Alltägliche Männerfeindlichkeit: ARD-Flüchtlings-Heuchelei auf Zwischenhoch

Mit logischen Grundkenntnissen verbindet sich ein Problem: Sie machen anfällig, sie machen einem leiden, leiden an der Heuchelei und der Dummheit, die tagtäglich in Deutschland, aber nicht nur in Deutschland, ausgestrahlt wird.

Hat man sich an die Allgegenwart des Fehlschlusses der Bejahung des Konsequens fast schon gewöhnt, ihn zum elaborierten unter den eigentlich leicht zu vermeidenden Fehlschlüssen gemacht (um nicht vollständig den Glauben daran, dass Menschen mit Verstand ausgestattet sind, zu verlieren), da wird man unvermittelt von der Erkenntnis getroffen, dass in diesem Zeitalter der Heuchelei der Widerspruch, der offene, eklatante Widerspruch nicht mehr bemerkt wird, ja fast schon normal geworden ist.

Da kommentiert heute eine Isabel Schayani auf tagesschau.de zum Begriff “Flüchtlinge” und unter dem Titel „Ohne jede menschliche Wärme“, einem Titel, der auf der Prämisse aufbaut, dass im Zusammenhang mit der Diskussion um Flüchtlinge menschliche Wärme, allgemeiner: Gefühle wichtig sind.

Schayani beklagt die „aufgeregte Diskussion“ über eine „verpennte Behörde“ [BAMF] und kommt zu dem Schluss: „Je aufgeregter die Debatte, je mehr Subtext, desto weniger geht es um die Menschen.“

Aufregung, so muss man daraus schließen, ist zwar ein menschliches Gefühl, aber keine menschliche Wärme. Menschliche Wärme muss also ohne Aufregung auskommen, muss nüchtern analysieren, wie Schayani das tun will, muss zu dem Schluss kommen, dass in jeder Bevölkerung, in jeder Gruppe Kriminelle sind, auch bei Flüchtlingen. Doch sogleich wird aus der nüchternen Feststellung, dass nicht einmal Flüchtlinge bessere Menschen sind, eine Feststellung, die die meisten Linken noch zu treffen hätten, ein Problem, denn Schayani befindet, dass der Begriff „kriminelle Flüchtlinge“ eine Form der Sippenhaft darstelle, eine Form der Stereotypisierung: wenn ein Flüchtlinge kriminell ist, dann sind sie es alle.

Einer absurder Fehlschluss, auf den außer Schayani nur die kommen, die aus einer Mücke immer einen Elefanten machen, der zudem straff am Problem vorbeigeht. Denn nicht die Tatsache, dass sich unter Flüchtlingen Kriminelle befinden, macht Angst, wie Schayani meint, sondern die Unsicherheit. Dass man nicht weiß, ob der Flüchtling, mit dem man es gerade zu tun hat, ein Krimineller ist, das ist es, was „Angst macht“ oder zur Vorsicht gemahnt oder dazu führt, dass man mit Flüchtlingen lieber nichts zu tun hat. Die Prozesse dahinter hat die Sozialpsychologie seit Jahrzehnten beschrieben: Prozesse der Vertrauensbildung, die durch kulturelle Distanz, mit der notwendig unterschiedliche Verhaltenserwartungen einhergehen, noch verstärkt werden.

Eine verantwortungsvolle Einwanderungspolitik, eine, um in den Worten von Schayani zu sprechen, Einwanderungspolitik der „menschlichen Wärme“, nicht nur gegenüber den Zuwanderern, sondern auch gegenüber der eigenen Bevölkerung, stellt das in Rechnung, stellt in Rechnung, dass man Vertrauen zwischen Menschen, die sich nicht kennen, nicht einfach verordnen kann. Sie stellt in Rechnung, dass manche Menschen Angst vor Fremdem oder “dem Fremden” haben und geht entsprechend behutsam vor. Die deutsche Brachial-Flüchtlingspolitik der plötzlichen Masseneinwanderung ist insofern ein soziales Experiment, das es in der Geschichte, nicht einmal in der US-Geschichte bislang nicht in der Weise gegeben hat. Zuwanderer in die USA waren dort weitgehend auf sich selbst gestellt (sie waren ja auch meist gekommen, um – wie die Bremer Stadtmusikanten etwas Besseres als den Tod oder ihr Glück zu finden). Sie wurden nicht von Horden sozial Engagierter umsorgt und in finanziell sorgenfreier Umgebung gebettet. They had to scrape for a living, und weil sie ihren Lebensunterhalt verdienen mussten, deshalb hat der US-amerikanische Melting Pot funktioniert. Ob man es schafft gesellschaftliche Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt über die Köpfe der Menschen, um die es geht, und durch sozialarbeiterisches Flügelschlagen und staatlliche Verordnung zu erreichen? Wir haben so unsere Zweifel.

