann wird von manchen eben alles behauptet.



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