Rassismus im Karneval: Die Narren sitzen an Hochschulen

Die Politisierung der deutschen Hochschulen schreitet unaufhörlich voran. Erst waren es die neuen Politkommissare, die als Gleichstellungsbeauftragte die Einhaltung der sozialistisch-feministischen Heilslehre überwachen sollen, dann waren es die Aktivisten, die Menschen mit von der Mehrheit abweichenden sexuellen Präferenzen helfen wollen, dann waren es die linken Aktivisten, die die Hochschulen zu Widerstandsburgen gegen Rechtsextremismus umfunktionieren wollen und nun sind es die anti-rassistischen Gutmenschen, die alle Welt mit ihrer Phobie verfolgen, eine Phobie, die sie ständig Bewertungen an harmlose Gegenstände herantragen sieht. Und wo andere harmlose Gegenstände sehen, da sehen die Phobiker Rassismus, Kolonialismus und Völkermord.

Logik der ForschungDie Entwicklung wurde durch die Verbreitung von Personen an Hochschulen begünstigt, die die deutschen Sozialwissenschaften mit ihrer Unkenntnis und ihrem Unverstand weit hinter die Aufklärung zurückkatapultiert haben. Die entsprechenden Anti-Wissenschaftler tragen abstruse Meinungen, wie diejenige, irgendein ernsthafter Wissenschaftler sei der Auffassung, man könne die Wahrheit feststellen und Objektivität dingfest machen, an Universitäten und nehmen sie zur Grundlage, um ihre eigene Vorstellung davon, was Wissenschaft sei, zu verbreiten. Diese Vorstellung hat nun mit Wissenschaft überhaupt nichts zu tun, denn sie zeichnet sich durch das Fehlen jeglicher Methode und jeder Epistemologie aus. Statt nach belastbaren Daten und bewährten Theorien zu suchen, reden diese Reiter der Wissenschaftlichen-Apokalypse der Willkür und der Ideologie das Wort.

Folglich degenerieren Hochschulen zu Orten, an denen Heilslehren verkündet und politischer Aktivismus betrieben wird. Aus den Stätten, an denen einst der Zweifel und die dazu gehörige wissenschaftliche Methode der Kritik regiert haben, werden immer mehr Anstalten, an denen das Heil verkündet und der politische Kampf koordiniert wird.

Das neueste Opfer dieses politischen Kampfes ist der Karnevalsverein Fulda Südend:

“Drei Sozialwissenschaftler der Hochschule Fulda hatten die Affäre ausgelöst: In breit gestreuten E-Mails attackierten sie – als Privatpersonen, wie sie sagen – den Karnevalsverein Südend. Die für den Verein typischen Tropenuniformen seien den Uniformen der Truppen in den deutschen Kolonien nachempfunden. „Dadurch wird Völkermord, Unterdrückung und Entrechtung verharmlost und gutgeheißen“, hieß es in einer Mail.“

Dass die angeblich privat und breit verschickten eMails dennoch keinen Zweifel daran gelassen haben, dass es sich um Sozialwissenschaftler der Hochschule Fulda handelt, die hier versuchen, die Welt an ihrer Phobie auszurichten, ist aufgrund des immanenten Widerspruchs eine offenkundige Lüge.

Am guten Wesen der drei Sozialwissenschaftler der Hochschule Fulda soll also die Welt genesen, jene Welt, deren normale menschliche Mitglieder beim Anblick der Uniformen der Fuldaer aus dem Südend nicht einmal im Traum auf eine Verbindung mit „Völkermord, Unterdrückung und Entrechtung“ gekommen wären. Was man anhand der eMails der drei Fuldaer Sozialwissenschaftler sehen kann, ist vielmehr ihre eigene Fixierung auf Völkermord, Unterdrückung und Entrechtung, die sie Verbindungen herstellen und anderen unterstellen sieht, die es gar nicht gibt:

Vergleichen wir doch einmal die Uniform von Lothar von Trotha, dem Kommandeur der Schutztruppe und dem Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika mit der Uniform der Karnevalisten aus dem Südend von Fulda. Findet irgend jemand Gemeinsamkeiten? Und wie ist es, wenn die Uniform von Samuel Maharer, dem Chief der Herero dazu gesellt wird?

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Quelle: Nationalarchiv Namibia; Karnevalverein Südend, Fulda

Was aus bloßer Anschauung deutlich wird, ist die offensichtliche Unkenntnis derjenigen, die behaupten, die Fuldaer vom Karnevalverein Südend seien Rassisten und Verharmloser des Völkermords. Sie haben noch offensichtlicher einen Anlass gesucht, um sich selbst als gute Menschen zu inszenieren und ihre Position an der Hochschule Fulda dazu zu missbrauchen, anderen das verbieten zu wollen, was sie sich selbst gerade als Assoziation einbilden.

Ihre eigene Profilierungssucht hat dazu geführt, dass der Karnevalsverein Südend nun unter Polizeischutz steht: „Wir haben konkrete Hinweise, die auf eine erhöhte Gefährdung des Vereins hindeuten“, sagt ein Polizeisprecher dem Spiegel. Damit ist die Proflisierungssucht zu einem gefährlichen Eingriff in den Karneval geworden und die drei Sozialwissenschaftler von der Hochschule Fulda stehen als diejenigen, die diese unappetitliche Angelegenheit in Bewegung gesetzt haben, im Zentrum. Sie sind dafür verantwortlich, dass harmlose Kleidungsstücke politisiert und vor dem Hintergrund der privaten Phobie dreier Mitarbeiter der Sozialwissenschaften zum Anlass genommen werden, um aktiv gegen die Mitglieder des Karnevalsvereins vorzugehen.

Mit Wissenschaft hat dies nichts zu tun.

chickenparanoidEs ist der Missbrauch einer öffentlichen Position – aus Gründe der Selbstinszenierung, bei der die drei Wissenschaftler-Darsteller keinerlei Rücksicht auf die Folgen ihres Handelns genommen haben. Ihr privates Bedürfnis, sich zu profilieren, lässt keinerlei Platz für Empathie oder gar für wissenschaftliche Erwägungen, wie sie sich mit den Begriffen Salience oder unbeabsichtigte Folge verbinden.

Derartige Aktivisten haben an Hochschulen nichts zu suchen.
Sie müssen vielmehr von der Hochschule Fulda, die sie offensichtlich benutzen, um sich zu inszenieren und von Steuerzahlern finanziert ihren politischen Aktivismus zu verbreiten, entfernt werden. Denn deutlicher kann man nicht machen, dass man mit Wissenschaft nichts am Hut hat.

Aber: Die Identität der drei Sozialwissenschaftler, die die eMails so breit gestreut haben, sie wird von den Medien, die über den Vorfall berichten, geschützt. Wir können zwar an dieser Stelle die Identität der drei Sozialwissenschaftler nicht lüften, aber wir können unsere Leser darüber abstimmen lassen, wen sie für den wahrscheinlichsten Ursprung der eMail-Aktion halten. Wir haben dazu eine Vorauswahl von Professoren getroffen, die an der Hochschule Fulda beschäftigt sind.

Aus wessen Verantwortungsbereicht stammt die eMail?

Professoren sind für Mitarbeiter Dienstherr und sofern nicht einer der Professoren selbst Initiator oder Urheber der eMails ist, so ist der doch für die Handlungen seiner Mitarbeiter, die Hochschulen in Misskredit bringen, insofern verantwortlich, als er den Missbrauch von Hochschul-Ressourcen und -Positionen zumindest nicht ungeahndet lassen kann.

Fünf Inhaber eines Lehrstuhls stehen zur Auswahl:

Carola Bauschke-Urban, Schwerpunkt Soziologie und Gender Studies
Gudrun Hentges, Schwerpunkt Migration und Integration
Volker Hinnenkamp, Schwerpunkt Interkulturelle Kommunikation
Matthias Klemm, Schwerpunkt Arbeit und Interkulturalität
Almut Zwengel, Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen

Sollten wir unter unseren Lesern Eingeweihte haben, die zu wissen glauben, wer für die Aktion verantwortlich ist, dann können sie den entsprechenden Namen im Feld „other“ eintragen. Wir ergänzen den Namen dann in die Liste, sofern wir in nicht bereits in der Liste führen.

Wo kommt der Rassismus-Vorwurf her?

Lügen in leichter Sprache: BMFSFJ lebt eigene Demokratievorstellung

Leichte Sprache.
Das hat jeder schon einmal gehört – oder?
Auf ScienceFiles gibt es keine leichte Sprache.
Eigentlich.
Deshalb machen wir heute eine Ausnahme.
Aber: Wir schreiben nicht in leichter Sprache.

bmfsfj_web_de-1Wir schreiben in einfacher Sprache.
Damit es auch im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verstanden wird.
Dort sitzen nämlich Menschen mit kognitiven Behinderungen.
Kognitive Behinderung ist keine einfache Sprache.
Es meint: Die Menschen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben Schwierigkeiten, die Welt zu verstehen.
Sie sehen Dinge und verstehen sie nicht.
Zum Beispiel verstehen die Menschen im BMFSFJ nicht, dass die Menschen, die nicht im BMFSFJ sind, nicht dumm sind.
Auch die nicht, die einfache Sprache lieber haben als schwierige Sprache.