Doch zurück zu Schayani, die beklagt, dass die Menschlichkeit aus der Debatte um Flüchtlinge verschwunden sei oder fast verschwunden sei. Sie, die gerade noch beklagt hat, dass man Flüchtlinge alle über einen Kamm schert, wenn ein paar darunter sind, die kriminell sind, schreibt Folgendes:

„Zweites Beispiel: Gestern hat die Bundeskanzlerin, eher en passant, in ihrer papiertrockenen Gebrauchslyrik etwas Bemerkenswertes gesagt. Natürlich werde man weiterhin nach Afghanistan abschieben. Dann kam der feine Nachsatz: Und zwar ohne Einschränkungen. Ab jetzt also nicht mehr nur Straftäter, junge Männer, sondern auch Frauen, Kinder, Familien? Ich traue keiner befristeten Waffenruhe mit den Taliban. Haben wir die Menschen im Blick?“

Misandrie, Männerfeindlichkeit, ist für Schayani offensichtlich mit Menschlichkeit vereinbar, mit dem, was sie unter Menschlichkeit versteht. Es ist gruselig zu sehen, wie normal Misandrie geworden ist, wie leicht es ist, Männer, junge Männer, gleich hinter Straftätern zu nennen und ihre Abschiebung nicht zu bedauern. Aber – und man kann das Flügelschlagen fast hören -, aber wehe es geht an die Adresse von “Frauen, Kindern, Familien” (Die offensichtlich einzige Art für Männer, um im Menschenbild von Schayani Menschlichkeit zu erlangen, besteht darin, als Teil einer Familie zu verschwinden), dann erregen sich angebliche Menschenfreunde wie Schayani. Dann wird die Menschlichkeit eingefordert, die man vergeblich sucht, wenn es um Männer, junge Männer geht.

Die Normalität der Misandrie in Deutschland ist fast so erschreckend wie die Normalität, mit der diejenigen, die sie pflegen, von Menschlichkeit salbadern ohne den Widerspruch zu bemerken.

Schon Nietzsche hat sich über die Scheinheiligkeit der selbsterklärten guten Menschen seiner Zeit aufgeregt und hat an der Unlogik ihrer Sätze, der Widersprüchlichkeit ihrer Aussagen und der Menschenverachtung, die sie hinter der Maske des Besorgten verstecken, gelitten. Insofern sind wir in guter Gesellschaft.

Frau Schayani sei gesagt, dass Menschlichkeit, deshalb Menschlichkeit heißt, weil sie sich auf Menschen bezieht. Als Menschen gelten nach modernder Auffassung in Philosophie, Ethik und Wissenschaft nicht nur „Frauen, Kinder und Familien“, nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die Mitglieder der autochthonen Gesellschaft, also diejenigen, die schon länger hier leben, und – Achtung: MÄNNER. Ja, Männer sind auch Menschen. Tatsächlich sind alle homo sapiens sapiens Menschen, selbst Schayani ist nach allem Anschein ein Mensch.

Und schon fängt das Leiden an der Menschheit wieder an.

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Dummdeutsch: Der Mensch als Ware

Gerd Landsberg, Chef des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und daher kraft Amts ständig auf der Suche nach neuen Einnahmequellen, will die Daten, die Städte und Gemeinden von ihren Einwohner sammeln, verkaufen. An private Unternehmen – an wen auch sonst – Ämter haben die Daten ja schon und zahlen sowieso nichts dafür.

Grüne, Linke, der Deutsche Städtetag und die Bundesdatenschutzbeauftragte sind vorhersehbar im Empörungsmodus, und es ist dieser Modus, in dem die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff wie Spiegel Online schreibt, warnt: „Die allein ökonomische Betrachtung personenbezogener Daten als ‚Öl des 21. Jahrhunderts‘ degradiert den Menschen zur Ware“.

