„Falsche Fakten“ – Geht auch das letzte bisschen Verstand bei der FAZ stiften?

Alternative Fakten waren gestern. Heute sind wir bei „falschen Fakten“. Diesen Begriff legt ein besonders versierter (in was auch immer) Redakteur der FAZ dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert in den Mund, wie die fehlenden Anführungszeichen nahelegen.

Damit hat der Journalismus seinen täglichen Tiefpunkt einmal mehr erreicht.

Zur Erinnerung: Die Idee von Sprache war Verständigung.

Nun ist die Idee, dass Sprache der Verständigung und somit der Übermittlung von Information zwischen einem Sender und Empfänger dient, schon vor einiger Zeit vor die Hunde gegangen. Seit Begriffe affektiv assoziiert und nicht mehr in ihrer Wortbedeutung verwendet werden, seit es als schick gilt, dass man mit Begrifflichkeiten, die gut klingen, von deren Bedeutung man aber keinerlei Ahnung hat, um sich wirft, hat die gute alte Verständigung gelitten. Die Annäherung an das schlichte Grumpf der vorsprachlichen Menschheitsgeschichte, Grumpf für „das mag ich“ bzw. Nogrumpf „das mag ich nicht“, sie macht Fortschritte.

Ein Wegbereiter der sprachlichen Verkümmerung ist das Entkoppeln von Begriff und Bedeutung von Bezeichnendem und Bezeichnetem, eine besondere Spezialität der Genderista und anderer Viertel-Intellektuellen, die denken, Sprache sein ein Vehikel der Ideologie, nicht der Verständigung.

Der neueste Hype, der in Deutschland grassiert, ist nicht damit zufrieden, Worte in die Bedeutungslosigkeit zu entlassen, nein, er setzt noch einen drauf und schafft begriffliche Monstren der Widersprüchlichkeit.

Die FAZ hat ein Beispiel geliefert: „falsche Fakten“. Auf einen solchen Begriff kann eigentlich nur derjenige kommen, für den Sprache keine Bedeutung mehr hat. Der sich losgelöst hat von dem Bezeichneten und in seinem eigenen sprachlichen Orbit herumschwirrt, wie eine Fliege, die nicht verstehen kann, dass die sichtbare Welt von einer Glasscheibe versperrt wird. Nur: Der Fliege macht das etwas aus. Dem Redakteur bei der FAZ nicht.

Er bewirft seine Leser mit „falschen Fakten“.

Das nächste, das ihm einfallt, sind ehrliche Lügner oder abschüssige Steigungen, vielleicht wird er auch zum Freund der „falschen Rechtschreibung“, wenngleich die Bedeutung von „Rechtschreibung“ schon lange verloren gegangen ist. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die FAZ bald vom gleisenden Licht der Dunkelheit fabuliert oder der sprossenlosen Tonleiter ein Denkmal sprengt. Man muss heute auf alles gefasst sein, auf falsche Fakten, mutige Feiglinge, aufrechte Schleimer und dyskalkulierende Taschenrechner.

Am Ende erzählt noch jemand die Geschichte von dem aufrechten Politiker, der ein systemkonformer Widerstandskämpfer war … Der Letzte macht dann bitte das Licht aus.

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Der kürzeste Beitrag des Jahres: Logische Zicken von der AAS-Stiftung

Andreas Zick ist Vorstand der AAS-Stiftung und er ist einer der Sozialwissenschaftler, die von öffentlich-rechtlichen Medien hofiert werden. Vermutlich, weil er logischen Blödsinn, weil tautologisch und leer, von sich gibt, der genau dem Niveau der öffentlich-rechtlichen entspricht.

Wir können dazu nur sagen:

Wenn es idiotisch ist, was man sagt, dann ist man eindeutig ein Idiot.

Wenn es tautoligisch ist, was man sagt, dann ist man eindeutig ein Tautologe.

Wenn es falsch ist, was man sagt, dann ist man eindeutig ein Falscher.

Wenn es leer ist, was man sagt, dann ist man eindeutig ein Leerer oder ein Lehrer, wenn man zudem noch Legastheniker ist.

