Von Marionetten verstoßene Söhne Mannheims

Was hält eine Gesellschaft zusammen?

Keine einfach Frage. Haben Sie sich schon einmal eine Antwort überlegt.

Kooperation ist für gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig. Wenn nicht mehr miteinander kooperiert wird, ist es schwierig, eine Gesellschaft aufrechtzuerhalten.
Kooperation basiert auf Vertrauen.

Metallica_Master_Of_PuppetsEin Arbeitnehmer leistet einen Kooperationsvorschuss im Vertrauen, nachträglich für seine Arbeit bezahlt zu werden. Ein Wähler leistet einen Kooperationsvorschuss im Vertrauen, dass seine gewählten Vertreter nicht nur ihre eigenen Taschen füllen, sondern auch ihm ein wenig Nutzen bringen. Alles lebt von Vertrauen und Kooperation: Der öffentliche Personennahverkehr lebt vom Vertrauen in die Bus- und Bahnfahrer und deren Kooperation. Die öffentliche Sicherheit lebt vom Vertrauen, dass die Polizei mit den gesetzestreuen Bürgern und nicht mit den Verbrechern kooperiert. Die Einzahlung des eigenen Gehalts auf ein Konto lebt von dem Vertrauen, dass Banken die Kooperation mit ihren Kunden immer noch näher liegt als die mit dem Finanzamt.

Latent im Hintergrund bei all diesen Kooperationsbeispielen steht eine unhinterfragte Sicherheit, dass das eigene Vertrauen in die Kooperation des Gegenübers gerechtfertigt ist. Ist diese Sicherheit beseitigt, dann war es das, mit der Kooperation, mit der unhinterfragten, der spontanen Kooperation, von der Gesellschaften leben.

Willkür ist das, was unhinterfragte Kooperationsbereitschaft zerstört. Willkür: Man kann nicht mehr sicher sein, wie man behandelt wird. Willkür: Die selben Dinge werden unterschiedliche bewertet. Willkür: Werte, die angeblich gesellschaftliche Werte sind, gelten nur noch für Teile der Gesellschaft. Willkür: Normen, denen man sich verschrieben hat, werden je nach eigener ideologischer Ausrichtung angepasst, gelten einmal als besonders wichtig, werden ein anderes Mal ignoriert und wieder ein anders Mal schlicht suspendiert.

Erinnern Sie sich noch an das unsägliche Schmähgedicht von Jan Boehmermann? Zweck dieses Gedichts war es, Recep Tayyip Erdoğan zu beleidigen. Und weil das, was manchen als Kunst gilt, nicht mehr subtil, sondern eher brachial und in Kraftausdrücken daherkommt, also eigentlich nichts mehr mit Kunst, sondern eher etwas mit dem Mangel an Ausdrucksfähigkeit und Stilmitteln zu tun hat, deshalb dichtet Boehmernann: „Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan, der Präsident.“ Wer denkt, man könne Geschmacklosigkeit und mangelnde Ausdrucksfähigkeit nicht noch mit Appetitlosigkeit würzen, der möge das Gedicht in voller Länge lesen.

Nachdem Boehmermann seine Geschmacklosigkeit, die das, was man heute für Kunst hält, auszeichnen soll, abgelassen hat und Erdogan wider erwarten nicht positiv reagiert hat, hat sich ein vielstimmiger Chor aus Politidarstellern eingefunden, der das hohe Lied der Freiheit von Meinung und Kultur gesungen hat und sich darüber einig war, dass Satire auch geschmacklos sein darf. Letztlich bekommt jede Gesellschaft das Niveau, das sie zulässt. Die deutsche Gesellschaft lässt Geschmacklosigkeit und stumpfsinnige, nicht einmal hintergründige Beleidigung als Satire zu, also bekommt sie stumpfsinnige, beleidigende Satire auf unterstem Niveau als Kunst und Gedicht verkauft.

Das war, als Erdogan das Ziel der vermeintlichen Kunst, des Schmähgedichts war.

Nun haben die Söhne Mannheims ein Lied angestimmt, das den Titel „Marionetten“ trägt und in dem die Volksvertreter und der deutsche Staat kritisiert werden. Darin gebe es „anti-staatliche Aussagen“ so haben Vertreter der Stadt Mannheim festgestellt, Aussagen wie die folgende:

„Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volks – nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter“

Ja. Und wegen dieser vermeintlich anti-staatlichen-Aussagen, wollen die Mannheimer Stadtvertreter eine Erklärung, nein, erwarten sie eine Erklärung zu dem Liedtext.

Kein Mannheimer Stadtvertreter hat je eine Erklärung von Boehmernann zu seinem Gedicht eingefordert. Weil es an die Adresse Erdoğans ging?

Außerdem hat einer, der genau hingehört hat und sich in der Szene auszukennen scheint, Anstoß an dem Wort „Sachverwalter oder Sachwalter“ genommen. Dieses Wort werde auch von den sogenannten Reichsbürgern benutzt, die die Existenz der BRD nicht anerkennen würden. Sowas aber auch. Nähme man diese irre Behauptung ernst, man müsste daraus schließen, dass die Reichsbürger hinter der Insolvenzordnung stehen, in deren §§ 274 und 275 die Mitwirkung und Rechtsstellung des … Achtung: Sachwalters, geregelt wird.

Nicht genug des Irrsinns. Der Begriff Marionette, so haben Mannheimer Stadtvertreter festgestellt, er „könne als Anspielung auf antisemitische Weltverschwörungstheorien“ verstanden werden. Derartiger Irrsinn macht uns so sprachlos, dass wir darauf nun wirklich nichts zu entgegnen haben, bestenfalls, dass uns der Mannheimer Stadtrat an ein Marionettentheater erinnert, wie es eines in Wien, Amsterdam, Salzburg, Basel, Düsseldorf, Kleist, Wuppertal und an vielen anderen Orten gibt, an denen eine antisemitische Erinnerung an die Weltverschwörung lebendig gehalten wird.

Mannheimer Stadtrat/-verwaltung in Aktion

Das Hyperventilieren der politisch korrekten Heuchler, die an den Nylonfäden ihrer eigenen Phantasien hängen, die mit diesen Gefangenen ihrer eigenen schmutzigen Phantasie im täglichen Leben spielen, es wäre lustig, wäre es nicht zwischenzeitlich zum Normalzustand in Deutschland geworden, wären nicht die politisch Korrekten erfolgreich dabei, jegliche Form von Kooperation, von spontaner Kooperation zu ersticken und durch den gleichgeschalteten Marsch, der, … richtig, der Marionetten zu ersetzen, zu denen sie gerne ihre Staatsbürger, denen neuerdings die Kritik an ihren Vertretern verboten werden soll, machen würden.

Das muss man sich einmal vorstellen, in Mannheim gibt es Gestalten in der Stadtverwaltung, die Anstoß an einem Liedtext nehmen, der die Abgeordneten im Bundestag kritisiert und „anti-staatlich“ sei. Kann man Arschkriechen eigentlich steigern?

Ja, Arschkriechen ist eigentlich nicht unser Vokabular. Denken Sie einfach, es sei Kunst, ein Teil eines Schmähgedichts auf die Mannheimer Stadtverwaltung, … von Boehmermann oder so…

 

Söhne Mannheims – Marionetten Songtext

Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten
Denn weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Müssen wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Müssen wir unsere Schutzschirme ausbreiten

Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Aufgereiht und scheiternd wie Perlen an einer Perlenkette
Geht eine Matroschka weiter, ein Kampf um eure Ehrenrettung
Ihr seid blind für Nylon und Fäden an eueren Gliedern und
Hat man euch im Bundestag, ihr zittert wie eure Gliedmaßen
Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volks – nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter
Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid
Mit dem zweiten sieht man

Wir steigen euch aus Dach und verändern Radiowellen
Wenn ihr die Tür nicht aufmacht, öffnet sich plötzlich ein Warnung durchs Fenster
Vom Stadium zum Zentrum eine Wahrheitsbewegung
Im Name des Zetters erstrahlt die Neonreklame im Regen
Zusammen mit den Söhnen werde ich Farbe bekennen
Eure Parlamente erinnern mich stark an Puppentheater
Ihr wandelt an Fäden wie Marionetten
Bis wir euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen!
Ihr seid so langsam und träge
Es ist entsetzlich
Denkt, Ihr wisst alles besser
Und besser gehts nicht, schätz ich
Doch wir denken für euch mit und lieben euch als Menschen
Als Volks-in-die-Fresse-Treter, stößt Ihr an unsere Grenzen
Und etwas namens Pizzagate gibts ja noch auf der Rechnung
Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen
Und wenn ich nur einen in die Finger bekomme
Dann zerreiß ich ihn in Fetzen
Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen

Wie lange noch wollt Ihr Marionetten sein
Seht Ihr nicht, Ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt Ihr nicht, Ihr steht bald ganz allein
Für Eure Puppenspieler seid Ihr nur Sachverwalter

Gegendemonstrationen zum 1. Mai: Freiheit statt gewerkschaftliches Diktat

Eigenverantwortung, Selbständigkeit und gerechte Entlohnung: Gegen Funktionäre,

DGB AfDSeit Jahren arbeiten Gewerkschaften gegen Arbeitnehmer. Statt die Interessen von Arbeitnehmern zu vertreten, sehen Funktionäre ihre wichtigste Aufgabe darin, ihre eigenen Taschen zu füllen und ihre Weltanschauung zu verbreiten. Zwischenzeitlich liegen eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen vor, die zeigen, dass ohne Gewerkschaften die Anzahl der Arbeitslosen geringer wäre, die Löhne gerechter und nach Leistung und nicht mit der Gießkanne verteilt würden, dass Arbeitnehmer mobiler wären, ihre Fähigkeiten besser vermarkten, sich den Arbeitgeber mehr oder weniger aussuchen könnten.

