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Konsens-Nonsens: Komikerpaar spielt Faktenfinder

In der Wissenschaft gibt es keinen KONSENS!

Konsens ist ein politisches Konzept. Konsens ist nur für diejenigen wichtig, die ihre Handlungen durch Dritte legitimieren wollen, z.B. weil sie nicht den Mut haben, zu dem zu stehen, was sie tun. Für Politiker ist die Herstellung von Konsens deshalb wichtig, weil man im Nachhinein, z.B. wenn etwas schief gegangen ist, immer behaupten kann, man habe auf Grundlage eines Konsenses gehandelt, also auf Grundlage eines Kuhhandels zwischen Vertretern unterschiedlicher Interessen, bei dem jeder bemüht war, für seine Klientel ein großes Stück vom Kuchen zu sichern.

Wissenschaft ist nicht an Konsens, sondern an Übereinstimmung mit den Fakten interessiert. Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass selbst die lernresistenten Gensing und Reisin, Abbott und Costello der öffentlich-rechtlichen Sender, diese Erkenntnis eines Tages ereilt. Obwohl: Es sieht schlecht aus.

Heute arbeiten sich beide wieder einmal an der AfD ab. Man fragt sich: Was würden Gensing und Reisin tun, wenn es die AfD nicht gäbe? Sie hätten dann so gut wie nichts zu schreiben.

Aber zum Glück gibt es die AfD. Diese AfD hat, wie Gensing und Reisin behaupten, eine „Studie“ verfasst. Die AfD hat keine Studie verfasst, die Fraktion der AfD im hessischen Landtag hat etwas veröffentlicht, das man am besten als Materialsammlung bezeichnet.

Darin sind Statistiken und wissenschaftliche Ergebnisse gesammelt, also im Zweifel etwas, mit dem Gensing und Reisin eher nichts anfangen können. Dennoch haben sich darauf gestürzt. Aus dem, was hinten dann als Text herausgekommen ist, haben wir uns eine Passage ausgesucht, die man als besonders dumm, dreist oder dumm-dreist bezeichnen kann:

„Die AfD behauptet ohne eine Quellenangabe, ein menschengemachter Klimawandel lasse "sich bislang wissenschaftlich nicht beweisen". Klimawandel habe es schon immer gegeben "und wird es immer geben". Richtig ist, dass es schon immer Klimaschwankungen gab. Aber Schweizer Forscher belegten einen entscheidenden Unterschied: Noch nie gab es einen Temperaturanstieg auf der ganzen Welt gleichzeitig.“

Zudem liegen zahlreiche Studien zum Einfluss des Menschen auf den Klimawandel vor. Die Seite Klimafakten stellt dazu fest: "Es ist wissenschaftlich gesichert und gut belegt, dass der Mensch Hauptverursacher der bereits laufenden globalen Erwärmung ist. Diesem Konsens stimmen Wissenschafts-Akademien aus 80 Ländern zu, außerdem viele weitere wissenschaftliche Organisationen und - laut mehrerer Studien - rund 97 Prozent der Klimawissenschaftler.“


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Die beiden öffentlich-rechtlichen Schlaumeier wollen der AfD also gleich am Zeug flicken und sie eines Fehlers mit Bezug auf das Handwerkszeug überführen. Das Zitat aus der Materialsammlung der AfD, die Gensing und Reisin weder zitieren noch verlinken, bleibt übrigens ohne Quellenangabe. Das Glashaus, in dem Gensing und Reisin sitzen, ist weitgehend glaslos. Im Original findet sich die Aussage auf Seite 67 und lautet:

„Klimawandel gab es schon immer und wird es immer geben. Ein menschengemachter Klimawandel lässt sich bislang wissenschaftlich nicht beweisen“.