I. Fehlschluss: Satz der Identität

Der Verkauf von personenbezogenen Daten ist der Verkauf personenbezogener Daten und nichts anderes.

II. Verstoß gegen den Satz des ausgeschlossenen Dritten

Etwas kann nicht etwas und etwas anderes gleichzeitig sein. Der Verkauf personenbezogener Daten ist immer noch der Verkauf personenbezogener Daten und nichts Anderes.

III. Fehlschluss: Falsche Verallgemeinerung

Der Verkauf von personenbezogenen Daten ist der Verkauf personenbezogener Daten und nicht von Menschen, wie Voßhoff zu denken scheint.

IV. Fehlschluss der Bejahung des Konsequens

Da die Daten bei Städten und Gemeinden nicht zu dem Zweck gesammelt werden, sie an private Unternehmen zu verkaufen, führt die Idee, die Daten AUCH noch zu verkaufen, nicht zu einer „allein ökonomischen Betrachtung“.

V. Genetischer Fehlschluss I

Der Verkauf personenbezogener Daten degradiert Menschen nur dann zu Waren, wenn Menschen mit ihren personenbezogenen Daten identisch sind, was sie – wie man eigentlich mit normaler Verstandestätigkeit ermitteln kann – nicht sind.

VI. Genetischer Fehlschluss II (im Unsinn-Modus)

Wer denkt, dass Menschen zur Ware degradiert werden, wenn man ihre personenbezogenen Daten verkauft, der muss denken, Menschen wären nicht mehr als ihre Daten, hätten unabhängig von ihren Daten keine Existenz.

VII. Falsche Prämisse

Dass es schlecht ist, Menschen als Ware zu betrachten, wäre noch zu zeigen oder warum es falsch oder unangemessen ist. Die Erregungsaussage, „Ja, Du willst Doch nicht etwa Menschen als Ware betrachten“ hat in der Realität keine negative Materialisation. Tatsächlich sind Menschen „Waren“, und zwar immer dann, wenn sie von Gutmenschen zum Gegenstand ihrer eigennützigen Aufmerksamkeit gemacht werden. Insbesondere in staatlichen Verwaltungen werden Menschen als Ware gehandelt, schon deshalb weil die Zuweisung von Mitteln u.a. von der Anzahl z.B. der Kundenkontakte abhängig ist. Je mehr Kunden die Sozialarbeiter des Jugendamts erledigen, desto höher die Mittelzuweisung an das Sozialamt von Stadt X. Hier wird also die Ware Kümmergegenstand „Mensch“ gegen Mittelzuweisung getauscht.

Dasselbe gilt übrigens für die Wahlkampfkostenerstattung, bei der Parteien pro Wähler einen Betrag aus dem Steuersäckel zugewiesen bekommen. Dieses Mal wird die Ware „Wähler“ gegen 83 ct pro Wähler getauscht.

Ein Satz sieben Fehler. Wir fordern eine Nachschulung für Beauftragte der Bundesregierung:


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Petitio Principii – Eine Form der ideologischen Denkbehinderung

Schon Arthur Schopenhauer hat sich über die Petitio Principii, also eher über die Dummheit dahinter, geärgert: Kunstgriff 6 seines kleinen Bevier über die Kunst, Recht zu behalten, lautet:

„Man macht eine versteckte petitio principii, indem man das, was man zu beweisen hätte, posutliert, entweder 1. unter einem anderen Namen, z.B. statt Ehre guter Name, statt Jungfrauschaft Tugend usw., auch Wechselbegriffe: – rotblütige Tiere, statt Wirbeltiere, 2. oder was im Einzelnen streitig ist, im Allgemeinen sich geben lässt, z.B. die Unsicherheit der Medizin behauptet, die Unsicherheit alles menschlichen Lebens postuliert: 3. Wenn vice versa zwei aufeinander folgen, das eine zu beweisen ist; man postuliert das andere: 4. Wenn das Allgemeine zu beweisen und man jedes einzelne sich zugeben lässt (Das umgekehrte von Nr. 2).“ (Schopenhauer 1995: 46).