Unsere Alternative heißt Eigenverantwortung, Selbständigkeit und gerechte Entlohnung

Wir haben noch viel zu tun. Funktionäre verhindern einen funktionierenden Arbeitsmarkt deutschlandweit. Es geht nicht gerecht zu. Tariflöhne verhindern, dass Arbeitnehmer nach Leistung bezahlt werden. Funktionäre leben von dem, was Arbeiter verdienen und leben besser als die Arbeiter, die sie finanzieren. Die Chancen der Globalisierung werden durch Gewerkschaften zerstört, die freie Wahl des Arbeitsplatzes durch die Gewerkschaftsmafia im Betrieb unmöglich gemacht. BREXIT, Krieg und Terrorismus, Bankenkrise oder die politische Wende in den USA, sie alle werden von Funktionären instrumentalisiert, um Arbeitnehmer nicht nur um einen Teil ihres Lohnes zu erleichtern, sondern in eine Abhängigkeit von Gewerkschaften und deren Funktionären zu reden. Obwohl die Mitgliederzahlen von Gewerkschaften seit Jahrzehnten sinken, obwohl nur noch 14% der Erwerbstätigen Gewerkschaftsmitglied sind, treten deren Funktionäre mit einem Alleinvertretungsanspruch für alle Arbeitnehmer auf, instrumentalisieren sie Tage wie den 1. Mai um sich als unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Gesellschaft zu inszenieren. Es wird Zeit, die Fessel der Gewerkschaftsfunktionäre, die Arbeitnehmer an freier Bewegung auf dem Arbeitsmarkt hindert, loszuwerden.

heraus zum ersten mai 1.pngVor diesem Hintergrund rufen wir alle Arbeitnehmer Deutschlands dazu auf, am 1. Mai 2017 gegen die Vereinnahmung des Tages der Arbeit durch ausgerechnet Gewerkschaftsfunktionäre, die von Arbeit nichts verstehen, zu protestieren. Die Gewerkschaftsfunktionäre stehen der Vielfalt der Arbeitsentwürfe und der Zugänge zum Arbeitsmarkt im Weg. Anstelle der Diversität in der Arbeitswelt wollen sie die Diktatur der Einheitsentlohnung und das Diktat des Tarifvertrages durchsetzen. Die Gewerkschaften propagieren ein überholtes Bild vom Arbeitnehmer, der vor Arbeitgebern geschützt werden müsse und ohne die Hilfe der Gewerkschaftsmitglieder, die sich vor und nach Aufsichtsratssitzungen vor allem am kalten Buffet laben und ihre Mitglieder in der Weise vergessen, die bereits Robert Michels im Jahre 1911 in seiner Oligarchiethese beschrieben hat, hilflos wäre. Dabei ersetzen die Funktionäre die phantasierte Ausbeutung der Arbeiter durch die Arbeitgeber mit der tatsächlichen Ausbeutung der Arbeiter durch die Gewerkschaftsfunktionäre. Die Gewerkschaftsfunktionäre streben danach, ihre Hegemonie über die Arbeitnehmer und deren Freiheit auszubauen und Letzteren die Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Arbeitsleben zu führen, zu nehmen. Ein Teil des Führungspersonals der Gewerkschaften sucht aktiv und demonstrativ die Nähe zu linksextremen Organisationen wie Attac oder Antifa und von Linkspopulisten, Marxisten und Kommunisten.

Für uns gilt: Die Gewerkschaften sind Nutznießer. Sie sind eine Gefahr für die Freiheit der Arbeitnehmer. Sie zerstören die Autonomie von Arbeitnehmern. Sie beschädigen den Eigenwert von Arbeitnehmern. Sie reduzieren das Gehalt von Arbeitnehmern und leben selbst üppig von dem, was die Produktivkräfte erwirtschaften.

Lasst uns daher am 1. Mai deutlich machen, dass Gewerkschaftsfunktionäre den Tag der Arbeit nicht für ihre Zwecke benutzen können wie sie wollen. Lasst uns für einen von Gewerkschaften und ihren Funktionären ungehinderten und freien Zugang zum Arbeitsmarkt kämpfen.

Lasst uns am 1. Mai für die folgenden Ziele und gegen die Vereinahmung des Tages der Arbeit durch Gewerkschaftsfunktionäre und ihre Claqueure gegendemonstrieren:

  • Die üppigen Renten von Gewerkschaftsfunktionären sind zur Hälfte zur Sicherung der soziale schwachen Rentner zu verwenden, deren Rente häufig unter der relativen Armutsgrenze und um ein Vielfaches unter den Bezügen von Gewerkschaftsfunktionären liegt.
  • Die Tarifbindung ist generell zu aufzuheben.

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  • Den Gewerkschaften ist das Mandat, für alle Arbeitnehmer einer Branche zu verhandeln, zu entziehen: Gewerkschaftsfunktionäre sprechen für weniger als ein Siebtel der Arbeitnehmer. Es ist nicht einzusehen, warum die Freiheit der Mehrheit dem Spleen der Minderheit geopfert werden soll.
  • Die soziale Spaltung, die durch hochbezahlte, unproduktive Funktionäre auf der einen und Arbeitnehmern, die die trotz geringerer Bezahlung die Funktionäre mit ernähren müssen, auf der anderen Seite entsteht, muss beendet werden. Das Gehalt von Gewerkschaftsfunktionären muss gedeckelt werden und darf 2/3 des durchschnittlichen Verdiensts einer Branche nicht übersteigen.
  • Arbeitnehmer brauchen keinen institutionalisierten gewerkschaftlichen Fürsprecher für ihre Interessen. Sie sind in der Lage, ihre Interessen selbst zu vertreten.

 

  • Arbeitnehmer brauchen endlich einen demokratischen, freien und gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt, der frei ist von der Einflussnahme durch Gewerkschaftsfunktionäre, damit jeder Arbeitnehmer seine Arbeitskraft gemäß ihrem Wert anbieten und zu einem Höchstpreis und nicht zu einem tariflich garantierten Tiefpreis verkaufen kann.

 

 

Mehr weibliche Lehrer erteilen weniger Unterrichtsstunden: Wie Genderismus die Bildung ruiniert

Correctiv.org, die HateSpeech-Säuberer von Facebook, die sich selbst angedient haben, behaupten von sich, sie würden kritischen, unabhängigen Journalismus betreiben. Um dies unter Beweis zu stellen, haben sie eine Artikelserie zu Unterrichtsausfall in der Schule zusammengestellt. Im neuesten Beitrag lamentiert Lehrer L darüber, dass nicht genügend Lehrer an der Schule beschäftigt seien, an der er arbeitet, und deshalb Unterricht ausfalle bzw. so manipuliert werde, dass der Unterrichtsausfall nicht auffalle.

correctiv unterricht.jpgDer Journalismus von Correctiv.org hört hier auf. Kritischer Journalismus, dem es um den Gegenstand geht, fängt hier an, und zwar mit der Frage: Warum die Schulen angeblich zu wenig Personal haben? Oder noch grundsätzlicher: Ob der vermeintliche Personalmangel tatsächlich die Ursache für den Ausfall von Unterricht ist. Statt also das Horn zu blasen, das ver.di gefällt und das Lied „Wir brauchen mehr Lehrer“ spielt, wäre es die Aufgabe kritischen Journalismus, hier in die Tiefe zu gehen.

So zum Beispiel.

Im Schuljahr 2002/03 waren an deutschen allgemeinbildenden Schulen 744.423 Lehrer beschäftigt. Die 744.423 Lehrer haben insgesamt 13.892.724 Schulstunden pro Woche erteilt. Das macht 18,7 Schulstunden pro Woche und Lehrer.

Im Schuljahr 2015/16 waren an deutschen allgemeinbildenden Schulen 754.744 Lehrer beschäftigt, also 10.321 Lehrer mehr als noch im Schuljahr 2002/03. Die 754.744 Lehrer haben 13.884.824 Schulstunden pro Woche erteilt, also weniger als von weniger Lehrern im Schuljahr 2002/03 erteilt wurden. Pro Lehrer kamen im Schuljahr 2015/16 18,4 Schulstunden pro Woche zusammen.

Hätten die 10.321 mehr Lehrer, die im Schuljahr 2015/16 beschäftigt waren, dieselbe Stundenanzahl unterrichtet, wie dies die Lehrer im Jahre 2002/03 getan haben, dann hätten sie satte 198.699 Stunden mehr unterrichtet, nämlich 14.083.523 Unterrichtsstunden pro Woche. Hochgerechtnet auf ein Jahr, ergibt sich zwischen dem Schuljahr 2002/03 und dem Schuljahr 2015/16 eine Differenz von 7.549.422 Unterrichtsstunden, die 10.321 mehr Lehrer im Schuljahr 2015/16 weniger leisten als 10.321 weniger Lehrer im Schuljahr 2002/03 (Wir sind dabei von 38 Wochen ausgegangen).