Und Recht haben sie, die Mannen von der AfD, denn wenn es um die Übereinstimmung von Theorien, wissenschaftlichen Aussagen oder Hypothesen mit der Realität geht, dann kommt „Beweisbarkeit“ nicht vor, denn der Beweis einer Aussage wie „Klimawandel ist menschengemacht“ ist nicht möglich. Eine solche Aussage ist eine Allaussage und KEIN Mensch der Welt, auch keine 97,5% der Wissenschaftler, wer auch immer sie sein mögen, haben zu einem Zeitpunkt ALLE erforderlichen Informationen zur Hand und eine Allaussage als richtig beweisen zu können. Wegen dieser Unmöglichkeit geht man in der Wissenschaft den umgekehrten Weg: Theorien, Hypothesen, Aussagen gelten so lange als bewährt, so lange sie nicht an der Realität gescheitert sind. Würden Gensing und Reisin die Gehirnzellen, die sie vermutlich haben, anstrengen und einen Moment nachdenken, warum überhaupt das Konzept „Konsens“ in die Debatte eingeführt wurde, warum es zum Beispiel keines Konsenses darüber bedarf, dass ein Mensch, wenn man ihn köpft, nicht mehr weiterleben kann, dann würde es selbst bei ihnen vielleicht, man soll ja vorsichtig sein, klick machen. Die Armada von Wissenschaftlern, die gemeinhin aufgefahren werden, um die Richtigkeit der Behauptung, dass Menschen am Klimawandel schuld sind, zu beglaubigen, die ist nur notwendig, weil der menschengemachte Klimawandel in den Fakten nicht vorkommt. Die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache. Die beiden öffentlich-rechtlichen, die die Materialsammlung der AfD und den Link dazu unterschlagen, weshalb wir ihn hier bereitstellen, sie unterschlagen das, so wie sie unterschlagen, dass die Aussage, dass ein menschengemachter Klimawandel nicht belegbar ist, in der AfD-Zusammenstellung von Fakten am Ende einer Reihe von Beobachtungen und Ergebnissen steht, die sich mit der Mär des menschengemachten Klimawandel nicht nur kaum, sondern gar nicht vereinbaren lassen.

Kommen wir zu den Schweizer Wissenschaftlern, die Gensing und Reisin nicht einmal namentlich zu kennen scheinen, die gezeigt haben wollen, dass es noch NIE einen Temperaturanstieg auf der GANZEN Welt gleichzeitig gegeben habe. Eine solche Aussage machen nur Menschen, denen das Denken nicht wirklich in die Wiege gelegt wurde. Jeder normale Denker weiß, dass man apodiktische Aussagen, die eine unbegrenzte Raum-Zeit-Geltung beanspruchen: Nie (zu keinem Zeitpunkt an keinem Ort) nicht belegen kann, sie deshalb besser unterlässt, schon weil man sich ja nicht als Idiot outen will.

Die Schweizer Wissenschaftler, die in Medien, die zumindest einen Autoren kennen, gemeinhin als „Raphael Neukom und sein Team“ bezeichnet werden, haben eine bemerkenswert weitreichende Aussage auf bemerkenswert wenige Daten basiert, denn, die Datenreihe, auf deren Grundlage „Raphael Neukom und sein Team“ gezeigt haben, dass „sich Warm- oder Kaltzeiten … nie auf der ganzen Welt gleichzeitig“ (Spiegel) entwickelt haben, dass „in früheren Zeiten … Klimaschwankungen vor allem regional und zu unterschiedlichen Zeiten“, nie aber gleichzeitig aufgetreten sind (Tagesschau), sie ist 2000 Jahre lang. Dass die „globale Erwärmung … beispiellos“ ist (Tagesschau) bzw. „Warm- oder Kaltzeiten“ mit Ausnahme von heute „nie auf der ganzen Erde gleichzeitig“ aufgetreten sind, diese umfassenden Behauptungen, sie beruhen auf einer Stichprobe von 0,00004% Erdgeschichte.

