Wider die Lückenpresse: Donald Trump im Vereinigten Königreich willkommen

In den deutschen Medien hat eine Petition, die sich dagegen richtet, Donald Trump bei seinem Staatsbesuch im Vereinigten Königreich alle Ehren, die dem US-Amerikanischen Präsidenten angemessen sind, zu erweisen, viel Aufmerksamkeit gefunden.

Die öffentlich-rechtliche Meinungsfront titelte z.B.:

Vergessen, in der öffentliche-rechtlichen Berichterstattung wurde eine zweite Petition, die zwischenzeitlich mehr als 300.000 Briten unterzeichnet haben und die sich ausdrücklich dafür ausspricht, Donald Trump im Vereinigten Königreich mit allen entsprechenden Ehren zu empfangen, denn das „ U.K. is a country that supports free speech and does not believe that people that oppose our point of view should be gagged“.

Zwischenzeitlich gibt es eine Antwort der Britischen Regierung auf die entsprechende Petition, die wir veröffentlichen, um die Lücke zu füllen, die die entsprechende Petition in deutschen Medien darstellen wird.

hm-petition-trump“HM Government believes the President of the United States should be extended the full courtesy of a State Visit. We look forward to welcoming President Trump once dates and arrangements are finalised.

HM Government supports this petition.

During her visit to the United States on 27 January 2017, the Prime Minister, on behalf of Her Majesty the Queen, invited President Trump for a State Visit to the UK later this year. The invitation was accepted. This invitation reflects the importance of the relationship between the United States of America and the United Kingdom. At this stage, final dates have not yet been agreed for the State Visit.

Foreign and Commonwealth Office

Und in Deutsch:

Die Regierung ihrer Majestät ist das Ansicht, dass dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die vollen Ehren eines Staatsbesuches zu teil werden sollten. Wir freuen uns darauf, Präsident Trump willkommen zu heißen, wenn die Termine für den Besuch bestimmt und die Planung des Besuchs abgeschlossen ist.

Die Regierung Ihrer Majestät unterstützt diese Petition.

Während ihres Besuchs in den USA am 27. Januar 2017 hat die Premierministerin im Auftrag Ihrer Majestät der Queen Präsident Trump zu einem Staatsbesuch in das Vereinigte Königreich für das Spätjahr 2017 eingeladen. Die Einladung wurde angenommen. Die Einladung spiegelt die Bedeutung der Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich wider. Zur Zeit gibt es noch kein genaues Daten für den Staatsbesuch.

250px-1890_bismarcks_ruecktrittAber britische Politiker waren immer gute Diplomaten …

Das kann man von deutschen Politikern nicht im gleichen Umfang behaupten.

Mit Blick auf Deutschland fühlt man sich derzeit in vielerlei Hinsicht an die diplomatischen Clownerien erinnert, mit denen Kaiser Wilhelm II und seine Regierungen innerhalb nur weniger Jahre das fragile Netz deutscher dipomatischer Beziehungen und entsprechender Einbindung in die Welt, das Otto von Bismarck in Jahrzehnten gewebt hatte, innerhalb von nur wenigen Jahren zerstört und Deutschland weitgehend isoliert haben.

Datenfälscher? Süddeutsche verbreitet Rassismus

„Wer Ungleichwertigkeit zur eigenen Haltung macht oder gar zur Ideologie erhebt, lehnt die Grundlage der Demokratie ab, dass alle Menschen gleichwertig sind. … Je stärker Menschen eine Ideologie der Ungleichwertigkeit annehmen, desto stärker werten sie eine Reihe von schwachen Gruppen ab. … Rassismus … ist eine … Ideologie der Ungleichwertigkeit“.

Das Zitierte stammt aus einer Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung. Demnach ist, wer eine Ideologie der Ungleichwertigkeit vertritt, ein Feind der Demokratie und ein Rassist. Entsprechend dieser Definition, sind bei der Süddeutschen Zeitung Rassisten und Feinde der Demokratie beschäftigt, wie wir nun zeigen werden.