Aber: Wenn man von dem was gesagt wird, auf das schließt, was der Sprecher ist, dann ist man ein Essentialist.
Alle Faschisten waren Essentialisten.

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BINGO! Im Seniorenheim herrschen Recht und Ordnung!

Gesetze sind keine, im Gegensatz zu dem, was manche denken, Ordnungsvorstellungen, die von Gott gesandt und von Politikern umgesetzt werden. Gesetze sind auch nicht als Verdienstmöglichkeiten für drittklassige Juristen gedacht, die sich dazu hergeben, Dritte abzumahnen. Gesetze sind auch nicht dazu da, dem Staat eine Möglichkeit einzuräumen, seine Bürger zu schröpfen, obwohl sie immer mehr dazu gemacht werden. Gesetze sind nicht einmal dazu da, Menschen zum richtigen Leben zu zwingen, obwohl manche dieser Ansicht zu sein scheinen.

Bürgerliche Gesetze, wie es noch bei den alten Moralphilosophen geheißen hat, dienen dem Zusammenleben in einer Gesellschaft. Sie haben einen einzigen Zweck: Das Zusammenleben in einer Gesellschaft zu ermöglichen, und zwar durch den Schutz von Grundrechten, Eigentum, Freiheit und die Gewährleistung von Sicherheit. Alles, was darüber hinausgeht, kann man als einen Missbrauch der Gesetzgebungsfunktion ansehen.

Die Gesetzgebungsfunktion ist in Demokratien in der Regel entweder beim Parlament oder beim Präsidenten oder bei beiden verankert, und sie ist mit einer Vielzahl von Kontrollmechanismen versehen.

Warum? Weil Gesetze es ermöglichen, Macht über Bürger auszuüben und Letzteren Verpflichtungen aufzuerlegen. Und wie immer, wenn Möglichkeiten geschaffen werden, steht der Missbrauch schon Gewehr bei Fuss. Wenn man z.B. ein Parlament als Gesetzgeber einsetzt, muss man damit rechnen, dass die Mitglieder des Parlaments Koalitionen bilden, um ihre Interessen oder die Interessen von Gruppen, die sich politische Gefallen erkaufen, der Bevölkerung aufzuzwingen. Um dies zumindest zu erschweren, haben demokratische Verfassungen mehr oder minder funktionale Kontrollmechanismen ersonnen, die zunächst einmal darauf beruhen, dass es im Parlament eine funktionierende Opposition gibt. Eine fromme Hoffnung, wie ein Blick auf Merkel-Deutschland zeigt. Die nächste Stufe der Kontrolle stellen unabhängige Gerichte dar, die jedoch in der Regel erst tätig werden, wenn sie angerufen werden. Das Bundesverfassungsgericht ist ein solches Gericht. Ob es ein unabhängiges Gericht sein kann, wenn Parteien die Hälfte der Richter unter sich auskungeln, ist eher eine negativ zu beantwortende Frage.

Medien und die Öffentlichkeit stellen eine weitere Stufe der Kontrolle dar. Gut. Sie sollen eine weitere Ebene der Kontrolle darstellen. Auf Linie getrimmte Massenmedien sind natürlich alles andere als eine Kontrollinstanz. Sie sind ein Propagandainstrument.

Was bleibt?
Bürger!
Jeder Einzelne.

Das klingt für manche sicher überraschend. Für Philosophen im 16., 17. und 18. Jahrhundert war es jedoch eine ganz normale Sache anzunehmen, dass Bürger, die durch ihren Staat gegängelt (oder genudged) werden, sich das nur bedingt gefallen lassen und über kurz oder lang aufbegehren: Entweder gegen einzelne Gesetze oder gegen den gesamten Staatsapparat. Deshalb hat es z.B. Thomas Hobbes, der seinem Leviathan weitreichende Befugnisse in der bürgerlichen Gesetzgebung eingeräumt hat, für ganz natürlich gehalten, dass der Leviathan seine Gesetze nicht gegen den Willen der Mehrheit seiner Bevölkerung durchzusetzen versucht.