Dass mehr Lehrer weniger Unterrichtsstunden erteilen, ist eine der Früchte des Genderismus und der manischen Fixierung auf die Work-Life-Balance, die Bevorzugung von Frauen und die Propagierung von Teilzeitarbeit. Im Schuljahr 2002/03 betrug der Anteil weiblicher Lehrer bereits 66,4%. Im Schuljahr 2015/16 ist er auf 72,7% angewachsen, also um 6,3%. Mehr weibliche Lehrer im Jahr 2015/16 unterrichten somit weniger als weniger weibliche Lehrer im Schuljahr 2002/03, und zwar deshalb, weil viele weibliche Lehrer ihren Beruf nebenher ausüben. Die Balance geht eindeutig in Richtung Freizeit, weg vom Beruf.

Die Anzahl der Lehrer hat somit keinerlei Effekt auf den Unterrichtsausfall. Der Unterrichtsausfall, das legen diese kurzen Analysen nahe, ist ein Produkt des Genderismus, der alle gesellschaftlichen Bereiche, in denen er sich einnistet, nachhaltig zerstört.

Der Zusammenhang von mehr Angestellten und weniger Leistung ist auch in der Medizin vorhanden. Dort erbringen immer mehr Ärzte immer weniger Stunden ärztlicher Versorgung, was abermals der Tatsache geschuldet ist, dass der Anteil weiblicher Ärzte seit Jahren steigt.

Die im Artikel verwendeten Daten entstammen der Fachserie 11 des Statistischen Bundesamtes für die jeweiligen Schuljahre.


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Soziologie in der Schule? Himmel hilf!

Schade. Wirklich schade.

Hätte man uns vor rund 35 Jahren danach gefragt, ob Soziologie ein Fach ist, das in Schulen vermittelt werden und in dessen Grundlagen Lehrer firm sein sollen. Wir hätten vermutlich ja gesagt.

Aber: 35 Jahre später steht uns der kalte Schweiß auf der Stirn, wenn wir Bestrebungen sehen, Soziologie in der Schule als Schulfach und als Grundlage der Lehrerausbildung zu etablieren.

Esser_SoziologieDer Grund für die mittelmäßige Panik, die uns angesichts der Pläne, Soziologie ins schulische Curriculum zu integrieren, erfasst, ist schnell benannt: Die Soziologie hat sich wie die Politikwissenschaft auch zu ihrem Nachteil verändert (British understatement). Beide Fächer waren einst Vorzeigedisziplinen der Sozialwissenschaften. Sie hatten Methode, einen theoretischen Korpus, eine Epistemologie und eine Fragestellung. Studenten der Soziologie und der Politikwissenschaft konnten auf die Frage: „Was ist der Gegenstand der Soziologie?“ bzw. „Was ist der Gegenstand der Politikwissenschaft?“ präzise antworten (naja, zumindest die meisten), manche sogar im Original: „Soziologie (im hier verstandenen Sinne dieses sehr vieldeutig gebrauchten Wortes) soll heißen; eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und in seinen Wirkungen ursächlich erklären will“ (Weber 1972: 1). Im Zentrum der Soziologie stehen somit der Handelnde und die Umstände seines Handelns, die Interkation von Handelnden und der Möglichkeitsraum für Handlungen, wobei von Handeln dann gesprochen werden soll, wenn „und insofern als der oder die Handelnden mit ihm [dem Handeln] einen subjektiven Sinn verbinden“ (Weber, 1972: 1).

Seither ist angeblich alles komplexer geworden. Die Komplexität moderner Gesellschaften, die man immer nur als Nominalkonstruktion, aber nie genau benennen kann, sie hat Einzug gehalten. Unter dem Deckmantel der „Komplexität“ und der späteren Ergänzung der „Vielfalt“ hat sich die Soziologie (und die Politikwissenschaft) weg von einem methodischen Unterfangen und hin zu einem Sammelbecken für Schwätzer aller Art entwickelt. Nicht mehr das soziale Handeln und dessen Erklärung bestimmte nun die soziologische Analyse. Vielmehr wurde alles zu Soziologie, was derjenige, der es aus nicht nachvollziehbaren Gründen auf einen Soziologielehrstuhl geschafft hat, von sich gegeben hat. Weltbetrachtungen, Geschlechtslamentos, Armutsattacken, Rechtsextremismushysterien, Fremdenfeindlichkeitsphobien und grundlegende Ängste vor sozialem Wandel haben vermeintliche Soziologen inkubiert und fest in ihrem Griff. Viele Soziologen sind zu Kämpfern für die Umwelt, Frauen, sozial Benachteiligte, Arme, noch mehr sozial Benachteiligte, Homosexuelle, Ausländer oder sonstige Minderheiten und all diejenigen geworden, von denen die Lehrstuhlbesetzer denken, sie seien sozial unter ihnen angesiedelt. Andere Soziologen sehen ihre Aufgabe eher darin nicht für sondern gegen etwas zu kämpfen: gegen den Kapitalismus, gegen die Bonzen, gegen die AfD, gegen die Globalisierung, gegen Konsum, gegen Autos, gegen Kohlebergbau, gegen die Unterdrückung von Hans Peter Brügel und vieles mehr. Soziologen sind Kämpfer für und gegen, politische Aktivisten und Vorkämpfer für eine bessere Welt, also das, was sie für eine bessere Welt halten, nur eines sind sie mehrheitlich nicht mehr: Wissenschaftler.

Das heißt nicht, dass es nicht noch Soziologen gäbe, die wissen, wie man eine standardisierte Befragung konzipiert, was eine soziale Theorie ist und wer Emil Durkheim war. Aber es heißt, dass die Wissenschaftler unter den Soziologen in die Minderheit geraten sind, fast schon ein Schattendasein führen. In jedem Fall ist das in der öffentlichen Wahrnehmung so, die von den Gelegenheitsschwätzern und Soziologie-Aktivisten geprägt wird, die sich gerne bei Medien andienen.

Deshalb ist es für uns eine Drohung, Soziologie in Schulen zu lehren oder Lehrern beibringen zu wollen. Verstärkt wird diese Drohung noch durch Workshops wie den, der am 9. Juni 2017 im Schader-Forum in Darmstadt stattfinden soll, unter der Überschrift „Soziologie in der Schule?“. Bereits in der Ankündigung findet sich alles, was Wissenschaftlern die Haare zu Berge stehen lässt:

„Heranwachsende stehen vor enormen und vielfältigen Herausforderungen, die der aktuelle soziale Wandel und die Unübersichtlichkeit der modernen Gesellschaften mit sich bringen. Globalisierung, internationale Verflechtungen, Flucht und Migrationsprozesse, regierungspolitischer Steuerungsverlust, Digitalisierung, Unsicherheit, Orientierungsverlust und Ängste, Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Ausländerfeindlichkeit, Homophobie und Extremismus einerseits, Solidarität, Zusammenhalt, Menschenwürde, Teilhabe, Sicherheit, Toleranz, Integration, Inklusion, Diversität und Heterogenität andererseits sind nur einige wenige Begriffe zur Beschreibung der öffentlich ausgetragenen Verhandlungen über derzeitige gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen.“

Einerseits kann man das Geschwätz abkürzen und feststellen: Es gibt eine Umwelt.
Andererseits kann man sich angesichts der Aufzählung dessen, was die veranstaltenden Soziologen als wichtig, für erschreckend oder für schulgegenständlich ansehen, ungefähr vorstellen, worum es im Fach Soziologe gehen soll: Nicht darum, dass Schüler formale Kriterien und Methoden erlernen, die es ihnen erlauben, sich ein begründetes Urteil über einen Gegenstand zu bilden, sondern darum, das Urteil, das andere vorgegeben haben, z.B. im Hinblick darauf, was gerecht, tolerant und solidarisch ist, auswendig zu lernen. Das ist politische Indoktrination auf Grundlage einer für wahr postulierten Heilslehre und hat mit Soziologie überhaupt nichts zu tun.

Und wer noch Zweifel hat, der muss nur weiterlesen:

Soziologie in der Schule„Sowohl in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern wie in der schulischen Vermittlung an die Lernenden geht es darum, gesellschaftliches Deutungs- und Orientierungswissen zu erwerben sowie zum Perspektivenwechsel und zum Umgang mit gesellschaftlicher Komplexität befähigt zu werden. Genau dadurch kann individuelle wie soziale Autonomie im gesellschaftlichen Kontext und auf der Grundlage unserer Grundwerte erworben werden.“

Damit man sich ein Bild von etwas, z.B. von Wahlkampfaussagen der AfD oder der SPD machen kann, benötigt man weder Deutungs- noch Orientierungswissen. Es reicht aus, eine Reihe von analytischen Fähigkeiten mitzubringen, die es ermöglichen, Geschriebenes auf Konsistenz, empirische Relevanz und inhaltliche Kongruenz zu prüfen. Deutungs- und Orientierungswissen ist nur dann notwendig, wenn man sicherstellen will, dass bestimmte Arten, die Welt zu sehen, etwa: „Diversität ist Klasse!“ zur alleinigen Wahrheit erklärt, besser: verklärt werden und jede kritische Auseinandersetzung verunmöglicht werden soll. Indoktrination nennt man das:

„Es wird deutlich, dass Lernende in der modernen Gesellschaft den Umgang mit gesellschaftlicher Komplexität und Vielfalt lernen müssen, die vor allem auch ein Merkmal pluralistischer demokratischer Gesellschaften sind“

That settles it: Die Komplexität, von der vermeintliche Soziologen in nominaler Konstruktion grenzenlos faseln können, die sich jedoch jeglichem Versuch einer konkreten Bestimmung, komplex wie sie nun einmal ist, entzieht, sie wird zum Anlass der Erziehung von „Lernenden“ genommen; zur Begründung dafür, dass Lernende nur eine bestimmte Art und keinerlei Abweichung davon, erlernen sollen, dass sie Inhalte, richtige Inhalte auswendig lernen sollen und eben nicht in die Lage versetzt werden sollen, selbständig und vor allem unabhängig zu denken und sich ein selbständiges und unabhängiges Urteil zu bilden. Wenn man sieht, wie heutige vermeintliche Soziologen zu Volkserziehern und Propheten des Heils geworden sind, das sie unverständlicher Weise für demokratisches Heil halten, dann kann man auf um himmlische Unterstützung hoffen, wenn es darum geht, sie von Schulen so fern wie nur möglich zu halten.