Alpen prawadaDer folgende Post ist das Ergebnis eines kurzen Mailwechsels mit dem Alten Mann aus dem gleichnamigen Block, in dem uns deutlich geworden ist, in welchem Ausmaß bei der Süddeutschen Zeitung versucht wird, mit falschen Behauptungen Stimmung zu machen (zu welchem Zweck auf immer) und die falschen Behauptungen auch noch mit Daten belegen zu wollen, die diesen Beleg nicht einmal im Entferntesten hergeben. Die Erkenntnis, dass bei der Süddeutschen Zeitung Daten nach Lust und Laune missbraucht werden, um Leser zu täuschen, ist dabei schnell der Einsicht gewichen, dass dort Menschen beschäftigt sind, die man nach der Definition der Amadeu-Antonio-Stiftung als Demokratiefeinde und Rassisten ansehen muss.

Paul Munzinger und Katharina Brunner sind für einen Beitrag verantwortlich, den man wohl nicht nur als den Tiefpunkt der Lauterkeit in der Süddeutschen Zeitung ansehen muss. In ihrem Beitrag sind Munzinger und Brunner bemüht, den BREXIT als Beispiel dafür aufzubauen, wie die ältere Generation der jüngeren Generation die Zukunft in der EU nimmt.

Einmal davon abgesehen, dass Munzinger und Brunner sich perfekt nach allen Definitionen, die man bei der Amadeu-Antonio-Stiftung findet, als Rassisten und Rechtsextremisten zu erkennen geben, da sie eine Ideologie der Ungleichwertigkeit vertreten, ist es schon erschrecken, wie offen in deutschen Zeitungen antidemokratisches Gedankengut wieder verbreitet werden kann. Wahlen, wir erinnern uns kurz, zeichnen sich dadurch aus, dass sie allgemein, gleich und frei sind: Jeder (ab 18 Jahre) hat das Recht an Wahlen teilzunehmen, jede Stimme ist gleich viel wert. Diese Grundsätze der Demokratie werfen Munzinger und Brunner über Bord, wenn es ihnen gerade in den Kram passt und behaupten, dass eine Stimme nicht gleich einer Stimme ist:

“Das Brexit-Referendum hat nun aber ein Ergebnis hervorgebracht, das über die normalen Härten des demokratischen Mehrheitsprinzips hinausgeht. Hätten nur die unter 50-Jährigen abgestimmt, wäre Großbritannien in der EUgeblieben. Unter den 18- bis 24-Jährigen haben sich am Donnerstag 75 Prozent dafür ausgesprochen, in der EU zu bleiben. Drei von vier jungen Briten hätten sich eine Zukunft in der Staatengemeinschaft gewünscht. Ein klares Votum, eine überwältigende Mehrheit.”

Von einer nicht normalen Härte kann man nur fabulieren, wenn man der Ansicht ist, dass die vielen Alten, die anders abgestimmt haben als die Jungen dies mit Stimmen getan haben, die den Stimmen der Jungen nicht gleichwertig sind. Damit outen sich Munzinger und Brunner als Rassisten, die der Ansicht sind, Alte und ihre Stimmen sind nicht so viel wert wie Junge und ihre Stimmen.

Um diesen Unsinn zu belegen, verwenden die Autoren Daten, die sie YouGov zuschreiben. Mehr erfährt man nicht über die entsprechenden Daten. Wo die Daten herkommen? Wann sie erhoben wurden? Wie sie erhoben wurden? Munzinger und Brunner verraten es nicht. Vielmehr erwecken sie in ihrem Beitrag wohl mit Absicht den Eindruck, die Daten seien im Zuge der Abstimmung am 23. Juni 2016 im Vereinigten Königreich gewonnen worden, entsprächen also dem tatsächlichen Geschehen.Dass sie ihre Leser absichtlich darüber im Unklaren lassen, dass es sich bei den präsentierten Daten um die Ergebnisse einer YouGov-Umfrage und eben nicht um Daten des Referendums handelt, wird an ihrem sprachlichen Duktus überdeutlich, in dem klare Aussagen getroffen werden: „Briten jenseits der 50 haben sich mehrheitlich für den Brexit entschieden“. „Hätten nur die unter 50-jährigen abgestimmt, wäre Großbritannien in der EU geblieben“.

