Junk-Umfrage: PronovaBKK, Flüchtlingskinder integrieren, repräsentativ natürlich

Komm‘ wir machen eine Umfrage.

Zutaten:

  • Geld,
  • ein paar Fragen
  • ein paar Befragte, am besten so um die 1000.

Besondere Kenntnisse:

  • Keine.

Einfach auszählen. Fertig ist die repräsentative Umfrage.

Dieses Mal stammt der Umfrage-Junk aus Ludwigshafen von der PronovaBKK, die von sich sagt, sie stelle „das Mehr“ an Leistung bereit, das sie zu einer besonderen Krankenkasse mache. Möglicherweise gibt es bei der PronovaBKK Personen, die Kompetenzen im Hinblick auf die Krankenversicherung aufweisen. Personen, die Kompetenzen im Hinblick auf empirische Sozialforschung haben, gibt es dort anscheinend nicht.

Das belegt die UmfrageJunge Familien 2017“. 1000 Bundesbürger mit jeweils einem Kind wurden für diese Umfrage „repräsentativ online befragt“. Wenn man „repräsentativ befragt“, dann kommen natürlich repräsentative Stichproben dabei heraus, die zu repräsentativen Ergebnissen führen. Prüfung unnötig, die Absicht macht die Repräsentativität.

Indes, wenn die Menschen bei der PronovaBKK das Nomen „Repräsentativität“ bzw. das Adjektiv „repräsentativ“ nicht benutzen würden, wie eine Essensbeilage, einen Chateau Rülps 2017, den man halt zum Essen trinkt, wenn sie auch nur entfernt eine Vorstellung davon hätten, was Repräsentativität bedeutet, dann wäre ihnen vielleicht aufgefallen (man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben), dass ihre Stichprobe, in der 30% männliche und 70% weibliche Befragte erfasst wurden, schon deshalb nicht repräsentativ sein kann, weil selbst an Familien mit Kind immer noch in der Mehrzahl Männer und Frauen in gleicher Zahl beteiligt sind. Man würde also eine ungefähre Gleichverteilung der Befragten nach Geschlecht erwarten.

Repräsentativität, das nur nebenbei bemerkt, ist Ergebnis einer Zufallsauswahl, die dadurch definiert ist, dass jedes Element der Grundgesamtheit die gleiche Chance hat, in die Stichprobe zu gelangen, das wiederum ist eine Forderung, der mit herkömmlichen Mitteln der Sozialforschung kaum zu genügen ist. Repräsentativität ist zumeist ein Mythos, der von interessierter Seite gepflegt wird.

Die nicht-repräsentativen Ergebnisse der „repräsentativen Befragung“ leiden zudem darunter, dass die Fragen, die gestellt wurden, mit allerlei methodischen Fehlern versehen sind.

Zwei Beispiele:

“Die Flüchtlingskinder sollten, bevor sie in KITA und Schule integriert werden, die Möglichkeit bekommen, einen Sprachkurs zu machen.

Die Flüchtlingskinder sollten so schnell wie möglich in den Alltag von KITA und Schule integriert werden, damit sie sich besser einleben.”

Beide Aussagen sind typische Zustimmungsitems. Was erwartet man auf Fragen nach einem „Sollten“?

Kriminelle sollten so schnell wie möglich abgeurteilt werden.

  • Zustimmung garantiert.

Wer unschuldig in Not gerät, dem sollte geholfen werden.

  • Fast 100% Zustimmung sicher.

Begabte Jungs sollten so früh wie möglich mit dem Fussballtraining beginnen, damit sie sich besser entwickeln können.

  • Kaum einer, der nicht zustimmt – außer ein paar versprengten, gehässig-verhärmten Feministen.

Nach einem Schienbeinbruch sollten die Verletzten so schnell wie möglich mit der Belastung des Beines beginnen, um den Heilungsprozess zu befördern.

  • Wer stimmt nicht zu?

Was in allen Fällen gemessen wird, ist die Bereitschaft von Befragten, anderen keine Steine in den Weg zu legen. Deshalb wird man mit solchen Fragen immer positive Ergebnisse produzieren. Das Ziel von Befragungen besteht aber in der Regel nicht darin, sich zu beweisen, dass man Befragte zur Zustimmung bewegen kann, es sei denn man beabsichtigt, Ergebnisse zu manipulieren. Das Ziel von Befragungen besteht darin, Informationen z.B. über Einstellungen von Befragten zu gewinnen. Wenn man die Einstellung zu Flüchtlingskindern mit Blick auf deren Integration in Schulen messen will, dann darf man deshalb keine Fragen stellen, die die Zustimmung geradezu herausfordern – sofern man die Ergebnisse nicht manipulieren will.

Vielmehr muss man der Tatsache Rechnung tragen, dass sich eine Einstellung aus drei Dimensionen zusammensetzt, einer kognitiven, einer affektiven und einer konnativenm etwa so:

  • Gibt es in der Schule ihres Kindes Flüchtlingskinder?
  • Gibt es in der Schule ihres Kindes Probleme mit der Integration von Flüchtlingskindern?
  • Sehen Sie in der Integration von Flüchtlingskindern in Schulen eine wichtige Aufgabe?
  • Sind Sie der Ansicht, dass die Integration von Flüchtlingskindern Vorrang vor anderen schulischen Aufgaben hat?
  • Sind Sie der Ansicht, dass die Integration von Flüchtlingskindern auch zu Lasten der Kinder gehen darf, die sich bereits in den Klassen befinden?
  • Wie stehen Sie der Integration von Flüchtlingskindern in die Klasse ihres Kindes gegenüber?
  • Und so weiter.

Auf diese Weise kann man tatsächlich Informationen darüber gewinnen, welche Einstellung Eltern zu Flüchtlingskindern haben – wenn man an Informationen interessiert ist. Bei der pronovaBKK scheint man nicht an Informationen, sondern an Zustimmung interessiert zu sein, was die Frage aufwirft, warum unbedingt eine Zustimmung zur Integration von Flüchtlingskindern produziert werden soll.