Noch eine diplomatische Katastrophe: Merkel macht dicke Arme

Im Vorfeld des BREXIT werden derzeit Übungen der unterschiedlichsten Art gemacht. Bundeskanzler Merkel zum Beispiel macht dicke Arme und droht denen im Vereinigten Königreich, die sich nach ihrer Meinung Illusionen machen. Eine witzige Idee. Würden sich im Vereinigten Königreich viele Illusionen machen, dann wäre das Land sicher nicht aus der EU ausgetreten.

eu-flagBriten sind eher Realisten. Deshalb sind sie aus der EU ausgetreten, und deshalb hat Theresa May verkündet: No deal is better than a bad deal. Bevor sich die Regierungs des Vereinigten Königreiches über den Tisch ziehen lässt, bleibt man lieber ohne Handelsvertrag mit der EU.

Angela Merkel hat nun gekontert:

„Zum künftigen Verhältnis Großbritanniens zur EU sagte Merkel, ein Drittstaat könne nicht über die gleichen Rechte verfügen wie ein Mitglied. Darüber gebe es in Großbritannien anscheinend noch einige Illusionen. „Das wäre vergeudete Zeit“, betonte die Kanzlerin.“

Was diese wolkige Formulierung genau an Bedeutung trägt, ist zwar unklar, klar ist jedoch, dass sie als Drohung gemeint ist.

Merkel will also ein Hühnchenspiel mit den Briten spielen. Das Hühnchenspiel stammt aus der Spieltheorie und hat seine Eigenart darin, dass dann, wenn beide Spieler den größten Nutzen für sich aus einer Situation ziehen wollen, beide mit dem geringsten Nutzen aus der entsprechenden Situation hervorgehen. Im vorliegenden Fall wäre das: Kein Handelsvertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.

Um ein Hühnchenspiel spielen zu können, muss jedoch eine Bedingung erfüllt sein: Der Einsatz beider Spieler muss derselbe sein. Denn, wenn zum Beispiel ein Spieler ein geringeres Interesse am Ausgang des Spiels hat als der andere, kann er sich gemütlich zurücklehnen und zusehen, wie ersterer sich den Schädel einrennt.

Ein paar Zahlen:
Deutschland hat 2016 Waren und Dienstleistungen im Wert von 86,144 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich importiert. Damit ist das Vereinigte Königreich das drittwichtigste Exportland für Deutschland.

Aus dem Vereinigten Königreich wurden im Jahr 2016 Waren und Dienstleistungen im Wert von 35,625 Milliarden Euro nach Deutschland importiert.

Damit hat Deutschland einen Handelsüberschuss von 50,519 Milliarden Euro mit dem Vereinigten Königreich. Mit keinem anderen Land erwirtschaftet Deutschland einen höheren Außenhandelsüberschuss.

Ein harter Brexit würde Deutschland somit rund 50 Milliarden Euro mehr kosten als das Vereinigte Königreich. Deshalb sollte sich Merkel das mit den dicken Armen und dem Hühnchenspiel noch einmal überlegen. Beides funktioniert nur, wenn nicht einer der Spieler dabei zusehen kann, wie sich der andere in Kamikaze übt und gegen die Wand fährt.

Mobilmachung der Naiven: FAZ macht Wahlwerbung der besonders verlogenen Art

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) will, dass mindestens 80% der Erstwähler zur Wahl gehen. Letztes Mal waren es 64,2%. Das sind der FAZ zu wenig. Deshalb hat man bei der FAZ die Aktion „80 Prozent für Deutschland“ ins Leben gerufen, deshalb und um die Erstwähler als Probeabonnenten für die FAZ zu gewinnen. So eine Zeitung lebt eben nicht von der Wahlwerbung allein.

FAZ 80ProzentUm mindestens 80% Erstwähler an die Wahlurnen zu locken, geben sich die FAZler richtig viel Mühe. Sie versuchen, sich als Experten im Wählen zu gerieren und die möglichen Fragen, die man als Erstwähler so haben kann, zu beantworten. Zum Beispiel die Frage.

Warum ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig?

Die Antwort der FAZ:

Nur wenn möglichst viele Wahlberechtigte abstimmen, repräsentiert der Bundestag auch die gesamte Gesellschaft.

Denn darum geht es in einer Demokratie: Alle Menschen haben das gleiche Recht, gehört zu werden. Dies geschieht über die Wahl des Bundestages. Nur wenn du deine Stimme abgibst, können deine Interessen dort auch vertreten werden.

Das ist nun eine sehr eigenwillige Definition von Repräsentativität, die darauf hinausläuft, dass nur dann, wenn 100% der Wahlberechtigten auch wählen gehen und alle Stimmen gültig sind, der Bundestag die gesamte Gesellschaft repräsentiert. Sind es weniger, dann können die Interessen derer, die nicht gewählt haben, nicht vertreten werden.

Diese naive Sicht von repräsentativer Demokratie, die man als Kaspar Hauser-Demokratie bezeichnen könnte, spottet natürlich jeder Realität. Schon weil Bundestagsabgeordnete nicht die Interessen der Wähler vertreten, sondern bestenfalls die Interessen ihrer Partei, von der sie abhängig sind.

Oder: Wessen Interessen werden mit dem folgenden Gesetzen aus der 18. Legislaturperiode vertreten?

Und so weiter.

politicsInsgesamt wurden in der 18. Legislaturperiode bislang 751 Gesetzentwürfe eingebracht und 447 Gesetze verabschiedet. Alle natürlich im repräsentativen Interesse der repräsentierten Bevölkerung. Offenkundig ist das, was die FAZ Erstwählern erzählen will, grober Unfug, zumal die logische Folge aus der Behauptung, nur die Interessen derer, die wählen gingen, würden im Bundestag berücksichtigt, darin besteht, dass seit der ersten Bundestagswahl zu keinem Zeitpunkt die Bevölkerung durch den Bundestag repräsentiert wurde. Alle Bundestage hätten also mehr oder weniger partikulare Interessen der Klientel der jeweiligen Regierungsparteien vertreten. Und völlig unbeabsichtigt, haben die FAZler hier den Nagel auf den Kopf getroffen.

Tatsächlich werden in Bundestagen immer nur partikulare Interessen berücksichtigt. Nie die Interessen der Gesamtbevölkerung, schon weil das nicht möglich ist. Immerhin gibt es eine Opposition, inner- und außerparlamentarisch. Die Interessengleichschaltung, von der die FAZler den Erstwählern hier vorschwärmen, sie findet also nicht statt.

Es kann auch aus anderen Gründen nicht sein, dass im Bundestag die Interessen derer, die gewählt haben, vertreten werden. Es gibt rund 62 Millionen Wahlberechtigte in Deutschland. Ihnen stehen 630 Abgeordnete gegenüber. Das macht rund 100.000 Wähler mit ihren Interessen pro Abgeordneten. Wollen die FAZler wirklich behaupten, die Interessen von 100.000 Wählern würden durch einen Abgeordneten vertreten?

Schließlich gibt es auch ein logisches Argument, das sich aus dem Fehlschluss der Bejahung des Konsequens ableitet, den die FAZler hier begehen: Es ist durchaus möglich, dass die Interessen von Nichtwählern in Gesetzen, die im Bundestag verabschiedet werden, vertreten werden, z.B. als unbeabsichtigte Folge des Gesetzentwurfs.

In keinem Fall kann man also die Aussage, nur die Interessen dessen, der wähle, würden vertreten, aufrechterhalten. Sie ist schlicht und einfach Quatsch.

Tatsächlich sieht es so aus, dass die Interessen von Einzelnen in der Masse von 62 Millionen Wahlberechtigten untergehen und keine Rolle spielen, dass Abgeordnete in Bundestagen ihre und die Interessen ihrer Partei und manchmal, eher zufällig auch die Interessen mancher Wähler vertreten, zufällig schon deshalb, weil Abgeordnete die Interessen ihrer Wähler in der Regel nicht kennen. Möglicherweise kennen sie die Interessen mancher Wähler, die ihres Spezies zum Beispiel, aber sicher nicht die Interessen der Wähler.

Die FAZler erzählen also vollkommenen Unsinn.

Warum?

Diese Frage kann man auf zwei Arten zu beantworten versuchen.

SPD WahlplakatZum einen, in dem man die Frage nach der Motivation ergänzt. Was macht die FAZ plötzlich so an Erstwählern interessiert? Die Frage kann man transformieren, da die FAZ ein Wirtschaftsunternehmen ist, das auf Gewinn ausgerichtet ist: Was verspricht sich die FAZ von ihrer Erstwähler-Aktion? Sicher versprechen sich die FAZler keine Explosion der Abonnentenzahlen. So naiv sind nicht einmal die FAZler. Und so kommt man bei der Frage an: Wer bezahlt die FAZ dafür, dass sie sich besonders um die Erstwähler bemüht – was ja nicht unbedingt dem Geschäftsmodell einer Tageszeitung entspricht?