Das sind eindeutige Aussagen, die man nur treffen kann, wenn man verlässliche Daten hat. Aber Munzinger und Brunner haben keine verlässlichen Daten. Sie täuschen ihre Leser absichtlich oder fahrlässig darüber, dass ihre Aussagen lediglich auf einer Befragung basieren, noch dazu auf einer Befragung, die nicht einmal annähernd an die Realität heranreicht. Um dies zu sehen, genügt ein Blick auf die folgende Abbildung:

SZ_faelschung

Die SZ steht nicht mehr vor dem intellektuellen Zerfall…

Angeblich haben 10% der 18 bis 24jährigen, 7% der 25 bis 49jährigen, 5% der 50 bis 64jährigen und 2% der über 65jährigen nicht am britischen Referendum teilgenommen (Kategorie „nicht gewählt“).

An ihren Lügen sollt Ihr sie erkennen.

Die Wahlbeteiligung am Referendum über den BREXIT muss, wenn die Daten, die Munzinger und Brunner präsentieren das wären, was sie vorgeben, bei mindestens 92% gelegen haben. Tatsächlich betrug die Wahlbeteiligung 72,2%. Die beiden Redakteure der Süddeutschen Zeitung versuchen also ihre Leser zu täuschen. Sie versuchen ihre Leser darüber zu täuschen, dass die von ihnen präsentierten Daten nicht auf Grundlage des Referendums gewonnen wurden, sondern einer Befragung entstammen, von der wir nur wissen, dass sie die Wahlbeteiligung um rund 20% zu hoch eingeschätzt hat, was einer Fehlerquote von 20% entspricht und somit weit mehr als den 5%, die noch als vertretbar angesehen werden. Wir wissen zudem, aus seriösen Quellen, dass die Wahlbeteiligung bei 18 bis 24jährigen gerade einmal 36% betragen hat, so dass letztlich tatsächlich mehr Alte als Junge für Remain gestimmt haben. Auch der gesellschaftliche Graben zwischen Alten und Jungen, den Munzinger und Brunner konstruieren wollen, vermutlich um Unfrieden in Gesellschaften zu schaffen, die immer älter werden, denn: „Die Älteren haben somit über die Zukunft der Jungen bestimmt – ein Phänomen, das in allen überalterten Gesellschaften zum Problem werden kann“, ist schlicht nicht vorhanden.

Munzinger und Brunner haben offensichtlich ein Interesse daran, nicht nur rassistische Inhalte dergestalt, dass Stimmen nicht mehr gleich viel wert sind, an ihre Leser weiterzugeben, sie haben auch ein Interesse daran, mit falschen Behauptungen, wie der, dass mehr Junge als Alte für Remain gestimmt hätten, Unfrieden oder Hass zwischen Generationen zu schüren. Nach allen Maßstäben, die an so genannte Hate Speech angelegt werden, ist der Beitrag von Munzinger und Brunner ein Fall für Heiko Maas und seine Task Force, die gegen Hate Speech vorgehen will.

Bis Maas tätig wird, muss man wohl eine Warnung am Mantel der Süddeutschen anbringen: Warnung: Die Süddeutsche Zeitung verbreitet rassistische Inhalte. Das Lesen der Süddeutschen Zeitung kann sie um den Verstand bringen.

Nachtrag:

Auch die Behauptung „Hätten nur unter 50jährige abgestimmt, wäre Großbritannien in der EU geblieben“ ist falsch. Von den 45 bis 54jährigen haben nämlich 56% für Leave gestimmt. Die Lügen und Fehler im Beitrag von Munzinger und Brunner zeigen nicht nur, was passiert, wenn statistische Illiteraten mit Daten kämpfen, sie zeigen auch was passiert, wenn Vertreter einer Ideologie des Kollektivismus auf die Menschheit losgelassen werden: Plötzlich sind alle gleich. Eben noch haben 73% der Jungen für Remain gestimmt, jetzt sind es schon die Jungen. Kollektivisten wie Munzinger und Brunner sind nicht in der Lage individuelle Unterschiede in Rechnung zu stellen, was noch ein Beleg dafür ist, dass sie dem Rassismus zugeneigt sind, denn auch Rassisten sehen nur einheitliche Gruppen, Gruppen von Syrern oder Gruppen von Polen, Russen oder Chinesen und keinerlei Unterschiede zwischen den Mitgliedern der entsprechenden Gruppen.