Deshalb erklären wir heute in einfacher Sprache, dass die Welt kein Paradies ist.
Das BMFSFJ will den Bürgern nämlich weismachen, die Welt sei ein Paradies.
Ein demokratisches Paradies.
Oder könne ein demokratisches Paradies sein.
Wenn alle das tun, was das BMFSFJ will.
Denn: Im Paradies haben sich alle Menschen lieb.
Im Paradies tanzen alle Menschen Ringelreihen.
Im Paradies haben alle Menschen keine Interessen.
Denn hätten alle Menschen Interessen, sie hätten notwendig, unterschiedliche Interessen.
Unterschiedliche Interessen führen aber unweigerlich zu Streit.
Schon weil die Erde keine unendlichen Ressourcen zur Verfügung stellt.
Ressourcen ist keine einfache Sprache.
Ressourcen sind Dinge wie Geld.
Dinge, die für das Leben wichtig sind.

Aber: Im Paradies gibt es keinen Streit.
Deshalb müssen die Menschen im Paradies Zombies ohne Interessen sein.
Und deshalb kann das Paradies kein Paradies sein.
Es muss eine Hölle sein.
Das ist leicht zu verstehen.
Oder?
Das sollte man auch im Bundesministerium verstehen.
Oder?
Tut man aber nicht.
Denn im Bundesministerium werden folgende Sätze geschrieben:

„Die Internet-Seite ist vom Bundes-Ministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Das kurze Wort dafür ist BMFSFJ.
So spricht man das: bee emm eff ess eff jott.“

Demokratie-lebenUnd nun alle: BEE EMM EFF ESS EFF JOTT.

Beim BEE EMM EFF ESS EFF JOTT schreiben Menschen, die sich gut vorstellen können, kognitiv behindert zu sein.
So gut, dass man meinen könnte, sie seien kognitiv behindert.
Das, was Sie schreiben, zeigt, was Sie von ihren Bürgern halten.
Sie denken, alle Bürger seien dumm.
Sie denken, allen Bürgern könne man Unsinn erzählen.
Unsinn wie den folgenden:

„Demokratie ist schwere Sprache.
Das heißt in Leichter Sprache:
Alle Menschen in Deutschland dürfen mit-entscheiden.
Und alle Menschen haben die gleichen Rechte.“

Das ist alles falsch!
Stahlträger sind schwer.
Sprache kann schwierig, aber nicht schwer sein.

Demokratie ist nicht, wenn alle Menschen in Deutschland mitentscheiden können, denn Säuglinge, Kinder, Entmündigte dürfen nicht mitentscheiden.
Weil sie nicht über die zum Entscheiden notwendigen Kompetenzen verfügen.
Bürger „dürfen“ auch nicht mitentscheiden.
Sie haben das Recht, mitzuentscheiden.
Die Politiker dürfen ausführen, was die Bürger sagen.
Nicht umgekehrt.
In einer Demokratie ist das so.
Aber alle Menschen haben nicht die gleichen Rechte.
Strafgefangene haben nicht die gleichen Freiheitsrechte wie Bürger außerhalb von Gefängnissen.

„Damit jeder mit-entscheiden kann:
Die Menschen in Deutschland wählen Politiker.
Politiker arbeiten in der Bundes-Regierung von Deutschland.
Sie entscheiden zusammen wichtige Sachen.
Für alle Menschen in Deutschland.
Zum Beispiel Gesetze.
Oder Sachen mit Geld.“

Das ist auch alles falsch.
Nicht die Menschen wählen Politiker, sondern die Wahlberechtigten.
Die Wahlberechtigten wählen keine Politiker, sondern Kandidaten.
Die Politiker arbeiten nicht in der Bundesregierung, sondern die Regierungsmitglieder.
Die Gesetze werden nicht in der Bundesregierung „entschieden“, sondern im Bundestag.
Die Sachen mit Geld, die Politiker entscheiden, nennt man Diäten.

Erschreckend.
Die leichten Sprecher im BEE EMM EFF ESS EFF JOTT kennen ihr politisches System nicht.
Oder sie wollen es nicht kennen.
Sie wollen es bewusst falsch darstellen.
Wollen Bürger in leichter Sprache belügen.

„Das Programm Demokratie leben!
ist vom BMFSFJ.
Das Programm ist für alle Menschen in Deutschland.
Damit sie sich für die Demokratie einsetzen.
Und damit alle Menschen gut zusammen leben können.
[…]
Die Menschen sollen mit dem Programm lernen:
Demokratie ist gut.
Und alle Menschen sollen sich gut verstehen.
Und etwas über andere Menschen lernen.
Und damit alle gut zusammenleben können.“

HG Wells zeitmaschineDemokratie ist das Paradies.
In der Demokratie leben alle Menschen gut zusammen.
In der Demokratie gibt es daher keine Konflikte.
Denn die Menschen verstehen sich.
Sie haben keine unterschiedlichen Interessen.
Und streiten nicht miteinander.
Sie sind Zombies und machen, was Ihnen das BEE EMM EFF ESS EFF JOTT im Programm vorsagt.
Sie lernen, was das BEE EMM EFF ESS EFF JOTT will, dass sie lernen.
Denn dass BEE EMM EFF ESS EFF JOTT weiß, was gut für die Menschen ist.
Für alle Menschen.
Alle Menschen sollen sich gut verstehen.
Alle Menschen sollen über grüne Wiesen hüpfen.
Alle Menschen sollen Ringelreihen tanzen.
Nicht, dass noch einer auf die Idee käme, die im BEE EMM EFF ESS EFF JOTT seien Angestellte der Bürger, die nicht dafür bezahlt werden, die Bürger zu erziehen.

Denn: Die Bürger sind der Souverän.
Im BEE EMM EFF ESS EFF JOTT sitzen vom Souverän Abhängige.
Sie haben den Willen der Bürger zu repräsentieren.
Deshalb spricht man von einer repräsentativen Demokratie.
Sie haben nichts zu melden.
Sie haben nur auszuführen, was die Bürger wollen.

Den Hinweis auf die Leichte Sprachseite des BMFSFJ verdanken wir einem Leser, der uns keine eMail in leichter Sprache geschickt hat.

Anhand der Art und Weise, wie sich Ministerien der Leichten Sprache bedienen, kann man sehr schön zeigen, was die Ministerialen von den Bürgern halten, nämlich nichts.

Und jetzt noch einmal in der Sprache, die aufgrund ihrer prätentiösen Leere von Ministerialen bevorzugt wird. Die diskursanalytische Untersuchung des nach außen gerichteten sprachlichen  Raumes, demokratieeigener Organisationen hat einen erhebliche Diskrepanz zwischen den kognitiven Fähigkeiten wie sie einen sprachlichen Niederschlag gefunden haben und der außer-organisationalen Wirklichkeit ergeben. In leichter Sprache: Wir glauben, die im  BEE EMM EFF ESS EFF JOTT haben nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Dummdeutsch: Neues aus der Gender-Anstalt

Irgendwie müssen wir auf eine Mailing-Liste gerutscht sein, über die Genderisten ihre neuesten Werke verschicken oder über die sie versuchen, normale Menschen dazu zu bewegen, sich in die Gender-Anstalt zu begeben und dort um ihren Verstand zu kommen.

Die zwei Highlights der laufenden Woche wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten.

glass-ceiling-by-work

Best Practice for Glass Ceilings: WORK!

„Was: Konferenz ‚Women in Tech: Breaking the Glass Ceiling‘
Wann: Dienstag, 14.03.2017, Einlass ab 14.30 Uhr
[von Auslass steht nichts in der Mail]
Wo: Berliner Freiheit – Berliner Freiheit 2, 10785 Berlin
RSVP: bis zum 09. März 2017 per Mail“

Berlin ist immer eine Reise wert, so hieß er früher.

Heute muss man ergänzen, dass Berlin als Hochburg des politisch-korrekten Irrsinns für all diejenigen eine Reise wert ist, die ihren Verstand nicht sonderlich achten und ihm auch dann, wenn sie ihn verloren haben, nicht viel Wert beimessen.

Wer also the Glass Ceiling breaken will, wobei es sich vermutlich um eine neue Form des Break Dance handelt, die im Women-Tech[no]-Style aufgefummelt wurde, der kann dies in Berlin tun, sich an Dummdeutsch wie dem folgenden berauschen und sich anschließend von seinem benebelten Verstand verabschieden:

„Was sind die Herausforderungen, vor denen insbesondere Frauen im Technologiebereich stehen? […] Wo liegen die größten Potenziale und was sind bewährte Praktiken? Diesen Fragen möchten die Initiatoren von F-LANE, dem ersten europäischen Accelerator für Female Empowerment, gemeinsam mit spannenden Speakern aus Politik und Wirtschaft, sowie interessierten Gästen am 14. März 2017 nachgehen.“

Also wir haben auch einen Accelarator für Empowerment mit Speakern (unter Spannung) in unserer Redaktion. Auf 100 Watt werden digitale Informationen empowered, damit wir uns über die Speaker die volle Dröhnung geben können, von: Mad World.

Sind Sie auch ein Accelerator für Empowerment? Speaken Sie zu uns.

