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Nachwuchsentsorgungsprogramm: Finnische Studie räumt mit dem Trans-Mythos auf

Die Erzählung, die sich interessierte Parteien haben einfallen lassen, um aus Kindern und Jugendlichen, die hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität verwirrt sind oder wurden, die an „Gender Dysphoria“ leiden, sich also nicht entscheiden können oder wollen, ob sie Männlein oder Weiblein sind, ist einfach: Wenn man diesen armen Seelen nicht mit Medikamenten in die Entwicklung eingreift, sie nicht mit Hormonen, mit Östrogen oder Testosteron vollstopft, sie, wenn gar nichts hilft, nicht einer Geschlechtsumwandlung unterzieht, also so richtig den Frankenstein (vielleicht auch Mengele) herauslässt, dann werden diese armen Seelen an ihrer Psyche leiden und sich im schlimmsten Fall umbringen. Ihr gesamtes Seelenheil, so die Erzählung hänge von ihrer Behandlung ab, davon, dass man sie zu etwas mache, zu etwas, von dem man ihnen in den meisten Fällen eingeredet hat, dass sie es „eigentlich“ seien.

Quelle

Das üble Geschäft mit der Gesundheit und Reproduktionsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen, das nicht nur entsprechende „Ärzte“ reich macht, sondern etlichen Erwachsenen als Mittel zur Tugendwedel-Onanie gilt, hat Jahrzehnte lang auf dieser Erzählung der psychiatrischen Hilfe für arme Seelen basiert.

Eine Erzählung, die weitgehend erfunden ist. Denn wenn man in der Realität prüft, was in der Erzählung behauptet wird, dann ergibt sich das Gegenteil der Geschichte. Eine gerade in Acta Paediatrica erschiene Studie räumt mit diesem Mythos / dieser Lüge ausführlich auf:

Ruuska, Sami‐Matti, Katinka Tuisku, Timo Holttinen, and Riittakerttu Kaltiala (2026). Psychiatric Morbidity Among Adolescents and Young Adults Who Contacted Specialised Gender Identity Services in Finland in 1996–2019: A Register Study. Acta Paediatrica (2026).

Ruuska et al. (2026) haben das, was man eine Vollerhebung nennt, zur Datenbasis. Von 1996 bis 2019 haben sie alle Personen im Alter bis einschließlich 22 Jahren (gilt den Autoren als Abschluss der Adoleszenz) eingesammelt, die wegen Gender Dysphoria ärztliche Hilfe gesucht haben. In Finnland erhält jeder Einwohner eine Sozialversicherungsnummer, die es ermöglicht, u.a. Krankheitsverläufe in anonymisierter Form abzurufen und zu analysieren und genau das haben Ruuska et al. getan.

2.083 Kinder und Jugendliche im Alter bis 22 Jahre haben von 1996 bis 2019 ärztliche Hilfe wegen einer Gender Dysphoria in Anspruch genommen und sind mit Medikamenten oder einem Skalpel behandelt worden. 481 waren dabei auf dem Weg vom Männlein zum Weiblein (?), 1.602 wollte die umgekehrte biologische Strecke befahren. Jedem dieser Geschlechtsreisenden wurden 4 Personen aus der Bevölkerung (und deren Gesundheitsgeschichte), die nach Alter, Geschlecht (!sic) und sozialem Status „gematched“ waren, zugespielt, um untersuchen zu können, in welcher Weise sich die Gender Dysphoriker vom Rest der Bevölkerung unterscheiden.

Das Ergebnis ist deftig.

Ruuska et al. (2026) finden einen Trend, hin zu mehr Zuschreibung psychiatrischer Leiden zu „Geschlechtsdissonanzen“, ausgedrückt darin,  dass unter denen, die im Zeitraum von 1996 bis 2010 Hilfe in einer „Geschlechtsklinik“ gesucht haben, 23,7% bereits zuvor in psychiatrischer Behandlung waren, während unter denen, die im Zeitraum von 2011 bis 2019 in einer „Geschlechtsklinik“ aufgetaucht sind, bereits 47,9% in psychiatrischer Behandlung waren. Da sich die entsprechenden Anteile in der Kontrollgruppe kaum verändern, kann oder muss man daraus den Schluss ziehen, dass nach 2010 psychiatrische Probleme schneller und häufiger mit „Geschlecht“ in Verbindung gebracht werden, also als Anzeichen einer entsprechenden Fixierung unter denen, die eigentlich Fixierung bei anderen behandeln sollen.

