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Wye Valley Tour: Impressionen aus unserem Urlaub

Manche Orte haben eine besondere Aura. Man kommt zu ihnen und weiß, hier möchte man bleiben, denn es sind Orte, an denen man sich wohlfühlt, an denen man hofft, sich dauerhaft wohlfühlen zu können.

Das Wye Valley (Dyffryn Gwy in Welsh) ist ein solcher Ort.

Ortsbestimmung:

Dyffryn Gwy, das Wye Valley findet sich im Südosten von Wales.

Der Gwy, Wye, weitgehend Grenzfluss zwischen Wales und England, der Teile von Offa’s Dyke umfasst, gehört zu Wales, auch wenn er ein paar Abstecher ins befreundete angelsächsische Ausland macht oder – wie es zur Begrüßung in unserem Cottage über den Wäldern des Wye hieß: „What you actually see is England. But don’t let that put you off!“. Die 215 Kilometer, über die sich der Wye windet, sie beginnen in Pumluon / Plynlimon, Wales und enden in Cas-gwent, Chepstow, Wales.

Die Gegend ist geschichtsträchtig. Römer haben hier gesiedelt. Nicht nur Caerleon zeugt davon. Die Römer sind allgegenwärtig, so wie die Industriegeschichte im Wye Valley allgegenwärtig ist. 1566 wurde in Tintern erstmals auf den britischen Inseln Messing industriell hergestellt, es folgte Draht in allen Varianten, die Überreste der Wire-Industrien in Tintern zeugen bis heute davon. Die Täler links und rechts des Wye waren im 17. und 18. Jahrhundert voller Industrien. Die Papierindustrie in Whitebrook labte sich an den Wäldern, die Metallindustrie in Lydbrook nutzte das Holz der Täler und das Eisenerz, das im Forest of Dean, ein paar Meter weiter auf der englischen Seite gefördert wurde.

Im 19. Jahrhundert befindet sich die Industrie im Wye Valley und in den angrenzenden Tälern im Niedergang. Eine neue Industrie entsteht: Tourismus. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird das Wye Valley zum Geburtsplatz des britischen Tourismus. Wegbereitend sind William Gilpin und sein Buch „Observations on the River Wye and Several Parts of South Wales”, 1800 in London von A. Strahan verlegt.

Wir lassen unsere Leser erst einmal mit ein paar unserer Impressionen und William Gilpin alleine.

Die traditionelle Wye Valley Tour started in Goodrich Castle.

“In the scenery indeed at Goodrich Castle the parts are few, and the whole is a very simple exhibition”.

Vorbei an Monmouth und Llandogo windet sich der Wye nach Tintern, zu einem weiteren Höhepunkt der Wye Valley Tour: Tintern Abbey:

„Castles, and abbey’s have different situations agreeable to their respective uses. The castle meant for defence, stands boldly on the hill, the abbey, intended for meditation, is hid in the sequestered vale […]. Such is the situation of Tintern-abbey. It occupies a great eminence in the middle of a circular valley, beautifully screened on all sides by woody hills, through which the river winds its course, and the hills, closing on it’s entrance, and it’s exit, leave no room for inclement blasts to enter. A more pleasing retreat could not easily be found”.

Wir widersprechen Gilpin. Möglicherweise ist unser Retreat nicht einfach zu finden, aber es ist mindestens so ansprechend wie Tintern Abbey.

Endpunkt der Wye Valley Tour ist Cas-gwent, Chepstow, überragt vom mächtigen Chepstow Castle. Hier mündet der Wye in den Severn, und hier hat Gilpin wenig Gutes für die Versuche seiner Zeitgenossen, ihre gärtnerischen Ambitionen in Konkurrenz zur „natural beauty“ zu bringen, übrig:

„It is a pity, the ingenious embellisher of these scenes could not have been satisfied with the grand beauties of nature, which he commanded. The shrubberies he has introduced in this part of his improvements, I fear, will rather be esteemed paltry. As the embellishment of a house, or as an ornament of little scenes, which have nothing better to recommend them, a few flowering shrubs artfully composed may have their elegance and beauty; but in scenes, like this, they are only splendid patches, which injure the grandeur, and simplicity of the whole. It is not the shrub which offends; it is the formal introduction of it”.

Wer durch formale Gärten, Veddw Gardens ist einer davon, allzusehr gestört wird, der kann auf Entdeckungstour gehen und sich wundern, wenn er im Wye Valley findet, was er nicht zu finden glaubte: Weinreben, Weinberge, den ältesten Weinberg in Wales, rund 1 Hektar Anbaufläche mit Trauben, die vornehmlich in Frankreich heimisch sind, aber mehr noch mit Weinsorten, die allesamt in Rheinland-Pfalz heimisch sind, vielfach in Geisenheim gezüchtet wurden: Huxelrebe, Bacchus, Ortega, Ehrenfelser, Scheurebe, Kerner, Müller-Thurgau sind hier zu finden und zu trinken.

Sie schmecken überraschend gut und haben mit im Durchschnitt 12 Promille dieselbe Wirkung, die Pfälzer Wein auch hat.


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