In der Pressemeldung ist aus dem Konjunktiv der Frage „sollten so schnell wie möglich“ der Indikativ geworden: „Eltern plädieren für eine schnelle Integration“ und „74 Prozent der Befragten wünschen, dass“. Das beantwortet unsere Frage von oben zunächst einmal.

Das war übrigens ein repräsentativer ScienceFiles-Beitrag.
Nein – wirklich!

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Linke Gesinnung: Analyse einer anti-säkularen Bewegung

Wie kommt es eigentlich dazu, dass Begriffe wie “rechts” oder “rechte Gesinnung” im öffentlichen Diskurs eine negative Konnotation angenommen haben, so sehr, dass sich nicht einmal die CDU traut, etwas anderes als linke Politik auch nur zu denken?

Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig, und sie beginnt bei der Frage, was eigentlich die linke Gesinnung ist, jene als vornehm präsentierte Gesinnung, die der Mensch von Welt haben muss, damit er zu den vermeintlich Besseren unter den Menschen gehört.

Wir haben im Folgenden die linke Gesinnung einer Analyse unterzogen.

Linke Gesinnung umfasst – wie man im Nachgang der Diskussion um den G20 wieder lesen kann und wie man es im Zuge des Versuchs, Linke als zur Gewalt unfähige a-normale Menschen darzustellen wieder sehen kann – zwei zentrale Konzepte: Freiheit und Emanzipation.

Über Freiheit, wie sie Linken vorschwebt, diskutieren wir als Liberale nicht. Denn wenn Linke von Freiheit sprechen, dann meinen Sie nicht Freiheit, sondern Abhängigkeit. Freiheit setzt Eigenverantwortung und die Möglichkeit, ein Leben nach eigener Wahl frei zu gestalten, voraus. Linke Politik strebt danach, Menschen durch Umverteilung die Möglichkeit zu einem Leben nach eigern Wahl zu nehmen: Dadurch, dass denen, die produktiv sind, wichtige (finanzielle) Mittel genommen werden, die für ein freies und eigenverantwortliches Leben notwendig sind, einmal dadurch, dass denjenigen, die an der produktiven Arbeit anderer durch Umverteilung nutznießen, die Motivation zu einem eigenverantwortlichen Leben genommen wird, sie in eine zombihafte Form der Abhängigkeit von staatlichen Zahlungen gebracht werden.

Bleibt Emanzipation.
Emanzipation wird von Linken gewöhnlich in Solidarität, die notwendig ist, um „Benachteiligten“ zu helfen und Gleichstellung, die notwendig ist, um gesellschaftliche Ressourcen vermeintlich gleich zu verteilen, unterschieden.

Mit dem linken Verständnis von Solidarität sind wir schnell am Ende, denn das Konzept dient einzig und allein dazu, moralischen Druck auszuüben bzw. staatlicher Umverteilung eine moralische Legitimation zu verschaffen. In beiden Fällen besteht Solidarität für Linke darin, von produktiven Gesellschaftsmitgliedern zu nehmen und an unproduktive Gesellschaftsmitglieder zu verteilen.

Es bleibt die “Gleichstellung”.
Sie richtet sich auf das, was man die drei Monolithe linker Politik bezeichnen kann:

  • “Gleichstellung von Frauen” mit Männern
  • “Gleichstellung von Homosexuellen” und Sexuellen aller Art und Einbildung mit Heterosexuellen
  • “Gleichstellung von Flüchtlingen” mit der autochthonen Bevölkerung

Frauen

Um die Diskussion des Komplexes „Gleichstellung von Frauen“ vor dem richtigen historischen Hintergrund zu führen, ist es sinnvoll sich zu vergegenwärtigen, dass das, was heute linke Partei sein will, seine Anfänge in der Arbeiterbewegung sieht, reklamiert, auf den Zielen der Arbeiterbewegung aufzubauen.

Nun war z.B. die SPD als größte linke Partei zu keinem Zeitpunkt eine Arbeiterpartei. Sie hatte zu keinem Zeitpunkt einer Mehrheit von Wählern unter den Arbeitern, und der Anteil der Arbeiter unter den Wählern ist aktuellen Ergebnisse zufolge auf rund 12% geschrumpft. Dass die SPD auch programmtisch so weit von einer Arbeiterbewegung entfernt ist, wie die AfD von einer zwei-Drittel Mehrheit im Bundestag zeigt sich, wenn man die grundlegende Programmatik der Arbeiterbewegung zur Hand nimmt. Ziel der Arbeiterbewegung war es nämlich vornehmlich für diejenigen, die produktiv tätig waren, die Produktivkräfte wie sie Marx genannt hat, einen gerechten Anteil am Ertrag aus ihrer Arbeit zu erzielen. Ein gerechter Anteil an einem Ertrag setzt voraus, dass eine Leistung erbracht wurde, die diesen Ertrag erst möglich gemacht hat.