Die Herrscher, die Hobbes im Sinne hatte, waren auch Parlamente, seine Sympathie war jedoch eindeutig bei Monarchen angesiedelt. Das macht die Sache noch interessanter: Für Hobbes lag die Annahme, dass Bürger, die von ihrem Monarchen mit Gesetzen gegängelt werden, gegen diesen aufbegehren, weil sie ein natürliches Recht auf Freiheit haben, eine ganz normale und naheliegende Annahme.

Wie viel normaler sollte diese Annahme im heutigen Deutschland sein, das eine moderne parlamentarische Demokratie sein will. Zur Erinnerung: Das Zentrum der Macht in einer parlamentarischen Demokratie ist das Parlament, nicht die Regierung. Das scheint vergessen worden zu sein.

Doch zurück zu Deutschland und dem Aufbegehren gegen Gesetze.
Eine Voraussetzung dafür, gegen Gesetze aufzubegehren, seinen Mißmut öffentlich zu machen, besteht darin, sich als souveräne Entität, als Bürger, der selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelt, zu verstehen. Dass Bürger sich so verstehen, war für Hobbes selbstverständlich.

Für den modernen deutschen Staatsbürger ist es nicht mehr selbstverständlich. Die Konformität mit Gesetzen, die Unterordnung unter das, was staatlich vorgegeben wurde, die Einordnung in das Korsett der Regeln, Normen und Verhaltensvorschriften, es ist fast die natürliche Verhaltensweise des deutschen Menschen. Der erste Impuls des Untertanen ist es, dem Gesetz, das ihm gerade mit vielen Paragraphenzeichen, die Ehrfurcht erheischen sollen, auf einem Blatt Papier geschickt wurde, um eine angebliche Verpflichtung, von der ein Bürokrat irgendwo denkt, man könne sie dem jeweiligen Bürger einmal probeweise aufhalsen, zu legitimieren, Folge zu leisten. Keine Irritation, kein Widerstand, kein Gedanke von: Halt! Ich bin mein eigener Herr, hier kann nicht einfach über meinen Kopf hinweg bestimmt werden, wenn ich das nicht will!

Nein, Konformität, Anpassung und Unterordnung sind erste Bürgerpflicht.

Wie weit das Bedürfnis selbst den aberwitzigsten Vorstellungen darüber, dass es ein Gesetz geben könnte, das bestimmte Verhaltensweisen untersagen oder mit Bußgeld bedrohen könnte, geht, zeigt ein Fall aus Köln.

Dort haben die Senioren bis vor Kurzem noch BINGO gespielt. Einsatz: 50 bis 125 Cent. Hauptgewinn: eine Tafel Schokolade. Zwischenzeitlich spielen die Senioren nicht mehr BINGO, denn das Spiel, es könnte illegales Glücksspiel sein.

Wie kommt man auf eine derart verschrobene Idee?

So:
Bei einer Rechnungsprüfung hat ein Rechnungsprüfer bei einer Quittung für eine Schachtel Pralinen, die mit „Bingo-Preis“ verbucht war, gestutzt. Nachdem er genug gestutzt hatte, ist ihm die absurde Idee gekommen, dass es sich beim BINGO der Senioren um „illegales Glücksspiel“ handeln könnte. Treuer Staatsdiener, der er nun einmal ist, hat er die SBK-Juristin Anna Margarete Seelentag über seine Befürchtung unterrichtet, dass dann, wenn jemand davon erfahren würde, dass im Seniorenheim BINGO gespielt wird und dieser jemand den Gedanken fassen würde, dieses Spiel zu beanstanden und darüber hinaus den Entschluss fassen würde, das BINGO-Spiel bei der zuständigen Finanzbehörde anzuzeigen, dort jemand auf die Idee kommen könnte, dass BINGO-Spiel der Senioren, das einmal die Woche stattfindet, als einer Untersuchung würdig zu finden und am Ende dieser Untersuchung könnte dann herauskommen, dass das BINGO im Seniorenheim illegales Glücksspiel darstellt.