Wir haben die Junk Studie von Neukom et al. hier besprochen. Wer sich eingehender mit dem Residuum der Erdgeschichte, das Neukom und seine Spezies analysiert haben, beschäftigen will, der kann das hier tun.

Das bringt uns zum Konsens der „rund 97% … Klimawissenschaftler“, von dem Gensing und Reisin schwafeln. Man muss es schwafeln nennen, denn sie improvisieren offensichtlich aus dem fast vollständigen Vakuum, das ihre gesammelten Erkenntnisse zum Klimawandel enthält. Nicht einmal die Autoren, die den 97% Studien Junk erstellt haben, sprechen von 97% der Klimawissenschaftler, und das will etwas heißen, denn sie nutzen ansonsten jeden billigen Trick, um ihre 97,5% zu errechnen. Auch den Hoax der 97% haben wir auf ScienceFiles besprochen.



Die Zusammenfassung der Taschenspielertricks, die ausreichen, um Gensing und Reisin zu überzeugen, aber sicher zu brachial sind, um normal denkenden Menschen auch nur ein müdes Lächeln abzuringen, sie liest sich in unserer Besprechung der Studie von Cook et al., um die es hier geht, wie folgt:

Um die 97% Zustimmung errechnen zu können, schließen Cook et al. die 7.930 Beiträge, in denen keinerlei Referenz zum Einfluss von Menschen auf den Klimawandel vorkommt, komplett aus. 66,4% der Beiträge sind somit belanglos. Die verbleibenden 4.014 Beiträge werden in zwei Gruppen zusammengefasst: 3.896 Beiträge sind für die Autoren pro-menschengemachter Klimawandel, 118 contra. 3.896/40,14 = 97,06%. Tatsächlich sind 32,6% aller bewerteten Abstracts als pro-menschengemachter Klimawandel eingeordnet und nicht 97,06%.

Hinzu kommt, dass man die Einordnung, die Cook et al. vornehmen, nicht unterschreiben muss. Tatsächlich fallen 64, nach Korrektur 41 Arbeiten in die Klasse von Arbeiten, die einen menschengemachten Klimawandel explizit bejahen und quantifizieren, alle anderen Arbeiten fallen nicht in diese Klasse. Ergo ist der wissenschaftliche Konsens, der für die Klimaalarmisten so wichtig ist, gerade auf 1,6 bzw. 0,5% eingeschrumpft. David Henderson hat dieses Argument gemacht. Alex Epstein macht auf seinem Blog ein ähnliches Argument und zeigt zudem, wie die falschen Zahlen, die Cook et al. liefern von Politikern sofort genutzt werden, um ihre Agenda zu befördern.

Die vollständige Besprechung der Studie von Cook et al., auf die der 97%-Konsens Hoax zurückgeht, jener Hoax, den Gensing und Reisin GANZ OHNE QUELLENANGABE rapportieren, kann hier nachgelesen werden.

Offenkundig sind Gensing und Reisin der Ansicht, sie hätten sich noch nicht ausreichend lächerlich gemacht. Deshalb schließen sie ihren Ausführungen über den rund 97%-Konsens, den „mehrere Studien“ gefunden hätten, Studien, von denen Gensing und Reisin keine einzige angeben können, dieselben Gensing und Reisin, das öffentlich-rechtliche Komikerpaar, das der AfD fehlende Quellenangaben vorgeworfen hat, noch den Versuch an, ihre Leser ausgerechnet mit einem Verweis auf die Bundesregierung zu überzeugen, also dem, was man gemeinhin als argumentum ad auctoritatem, einem Fehlschluss bezeichnen müsste, würden nicht die Finger den Dienst verweisen, wenn im Zusammenhang mit der Bundesregierung von einer „Autorität“ in was auch die Rede sein soll.

