Das miese Spiel mit der Kinderarmut

Kinderarmut ist wohl das Thema, mit dem zur Zeit am meisten Schindluder getrieben wird. Kaum eine Symbolik scheint so geeignet, um der Welt darzustellen, was für ein guter Mensch man doch ist, wie Kinderarmut. Jeder, der Kinderarmut anprangert, der gegen Kinderarmut anschreibt, der sie beklagt, der, nein etwas tun ist nicht das, was den wahren Kämpfer gegen die Kinderarmut auszeichnet, meint damit, sich als Guter zu inszenieren, seinen Wert, seine besondere Tugendhaftigkeit zu signalisieren. Deshalb spricht James Bartholomew im Hinblick auf diejenigen, die versuchen, sich als besonders wertvolle Teile der Spezies Mensch zu inszenieren, vom Virtue Signalling.

Die Meute der Guten, sie kommt regelmäßig dann in Wallung, wenn ein neuer Bericht zur Kinderarmut ansteht. Kinderarmt ist natürlich nicht die Armut von Kindern, sondern die Armut der Eltern, Eltern, die keine Arbeit, keine Einkommensquelle besitzen, die sich nicht aus Transferleistungen speist und dennoch Kinder haben, wobei die Tatsache, dass Kinder als solche eine Einkommensquelle, ein Mittel, um weitere Transferleistungen in Form von Vergünstigung und Zahlungen zu erhalten, sicher eine Rolle spielt.

Nun reichen Transferleistungen des Staates nicht dazu aus, ein Leben zu führen, wie es z.B. die Familie eines Facharbeiters, der bei der BASF Schicht arbeitet, auf Grundlage von dessen Einkommen führen kann. Entsprechend gibt es Unterschiede im Einkommen. Wenn diese Unterschiede im Einkommen das Einkommen des Facharbeiters, der Schicht arbeitet, um eine bestimmte Grenze unterschreiten, dann will es die Konvention, dass bei manchen Statistikern, die sich unter der staatlichen Fuchtel finden, von Armut gesprochen wird, eigentlich wird von relativer Armut gesprochen, also weniger haben als jemand anderes, aber dass „relativ“ wird regelmäßig weggelassen, denn es ist hinderlich. Wenn man sich als Guter inszenieren will, dann als absoluter, nicht als relativer Guter.

In Zahlen gilt als relativ arm, wer 60% des Nettoäquivalenzeinkommens zur Verfügung hat. Das Nettoäquivalenzeinkommen ist als der Median der Einkommensverteilung definiert. D.h. es teilt die Einkommen in Deutschland in zwei gleichgroße Teile. Den Median benutzt man deshalb, weil er regelmäßig und deutlich unter dem Mittelwert liegt. So beträgt das Nettoäquivalenzeinkommen gemessen am Median im Jahr 2016 21.275 Euro, während der Mittelwert der Einkommensverteilung bei 24.020 Euro im Jahr 2016 liegt. Es macht sich einfach besser zu behaupten, jemand der im Monat ein Einkommen von 1.064 Euro (60% vom Median) zur Verfügung hat, sei relativ arm, als jemand, der 1.201 Euro (60% vom Mittelwert) hat. Tatsächlich fallen eine große Zahl von Rentnern in die Kategorie derer, die als relativ arm gelten, denn die durchschnittliche Rentenzahlung beträgt derzeit 1.003 Euro monatlich, die durchschnittliche Altersrente 1.078 Euro. Aber wir reden natürlich nicht von armen Alten, die man nach einem Erwerbsleben in relativer Armut geparkt hat, wir reden von Kindern, die in Familien von Hartz IV aufwachsen, entweder bei Alleinerziehenden oder in einer Familie in jedem Fall aber bei Eltern, die keinerlei Arbeit nachgehen, wie auf Seite 24 des Berichts der Bertelsmann-Stiftung nachzulesen.

Deren Kinder gelten als arm, über sie wird medial mit großer Aufregung berichtet, nicht etwa über die Alten, die nach einem Arbeitsleben in relativer Armut versinken oder die Gründe, warum die Eltern Kinder trotz Arbeitslosigkeit produzieren oder keine Arbeit finden, um ihren Kindern den Lebensstandard bieten zu können, den z.B. ein Facharbeiter der BASF, der Schicht arbeitet, seinen Kindern bieten kann. Denn, wie gesagt, mit Kindern und deren vermeintlicher Armut kann man sich gut produzieren, während Alte, die in Armut leben, in Deutschland keinen Medienhund hinter dem Ofen hervorlocken.

Nun enthält die Studie der Bertelsmann-Stiftung unvorsichtiger Weise ein Liste von Gütern, auf die Kinder, die jahrelang in Armut leben, wie es bei der Tagesschau heißt, obwohl relative Armut gemessen wurde, verzichten müssen. Etwas nicht haben, was andere haben, gilt heute als Armut, das muss man sich einmal vorstellen.

Wir haben uns die Liste der Güter, auf die die armen Kinder wegen Armut nach Ansicht von Bertelsmann verzichten müssen, genauer angesehen und auf Grundlage von Tabelle 11 in der Bertelsmann-Studie rekonstruiert, was die Bertelsmann-Stiftung verschweigen will, um die Schlagzeile: Kinder von Eltern, die dauerhaft nicht gesichert sind (also dauerhaft Hartz-IV beziehen und in der Regel alleinerziehend sind), müssen in Deutschland auf 7,3 der 23 „abgefragten Güter“ verzichten: „Armut bedeutet laut Bertelsmann-Stiftung für die Kinder Verzicht“.

Verzicht worauf?

7,3 Güter sind es, auf die die entsprechenden Kinder durchschnittlich verzichten müssen.
Rekonstruieren wir, worauf (auf Grundlage von Tabelle 11, Seite 50).
Sie müssen auf die eines der folgenden Güter verzichten:

  • Eine Wohnung ohne feuchte Wände oder Fußböden
  • Eine Wohnung, die mindestens so viele Zimmer hat, wie dort Personen wohnen.
  • Ein separates Badezimmer mit Badewanne oder Dusche in der Wohnung.
  • Eine Toilette innerhalb der Wohnung.
  • Ein Garten, ein Balkon oder eine Terrasse.
  • Sich ab und zu neue Kleidung kaufen können, auch wenn die alte noch nicht abgetragen ist.
  • Mindestens einmal täglich eine warme Mahlzeit haben.