Die petitio prinicpii ist in Deutschland allgegenwärtig. Martin Ganslmeier, der bei der ARD auf der Gehaltsliste steht, ist einer der ungekrönten Könige der petitio principii, der seine Überzeugung regelmäßig und wenig verwunderlich bestätigt sieht. Ganslmeier denkt, dass Waffenbesitz zu Amoklauf führt. Gibt es einen Amoklauf mit Waffen, dann ist das für ihn Beleg, dass Waffenbesitz zu Amoklauf führt. Ob er sich oder seine Leser oder beide mit diesem fehlerhaften Argument, das voraussetzt, was zu zeigen wäre, täuscht, ist unerheblich. Es reicht festzustellen, dass Ganslmeier irrt, voller Überzeugung und im Bewusstsein, ein guter Mensch zu sein, irrt, aber nichts desto trotz irrt.

Die petitio principii, findet sich in so vielen Zusammenhängen, dass es kaum möglich ist, sie alle zu besprechen. Die Genderista ist – wen wundert es – beherrscht von diesem Fehlschluss, der immer dann, wenn Genderista Kritik wittert, den Anti-Feminismus-Reflex auslöst und dazu führt, dass sie den Kritikern all das unterstellen, was eigentlich zu beweisen wäre: Sie seien rechts, sie seien frauenfeindlich, sie seien liberal oder neo-liberal, sie seien maskulist oder so, der Dummheit gedanklicher Assoziation sind keine Grenzen gesetzt.

Man findet ganze Schulen in dem, was die institutionelle Wissenschaften sind, die auf den Sand der petitio principii gebaut sind, Schulen elaborierter sprachlicher Leere. Moliere bringt dies in „La Malade Imaginaire“ hervorragend auf den Punkt:

„[Der zu prüfende] Bakkalaureus: Ich bin von dem gelehrten Doktor gefragt worden nach der Ursache und dem Grund, warum Opium schlafen macht. Darauf antworte ich: Weil in ihm eine einschläfernde Kraft (virtus dormitiva) ist, deren Natur es ist, die Sinne einzuschläfern. Chorus [der examinierenden Doktoren]: Sehr gut, sehr gut so zu antworten. Würdig, würdig ist er, einzutreten in unseren gelehrten Lehrkörper.”

Moliere im universitären Leben der Whiteness-Studies, dem neuesten Neuronenvernichter aus dem Hause Irrsinn, liest sich dann etwas so:

Warum ist der weiße Mann noch einmal böse? Weil er weiß ist und deshalb privilegiert und weil er privilegiert ist, kann er nie Opfer von Rassismus sein und weil er nie Opfer von Rassismus sein kann, muss er selbst ein Rassist sein und weil er selbst ein Rassist ist, ist er böse, der weiße Mann.

Weil der, der die Petitio Principii benutzt, anderen etwas unterschieben will, lebt ein solcher Petitent zuweilen gefährlich, dann nämlich, wenn er auf Menschen trifft, die sich nicht fremder Leute Prämissen unterschieben lassen und er das auch nach wiederholter Warnung nicht verstehen will.

Das Problem mit einer Petitio Principii besteht natürlich darin, dass sie eine argumentative Leerformel darstellt. Sie trägt keinerlei Gehalt und hat bei manchen die gefährliche Nebenwirkung, die Vorurteile zu bestätigen, die sie haben. Das ist dann ein Problem, wenn die entsprechenden Vorurteile im wissenschaftlichen Kontext ausgelebt werden, etwa in der Weise, wie dies manche, die sich für Antirassimus-Forscher halten, tun. Nicht von ungefähr hat Karl Raimund Popper argumentiert, dass es in der Wissenschaft darum geht, Hypothesen zu falsifizieren, nicht darum, sie zu verifizieren.

Aber das ist eine andere Geschichte.

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Der „Schuld-durch-Assoziation-Fehlschluss“ (Reihe: Politische Korrektheit)

Im letzten Post unserer kleinen Reihe „Politische Korrektheit“ haben wir die psychotische Argumentation dargestellt. Deren Charakteristikum ist es, dass keinerlei Bezug auf Inhalte genommen wird. Vielmehr attackiert der psychotisch Argumentierende das, was er hinter einem Argument, einer Meinung vermutet. Psychotisch Argumentierende sind nicht in der Lage, zwischen dem, was Gesagt wurde und ihrer Bewertung dessen, was Gesagt wurde, zu unterscheiden. Diese psychologische Unfähigkeit, einem Argument rational zu begegnen, hat zur Folge, dass nicht das Argument, sondern eine Reihe von Phantasmen des psychotisch Argumentierenden in den Vordergrund treten:

  • Er hetzt gegen das, was seiner Ansicht nach hinter einem Argument steht –auch wenn nichts hinter einem Argument steht oder selbst wenn etwas hinter einem Argument steht, und er nicht wissen kann, was hinter einem Argument steht, und selbst wenn er es wissen könnte, dann wäre das, was hinter einem Argument, steht doch vollkommen irrelevant für die Entscheidung der Frage der Gültigkeit des Arguments;
  • Er wendet sich gegen den, der das Argument vorgebracht hat (ad hominem), diffamiert ihn, versucht ihn lächerlich zu machen oder auf andere Weise zu diskreditieren, so als wäre die Frage, ob ein Argument richtig ist oder nicht davon abhängig, wer es vorbringt, was natürlich nicht der Fall ist.

Zwei weitere Varianten der psychotischen Argumentation sind in Deutschland sehr verbreitet. Wir fassen sie unter der Bezeichnung „Schuld-durch-Assoziation-Fehlschluss“ zusammen. Da psychotisch Argumentierende nicht in der Lage sind, rational auf Argumente zu reagieren, weil es ihr Zustand nur zulässt, emotional zu reagieren, müssen sie versuchen, Argumente auf anderen Wegen als rational zu begegnen. Zwei Methoden des Versuchs, Argumente zu diskreditieren, ohne auf sie einzugehen, haben wir oben bereits dargestellt. Zwei weitere Methoden finden sich in Behauptungen wie:

  • X schreibt auch für den Kopp-Verlag,
  • X hat der rechten Zeitung „Freie Welt“ ein Interview gegeben;
  • Was X sagt, das hat auch Adolf Hitler schon einmal gesagt;

Die drei Beispiele stehen für den Versuch, das Argument, das man rational nicht entkräften kann, dadurch madig zu machen, dass man denjenigen, der es vorgebracht hat, durch eine Assoziation mit einem negativ bewerteten Akteur (jedenfalls in den Echozimmern, in denen sich die psychotisch Argumentierenden befinden) madig zu machen versucht. Damit verbindet sich die geradezu mystische Hoffnung, dass die negative Bewertung dessen, mit dem man X in Verbindung gebracht hat, sich wie von Geisterhand geführt, auf X und dessen Argument überträgt. Dass solche psychotische Argumentationsformen nur bei Menschen funktionieren können, deren IQ nicht den normalen Standards gerecht wird, ist offenkundig.

Die Varianten, die der Schuld-durch-Assoziation-Fehlschluss annehmen kann, sind oben bereits implizit angesprochen. Er kann versuchen:

  • die Person A in Verbindung zu einem Objekt zu bringen, von dem der psychotisch Argumentierende denkt, es sei negativ konnotiert und geeignet, die Person A in Diskredit zu bringen;
  • das von einer Person A Gesagte in eine Reihe mit Gesagtem zu stellen, das von einer Person B, von der der psychotisch Argumentierende denkt, dass sie negativ konnotiert und geeignet sei, die Person A in Diskredit zu bringen.

Lehrbücher des Kritischen Argumentierens oder der Logik unterscheiden zuweilen beide Varianten als personale bzw. intellektuelle Form. Diese Unterscheidung erscheint uns, ob der Dummheit des Fehlschlusses, jedoch nicht gerechtfertigt.

Varianten dieses Fehlschlusses sind unter anderem die Versuche, der Amadeu-Antonio-Stiftung oder der Heinrich-Böll-Stiftung diejenigen, die sie als ihre ideologischen Feinde ausgemacht haben, weil sie Kritik am Genderismus äußern, in entsprechenden Prangern zu sammeln.

Der Fehlschluss kann nur in Wohlfahrtsstaaten ausgelebt werden, weil man nur in Wohlfahrtsstaaten vom Staat durchgefüttert wird und gegen jede Vernunft anleben und überleben kann.

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Indikatoren einer Krankheit: Psychotische Argumentation (Reihe: Politische Korrektheit)

In den nächsten Tagen und Wochen wollen wir in unregelmäßigen Abständen eine kleine Serie zusammenstellen, in der wir die Hauptfehler, Unfähigkeiten und Missverständnisse der politisch Korrekten, die in ihrer Gänze ein psychologisches Syndrom ergeben, das aus unserer Sicht eine Krankheit darstellt, zusammenstellen. Sehr hilfreich dabei ist das kleine Büchlein „The Retreat of Reason. Political Correctness and the Corruption of Public Debate in Modern Britain“ von Anthony Browne, das man nahtlos auf Deutschland übertragen kann.