Die heutige SPD setzt sich vor allem für “Gleichstellung von Frauen” ein. Dabei geht es jedoch nicht, wie in der Arbeiterbewegung darum, eine gerechte Beteiligung am Ertrag von Arbeit zu erzielen, sondern darum, eine von der Leistung unabhängige gleiche Verteilung des Ertrags durchzusetzen. Die SPD könnte nicht weiter von der Arbeiterbewegung entfernt sein. Marx hat nicht zufällig vom Lumpenproletariat gesprochen, um diejenigen zu beschreiben, die am Ertrag  partizipieren wollen, ohne eine entsprechende Leistung erbracht zu haben. Um zu verwischen, dass es bei der “Gleichstellung von Frauen”, worunter nicht alle Frauen fallen, sondern nur die Frauen aus der Mittelschicht, die die Klientel der SPD bilden, nicht um Gerechtigkeit geht, weil die Beteiligung am Ertrag aufgrund von Geschlecht und nicht aufgrund von Leistung erfolgen soll, sind eine Reihe von Mythen notwendig, die legitimieren sollen, dass Personen verlangen, obwohl sie weniger leisten, doch in gleicher Weise am Ertrag beteiligt zu werden. Diese Mythen, die Kern der linken Gesinnung sind, spiegeln sich in Konzepten wie dem Gender Pay Gap oder dem Streben nach Pöstchen in weitgehend leistungsfreien Gremien von Unternehmen wider, und sie finden ihren Niederschlag in der generellen Behauptung, Frauen würden diskriminiert. Auf diese Weise soll eine gesellschaftliche Erzählung etabliert werden, die von der Tatsache ablenkt, dass ein Anschlag auf die Gerechtigkeit ausgeführt wird, in dessen Verlauf eine Bevölkerungsgruppe ohne entsprechende Leistung erbracht zu haben, mit einer anderen Bevölkerungsgruppe, die die entsprechende Leistung erbracht hat, gleichgestellt wird.

Die SPD und mit ihr die linke Gesinnung ist also nicht an Gerechtigkeit interessiert, sondern an Bevorteilung und daran, die Produktivkräfte ungerecht zu behandelt, sie nicht mehr in angemessener Weise an ihrem Beitrag zum Ertrag einer Gesellschaft zu beteiligen. Die linke Gesinnung ist hier in das Gegenteil der Ziele der Arbeiterbewegung umgeschlagen.

Homosexualität

Die Fixierung linker Gesinnung mit Sexualität zu erklären, ist schon schwieriger. Jenseits von sozialdarwinistischen Thesen, wie sie sich bei August Bebel finden, ist ein Hang zu sexueller Fixierung nur von den Nazis bekannt. Offenkundig hat für Rest-68er und geistig in den 1968er Jahren Verharrte Sexualität eine besondere Bedeutung. Sie ist nicht wie für normale Menschen etwas, was man hat oder auslebt, etwas, das nicht weiter der Betonung wert ist, sie ist gerade das Gegenteil, sie ist nicht normal, muss ständig betont und am besten noch inszeniert werden.

Man stelle sich vor, Heterosexuelle würden mit einem Tamtam ihre Sexualität inszenieren, wie dies Homosexuelle in Berlin tun, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie a-normal das beschriebene Verhalten ist. Die Bedeutung für linke Gesinnung gewinnt das sexuell a-Normale (a-normal, weil die Mehrheit der Bevölkerung eben nicht homosexuell ist) auf zwei Wegen: Man kann sich der nicht-Heterosexuellen bedienen, sie als Mittel benutzen, um die eigene Fortschrittlichkeit zu inszenieren, ganz so, als wäre die Fixierung auf die Sexualität nicht vielmehr ein Rückschritt in die orale Phase, wie Freud sie genannt hat. Und man kann Homosexualität benutzen, um Abhängigkeiten zu schaffen. Bevor Homosexuelle in das Rampenlicht politischer Inszenierung gehoben wurden, waren sie eine schwer zu fassende Gruppe von Personen, über die nicht viel bekannt war. Vor allem waren sie eine staatlich nicht verwaltete Gruppe. Beziehungen wurden nicht formal gestaltet, und die Lebensweisen von Homosexuellen waren nicht dem Standardnormalentwurf gleichgeschaltet. Mit der Entdeckung der Homosexuellen hat sich das geändert. Nun sind sie rechtlich einander verantwortlich, können rechtliche Verpflichtungen für Kinder eingehen. Sie sind quasi von der linken Abhängigkeitsbewegung geschluckt worden, und das Überraschende dabei ist: Einst freie Menschen mit vielfältigen Lebensentwürfen, ordnen sich willig in die vorgegebenen Schablonen und leben nunmehr ein Leben der Abhängigkeit und staatlichen Kontrolle.

Abgesehen davon gibt Homosexualität linker Gesinnung die Möglichkeit, die eigene Verklemmtheit auf dem Rücken anderer auszuleben. Die Geschwindkeit, mit der Sexualität in Schulen und öffentlicher Diskussion Einzug gehalten hat, die angebliche Notwendigkeit, eine zwischenmenschliche Beziehung zur Anwendung spezifischer sexueller Techniken zu machen, die man von Sexualberatern erlernen muss, gibt einen Eindruck vom Perversions-Potential, das unter links Gesinnten vorhanden ist. Und wie immer nutzen sie Menschen in Abhängigkeitsbeziehungen, um ihre Perversion zu verbreiten. Es fängt bei gekauften Strichjungen, denen Crystal Meth verabreicht wird, an, führt über Schüler, die per Schulpflicht dazu gezwungen werden, sich mit Sexualpraktiken konfrontieren zu lassen, die ihre Freiheit, selbst zu entdecken oder nicht wissen zu wollen , nicht nur beseitigen, sondern ihre Fähigkeit, selbst zu entdecken, zerstören und sie endet da, wo die Mehrheit gezwungen wird, die (statistische) A-Normalität als Normalität hinzunehmen.

Flüchtlinge

An Flüchtlingen kann linke Gesinnung ihren vorgeblichen Edelmut besonders gut darstellen. Flüchtlinge eignen sich schon deshalb für linken Edelmut, weil man von Flüchtlingen Dankbarkeit erwarten kann, fast muss. Flüchtlinge spielen in linker Gesinnung die Rolle, die Menschen in Arbeitshäusern in kirchlichen Wohlfahrtsgruppen des viktorianischen Zeitalters gespielt haben: Sie werden benutzt, um linke Politiken der Umverteilung durchzusetzen und sich als guter, überlegener Mensch zu inszenieren. Linke Gesinnung schließt hier nahtlos an kirchliche Dogmen der Barmherzigkeit an, was vermutlich ein Grund dafür ist, dass die katholische und die evangelische Kirche sich weitgehend als Außenstellen linker Politik verstehen. Barmherzigkeit muss man sich jedoch leisten können. Ursprung kirchlicher Barmherzigkeit, wie sie z.B. Armenspeisungen in Klöstern des Mittelalters darstellen, war das Kloster als Wirtschaftsbetrieb, der mit Gewinn betrieben wurde, wie man z.B. in Schulpforta in Thüringen noch gut nachvollziehen kann.