Auf eines der oben genannten acht Güter müssen Kinder, die als arm verkauft werden sollen, damit sich Gutmenschen inszenieren können, verzichten. Verzichten müssen Sie auch auf 3 der folgenden vier Güter:

  • Einmal im Monat Freunde zum Essen zu sich nach Hause einladen können.
  • Einmal im Monat zum Essen in ein Restaurant gehen können.
  • Mindestens einmal im Monat ins Kino, Theater oder Konzert gehen können.
  • Eine mindestens einwöchige Urlaubsreise pro Jahr.

Schlimm, wenn man nicht mindestens einmal im Monat ins Kino oder ins Restaurant gehen kann. Das ist Armut!

Damit nicht genug, denn für die Kinder von Eltern, die sich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten auf Basis von Hartz-IV, Kindergeld und sonstigen Transferzahlungen durchschlagen (müssen), gibt es noch mehr Verzicht. Nicht nur das monatliche Essen im Restaurant ist in Frage gestellt, auch drei der folgenden 11 Güter können nicht konsumiert werden bzw. sind nicht vorhanden:

  • Eine Waschmaschine
  • Ein Fernseher
  • Ein Auto
  • Ein Computer mit Internetanschluss
  • Ein Videorekorder mit DVD-Player
  • Die Miete für die Wohnung bzw. die Zinsen für das Wohneigentum immer pünktlich zahlen können
  • Die Gas-, Wasser-, Heizungs- und Stromrechnung immer pünktlich zahlen können;
  • Einen festen Betrag im Monat sparen können;
  • Behandlungen in Anspruch nehmen können, die von der Krankenkasse nicht vollständig bezahlt werden, wie z.B. Zahnersatz oder Brille
  • Unerwartet anfallende Ausgaben mit eigenem Geld bezahlen können, z.B. eine kaputte Waschmaschine ersetzen;
  • Abgenutzte, aber sonst noch brauchbare Möbel durch neue ersetzen.

Dass der Besuch des Theaters, der nicht gemacht werden kann, oder die Einladung eines Freundes zum Essen für jedes Kind einen Verzicht darstellt, das ist natürlich die Phantasie der Bertelsmann-Stiftung. Niemand hat die Kinder gefragt, ob sie überhaupt ein gemeinsames Essen mit Freuden UND ELTERN oder einen monatlichen Theaterbesuch wollen. Hier scheint ihre Mittelschichtssozialisation mit den Bertelsmännern durchgegangen zu sein. Mit ihrem Ergebnis bestätigen sie entsprechend das, was die andere Stiftung aus Berlin herausgefunden haben will: Man findet immer, was man sucht, was nicht unbedingt das ist, was ist oder relevant ist. [Wenn man schon nach Theaterbesuchen und Computern mit Internetanschluss fragt: Um wie viel plausibler ist es, dass sich Rentner keinen Theaterbesuch leisten können (von dem sie etwas hätten im Gegensatz zu z.B. achtjährigen Kindern, die nicht ruhig sitzen bleiben) und wie viele Rentner leben wohl ohne Balkon und Terrasse, ohne Auto, Computer mit Internetanschluss, ohne monatlichen Restaurantbesuch und Sparvertrag, mit abgenutzten Möbeln und in feuchten alten Wohnungen und gelten dennoch nicht als arm, weil sie bekommen ja Rente?]

Tatsächliche Armut

Und für Deutschland 2017 hat dies folgende Konsequenz: Arm soll sein, wer nicht einmal im Monat ins Restaurant gehen kann, wer nicht monatlich mindestens einmal ins Kino oder Theater gehen kann, nicht mindestens eine Woche in Urlaub fahren kann, kein Auto hat, zwar Hauseigentum hat, aber die Zinsen darauf nicht zahlen kann, in einer feuchten Wohnung lebt und keinen festen Betrag im Monat sparen kann.

Arm soll auch sein, wer neben den Verzichten auf Restaurant, Kino und Urlaub, noch brauchbare Möbel nicht ersetzen kann, keinen Computer mit Internetanschluss, kein Auto, keinen Balkon, keinen Garten und keine Terrasse hat.

Wie man sieht, schrecken gute Menschen in ihrem Kampf gegen die Kinderarmut auch nicht davor zurück, sich lächerlich zu machen und das Konzept von Armut von jedem Sinn zu entleeren.

Wo sich inszeniert wird, da fallen eben Späne.

Eigentlich müssten die Ergebnisse der Bertelsmann-Stiftung dazu führen, dass man es feiert, dass nicht einmal Kinder von dauerhaften Hartz-IV-Beziehern in Armut leben und ihnen deshalb nichts Wesentliches zu einer gesunden und unbeeinträchtigten Entwicklung fehlt. Aber das ist natürlich nicht das, was guten Menschen wie den Bertelsmännern den Warm Glow verschafft, gegen die furchtbare Kinderarmut, die monatliche Theaterbesuche verhindert, vorgegangen zu sein, bloß verbal versteht sich.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Mainstream-Journalisten nicht AfD-Anhänger lassen sich am einfachsten irreführen

In den letzten Monaten ist es unter Journalisten immer beliebter geworden, über angebliche Studien zu berichten, bevor diese veröffentlicht werden. Die entsprechenden Studien, die man, weil nicht veröffentlicht, als dubios bezeichnen muss, liegen in der Regel angeblich entweder der Süddeutschen Zeitung oder dem Spiegel vor und finden von dort eine rasante Verbreitung durch die Mainstream-Medien, deren Originalität letztlich nur in den Fehlern besteht, die sie beim voneinander übernehmen oder kopieren oder abschreiben machen.

Die neueste Studie, die dieses Mal dem Spiegel vorliegt und auf deren Rezeption in der WELT wir uns hier beziehen, wurde von der „Berliner Denkfabrik ‚Stiftung neue Verantwortung‘“ durchgeführt, eine Stiftung, die nicht unbedingt bekannt dafür ist, dass ihre Angestellten in empirischer Sozialforschung besonders bewandert wären. Eigentlich ist die Stiftung bislang überhaupt nicht bekannt, uns jedenfalls nicht. Es ist also eine Stiftung, die bekannt werden will. Und was macht sich in Mainstream-Medien besser, um bekannt zu werden, als AfD-Bashing.

