Ist Linksextremismus eine Geisteskrankheit?

Die Frage beschäftigt uns schon lange. Je weiter links sich Linke verorten, desto eindimensionaler scheint ihr Denken zu werden. Eindimensionalem Denken wiederum fehlen die Grundbestandteile, die Denken zu einem sozialen, jenseits der Grenzen des jeweiligen Gehirns noch verstehbaren und mitteilbaren Akt machen. Entsprechend bleibt der eindimensionale Denker in seinem Gehirn und seiner Geisteswelt gefangen – in einer geistigen Zwangsjacke, wenn man so will.

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wohin Hartz IV und Bafög u.a. fließen?

Der neueste Ausdruck linker Toleranz, das ausgebrannte Auto von Werner J. Patzelt, hat uns abermals vor diese Frage gestellt. Der Anschlag kommt im Nachgang des so genannten „Extremismus-Kongresses“ vom 18. März, den die AfD in Berlin veranstaltet hat. Hauptredner auf dem Kongress: Werner J. Patzelt. Nachfolgend habe ihm, so berichtet Patzelt, eine Antifa Nordost angekündigt, dass er – als „Freund des Rassismus“ – für das, was er tue, bezahlen müsse.

Und da ist sie wieder, die Frage, ob Linksextreme geisteskrank sind.

Angenommen, Patzelt ist ein Rassist. Angenommen, er hält auf Kongressen der AfD rassistische Vorträge (was er nicht tut. Man muss aber irre Annahmen machen, wenn man nachvollziehen will, wie Antifas ticken.). Was folgt daraus? Nichts.

So lange die Handlungen eines Menschen keine negativen Externalitäten für Dritte haben, ist das, was er tut, seine und keines anderen Angelegenheit. Wenn jemand gerne in seiner Freizeit Lieder aus dem Dritten Reich singt, dann ist das seine Angelegenheit. Wenn jemand denkt, er müsse dreimal am Tag vor einem Schrein mit dem Konterfei von Karl Marx und Vladimir Iljitsch Lenin beten, dann ist das seine Sache. Wenn jemand meint, er müsse seine Aggressionen in einem Killer-Spiel abarbeiten, dann ist das seine Sache.

Es geht niemanden etwas an, so lange niemand davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Deshalb stellen alle Programme, die darauf zielen, von Gutmenschen gewünschte Einstellungen bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen herzustellen oder heran zu erziehen einen Übergriff auf die entsprechenden Menschen, negative Externalitäten dar. Das ist das Dilemma der Gutmenschen: Sie können andere nicht erziehen oder ihnen helfen, ohne die Würde dieser anderen mit Füßen zu treten.

Die Frage, ob Linke geisteskrank sind, ist eng mit diesem Dilemma verbunden.

Rassismus ist für Linke etwas ganz Furchtbares. Die wenigsten werden zwar ein Konzept davon haben, was Rassismus sein soll, aber alle Linken wissen, dass Rassismus schlimm ist, und Rassist als Schimpfwort gebraucht wird, durch dessen Gebrauch man selbst eine Art interne Adelung erfährt – linksextremer Adel.

Rassismus wird in der Wissenschaft gemeinhin als eine Form der Menschenfeindlichkeit gefasst. Menschenfeindlichkeit äußert sich (negative Externalitäten) darin, dass anderen, deren Nase, Einstellung, Verhalten oder Aussagen, dem Menschenfeind nicht gefallen, geschadet werden soll und wird, und zwar in Wort und Tat.

Rassismus ist eine spezifische Form der Menschenfeindlichkeit, die sich auf alle richtet, die im Hinblick auf den Nukleus abweichen, der die eigene Gruppenzugehörigkeit ausmacht, also z.B. Schwarze, wenn Weißsein heilig gesprochen wird oder Weiße, wenn Schwarzsein heilig gesprochen wird. Damit Rassismus zum Problem wird, müssen negative Externalitäten vorliegen, also entsprechende Handlungen.