Im Unterschied zu kirchlicher Barmherzigkeit, die auf dem beruht, was Letztlich vor Ort erwirtschaftet wurde, basiert Barmherzigkeit in linker Gesinnung auf dem, was andere erwirtschaftet haben. Verteilt wird einmal mehr der Ertrag der Produktiven. Dabei ist die Not, als barmherzig zu erscheinen, so groß, dass die Flüchtlingshilfe ohne Rücksicht auf Verluste praktiziert wird. Kein Linker hat sich je gefragt, ob man Flüchtlingen, die keinerlei Chance haben, auf dem deutschen Arbeitsmarkt unterzukommen, einen Gefallen damit tut, sie in die fortwährende Abhängigkeit von deutschem Sozialtransfer zu bringen. Kein Linker hat sich je gefragt, ob es in Ordnung ist, einen großen Teil des Ertrags der Produktivkräfte dauerhaft an Menschen zu verteilen, die in Deutschland ohne Chance sind, ihren Lebensunterhalt eigenständig zu verteilen.

Dass sich das nie ein Linker gefragt hat, führt zurück zu den Kernzielen linker Politik: Menschen in Abhängigkeit bringen und den von Produktivkräften erwirtschafteten Ertrag nach eigenem Gutdünken umverteilen, um noch mehr Menschen in Abhängigkeit zu bringen. Insofern kann man abschließend feststellen, dass linke Gesinnung das Gegenteil von Freiheit, eine Gefahr für die Freiheit ist, denn sie zielt darauf ab, Abhängigkeiten von einem Staat zu schaffen, der in der linken Gesinnung an die Stelle des Gottes getreten ist, den andere Religionen anbeten. Insofern ist linke Gesinnung eine Denomination und linke Parteien sind anti-säkulare Bewegungen. Auch darin unterscheiden sie sich von den historischen Bewegungen, wie der Arbeiterbewegung, auf die sie sich in krasser Fälschung der Geschichte berufen wollen.

Schließlich ist die linke Gesinnung eine Gesinnung, die bar der Fähigkeit, zu argumentieren, ist. Sie beruht allein auf affektiver Zuordnung, die nicht begründbar ist. Deshalb wird diese Analyse von Linken auch vorhersehbar als Ausdruck einer rechten Gesinnung bezeichnet werden. Aus der Mitte einer Glaubensgemeinschaft erscheint jeder, der den Glauben nicht teil, als Ungläubiger, und der Begriff „Rechter“ ist nichts anderes als ein Synonym für einen Ungläubigen, einen, der den linken Glauben, wie er in einer linken Gesinnung seinen Niederschlag findet, nicht teilt.

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Attac! “erpresst” Epoch Times zu genehmer Berichterstattung

Manche Leser werden sich noch an den Attac!-Protestreader erinnern, den uns ein Leser zugeschickt hat. Den Protestreader, in dem unverhohlen zur Gewalt aufgerufen wurde, haben wir aus einer Reihe von Informationsmaterialien, die unser Leser am Stand von Attac! in Hamburg und während des G20 gesammelt hat, zusammengestellt. Es handelt sich also um Material, das mit Billigung von Attac! durch Mitarbeiter von Attac! verbreitet wurde. Da das Gesetz der Transitivität auch für Attac! gilt und sich unter dem Material solches befand, in dem zur Gewalt aufgerufen wurde, folgt daraus, dass Attac! Gewalt während der Proteste gegen den G20 billigend in Kauf genommen hat.

Dass sich Attac! mit einer Presseerklärung von der Gewalt während des G20 distanziert hat, ist somit nichts anderes als die Arbeit an der Fassade, hinter der Materialien verteilt werden, die Gewalt befürworten.

Wie gesagt, wir haben darüber berichtet und Epoch Times hat auch darüber berichtet. Rosemary Frühauf und Nancy McDonnell haben dort die Aufgabe übernommen, Attac! reinzuwaschen und haben dies damit versucht, dass Sie fälschlicherweise behauptet haben, wir hätten den Attac!-Protestreader gefälscht. Das ist nachweislich falsch.

Nun wurde uns anonym eine eMail zugespielt, die wir zwischenzeitlich geprüft haben. Sie ist authentisch und zeigt, wieso Frühauf und McDonnell über ScienceFiles Lügen verbreitet haben.

Ursprünglich scheinen beide nämlich unseren Beitrag mehr oder weniger übernommen und Attac! als eine der Organisationen identifziert zu haben, die hinter der Gewalt in Hamburg anlässlich des G20 in Hamburg steckt. Daraufhin hat sich Attac! bei Epoch Times gemeldet und gedroht, mit dem Anwalt, einer Unterlassungsklage, so sehr, dass sich die Pflänzchen bei der Epoch Times dazu erpresst gefühlt haben, einen Artikel zu veröffentlichen, der nun nicht mehr Attac! in korrekter Weise als die Organisation darstellt, die Gewalt billigend dadurch in Kauf nimmt, dass sie Flugblätter, die zu Gewalt aufrufen, verteilt, sondern einen Artikel, in dem wir beschuldigt werden, FakeNews zu verbreiten und den Attac!-Protestreader gefälscht zu haben.