Cover 1_17.pngAus Österreich erreicht uns Werbung für ein feministisches Magazin mit dem geschmacklosen Titel: an.schläge.

Geschmack und Feminismus sind seit jeher getrennte Dinge. Das mag ein Grund für die umfassende Deprivation derjenigen sein, die sich für Feminismus begeistern.

Was „an.schläge“ betrifft, den Versuch wohl kleiner Gören, wie Arnold Schwarzenegger aka der Terminator zu erscheinen, so können wir uns dem Kommentar in der neuesten Ausgabe von an.schläge nur anschließen:

„an.sage: Real Shit
Er ist echt[,] und es ist ernst. Von LEA SUSEMICHEL“ [Am I supposed to believe that this is a real name?]

Die Gesellschaft ist in Teilen so abstrus und anormal. Man könnte sie in der Weise, in der sie sich präsentiert, nicht erfinden oder erdenken, die menschliche Rationalität würde es verhindern. Derartiger Unsinn wuchert nur im Irrationalen, denn das Irrationale ist ein Accelerator für das Empowerment von Irrsinn…

Daten: Linke Landesregierungen machen Bürger krank!

Darum leidet Deutschlands Jugend unter Kopfschmerzen“, so lautet die Überschrift eines Beitrags in der Welt. Laurin Meyer versucht sich in diesem Text an der Interpretation statistischer Daten und scheitert. Sätze wie: „Junge Erwachsene leiden häufiger unter Kopfschmerzen“ machen dies deutlich. „Häufiger“ ist ein zweistelliger Funktor der förmlich nach einem „als“ schreit. Indes, im Text von Meyer schreit der Funktor vergeblich. Kein als stellt sich ein. Und deshalb müssen wir rätseln. Junge Erwachsene leiden häufiger unter Kopfschmerzen als

  • Mittelalte Erwachsene,
  • Kinder
  • ganz alte Erwachsene
  • der Durchschnitt der Erwachsenen
  • Migränepatienten
  • die Besucher eines Rockkonzerts
  • Rennfahrer
  • Stahlarbeiter
  • noch vor zehn Jahren?

Niemand weiß es. Aber es ist auch irrelevant, denn der Text von Laurin Meyer ist ein solches Meisterwerk in Dilettantismus, dass man selbst dann, wenn man wüsste, häufiger als wer nun noch einmal junge Erwachsene Kopfschmerzen haben, Schwierigkeiten, wie die durch die folgenden Sätze aufgeworfenen, unüberwindlich sind:

„Zwar ist die Zahl der Kopfschmerzen-Patienten in fast allen Altersgruppen gestiegen. Bei den Jüngeren wuchs sie gegenüber 2005 allerdings um 42%,“

rowntree-statistic-without-tearsSind die 42% bei den Jüngeren nun mehr Anstieg als der nicht bezifferte Anstieg in fast allen Altersgruppen? Sind die Jüngeren die Jungen Erwachsenen von ein paar Sätzen zuvor oder ganz junge Erwachsene oder gar nicht Erwachsene, sondern Jugendliche? Auch dieses Mal lässt Meyer seine Leser im Regen stehen. Es geht ihm ja auch nicht um Zahlen, nein es geht ihm darum, seine wilden Spekulationen darüber, wo der Anstieg der Verbreitung von Kopfschmerzen bei nun „jüngeren Menschen“ herkommt. [Ob jüngere Menschen mit Jüngeren oder jungen Erwachsenen identisch sind?].

Der Druck auf jüngere Menschen habe zugenommen, so mutmaßt er. Stressreaktionen auf Schul- und Berufsalltag seien die Kopfschmerzen, deshalb brauche man bessere Präventionsangebote und hier könnten Unternehmen helfen: Flexible Arbeitszeiten, Sofas zur Entspannung, kostenlose Säfte oder ein Feierabendbier: Wenn es um die Prävention von Kopfschmerzen geht, dann hält die Hausapotheke von Laurin Meyer einiges bereit. Kurse zur Stressbewältigung sind das Antidot, das er Studenten anempfiehlt, von denen Baris Ünal, Referatsleiter der Studienberatung der TU Berlin, der Ansicht ist, dass ihr Aufwand im Studium nicht wirklich gestiegen ist (das ist seine Art zu sagen: Es gibt keinen Grund für Stress.).

Wer die vor-Computer-Zeit an Universitäten miterlebt hat, die Schreibmaschinen in der Fernleihe in ebenso guter Erinnerung behalten hat, wie den Papierstau im Drucker oder die in Falten gelegte Stirn des Präsenzbibliothek-Bibliothekars und sein resigniertes: „Wenn das Buch nicht am Standort ist, dann ist es verstellt, verloren oder gestohlen worden“, der kann angesichts dieses Euphemismus des Jahrhunderts, den Ünal da von sich gibt, in einer Zeit, in der Studenten durch ihr Studium getragen werden und sich saublöd anstellen müssen, wenn sie es nicht schaffen, nur in hektisches Lachen ausbrechen, entstressendes Lachen so zu sagen.

Studierende, so sinniert Ünal weiter, „würden aber häufig glauben, gestresst sein zu müssen“. Kurz: Studenten bilden sich ein, sie hätten Stress, und wie wir wissen, ist die Einbildung eines Menschen sein Himmelreich: So wird Einbildung zu Stress, schon weil man mit Stress so viele Unzulänglichkeiten, Versäumnisse und Faulheiten gesellschaftlich akzeptiert entschuldigen kann. Und für den eingebildeten Stress gibt es Kurse zur „Stressbewältigung“ an Universitäten. Es gibt eben keinen Unsinn, den es nicht gibt. Natürlich dienen die Kurse gegen den eingebildeten Stress der Bekämpfung von Kopfschmerzen, die in Deutschlands Jugend, unter „jungen Erwachsenen“, „Jüngeren“ oder jüngeren Menschen „zugenommen“ haben.

Heureka, die Welt ist eine rosarote Cornflakes-Schüssel und der Beitrag von Laurin Meyer ist die Sahne über dem Sprach-Porridge, dem kalten Porridge, denn was Laurin Meyer hier als Erklärung für die Kopfschmerzen anführt, ist Unfug.

Wir haben es getestet.

Jeder weiß, dass junge Menschen, also jüngere, als die Jugend Deutschlands, dass diese noch nicht oder fast erwachsenen in Schule und Ausbildung einem Trommelfeuer an indoktrinierend gemeintem Unsinn ausgesetzt sind, von der Gleichstellung über die queeren Vorstellungen verklemmter Linker bis zu Anti-Gewalt, Anti-Rassismus und Anti-Rechtsextremismus Seminaren, das Leben eines jungen Menschen, also der Jüngeren …, Sie wissen schon, dieses Leben es ist angefüllt mit sprachlichem Dauerfeuer, das diejenigen, die sich für Gutmenschen halten, im Minutentakt abschießen, um die rationale Festung, die Gehirne in den Köpfen von jungen Menschen (oder Jüngeren) in der Regel noch sind, zum Einsturz zu bringen.

Wie auch jeder weiß, finden sich diese Gutmenschen in größerer Menge in linken Parteien und besonders kumuliert trifft man sie in Regierungen an, die sich aus mehreren linken Parteien zusammensetzen, Parteien die miteinander in politisch-korrekten Umerziehungsprogrammen wetteifern und ihre Bürger und vor allem die jungen Menschen in ihrem Land (also die Jüngeren) mit Indoktrination im Bildungsplan schon ab dem Kindergarten verfolgen.

Das kann nicht gutgehen.

Die Berieselung mit Unfug muss im gesündesten Gehirn irgendwann zu Kopfschmerzen führen und diese Kopfschmerzen müssen umso verbreiteter sein, je dauerhafter die Berieselung ist. Die Berieselung ist in Bundersländern, in denen linke Parteien den Lehrplan gestalten und ihre Bürger mit Unisex-Toiletten, politisch-korrektem Gendersprech und anti-rassistischer Straßenbenennung in den Wahnsinn treiben wollen, besonders dauerhaft und intensiv. Entsprechend würde man erwarten, dass mit der Anzahl der Linken an der Landesregierung die Verbreitung der Kopfschmerzen steigt.

Das haben wir geprüft.

Vorgehen:
Je mehr linke an einer Regierung beteiligt sind, desto höher ist der Wert, den wir der Landesregierung zugewiesen haben. In Berlin besteht die Regierung aus SPD, Grüne und Linke. Das macht 12 Punkte (3 (SPD) + 4 (Grüne) + 5 Linke). In Bayern regiert die CSU alleine, das macht einen Punkt. Die Punkte für die Bundesländer haben wir mit dem Anteil der Bevölkerung, der unter Kopfschmerzen leidet (10,04% in Berlin, 8,49% in Sachsen) korreliert.

kopfschmerzenDas Ergebnis ist eindeutig:
Pearson’s R = 0,55 (Signifikant auf dem 1%-Niveau).

Je linker die Landesregierung, desto mehr Bürger im Land haben Kopfschmerzen. Damit hat sich unsere Hypothese, nach der linker Unsinn die Deutschen krank macht, bestätigt.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Terroristen finanzieren? Norbert Röttgen droht „unseren Bürgern“

Denn sie wissen nicht, was sie sagen.