Die AfD-Anhänger, wer auch immer das sein mag, denn wir wissen nicht, ob es sich hier um AfD-Wähler, solche, die eine Wahlabsicht für die AfD oder eine Sympathie für die AfD angegeben haben, wir wissen nicht einmal wie viele AfD-Anhänger die Denkfabrikanten aus Berlin überhaupt befragt haben, wir wissen von ihnen nur, dass sie besonders anfällig für Fake-News sein sollen. AfD-Wähler, so der unbekannte Redakteur der WELT, der in der Überschrift zu seinem Beitrag noch von AfD-Anhängern geschrieben hat [er weiß es also auch nicht, auf wen sich die Ergebnisse eigentlich beziehen] seien für Falschnachrichten besonders anfällig. Die implizite Meldung die hier verbreitet werden soll, lautet natürlich: AfD-Wähler haben nur deshalb AfD gewählt, weil sie auf Falschnachrichten der AfD hereingefallen sind.

Alexander Sängerlaub, Leiter des Fake-News-Projekts, ordnet die Ergebnisse seines Fake-News-Projekts so ein: „Geglaubt wird, was ins Weltbild passt“.

Gibt es in der Sozialforschung einen älteren Hut als diesen?
Leon Festinger hat bereits 1957 seine Theorie der kognitiven Dissonanz veröffentlicht. Informationen, die nicht ins Weltbild passen, so Festinger, würden eben passend gemacht. Informationen, die ins Weltbild passen, schnell und problemlos inkorporiert.

Amos Tversky und Daniel Kahneman haben 1986 mit dem Konzept des Framing die Manipulationsvariante ergänzt und gezeigt, dass man mit der Formulierung von Fragen oder Aussagen Antworten beeinflussen kann.

Und damit sind wir wieder zurück bei der „Studie“ aus der „Denkfabrik in Berlin“, die angeblich zeigt, dass AfD-Wähler/Anhänger/Sympathisanten besonders anfällig sind für Falschnachrichten. Wir müssen die Studie, die angeblich dem Spiegel vorliegt, auf Basis der öffentlichen Informationen beurteilen, aber das reicht bereits, um feststellen zu können, dass auch die Denkfabrizierer aus Berlin nur gefunden haben, was ihnen ins Weltbild gepasst hat.

Folgende Aussagen wurden Befragten vorgelegt:

  • Der CDU-Wahlspruch ‚Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben‘, stammt von einem SED-Plakat.
  • Im baden-württembergischen Schorndorf randalierten 1000 Migranten auf einem Volksfest.
  • Flüchtlinge bekommen in Deutschland kostenlos einen Führerschein vom Staat finanziert.
  • 59 Prozent der Flüchtlinge haben keinen Schulabschluss.
  • Flüchtlinge aus Baden-Württemberg machten mehrmals Urlaub in ihren Heimatländern.
  • Martin Schulz (SPD) fordert die Einführung eines sogenannten ‚Arbeitslosengeld Q‘.
  • Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat alle Deutschen als Nazis bezeichnet.

Fällt ihnen bei diesen Aussagen etwas auf?
Ein Bias vielleicht?
Eine Richtung?
Eine Zielgruppe?

Bis auf drei Aussagen haben alle Aussagen Flüchtlinge zum Gegenstand und somit ein Thema, von dem man angenommen wird, dass es bei AfD-Wählern die Wahrscheinlichkeit, bei Nichtwissen zum negativen Extrem zu tendieren, erhöht, bei Wählern von Grünen, SPD, CDU usw. den gegenteiligen Effekt haben kann. Man kann also erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass AfD-Wähler/Sympathisanten/Anhänger die Aussage, dass Flüchtlinge aus Baden-Württemberg gleich mehrmals in ihrer Heimat Urlaub machen, in Schorndorf randaliert haben, zu 59% keinen Schulabschluss haben und den Führerschein umsonst machen dürfen, für wahr halten, höher ist als die entsprechende Wahrscheinlichkeit für CDU, Grüne, SPD und LINKE-Wähler.

Den Denkfabrikanten aus Berlin ist es ganz offensichtlich darum gegangen, AfD-Anhänger und –Wähler als anfälliger für Fake-News darzustellen. Wäre es ihnen nicht darum gegangen, sie hätten nicht alle Aussagen, die sich auf Flüchtlinge beziehen, in die selbe Richtung kodiert und z.B. als Aussage angeboten: Die meisten Flüchtlinge haben zwar einen Schulabschluss, aber keine Berufsausbildung. Oder: Die Flüchtlinge, die in Deutschland einen Führerschein machen, müssen diesen Führerschein aus ihren Hartz-IV-Bezügen finanzieren.

Noch deutlicher wird die Absicht der Denk- und wohl auch Ergebnisfabrikanten, die AfD-Wähler als besonders anfällig für Falschnachrichten hinzustellen, am Fehlen all der Themen, die für nicht-AfD-Wähler oder Sympathisanten oder Anhänger sensibel sind und deren Zustimmungswahrscheinlichkeit erhöhen. Welches Ergebnis bekäme man wohl, wenn man die folgenden Aussagen auf Richtigkeit beurteilen ließe von Anhänger/Wählern/Sympathisanten der CDU, FDP, SPD, von Grünen oder LINKE?

  • Glypohosat führt zu Bienensterben.
  • Kernenergie ist die gefährlichste Form der Energiegewinnung.
  • Kurdische Perschmerga haben irakische Regierungstruppen mit deutschen Raketen beschossen?
  • Arbeitgeber haben ein Kartell gebildet, um die Löhne in Deutschland niedrig zu halten.
  • Unternehmen versuchen über die Finanzierung von Unterrichtsmaterialien, Schüler in ihrem Sinne zu beeinflussen.
  • Der Sozialismus hat mehr Menschen umgebracht als der Kapitalismus.
  • Kommunisten haben mehr Menschen ermordet als Nationalsozialisten.
  • Am Sklavenhandel haben auch viele Schwarze verdient.
  • Die Ausschreitungen in Hamburg anlässlich des G20 wurden von Polizeibeamten in Zivil provoziert.
  • Donald Trump ist Mitglied des Ku-Klux-Klan.
  • Männerbünde sorgen dafür, dass Frauen weniger verdienen und seltener in Führungspositionen gelangen.
  • Frauen verdienen 22% weniger als Männer.

Welche Ergebnisse könnte man wohl vorweisen, wenn man Anhängern von CDU, FDP; SPD, Grünen und LINKE diese Aussagen vorgelegt hätte? Und wären AfD-Anhänger oder Wähler oder Sympathisanten dann immer noch diejenigen, die für FakeNews am anfälligsten sind. Wir halten die Wette, dass dies nicht der Fall wäre.