Nehmen wir wieder an, Werner Patzelt wäre ein Rassist. Wenn er ein Rassist ist, dann ist er ein wirkungsloser Rassist, denn es gibt keinerlei Hinweise, dass Patzelt sich rassistisch geäußert hätte noch, dass er rassistische Taten verübt hätte.

x files grotesque 10.pngObwohl keinerlei entsprechende Hinweise vorliegen, sind Linke der Meinung, Patzelt sei ein Rassist, und weil er aus ihrer Sicht ein Rassist ist, zünden sie sein Auto an. Eine Einbildung „Patzelt ist ein Rassist“ löst somit eine aggressive und zerstörerische Handlung aus (Brandanschlag). Das erfüllt die Definition von Wahnsinn. Wahnsinnige, also geistig Kranke, bilden sich Dinge ein, die es in der Wirklichkeit nicht gibt, und reagieren aggressiv auf diese Dinge. Die entsprechende psychiatrische Literatur ist voller Beispiele dafür.

Auch andere Indizien sprechen dafür, dass Linksextreme geisteskrank sind. So schreibt die Antifa Nordost in einem Beitrag, der sich u.a. gegen Werner Patzelt richtet:

“Breitere Bekanntheit erlangte der Professor der TU Dresden vor allem als großer „PEGIDA-Versteher“. In seinen eigenen Forschungen und zahlreichen Medieninterviews lässt er nichts unversucht, um die völkisch-nationalistischen Proteste in Dresden in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen. In seinen Augen besteht der protestierende Volksmob lediglich aus Menschen, die sich von Politik und Medien nicht mehr repräsentiert fühlen und ihre somit berechtigten Sorgen und Ängste nun auf die Straße tragen.“

Und wenige Zeilen weiter:

“Diese „Veredelung des empirisch vorfindbaren Volkswillens“ ist jedoch nichts anderes als eine andere Verpackung diskriminierender und menschenfeindlicher Ansichten.“

Es gibt wohl keinen geistig Normalen, der nicht der Ansicht wäre, die Bezeichnung „Volksmob“ für Menschen anderer ideologischer Auffassung erfülle den Tatbestand einer diskriminierenden und menschenfeindlichen Ansicht, so dass man der Antifa Nordost attestieren muss, dass sie mit diskriminierend menschenfeindlichen Äußerungen gegen vermeintlich diskriminierend menschenfeindliche Äußerungen vorgehen will.

Auch ein derartiges Vorgehen klassifiziert sich als Geisteskrankheit, so dass auf zwei Wegen gezeigt wurde, dass Linksextremismus eine Erkrankung des Geistes darstellt.

Die Epidemie der Persönlichkeitsstörungen in Deutschland

Ein Hinweis in der Mailbox. Gegenstand vermeintlich ein wissenschaftlicher Text. Titel: Narzissmus: An diesen Merkmalen erkennen Sie einen Narzissten. Ein Klick. Der Text. Bei Bento. Das lässt schon nichts Gutes ahnen. Es ist ein Interview, mit Heiner Keupp, einst Professor für Sozialpsychologie an der LMU in München. Heute Pensionär und Interviewgeber, z.B. zum Thema „Narzissmus“.

PerlsUnd als gäbe es kein anderes Thema als den US-Amerikanischen Präsidenten Donald Trump, so dauert es nur wenige Zeilen, bis die Frage auftaucht, „Ist Donald Trump ein Narzisst?“. Allein die Fixierung, die boshafte Fixierung deutscher Medienschaffender auf Donald Trump, die keinen Tag verstreichen lässt, an dem nicht ein kleines Redaktionslicht versucht, Trump anzupinkeln, ist bereits ein Indiz dafür, dass in Deutschland Störungen der Persönlichkeit, die einen normalen Umgang mit anderen Menschen verunmöglichen, endemisch sind.

Und institutionalisierte oder ehemals institutionalisierte Wissenschaftler, deren wichtigste Aufgabe eigentlich darin besteht, entsprechend psychotisch anmutenden Fixierungen die man fast schon als fanatische Persönlichkeitsstörung (F60.0 im ICD 10) diagnostizieren muss, einzudämmen und zu behandeln, sie beteiligen sich daran, das entsprechende Krankheitsbild einer gestörten Persönlichkeit in Deutschland zur Normalität zu machen.