Bei so viel Konjunktiv muss man erst einmal durchatmen.
Wir gehören zu denen, die die Freiheit von Menschen verteidigen und annehmen, dass Menschen einen freien Willen haben. Angesichts dieser Posse aus Köln muss man zumindest bei manchen im Hinblick auf den freien Willen Abstriche machen. Manche scheinen wandelnde Handlanger des Staates zu sein, die jedes Maß und jeden Menschenverstand verloren haben, deren Leben von der Hysterie, bloß gegen keine Regel zu verstoßen, getrieben ist.

Was wäre passiert, wenn der Rechnungsprüfer seinen Mund gehalten und die entsprechende Quittung ignoriert hätte?
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nichts.
Aber der Rechnungsprüfer hätte sich im Nachhinein in die Hosen gemacht, weil ihn der Gedanke, sich in einem Punkt für seine Mitbürger und gegen seinen Staat und die Regeln, von denen er annimmt, dass sie zutreffen könnten, entschieden hat. Man könnte ihn für einen eigenständigen Akteur halten, der für seine Entscheidungen gerade stehen will. Horror.

Was wäre passiert, wenn der Hinweis des Rechnungsprüfers bei der „Juristin“ versandet wäre (vielleicht auch kein Zufall, dass es eine Juristin ist, die besonders gesetzestreu sein will. Zu einer der wichtigsten Arbeiten, die Horkheimer et al. in ihrem damaligen Frankfurter Institut für Sozialforschung geleistet haben, gehört eine Studie über die Autorität in der Familie, die zeigt, dass es vor allem Frauen waren, die mit den Regeln des Staates konform gehen wollten und ihre Männer dazu gedrängt haben, keine „Probleme“ zu machen. Staatsbürgerliches Andienen ist weiblich, wie man bis auf weiteres empirisch begründet feststellen kann.).

Doch zurück zur Frage: Was wäre passiert, wenn die Juristin der Sozialbetriebe Köln oder deren ganze Juristerei, einmal im Leben Rückgrat bewiesen hätte und sich für die eigenen Senioren und gegen eine wilde Spekulation darüber, mit welchem Gesetz das wöchentliche BINGO-Spiel in Konflikt geraten könnte, entschieden hätte?
Vermutlich abermals nichts.
Aber die Juristerei der Sozialbetriebe hätte gezeigt, dass ihre Loyalität bei den alten Menschen liegt, die in den Seniorenheimen der Sozialbetriebe leben und nicht mit Phantasien über Gesetze, die vielleicht etwas verbieten könnten – oder auch nicht. Statt dessen haben es die Juristen vorgezogen, sich anzubiedern und das eigene Rückgrat weiterhin als Illusion anzusehen.

Und selbst wenn eine Prüfung ergeben hätte, dass das wöchentliche BINGO-Spiel im Seniorenheim illegales Glücksspiel darstellt: Wäre es dann nicht an der Zeit, ein solches Gesetz, das offensichtlich dazu benutzt werden kann, Menschen, alte Menschen in diesem Fall, in vollkommen übertriebener Weise und in vollkommen unangemessener Weise an der Ausübung der wenigen Freiheit zu hindern, die ihnen im Seniorenheim noch geblieben ist, zu beseitigen?

Aber das ist Häresie.

Ein guter deutscher Staatsbürger zweifelt nicht an den Gesetzen, die auf ihn kommen.
Ein guter deutscher Rechungsprüfer ist mehr darauf aus, vermuteten Gesetzen gefällig zu sein, als dass er fünf gerade sein lässt, also seinen Menschenverstand einsetzt.
Ein guter deutscher Jurist bei den Sozialbetrieben ist mehr darauf aus, vermuteten Gesetzen gerecht zu werden, als dass er sich vor die Menschen stellt, die ihm und seiner Einrichtung anvertraut sind.
Und allen liegt es näher, sich präventiv bei staatlichen Stellen anzubiedern, ja einzuschleimen, als eine persönliche Haltung einzunehmen und für sich zu sagen, dass dann, wenn sie zwischen den Konsequenzen eines aberwitzigen Gesetzes und den alten Menschen, die ihnen anvertraut sind, entscheiden müssen, sie immer die Seite der alten Menschen beziehen werden.
Wie man sieht, trifft die Annahme, dass Menschen dann, wenn Gesetze zu Konsequenzen führen, die sie nicht mittragen wollen, gegen diese Gesetze aufbegehren, nicht zu. Die Voraussetzung für dieses Aufbegehren ist eine eigenständige Persönlichkeit und ein Bewusstsein dafür, dass man als Bürger ein vom Staat unabhängiges, eigenständiges Lebens- und Handlungsrecht hat, ja geradezu eine Handlungspflicht, die es – wie Kant formulieren würde: vorschreibt, gegen einen Staat, der unsinnige Gesetze durchdrücken will, Stellung zu beziehen.