Die entsprechende eMail, die von Rosemarie Frühauf stammt, haben wir unten veröffentlicht. Sie zeigt, zum einen, wie Attac!, durch Drohungen mit Anwalt und Unterlassungsklage die Berichterstattung in der Epoch Times im eigenen Interesse bestimmt hat, wie Attac! Epoch Times „erpresst“ hat. Angesichts der Leichtigkeit, mit der die entsprechenden Drohungen von Attac! ausgesprochen zu werden scheinen, kann man wohl davon ausgehen, dass der Fall der Epoch Times kein Einzelfall ist.

Zum anderen zeigt sich, dass vermeintliche Journalisten in Deutschland denen nach dem Maul schreiben, von denen sie am wenigsten Ärger erwarten, dass sie sich anbiedern und erpressen lassen, anstatt das eigene Medium zu nutzen, um die Erpressung öffentlich zu machen, dass sie lieber den vermeintlich kleineren in die Pfanne hauen, als dass sie wahrheitsgemäß berichten. Das Ganze ist ein Armutszeugnis für den unabhängigen Journalismus und zeigt einmal mehr, warum in Deutschland kritische Berichterstattung kaum mehr möglich ist, denn: Wenn man einen kritischen Bericht über z.B. Attac! schreibt, dann kann man wohl auf 21 zählen und warten bis das Telefon klingelt, an dem dann ein Mitarbeiter von Attac! mit Anwalt und Unterlassungsklage droht. Und wie viele Journalisten, die noch Rückgrat haben, würden wohl ein derartiges Szenario in Kauf nehmen?

Nun zur eMail (inklusive Tippfehler):
“…
vielen lieben Dank für Ihre Zuschrift zu Attac, den den Fall wunderbar klärt: Attac hat offensichtlich die Flugblätter gemeinsam verteilt, aber nur auf dem einen Flugblatt stand Attac drauf und das war der Trick.

Zuerst hatten wir auch den Inhalt und die Botschaft von Sciencefiles. Dann hat Attac uns angerufen und mit Anwalt Unterlassung etc gedroht, falls wir nicht sofort den Artikel runternehmen und ein Gegenstatement veröffentlichten: Der Protest Reader sei überhaupt nicht von ihnen, nur ein Flugblatt sei von ihnen und das ganze sei gebastelt und eine Unterstellung. Aha.

Dann musste ich erstmal nachdenken, wie wir den Fall lösen. Wir können ja nicht einfach schreiben, “Liebe Leser, Attac erpresst uns gerade”. Trotzdem habe ich versucht, in dem Artikel noch auf die Dubiosität der Interventionistischen Linken einzugehen.

Wir werden jetzt versuchen, einen Satz einzubauen, der dem aufmerksamen Leser zeigt, dass wir von Attac angerufen wurden … Aber größere Änderungen werde ich an dem Artikel nicht mehr vornehmen, da ich froh war, das Attac den Artikel akzeptiert hat und das Problem von uns abgewendet war. Die Passage über den “linken Aktivismus” mochten sie jedoch nicht, konnte ich herauslesen.
Was wir von Attac halten, dürfte Ihnen nach dieser Email klar sein.

Leider sind wir ein sehr kleines Team, sonst hätten wir bei solchen Großereignissen Leute vor Ort, die diesen Merkwürdigkeiten persönlich nachgehen.

Entschuldigen Sie bitte, falls meine Antwort etwas ruppig ausgefallen sein sollte.

Beste Grüße

Rosemarie Frühauf
The Epoch Times Deutschland
Redaktion”

Anwälte unter unseren Lesern bitte bei uns melden: Wir wollen Drohpotential aufbauen, um Waffengleichheit herzustellen.

Vorzeige-Juden, Vorzeige-Schwarze oder Vorzeige-Migranten: Die Amadeu-Antonio Stiftung stellt ein

Wenn es abwärts geht, dann richtig. Die gesellschaftliche Degeneration und das zugehörige Race to the Bottom, sie nehmen Fahrt auf. Getrieben werden sie von der politischen Korrektheit und den absurden Folgen, die sie treibt. Und weil dem so ist, deshalb werden bei der Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS-Stiftung) neuerdings Juden, Schwarze oder Migranten allen anderen vorgezogen. Was wohl passiert, wenn ein schwarzer Mormone und ein weißer Jude miteinander konkurrieren?

Die AAS-Stiftung betreibt ein derzeit gut geschmiertes Geschäft mit dem Vertrieb von Anti-Hassmaterialien aller Art. Dass die Stiftung seit Jahren daran arbeitet, ein Häuflein rechter Spinner zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem aufzublasen und mit Akribie versucht, die sozialen Netzwerke in Netzwerke des rechten Hasses umzudeuten, hat sich insofern gelohnt, als es der Stiftung gelungen ist, weitere Mittel, dieses Mal für ein Projekt, das vom Sozialministerium in Niedersachen bezahlt wird, einzuwerben Einmal mehr lebt die Stiftung auf Kosten von Steuerzahlern. Dieses Mal sollen u.a. zwei „Bildungsreferenten“ mit 20 bzw. 30 Wochenstunden an den öffentlichen Mitteln teilhaben.

Die öffentlichen Mittel werden eingesetzt, um ein Projekt, das den blödsinnigen Namen „wildwildweb?!“ trägt, umzusetzen. Ein Projekt, in dem es – wie könnte es anders sein – um den Hass im Netzt geht, also um den rechten Hass, denn Linke sind nicht nur, wie Ralf Stegner nicht müde wird, zu behaupten, zur Gewalt unfähig und insofern als biologische Mängelwesen zu betrachten, Linke sind auch nicht zum Hass fähig, wie die Fixierung, mit der die AAS-Stiftung den hassuchenden Blick nach Rechts richtet, nahelegt. Keine Gewalt, kein Hass bei Linken: Sie sind wirklich von der Biologie harsch behandelte Mängelwesen.