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„Der Kampf gegen Feminismus ist ein praktischer, kein rhetorischer Kampf“

Seit ich vor einigen Jahren nach England ausgewandert bin, gehört das Staunen über das, was man als „Civic Society“ bezeichnen kann, zu meinem täglichen Begleiter. Kaum ein Tag vergeht, an dem mir kein Beispiel dafür begegnet, wie ein Einzelner den Kampf gegen die Institutionen aufgenommen, seine private Initiative gegründet, die Initiative nach kurzer Zeit schon mit einer Vielzahl auch finanzieller Unterstützer institutionalisiert und schließlich die von ihm adressierten Institutionen dazu gezwungen hat, sich mit ihm auseinander zu setzen, die öffentliche Kritik durch Zurückrudern, Änderung ihrer Politik oder schlicht einen Schulterschluss mit ihm zu mildern. Ich bin daher sehr stolz darauf, mit Mike Buchanan nicht nur den Autor von Büchern für einen Beitrag gewonnen zu haben, in denen mit klaren Argumenten, der Feminismus als der Unsinn entlarvt wird, der er ist. Ich bin vor allem stolz, weil Mike Buchanan einer dieser Einzelnen ist, die angetreten sind, das Establishment herauszufordern und, so wie ich Mike kennengelernt habe, der nicht ruhen wird, bis das Establishment zumindest wackelt. Es ist mir ein Bedürfnis, mich bei Mike nicht nur für den folgenden Text, sondern auch für seinen Einsatz zu bedanken.

Mike Buchanan hat 30 Jahre als Geschäftsführer und Unternehmensberater gearbeitet, bevor er sich entschlossen hat, diese Laufbahn zu beenden und fortan als Autor zu arbeiten. Seit 2010 hat Mike Buchanan neun Bücher veröffentlicht, drei davon beschäftigen sich mit den Konsequenzen des radikalen Feminismus:

David and Gioliath: David Cameron – heir to Harman? (2010)
The Glass Ceiling Delusion: the real reasons more women don’t reach senior positions (2011)
Feminism: the ugly truth.

Mike ist der Gründer der „Campaign for Merit in Business“, betreibt Fighting Feminism und hat einen eigenen Verlag.

Der Kampf gegen Feminismus ist ein praktischer, kein verbaler Kampf

von Mike Buchanan

„A society that puts equality – in the sense of equality of outcome – ahead of freedom will end up with neither equality nor freedom“, aus „Free to Choose“ von Milton Friedman, 1912-2006, American Ökonom und Statistiker

Vorgeschichte

Ich habe den folgenden Beitrag auf eine Bitte von Michael Klein (sciencefiles.org) hin geschrieben. Wir haben uns anlässlich eines Beitrags zum Thema „Gender Diversity in the Boardroom“, den ich für das Blog des Londoner Institut of Economic Affairs (IEA) geschrieben habe, im Kommentarbereich des blogs kennen gelernt. In diesem blog-Beitrag habe ich Belege dafür präsentiert, dass eine Quote, die Unternehmen dazu zwingt, eine bestimmte Anzahl von Frauen in ihren Aufsichtsrat zu berufen, sich negativ auf deren Unternehmenserfolg auswirkt. Die Belege, die die negativen Folgen einer entsprechenden Frauenquote zeigen, habe ich zwei Studien entnommen, von denen eine von zwei Wissenschaftlern an der University of Michigan erstellt wurde, während die andere Studie von zwei Wissenschaftlern in der Arbeitspapier-Reihe der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wurde. Zu meinem Beitrag im IEA-blog gab es in der Mehrzahl unterstützende Kommentare. Eine Ausnahme stellte ein anonymer weiblicher Kommentator dar, der sich selbst „female entrepreneur“ nannte, aber ganz offensichtlich ein Feminist war. Die Kommentare der „female entrepreneuer“ wurden immer unsinniger. Sie verweigerte auf Einladung von Prof. Philip Booth, dem Direktor des IEA, die von ihr behaupteten angeblichen Belege, die meiner These widersprechen sollten, in einem eigenen Beitrag für das IEA-blog zu veröffentlichen (vermutlich, weil es die Belege nicht gibt). Statt dessen zog sie sich auf persönliche Angriffe gegen mich und andere Kommentatoren zurück, versuchte, die Reputation des IEA in Frage zu stellen, behauptete, sie sei eine Unterstützerin des IEA und drohte damit, ihre Unterstützung zu entziehen. Ihr einziger Erfolg bestand darin, sich lächerlich zu machen. Ihr Auftreten ist indes ein Paradebeispiel dafür, warum erfahrene Feministen sich weigern, an öffentlichen Diskussionen teilzunehmen. Der Direktor des IEA, Prof. Philip Booth, war mit der Resonanz auf meinen Beitrag so zufrieden, dass er mich gebeten hat, am 29. August 2012 einen Vortrag zum Thema „Gender Diversity in the Boardroom“ vor geladenen Gästen im Hauptquartier des IEA in London zu halten.