Man muss in Rechnung stellen, dass es im vorliegenden Fall um keinerlei harte Konsequenzen gegangen wäre. Niemand hat den Rechnungsprüfer oder die Juristin bedroht. Niemand hat ihnen Konsequenzen angekündigt. Sie haben freiwillig die Handlungsfreiheit von vielen Senioren beeinträchtigt, um einer Phantasie, nach der es ein Gesetz geben könnte, das die Handlungsfreiheit der Senioren einschränkt, gerecht zu werden. Es lag ihnen näher, sich mit einer Institution zu solidarisieren als die Interessen der alten Menschen in Rechnung zu stellen, die sich in die Obhut der Kölner Sozialbetriebe begeben haben. Ob ein derartiges Verhalten einfach nur schändlich, ärmlich oder irrsinnig ist, ist nicht die Frage, die wir hier beantworten wollen. Wir wollen nur darauf hinweisen, dass die Banalität des Bösen und der Untertanengeist, die/den Hannah Arendt und Heinrich Mann beschrieben haben, kaum besser zum Ausdruck gebracht werden können als in dieser Posse aus Köln.

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Wie bescheuert kann man eigentlich sein: Flüchtlinge entlasten die Krankenkassen

Ich bekomme sicher wieder Prügel für die Überschrift, zumindest in der Redaktion, aber mir fällt angesichts dieser Meldung nichts anderes als „bescheuert“ ein:

„Die Zuwanderung von EU-Bürgern und Flüchtlingen wirkt sich nach Angaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) positiv auf ihre finanzielle Stabilität aus. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, sagte, im Jahr 2016 seien vor allem junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren neu in die gesetzliche Krankenversicherung gekommen. Davon seien mehr als 60 Prozent Männer und an die 40 Prozent Frauen gewesen.

Pfeiffer erläuterte: “Da die zugewanderten Neumitglieder jünger sind als der Durchschnitt aller gesetzlich Versicherten und darüber hinaus auch noch weniger Leistungen in Anspruch nehmen als die gleichaltrigen bisherigen Versicherten, führen sie zu einem doppelten Entlastungseffekt.” Sie stabilisierten die Finanzen und stoppten – zumindest vorübergehend – die Alterung der Mitglieder der GKV insgesamt. “Das ist ein erstaunliches Phänomen, mit dem noch vor einigen Jahren wohl niemand gerechnet hätte”, so Pfeiffer.“

Logik ist ja nicht jedermanns Sache, aber zumindest in den Grundrechenarten sollte man seine Schwächen nicht so öffentlich machen, wie dies Frau Pfeiffer hier tut. Sie behauptet eine doppelte Entlastung der Krankenkassen durch stabilisierte Finanzen, weil jüngere Versicherte weniger Leistungen in Anspruch nehmen und durch einen Verjüngungseffekt.

Fangen wir hinten an, bei der Fähigkeit, sich mit Begriffen selbst zu übertölpeln. Frau Pfeiffer hat diese Fähigkeit. Das erstaunliche Phänomen, „mit dem vor Jahren wohl niemand gerechnet hat“, also der Entlastungseffekt, der über die Alterung der Mitglieder erfolgt, ist nichts anderes als der Effekt, der durch die geringeren Kosten entsteht, die durch jüngere Mitglieder in der Krankenkasse nach aller Statistik dadurch entstehen, dass sie seltener krank werden und ihre Behandlungskosten geringer sind als die älterer Mitglieder.

