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Wie anfällig sind Sie für Manipulationsversuche?

Guttman hat eine sehr nützliche Methode entwickelt, die sich dadurch auszeichnet, dass die Zustimmungswahrscheinlichkeit von Frage zu Frage höher (oder geringer) wird, etwa so:

Im Idealfall, sollte die Anzahl derjenigen, die zustimmen, von der ersten zur letzten Frage steigen (aber vielleicht ist es in Deutschland ja umgekehrt …?).

Persönlichkeitstests, diese: „Sie beantworten uns ein paar Fragen und wir sagen Ihnen, welche Persönlichkeit sie haben“, erfreuen sich im Internet großer Beliebtheit. Die eigenen Antworten auf Fragen wie: „Ich spreche nicht viel“, „Ich mag Ordnung“, „Ich habe eine gute Vorstellungskraft“ usw. die man als (mehr oder weniger) zutreffend oder eben (mehr oder weniger) nicht zutreffend ankreuzen kann, sollen es ermöglichen, die Persönlichkeit, also das, was uns ausmacht, offenzulegen.

Grizzly.

Wer von Euch Lesern hat schon an einem derartigen Persönlichkeits- oder sonstigen Test, der etwas über ihn aussagt, teilgenommen?

Und wer hatte das Gefühl, dass die Beschreibung, die am Ende stand, akkurat die eigene Persönlichkeit abgebildet hat oder ihr doch nahe kam?

Seid ehrlich!

Szenenwechsel.

Im Jahre 1949 hat Bertram R. Forer einen kurzen aber saftigen Beitrag im Journal of Abnormal Psychology veröffentlicht, in dem er gezeigt hat, wie einfach es ist, diejenigen, die gerade einen Persönlichkeitstest ausgefüllt haben, davon zu überzeugen, dass die anschließend gemachten Aussagen über deren Persönlichkeit richtig sind.

Wie bei Psychologen so üblich, waren seine Studenten die Opfer der Forschung. Sie sollten zunächst einen Persönlichkeitsfragebogen ausfüllen, den Forer selbst entwickelt hatte. Auf Grundlage der Antworten, die die Studenten gegeben haben, hat Forer dann kleine Persönlichkeitssketche für jeden Studenten entwickelt und eine Woche später an die Studenten verteilt. Die Sketche hatten z.B. das folgende Aussehen:

Nachdem alle Studenten die jeweilige Wahrheit über ihre Persönlichkeit erfahren hatten, bat Forer seine Studenten, die Akkuratheit der Beschreibung ihrer Persönlichkeit zu bewerten. 34 seiner 39 Studenten waren der Ansicht, die Beschreibung ihrer Persönlichkeit sei zutreffend oder sehr zutreffend.

Und der Witz an der Forschung:
Alle Studenten haben denselben Sketch ihrer Persönlichkeit erhalten.

Forer selbst bemerkt dazu: „It was pointed out to them that the experiment had been performed as an object lesson to demonstrate the tendency to be overly impressed by vague statements …”

Denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal in einem Persönlichkeitstest wiedererkennen oder Aussagen von Politikern besonders gut finden oder Ihr Horoskop lesen.

Die vielen Rätsel, Quizze und Persönlichkeitstests auf Facebook und im Internet dienen übrigens dazu, Ihre Daten, vor allem die privaten Likes zu sammeln, nicht dazu, etwas über ihre Persönlichkeit herauszufinden. Wozu sonst sollten die jeweiligen Testseiten auf ihre Facebook-Seite zugreifen wollen?

Forer, Bertram R. (1949). The Fallacy of Personal Validation: A Classroom Demonstration of Gullibility. Journal of Abnormal Psychology 44(1): 118-123.

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