Ich habe die unterschiedlichen Einstellungen und Verhaltensweisen von Männer und Frauen, die zu ungleichen Verteilungen in Aufsichtsräten führen, in meinem Buch „The Glass Ceiling Delusion: The Real Reasons More Women Don’t Reach Senior Positions“ zusammengestellt. Die vielen Ursachen der unterschiedlichen Repräsentation von Frauen und Männern in Aufsichtsräten, die ich in meinem Buch zusammengestellt habe, belegen die Aussage, dass die geringere Repräsentanz von Frauen nichts mit einer „gläsernen Decke“, jenem Mythos, nach dem Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen durch Männer benachteiligt werden, zu tun hat.

Überlegungen zum Kampf gegen Feminismus im Vereinigten Königreich

Mein Interesse am Feminismus wurde im Jahr 2009 geweckt. Damals verhinderte eine radikale Feministin, dass ich einen Vertrag als Unternehmensberater erhielt, und zwar deshalb, weil ich ein Mann bin. Vor diesem Erlebnis, habe ich im Feminismus eine linke Ideologie unter vielen gesehen, denen ich ablehnend gegenüber stehe. Leider ist die Kenntnis über die Schäden, die die dritte Welle des (gender/radikalen/militanten) Feminismus im Verlauf der letzten 30+ Jahre angerichtet hat, im Vereinigten Königreich (VK) nicht weit verbreitet, wenngleich die Zahl derer, die am Kampf gegen den radikalen Feminismus und/oder der Unterstützung von Jungen und Männern ein Interesse haben, wächst. Die folgenden Seiten im Internet gehören nach meiner Ansicht zu den besseren Seiten im VK:

  • The Rights of Man; bietet allgemeine Informationen zu Themen, die einen Bezug zum Feminismus haben;
  • Man Woman Myth; wie oben, angereichert um Video-Material;
  • Mankind; eine Seite für männliche Opfer von häuslicher Gewalt;
  • FNF; eine Seite, die Männern nach einer Trennung Zugang zu ihren Kindern verschafft;
  • Brighton Man Plan; Unterstützung für Jungen und Männer in Brighton und Umgebung;

Im letzten Jahr hat mein Kollege, der Autor Swayne O’Pie ein aufschlussreiches Buch mit dem Titel „Why Britain Hates Men: Exposing Feminism“ veröffentlicht. Ab dem 28. Mai wird das Buch erstmalig auch international unter dem Titel „Exposing Feminism: The Thirty Year’s War Against Men“ erhältlich sein (Paperback: £15.95; eBook: £8.95). Ich empfehle dieses Buch nachdrücklich: Es ist eine detaillierte Analyse des Feminismus und des Schadens, den der Feminismus verursacht hat.