Heiner Keupp beteiligt sich daran, und zwar in einer Art und Weise, die nicht nur ethisch verwerflich ist, sondern auch zeigt, wie wenig er doch von Wissenschaft versteht oder verstanden hat.

Keupp gibt folgende Antwort auf die Frage nach dem Narizissmus von Donald Trump:

„Mit Ferndiagnosen sollte man grundsätzlich zurückhaltend sein, schließlich hatte ich keine Chance, diese Person selbst zu untersuchen. Durch die Medien können wir aber trotzdem täglich Donald Trumps Handlungen verfolgen. Sein Verhalten ist für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung tatsächlich sehr typisch.

Woran machen Sie das fest?

1. Er zeigt eine sehr starke Tendenz, sich selbst zu überhöhen und demonstriert immer wieder sein Gefühl der eigenen Großartigkeit und Überlegenheit. Gleichzeitig wertet er andere ab. Bei Trump äußert sich das in einer brutalen Selbstüberschätzung und dem Glauben, dass ihm niemand das Wasser reichen kann.

2. Ich beobachte bei Trump einen Mangel an Empathie. Er urteilt ohne Einfühlungsvermögen über Personen, über deren Schicksal er letztlich entscheidet.

3. Man sieht bei Donald Trump ein großes Wutpotential, sobald die eigene Großartigkeit nicht akzeptiert wird. Das zeigen seine heftigen Reaktionen auf Kritik. Er kann die Wahrheit nicht ertragen und rückt sich die Wirklichkeit zurecht. Statt Fehler einzugestehen, reagiert er mit alternativen Fakten und Verunglimpfungen. Lügen und Beschimpfungen sind bezeichnend für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Damit hat sich Keupp öffentlich und medienwirksam als Wissenschaftler verabschiedet, denn: Wissenschaftler suchen nicht nach Bestätigung ihrer Vorurteile, sondern danach, die eigenen Sicht auf die Welt zu falsifizieren.

Der Hintergrund dieser Aussage ist die Unterscheidung zwischen Verifikation und Falsifikation. Ersteres ist ein unmögliches Unterfangen, letzteres eine wissenschaftliche Methode. Ersteres ist gefährlich und trägt den Kern des Totalitarismus in sich, Letzteres ist die einzige Methode, um Erkenntnis zu gewinnen.

Warum?

Ganz einfach. Wenn man danach sucht, sich ein Vorurteil zu bestätigen, dann wird man immer Belege dafür finden, dass es zutrifft. Nehmen wir an, Sie sind der Ansicht, die Grünen seien eine totalitäre Partei, deren Ziel darin besteht, Deutschland in eine Grüne Diktatur zu verwandeln. Nehmen wir zudem, die Kriterien dafür, dass eine Partei totalitär ist, seien eindeutig bestimmt. Nun suchen Sie im Internet nach Belegen dafür, dass diese Annahme zutrifft. Sie werden viele Belege dafür finden und sich freuen, dass Ihr Vorurteil zutrifft. Belge, die gegen ihre Annahme sprechen, kommen ihnen gar nicht in den Blick.

Bad Seed germanNun versuchen Sie, Belege dafür zu finden, dass die Annahme nicht zutrifft. Sie formulieren Annahmen über Situationen, in denen man erwarten würde, dass die Annahme nicht zutrifft und testen die entsprechenden Annahmen. Trifft die Annahme dennoch zu, dann hat sich die Hypothese, dass die Grünen eine totalitäre Partei sind, bestätigt, trifft sie nicht zu, wurde sie in einem Test falsifiziert und muss entsprechend modifiziert werden. Sie sind also mit dieser Vorgehensweise in der Lage, Belege, die für ihre Annahme und Belege, die dagegen sprechen, wahrzunehmen.