Weiß jemand eine Antwort?

Zum anderen kann man auch nach Indizien suchen, die sich auf der 80Prozent-Seite der FAZ verbergen, etwa solche:

„Was passiert bei einer geringen Wahlbeteiligung?

Wenige Stimmen können nur die Meinung derer wiedergeben, die zu den Wahlen gehen. Sind diese Meinungen extrem, scheint es so, als wären sehr viele Menschen in diesem Land der gleichen extremen Ansicht – obwohl das vielleicht gar nicht der Fall ist.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine geringe Wahlbeteiligung die soziale Ungerechtigkeit in einem Staat verstärkt. Das heißt, je weniger Bürger wählen gehen, umso ungerechter geht es in deinem Land zu. Es liegt also an dir, dies durch dein Kreuz auf dem Wahlzettel zu verhindern.“

Abermals wird hier kompletter Unsinn verbreitet. Dass eine geringe Wahlbeteiligung nicht in Extremismus endet, zeigen Kommunalwahlen, bei denen die Wahlbeteiligung in der Regel mindestens 20% unter der Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen liegt. Wer hätte je vom extremistischen Stadtparlament in Wanne Eickel oder Brunsbüttel gehört?

Wissenschaftler haben mit Sicherheit nicht herausgefunden, was die FAZ hier als Kausalität verkaufen will. Ein Wissenschaftler würde nie so weit gehen, die Korrelation, die er im besten Fall zwischen der Höhe der Wahlbeteiligung und der sozialen Gerechtigkeit in einem Land findet, als Kausalität auszugeben. Das machen nur Journalisten, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. FAZler zum Beispiel. Aber soweit kommen wir gar nicht, da es keine uns bekannten Untersuchungen gibt, in denen das herausgefunden worden wäre, was die FAZler hier OHNE QUELLENANGABE behaupten.

Dass es diese Ergebnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gibt, lässt sich schon daraus ableiten, dass es nahezu unmöglich ist, Gerechtigkeit oder soziale Gerechtigkeit so zu operationalisieren, dass man die behaupteten Ergebnisse erzielen kann. Letzteres ist ein ideologisches Konzept und entzieht sich folglich jeder wissenschaftlichen Behandlung. Ersteres ist ein relationales Konzept: Gerechtigkeit gibt es nicht an sich, sondern nur im Bezug auf etwas. Entsprechend müsste man Gerechtigkeit operationalisieren, z.B. als Wahrscheinlichkeit, mit guten Noten eine Grundschulempfehlung für das Gymnasium zu erhalten. Man hätte somit Individualdaten. Das ist noch so eine Eigenschaft von Gerechtigkeit: Es gibt sie nicht nur nicht als absolutes Konzept, es gibt sie auch nur auf der individuellen Ebene. Ein bestimmter Schüler wird Opfer von Ungerechtigkeit. Und nun überlege man, wie es ein Wissenschaftler anstellen soll, die gesammelten Daten der Grundschüler des Jahres 2016/17 dahingehend zu operationalisieren, dass das Ausmaß von Ungerechtigkeit, die sich darin zeigt, dass Schüler mit besseren Leistungen z.B. schlechtere Grundschulempfehlungen erhalten haben als andere Schüler mit schlechteren Leistungen, erfasst werden kann. Möglicherweise gelingt es unserem Wissenschaftler, diese Leistung zu vollbringen. Und dann? Was macht er dann? Die Wahlbeteiligung gibt es auf der Aggregatebene. Sie ist ein kollektives Maß, das mit Gerechtigkeit erst einmal nichts zu tun hat.

Wahlbeteiligung bezieht sich auf alle Wähler, unser Maß für Gerechtigkeit nur auf einen kleinen gesellschaftlichen Bereich. Wollte man beides zusammenbringen, dann müsste man die Hypothese aufstellen, dass Bundestage, deren Abgeordnete von wenigen Wählern gewählt werden, bewusst Gesetze erlassen, um bestimmte Schüler zu schädigen. Um von hier umfassende Aussagen über Gerechtigkeit machen zu können, müsste man das Verfahren, das wir für den Bereich der allgemeinen Schulbildung dargestellt haben, auf alle anderen gesellschaftlichen Bereiche, die für Gerechtigkeit relevant sind, ausdehnen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb gibt es keine wissenschaftliche Arbeit, die das je versucht geschweige denn erreicht hätte.

Die FAZler lügen.

Warum lügen Sie?

Weil Sie Panik vor Extremismus verbreiten wollen. Extremismus meint natürlich die AfD. Die FAZ will Erstwähler, von denen bekannt ist, dass sie vornehmlich CDU/CSU, SPD oder Grüne wählen, zur Wahl motivieren, um die AfD zu verhindern. Wahlhilfe für die SPD oder für die CDU oder die Grünen? Finanziert von einer der Parteistiftungen oder einer der Bundesparteien?

Wahlen haben natürlich nichts damit zu tun, dass man als einzelner Wähler sichern könnte, dass die eigenen Interessen durch die Abgeordneten vertreten werden. Zum einen ist der Gedanke angesichts des Verhältnisses von einem Wähler unter 60 Millionen Wahlberechtigten schlicht lächerlich. Zum anderen ist die Annahme, dass Abgeordnete sich um die Interessen ihrer Wähler kümmerten, sich nur um diese Interessen kümmern würden, ein Mythos, der dazu beitragen soll, die Legitimation des politischen Systems zu beschaffen, um die es bei Wahlen eigentlich geht. Nicht die Einbringung der eigenen Interessen durch Wahl ist Gegenstand von Wahlen, sondern die Legitimation des politischen Systems im Allgemeinen, der Legislative, die der Bundestag darstellt, der Regierung, die von ihm gewählt wird, und letztlich all der Gesetze und Resolutionen, die innerhalb der folgenden Legislaturperiode getroffen bzw. verabschiedet werden. Deshalb ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig, denn je mehr Wahlberechtigte auch zur Wahl gehen für umso mehr Wähler können Parlamentarier und Regierungsmitglieder nachträglich behaupten, sie wären durch sie legitimiert und würden deren Interessen vertreten.

Warum sich die FAZ 80 Prozent bei Erstwählern zum Ziel gesetzt hat, wo die FAZler doch selbst argumentieren, dass ein Bundestag, der nur von 80% gewählt wurde, die Bevölkerung nicht repräsentiert, ist eine Frage. Eine andere Frage ist, wieso die FAZler bei Erstwählern eine Wahlbeteiligung anstreben, die es in keiner anderen Altersgruppe gibt. Wollen Sie den Grundstein dafür legen, dass irgend ein Politiker nach der Wahl behaupten kann, man müsse die Interessen der Erstwähler mehr als die Interessen aller anderen Wähler berücksichtigen, weil die Wahlbeteiligung unter Erstwählern höher gewesen sei, etwa so, wie uns das nach dem BREXIT vorexerziert wurde, als Journalisten in Deutschland sich nicht entblödet haben, davon zu schwadronieren, dass die Mehrheit der Alten, die gegen einen Verbleib in der EU gestimmt hat, angeblich die Zukunft der Jungen verspielt, die mehrheitlich nicht zur Wahl gegangen sind und wenn sie zur Wahl gegangen sind, mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt haben?


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Die Sozialdemokratisierung der AfD – Vom unwissenden Ralf (Stegner)

Ralf Stegner, der auf Twitter so gerne austeilt, hat Probleme damit einzustecken. Ein Phänomen, das oft zu beobachten ist, vor allem dann, wenn die Austeilenden außer verbalen Injurien nichts zu bieten haben, keine Argumente, keine Fakten, keine Begründung. Ralf Stegner ist ein solcher Austeiler.

Er bezeichnet die AfD gerne als rechtsextreme Partei und vergleicht die AfD mit der NSDAP, hat aber keinerlei Ambiguitätstoleranz, wenn andere tun, was er tut, vergleichen, nur eben nicht die AfD, sondern die SPD, mit der AfD, und zwar so, dass es für die SPD unvorteilhaft ist: Die Sozialdemokratisierung der AfD, so titelt die Welt und Stegner ist erregt und gar nicht tolerant. Diese fehlende Ambiguitätstoleranz, die teilt Stegner übrigens, wenn man die Forschung von Wilhelm Heitmeyer ernst nehmen kann, mit Rechtsextremen, die auch gereizt auf alles reagieren, was ihrer Weltsicht nicht entspricht. Man erkennt die Ambiguitätsintoleranten daran, das sie außer Stande sind, Argumente zu antizipieren oder gar zu formulieren.

SPD-Vize Ralf Stegner: Die AfD ist das Gegenteil von sozialdemokratisch – WELT https://t.co/8Nl9fWfhOi

 

Ralf Stegner macht kein einziges Argument. Die WELT hat ihm für seinen Gastbeitrag rund 500 Worte eingeräumt. 500 Worte, knapp zwei Din-A4 Seiten Text, die Stegner dazu nutzen könnte, um zu argumentieren, warum die AfD und die SPD so grundverschieden sind, dass sich jeder Vergleich zwischen beiden verbietet, wie er behauptet.