Der Kampf gegen den Feminismus trifft in der Britischen Öffentlichkeit bislang auf wenig Widerhall, was nach meiner Ansicht eine Reihe von Ursachen hat, darunter die folgenden:

  • die mangelnde Verbreitung des Wissens darum, dass Feminismus die Wurzel vieler gesellschaftlicher Probleme ist. Ein Grund dafür ist die 30+ Jahre anhaltende Weigerung von Feministen, sich einer öffentlichen Debatte zu stellen.
  • Die politische Klasse unterstützt fast ausnahmslos feministische Ansichten. Einzelne Politiker, sogar konservative Politiker, stehen selbst den extremsten Äußerungen von Feministen unkritisch gegenüber. So ist der derzeitige Britische Ministerpräsident, David Cameron, ein männlicher Feminist, obwohl er der Parteiführer der Conservative Party ist.
  • Es ist nach wie vor schwierig, für Bücher antifeministischen Inhalts einen Verleger zu finden. Wenn der Autor eines entsprechenden Buches kein „verdienter“ Wissenschaftler ist, kann er seine Bücher nur im Selbstverlag auf den Markt bringen.
  • Die Medien nehmen eine feindliche Haltung gegen jede Kritik am Feminismus ein. In den letzten 30+ Jahren wurde im britischen Fernsehen und Hörfunk nicht eine einzige Sendung ausgestrahlt, die sich kritisch mit dem Feminismus auseinandersetzt.
  • Die meisten Männer begegnen Themen, die in den Bereich der Gender-Politik fallen, mit einem tief verwurzelten Desinteresse.

Versuche, ein Pendant männlicher Ideologie zum Femimismus zu entwickeln – manche nennen dies „Maskulismus“, eine Wortwahl, der ich mich im weiteren Verlauf anschließe – waren vollständig ohne Wirkung. Sie sind gescheitert. Viele haben versucht, dieses Scheitern zu erklären. Meine eigene Erklärung rekurriert auf Versäumnisse. So wurde nicht in Rechnung gestellt, wie sehr und wie lange schon geschlechtstypische Bildern von Männern und Frauen in gesellschaftliche Normen übersetzt wurden. Ich glaube, dass Frauen zu der Ansicht erzogen wurden und werden, sie hätten einen Anspruch darauf, von Männern „besonders“ behandelt zu werden. Dies gilt vor allem für Frauen in den entwickelten Ländern und für die letzten 100 Jahre. Dieser Anspruch auf Sonderbehandlung ist das Fundament, auf dem der Feminismus aufbaut. Es gibt dazu kein Äquivalent auf Seiten der Männer. Männer werden zu der Überzeugung erzogen, dass Erfolg und Reichtum das Ergebnis von Arbeit und Kampf sind. Ich bin der Überzeugung, dass Versuche, „Maskulismus“ zu entwickeln, scheitern müssen, weil ihnen ein dem Feminismus vergleichbares Fundament fehlt. Unter der Mehrheit der Anti-Feministen – mich eingeschlossen – gibt es daher wenig Bereitschaft, Punkte wie „Maskulismus“ zu diskutieren. Ich würde eher und ohne Betäubung meine Hand abnagen, als dass ich „Maskulismus“ ausführlich und dauerhaft diskutieren würde. Ich sehe den Kampf gegen den Feminismus als einen praktischen Kampf, der auf der politischen Ebene geführt werden muss.

Ich verweise die Leser auf Esther Vilars „The Manipulated Man“ (1972), wenn sie sich einen Eindruck davon verschaffen wollen, wie Männer von Frauen mit dem Ziel manipuliert werden, einen Vorteil für sich und ihre Kinder zu erreichen. Auch Steven Moxons Buch „The Woman Racket“ (2008) ist hier aufschlussreich. Für Leser, die sich für die „psychologischen“ Unterschiede zwischen gender-typischen Männern und Frauen interessieren, empfehle ich die Bücher der folgenden Psychologen: Steven Pinker: The Blank Slate (2008), Simon Baron-Cohen: The Essential Difference (2004), Louann Brizendine: The Female Brain (2008) und Susan Pinker: The Sexual Paradox (2009).

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Feministen – die sich ideologisch der Idee einer patriarchalischen Verschwörung von Männern zur systematischen Unterdrückung von Frauen verschreiben – viel von ihrem Erfolg ausgerechnet der Tatsache schulden, dass viele Männer Frauen Ehrerbietung entgegen bringen. Um die Ironie noch zu steigern: Es sind ausgerechnet die Männer, von denen man erwarten würde, dass sie den Feminimus bekämpfen – Männer mit konservativer Einstellung -, die sich am stärksten in Gesten der Ehrerbietung gegenüber Frauen ergehen.