Während die zweite Vorgehensweise, also die Möglichkeit des Falsifikationismus beinhaltet, dass das, was man für richtig hält, sich als falsch erweist, gibt es bei der Verifikation nur die Möglichkeit, dass sich das, was man für richtig hält, als richtig erweist. Wer nach Belegen für seine Annahmen sucht, der schließt bereits durch diese Art des Vorgehens aus, dass er mit seiner Annahme daneben liegen könnte.

Und aus diesem Grund ist Heiner Keupp kein Wissenschaftler. Nicht, weil es ihm Spaß zu machen scheint, seine Stimme dem Chor derjenigen hinzuzufügen, die Donald Trump zu ihrem Lieblingsfeind erklärt haben und nun gegen ihn ansingen, sondern deshalb, weil er mit Interviews, wie dem, das er Bento, einem Journal, das sich an junge Leute richtet, gegeben hat, die Wissenschaft verrät und sich zum Handlanger totalitärer Ideen macht.

Dass dem so ist, kann man sehr einfach zeigen, in dem wir unsere Annahme, dass Heiner Keupp senil ist, verfiizieren, also seine Vorgehensweise auf ihn selbst anwenden.

Wir wissen, dass Menschen, die senil sind, Dinge nicht mehr erinnern und mit zunehmender Senilität vergessen, was sie einst, als sie noch nicht senil waren, als normale Verrichtungen beherrscht haben. In der Extremform „Demenz“ werden nicht nur tägliche Verrichtungen unmöglich, der Demente zeichnet sich auch häufig durch erratisches und unberechenbares Verhalten aus.

Nun sollte man mit Ferndiagnosen ja grundsätzlich vorsichtig sein, aber Heiner Keupp gibt durch seine Präsenz in den Medien genügend Material, um auf der Grundlage dessen, was er von sich gibt, die Ferndiagnose zu stellen: Keupp ist senil.

1. Er zeigt eine sehr starke Tendenz, sich innerhalb nur weniger Sätze zu widersprechen. Wenn die Diagnose Narzissmus nämlich aufgrund eigener Beobachtung in direktem Kontakt erstellt werden muss, und die meisten Psychiater, wenn nicht alle Psychiater werden hier zustimmen, dann ist es ein Widerspruch, die Ferndiagnose, obwohl unmöglich, dennoch vorzunehmen. Derartige Widersprüche sind Kennzeichen einer fortgeschrittenen Senilität. Dass mit der Senilität auch jedes Gefühl der Beschränkung der Aussagekraft eigener Aussagen verloren geht, wird mit den Aussagen belegt, die Keupp trifft und in denen er z.B. Trump eine „brutale Selbstüberschätzung“ unterstellt. Dies ist ein, wie man sagen muss, brutaler Indikator dafür, dass Keupp all das vergessen hat, was er in seiner wissenschaftlichen Karriere an Methodenkenntnissen erworben haben sollte, Kenntnisse, auf deren Grundlage er z.B. Bewertungen, die nicht quantifizierbar sind, brutal zum Beispiel, unterlassen hätte.
2. Entsprechend müssen wir bei Keupp einen Mangel an nicht nur Empathie beobachten, der sich darin bahnbricht, dass er Trump nicht die Empathie entgegenbringt, die ihn, Keupp, sich fragen lässt, wie er sich fühlen würde, wäre er Gegenstand von Ferndiagnosen jedes dahergelaufenen Wald- und Wiesenarztes, sondern auch deshalb, weil Keupp letztlich jedes Vermögen zu einer Gewichtung von Fakten, pro und contra, verloren zu haben scheint.
3. Fortgeschrittene Senilität im Zusammenhang mit Demenz wird zuweilen durch Inseln der Einsicht unterbrochen, die es dem Patienten erlauben, seine eigenen Mängel und Fähigkeiten, deren er verlustig gegangen ist, zu erkennen. Auf diese Einsicht reagieren die Patienten in unterschiedlicher Weise. Manche werden depressiv, andere ergeben sich in ihr Schicksal, wieder andere reagieren mit Wut, die sie auf Dritte richten, Dritte, die nicht ihr Schicksal teilen und erfolgreich in dem, was sie tun, sind. Dass Keupp mit Wut auf Donald Trump reagiert und ihn unbedingt zum Narzissten erklären will, obwohl er nicht einmal ansatzweise über die dazu notwendige Grundlage von Informationen, ganz zu schweigen von im persönlichen Kontakt gewonnenen Information zurückgreifen kann, zeigt wie weit fortgeschritten die Senilität, die sich wohl an der Grenze zur Demenz befindet, bei Keupp schon ist.