Beide Effekte sind jedoch identisch. Vermutlich hat deshalb niemand bislang dieses erstaunliche Phänomen, das Frau Pfeiffer hier sieht, gesehen, weil es es schlicht nicht gibt.

Darüber hinaus ist es eine interessante Milchmädchenrechnung, die erhebliche Schwächen in den Grundarten der Mathematik offenbart. Hier in Addition.

  • Wir haben einen Bestand B von Versicherten. Für diesen Bestand entstehen die Kosten X.
  • Nun kommen zu diesem Bestand B von Versicherten neue Versicherte in Form von Flüchtlingen hinzu.
  • Welchen Effekt haben mehr Versicherte auf die Kosten?
  • Frau Pfeiffer behauptet, die Kosten sinken.
    Wer derselben Meinung ist, darf in Zukunft ScienceFiles nicht mehr lesen.
  • Selbst wenn alle bis auf einen Flüchtling keine zusätzlichen Kosten produzieren, entstehen doch MEHRKOSTEN, denn die Kosten für den einen Flüchtling müssen zu den bisherigen Kosten X hinzugezählt werden.

Nun könnte man argumentieren, dass mehr Flüchtlinge in der gesetzlichen Krankenkasse mehr Geld in die Kasse der Kranken bringen und dass diesem Mehr an Einnahmen ein geringeres Mehr an Ausgaben gegenübersteht, weil jüngere Flüchtlinge geringere Kosten produzieren als ältere Versicherte. Aber auch das ist eine Milchmädchenrechnung. „There is no free lunch“ hat der weiße und weise Ökonom Milton Friedman einst gesagt und darauf verwiesen, dass Geld, das in einen Topf eingezahlt wird von irgend jemandem erwirtschaftet werden muss. Wie die Dinge bei Flüchtlingen nun einmal so liegen, muss ihr Beitrag in die Gesetzliche Krankenkasse von der Allgemeinheit der Steuerzahler aufgebracht werden (Ausnahme bestätigen diese Regel).

Der doppelte Entlastungseffekt, den sich Frau Pfeiffer einbildet, entsteht also dadurch, dass zum einen die Bruttoausgaben für Versicherte steigen, weil einfach mehr Versicherte Leistungen aus der Gesetzlichen Krankenkasse in Anspruch nehmen. Er entsteht sodann daraus, dass junge männliche Flüchtlinge weniger Leistungen in Anspruch nehmen als vor allem weibliche Versicherte und alte Versicherte, so dass von den Beiträgen der jungen männlichen Flüchtlinge in der Rechnung von Frau Pfeiffer mehr bei der Gesetzlichen Krankenkasse hängen bleibt als dies für z.B. junge weibliche Flüchtlinge oder alte Flüchtlinge, die z.B. über den Familiennachzug nach Deutschland kommen, oder generell für weibliche Versicherte oder alte Versicherte der Fall ist.

Eine erstaunliche Schlußfolgerung, die man nur teilen kann, wenn man (1) Behauptungen aufstellt, für die es keinerlei empirischen Beleg gibt (wie z.B. junge Flüchtlinge bringen mehr Beitrag als sie Kosten verursachen), (2) vollkommen ausblendet, das das vielleicht-Mehr an Beitrag, das bei den Gesetzlichen Krankenkassen hängenbleibt, von Steuerzahlern aufgebracht werden muss, die derzeit die Beiträge der Flüchtlinge entrichten und (3) der seltsamen Mathematik huldigt, die Frau Pfeiffer vertritt, nach der ein Mehr an Versicherten mit einem weniger an nachgefragten Versicherungsleistungen einhergeht.

Wer jetzt noch denkt, bescheuert sei unpassend, dem ist nicht zu helfen.

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Deutschland wird zum Gespött der Welt oder: Gender Studierte bauen keine Brücken oder Schiffe

Es wird langsam peinlich?
Es ist peinlich.