Nach meiner Ansicht war der Kampf gegen den Feminismus nur dann erfolgreich, wenn einzelne (in der Mehrzahl Männer), sich in einen praktischen, am konkreten Gegenstand orientierten Kampf gegen die Auswirkungen des Feminismus gewehrt haben. Aber selbst hier sind die Erfolge spärlich. Ich denke hier vor allem an den Kampf, der geführt wurden, um Männern Zugang zu ihren Kindern auch nach einer Scheidung zu ermöglichen. Ich denke auch an den Kampf, der geführt wurde, um den Leiden von Männern, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, zur Anerkennung zu verhelfen. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Feministen wird häusliche Gewalt ebenso häufig von Frauen wie von Männern ausgeübt. Dennoch gibt es im VK nur 2 Schutzeinrichtungen für männliche Opfer häuslicher Gewalt im Vergleich zu über 400 Einrichtungen für weibliche Opfer.

Wenn Anstrengungen, eine Ideologie des Maskulismus zu entwickeln und der Ideologie des Feminismus entgegen zu setzen, scheitern müssen, wie ich glaube, ist dann alles verloren? Können Männer von der Zukunft etwas anderes erwarten als immer mehr durch Feministen und ihre Helfer, von denen viele bekannte Männer sind, die nur zu bereitwillig die Sache der Feministen zu ihrer eigenen machen, benachteiligt zu werden? Ein Erfolg versprechender Weg im Kampf gegen den Feminismus könnte darin bestehen, gegen feministischen Einflüsse vorzugehen, die die folgenden Merkmale aufweisen:

  • Die feministische Position ist schwach und gegen eine robuste, rationale Herausforderung nicht zu halten.
  • Um die eigene Position zu verteidigen, müssten sich Feministen auf eine öffentliche Debatte einlassen, in der sie schnell ihre Glaubwürdigkeit verlören und in der schnell deutlich würde, wie krude feministische Manipulationsversuche doch sind.
  • Die negativen Auswirkungen des feministischen Einflusses sind klar erkennbar, und die Gefahren, die sich daraus ergeben, dass der entsprechende feministische Einfluss nicht bekämpft wird, sind eindeutig benennbar.
  • Der Kampf kann mit den vorhandenen Ressourcen geführt und gewonnen werden.
  • Es kann mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass interessierte Kreise sich mit finanzieller Unterstützung am Kampf beteiligen werden.

Diese Überlegungen haben mich dazu veranlasst, „The Campaign for Merit in Business“ mit finanzieller Unterstützung einer kleinen Zahl von Helfern ins Leben zu rufen. In der nächsten Woche werde ich die CEOs der 100 Unternehmen, die an der Londoner Börse über die stärkste Kapitalisierung verfügen, anschreiben und eine entsprechende Presseerklärung an Zeitungen und Magazine schicken. Das Ziel der „Campaign for Merit in Business“ ist es, Leistung und Verdienst als die Kriterien durchzusetzen, anhand derer eine Position in einem Aufsichtsrat vergeben wird und damit den Versuch, eine Frauenquote für die Besetzung von Aufsichtsräten einzuführen, im Keim zu ersticken. Die Kampagne ist derzeit noch auf das Vereinigte Königreich beschränkt. Hier, wie in Deutschland, droht die Regierung offen damit, Unternehmen, die eine bestimmte Quote von Frauen im Aufsichtsrat unterschreiten, gesetzlich zu zwingen, die entsprechende Quote umzusetzen. Eine weitere Kampagne gegen die Frauenquote in Aufsichtsräten muss auf der Ebene der Europäischen Union geführt werden. Hier ist es vor allem Viviane Reding, die für die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten Stimmung macht. Ihre verschiedenen Aussagen zum Thema sind eine Mischung aus Verschwörungstheorien, Phantasien, Lügen, Wahn und Mythen. Ansonsten sind sie in Ordnung.

Mike Buchanan
mikebuchanan@hotmail.co.uk

Bildnachweis:
Steve Sailers iSteve Blog