Die kurze Darstellung zeigt, dass die Berliner Denkfabrik entweder eine Fabrik ist, die manipulierte Umfrageergebnisse produziert oder eine, in der der Methoden der empirischen Sozialforschung kenntnislos gegenüberstehende Ideologen genau das in ihren Umfragen finden, was sie zu finden hoffen. Was auch immer zutrifft, Manipulation aus Unkenntnis oder Manipulation aus ideologischer Boshaftigkeit, es bleibt Manipulation. Jeder Journalist, der noch zum selbständigen Denken in der Lage ist, hätte das eigentlich mit einem einfachen Blick auf das, was gefragt wurde, sehen können. Aber für Journalisten gilt eben auch, dass sie genau das sehen, was ihnen ideologisch in den Kram passt.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

DFG fördert Junk Science mit 2 Millionen Euro

Drei Jahre lang fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine Forschungsgruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung«. „Beteiligt sind die Humboldt-Universität zu Berlin (HU – Sprecherschaft), die Freie Universität Berlin (FU), die Technische Universität Berlin (TU) sowie die Universität Potsdam (UP) und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV)“.

Antragsteller: Eva Kocher
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Lehrstuhl für BR, Europäisches und Deutsches Arbeitsrecht, Zivilverfahrensrech

Selbstermächtigung in verrechtlichten Verhältnissen. Zum Wandel vergeschlechtlichter Kollektive in Konflikten der Erwerbsarbeit

Projektbeschreibung:
Das kollektive Handeln von Beschäftigten in der Erwerbsarbeit ist in Deutschland als Handeln von Betriebsräten und Gewerkschaften sowohl verrechtlicht als auch vergeschlechtlicht. Das Teilprojekt fragt danach, welche Rolle das Arbeitsrecht für die Vergeschlechtlichung von Kollektivierungsprozessen und imaginierten Kollektivitäten sowie (insbesondere) für die Konstitution vergeschlechtlicher Kollektive spielt. Es geht dabei von der These aus, dass die verrechtlichten Kollektive, Kollektivitäten und Kollektivierungen im Wandel der Erwerbsarbeit durch Entgrenzung, Entbetrieblichung und Subjektivierung in Krisen geraten sind. Gegenstand der Untersuchung sind alle Erscheinungsformen kollektiven Handelns in der Erwerbsarbeit einschließlich neuer Handlungsformen, die auf Öffentlichkeit und virtuellen Raum statt auf den Ort des Betriebs setzen, und die Selbstvertretung gegenüber verrechtlichten Formen der Interessenvertretung präferieren.

Unsere Einordnung: Es soll untersucht werden, ob Arbeitnehmer sich immer häufiger im Internet organisieren. Eine Fragestellung oder eine Hypothese gibt es nicht. Wenn es keine Hypothese gibt, gibt es auch keine Möglichkeit, etwas an der Realität zu prüfen, d.h. man kann alles und gar nichts behaupten. Kein wissenschaftlicher Wert, da letztlich unbegründete Annahmen den Ausgangspunkt dafür darstellen, diese unbegründeten Annahmen wie auch immer und wo auch immer zu „entdecken“ und wetten: „Vergeschlechtlichung“ werden die Projektmitarbeiter überall finden, wo sie suchen.

Antragsteller: Beate Binder
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät I
Institut für Europäische Ethnologie

Mobilisierung von Recht durch/als Kollektivierung? Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsrecht als institutionelle und politische Praxis

Projektbeschreibung:
»Enthinderung ermöglichen«, »Sexualitäten diversifizieren«, »Ethnische Vielfalt normalisieren« – unter diesen Schlagworten untersucht das Teilprojekt in drei ethnographischen Fallstudien aus kulturanthropologischer Perspektive Prozesse der Implementierung und Mobilisierung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) in Berlin. Mit dem AGG wurden 2006 EU-Richtlinien zur langfristigen Beseitigung gesellschaftlicher Diskriminierungen in deutsches Recht umgesetzt. Auch wenn aus juristischer Perspektive die regelnde und sanktionierende Kraft des AGG als eher unzulänglich eingeschätzt wird, werden doch die Effekte des Gesetzes etwa in Hinblick auf gesellschaftliche Einstellungen und langfristige Veränderungen hervorgehoben. Doch wie wird das AGG mit Leben gefüllt: wie strukturieren normierende, alltagspraktische und politische Aspekte des Gesetzes die Praxis des AGG, wie wird es zum Alltag in der politischen wie praktischen Arbeit von NGOs, Behörden, Institutionen und Interessenvertretungen? Wie werden mit Hilfe des AGG gesellschaftliche Ausgrenzung und eingeschränkte Teilhabemöglichkeiten problematisiert und wie trägt es dazu bei, konkrete Veränderungen anzustoßen? Das Teilprojekt ist im Kontext der empirischen Rechtsforschung angesiedelt. Mit seiner dezidiert praxeologischen und geschlechtertheoretischen Zuschnitts knüpft es an rechts- und politikanthropologische Konzepte sowie sozial-/kulturanthropologische Theorien der Vergemeinschaftung mit ihren jeweiligen geschlechtertheoretischen Erweiterungen an. Es nutzt ethnographische Methoden, um im Vergleich der drei Fallstudien (1) die sozialen und (alltags-) praktischen Effekte des AGG im lokalen Raum an Schnittstellen zu anderen rechtlichen Regulierungen zu untersuchen, (2) die hierdurch angestoßenen Kollektivierungsprozessen und die Verhandlung von Individualität und Kollektivität in der Antidiskriminierungspraxis zu befragten, (3) Dimensionen der Vergeschlechtlichung in den durch das AGG angestoßenen Institutionalisierungs- und Kollektivierungsprozessen herauszuarbeiten und (4) Verschränkungen von rechtlicher und politischer Praxis in Hinblick auf Zugehörigkeit und Teilhabe an (Stadt-)Gesellschaft aufzuzeigen.

Unsere Einordnung: Drei Hansel dienen als Fallstudien, um von den drei Einzelfällen wilde Schlüsse auf „Kollektivierungsprozesse“ und darauf zu ziehen, wie es im Einzelfall gelingt, sich mit Hilfe des AGG durch zu klagen. Kein wissenschaftlicher Wert, da aus Einzelfällen nur dann Honig gesaugt werden kann, wenn die gewonnenen Erkenntnisse anschließend überprüft werden. Eine solche Überprüfung findet nicht statt.