München, Berlin, die neue Vorzeigestrecke der Hochgeschwindigkeitsbahn. Gleich die erste Fahrt mit rund 200 Ehrengästen, also mit Passagieren, die auf Steuerzahlers Kosten durch die Republik gefahren werden, endet im Fiasko. Technische Probleme machen die Hochgeschwindigkeitsfahrt zur Kriechtour. Zwei Stunden und 10 Minuten Verspätung sind das Ergebnis. Seitdem hat sich wenig geändert: Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke ist wegen technischer und sonstiger Probleme eher für Schnecken geeignet.

Berlin: Muss man mehr als Flughafen sagen? Seit 2006 wird am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg, der schon vor der Eröffnung veraltet ist, gebaut. 2011 war der Eröffnungstermin. Mittlerweile sind wir im Jahr 2018. Eine Eröffnung ist erst einmal nicht in Sicht. Damit hat Berlin-Brandenburg das Rennen mit dem Blaise Diagne International (AIBD) Flughafen im Senegal verloren. Auch der AIBD war ein Prestigeprojekt. Auch der AIBD wurde am Rande der Hauptstadt, hier des Senegal (Dakar) gebaut. Auch beim AIBD haben Pannen und Probleme dazu geführt, dass sich die Bauzeit in die Länge gezogen hat (10 Jahre), wie Kautschuk. Aber: Der AIBD wurde vollendet und eröffnet. Dort fliegen Flugzeuge. Dort kann man als Passagier abfliegen und ankommen.

Kiel: Die neue Fregatte der Bundeswehr, die F-125 Baden-Württemberg, das größte Schiff, das die Marine seit dem zweiten Weltkrieg ihr eigenen nennen könnte, sie ist nicht seetauglich. Sie hat Schlagseite, das Computersystem ist nicht geeignet, der Brandschutz nicht ausreichend, die Software ist veraltet und das Radar weitgehend unbrauchbar. Tatsächlich sind Experten der Meinung, die F-125 sein eine „lame duck“ ein Schiff, das man selbst mit einfacher Anti-Schiff-Rakete erledigen könne, weil am Radar gespart wurde. Tyler Rogoway vom Tech-Blog „The Warzone“ nennt das Fehlen von jeglicher Form der Luftabwehr auf der Fregatte F-125 geradezu bizarr.

Die Liste der Projekte, die Deutschland begonnen und nicht oder im Fiasko abgeschlossen hat, sie ist lang. Die Erweiterung des Stuttgarter Hauptbahnhofs, Hubschrauber und Flugzeuge, die nicht einsatzfähig sind, Panzer, die nicht fahren, Gewehre, die nicht schießen, Brücken, die baufällig sind, Straßen, die mehr Schlaglöcher als zusammenhängende Fahrbahn haben, die Liste der deutschen Infrastruktur Fiasken sie ist so lang, dass sie vom Rest der Welt langsam wahrgenommen wird.

Was ist nur aus der deutschen Effizienz geworden?“, fragt der Telegraph. “Deutsche Ingenieurskunst bringt ein neues Kriegsschiff hervor, das nicht seetüchtig ist“, schreibt das Wall Street Journal. Von Taiwan bis Griechenland, von Russland bis Spanien reicht die Liste derer, die von deutschen Konstruktions-Fiasken belustigt sind.

Wie kann es dazu kommen, dass innerhalb nur weniger Jahre aus Made in Germany, einem ehemaligen Gütekriterium, ein Warnhinweis werden konnte. Eine Reihe von Erklärungen findet sich im Beitrag von William Wilkes für das Wall Street Journal.

Die Expertise, die Kompetenzen und Fähigkeiten, große Projekte durchzuführen, sie seien in Deutschland verloren gegangen bzw. im Bereich der Militärtechnik gar nicht erst vorhanden gewesen. Es fehle die Vision, die Zielstrebigkeit, es würden falsche Prioritäten gesetzt und vieles mehr, das dazu führt, dass Deutschland auf dem absteigenden Ast ist.