Die Wortbedeutung im postfaktischen Zeitalter ist im Niedergang, so wie die Logik und die Semantik . Seit der öffentliche Diskurs weitgehend in Affekten geführt wird, ist es wurscht, was man sagt, Hauptsache es und man kommt gut rüber, spricht die Affekte derjenigen an, die adressiert sind.

Das, was gesagt wird, tritt zunehmend in den Hintergrund. Wie es gesagt wird, welchen Wohlfühlfaktor die Worte, die gesagt werden, transportieren – das ist wichtig. Sprache dient immer weniger dazu, Informationen zu vermitteln und immer mehr dazu, dem Gegenüber zu signalisieren, dass man ein guter Mensch ist, der zwar nicht mit Sprache umgehen kann, aber, nun, aber gut ist.

So gut wie Norbert Röttger, der den Europäern unumwunden droht, er werde alles dafür tun, weder Kosten noch Mühen scheuen, um „die Bedrohungen der Sicherheit“ der Europäer zu gewährleisten. Ob das Entscheidende, das Röttger „für die Bedrohungen der Sicherheit“ der Europäer tun will, darin besteht, Terroristen auszubilden und Terrororganisationen mit Steuergeldern zu finanzieren, damit die entsprechende „Bedrohungen der Sicherheit unserer Bürger“ auch fachmännisch erfolgen kann, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Vielleicht fragt jemand Norbert Röttgen, und vielleicht kann Norbert Röttgen auch in verständlichem Deutsch antworten.

Wissenschaft oder Ideologie: Hygienemaßnahmen

Warum ist Erich von Däniken eher ein Wissenschaftler als viele, die auf Lehrstühlen für Gender Studies, aber auch für Medienwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Pädagogik an Universitäten und Fachhochschulen sitzen?

Der gesammelte Däniken

Weil man die Ideen von Däniken und seine Aussagen über Besuche von Aliens auf der Erde prüfen kann bzw. Däniken sich bemüht, Belege für seine Behauptungen anzuführen, die man prüfen kann.

Bei vielen derjenigen, die Lehrstühle der genannten Fachbereiche besetzen und bei vielen, deren Fachbereich wir nicht direkt benannt haben, ist das nicht so. Sie verkünden und behaupten vieles, nutzen ihre Lehrstühle als Kanzel und predigen ihren Studenten das Heil.

Sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen.

Die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie sind schnell benannt:

  • Wissenschaftler suchen nach Erkenntnis.
    Ideologen sind der Überzeugung, bereits alle Erkenntnis zu besitzen.
  • Wissenschaftler bringen Studenten Methoden bei, die zur Erkenntnisgewinnung notwendig sind.
    Ideologen erwarten von Studenten, dass sie die Heilslehre, die ihnen im Studium verkündet wird, auswendig lernen und nacherzählen können.
  • Wissenschaftler sind bemüht, Wissenschaft als kumulativen Prozess zu betreiben.
    Ideologen benötigen keinen kumulativen Prozess, da sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen.
  • Wissenschaftler schätzen Kritik, denn durch Kritik werden Schwächen der eigenen Argumentation und Theorie aufgedeckt und können beseitigt werden.
    Ideologen fürchten Kritik, denn Kritik ist Indikator dafür, dass es Menschen gibt, die die Heilslehre der Ideologen nicht auswendig gelernt und internalisiert haben.
  • Wissenschaftler sind an Menschen interessiert, die zu eigenständigen intellektuellen Leistungen in der Lage sind.
    Ideologen sind an Menschen interessiert, die sich anbiedern und einordnen wollen, aus Angst davor, eine eigene Meinung formulieren zu müssen.
  • Wissenschaftler formulieren Aussagen, die an der Wirklichkeit scheitern können.
    Ideologen formulieren metaphysische Behauptungen, die sie als Gewissheit ausgeben.
  • Wissenschaftler sprechen eine deskriptive Sprache, die der Verständigung und dem wissenschaftlichen Streit zuträglich ist.
    Ideologen sprechen eine evaluative Sprache, zu der sie Zustimmung erwarten.
  • Wissenschaftler wollen sich mit anderen verständigen.
    Ideologen wollen andere belehren.
  • Wissenschaftler teilen die Welt in Menschen, die etwas zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen und solche, die das nicht tun.
    Ideologen teilen die Welt in Freunde und Feinde.

Die List der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie könnte an dieser Stelle noch fortgesetzt werden. Wir wollen es jedoch bei diesen Unterschieden, die wir für die wichtigsten halten, belassen und uns der Frage widmen: Woran erkennt man, dass man es mit Ideologen, die sich an einer Hochschule eingeschlichen haben, zu tun hat?

damonisierung-der-anderen_coverDie Antwort auf diese Frage werden wir in einer kleinen Miniserie geben, die sich entlang des Beitrags: „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie – Eine Replik auf die Abwertung von wissenschaftlicher Kritik an der so genannten Rassismuskritik durch Rassismuskritiker“ (Band 5 unserer Blauen Reihe) von Dr. habil. Heike Diefenbach entwickelt.

Ziel der Miniserie ist es, die Kriterien herauszuarbeiten, anhand derer man eindeutig feststellen kann, dass derjenige, der sich als Wissenschaftler ausgibt, keiner, sondern ein Ideologe ist.

Der Inhalt in kurzer Zusammenfassung:

Ideologen sind nicht an Themen oder an Erkenntnis interessiert. Sie verwenden den Forschungsbereich, in dem sie sich tummeln, lediglich als Etikett, um Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Dass sie nicht an Themen interessiert sind, zeigt sich daran, dass sie keinerlei inhaltliche Aussagen machen. Ihre Einlassungen haben alle einen evaluativen Charakter, weshalb man ihnen glauben kann oder eben nicht. So wie das bei Religionen der Fall ist, und Ideologie ist nichts anderes als eine Spielart von Religion (Thema in Teil 1).

Also weichen Ideologen inhaltlichen Diskussionen aus und versuchen, Kritik als solche zu diskreditieren.

Ideologen benutzen ein Freund-Feind-Schema, um von ihrer Unfähigkeit, inhaltlich zu argumentieren, abzulenken. Anstelle sich mit einer Thematik und mit Kritik auseinanderzusetzen, greifen sie diejenigen an, die Kritik äußern oder ihre Thematik wissenschaftlich und eben nicht ideologisch behandeln (Thema in Teil 2)

Weil Ideologen denken, sie wüssten bereits alles, ein Gedanke, den man nur haben kann, wenn Dummheit in ausreichendem Maße vorhanden ist, deshalb lernen sie nichts hinzu und sind entsprechend unfähig, wissenschaftliche Argumentationen und Diskussionen zu führen. Diese Unfähigkeit wird deutlich in geradezu erschreckenden Missverständnissen und Fehleinschätzungen über Grundbestände wissenschaftlicher Tätigkeit, seien sie inhaltlicher oder methodischer Art (Thema in Teil 3).

Schließlich sind Ideologen so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie nicht anders können, als alle Informationen, die von außen in ihr Echochamber gelangen, vor dem Hintergrund ihrer Heilsvorstellung zu rahmen. Deshalb ist es möglich, Ideologen anhand ihrer eigenen Vorurteile bloßzustellen (Thema in Teil 4).

Anschlag auf die Meinungsfreiheit: MDR will bekannten Blogger zum Schweigen bringen

Der ostdeutsche Staatsfunk, der Mitteldeutsche Rundfunk in Leipzig, macht dicke Arme und geht derzeit juristisch gegen Hadmut Danisch vor. Der Anwalt einer Kanzlei, die Briefe nur für eine Gebühr von 1.451,09 Euro schreibt und verschickt und versucht, durch die unzulässige Art des Verschickens Bürger auf dem falschen Fuß zu erwischen, z.B. weil entgegen geltender gesetzlicher Bestimmungen, Fristen gesetzt werden, die rechtswidrig sind oder der Anschein erweckt wird, ein vorab per eMail verschicktes Schreiben könne irgend eine Form von Rechtswirkung entfalten, hat Hadmut Danisch angeschrieben und zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung aufgefordert.

Und so langsam wird klar, was mit der ganzen Diskussion um die FakeNews und mit der Hysterie gegen die sozialen Netzwerke erreicht werden soll: die Gleichschaltung von Informationsquellen und die Wiederherstellung der öffentlich-rechtlichen Hoheit über die Berichterstattung.

Wie oft haben wir auf ScienceFiles angebliche Journalisten der ARD oder des ZDF dabei ertappt, wie sie Falsches oder Unwahres berichten? Wie oft hat Hadmut Danisch darauf aufmerksam gemacht, dass eine bestimmte Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien gefärbt ist und die Wirklichkeit in sehr verzerrter Weise darstellt?

Die wichtigste Funktion von Medien, an die sich die öffentlich-rechtlichen Journalisten, die noch Anstand und Moral im gleichen Atemzug aussprechen können, erinnern sollten, sie besteht in der Kontrolle der Exekutive. Sie besteht nicht darin, eine Berichterstattung zu verfolgen, die man mit Begriffen wie Andienen oder Schleimen beschreiben kann.

