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Total Destruction: Formen des politischen und individuellen Protests werden systematisch zerstört

Demonstrationen sind zu Aufmärschen geworden. Das, was Politikwissenschaftler als unkonventionelle Form des politischen Protests etikettiert haben, ein Protest, der sich gegen die Regierung, gegen das politische Establishment richtet, eine der wenigen außerparlamentarischen Formen, die Bürgern bleiben, um Druck auf Regierung und Parteien auszuüben, ist nicht mehr. Demonstrationen richten sich nicht mehr gegen die Regierung: Sie richten sich gegen andere Bürger (Nazis), werden genutzt, um politische Themen, die nicht strittig sind, zu inszenieren oder dienen als Aufmarschgelegenheit linker Krawallisten, die nach einem Ventil suchen, um ihre Unzufriedenheit mit sich selbst auszuleben.

Das Mittel des politischen Protests ist umfunktioniert worden in ein PR-Instrument, das genutzt wird, um Themen zu inszenieren, mit denen sich gerade kein politischer Protest verbindet, die zwischen Demonstranten und der politischen Klasse, an die sie sich richten, nicht umstritten sind: Gegen Rassismus, gegen Rechtsextremismus, für Zuwanderung, für LSBTxxx, immer häufiger gibt es angebliche Demonstrationen, die das Ziel verfolgen, die politische Arbeit der Regierungsfraktionen und in vielen Fällen auch die einiger Oppositionsparteien auf die Straße zu verlagern und öffentliche Unterstützung für Entscheidungen zu inszenieren, die im Parlament längst getroffen und im täglichen Leben längst umgesetzt sind.

Spätestens seit das, was einst eine Form des politischen Protests war, dazu genutzt wird, Kinder und Jugendliche zu instrumentalisieren, um sich einen Vorteil im Verteilungskampf um die Trillionen Euro, die für Klimaschutz aus dem Fenster geworfen werden sollen, zu verschaffen, ist das Mittel des politischen Protestes, die Demonstration, tot.


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Einmal ehrlich: Wenn Sie hören, dass in XY eine Demonstration von Z stattfindet, interessiert es Sie dann, wogegen demonstriert wird? Können Sie dann das Gähnen unterdrücken? Und wenn diese Demonstration ein Interesse weckt, dann einzig bei lokal Betroffenen das Interesse, zu vermeiden, wegen dieser Demonstration in einen Stau oder eine Absperrung zu fahren bzw. zu laufen?

Die Demonstration als Mittel des politischen Protestes ist tot. Die politische Klasse hat sie wirksam erlegt und mit einer Realitäts-Inszenierung ersetzt, die Parteien und Regierung nicht gefährlich werden kann und denen, die daran teilnehmen, den Warm Glow der eigenen Wichtigkeit vorgaukelt.

Das Gefährliche an dieser Entwicklung ist, dass legitime Mittel des politischen Protestes zerstört werden und damit denen, die tatsächlich etwas jenseits der eigenen Selbstbeweihräucherung erreichen wollen, nurmehr der Ausweg über unkonventionelle Formen des politischen Protestes, die die Grenze zur Kriminalität mindestens streifen, wenn nicht überschreiten, bleibt.
Besonders instrumentell, wenn es darum geht, Formen des politischen Protestes zu zerstören, ist Extinction Rebellion. Seit die „Aktivisten“, die man nur mit Mühe wenn überhaupt von Spinnern und Hysterikern unterscheiden kann, die Straßen Europas, der USA, Australiens und Kanadas besetzen, kann man nicht umhin, Demonstrationen als eine Form des expressiven Ausdrucks anzusehen, mit dem Psychopathen ihre jeweiligen Minderwertigkeitskomplexe bekämpfen, eine Art offener Therapiesitzung.

Wenn man den Plan hätte, kritisches Potential, das es unter Bürgern ja nach wie vor geben soll, so zu isolieren, dass seine Vertreter keine Möglichkeit mehr finden, sich öffentlich zu artikulieren ohne den Ernst ihrer Sache zu gefährden, Extinction Rebellion wäre das beste Mittel, diesen Plan umzusetzen. Wenn die sogenannten Aktivisten durch eine Straße getanzt sind, ist auch dem Letzten klar, dass man politischen Protest nicht mehr von Karneval unterscheiden kann.

Auch dem Letzten ist klar, dass damit nichts Ernsthaftes verbunden ist. Alles ist nur noch ein Spiel. Die Realität besteht nur noch aus Formen der Selbstinszenierung, aus unterschiedlichen Darstellungsmodi, expressiv ausgelebten Narzissmus‘, der für das steht, was Frederic Perls die „neurotische Gesellschaft“ genannt hat.

Alle Ernsthaftigkeit, die früher mit politischen Anliegen verbunden war, ist durch die Hysterie-Aktivisten von FridaysForFuture, Extinction Rebellion, die obsessiv-zwanghaften Aufmärsche der Linken, mit denen sie gegen ein Häuflein Rechter, die in X vermutet werden, demonstrieren wollen, zerstört worden. Alles wird zum Entertainment umfunktioniert und auf diese Weise auch noch der letzte verbliebende Rest von Ernsthaftigkeit beseitigt.