Antragsteller: Beate Binder
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät I
Institut für Europäische Ethnologie

Koordinationsfonds.
Projektbeschreibung
Keine Zusammenfassung vorhanden.

Unsere Einordnung: Hier wird Geld ausgegeben, um sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was die Teilprojekte, von denen niemand weiß, was sie miteinander zu tun haben, mit einander zu tun haben könnten. Wissenschaftlicher Wert nicht vorhanden.

Antragsteller: Martin Lücke
Freie Universität Berlin
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Friedrich-Meinecke-Institut (FMI)

Die Homosexuellenbewegung und die Rechtsordnung in der Bundesrepublik 1949-2002
Das Teilprojekt untersucht die homosexuelle Emanzipationsbewegung der Bundesrepublik in ihrer Auseinandersetzung mit der deutschen Rechtsordnung im Zeitraum von der Gründung der Bundesrepublik 1949 bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungskonformität des Lebenspartnerschaftsgesetzes (LPartG) im Jahr 2002. Ausgehend von der Hypothese einer emanzipatorischen Rechtsaneignung durch die Homosexuellenbewegung fragt das Teilprojekt nach den Zusammenhängen zwischen Prozessen der Entkriminalisierung und Entdiskriminierung und der Formierung politischer Kollektive und Subkulturen. Untersucht werden die Kriminalisierung mann-männlicher Sexualität durch § 175, Berufsverbote und schwul-lesbisches Gewerkschaftliches Engagement, die Aids-Krise der 1980er und 90er Jahre sowie Debatten über die sog. “Homo-Ehe”. Mithin geraten die Rechtsgebiete Strafrecht, Sozialrecht, Zivilrecht, Gesundheitsrecht und Arbeitsrecht in den Blick. Dabei stehen die Rechtsdebatten und Rechtspraxen der Homosexuellenbewegung im Fokus, sowie die Funktion und Bedeutung von Recht im Kontext der Kollektivbildung und politischen Emanzipation.

Unsere Einordnung: Wenn man etwas nicht mehr unter Strafe stellt, folgt dann daraus, dass diejenigen, die das nun nicht mehr Strafbare begehen auch nicht mehr diskriminiert werden? Da Strafrecht eine Diskriminierung darstellt, folgt das Ende der Diskriminierung notwendig aus der Abschaffung der Strafbarkeit. Projekt beendet.

Antragsteller: Sabine Hark
Technische Universität Berlin
Fakultät I – Geisteswissenschaften
Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung

Die Neuerfindung des Kollektiven? Zur ‘Wiederentdeckung’ des Gemeinsamen. Eine Untersuchung von Diskursen und Praktiken urbanen Wohnens in Gemeinschaften

Ausgehend von Debatten um Commons beziehungsweise Gemeingüter nimmt das Teilprojekt Kollektive in den Blick, die sich über eine gemeinschaftliche Herstellung und Nutzung von urbanem Wohn-raum konstituieren. Im Kontext des in der Forschungsgruppe fokussierten Zusammenhangs von Recht, Geschlecht und Kollektivität fragt das TP, wie Recht und Geschlecht in Projekten gemeinschaftlichen Wohnens die Möglichkeitsbedingungen und Imaginationsräume für praktische Suchbewegungen eines konkreten, alltäglichen Gemeinsamen konfigurieren und (mit )konstituieren. Im Zentrum stehen Formen von Kollektivität in einem Lebensbereich, der in der Moderne als Inbegriff von Privatheit, Individualität und familialer, vergeschlechtlichter Intimität gilt. Zugleich ist Wohnen im modernen Sozialstaat als öffentliche Aufgabe Gegenstand sozialpolitischer Regulierung und Gesetzgebung, die im Zuge der Transformation des Sozialstaats seit den 1970er Jahren verstärkt auf eine Verantwortungsverlagerung auf die Individuen und marktförmige Steuerungsmechnismen setzt. Das TP setzt an Beobachtungen einer Reaktualisierung von Gemeinschaft an, die als Suche nach einem neuen, nicht-abstrakten Gemeinsamen, nach neuen Räumen des Geteilten gedeutet wird. Im Sinne einer kritischen Ontologie der Gegenwart sollen Formen und Praktiken der Kollektivierung im gemeinschaftlichen Wohnen also als spezifische Antworten auf eine historische Situation gefasst werden, in der sich Sozialität in erheblichem Maße als abstrakte Vergesellschaftung individualisierter Akteur_innen konstituiert. Das TP bearbeitet drei miteinander verknüpfte Dimensionen: Zum einen wird die aktuelle Diskursivierung von gemeinschaftlichem Wohnen als (erhoffte) Antwort auf aktuelle gesellschaftliche Probleme zum Anlass genommen, zu fragen, wie Gemeinschaft in aktuellen kollektiven Wissensbeständen verhandelt wird, wie in diesem Kontext eine (gesellschaftliche) Notlage diskursiviert wird und in welcher Weise gemeinschaftliches Wohnen als Antwort auftaucht. Zum zweiten soll die Konstellation lokaler Institutionen, Programme und Verfahren im Stadtstaat Berlin als Arena spezifischer Möglichkeits und Gelingensbedingungen für Projekte gemeinschaftlichen Wohnens rekonstruiert werden. Zum dritten werden alltägliche Praktiken in Wohnprojekten untersucht, durch die wohnraumbezogene Kollektive hergestellt und aufrechterhalten werden.

Unsere Einordnung: Forschungsgegenstand: Wie leben Bewohner von Wohngemeinschaften (in besetzten Häusern)? Ist gemeinsame Wohnung die Voraussetzung für Gemeinschaft in gemeinsamer Wohnung? Und kann man davon ausgehen, dass auch Bewohner in wohngemeinschaftlicher Gemeinschaft den Randbedingungen des Lebens, die darin bestehen, Essen und Trinken und Schlafen und in manchen Fällen sogar arbeiten zu müssen, unterworden sind? Die Ergebnisse dieser Entwissenschaftlichung der Forschung dürften sich im Rahmen alltäglicher Selbstverständlichkeiten, formuliert in einem vergesellschaftlicht vergeschlechtlichten, in der Regel nicht ontologisch begründeten und in jedem Fall durch die Projektmitarbeiter kollektivierten Kauderwelsch, der kaum als Wissensbestand durchgeht, niederschlagen. Wissenschaftlicher Wert: Die Ontologie der Epistemologie der Evaluationsmethode hat unter Entgrenzung und Reaktualisierung der statistischen Signifikanz eine Lehrstelle gefunden.