Wie die Dinge im Moment liegen, sind es nicht die öffentlich-rechtlichen Medien, die als Kontrollinstanz die Interessen der Bürger gegen die Exekutive vertreten, denn die öffentlich-rechtlichen Medien sind zu Verlautbarungs-Instanzen der Exekutive verkommen. Derzeit gibt es Kritik und Kontrolle ausschließlich in den sozialen Medien und im Internet. Und weil die öffentlich-rechtlichen Medien sich bei der Exekutive angedient haben, schließt sie diese Kritik notwendig mit ein.

Der Versuch, die Kritik an Exekutive und ihren Schoß-Medien zu unterbinden, findet unter dem Stichwort „FakeNews“ statt. Der Gegenstand von FakeNews wird bewusst offengehalten, damit es möglich ist, die immer vorhandenen rechtlichen Spielräume und die Tatsache auszunutzen, dass zwischen den vielen dezentralen Informationsquellen im Internet und z.B. der Rundfunkanstalt MDR ein asymmetrisches Kapital-Verhältnis besteht, das es dem MDR erlaubt, auf teure Anwaltskanzleien zurückzugreifen, ermöglicht durch die Gebührenzahlungen derjenigen bezahlt werden, die von den MDR-finanzierten Anwaltshäschern entweder zur Unterzeichnung von Unterlassungserklärungen – man muss fast sagen: genötigt werden oder doch zumindest eingeschüchtert werden sollen.

Das kann man die Perversion der Moderne nennen, dass Gestalten, die auf Kosten von Gebührenzahlern existieren, juristisch gegen diese Gebührenzahler vorgehen wollen.

DanischEiner dieser gezwungenen Gebührenzahler und eine wichtige Informationsquelle im Internet ist Hadmut Danisch, dem der MDR, vertreten durch eine der Haus- und Hofkanzleien, bei denen die Honorarnote in einem massiven Missverhältnis zur erbrachten Leistung zu stehen scheint, eine Unterlassungserklärung geschickt hat.

Danisch hat vor einigen Wochen über eine der Possen berichtet, die sich regelmäßig an den Orten abspielen, die angeblich der Bildung dienen sollen, also an Universitäten. Dieses Mal an der Universität Magdeburg. Dort wollte die AfD-Hochschulgruppe eine Veranstaltung zur Geschlechterforschung durchführen, deren zentraler Bestandteil ein Vortrag des Neurobiologen Gerald Wolf sein sollte. Der Protest gegen Wolf und den ebenfalls anwesenden André Poggenburg ist schnell ausgeartet: Ein Feuerwerkskörper wurde auf die Bühne geworden und die vermummten Feiglinge der Antifa haben den Hörsaal 6 der Universität Magdeburg gestürmt und jede weitere Veranstaltung in Randale erstickt. Mit im Saal: Stefan Schulz vom MDR und ein Kamerateam des ostdeutschen Staatsfunks.

An deren Anwesenheit und Berichterstattung hat sich Hadmut Danisch in bester Manier eines kritischen Beobachters öffentlich-rechtlicher Medien, gestört, und zwar begründet, wobei er insbesondere Fragen aufgeworfen hat. Wie, so hat Danisch (in unseren Worten) gefragt, passt es zusammen, dass ein angeblich friedlicher Protest gegen die AfD-Veranstaltung spontan durch einen Sturmtrupp der Antifa und mit Gewalt und vor allem: medienwirksam und vor der „laufenden Kamera“ des MDR gestört wird, der dennoch lieber friedliche Teilnehmer, die brav in den Bänken des Hörsaal 6 sitzen, zeigt? Woher wusste das Kamerateam des MDR und woher wusste Stefan Schultz überhaupt davon, dass es sich lohnt, der Veranstaltung an der Universität Magdeburg beizuwohnen? Das ist wohl die entscheidende Frage, denn Veranstaltungen an Universitäten gehören nicht zu den Gegenständen, über die der MDR regelmäßig berichtet. Was also machte die Veranstaltung an der Otto-Guericke-Universität in Magdeburg so vielversprechend, dass Reporter und Kamerateam extra anreisen?

Derartige Fragen sind legitime Fragen. Angesichts der Merkwürdigkeiten, die z.B. darin bestehen, dass die von der Antifa ausgehende Randale erst dann Zentrum der Berichterstattung des MDR wurde, wie Danisch festgestellt hat, als in sozialen Netzwerken (da sind sie wieder, dies verdammten sozialen Netzwerke mit ihren vielen freiberuflichen Kontrolleuren der Berichterstattung z.B. des MDR) Videos aufgetaucht sind, die den tatsächlichen Verlauf der Randale und deren Ausgangspunkt bei der Antifa an der Universität Magdeburg zeigen, sind die Antworten auf diese Fragen von besonderem Interesse, schon weil man geneigt sein könnte, wie Hadmut Danisch es ist, die folgenden Schlüsse im Hinblick auf die Berichterstattung des MDR zu ziehen:

„Falls das zutrifft, was ich da denke, dann war das hier ein vorsätzlicher geplanter staatlicher Angriff mit Schlägern auf die Freiheit von Forschung und Lehre. Halt hübsch am Beispiel der AfD ausgeführt, um ein Exempel zu statuieren, gegen das niemand was sagen wird, und der MDR als Fake News Dienstleister dabei. Muss ja jetzt alles englisch sein. Kürzlich hätte man noch Lügenpresse gesagt.”;

Und:

“Man hat nach Lage der Dinge wohl von vornherein geplant, Auseinandersetzungen zu provozieren und AfD-Leute dabei zu filmen, während die Provokateure vermummt und unerkannt bleiben.”.


Abermals handelt es sich hier um legitime Schlüsse, die als Hypothesen vorgebracht werden und denen von Seiten des MDR jederzeit widersprochen werden könnte, die der MDR jederzeit richtig stellen könnte, z.B. indem offengelegt wird, wer den MDR und Stefan Schulz über den zu erwartenden Protest gegen die AfD-Veranstaltung an der Otto-Guericke-Universität informiert hat und welche Gründe Schulz bewogen haben, seine von Gebührenzahlern teuer bezahlte Zeit bei einer Veranstaltung an einem Ort zu verbringen, an dem er sich ansonsten eher selten bis gar nicht einfinden Danisch_Frauenquotedürfte.

Im Hinblick auf die Transparenz der Berichterstattung und im Hinblick auf eine angemessene und korrekte Verwendung der Rundfunkgebühren, wäre eine derartige Aufklärung eigentlich das mindeste. Die Frage, warum vom MDR bis zuletzt versucht wurde, die AfD als den für die Randale Verantwortlichen darzustellen, wollen wir gar nicht weiter verfolgen. Lediglich das folgende besonders groteske Zitat, das Michael Dick, Dekan der humanwissenschaftlichen Fakultät, vom MDR zugeschrieben wird, wollen wir kurz thematisieren: „Die Unmutsäußerungen der Studierenden und Besucher waren so eindeutig, dass ich glaube, vernünftige Veranstalter hätten sich zurückgezogen und hätten es dabei belassen.“

Sollte Herr Dick auf die Idee kommen, die Leistung von Studenten bewerten zu wollen, dann genügen nach seiner eigenen Logik „Unmutsäußerungen“ der Studenten, um ihn von der Idee einer Leistungsbewertung abzubringen. Er ist ja vernünftig, der Herr Dick, oder?

Wie dem auch sei, die legitimen Fragen, die Hadmut Danisch gestellt hat und die legitimen Schlüsse, die er aus seiner Rekonstruktion der Ereignisse, die jeder nachvollziehen kann, gezogen hat, sie wären, in einem normalen Land und dann, wenn diejenigen, an deren Adresse sich Fragen und Schlüsse richten, noch den Gesetzen der Normalität, z.B. im Rahmen einer normalen Berichterstattung folgen würden, eben das: Normalität. So wie die entsprechenden Antworten Normalität wären.

Aber Deutschland 2017 ist so weit von der Normalität entfernt, wie Caspar Hauser vom Nobelpreis in Literatur und deshalb gibt es keine normale Reaktion. Deshalb wird die juristische Armada aufgefahren, und deshalb wird versucht, Hadmut Danisch zu überfahren. Ein Unterfangen, das zeigt, wie der Hochmut vor dem Fall kommt. Denn die teuer bezahlten Anwälte der Kanzlei, die sich für den MDR verdingt, sie wissen offensichtlich nicht, dass Danisch nicht ganz unbeschlagen ist, wenn es um juristische Fragen geht und dass man ihn mit Sicherheit nicht mit Taschespielertricks beeindrucken kann, wie sie in der Gilde der Abmahner, die man auch als Absahner bezeichnen kann, die Regel zu sein scheinen, z.B. Fristen ohne Rechtsgrundlage zu setzen, weitreichende Unterlassungserklärungen zu fordern und eine extraordinäre Kostenote beifügen, um den Empfänger, den die entsprechenden Abmahner in der Regel für einen juristisch Unbedarften halten, den man mit §§ und leerem Geschwätz einschüchtern kann, ins Bockshorn zu jagen.

Wie gesagt, bei Hadmut Danisch hat das nicht geklappt. Nachzulesen hier. Anstelle von 1.451,09 Euro für das Verfassen eines Briefes haben die Vollzugsanwälte, die dem MDR zu Willen sind, eine Strafanzeige wegen versuchten Betruges und versuchter Erpressung erhalten und eine Beschwerde gegen sich bei der Anwaltskammer anhängig. Respekt!