Bevor wir in den nächsten Tagen die Angriffe auf die Person (ad hominem) und die Sippenhaft (Schuld durch Assoziation) als herausragende logische Fehler politischer Denkversuche darstellen, müssen wir an dieser Stelle den Rahmen, innerhalb dessen diese logischen Fehler begangen werden, abstecken: Den Rahmen der psychotisch Argumentation, wobei Argumentation eigentlich zu viel des Guten ist, denn politisch Korrekte wollen nicht argumentieren, sondern zuweisen, einordnen und rationale Argumentation verweigern. In Ermangelung eines besseren Begriffs bleiben wir aber bei der psychotischen Argumentation.

Die psychotische Argumentation zielt nicht auf den Inhalt, auf das was gesagt wurde, auf das eigentliche Argument ab, wie dies eine rationale Argumentation tut. Die psychotische Argumentation attackiert das, was diejenigen, die psychotisch argumentieren, hinter einer Meinung vermuten, die sie als falsch empfinden (empfinden ist hier wörtlich zu nehmen, denn politisch Korrekte haben in der Regel keinerlei rationale Begründung für ihre Meinung). Psychotisch Argumentierende sind nicht in der Lage, zwischen ihrer Bewertung des Gesagten und dem, der es gesagt hat, zu unterscheidet. Wer etwas sagt, was sie negativ bewerten, muss deshalb ein böser Mensch sein.

Wenn politisch Korrekte eine Meinung als falsch empfinden, dann attackieren sie demnach nicht den Inhalt, das was gesagt wird, sondern denjenigen, der etwas sagt. Er hat etwas Falsches gesagt und gilt ihnen daher als böse. Sie begehen einen genetischen Fehlschluss, der darin besteht, dass derjenige, der etwas sagt, was sie als falsch empfinden, das nur sagen kann, weil er böse ist. Wäre er nicht böse, wäre er wie sie, dann würde er das, was sie als falsch empfinden, nicht sagen. Vielmehr würde er die Meinung vertreten, die die politisch Korrekten als richtig empfinden.

Mit derartigen Fehlschlüssen vermeiden politisch Korrekte, sich mit dem, was Gesagt wurde, dem Argument, auseinandersetzen zu müssen. Statt dessen verlagern sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf den, der es gesagt hat, wovon sie sich den Vorteil versprechen, ihre Unfähigkeit zu rationaler Argumentation überspielen zu können.

Die Armseligkeit psychotischer Argumentation wird an Beispielen deutlich, wie man sie in Deutschland zuhauf findet, aber nicht nur in Deutschland. Wer sich als Weißer gegen die Bevorteilung von Schwarzen in Programmen der affirmative action wendet, kann aus politisch korrekter Sicht nur ein Rassist sein, denn politisch Korrekte sind nicht in der Lage, Kritik rational zu verarbeiten. Wer gegen die Bevorzugung von Frauen ist, kann aus Sicht der politisch Korrekten nur ein Sexist sein. Wer sich gegen Almosen an Bettler wendet, kann nur ein Menschenfeind sein, der Bettler leiden lassen will.

Die Argumente, die z.B. gegen affirmativ action vorgebracht werden, gegen die Programme, in denen Frauen bevorzugt werden usw., sie werden von denen, die nur psychotisch auf Informationen reagieren können, die ihrem eigenen Weltbild nicht entsprechen, zu keinem Zeitpunkt zur Kenntnis genommen.

Deshalb sind wir der Ansicht, dass derartig politisch Korrekte geistig krank sind, da sie die Leistung, die Menschen von Tieren unterscheiden soll, nämlich die Verstandesleistung, die man gewöhnlich als Lernen bezeichnet, nicht zu leisten willig oder imstande sind. Um zu lernen ist es notwendig, entweder Neues oder Widersprechendes zur Kenntnis zu nehmen, das es notwendig macht, bislang für richtig gehaltene Positionen zu hinterfragen. Politisch Korrekte verweigern das eine wie das andere und sind somit als Lebewesen anzusehen, die es bislang nicht auf die Stufe geschafft haben, die Philosophen wie Kant oder Hobbes oder Hume als die Stufe betrachtet haben, die den Mensch zum Menschen macht.

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