Antragsteller. Maja Apelt
Universität Potsdam
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Organisations- und Verwaltungssoziologie

Männerbünde Militär und Feuerwehr – politische Interessengruppen und rechtliche Interventionen

Das Teilprojekt untersucht, wie das europäische Antidiskriminierungsrecht von der Gesetzgebung über die organisationalen Verordnungen, Anweisungen und Empfehlungen in zwei männlich geprägte Organisationstypen (korporative Akteure) – Militär und Feuerwehr – implementiert und umgesetzt wird. Dabei geht es darum, (1) welche kollektiven Akteure – Interessenorganisationen und soziale Gruppen – sich an diesem Prozess beteiligen, sich dabei konstituieren und wie sie sich aufeinander beziehen, (2) wie sich Recht in diesem Prozess verändert und (3) wie dies die Praxen der Gleichbehandlung beeinflusst. Das Projekt beginnt im Jahr 2000 mit den Antidiskriminierungsrichtlinien der EU und soll eine Dokumenten- und Medienanalyse, Experteninterviews in den beteiligten Organisationen und Gruppen, sowie auf ausgewählten Fallstudien zur Interaktion zwischen unterschiedlichen Akteuren integrieren.

Unsere Einordnung: Experteninterviews und Fallbeispiele, die empirische Forschung der mathematisch Unbegabten, werden auch im vorliegenden Fall dazu führen, dass als Ergebnis des Teilprojekts festgestellt werden kann, dass in zwei „männlich geprägten Organisationstypen“ die Durchsetzung von Gleichbehandlung durch das AGG nur schleppend gelingt, weshalb das AGG verschärft werden muss. Das Ergebnis wird durch die Auswahl der Experten und Fallbeispiele sichergestellt. Das ist zwar politischer Aktivismus, aber die DFG finanziert es trotzdem. Wissenschaftlicher Wert ist keiner vorhanden, schon weil die Vergleichsgruppe der „weiblich geprägten Organisationstypen“ fehlt.

Antragsteller. Susanne Baer, Bundesverfassungsrichter mit zu viel Zeit am BVerfG
Humboldt-Universität zu Berlin
Juristische Fakultät
Lehrstuhl für ÖR und Geschlechterstudien

Knotenpunkt Kollektiv. Geschlecht, Sexuelle Orientierung und Geschlechtliche Identität als soziale Gruppe(n) im Europäischen Asylrecht

Das TP untersucht erstmals systematisch die aktuelle Praxis der Anerkennung von Geschlecht, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität im Asylverfahren in der Rechtsprechung in Europa. Das Augenmerk liegt auf dem Tatbestandsmerkmal der “sozialen Gruppe” als – für die Forschergruppe leitend – Dimension von Kollektivität. Zentrale These des TP ist, dass der Anerkennungsprozess in der Rechtspraxis nicht etwa überkommen tradiert ist, sondern – unbeabsichtigt – bisherige Vorstellungen vom heteronormativen Rechtssubjekt ablöst oder zumindest erschüttert. Das TP knüpft damit an bislang separierte Arbeiten in verschiedenen Disziplinen an und will diese für die Forschung, aber auch für die juristische Arbeit zusammenführen. Ziele liegen daher auf mehreren Ebenen: In der Geschlechterforschung können neue Impulse für die Auseinandersetzung mit der Ambivalenz des Rechts gewonnen werden: Bislang galt Recht als problematisch, da es Differenz und Ungleichheit fixiert, muss aber gleichzeitig emanzipatorisch genutzt werden. Das TP reagiert auf die Frage, ob die Nutzung von Recht auch eine Überwindung rechtlicher Strukturlogiken wie der Heteronormativität bedeuten kann. Zugleich liefert es einen neuen Beitrag zur Kritik von Identitätslogiken, da Kollektivität im Asylrecht offener ist als die (diskriminierende) Gruppe. Das TP beteiligt sich an der Asylrechtsforschung zur tatbestandlichen Entwicklung von Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität und sozialer Gruppe und bringt diese auf den einschlägigen Stand der Geschlechterforschung. Beide sind sich näher als bisher angenommen, weshalb mit dem Fokus auf Heteronormativität ein struktureller Entwicklungsprozess im Asylrecht freigelegt werden kann. Das TP untersucht allerdings einen Prozess, der zwar über die Asylrechtspraxis läuft, von dieser allerdings nicht intendiert ist. Das TP untersucht die Symptome dieses Prozesses, etwa über Unbehagen im Zusammenhang mit Trans*-Vorbringen oder Schwierigkeiten in der Ermittlung und Beweiswürdigung. Es legt den Prozess aber auch als spezifischen juridischen Diskurs frei, in dem insbesondere die Selbstbeschreibung als Teil eines Kollektivs und die Vergeschlechtlichung der Subjekte eine Rolle spielt. Der Ertrag wird so für die Theorie, aber auch für die juristische Praxis verwertbar sein.

Unsere Einordnung: vollkommener Unsinn. Die Menge transsexueller Asylbewerber ist zu gering, um die Normalität junger heterosexueller meist männlicher Asylbewerber außerhalb der Einbildung der Antragssteller zu erschüttern. Eine Überwindung „rechtlicher Strukturlogiken“ der „Heteronormativität“ ausgerechnet von arabischen oder afrikanischen Asylbewerbern zu erwarten ist eine so absurde Idee, dass man auf den Ertrag des Teilprojekts für die juristische Praxis nicht gespannt sein muss, schon weil im Asylverfahren Geschlecht keine Rolle spielt. Aber das wissen nur Juristen. Bundesverfassungsrichter sind häufig politische Besetzer, die von Juristerei keine Ahnung haben.

Dafür werden 2 Millionen Euro Steuergelder ausgegeben.
Deutschland muss es gut gehen!

 

Politische Säuberungen an der TU-Darmstadt

Du sollst keine Ideologie neben dem Genderismus haben. Jedenfalls nicht an der TU-Darmstadt. Die Technische Universität ist die erste in Deutschland, die einen Dozenten vor die Tür setzt, weil er kontroverse Inhalte vertritt, die mit der Heilslehre des Genderismus nicht in Einklang stehen. Er ist gleichzeitig der erste Dozent, der durch studentische Schnüffler und deren Mitschriebe in seinen Seminaren überführt und der Inquisition durch Universitätsleitung und AStA zugeführt wurde. Ob er auch demnächst auf dem Friedensplatz in Darmstadt öffentlich verbrannt wird, ist derzeit noch eine offene Frage.