Der Zerstörung des Anwaltsschreibens durch Hadmut Danisch ist von unserer Seite nichts mehr hinzuzufügen. Sie kann hier nachgelesen und genossen werden. Wir wollen uns deshalb auf zwei Punkte konzentrieren, die in der Unterlassungserklärung, die Hadmut Danisch erreicht hat, enthalten sind.

Der erste Punkt liest sich wie folgt:

“Damit nicht genug, wird durch das Weglassen von für das zutreffende Verständnis des Kommentars unseres Mandanten Stephan Schulz wesentlicher Teile auch noch der Eindruck erweckt, er hätte sich nicht von den von Gerald Wolf vertretenen umstrittenen Thesen zur Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen distanziert. Das Zitat endet nach:„Wolf glaubt, dass Männer leistungsfähiger sind als Frauen. [… ]” ;die Aussage: „Seine Thesen sind umstritten.“ fehlt ebenso wie die Einordnung von Gerald Wolf: „Jahrelang war der 73-jährige Wissenschaftler eher unpolitisch. Seit einiger Zeit sucht er jedoch die Nähe zur AfD.“

Logik JuristenLeider kann man Unsinn nicht steigern und dass Anwälte und Logik häufig nichts miteinander zu tun haben, das hat schon Egon Schneider so entnervt, dass er ein ganzes Buch geschrieben hat, um diesen Mangel zu beheben. Genutzt hat es nichts, wie das Schreiben der Vertragskanzlei des MDR an Hadmut Danisch zeigt.

Die Behauptung, dass man den Sinn eines Kommentars dann entstelle, wenn man ihn nicht vollständig zitiert, ist eine Behauptung, die aus dem Reich der holistischen Spinnerei in die Welt der normalen Menschen geweht wurde. Wenn dem so wäre, dann dürfte die wissenschaftliche Praxis der Zitation aus anderen Werken gerade unhaltbar geworden sein. Dass die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten nach wie vor daran bemessen wird, wie sie in den Korpus vorhandener Werke passt, einen Korpus, dem sie sich durch Zitate aus entsprechenden Werken zuordnet, zeigt, wie weit die Anwaltskanzlei, an die der MDR Gelder der Gebührenzahler verschwendet, von der Normalität entfernt ist.

Besonders grotesk und paranoid wird diese Behauptung, wenn man sie nicht formal, sondern inhaltlich fast.
Das Zitat Wolf glaubt, dass Männer leistungsfähiger sind als Frauen
wird nach der Rabulistik, für die man als Anwalt den MDR schröpfen kann, also dadurch verständlicher, dass angefügt wird:
Seine Thesen sind umstritten

Dass eine Bewertung eine Beschreibung besser verständlich macht, ist eine Behauptung, die für viel Gelächter bei uns gesorgt hat. Wir wollen es einmal so formulieren: Die Aussage: „Hadmut Danisch hat ein Schreiben von Anwälten bekommen“, wird durch „Die Anwälte haben ein Rad ab“, nicht inhaltlich ergänzt, wohl wird sie bewertet, und zwar mit der Absicht, den Lesern der Bewertung ein Urteil vorzugeben. Wenn nun ein Anwalt aus einer Anwaltskanzlei, die vom MDR bezahlt wird, allen Ernstes behauptet, dass die Bewertung für das Gesamtverständnis des Textes erheblich wäre, dann können wir nicht anders als diese Behauptung in den Kontext eines fehlenden Verständnisses der deutschen Sprache zu stellen und als Indiz dafür zu nehmen, dass man beim MDR dann, wenn man seinen Lesern nicht sofort die Bewertung von Aussagen, die z.B. nicht dem feministisch-korrekten Kanon nicht entsprechen, mitliefert, geteert und gefedert wird. Derartige Praktiken sind jedoch das Problem des MDR – und natürlich sind sie ein Problem von mangelndem Rückgrat.

Der zweite Punkt, den wir an dieser Stelle ansprechen wollen, ist das, was Hadmut Danisch u.a. unterschreiben soll:

“Hiermit verpflichtet sich Herr Hadmut Danisch, […] Berlin, gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), Kantstraße 71 – 73, 04275 Leipzig, sowie Herrn Stephan Schulz, ebenda, es bei Vermeidung einer für jeden Fall der Zuwiderhandlung verwirkten Vertragsstrafe i.H.v. 5.100,00 € zukünftig zu unterlassen,
1. a) urheberrechtlich geschützte Werke des Herrn Schulz und/oder des MDR ohne deren Zustimmung zu vervielfältigen und/oder öffentlich zugänglich zu machen,

Prof FacepalmDas kommt einem vollständigen Zitationsverbot von Orginalquellen gleich, das abermals – nähme man diesen Blödsinn ernst – dazu führen würde, dass die gesamte Wissenschaft zum Erliegen käme und mit ihr all die vielen für die Linken so wichtigen Studien aus Foren, in denen sie Kommentare und Aussagen von Foristen einer Diskursanalyse unterziehen, die man entsprechend als durch das Persönlichkeitsrecht des jeweiligen Autors geschütztes Werk ansehen müsste, verunmöglicht wäre. Vielmehr würden diejenigen Autoren, die sich z.B. der Kommentare in gerichteter und interpretativer Weise bemächtigt haben, mit entsprechenden Aufforderungen eine Unterlassungserklärung abzugeben, rechnen. 

Ob es Staatsanwälten möglich wäre, aus angeblichen Hasskommentaren von Angeklagten zu zitieren, wenn letztere, wie der Anwalt des MDR allen Ernstes argumentieren will, „urheberrechtlich geschützt“ sind, ist eine Frage, die wir einem befreundeten Staatsanwalt stellen werden. Warum sollen nur wir Spaß an Anwälten haben – zumal unter Richtern und Staatsanwälten Späße über das, was Anwälte als angebliche Schriftsätze fabrizieren, ein nicht enden wollendes Gesprächsthema z.B. beim Mittagessen sind, wobei die Gespräche dann häufig unter dem Diktum eines ehemaligen Chemnitzer Ermittlungsrichters geführt werden: „Das ist wieder einer der Fälle, wo der Anwalt dümmer ist als sein Mandant“.

Der MDR versucht hier durch seine Anwaltsgehilfen nicht mehr und nicht weniger als eine Stimme der Kritik zum Schweigen zu bringen. Legitime Fragen an die Adresse des MDR sollen verunmöglicht werden. Schlüsse, die aufgrund einer nachvollziehbaren Argumentation über die Berichterstattung des MDR gezogen werden, sollen unterbunden werden. Das Hinterfragen und Kritisieren unter Nennung der kritisierten Passagen in den Veröffentlichungen von öffentlich-rechtlichen Sendern soll unterbunden werden. Warum? Weil man dann, wenn man Kritikern untersagt, die kritisierten Stellen zu zitieren, schnell mit FakeNews-Vorwürfen die entsprechende Kritik beseitigen kann, denn der Kritiker kann ja öffentlich keinen Beleg mehr dafür anführen, dass das, was er sagt, dass gesagt oder geschrieben wurde, auch gesagt oder geschrieben wurde. Insofern können wir nicht anders als das Schreiben der Haus- und Hofanwälte des MDR an Hadmut Danisch als Versuch zu werten, Meinungsfreiheit zu behindern und die totale Herrschaft öffentlich-rechtlicher Sender über die Information und somit darüber, welche Informationen überhaupt vermittelt werden und welche als wahr ausgegeben werden, herzustellen.

Der Staatsfunk MDR ist auf dem Rückweg in die DDR, in der einige derer, die an leitender Stelle tätig sind, sozialisiert wurden. Ob es ein Zufall ist?

Davon unabhängig sollte jemand den Verantwortlichen beim MDR sagen, dass man die Wahrheit nicht dadurch verändern kann, dass man die Berichterstattung über sie, beseitigt. Außerdem ist es eine makabre Form der Nutznießung, wenn Anstalten, die aus den Beiträgen der Gebührenzahler finanziert werden, diese Beiträge nutzen, um Anwaltsbüros zu unterhalten, die wiederum ausgerechnet gegen die Gebührenzahler vorgehen, die sich der Aufgabe gewidmet haben, Informationen zu verbreiten, zu prüfen und zur Aufklärung beizutragen. Allein diese Form des Missbrauchs sollte reichen, um den MDR nicht weiter über Gebühren zu finanzieren. Sicher ist das Programm des MDR so attraktiv und ansprechend, dass er sich auf Basis einer entsprechenden Nachfrage finanzieren kann?

Alien Life: Gebildete in der Politik

Ein Steckbrief.