evil-gnomeSo einfach ist es, die Bestätigung für die eigene Hypothese zu finden, und so einfach wird Heiner Keupp per Ferndiagnose zu einem senilen, an der Grenze zur Demenz stehenden Emeritus erklärt. Unsere Ferndiagnose ist natürlich genau so präzise, wie die Ferndiagnose, die Heiner Keupp über Donald Trump erstellt hat.

Keine Ferndiagnose, sondern und leider, ein Faktum ist die Feststellung, dass sich Deutschland in einer Phase befindet, in der Persönlichkeitsstörungen endemisch zu sein scheinen. Die Vielfalt der Boshaftigkeit, mit der Personen, die sich für gut halten, andere, die sie zwar nicht kennen, aber für böse halten, verfolgen, ist ein Indikator, den man z.B. bestätigen kann, wenn man auf Amazon negative Kundenbesprechungen zu Büchern liest, über deren Inhalt man unterschiedlicher Meinung sein kann. Man kann die Vielfalt der Boshaftigkeit auch in den mannigfaltigen Versuchen von Linken sehen, Personen, die sie wiederum nicht kennen, die sie aber als rechtsorientiert oder rechts, in jedem Fall eben nicht links ansehen, zu diskreditieren und zu schädigen. Letztlich zeigt sich die Epidemie der Persönlichkeitsstörungen auch in der Art und Weise, in der in Deutschland über Donald Trump berichtet bzw. über ihn hergefallen wird. Wenn journalistische Grundwerte wie z.B. eine faire Berichterstattung fallen, wenn sich ehemalige oder vermeintliche Wissenschaftler öffentlich dabei inszenieren lassen, wie sie auf der Basis von Nullinformation weitreichende negative Bewertungen über ihnen persönlich nicht bekannte Menschen abgegeben, wenn Boshaftigkeit und die Lust, andere zu schädigen, verbal, wirtschaftlich oder an deren Leumund, offenkundig zur einzigen Triebkraft geworden sind, dann kann man nicht anders als festzustellen, dass die an der Persönlichkeit Gestörten zur Normalität geworden sind.

Ethnophobia: „Tag der deutschen Schweinheit“

Phobien, also irrationale Ängste vor z.B. Anderen, Fremden, haben viele Ausprägungen, die Xenophobie, also die Angst vor Menschen aus anderen Kulturen oder Ländern, die sich zuweilen in einer militanten Ablehnung der entsprechenden Menschen äußert, ist dabei nur eine Seite der Medaille.

Die Ethnophobie, die sich gegen die Menschen eigener Nationalität richtet und einen irrationalen Hass auf das eigene Land umfasst, ist die anderer Seite derselben Medaille.

Psychologisch betrachtet unterscheidet damit linksextreme Ethnopboben nichts von rechtsextremen Xenophoben. Beide Gruppen umfassen psychisch Kranke. Die einen haben Angst vor Fremden aus anderen Ländern, die anderen haben Angst vor Fremden eigener Nationalität. Die einen wehren sich gegen Ausländer, die anderen gegen Inländer. Die einen vergöttern ihr eigenes Land, die anderen verteufeln es.

In Behandlung gehören beide, denn sie sind nicht in der Lage, normale Einschätzungen und Bewertungen abzugeben. Sie können nur in Extremen denken und sind entsprechend vollkommen unfähig, normale soziale Kontakte zu unterhalten und sich mit Menschen, die nicht ihre Extreme teilen, auszutauschen. Eine soziale Isolation im Echochamber der eigenen Extreme ist die Folge. Die Versuche, die soziale Isolation zu durchbrechen, werden verbal immer brachialer, die Handlungen immer frenetischer – die Isolierten immer Besessener und unfähiger mit der normalen Welt umzugehen.