Die genannten Gründe sind sicher wichtig, aber sie bleiben an der Oberfläche. Unter der Oberfläche finden sich sozialpsychologische Gründe. Ein Land, in dem Leistung diskreditiert wird, weil z.B. Geschlecht oder ideologische Passung höher gewichtet wird, ist kein Land, in dem Leistungswillige bleiben. Ein Land, dessen politische Führung sich explizit gegen moderne Technologien, sei es Kernkraft, Biotechnologie oder Militärtechnik entscheidet, ein Land, in dem die Regierenden als einzige Vision für ihre Gesellschaft Zuwanderung empfehlen können, ein Land dessen Infrastruktur verfällt, weil mehr Geld in ideologische Erziehung, Frauenbevorzugung und politische Gefallen gesteckt wird als in Autobahnbrücken, ein Land, in dem es Rentnern nach 45 Jahren Arbeit nicht möglich ist, ein Leben aus ihrer staatlichen Rente zu finanzieren, das ihrer Lebensleistung angemessen ist, ein Land, in dem der Leistungswille verlacht und das Schnorren als Günstling von Ministerien Schule macht, ein Land, in dem ein technologiefeindliches Klima herrscht, das jeden, der sich mit Waffentechnik, Kernkraft, Biotechnologie oder anderen Zukunftstechnologien befassen will, aus dem Land treibt, ein solches Land muss sich nicht wundern, wenn die Leistungen früherer Jahre nicht aufrechterhalten werden können.

Mit Gender Studies kann man nun einmal keine Brücken konstruieren oder Flughäfen planen. Die Gleichstellung und Berücksichtigung aller Arten sexueller A-Normalität führt eben nicht dazu, dass Innovationen, die nicht schon nach zwei Jahren vergessen sind, geschaffen werden, und der Hass und Neid der Linksextremen auf alles, was nach Leistung und nach Commitment riecht, macht es denen, die beides zu bringen bereit wären, schlicht unmöglich, in Deutschland zu verbleiben.

Insofern ist es kein Wunder, wenn das Humankapital, das notwendig ist, um einen Flughafen zu planen, zu bauen, zu eröffnen und zu betreiben, in Deutschland – im Gegensatz zum Senegal – nicht mehr vorhanden ist. Es ist kein Wunder, dass deutsche Schiffe Schlagseite haben und bei der Planung vergessen wird, Waffensysteme einzubauen, die es der Besatzung ermöglichen, das Schiff wirkungsvoll zu verteidigen. Dafür hat das Schiff bestimmt einen eigenen Kindergarten und alle Aufschriften sind in Gender-Sprech.

Das Plakat hat Klaus Staeck 1984 entworfen. Wenn damals eine Laienspielschar regiert hat, was regiert dann heute?

Wenn viele Amateure versuchen, ein professionelles Spiel zu spielen, dann mag das eine Zeit lang gut gehen, am Ende kommt aber regelmäßig das, was kommen muss: Eine Katastrophe nach der anderen, eine Katastrophe nach der anderen, die Geld kostet: 7 Milliarden Euro wurden bislang im Flughafen-Versuch in Berlin vergraben, 3 Milliarden Euro hat die Fregatte F-125 Baden-Württemberg verschlungen. Vielleicht hat sie sich überfressen und deshalb Schlagseite? Die Kosten, die dadurch entstehen, dass Gutmenschen und ideologische Krieger an die Stelle von Politikern getreten sind, dass dadurch Kompetenz und Fähigkeit durch Eifer und Ignoranz ersetzt wurde, sie sind immens und werden immer höher. Das ist die Ironie an der Geschichte: Während die Kosten steigen, sinkt die Effizienz und die Leistung … Man kann mit Gender Mainstreaming eben keine Schiffe bauen und die Frauen im Vorstand, sie führen eben nicht dazu, dass aus Flughäfen im Bau Flughäfen in Betrieb werden. Das eine ist die Phantasie, das andere ist die Realität. Wie lange Deutschland noch als „gendergerechtes Phantasialand“ erträumt werden kann, können wir nicht sagen, aber wir können sagen, dass das Erwachen böse sein wird.

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