  • Soldat: Teilnehmer an mehreren Feldzügen u.a. im Sudan, Südafrika. Offizier im Ersten Weltkrieg
  • Autor von 43 literarischen und wissenschaftlichen Beiträgen in Buchumfang.
  • Autor von 72 Büchern zu u.a. historischen Themen, darunter die Geschichte des Zweiten Weltkrieges in sechs Bänden und die Geschichte der englischsprachigen Völker in vier Bänden.
  • Nobelpreisträger in Literatur “for his mastery of historical and biographical description as well as for brilliant oratory in defending exalted human values“.
  • Urheber unzähliger Aphorismen
  • Autor einer Vielzahl wissenschaftlicher Beiträge zu u.a. Kernfusion (im Jahre 1931).
  • Politiker, Parteivorsitzender, Finanzminister, Verteidigungsminister und letztlich: Premierminister des Vereinigten Königreichs.

winston_churchill

Die Rede ist natürlich von Sir Winston Churchill, ein Politiker in einem Format, das es heute kaum mehr zu geben scheint. Ein Politiker, der sich zeitlebens nicht nur durch seine ungeheuerliche Schaffenskraft, sondern durch sein Interesse an und seine Kenntnisse in Wissenschaft ausgezeichnet hat. So wäre die Entwicklung von Radar ohne Winston Churchill langsamer verlaufen, die Forschung in Kernenergie um Jahre verzögert begonnen worden und vieles mehr. Churchill war der erste Politiker in dessen Stab sich ein wissenschaftlicher Berater befunden hat.

Bis heute tauchen immer wieder Beiträge und Aufsätze von Winston Churchill auf, die er geschrieben, aber nie veröffentlicht hat. Zuletzt ein Beitrag mit dem Titel: „Are We Alone in the Universe“. Diese Frage diskutiert Churchill auf elf Seiten, die in den Katakomben des Churchill Museums in Fulton in Missouri entdeckt und vom Astrophysiker Mario Livio gelesen wurden. In dem Beitrag, der 1939 in einer ersten Version von Churchill geschrieben und Ende der 1950er Jahre in einer abschließenden Version beendet wurde, erweist sich Churchill als das, was man als Politiker, der Entscheidungen treffen soll, die sich auf die Zukunft der in einem Land lebenden Menschen auswirken, erwarten sollte: Als Kenner wissenschaftlicher Konzepte und Theorien und als Denker, der seiner Zeit voraus ist.

churchill-second-world-warArgumente, wie sie heute in der Astrobiologie Gemeingut geworden sind, hat Churchill in seinem Beitrag zusammengestellt, lange bevor sie z.B. von Frank Drake gemacht wurden: Allein die Größe des Universums spricht schon dafür, dass es noch andere Planeten gibt, die belebt sind, argumentiert Churchill in den 1950ern. Wasser ist die Grundlage des Lebens, wie wir es kennen, so schreibt Churchill und definiert die „habitable Zone [Goldilocke Region]“, also den Bereich um einen Stern, in dem vorhandene Planeten weder zu heiß noch zu kalt sind, so dass sich Leben, wie wir es kennen, entwickeln kann. Churchill bespricht Ideen des Astrophysikers James Jeans ebenso und ist mit den Arbeiten von Edwin Hubble vertraut. Er diskutiert die Frage, wie groß die Anziehungskraft sein muss, um die Atmosphäre eines Planeten zu erhalten, also letztlich die Frage, wie warm ein Planet sein kann und kommt zu dem Schluss, eine große Anzahl von Planeten „will be the right size to keep on their surface water and possibly an atmosphere of some sort“.

Schlußfolgerungen, wie sie zum Ende der 1980er Jahre öfter und im Verlauf der 1990er Jahre, als das Planetenjagen Fahrt aufgenommen hat, zur Normalität wurden, hat Churchill in den 1950er Jahren vorhergesehen oder vorweggenommen. Er hat sich als informierter, intelligenter und vorausschauender Politiker erwiesen, ein Prototyp von Politiker, vielleicht kein Idealtyp, aber doch zumindest einer, den man als Rollenmodell für Politiker vorgeben sollte, auch wenn die derzeitige Situation z.B. im Bundeskabinett eher Lichtjahre vom Modell „Churchill“ entfernt ist, wie eine Stichprobe der Mitglieder zeigt:.

Angela Merkel

“Geboren am 17. Juli 1954 in Hamburg; evangelisch; verheiratet. Abitur 1973 in Templin. Physikstudium an der Universität Leipzig 1973 bis 1978. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Physikalische Chemie an der Akademie der Wissenschaften [der DDR] 1978 bis 1990; Promotion 1986. Stellvertretende Regierungssprecherin der Regierung de Maizière 1990; Referentin im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 1990 … (Mehr?)

Sigmar Gabriel

“ Geboren am 12. September 1959 in Goslar; verheiratet, zwei Kinder. 1975 Realschulabschluss, 1979 Abitur. Zeitsoldat für zwei Jahre. Studium der Germanistik, Politik und Soziologie an der Universität Göttingen, 1987 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien (Deutsch, Gemeinschaftskunde), 1989 Zweites Staatsexamen. 1981 bis 1990 Dozent in der Erwachsenenbildung. Mitgliedschaft bei der AWO, der IG Metall und der SJD-Die Falken. Träger des Niedersächsischen Verdienstordens. 1977 Eintritt in die SPD … (Mehr?)”

Brigitte Zypries

“ Geboren am 16. November 1953 in Kassel; ledig. 1972 bis 1977 Studium der Rechtswissenschaft in Gießen, erste juristische Staatsprüfung, 1977 Referendariat im Landgerichtsbezirk Gießen, 1980 zweite juristische Staatsprüfung. Bis 1984 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Gießen. Ab 1984 Referentin in der Hessischen Staatskanzlei. 1988 bis 1990 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht, ab 1991 Referatsleiterin. 1995 bis 1997 Abteilungsleiterin in der Niedersächsischen Staatskanzlei. 1997 bis 1998 Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales … (Mehr?)“

Thomas de Maizière

“Geboren am 21. Januar 1954 in Bonn; evangelisch-lutherisch; verheiratet, drei Kinder. 1972 Abitur; Wehrdienst; 1974 bis 1979 Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte in Münster und Freiburg, Referendarexamen; 1982 Assessorexamen; 1986 Promotion zum Dr. jur. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1983 Mitarbeiter der Regierenden Bürgermeister von Berlin, Richard von Weizsäcker und Eberhard Diepgen … (Mehr?)“

Andrea Nahles

“ Geboren am 20. Juni 1970 in Mendig; katholisch; verheiratet. Hochschulstudium und Abschluss an der Universität Bonn. Mitglied bei IG Metall und Eurosolar. 1989 Gründung des SPD-Ortsvereins Weiler, 1993 Landesvorsitzende der Jusos in Rheinland-Pfalz … (Mehr?)“

Christian Schmidt

“ Geboren am 26. August 1957 in Obernzenn; evangelisch-lutherisch; verheiratet, zwei Kinder.
1976 Abitur am Steller-Gymnasium Bad Windsheim; 1976 bis 1977 Wehrdienst bei der 1. Gebirgsdivision; 1977 bis 1982 Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen und Lausanne (CH); 1982 erstes Juristisches Staatsexamen; 1982 bis 1985 Rechtsreferendar, zweites Juristisches Staatsexamen.
Ab 1985 Rechtsanwalt, Schwerpunkte: Arbeits- und Wettbewerbsrecht (Zulassung ruht).
1984 bis 1989 Kirchenvorsteher in Obernzenn; 1993 bis 2007 Mitglied des Präsidiums des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD); seit 2006 Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft; seit 2013 Ko-Vorsitzender des Koordinierungsrates des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums.
1974 Eintritt in die CSU und die Junge Union … (Mehr?)“

usw.

Soziale Gerechtigkeit? Rund 12% der Rentner sind weiter erwerbstätig

„Die Rente ist sicher“, so hat Norbert Blüm einst getönt. Aber: „Reicht die Rente auch zum Leben?“, so muss man heute, da die Gesetzliche Rentenversicherung für diejenigen, die ihr Leben lang arbeiten und Beiträge einbezahlen, zu einem Verlustgeschäft geworden ist, fragen.

Nichts geworden, mit dem ruhigen Lebensabend, ist es für 11,6% der Personen im Alter von 60 bis 85 Jahren, die sich eigentlich im Ruhestand befinden. 11,6% von ihnen gehen weiter einer Erwerbstätigkeit nach. Im Jahr 1996 waren es noch 5,1% der Rentner zwischen 60 und 85 Jahren, die einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Somit ist der Anteil der erwerbstätigen Rentner um 127% gestiegen, hat sich also relational mehr als verdoppelt.

erwerbstaetig-im-ruhestand-2Wie im gesamten Erwerbsleben, so liegt auch die Last der Erwerbstätigkeit im Rentenalter abermals und mehrheitlich auf Männern. 14,7% der Männer und 8,6% der Frauen im Ruhestand gehen weiter einer Erwerbstätigkeit nach. Das entsprechende Gender-Pension Gap wartet noch darauf, von den immer um Gerechtigkeit bemühten Genderisten entdeckt und beklagt zu werden.

Die auch im Ruhestand fortgesetzte Erwerbstätigkeit, so kann man aufgrund der Daten schließen, hat vermutlich mehrere Ursachen.

Wir sind hier auf Annahmen angewiesen, denn wie so oft, wenn es um aktuelle und brennende soziale Probleme geht, findet wissenschaftliche Forschung in Deutschland nicht statt. Hier werden lieber zwei Springerstiefelträger, die in einem Kaff im Osten der Republik gesichtet worden sein sollen, zum Anlass genommen, um eine Armada staatlich finanzierter Rechtsextremismuskämpfer zu netzwerken und zum Schattenboxen abzurichten.