Die einen verharmlosen den Nationalsozialismus, in dem sie jeden, der anderer Meinung ist als sie, zum Nazi erklären.

Die anderen zerstören Formen des politischen Protestes, indem sie sie zu Narzisstischen-Happenings umfunktionieren.
Wieder andere haben sich nun vorgenommen, eine der letzten Formen des individuellen Protestes lächerlich zu machen, die es noch gibt, eine Form des individuellen Protestes, mit dem ein Einzelner gegen ein Regime demonstriert und dabei zur einzigen Waffe greift, auf die ein Regime keinen Zugriff hat: Seine Selbstbestimmung.

Die Rede ist vom Hungerstreik.



Extinction Rebellen sind ausgezogen, nunmehr auch den Hungerstreik zu diskreditieren und zu einer Form der Unterhaltung zu degradieren, die man einsetzen kann, um die eigenen PR-Ziele in den Medien zu erreichen. Denn es ist natürlich nicht ernst gemeint. Die Hungerstreikenden, die noch keine 18 Jahre alt sind, treten für maximal 24 Stunden in „Hungerstreik“, während die anderen ihren Hungerstreik natürlich auch genau dann abbrechen, wenn er ihnen unangenehm wird, spätestens nach einer Woche.

Die Lächerlichkeit ist nicht mehr zu überbieten. Der Schaden, der einmal mehr einer der wenigen noch verbliebenen Formen individuellen Widerstands zugefügt wird, nicht reparabel.

350 Aktivisten in 22 Ländern beteiligen sich am „Hungerstreik“. Sie wollen mit dem „Hungerstreik“ Regierungen in den 22 Ländern dazu zwingen, einen Klimanotstand auszurufen, eine Bürgerversammlung einzuberufen und bis 2025 den CO2-Ausstoss auf Null zu reduzieren.

Um die Absurdität auf die Spitze zu treiben, wird die PR-Aktion, die bei Medien den gewünschten Effekt hatte, als „spirituelle Revolution“ bezeichnet. Wenn damit gemeint sein sollte, dass eingebildete Endzeitzustände die Triebkraft hinter den Aktionen ist, mit denen Extinction Rebellion Aktivisten nunmehr das Mittel des Hungerstreik lächerlich machen, dann mag der Begriff „spirituell“ gerechtfertigt sein, mit einer Revolution hat das, was verwöhnte Mittelschichtskinder aus purer Langeweile und Unfähigkeit, sich einen Sinn im eigenen Jammer-Dasein zu geben, veranstalten, sicher nichts zu tun, schon weil ein Hungerstreik kein gesellschaftliches, sondern ein individuelles Mittel des Widerstands ist, wie die Aktivisten sicher wüssten, wenn es ihnen um den „Hungerstreik“ ernst wäre.

Aber es ist ihnen nicht ernst, wie sich schon daran zeigt, dass Sie diejenigen, die tatsächlich in einen Hungerstreik getreten sind, mit ihrer Aktion veralbern und lächerlich machen, ihnen noch posthum den Respekt für eine Entscheidung und nachfolgende Handlung streitig machen, die kein Spiel ist, wie die Kinder von XR denken:

  • Max Goldstein, ein jüdischer Anarchist aus Rumänien ist 1924 in Stalins Gefängnis nach 32 Tagen Hungerstreik gestorben.
  • Juri Kükk, Professor der Chemie aus Estland, ist 1981 im sibirischen Gulag gestorben, an den Folgen eines Hungerstreiks, der mehrere Monate gedauert hat.
  • Anatoly T. Marchenko ist 1986 im Christopol-Gefängnis gestorben, nach einem dreimonatigen Hungerstreik. Marchenko ist Autor des Buches „My Testimony“, in dem die Welt erstmals vom Stalinschen Gulag erfahren hat. Das Buch erschien 1966. Zu diesem Zeitpunkt hatte Marchenko bereits 7 Jahre Gulag hinter sich. Es sollten weitere 13 Jahre in Gefängnis und Gulag folgen.
  • Hoda Rezazadeh Sabo, Iranischer Intellektueller und Journalist, ist 2011 im iranischen Gefängnis an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben.
  • Shahrokh Zamani, ein Gewerkschaftler, der in einem Schauprozess in Teheran der „Beleidigung des geistigen Führers“ schuldig gesprochen wurde, ist am 13. September 2015 im Gefängnis an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben.
  • Nijamanad Sarasvati, Swami Nijamanada, ein Hindu, ist nach 115 Tagen Hungerstreik an dessen Folgen gestorben. Nijamanada hat gegen Bergbau entlang des Ganges mit seinem Hungerstreik demonstriert.

Sie alle hatten ein echtes Anliegen und haben ihren Hungerstreik dazu genutzt, als selbstverantwortlicher Mensch, die letzte Karte des Widerstands gegen ein Regime zu spielen, die ihnen geblieben ist: Den Einsatz einer willentlichen Entscheidung und den Mut, diese Entscheidung bis zum Ende umzusetzen. Sie alle haben mit ihrer Entscheidung das zum Ausdruck gebracht, was den Kern eines Hungerstreiks ausmacht: Ich will unter diesen Bedingungen nicht leben!

Die Kinder von Extinction Rebellion sollten nach Hause gehen und sich schämen.



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