Mittlerweile sind die sozialen Netzwerke von der Amadeu-Antonio-Stiftung zu den „wichtigsten Propagandainstrumente[n] für rechtspopulistische und rechtextreme Strukturen“ erklärt worden, was dazu führt, dass Rechte die einzige Form von homo sapiens sapiens sind, die es geschafft haben, Strukturen zu entwickeln, die auf Propagandainstrumente zugreifen können. Bislang waren dazu Menschen notwendig. Bei Rechten machen das Strukturen.

Wir hatten schon oben, beim Titel „wildwildweb?!“ eine Assoziation zu den blödsinnigen Texten, mit denen Sozialpädagogen ihre Bücher zu überschreiben pflegen, Texte wie „‘Ich wollte auch einmal das Leben genießen‘ …Jugendliche Straftäter und der Kampf gegen die Armut“. Oder: „Gewalt ist geil, eyh…“ Rechtsextremismus als Happening: Wir Rechtsextreme sich zur Gewalt motivieren“. Oder: „Ich habe es meinem Papa gar nicht sagen wollen“. Outing verändert das Leben. Homosexuelle im Kampf gegen gesellschaftliche Konventionen“. Aber alle unsere Assoziationen können nicht schritthalten mit dem verbalen Leerlauf, in den die AAS-Stiftung zu gehen im Stande ist:

„Dabei legt sie [die AAS-Stiftung] den Schwerpunkt auf die Beobachtung und Analyse aktueller menschenverachtender Phänomene im Online-Bereich, der Entwicklung und Erprobung pädagogischer Handlungsräume und –möglichkeiten sowie des Empowerments von Netzaktivist_innen gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus und von weiteren menschenfeindlichen Ideologien“.

Es ist schon eine Kunst, mit so vielen Worten so wenig zu sagen. Aber es ist eine Kunst, die man wohl beherrschen muss, um von Politikdarstellern finanzielle Unterstützung für viele Worte und wenig Inhalt zu erhalten. Dieses Mal hat es wie gesagt in Niedersachsen beim Sozialministerium geklappt, bei dem man sich offensichtlich keine größeren Probleme vorstellen kann als Hatespeech.

Kehren wir zurück zum Wunschjuden oder Wunschschwarzen (früher hatten US-Amerikaner ihren Wunschneger vor der Tür stehen, als Diener, heute sind wir natürlich emanzipiert und würden derart rassistische Dinge nicht mehr tun. Deshalb wünschen wir uns einen kultivierten und gebildeten Schwarzen, einen den man vorzeigen kann, vielleicht auch einen Vorzeigejuden

  • „mit abschlossenem Hochschulstudium“,
  • „fundiertem Wissen zu Phänomenen wie Rasissmus und Antisemitismus“ [Wer sich als Jude oder Schwarzer oder als Migrant auf diese Ausschreibung bewirbt, zeigt damit, dass er keinerlei „Kenntnisse zu Phänomenen wie Rassismus“ hat];
  • „Wissen über Netzkultur“,
  • „Kreativität“
  • „eine grundsätzliche „Identifizierung mit den Zielen und der Arbeit der Amadeu-Antonio Stiftung“ [ein ideologisches Glaubensbekenntnis – warum auch nicht. Katholische Priester dürfen schließlich auch nicht heiraten.]
  • „Teamfähigkeit“
  • “Gute Selbststrukturierung” [keine Ahnung was das ist, aber wir haben es im Überfluss]

Und was bietet die AAS-Stiftung dem neuen Vorzeigejuden/-schwarzen/-migranten?

  • „Ein heterogenes, diversitätssensibles Team“ [das heißt, wir wissen, wie man mit kleinen Schwarzen und mit Juden, ja selbst mit Migranten umgeht];
  • „Regelmäßige Teamsitzungen“ [Wow!]
  • „Raum für innovative Ideen …“

Der war so gut, den müssen wir einfach wiederholen:
Die AAS-Stiftung bietet:

  • „Raum für innovative Ideen.“

Okay, lasst uns der AAS-Stiftung vorschlagen, auch Linksextremismus zu berücksichtigen oder die Folgen einer Stasitätigkeit in der DDR für das gesellschaftliche Miteinander heute zu untersuchen. Das ist innovativ…
„Flexible Arbeitszeitgestaltung“ [das war nicht anders zu erwarten].

Und wie gesagt, gesucht wird ein Vorzeige-Jude, ein Vorzeige-Schwarzer oder ein Vorzeige-Migrant. Und damit sich auch wirklich einer aus den genannten Gruppen bewirbt, fehlt der ansonsten übliche Satz: „Bei gleicher Eignung werden … bevorzugt“. Daraus muss man dann endgültig schließen, dass es bei der AAS-Stiftung um einen Vorzeige-Juden etc. geht, den man zur Demonstration der eigenen Offenheit und Diversität vorführen kann. Das macht sich gut beim weiteren Einwerben von Fördermitteln. Welcher Politiker fördert nicht gerne schwarze Kämpfer gegen den Rassismus oder jüdische Streiter gegen den Antisemitismus. Das ist PR. Und das ist Rassismus, weißer Rassismus und dennoch einer, der auf Menschenverachtung gebaut ist, schließlich geht Rassismus davon aus, dass die Hautfarbe eine besondere Eigenschaft darstellt, die alle anderen Eigenschaften im wahrsten Sinne des Wortes verblassen lässt. Der Rassismus der AAS-Stiftung steht dem Rassismus von Rechten somit in nichts nach. Für den Vorzeige-Juden und den damit verbundenen Antisemitismus gilt dasselbe.