Ein Teil der Rentner, vor allem in akademischen Berufen setzt die Berufstätigkeit auch nach Erreichen des Rentenalters fort, vermutlich, weil die Betreffenden nicht wissen, was sie sonst tun sollten.
Ein Teil der Rentner, die z.B. in Berufen der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, setzen ihre Erwerbstätigkeit vermutlich fort, weil die entsprechenden Berufe mit Schmutz- und Handarbeit verbunden sind und auf der Hitliste der bevorzugten Berufe der MeMeMe und der Snowflake-Generationen, die lieber als Bürokaufmann Drehstühle wärmen wollen, kaum mehr zu finden sind.

Erwerbstaetig im Ruhestand1.pngEin Teil der Rentner ist gezwungen, trotz Rente einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um seinen Lebensstandard zu halten und nicht in Altersarmut zu sinken. Dies zeigt sich z.B. daran, dass Selbständige unter den auch im Ruhestand noch Berufstätigen überproportional häufig zu finden sind, es zeigt sich aber vor allem daran, dass Tätigkeiten im Bereich von Verkaufs- und Dienstleistungsberufen oder Hilfstätigkeiten von den rüstigen Rentnern, die eigentlich ihren Ruhestand genießen sollten, überproportional ausgeübt werden.

Man kann somit festhalten, dass Zahlungen aus der gesetzlichen Rente für zunehmend mehr vor allem männliche Rentner nicht ausreichen, um den Lebensabend in dem, was man Würde nennt, zu verbringen. Vielleicht trösten sich die vornehmlich männlichen Rentner auf dem Weg zur Arbeit damit, dass aus ihren Abgaben in die Rentenkasse allerlei Transferempfänger finanziert wurden (und werden), die keinen oder nur einen geringen Beitrag in die Rentenkasse geleistet haben und vielleicht tröstet es die entsprechenden arbeitenden männlichen Rentner, dass sie nach aller Wahrscheinlichkeit früher sterben werden, als z.B. die nicht erwerbstätigen Frauen, die sich auf die Aufzucht von Kindern spezialisiert und deren Rentenansprüche die erwerbstätigen Rentner zeit Lebens finanziert haben: Damit der Nachwuchs dann die Rente finanziert, die nun nicht ausreicht, um einen Ruhestand ohne Erwerbstätigkeit zu genießen.

Deutsche Steuergerechtigkeit: 10,3 Mrd. € zuviel einbehalten

Die Frage nach der Steuergerechtigkeit wird in Deutschland ausschließlich im Hinblick darauf gestellt, ob auch eine „gerechte Verteilung der Abgabenlast“ vorliegt, wie es Norbert Dautzenberg in Gablers Wirtschaftslexikon formuliert.

Die Betonung liegt auch Abgabenlast, denn: Wenn es darum geht, Bürger zu schröpfen, dann ist Deutschland europäische Spitze. Die Last der Abgaben ist mittlerweile so hoch, dass den meisten Steuerzahlern von jedem Euro, den sie verdienen, weniger als 50 Cent verbleiben.

Diejenigen, die arbeiten, können also nicht einmal die Hälfte der Früchte ihrer Arbeit für sich verbrauchen, schon weil Legionen von Kostgängern am Tropf des Staates hängen, die z.B. von Ministerien dafür gefüttert werden, dass sie sinnlose Studien zu uninteressanten Themen erstellen, die in den Regalen der Verwaltung verschwinden, die sie in Auftrag gegeben hat.

Laffer Curve 2Aber das ändert sich jetzt, denn Martin Schulz hat schon angekündigt, dass er Steuergerechtigkeit zum Wahlkampfthema machen wird. Nun würde jeder, der sich mit Ökonomie ein wenig auskennt, eigentlich erwarten, dass angesichts der Höhe der Steuerlast und der Erkenntnisse, die z.B. in die Laffer-Kurve eingeflossen sind, Steuergerechtigkeit im Hinblick auf die Höhe der Abgaben thematisiert wird – schon weil ein Ergebnis der Überlegungen von Arthur Laffer, die in die Laffer-Kurve eingeflossen sind, darin besteht, dass Steuersysteme, die ihren Bürgern eine zu hohe Abgabenlast auferlegen, zwangsläufig an Legitimation verlieren, was zu Widerstand führt, der sich z.B. darin zeigt, dass die Bereitschaft, Steuern zu entrichten, sinkt.

Derartige Kenntnisse sind es jedoch nicht, die die Thematisierung der Steuergerechtigkeit im Wahlkampf durch die SPD anleiten. Vielmehr soll die alte Neiddebatte aufgewärmt und darüber diskutiert werden, ob auch alle gerecht an der Abgabenlast beteiligt sind, also die Reichen relativ zu den Armen angemessen zur Kasse gebeten werden.

Über diesem Ablenkungsfeuer verglimmt dann jeder Strohhalm, an dem sich eine Diskussion darüber, ob die Haushalte von Bund und Ländern nicht über alle Proportionen aufgeblasen sind und entsprechend reduziert werden müssten, z.B. dadurch, dass man jede Form von Auftragsforschung durch Wissenschaftler und für Ministerien beendet oder dadurch, dass die Parteienfinanzierung abgeschafft wird, festhalten könnte. Statt also über die Höhe der Abgabenlast zu diskutieren und die Frage zu stellen, ob die Höhe der Abgaben rechtfertigbar ist, wird über die Verteilung der Abgabenlast gestritten und im Geschrei der (bezahlten) Aktivisten darüber, dass Reiche relativ zu wenig Steuern bezahlen, geht die Frage nach der Höhe der Abgabenlast verloren.

So wie eine Ungeheuerlichkeit verloren geht, die das Statistische Bundesamt gerade wieder veröffentlicht hat: Im Jahr 2012, für das die aktuellsten Daten vorliegen, haben 13,1 Millionen „unbeschränkt Steuerpflichtige, die ausschließlich Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit … erzielen“, also Vollzeit-Arbeiter und –Angestellte, Steuern entrichtet. Von diesen 13.1 Millionen Arbeitern, denen die Steuern vom Lohn einbehalten wurden, haben 11,4 Millionen eine Steuerrückerstattung erhalten, d.h. 87% der „unbeschränkt Steuerpflichtigen“ werden zu viel Steuern abgequetscht. Gnädiger Weise zahlen deutsche Finanzämter derzeit noch die zuviel einbehaltenen Steuern zurück: 901 Euro waren es im Durchschnitt pro „unbeschränkt Steuerpflichtigem“, dem zuviel abgezogen wurde. Insgesamt haben deutsche Finanzämter im Jahr 2012 10,3 Milliarden Euro zu viel einbehalten.

Dem stehen 1,5 Milliarden Euro gegenüber, die die Finanzämter im Jahr 2012 von 1,5 Millionen „unbeschränkt Steuerpflichtigen“ zu wenig erhalten haben. Im Durchschnitt beliefen sich die Nachforderungen auf 965 Euro pro „unbeschränkt Steuerpflichtigem“.

Der Finanzamtsirrtum zu eigenen Gunsten betrug somit im Jahr 2012: 8,8 Milliarden Euro. 8,8 Milliarden Euro, die ihnen nicht zustehen, haben die Finanzämter im Jahr 2012 einbehalten.

Was vom Euro bleibt

Jedes private Zahlungssystem, bei dem sich der Rechnungssteller in 87% der Fälle zu seinen Gunsten verrechnet, wäre über kurz oder lang ein Fall für die Staatsanwaltschaft, schon weil der Verdacht naheliegt, dass hier systematischer Betrug vorliegt. Denn: das zu viel einbehaltene Steuergeld trägt natürlich Zinsen, zwar nicht viel im Moment, aber genug, um von 8.8 Milliarden Euro noch einen netten Gewinn, der natürlich nicht zurückerstattet wird, zu erwirtschaften (und wenn es durch vermiedene Zinszahlungen für Kredite ist, die man nicht aufnehmen muss).

Rent Seeking SocietzDas deutsche Steuersystem, wie viele andere Regelungen, verdeutlich die obrigkeitsstaatliche Ausrichtung eines Landes, das nie wirklich in einer Demokratie angekommen ist. Zuerst kommen die Interessen des Staates, also die Interessen der Clique von Politikern, die sich und ihre Klientel gerade aus den Steuerkassen bedienen, dann kommen die Interessen derjenigen, die die Veranstaltung bezahlen.

Eine derartige Umkehr der Verhältnisse konnte sich nicht einmal Thomas Hobbes vorstellen, und er konnte sich viel vorstellen, wenn es um Machtmissbrauch geht. Er war jedoch bis zu seinem Tod unbeirrbar der Ansicht, dass der Souverän, also die Bürger für Hobbes, diejenigen seien, auf deren Legitimation der Leviathan angewiesen ist. Ein Leviathan, der seine Untertanten dazu zwingt, ihre Legitimation zum Besitz ihres Eigentums nachzuweisen, wie dies im deutschen Steuerrecht der Fall ist, war Hobbes schlicht nicht vorstellbar. Vermutlich hätte er schallend gelacht.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.