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Linke Schmierkampagnen gegen Wissenschaftler

In den letzten Jahren haben wir eigentlich regelmäßig davon berichtet, dass ideologische SäuberungsAbteilungen durch Hochschulen ziehen, um den Austausch bzw. die Diskussion über Meinungen und Weltsichten, die sie nicht teilen, nicht tolerieren und schon gar nicht akzeptieren wollen, zu verunmöglichen.

Diese Feinde der Wissenschaft, deren Ziel darin besteht, das, was Wissenschaft ausmacht, ihre Offenheit für alle Arten von Ideen, so lange es möglich ist, diese Ideen an der Realität zu überprüfen, zu zerstören, sie finden sich an vielen Hochschulen.

Eine kleine Auswahl

Wir haben von der Universität Trier berichtet. Dort wurde Martin van Creveld, ein renommierter Militärexperte, wieder ausgeladen. Die üblichen Verdächtigen der linken Einfaltsfront hatten ihm eine Verfehlung gegen den Glauben des Genderismus vorgeworfen.

Wir haben von der Universität Kassel berichtet, dort stören sich Studenten wenig daran, wenn angebliche Hochschullehrer wie Elisabeth Tuider, der wirren Ideologie eines Wilhelm Reich anhängen, für den eine restriktive Sexualerziehung das Mittel des bösen Kapitalismus war, ängstliche und autoritätsfürchtige Menschen zu produzieren, laufen aber Amok, wenn ein Professor darauf hinweist, dass Genderismus auf einer menschenfeindlichen und faktisch falschen Weltsicht basiert.

Wir haben aus Leipzig berichtet, wo Studenten viel Phantasie aber keinerlei Kenntnis über das, was Werner J. Patzelt im Rahmen eines Vortrags ansprechen will, haben walten lassen, ihn aber als jemanden, der angeblich die „Pegida“ versteht, was in gewissen Glaubenskongregationen, in denen man nicht verstehen will, fast schon eine Straftat darstellt, bekämpfen und seinen Vortrag verunmöglichen wollen.

Wir haben aus Berlin berichtet, wo Professoren wie Herfried Münkler von Studenten überwacht werden, weil sie aus deren Sicht die falschen Inhalte ansprechen und sich so dem Verdacht aussetzen, die falsche ideologische Überzeugung zu haben.

Wir könnten diese Liste noch weiter fortsetzen.

Zum Beispiel mit der neuesten Idiotie aus Siegen. Dort wollen Studenten und Universitätsleitung verhindern, dass Personen, die ihnen politisch und ideologisch nicht genehm sind, im Rahmen eines Seminars von Dieter Schönecker einen Vortrag halten.

Die neueste Entwicklung in diesem aktuellen Versuch, Universitäten zu ideologischen Gefängnissen zu machen, in denen nur noch geäußert werden darf, was von der ideologischen Polizei nicht beanstandet wird, kann auf Philosophia Perennis nachgelesen werden. Dem vernehmen nach haben sich tatsächlich sieben (!sic) Professoren eingefunden, die Dieter Schönecker beiseite stehen und sich jeden Eingriff in die wissenschaftliche Freiheit verbitten.

Die 7 Professoren sehen sich dabei in den Fußstapfen der Göttinger Sieben. Die Göttinger Sieben, zu denen u.a. Jacob und Wilhelm Grimm gehört haben, trotzten einem Erlass von Ernst August von Hannover, mit dem die 1834 in Kraft getretene freiheitliche Verfassung außer Kraft gesetzt wurde, oder wie Jacob Grimm schreibt, mit dem  „die durch seinen vorgänger geebnete, im lande zu recht bestätigte und beschworne verfassung eigenmächtig“ umgestürzt wurde (Grimm, 1999[1854]: i). Ihr Widerstand gegen die Aussetzung der Verfassung hat Jacob und Wilhelm Grimm ihre Anstellung an der Universität zu Göttingen gekostet, an der sie ab 1830 (Jacob) bzw. 1835 (Wilhelm) als Professoren gelehrt hatten (Scherer 1885: 45). Auch im 19. Jahrhundert war es ein Risiko, gegen die politische Korrektheit Position zu beziehen.

Im Jahr 2018 sehen sich Wissenschaftler plötzlich wieder Bedingungen ausgesetzt, mit ideologischer Bevormundung konfrontiert, nun von Heilslehren von Genderismus, Sozialismus und Kommunismus traktiert, die man spätestens seit der Renaissance überwunden zu haben geglaubt hat.

Wie zu Zeiten der Hexenjagd sehen sich Wissenschaftler, die sich in die Gesellschaft falscher Themen begeben haben, die sich weigern, Wissenschaftler ohne Ansehen von deren Arbeit zu verurteilen, die die so beliebten genetischen Fehlschlüsse, mit denen Personen einfach aufgrund einer zugeschriebenen Zugehörigkeit denunziert werden sollen, nicht anschließen wollen, von einem wütenden Mob bedroht, der durchsetzen will, was er für die richtige Gesinnung hält.

Das neueste Opfer dieses Gesinnungsmobs, ist Noah Carl, ein 28 Jahre alter Sozialwissenschaftler, dem gerade das Toby Jackman Newton Trust Research Fellowship am St. Edmund College der Universität Cambridge zuerkannt wurde.