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Tabu! Für abweichende Meinung kein Platz: Universitärer Lynchmob in Aktion

Tabus gehen in der Regel auf religiöse oder ideologische Glaubenssysteme zurück und bestehen in einem Handlungsverbot (verbal oder non-verbal). In Gesellschaften, deren Mitglieder sich für modern halten, sind vor allem Gesinnungs-Tabus von großer Bedeutung, Tabus die bestimmte Meinungen, bestimmte Aussagen verbieten. Damit sägen die entsprechenden Gesellschaften am Ast, auf dem sie sitzen, denn Wissenschaft, die Methode, Erkenntnis zu gewinnen, ist nur da möglich, wo Tabus gebrochen oder hinterfragt werden.

Ein Tabu wird gebrochen:

„Diese widersinnige Entscheidung (die Zulassung der Ehe für Alle) überrascht mich nicht, denn sie ist eine konsequente Fortführung der von John Money (1921–2006) im Jahr 1955 begründeten Gender-Ideologie, die von der These ausgeht, es gäbe ein „psychosoziales Geschlecht“ (Gender), welches unabhängig von der biologisch-genetischen Veranlagung des Menschen existiert und wandelbar ist.“

„Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten. Bevölkerung heißt Population, und Populationen sind definiert als Fortpflanzungsgemeinschaften.“

„Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial.“

„Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.“

„Im Lauf der Evolution der Säuger hat sich, über 150 Millionen Jahre hinweg, die Mutter-Kind-Bindung als stärkstes Band überhaupt herausgebildet. Entzieht man dem Kind somit vorsätzlich die Mutter als Bezugsperson (Homo-Männerpaare), oder versucht, den biologischen Erzeuger (Vater) durch eine Frau zu ersetzen, so ist das eine Verletzung des elementarsten Menschenrechts, das überhaupt existiert.“

„Im Jahr 2012 hat der US-Soziologe Mark Regnerus eine umfangreiche Studie vorgelegt, die erschreckende Resultate zu Tage gefördert hat (2). So konnte ermittelt werden, dass nicht nur Jungs von ihren Homo-Vätern, sondern auch Mädchen von lesbischen Mutter-Duos mit 10-fach hoher Wahrscheinlichkeit sexuell berührt bzw. zu entsprechenden Handlungen genötigt worden sind, bezogen auf eine heteronormale Eltern-Gruppe. Insgesamt betrachtet zeigt diese seriöse Studie (2), dass Kinder ohne biologische Eltern (Vater und Mutter) häufiger unter Depressionen leiden, später wesentlich öfter auf Sozialhilfe angewiesen sind, häufiger kriminell werden, öfter Rauschmittel zu sich nehmen u.a. problematische Verhaltensweisen zeigen.“

Die Aussagen, die Ulrich Kutschera in einem Interview und einer Replik in der HNA gemacht hat, haben ein Tabu verletzt:

„Staatlich geförderte Pädophilie: Kasseler Professor wettert gegen Homo-Ehe“ (HNA)
Abstruses Interview: Minister und AStA widersprechen Professor Kutschera“ (Lokal24.de)
„Uni-Professor zieht über Ehe für alle her“ (Hessenschau)
Bemitleidenswerter, hasserfüllter Mensch“ – Proteste gegen Professor (WELT)
„Ist dieser Mann noch zu retten?“ (Mannschaft.com)
Kassel: Evolutionsbiologe hält an homophoben Thesen fest. (Queer.de)
Rhein rügt „abstruse Thesen“ (Allgemeine Zeitung)

Der Präsident der Universität Kassel sagt: „Von Mitgliedern der Universität sollen keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen“.

Boris Rhein, der Wissenschaftsminister Hessens von der CDU meint, Kutschera habe sich „in abfälliger oder herabsetzender Weise“ über Homosexuelle geäußert.

Der AStA Kassel nennt Kutschera einen „bemitleidenswerten, hasserfüllten Mensch[en]“ und sammelt 218 Unterschriften von Studenten, die wie im Vordruck vorgegeben angeben, in ihrer Würde durch Kutschera verletzt worden zu sein.

Gegen Kutschera gibt es zwei Anzeigen wegen Verleumdung und Volksverhetzung.
Der AStA der Universität Kassel steht nach eigenen Angaben mit Anwälten in Kontakt.

Das passiert, wenn man ein Tabu bricht.

Das im vorliegenden Fall gebrochene Tabu lautet: Homosexualität ist eine überlegene in jedem Fall eine reine Lebensweise. Homosexuelle sind zu keinerlei negativen Taten in der Lage. So wie Linke angeblich nicht wissen, was Gewalt ist, so wissen Homosexuelle angeblich nicht, was sexuelle Übergriffe auf Schutzbefohlene oder Pädophilie ist.

So langsam müssen sich Politiker und Universitätsvertreter entscheiden, ob sie im AStA und Queer Kasperltheater weiter mitspielen wollen oder sich nicht doch wieder in die normale Welt zurückbegeben wollen, in die Welt, in der Homosexuelle nach wie vor ein höheres Risiko haben, an AIDS zu erkranken, die Welt von Hepatitis A und Hepatitis B, die Welt, die die von Kutschera zitierte Studie beschreibt: Kinder, die in einer Homo-Ehe aufwachsen, haben ein 10fach höheres Risiko, sexuell missbraucht zu werden als Kinder heterosexueller Eltern. Kinder, die ohne biologische Eltern aufwachsen leiden häufiger unter Depression, sind häufiger auf Sozialhilfe angewiesen usw. (siehe oben).