Wählt_Spartakus_1920QuelleWikipediaNur: Er nutzt die 500 Worte nicht dazu, zu argumentieren, was einfach sein sollte. Denn wären die Unterschiede zwischen der AfD und der SPD so groß, dass man nicht von einer Sozialdemokratisierung der AfD schreiben kann, die Argumente, sie müssten sich nur so aufdrängen. Jede Sparte der Politik, ob Rechts-, Sicherheits-, Bildungs- oder Verteilungspolitik, die Unterschiede sie müssten klar benennbar sein, die Argumente für die Grundverschiedenheit beider Positionen nur so hervor sprießen.

Indes, im Beitrag von Stegner sucht man Argumente vergebens. Stegner übt sich mehr als Spruchbeutel, der versucht, Leser mit Nominalkonstruktionen so zu benebeln, dass sie vor lauter Worten nicht mehr erkennen, dass die vielen Worte keinerlei Sinn tragen. Etwa wenn er schreibt:

USPD 1921“ Für linke Volksparteien wie die SPD gilt, dass Gerechtigkeit Maßstab und Kompass unserer Politik ist. Wir geben auf die realen Probleme der Menschen bei Arbeit, Rente, Familie Gesundheit oder Pflege gerechte und praxistaugliche Antworten“.

Wer aus diesem Absatz etwas entnehmen kann, eine klare Aussage, eine, die sich auf eine konkrete Politik bezieht, vielleicht auch einen Sinn, der möge sich melden. Bis dahin gehen wir davon aus, dass

für ehemalige Volksparteien wie die SPD, die auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit sind, gilt, dass Ergebnisgleichheit Maßstab und Kompass ihrer Politik ist. Sie gehen weder auf die realen Probleme der Menschen bei Arbeit, Rente, Familie Gesundheit oder Pflege ein, noch geben sie gerechte und praxistaugliche Antworten

An Stelle von Argumenten versucht Stegner seine Leser von sich und der SPD dadurch zu überzeugen, dass er Verbalinjurien verbreitet, Expletive, wie wir im UK sagen, weil das Wort Expletives nicht nur die Niedrigkeit des Versuchs, sich mit Beleidigungen eine Vorteil zu verschaffen, beschreibt, sondern auch die soziale Distanz, die zwischen einem selbst und sowas besteht, zum Ausdruck bringt, etwa:

„Unerträgliche Verharmlosung des fremdenfeindlichen …“, „empörender Missgriff“, „Duo infernale“, „perfide ist der Vergleich“, „Hetze gegen Schutzsuchende“, Beatrix von Storch ist zur Nächstenliebe nicht fähig, „völkisch-nationales Gedankengut“…

Gelingt es Stegner nicht, seine Leser mit diesem Appell an eine geteilte Ideologie und deren emotionale Überhöhung zu fangen, dann bleiben von seinen 500 Worten nur noch die oben bereits bebeispielten Leerformeln oder logische Fehler und falsche Behauptungen wie die folgenden:

 

SED DDR

Die einzige bekannte Form von „Zusammenhalt“

“Seit 154 Jahren steht die SPD für Zusammenhalt, sozialen Ausgleich und Völkerverständigung. Die AfD steht für das Gegenteil!“

Zuerst zu den falschen Behauptungen, die alle der Tatsache entspringen, dass Stegner offensichtlich keinerlei Ahnung hat, in welcher Partei er sich eigentlich befindet. 1863, also zu dem Zeitpunkt, in dem Stegner die Gründung der SPD wähnt, gründete sich nicht die SPD, also die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, sondern der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV). 1869 wurde unabhängig vom ADAV die SDAP gegründet, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Das war die erste Partei, die ein „sozialdemokratisch“ im Namen führte. Nur für kurze Zeit, denn 1875 haben sich ADAV und SDAP zur SAP der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands zusammengeschlossen. Der Begriff „Sozialdemokratie“ taucht, als Reaktion auf die Bismarck’schen Sozialistengesetze erst wieder 1890 im Namen der Partei auf, die nun Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt, obwohl das Parteiprogramm weiterhin stramm sozialistisch und kaum demokratisch ausgerichtet war. Vollständig auf dem Boden der Demokratie ist die SPD erst 1959 mit dem Godesberger Programm angekommen. Erst in diesem Programm wurde der Sozialismus und der damit verbundene Umbau der Gesellschaft nach marxistischen Vorstellungen aus dem Programm entfernt. Erst ab 1959 kann man von einer demokratischen, einer sozialdemokratischen Partei sprechen.

Soviel zur Geschichte.
Zurück zum unwissenden Ralf.
Die SPD sei seit 154 Jahren eine Partei des Zusammenhalts.
Wenn die SPD in den Jahren ihres Bestehens etwas war, dann eine Partei der Abspaltungen. Von den unzähligen sozialistischen und kommunistischen Parteien, die aus der SPD hervorgegangen sind, seien nur die folgenden genannt:

  • Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Abspaltung 1916/17);
  • Kommunistische Partei Deutschlands (Gründung 1920, Vorgänger. Spartakusbund seit 1914);
  • Deutsche Arbeiterpartei (Abspaltung 1919/1920);
  • Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (Abspaltung 1931);
  • Demokratische Sozialisten (Abspaltung 1982);
    Usw.

Nichts ist es mit dem Zusammenhalt.

KPD Weimarer republik 2Auch mit der Völkerverständigung ist es nicht so weit her, seit die SPD im Jahre 1914 der Zweiten Internationalen durch ihre Zustimmung zu den deutschen Kriegskrediten im Deutschen Reichstag am 4. August 1914 den Garaus gemacht hat. Vielmehr hat sich die SPD zu diesem Zeitpunkt und nicht nur zu diesem Zeitpunkt, betont national gegeben, fast schon national sozialdemokratisch oder sozialistisch und die Verbindung zwischen „national und sozial gehört“, wie Ralf Stegner selbst schreibt, zum „dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte“ und zum dunkelsten Kapitel des deutschen Sozialismus.

Bleibt die Logik:

“Seit 154 Jahren steht die SPD für Zusammenhalt, sozialen Ausgleich und Völkerverständigung. Die AfD steht für das Gegenteil!“

Wenn die AfD für „das Gegenteil“ steht, dann steht die AfD zwangsläufig und nach der Logik von Stegner seit 154 Jahren für keinen Zusammenhalt, keinen sozialen Ausgleich und keine Völkerverständigung. Das ist offensichtlicher Unsinn, da die AfD erst 2013 gegründet wurde.

Ralf Stegner weiß also schlicht nichts über die Geschichte der Partei, deren Vize-Bundesvorsitzender er ist. Er lebt wohl nach dem Motto, wer den Mund nur weit genug aufreißt, der braucht keine Argumente.

So kann man sich täuschen!

 

Deutsche Polit-Elefanten trampeln in internationalen Porzellanläden

Das Verhältnis zu den USA ist gespannt bis zerrüttet.
Das Verhältnis zu Ungarn ist gereizt.
Das Verhältnis zu Polen ist problematisch.
Das Verhältnis zum Vereinigten Königreich ist … nicht das beste.
Das Verhältnis zu Russland ist nicht vorhanden.

Mit der Türkei herrscht Streit.
Mit Israel herrscht Streit.

250px-1890_bismarcks_ruecktritt

Stellenausschreibung: Lotse gesucht!

Die deutsche Diplomatie zeichnet sich derzeit durch eine komplette Abwesenheit von Fingerspitzengefühl und Intelligenz aus.

Im Wörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“, in dem immer alles ganz einfach und verständlich erklärt wird, wird Diplomatie als „Wahrnehmung von Aufgaben, Interessen durch Beauftragte in den (offiziellen) Beziehungen … verschiedener Staaten zueinander“ beschrieben.

Das sollten auch deutsche Politiker verstehen.

Um z.B. deutsche Interessen in Israel wahrnehmen zu können, ist es notwendig, auf die Empfindlichkeiten der dortigen Regierung zu achten. Denn: Wenn man andere da tritt, wo es besonders weh tut, dann werden sie ungehalten. Benjamin Netanyahu ist empfindlich, wenn er mit Aussagen israelischer Soldaten konfrontiert wird, die allen berichten, was sie wirklich auf palästinensischem Gebiet tun. Er mag es nicht, wenn Videos zeigen, wie ein wehrloser Palästinenser, der am Boden liegt, von einem Soldaten erschossen wird, und er hat seine Probleme, wenn ihm bedeutet wird, dass der illegale Siedlungsbau, den Israel seit Jahren auf Palästinensischem Gebiet betreibt, nun einmal illegal ist.

Das alles musste Siegmar Gabriel wissen.

Dennoch hat er sich mit den israelischen Organisationen getroffen, die für die oben berichtete Missstimmung von Netanyahu verantwortlich sind. Und Netanyahu hat aus Rache das Treffen mit Gabriel platzen lassen.

So ist das, wenn zwei, die nicht über die eigene Schuhspitze hinaus blicken können, aufeinander treffen.

Womit wir wieder bei Diplomatie angekommen sind.
Diplomatie ist zunächst ein formales Unterfangen, kein inhaltliches. So sehr Gabriel oder wir auch der Ansicht sind, es sei wichtig, die Organisationen, die Frieden auch für Palästinenser erreichen wollen, aufzuwerten, so wenig können diese Organisationen im Rahmen von Diplomatie eine Rolle spielen. Weil Netanyahu empfindlich ist.

Gabriel StinkefingerWill man etwas bei ihm erreichen, muss man geschickt und intelligent vorgehen, nicht wie der Elefant im Porzellanladen. Um das zu verstehen, muss sich Gabriel nur vorstellen, der russische Außenminister würde sich mit Vertretern von Pegida und der AfD treffen, um das Augenmerk darauf zu richten, dass in Deutschland die Meinungsfreiheit und die demokratischen Grundwerte nichts mehr gelten.