Darmstadt, Asta, 26. September 2017;

Adriana Lanza und Maike Arnold sind mit sich und der Welt zufrieden. Auf ihren „konsequenten Einsatz“ ist es zurückzuführen, dass ein Dozent der TU-Darmstadt im Wintersemester 2017/2018 keine Seminare in Biologiedidaktik mehr anbieten darf, weil ihm die Lehrerlaubnis entzogen wurde. Der Dozent habe „regressive und diskriminierende Inhalte“ angeboten, die an eine „Universität nicht gelehrt werden dürften“, so Lanza, die den Entzug der Lehrerlaubnis und den Ruin der beruflichen Existenz eines Menschen begrüßt.

Wo Gutmenschen die Universitäten von Inhalten säubern, die „nicht mehr gelehrt werden dürfen“, da fallen eben Späne. Der Fortschritt, den Sozialisten versprechen, er ist immer nur über die Leichen derer möglich, die nicht in die neue heile Welt passen. Und in Darmstadt wurde mit einem Oberstudienrat im Hochschuldienst ein Lehrender dem Gendergott geopfert, der durch besondere Formen der Häresie aufgefallen ist.

Die Liste seiner häretischen Aussagen ist, dank der akribischen Freude an Denunziation, die manche Studenten heute zu haben scheinen, lang:

  • Er habe bedauert, dass man Neger nicht mehr sagen dürfe.
  • Er habe weiblichen Studenten prophezeit, dass sie nach dem Studium keine Männer finden würden.
  • Er habe Referate über Genderismus gefordert – das muss man sich einmal vorstellen: Genderismus.
  • Er habe die Genderforschung für unsinnig erklärt, mit der AfD sympathisiert und seinen Studenten einen Besuch der Webseite WikiMannia empfohlen. WikiMannia! Allein der Name „WikiMannia“ scheint bei AStA-Mitgliedern Schaum vor dem Mund nach sich zu ziehen, der sich in einem Stakkato von gespuckten Begriffen wie: „unseriöse“, „frauenfeindlich“, „LGBTIQ-feindlich“, „Hetzseite“ entlädt.

Die Krönung der Verfehlungen, sie besteht jedoch darin, seinen Studenten die Lektüre des Buches „Die kleine Rassenkunde des deutschen Volkes“ empfohlen zu haben.

Im Seminar, das der nun lehrerlaubnislose Dozent angeboten hat, ging es übrigens um die Geschichte der Naturwissenschaften und ihrer biologischen Teildisziplinen. Es scheint, dass man heutigen Studenten Geschichte nur noch in gesäuberter Form und in Genderismus-konformen Häppchen aufbereitet servieren kann, damit sie sich nicht an einem, mit ihrer totalitären Persönlichkeitsstruktur inkommensurablen Happen verschlucken.

Würden die AStA-Aktivisten, die mehr mit virtue signalling als mit Denken beschäftigt sind, das Gehirn, das ihnen mitgegeben wurde, zum denken benutzen und sich nicht auf ihr limbisches System beschränken, dann wären sie vielleicht auf die Idee gekommen, das empfohlene Buch „Die kleine Rassenkunde des deutschen Volkes“ nicht als Reiz-Reaktions-Depp unter ausschließlicher Reaktion auf den Stimulus „Rasse“ zu verarbeiten, sondern es zur Hand zu nehmen und zu lesen. Sofern Sie des Altdeutschen mächtig sind, wäre ihnen dann vielleicht aufgefallen, dass das Buch gar kein Nazi-Buch ist, sondern bereits 1928 veröffentlicht wurde, als Reaktion auf die Rassendiskussion, die zu diesem Zeitpunkt nicht nur in Deutschland, sondern international geführt wurde. Wären sie über die ersten Seiten hinaus gelangt und hätten sie darüber hinaus ihr Gehirn zum Denken benutzt, sie hätten vielleicht sogar bemerkt, dass Hans Günther, der die Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes geschrieben hat, alles andere als ein Nazi ist.

Wir zitieren von den Seiten 11 und 12 aus einem Buch, das man in einem Seminar, in dem es um die Geschichte der Naturwissenschaft geht, erwarten muss:

Bei Amazon noch zu haben.

“Eine Rasse stellt sich dar in einer Menschengruppe, welche sich durch die ihr eigene Vereinigung leiblicher und seelischer Eigenschaften von jeder anderen (in solcher Weise zusammengefassten) Menschengruppe unterscheidet und immer nur ihresgleichen zeugt.
Eine Rasse ist also eine in sich erbgleiche Menschengruppe. Wer sich in solcher Weise das Wesen von Rasse vergegenwärtigt hat, der muss gleich einsehen, dass es kaum möglich sein wird, eine Rasse irgendwo auf der Erde als geschlossene Menschengruppe aufzufinden. Die zu einem Volke durch gleiche Sprache, durch gleiche Sitten oder gleichen Glauben verbundenen Menschengruppen der Erde stellen mit kaum einer Ausnahme Rassengemische dar, nicht Rassen.
[…]
Die Juden […] können nach den obigen Ausführungen auch nicht als Rasse angesehen werden, sondern stellen ein rassengemischtes Volk dar“.

Das sind weder die Ausführungen eines Rassisten noch die Ausführungen eines Nazis, sondern die Ausführungen eines Wissenschaftlers, der im weiteren Verlauf seines Buches die Geschichte der Rassen, wie sie in der Anthropologie, für die Deutschland damals berühmt war, zusammengestellt wurde.

Wir können somit feststellen, dass es an der TU-Darmstadt zwei Aktivisten gibt, die stolz darauf sind, die TU-Darmstadt dazu gedrängt zu haben, einem Dozenten die Lehrerlaubnis zu entziehen, ihn somit beruflich zu ruinieren, weil sie nur bereit sind, ihre Dummheit zu feiern, nicht aber Bücher zu lesen, deren Titel ihnen nicht zusagt. Darüber hinaus sind sie nicht willig, Dozenten zu akzeptieren, die:

  • nicht an die Heilslehre des Genderismus glauben und sich trauen, dies auch zu sagen;
  • auf Webseiten hinweisen, die die AStAner-in ihrem Echozimmer nicht mögen, weil auch auf diesen Webseiten der Genderismus in Frage gestellt wird;
  • auf Bücher verweisen, die den Stand der Forschung, die von 1900 bis 1928 als das Buch veröffentlicht wurde, in Deutschland als Rassenkunde bekannt war, aufarbeiteen und darstellen;

Diktaturen wie die Rumänische unter Nicolae Ceaușescu mussten Jugendliche extra heranzüchten, um die ideologischen Blindgänger, die alles tun, um ihre Ideologie durchzusetzen, zu erhalten, für die Rumänien berühmt war. Heute finden sich derartige ideologische Blindgänger an Hochschulen ein, so als wären sie normale Bestandteile einer Hochschule. Sie beschnüffeln Dozenten, denunzieren die entsprechenden Dozenten und sind stolz darauf, die berufliche Karriere eines Menschen deshalb zerstört zu haben, weil er Inhalte gelehrt hat, die nach ihrer Ansicht „nicht mehr gelehrt werden dürfen“.