Was eigentlich ein Grund zur Freude ist, ist für Carl kein Grund zur Freude, denn er sieht sich seit seiner Ernennung mit einer Denunziationskampagne sonders gleichen konfrontiert. Ein Gesinnungsmob aus angeblichen Wissenschaftlern hat sich organisiert, um gegen die Ernennung von Carl zu protestieren.

Warum?

Nun, diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Auf Quilette wurde der Frage viel Raum gewidmet und versucht, die Verfehlungen von Carl zu finden, die zum Reputations-Lynchmob geführt haben. Das Ergebnis ist dürftig. Ihm wird in einem offenen Brief der Vorwurf des pseudo-wissenschaftlichen Rassismus gemacht, weil … und da verlieren sich die Spuren, denn offenkundig haben viele derer, die den Offenen Brief gegen Noah Carl unterzeichnet haben, nur auf Begriffe reagiert, den Vorwurf von Rassismus, den Vorwurf, dass Carl Begriffe wie IQ und Rasse und Gene nicht zurückweisen würde und mancherlei Idiotie mehr.

Besonders peinlich ist, dass Unterzeichner wie David Graeber, ein Professor der Anthropologie, keinerlei Grund dafür angeben können, warum er den offenen Brief, in dem Noah Carl öffentlich denunziert wird, unterstützt. Er nennt Carl einen „very creepy ‚race scientist“ und auf Nachfrage, wie er zu dieser Einschätzung komme, antwortet er: wenn jemand Konzepte wie Rasse, genetische Intelligenz und Kriminalität benutze, dann müsse man ein rassistisches Motiv beim Autor annehmen.

Offensichtlich hat Graeber keinerlei Vorstellung davon, wie sehr er sich mit diesem Unsinn lächerlich macht. Offensichtlich gehört er zu denen, die Wissenschaft um Begriffe bereinigen, die die Wissenschaft von dem säubern wollen, was ihnen nicht gefällt, hinter denen sie in ihren feuchten Phantasien irgendwelche düsteren Mächte vermuten. Derartige Spinner hat man früher in eigens für sie vorgesehene Anstalten gesteckt, heute schreiben sie offene Briefe, Denunzieren auf Vermutung und beteiligen sich an einem Reputations-Lynchmob weil es gerade Spaß macht.

Und so bezichtigen sie einen Wissenschaftler, dessen Arbeit die meisten derer, die den offenen Brief unterschrieben haben, mit Sicherheit nicht kennen, des pseudo-wissenschaftlichen Rassismus, der methodischen Fehler und sind auf Nachfrage nicht in der Lage auch nur einen methodischen Fehler zu benennen oder auch nur eine Stelle aus den Arbeiten von Carl zu zitieren, die seinen pseudo-wissenschaftlichen Rassismus zum Ausdruck bringt.

In den Wissenschaften, vor allem in den Sozialwissenschaften hat sich menschlicher Bodensatz gesammelt, dessen Bestreben nicht auf den wissenschaftlichen Austausch, das Messen von Argumenten, die Diskussion von Ideen und das Prüfen von Theorien gerichtet ist. Sein Bestreben richtet sich auf eine Form der intellektuellen Säuberung, des wissenschaftlichen Genozids, der jeden trifft, der sich in die Nähe verbotener Konzepte begibt oder über den das Gerücht in Umlauf gebracht wird, er habe sich eines Gedankenverbrechens schuldig gemacht und z.B. behauptet IQ sei zumindest in Teilen genetisch bedingt.

Schrecklich und eine Folge von Feminismus, Sozialismus und all der anderen Irrformen des radikalen Konstruktivismus, der Fakten durch Gefühle und Anstand durch Boshaftigkeit ersetzt hat.

Peter Singer von der Princeton University hat sich auf Quilette zur Hetzjagd auf Basis von Vermutung und Gerüchten gegen Noah Carl geäußert. Wir wollen diesen Beitrag mit seinen Worten beenden:

“I am dismayed that so many academics are willing to sign a letter calling for the rescinding of an academic appointment, without offering any specifics either as to the errors that the appointee has allegedly committed, or to flaws in the appointment procedure.

The letter states: “A careful consideration of Carl’s published work and public stance on various issues, particularly on the claimed relationship between ‘race’, ‘criminality’ and ‘genetic intelligence’, leads us to conclude that his work is ethically suspect and methodologically flawed.” If that is the case, why does the letter not give—either in the body of the letter or in a link to a further document—any details about the suspect ethical aspects of Carl’s work, or its methodological flaws?

Academic freedom is a foundational principle of the modern university, while the principle that one provide evidence or reasoning for the claims one makes is the basis of any rational inquiry. For a university to act on a letter that attacks an appointee without offering any evidence to support the sweeping claims it makes, would be to go against both these principles. How could so many academics sign a letter that asks a university to do that?”

Die Antwort auf Singers zuletzt gestellte Frage: Die Unterzeichner sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen, deshalb sind sie nicht an der Realität, sondern an ihrem Glaubensbekenntnis interessiert.

Wer seine Unterstützung für Noah Carl zum Ausdruck bringen will, der kann dies hier tun.

Grimm, Jacob (1999[1854]). Einführung. In: Grimm, Jacob & Grimm, Wilhelm (1999[1854]). Deutsches Wörterbuch. München: Dtv, i-lxviii.

Scherer, Wilhelm (1885). Jacob Grimm. Berlin: Weidmann.

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