Gabriel würde sich sicher nicht darüber freuen – wäre irritiert – würde sich ärgern …

So geht es Netanyahu. Und wer sich ärgert und sich in einer Position der Stärke oder Überlegenheit wähnt, der wird den, über den er sich ärgert, wissen lassen, dass er sich ärgert. Ihn entsprechend vor den Kopf stoßen, ihn brüskieren. So, wie Netanyahu das mit Gabriel gemacht hat.

Damit hat die deutsche Außenpolitik das nächste Fiasko erlebt, abermals zur Schau gestellt, dass Laiendarsteller Politik und Diplomatie üben wollen.

Wenn zwei mit Sendungsbewusstsein aufeinander treffen, dann bleibt die Rationalität auf der Strecke. Sendungsbewusstsein zeichnet sich dadurch aus, dass der, der es hat, meint, er habe die moralische Weisheit mit Löffeln gefressen, sei auch ansonsten im Besitz der Wahrheit und könne auf dieser Grundlage durch die Welt gehen und andere brüskieren. Wenn zwei mit Sendungsbewusstsein aufeinander treffen, sitzt der am längeren Hebel, der sich in einer Position der Stärke befindet.

Insofern zeigt die Abfuhr, die Netanyahu Gabriel erteilt hat, dass Ersterer denkt, er sei in der besseren Position als Letzterer, was angesichts der historischen Schuld, die man immer als Faustpfand einsetzen kann, um jedes Argument zu töten, sicher zutrifft. Und die Abfuhr zeigt, wo sich die deutsche Diplomatie international wirklich befindet: Auf einer Lachplatte.

Am 8. März 2017  hat sich übrigens Boris Johnson u.a. mit Peace Now, einer der vier Organisationen, die Netanyahu nicht mag, und mit Netanyahu getroffen.

Es ist eben alles eine Frage der Diplomatie!

Münchner Soziologe will, dass Staat Konsum verbietet

Da sitzen wir gemütlich in unserem Office. Genießen unseren Kaffee, den von Nescafé, diesen genialen Dolce Gusto in den Kaffeekapseln, genießen unsere Aussicht auf die Black Mountains und die Brecon Beacons und lesen ein paar Texte, die sich bei uns eingefunden haben, und dann das:

Dolce Gusto Mocha

Der Favorit von Dr. Diefenbach… (also bei Kaffee!)

[Aus dem Interview von „Jetzt.de“ mit Stephan Lessenich]: „Es geht uns zu gut. Wir produzieren und konsumieren Dinge, die kein Schwein braucht. Nehmen Sie Kaffeekapseln. Die kannte bis vor zehn Jahren keiner. Es wusste niemand, dass er sie braucht. Jetzt verkauft allein Nestlé davon rund drei Milliarden im Jahr. Purer Luxus. Auch wenn wir zwei besonders privilegiert sind und viele Menschen in Deutschland nicht im Überfluss leben: Uns als Gesellschaft geht es zu gut.“

Stephan Lessenich, Direktor der Instituts für Soziologie an der LMU in München, den viele außerhalb von Attac bis eben vielleicht noch nicht kannten, von dem sie nichts wussten, er hat eine W3-Professur, lebt auf Kosten der Steuerzahler, purer Luxus ist er, und er will uns das Trinken von Dolce Gusto verbieten.

Warum?

Stephan Lessenich: “Die Kaffeekapseln oder besser der Abbau von Bauxit, der für das Aluminium benötigt wird, zerstört zum Beispiel in Brasilien die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Unser Kaffeeglück ist deren Unglück. Sie merken: Wir leben nicht über unsere Verhältnisse. Sondern über die von anderen.”

Weil wir Kaffee trinken, deshalb sind in Brasilien die Menschen unglücklich, und weil in Brasilien die Menschen unglücklich sind, weil sie nämlich Geld verdienen, mit dem Abbau von Bauxit, das sie wiederum als drittgrößte Exportnation von Bauxit auf dem Weltmarkt verkaufen können, deshalb leben wir gerade über die Verhältnisse von anderen. Verrückte Welt.

Unser Dolce Gusto kommt übrigens aus dem UK, aus Tutbury und das Bauxit aus Australien. …

Dennoch: Wir leben über die Verhältnisse anderer, wie der Soziologe Lessenich aus München erkannt hat und deshalb will er, dass der Staat eingreift und uns alles verbietet, was Lessenich für sinnlosen Konsum hält.

Und was hält der Herr Lessenich für sinnlosen Konsum? Konsum, der nach den 1970er Jahren eingeführt wurde, denn:

Dolce Gusto De LonghiStephan Lessenich: “ Es gibt für jeden Verhaltensänderungen, die er ohne Einschränkung seiner Lebensqualität anstreben könnte. Bei mir ist es die Mobilität: Ich besitze kein Auto. Ich ¬fliege nie innerhalb von Europa. Trotzdem lebe ich nicht im Mittelalter, sondern eben eher so um 1970. Und das ist völlig okay.”

Okay. Jetzt geht bitte jeder von Euch durch seinen Kühlschrank, seine Schränke und seine Wohnung und entfernt alles, was Konsum von Produkten darstellt, die nach 1970er Jahren entwickelt wurden. Nicht dass wir noch auf Kosten der Menschen in Brasilien leben. Das wollen wir nicht. Indes, ohne Auto braucht man ein Fahrrad. Fährt Lessenich Fahrrad? Hat ihn schon jemand Fahrrad fahren gesehen. Bitte melden. Fahrräder bestehen aus Aluminium.

ALUMINIUM!

BAUXIT!!

Arme Menschen in Brasilien!!!

So geht das nicht, Herr Lessenich!!!!

Wir trinken jetzt erst einmal einen noch einen „Grande“ und genießen wieder die Aussicht und erinnern uns an die Zeit, als Soziologen noch etwas anderes zu sagen hatten, als „Du sollst nicht ..:“ Als Soziologen noch Wissenschaftler und nicht Wanderprediger waren, als sie damit leben konnten, dass andere anders leben und nicht das Heil des richtigen Lebens verkünden wollten, als sie im Staat noch den, den es zu kontrollieren gilt, gesehen haben, nicht den Pater Familias, den der kleine Soziologe zur Hilfe ruft, damit er diejenigen kontrolliert und überwacht, die dem kleinen Soziologen nicht in den Kram passen, sich falsch verhalten, wie er meint.

Wir leben in absurden Zeiten, Zeiten, in denen wir Personen finanzieren, die sich an Universitäten einnisten um denen, die einer geregelten Arbeit nachgehen, zu erzählen, dass sie falsch leben, auf Kosten anderer. Derartige Personen sind der reine Luxus und es hat sie in den 1970er Jahren auch noch nicht in dem Ausmaß gegeben. Wir sollten darüber nachdenken, zumindest diesen Luxus zu beenden. Einmal ehrlich, wenn Lessenich nicht mehr an der LMU-München beschäftigt ist: Würden Sie einen Unterschied merken?

Dolce Gusto Grande

Michael Klein: „Der Mann von Welt gibt sich nicht mit weniger als „Grande“ zufrieden.“

Eben.
Darauf einen Grande!

Es ist erschreckend und in hohem Maße absurd, dass Soziologen wie Lessenich heute Trivialitäten als Erkenntnis verkaufen und damit predigen gehen. Ressourcen sind endlich. Das wussten bereits die Alten in Babylon. Für die meisten Ressourcen gilt: Wenn ich sie konsumiere, dann sind sie weg. Du kannst sie nicht mehr konsumieren. Auch das wussten die Alten in Babylon bereits. Nur haben die Alten in Babylon diese triviale Erkenntnis nicht zum Anlass genommen um tausende von Tontafeln mit dieser Trivialität vollzuritzen. Das wäre für die alten Babylonier ein Luxus gewesen, der sich nicht rechtfertigen lässt, denn diese Trivialitäten sind jedem bekannt. Gut für Lessenich, dass Papier geduldiger ist als Tontafeln.

Ganz unten: Fachhochschule Frankfurt wird für politische Propaganda missbraucht

Gestern sind sie für die Wissenschaft marschiert. Heute hat sie der universitäre Alltag wieder – Der universitäre Alltag, der sich an der Fachhochschule Frankfurt nicht als Wissenschaft, sondern als Propaganda darstellt.

ffmas propaganda flyer 1„Besorgt.konservativ.rechts“, so lautet der Titel einer großspurig als „interdisziplinäre Tagung“ bezeichneten Veranstaltung, deren Ziel darin besteht, sich – interdisziplinär – mit „neueren rechten Hegemoniebestrebungen“ auseinander zu setzen. Hier kann man den Flyer zur Veranstaltung bereits aus der Hand legen, denn mit Wissenschaft hat das Ganze nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um offene Propaganda, deren Ziel darin besteht, den Status auszunutzen, den Universitäten und Fachhochschulen als Orte, an denen dem Gerücht nach Bildung vermittelt und Wissen gesammelt wird, nach wie vor haben. Allerdings arbeiten Fachhochschulen wie die in Frankfurt, die sich hochtrabend als „University of Applied Science“ bezeichnen, massiv daran, den Rest an Glaubwürdigkeit und Status, auf den Sozialwissenschaften noch vertrauen können, zu beseitigen, und zwar restlos.