Ein genauerer Blick auf die Tabelle zeigt zudem, dass sich zwei Jahre nach Behandlungsbeginn, die Notwendigkeit psychiatrischer Hilfe unter denen, die wegen Gender Dysphoria behandelt werden, mit Medikamenten oder Skalpel, erhöht nicht etwa reduziert hat. Ein Hinweis darauf, dass in den Daten eine Katastrophe für all diejenigen, die „armen Seelen“, die in ihrer Geschlechtsidentität verwirrt sein sollen, helfen wollen, zu finden ist.

Und in der Tat:

Drei Modelle, die alle der Erklärung einer psychiatrischen Behandlung mindestens zwei Jahre nach Beginn einer Behandlung wegen Gender Dysphoria, die diese psychiatrische Behandlung angeblich unnötig machen soll, zum Ziel haben und sich nur durch die Ergänzung struktureller Variablen wie Geburtsjahr, Jahr des Behandlungsbeginns (Index year) und Notwendigkeit einer psychiatrischen Betreuung vor Behandlungsbeginn unterscheiden. Das umfassendste Modell findet sich in der dritten Spalte (ohne Signifikanzen gezählt). Neben der bemerkenswerten Beobachtung, dass ALLE genannten Variablen die Wahrscheinlichkeit, zwei Jahre nach Behandlung einer angeblichen Gender Dysphoria psychiatrische Hilfe zu benötigen, erhöhen, nimmt das Unheil wie folgt seinen Lauf:

Quelle

Das sind deftige Ergebnisse, deren abschließende Bewertung wir den Autoren überlassen:

„Nach Bereinigung um bereits vorhandene psychiatrische Erkrankungen wiesen die geschlechtsangepassten Jugendlichen zwei Jahre oder mehr nach dem Indexdatum im Vergleich zu den männlichen Kontrollpersonen einen 5- bis 6-fach erhöhten Bedarf an fachärztlicher psychiatrischer Behandlung auf und im Vergleich zu den weiblichen Kontrollpersonen ein 3- bis 4-fach erhöhtes Risiko, unabhängig von der gewünschten Veränderungsrichtung und dem GR [Gender Reassignment]-Status. Dies stützt nicht die vermutete Verbesserung der psychischen Gesundheit nach einer während der Entwicklungsjahre eingeleiteten medizinischen Geschlechtsangleichung, und angesichts der vorliegenden Ergebnisse scheinen schwere psychiatrische Störungen nicht in erster Linie auf die Geschlechtsdysphorie zurückzuführen zu sein. Psychiatrische Störungen erfordern eine angemessene Behandlung, unabhängig von der Geschlechtsidentität eines jungen Menschen.

Im Orginal:

„When prior psychiatric morbidity was controlled for, the gender-referred adolescents had a 5- to 6-fold increased need for specialist-level psychiatric treatment two years or more after the index date compared to the male controls, and 3- to 4-fold greater risk compared to the female controls, regardless of the desired direction of change and GR status. This does not support the suggested improvement in mental health after medical GR initiated during developmental years, and in light of the present findings, severe psychiatric disorders do not appear primarily attributable to GD. Psychiatric disorders require their due treatment regardless of a young person’s gender identity.“

Das ist, was man ein vernichtendes Urteil nennt, ein zurückhaltend formuliertes Urteil, das man auch dahingehend hätte zum Ausdruck bringen können, dass es unter Psychiatern Mode zu sein scheint, jungen Menschen ein Geschlechtsproblem einzureden, bzw. dass Psychiater diese Mode-Diagnose benutzen, um immer mehr junge Menschen darunter zu packen und in einen Behandlungskanal zu leiten, aus dem sie nicht ohne psychischen Schaden wieder herauskommen. In jedem Fall ist der Mythos, eine Geschlechtsanpassung wäre in irgendeiner Weise der psychischen Gesundheit förderlich, umfassend zerstört.


 

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