Und dabei kommt dann so etwas heraus:

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Das „Gewaltplakat“ der Antifaschistischen Aktion

“Was geht in Dresden? Einheitsfeierlichkeiten zum Desaster machen!
In Dresden finden vom 1.10 bis zum 3.10 die Feierlichkeiten zum „Tag der deutschen Schweinheit“ statt. Damit ihr eucheffektiv und ordentlich auf das Wochenende vorbereiten könnt, möchten wir euch eine kleine Einschätzung geben, was an diesen Tagen passieren kann, welche Akteur*innen teilnehmen werden und wie die Stadt an sich aussehen wird. Fest steht: Es ist für alle was dabei, ob fieser sächsischer Bulle, vermeintliche Politprominenz, Nazischläger*in, besorgter Bürger oder AfD-Mitglied.

Das schreibt ein autonomer Zusammenschluss aus Dresden, dessen Mitglieder wohl mehr mit den anonymen Psychopathen als mit normalen politischen Aktivisten gemeinsam haben und um ihre Ethnophobie, die sich bereits im Begriff „Tag der deutschen Schweinheit“ offenbart, auch auf die entsprechenden Schweine, die für das Schweineland stehen, auszurichten, folgt der nächste Abschnitt:

“Nach dem letzten Ereignis in Dresden äußerte sich der Bullenchef Horst Kretzschmar: „Ab sofort arbeiten wir im Krisenmodus“ Was dies im Einzelnen bedeutet können wir nur vermuten. Allerdings wissen wir, wie es um die Sicherheitslage bei dem letzten Stadtfest stand. Von Schweinen mit MPs auf Hochtürmen bis hin zu Rucksackverbot und Taschenkontrollen war alles dabei. Es wurde eine Sicherheitszone eingerichtet und dieser Kontrollbereich (hier eine Karte wie groß der ist wird seit den Anschlägen durchgesetzt. Dresden stellt sich auf den Ernstfall ein. An der Elbe, am Terrassenufer und um das Rathaus herum wurden zwei Tonnen schwere Steinblöcke aufgebaut,um mögliche Selbstmordattentäter_innen mit ihren Kraftfahrzeugen an der Einfahrt zu hindern. Es sind Spezialkräfte von GSG9 undScharfschützen postiert und laut Kretzschmar 2600 Schweine im Einsatz, um den Kontrollbereich zu verstärken. Ein eingerichteter Funkmast wird sicherlich eure Telekommunikation überwachen. Lasst euch von der massiven Präsenz von Schweinen nicht beeindrucken, gemeinsam und entschlossen können wir diesen erfolgreich entgegentreten.“

ideology of madnessWer solche Sätze schreibt, kann nicht mehr als normal angesehen werden. Er ist im hohen Maße ethnophobisch und gehört in eine geschlossene Anstalt unter dauerhafte ärztliche Aufsicht – vielleicht ist dort noch etwas an grauen Zellen zu retten, so dass es dem Kranken irgendwann möglich ist, wieder eine normale Haltung zu einem abstrakten Kollektivbegriff wie „Deutschland“ einzunehmen und im nächsten Schritt festzustellen, das Polizisten Lebewesen sind, die mit einer entsprechenden Würde ausgestattet sind. Das würde die Kranken dann wohl auf die Stufe von Schweinen heben, von denen ja bekannt ist, dass sie intelligente Wesen sind, intelligente Wesen auf einem Niveau, das die Ethnophoben erst noch erreichen müssen.


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Überall Nazis: Mentale Störung hat Deutschland fest im Griff (Nazinoia)

F.22 der ICD-10, der International Classification of Mental and Behavioral Disorders ist der Delusional Disorder gewidmet. Sie wird u.a. anhand der folgenden Kriterien diagnostiziert:

• A disorder characterized by the presence of one or more nonbizarre delusions that persist for at least 1 month; the delusion(s) are not due to schizophrenia or a mood disorder, and do not impair psychosocial functioning apart from the ramifications of the delusion(s).
• A mental disorder in which a person has an extreme fear and distrust of others. A paranoid person may have delusions that people are trying to harm him or her.
• Chronic mental disorders in which there has been an insidious development of a permanent and unshakeable delusional system (persecutory delusions or delusions of jealousy), accompanied by preservation of clear and orderly thinking. Emotional responses and behavior are consistent with the delusional state.