Dazu tragen eine Vielzahl von Eigentümlichkeiten, Fehlern und Lügen bei, die die „interdisziplinäre Tagung“ auszeichnen.

Beginnen wir bei der Zielsetzung:

“Die Tagung hat das Ziel über ‚Neue Rechte‘ zu informieren und den Menschen Gehör zu verschaffen, die von den Aktivitäten der ‚Neuen Rechten‘ betroffen sind, um daraus Handlungsperspektiven für Politik, Zivilgesellschaft und die Soziale Arbeit zu entwickeln sowie Möglichkeiten einer breiten gesellschaftlichen Widersetzung aufzuzeigen“.

Wer einen solchen Text fabriziert, der hat nicht einmal an Fachhochschulen etwas verloren. Auch Fachhochschulen sind kein Ort, an dem die moralische Erregtheit darüber, dass es Menschen gibt, die andere Einstellungen haben als man selbst, ausgelebt werden kann – auf Kosten der Steuerzahler. Selbst an Fachhochschulen geht es darum, Wissen zu vermitteln und nicht darum, sich als Büttel politischer Interessen zu verdingen, politischer Interessen wie sie die Hans Böckler Stiftung, der Anhang des DGB oder die Rosa-Luxemburg Stiftung als Steuergelderappropriationsvehikel der LINKEN zweifellos haben. Beide finanzieren die Veranstaltung an der Fachhochschule Frankfurt, die sich mit der Neuen Rechten beschäftigt.

Schließlich sind nicht einmal Fachhochschule, obwohl sie praktisch ausgerichtet sind, Orte der politischen Agitation, an denen die Ideologie derer verabreicht wird, die einem gerade finanzieren oder deren Wasserträger man ist. Selbst Fachhochschulen vermitteln Methoden, die zur Gewinnung von Erkenntnis gebraucht werden. Politische Agitation und Propaganda wie sie am 6. und 7. Mai auf dieser „interdisziplinären Tagung“ veranstaltet werden, gehören nicht dazu.

Der Gegenstand der Veranstaltung hat übrigens mit der Neuen Rechten nichts zu tun. „Neue Rechte“ ist ein geschützter politikwissenschaftlicher Begriff, der die politischen Gruppierungen umschreibt, die in den 1980er und 1990er Jahren unter der Anleitung von Alain de Benoist als Nouvelle Droite entstanden sind. In Deutschland waren dies die Republikaner. Das wissen natürlich all diejenigen nicht, die sich heute moralisch dadurch auszeichnen wollen, dass sie in das irre Geheul gegen die Rechten einstimmen. Sie denken, die Neue Rechte dringe durch „neoliberale Forderung in Politik und Gesellschaft und die Felder Sozialer Arbeit“ ein. Ein völliger Unsinn. Wer jemals gelesen hat, was die Programmatik Neuer Rechter Parteien umfasst, der findet dort einen nationalen Sozialismus, der sich in krassem Gegensatz zum Neoliberalismus befindet.

Die Nouvelle Droite von de Benoist ist eine Bewegung, die konservativen Werten verpflichtet ist, sich gegen Globalisierung und den Neo-Liberalismus wendet, der immer als Feindbild herhalten muss, wenn Rechte oder Linke eines brauchen, und  freie Märkte am liebsten abschaffen würde. Die Neue Rechte hat soviel mit Rechtsextremismus zu tun wie die Amadeu-Antonio-Stiftung mit Demokratie – nämlich nichts.

Politikwissenschaftliche Konzepte wie „Neue Rechte“ wurden eingeführt, um ein ideologisches Feld, mit dem sich Politikwissenschaftler beschäftigen, zu ordnen, sie wurden nicht eingeführt, damit ideologische Legastheniker sich ihrer bemächtigen, sie durcheinander werfen und für ihre ideologischen Zwecke missbrauchen, die in der Denunziation von allem und jedem, was nicht ist wie sie selbst, also im Ausleben ihrer ideologischen Xenophobie und Egomanie bestehen.

Aber das weiß man an der Fachhochschule Frankfurt nicht, was der Tatsache geschuldet sein kann, dass man am Fachbereich 4 „Soziale Arbeit und Gesundheit“ der Ansicht ist, man müsse „Optionen des konstruktiven Entgegenarbeitens“ gegen die „Aktivitäten der Neuen Rechten“ erkunden. Die Schuster der Sozialen Arbeit sollten bei ihren Leisten bleiben. Vielleicht verstehen sie etwas von Sozialer Arbeit, von Politikwissenschaft verstehen sie offensichtlich überhaupt nichts. Und wenn man am Fachbereich 4 der „University of Applied Science“ in Frankfurt gerne gegen die, die man rechts wähnt, agitieren will, dann bitte konsequent: Stelle kündigen und bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung bewerben und dort das Steuergeld, das andere durch Arbeit verdienen, verprassen.

Möglicherweise will der Organisator ob dieser Fehler und Peinlichkeiten ungenannt bleiben. Ein Novum seit es die Verantwortlichkeit im Sinne des Presserechts gibt. Vielleicht haben auch Aussagen wie die folgende, die sich in der Pressemitteilung findet, damit zu tun, dass der Veranstalter lieber in Anonymität verharrt:

“Keynote-Speaker sind Andreas Kemper, Experte für Klassendiskriminierung an der Universität Münster, und Prof. Dr. Elisabeth Tuider, Fachgebiet Soziologie der Diversität an der Universität Kassel.“

Das einzige, was über den „Experten für Klassendiskriminierung an der Universität Münster“, Andreas Kemper, aka Schwarze Feder, bekannt ist, ist seine eMail-Adresse. Ansonsten scheint die Universität hier ihren Experten nicht mit einem Dienstraum oder gar einer Dienstanschrift zu bedenken. Nicht einmal Kemper weiß etwas von seinem Expertenstatus an der Universität Münster. Auf seiner Homepage schreibt er:

“Zur Zeit bin ich an der Uni Münster noch eingeschrieben, da ich am Institut für Soziologie meine Dissertation verfasse. Das Thema ist Klassismus. Begriff und Gegenstand. Neben meiner Promotion versuche ich Working Class/ Poverty Class Academics zu organisieren. Hierzu habe ich mittlerweile eine Reihe von Tagungen organisiert, das Magazin/ Blog The Diswasher gegründet. 2011 organisierte ich die 15. WCPCA-Conference, die erstmals in Deutschland stattfand, wodurch sich hier ein deutschsprachiger Ableger der WCPCA gründete.“

Die Aussage „zur Zeit“ ist wohl ancient history und bezieht sich auf die Jahre vor 2011. Ob von der Einschreibung mehr als die eMail-Adresse geblieben ist, ist uns nicht bekannt. Bekannt sind dagegen Kemper und Elisabeth Tuider. Man hat sich zusammengefunden, um die „AfD und ihr Verhältnis zu Geschlecht“ kontrovers in Sexualpädagogik zu diskutieren. Und so fügt sich dann ein Keynote-Speaker zum nächsten. Elisabeth Tuider aus Kassel hat damit Aufmerksamkeit erregt, dass sie Kinder bereits in Grundschulalter mit diversen sexuellen Techniken vertraut machen will. Es ist offensichtlich in Deutschland nicht nur möglich, die eigene sexuelle Obsession oder Deprivation zum Gegenstand der Lehre an Hochschulen zu machen, es ist auch möglich, angebliche Experten zu finden, die die AfD für eine Neue Rechte Partei halten.

Warum auch nicht?
ffmas propaganda flyer 2Wissenschaftliche Konzepte wurden eben eingeführt, damit jeder damit anstellen kann, was er gerade beliebt. Schließlich leben wir in einem subjektiven Zeitalter und wenn Kemper für Nicola Veith von der Pressestelle der Fachhochschule Frankfurt ein „Experte für Klassendiskriminierung an der Universität Münster“ ist, dann ist er das eben. Dass man in Münster nichts davon weiß, ist deren subjektiver Sicht der Dinge geschuldet. Und warum soll man nicht Tuider in Frankfurt auf der interdisziplinären Tagung, die von der Rosa-Luxemburg Stiftung der Linken, die vollständig von Steuergeldern lebt, und der Böckler-Stiftung des DGB finanziert wird, darüber sprechen lassen, wie sie ganz furchtbar zum Opfer derjenigen geworden ist, die eine „Re-Normierung von Familie und Verwandtschaft, Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität“ wollen und ihre „Sexualität der Vielfalt“ ablehnen. Es waren natürlich auch im Fall von Tuider Neue Rechte, die es nicht mit ansehen wollten, dass ihre Kinder im Unterricht Sexualpraktiken erlernen und zu Versuchskarnickel für die Reich-Schülerin Tuider werden. Reich, für alle, die ihn nicht kennen, ist der Erfinder oder Finder oder Entdecker des Orgon, jener Lebenskraft des Orgasmus, die er mit speziell entwickelten Apparaturen einfangen wollte.

Mit Wissenschaft hat das alles nichts zu tun (Das kann man nicht oft genug feststellen).

Vielleicht ist es ja auch kein Zufall, dass in Frankfurt oder Berlin ein Marsch für die Wissenschaft veranstaltet wurde. Marschiert sind Linke wie Rechte immer gerne, hinter Fahnen und mit geschlossenen Reihen und dabei haben sie alles niedergetrampelt, was sich ihnen in den Weg gestellt hat. Die institutionalisierte Wissenschaft zum Beispiel, die am 6. und 7. Mai in Frankfurt einmal mehr in ihrer missbrauchten und traurigsten Gestalt zu bemitleiden ist.


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