Website-Icon SciFi

Das Verbrennen des Koran ist erlaubt!

Das folgende Video ging vor einigen Monaten um die Welt:

Das Video zeigt Hamit Coskun, einen armenischen Kurden, der vor der Türkischen Botschaft und als Protest gegen das Erstarken des politischen Islams in der Türkei einen Koran verbrennt. Es handelt sich also um Coskuns Form des politischen Protestes. Der Wilde, der mit einem Messer auf Coskun losgeht, heißt Moussa Kadri.

Für beide Parteien hatte dieses Ereignis Folgen:

Moussa Kadri wurde im September 2025 vom Southwark Crown Court zu einer 20-wöchigen Freiheitsstrafe verurteilt, die für 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurde. Diese Nichstrafe war dem Richter wahrscheinlich doch zu mild, angesichts des Furors, den der Unbeherrschte im Februar an den Tag gelegt hat, weshalb er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit und 10 Tage Antiaggressivitätskurs seinem Witz von einem Urteil hinzugesellt hat. 

Ein anderer Richter, dieses Mal Perückenträger am Westminister Magistrates‘ Court hat seine Version von Witz als Urteil gegen Hamit Coskun gefällt und ihn wegen einer religiös motivierten Störung der öffentlichen Ordnung, die das Potential habe, Unruhe zu provozieren, zu einer Geldstrafe von £240 nebst Spesen von £96 verurteilt. Coskun habe mit dem Verbrennen des Korans seinen „tief verwurzelten Hass auf den Islam und seine Anhänger“ zum Ausdruck bringen wollen, so hat der Richter das Gehirn von Coskun ausgelesen. So mancher Richter fühlt sich wie ein Magnetresonanztomograph…

Der Witz ist damit noch nicht am Ende, denn der Spaßvogel im Richtergewand hat seine Überzeugung, dass Coskun mit seiner Aktion „Unruhe provozieren“ wollte, damit begründet, dass Moussa Kadri mit einem Messer auf ihn losgegangen sei. Eine Form von Rabulistik, die wir noch vor Jahren nicht für möglich gehalten haben und die natürlich das Tor für diejenigen, die politischen Protest unterdrücken wollen, weit aufstößt. Taucht jemand mit Union Jack auf, dann muss man ihn nur angreifen, um Richter wie den vom Westminster Magistrates‘ Court davon zu überzeugen, dass das Tragen eines Union Jacks nur dazu gedient habe, die öffentliche Ordnung zu stören und Unruhe zu stiften. Wir stoßen immer häufiger auf Richter, die offenkundig nicht das geistige Rüstzeug mitbringen, das Mindestvoraussetzung für die Ausführung ihres Jobs ist…

Nun gibt es im Vereinigten Königreich die Free Speech Union (FSU) von Toby Young, die einen sehr erfolgreichen Kampf gegen derartige Versuche führt, Meinungsfreiheit in den Würgegriff von z.B. Blasphemie zu nehmen und Rechtsprechung zu diesem Zweck zu instrumentalisieren und zu ideologisieren. Die FSU hat Coskun unter die Fittiche genommen und Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Mit Erfolg.
Justice Joel Brennathan vom Southwark Crown Court hat das absurde Urteil gegen Coskun aufgehoben.

Es gebe im Vereinigten Königreich keine Straftat der Blasphemie, so der Richter. Es möge sein, dass das Verbrennen eines Koran von vielen Muslimen als Provokation und Beleidigung empfunden werde. Aber das Strafrecht sei kein Mechanismus, der davor schützt, erregt oder verärgert von den Handlungen anderer zu sein. Meinungsfreiheit, wenn Meinungsfreiheit irgend einen Sinn haben soll, muss die Freiheit umfassen, andere zu verärgern, zu schockieren oder zu verschrecken.
Es bleibt Hoffnung.
Die mobile Version verlassen