Kutschera ist ein Evolutionsbiologe. Als solcher sieht er menschliches Verhalten vornehmlich durch biologische Prozesse determiniert. Seine Welt ist auf Reproduktion ausgelegt. Entsprechend definiert er die Bestandteile seiner Welt, seiner prüfbaren Welt, denn die Aussagen, die Kutschera macht, die kann man prüfen. Man kann prüfen, ob Kinder in Homo-Ehen ein höheres Risiko haben, sexuell von ihren Eltern belästigt zu werden als in Ehen heterosexueller Partner. Man kann untersuchen, ob sich eine Homo-Ehe negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirkt. Man kann einwenden, z.B. die Rolle, die gesellschaftliche Sozialisation und Erziehung bei der Ausprägung einer Persönlichkeit spielen. Man kann die These Kutscheras, wonach das menschliche Leben weitgehend durch die Gene determiniert ist und gesellschaftliche Einflüsse oder Einflüsse, die aus der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit resultieren, entsprechend vernachlässigbar sind, in Frage stellen und die Ergebnisse der Psychologie und Sozialpsychologie, die mit Namen wie Jean Piaget oder Albert Bandura verbunden sind, als Gegenbeleg anführen. Schließlich muss man über den Einwand Kutscheras diskutieren, dass eine Homo-Ehe die Menschenrechte von Kindern beseitige, ein Einwand, der auf Kutscheras Prämisse basiert, nach der Kinder eine leibliche Mutter und einen leiblichen Vater benötigen, um die besten Chancen für ein gesundes Aufwachsen zu haben. Eine Reihe von Ethnologen, auch in der Redaktion von ScienceFiles, würden diese Ansicht bestreiten und Forschungsergebnisse, wie sie u.a. Branislaw Malinowski oder Ruth Benedict zusammengetragen haben, ins Feld führen.

Der Punkt ist: Wenn man in einer gesitteten, dem Wissen verpflichteten Gesellschaft lebt, dann muss man über Kutscheras Thesen, die daraus abgeleiteten Konsequenzen diskutieren, dann muss man versuchen, seine Thesen zu entkräften oder – wenn man das nicht kann – sich der derzeit größeren Bewährung seiner Belege erst einmal beugen.

Was man nicht tun kann, ist einen Lynchmob zu mobilisieren und Kutschera öffentlich hinzurichten, dafür, dass er einer der wenigen Wissenschaftler ist, die nicht nur eine begründete Meinung haben, sondern diese Meinung auch vertreten. Das ist nicht nur unwürdig, es schadet der gesellschaftlichen Entwicklung.

Dass man von einem Politiker wie Boris Rhein nicht mehr erwarten kann, als dass er sich opportunistisch auf die Seite der größten Schreihälse stellt, ist einmal mehr offensichtlich und belegt einmal mehr, was Kutschera in seinem Interview gesagt hat: „Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten.“ Allgemeiner formuliert: Politiker haben in der Regel von dem, über das sie sich gerade ereifern, nur eine sehr eingeschränkte Ahnung, wenn überhaupt.

Aber von dem Präsidenten einer Universität muss man einfach mehr verlangen als Unsinn wie: „Von Mitgliedern der Universität sollen keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen.“ Das meint Dr. Finkeldey hoffentlich nicht ernst, denn wenn er es ernst meint, dann muss er seine Universität dicht machen. Wissenschaft kann es prinzipiell mit sich bringen, dass sich Menschen „verletzt und abgewertet“ fühlen: Jeder Wissenschaftler, dessen Forschung widerlegt wird, hat derartige Empfindungen. Jeder Kriminelle, der zum Gegenstand kriminologischer Forschung geworden ist, fühlt sich so. Aber Finkeldey meint das natürlich nicht. Er sagt das nur, um zu signalisieren, dass er kein Tabubrecher, sondern ein biederer, mit wenig Phantasie begabter wissenschaftlicher Handwerker ist, von dem nicht die Gefahr neuer Ideen oder alternativer Sichtweisen ausgeht. Denn wäre er dieser hehren Ansicht, er hätte sicher auch diejenigen Wissenschaftler gerügt, die mit Blick auf die Pegida von Wutbürgern gesprochen haben, ein Begriff, der viele Pegida-Läufer „verletzt und abgewertet“ hat. Damit sich Wissenschaft entwickeln kann, benötigen Wissenschaftler Rückgrat und den Mut, neue Ideen nicht nur zu denken, sondern auch zu publizieren. Quallen schaden der Wissenschaft.

Dass Medien Tabubrecher öffentlich hinrichten wollen, ist dagegen nicht verwunderlich, denn Medien sind Horte konservativer Ideen, deren Mitglieder sich bei denen andienen, von denen sie sich einen Vorteil versprechen. Diejenigen, die Tabus brechen oder neue Ideen verbreiten, haben in der Regel wenig Unterstützung und viele Gegner. Entsprechend sind Medien, die meisten Medien die ersten, die die Tabubrecher hinrichten. Zweifelsohne hätten die heutigen Journalisten direkt vor Ort, im Livestream davon berichtet, wie der Ketzer Giordano Bruno am Pfahl verbrannt wird und diese Maßnahme der Obrigkeit genauso gerechtfertigt, wie sie das heliozentrische Weltbild gegen den Angriff Kepplers verteidigt hätten. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Kutschera von Mainstream-Medien angefeindet wird.

Erschreckend ist es dagegen, wenn sich Studenten in die Reihen des Lynchmobs gesellen, denn ihre Aufgabe besteht darin, die wissenschaftliche Auseinandersetzung, die wissenschaftliche Methode, die wissenschaftlichen Standards zu erlernen. Andere Menschen wegen deren begründeter Meinung anzufeinden, ist mit nichts davon zu vereinbaren. Insofern zeigt der AStA Kassel, dass er nicht an Wissenschaft, sondern an der Perpetuierung von Tabus interessiert ist. Als Material für wissenschaftlichen Nachwuchs sind die Mitglieder des AStA und die 218 Unterzeichner vorgefertigter Meinungen unbrauchbar. Ihnen fehlt die Lust am Hinterfragen, am Zweifeln, am Kritisieren. Keine der drei Zutaten ist mit Glaubenssystemen wie sie Ideologien darstellen, vereinbar. Alle drei Zutaten sind notwendige Bestandteile der Wissenschaft. Wer sie nicht in Ehren hält, hat in der Wissenschaft nichts verloren.

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