„Die AfD hatte den wissenschaftlichen Konsens in dieser Frage kürzlich bereits in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung bezweifelt. Die Bundesregierung antwortete, dass eine neue Metastudie aus dem Jahr 2016 sogar zu einer noch höheren Übereinstimmung komme. In 54.195 durch Fachkollegen geprüften (peer reviewed) wissenschaftlichen Artikeln von 1991 bis 2015 bejahten 99,94 Prozent den menschengemachten Klimawandel.“

Der hier zitierte Blödsinn, dessen Urheber Gensing und Reisin abermals nicht angeben können, geht auf James Lawrence Powell zurück, von dem angenommen werden darf, dass er den Beitrag mit dem Titel „The Consensus on Anthropogenic Global Warming Matters“ lieber nicht geschrieben hätte. Der Beitrag von Powell ist auch keine Meta-Studie, wie Gensing und Reisin behaupten. Der Beitrag ist am ehesten als eine Art Täuschungsversuch anzusehen. Warum das so ist, haben wir hier ausführlich dargestellt. Powell basiert seine Behauptung, es gebe einen Konsens von 99,94% auch nicht auf 54.195 durch Fachkollegen geprüfte wissenschaftliche Artikel, wie die autoritätsgläubigen Komiker der ARD behaupten, sondern angeblich auf die Abstracts von 24.210 Artikeln, die Powell ganz alleine und in sehr kurzer Zeit gelesen haben will.

"My search found 24,210 articles by 69,406 authors. In my judgment, only five articles rejected AGW: Avakyan (2013a, 2013b), Gervais (2014), Happer (2014), and Hug (2013). These represent a proportion of 1 article in 4,842 or 0.021%. With regard to the authors, 4 reject AGW: 1 in 17,352 or 0.0058%. As explained, I interpret this to mean that 99.99% of publishing scientists accept AGW: virtual unanimity”

Alle Abstracts, in denen die absurde Idee eines menschengemachten Klimawandels nicht explizit zurückgewiesen wurde, hat Powell als Beiträge gewertet, die die Idee des menschengemachten Klimawandels befürworten. Das ist, als würde man alle, die die Todesstrafe in kriminologischen Beiträgen über Mord und Totschlag nicht explizit ablehnen, zu deren Befürwortern erklären.
Unser gesamter Text zu Powell kann hier nachgelesen werden.

Die irre Methode von Powell haben wir genutzt, um unsererseits ein wenig mit Daten zu spielen. Dabei konnten wir die folgenden Konsense finden:

  • Merkels Regierungen will Deutschland in Armut stürzen“, wissenschaftlicher Konsens darüber, dass diese Aussage richtig ist: 97%
  • Die UN ist ein kommunistisches Regime, das die Lüge vom anthropogenen Klimawandel benutzt, um die Weltbevölkerung zu verarmen Wissenschaftlicher Konsens darüber, dass diese Aussage richtig ist: 96,6%
  • Schließlich haben wir gezeigt, dass unter den im Bundestag vertretenen Parteien ein Konsens von 93,3% darüber besteht, dass Parteizweck Korruption und Selbstbereicherung sind.

Die Methode Powell ist vielfältig anwendbar: Wer nachlesen will, wie es geht und unsere Ergebnisse nachvollziehen will, wer ein Gefühl dafür bekommen will, auf welchem Humbug die Behauptung, es gebe einen Konsens zum menschengemachten Klimawandel basiert, der kann das hier tun.

Was uns angeht, wir machen jetzt für heute Schluss und legen ein paar CDs von Abbott und Costello ein. Richtige Komiker sind öffentlich-rechtlichen alle Mal vorzuziehen, zumal die richtigen Komiker nie vorgeben, sie verstünden von Dingen etwas, von denen sie offenkundig keinerlei Ahnung haben. Die Frage, ob Dunning-Kruger ihren Effekt, nachdem die Festigkeit von Überzeugungen zu einem Gegenstand in dem Maße steigt, in dem die Kenntnis über diesen Gegenstand sinkt, nunmehr als Gensing-Reisin-Kurve bezeichnen, ist eine Frage, deren Beantwortung wir mit Spannung entgegen sehen.



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