Dass diese prätentiösen kleinen Menschleins, die sich aufschwingen, Gericht, nein die heilige Gender-Inquisition über Menschen zu halten, die auf eine Lebensleistung zurückblicken und nicht durchgängig auf Kosten anderer gelebt haben, wie dies auf die meisten Studenten zutrifft, dabei auf Grundlage nicht vorhandenen Wissens und unter nicht-Einsatz ihres Denkapparates und nur getrieben vom Adrenalinausstoss den bestimmte Begriffe bei ihnen auslösen können, handeln, ist ein beredtes Zeichen für eine Zeit, in der die Affen den Zoo regieren. Verstörend ist es indes, dass sie es in Darmstadt mit der Zustimmung und unter Mithilfe der Universitätsleitung tun. Bleibt zu hoffen, dass das Arbeitsgericht in Darmstadt mit Richtern besetzt ist, die ihren Kopf noch zum Denken benutzen.

Was Aktivisten wie Maike Arnold und Adriana Lanza an einer Universität zu suchen haben, ist eine Frage, die man klar beantworten kann. Beide haben an keiner Universität etwas zu suchen, da sie offensichtlich nichts lernen wollen, weil sie der Meinung sind, sie wüssten schon alles, wüssten irgend etwas. Dass die TU-Darmstadt sich gerade ein bemitleidenswertes Armutszeugnis ausgestellt hat und in die Geschichte als erster Umfaller eingehen wird, der dem Gender-Wahnsinn nachgegeben hat, ist offenkundig. Dass dies nicht das erste Mal ist, wissen wir aus der Geschichte. Wir zitieren von der Homepage der TU-Darmstadt:

“ 1933 – Aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ werden in Darmstadt 13 Professoren entlassen oder zum Rückzug in den Ruhestand gezwungen – beinahe jeder fünfte der 54 Ordinarien und 10 Extraordinarien; und rund ein Fünfzehntel der Privatdozenten. Am stärksten betroffen sind Architektur, Chemie und Physik. Studierende sind eine treibende Kraft bei der Entlassung politisch missliebiger Dozenten.“

Die Seite, von der wir hier zitieren, steht übrigens unter der Überschrift „Allianz mit dem NS-Regime“ und setzt sich überaus kritisch mit der damaligen Universitätsleitung und den damaligen Studenten auseinander.

Wie heißt es doch so schön: Wer aus der Geschichte nichts lernen will, der muss sie wiederholen.

Wir danken einem Leser für den Hinweis auf den Darmstädter Zoo.

Stellvertreterkrieg neu aufgelegt: Deutsche Raketen gegen von den USA trainierte Spezialeinheiten

Deutschland liefert Waffen an die Kurden im Irak. Zahlen dazu hat gestern der Tagesspiegel veröffentlicht: „24.000 Gewehre sind darunter, 8000 Pistolen, 1200 Panzerabwehrraketen und 400 Panzerfäuste, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auch Funkgeräte, Nachtsichtgeräte gehören zur deutschen Ausstattungshilfe. Mehr als 3000 kurdische Kämpfer, Peschmerga, wurden außerdem für den Kampf gegen den IS von Bundeswehrsoldaten ausgebildet“.

Heute haben Truppen der irakischen Regierung die Besetzung von Kirkuk durch die Einnahme der Provinz von Altun Kupri abgeschlossen. Dabei soll es auch Gefechte zwischen den irakischen Regierungstruppen, die von den USA-trainierte Spezialeinheiten und vom Iran finanzierte Truppen und Polizeieinheiten umfassen, und den Peshmerga, die wiederum von der Bundeswehr trainiert werden, gegeben haben.

Dabei dürfte es sich um den ersten militärischen Zwischenfall handeln, bei dem Truppen, die von NATO-Staaten unterstützt werden, gegeneinander antreten. Wie die Zeitung Al Arabiya berichtet, behaupten irakische Regierungstruppen von Peshmerga mit deutschen Milan-Panzer-Abwehrraketen beschossen worden zu sein.

Die Weitsicht der Bundesregierung hätte, wenn diese Behauptung zutrifft, dazu geführt, dass sich die Animositäten, die zwischen Deutschland und den USA seit der Wahl von Donald Trump, der deutschen Politikern nicht genehm ist, vorhanden sind, zum ersten Mal in einer militärischen Konfrontation von Stellvertretern niedergeschlagen haben. Die Stellvertreterkriege, die in den 1960er und 1970er Jahren vor allem in Afrika geführt wurden, sie erfahren gerade eine Neudefinition, wobei es auch neu ist, dass ein militärischer Zwerg wie Deutschland sich mit einem militärischen Übergewicht wie den USA anlegt.

Die Komplexität der Moderne, die so gerne angeführt wird, um politische Gegner zu diskreditieren, die Bundesregierung scheint ihr nicht gewachsen. Dass einem dann, wenn man Waffen in ein militärisches Pulverfass liefert, so manches um die Ohren fliegen kann, ist eine Überlegung, die in Berlin offensichtlich niemand angestellt hat.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!
Haben Sie Lust auf Auseinandersetzung oder steht bei Ihnen eher der Frust durch Auseinandersetzungen im Vordergrund? Der individuelle Umgang mit Konfliktsituationen ist ein Feld, das in Deutschland nicht beforscht wird. Dr. habil. Heike Diefenbach ändert dies zur Zeit. Sie haben die einmalige Gelegenheit, daran mitzuwirken. Nehmen Sie an unserer Primärforschung teil. Wirken Sie mit an der Erstellung einer Skala zur Messung von Konfliktorientierung.   Zur Teilnahme geht es hier.
Holler Box
Skip to toolbar