Die Kritierien anhand derer eine Wahnvorstellung (delusional disorder) diagnostiziert wird, sind demnach entweder:

  • Nuts in BedlamEine Störung, die sich in einer dauerhaften Wahnvorstellung niederschlägt, die aber sich nicht darin niederschlägt, dass der Gestörte in seinem sonstigen Leben nicht funktioniert;
  • Eine geistige Störung, die auf extremer Angst und extremem Misstrauen gegenüber anderen basiert und durch die Wahnvorstellung, andere würden versuchen, den Gestörten zu verletzten, gespeist wird.
  • Eine chronische geistige Störung, in der sich die Wahnvorstellung zu einem geschlossen und durch keinerlei abweichende Tatsachen in der Realität mehr beeinflussbaren Wahnsystem entwickelt hat und sich der Gestörte entsprechend seiner Wahnvorstellung verhält.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Sie von Wahnvorstellungen befallen sind? Nicht?
Dann fragen wir Sie jetzt und machen einen Test mit Ihnen:

(1) L – AH – 1818
(2) L –GD- 3345

Was sehen Sie hier?

Zwei Autokennzeichen, die von der Zulassungsstelle in Leipzig erteilt wurden?

Ein guter Anfang. Was noch?

Zwei Autokennzeichen, die von der Zulassungsstelle in Leipzig erteilt wurden und mehr nicht?

Sie sind nicht geeignet, um im vorliegenden Fall eine Wahnvorstellung zu entwickeln.

Denn wären Sie nicht nur geeignet, um eine Wahnvorstellung zu entwickeln, sondern bereits auf dem Weg, zu einem Gegenstand des ICD-10 zu werden, mit dem gerechnet werden muss, dann würden Sie lesen:

(1)
AH = Adolf Hitler
1818 = Erster Buchstabe des Alphabets (= A) und achter Buchstabe des Alphabets (= H), also AHAH.
Und AHAH bedeutet für Sie: Adolf Hitler, Adolf Hitler.

Wer das nicht lesen kann, weil ihm bei AH immer die Altherrenmannschaft einfällt, was, wenn man schon Worte in Autokennzeichen hineinlesen will, näher liegt als Adolf Hitler, ist ungeeignet, zum Wahn, im vorliegenden Fall jedenfalls.

Hineinlesen ist hier das operative Wort, denn Adolf Hitler steht nicht auf dem Kennzeichen, die Information, dass es sich bei AH um Adolf Hitler handeln stammt also aus dem Gehirn dessen, der bei AH an Adolf Hitler denkt und nicht an Altherrenmannschaft, deshalb muss die Lösung für diese Fixierung, dann, wenn sie dauerhaft auftritt, auch im ICD gesucht werden.

Wenn Sie beim ersten Beispiel nicht sechsmal Adolf Hitler gelesen haben, seien Sie bitte nicht traurig, vielleicht können Sie es ja beim zweiten Beispiel zu einer Wahnvorstellung bringen:

L –GD- 3345

Fangen wir hinten an:
3345, besser: 33 … 45. Na, klingelt es? Denken Sie sich eine 19 dazu. Nein, nicht 3364 sondern 1933 … 1945. Da war doch was? Richtig, das tausendjährige Reich, das mangels Nachfrage und aufgrund anhaltenden Misserfolgs bereits nach 12 Jahren zu Ende ging. Und wie heißt das tausendjährige Reich noch? Richtig: Grossdeutschesreich oder Grossdeutschland: GD.

Zugegeben, das ist jetzt ziemlich herbei gebogen, aber was erwarten Sie: Wenn sie eine richtige Wahnvorstellung haben wollen, dann müssen sie schon etwas Phantasie walten lassen. Zur Not können Sie ihre Phantasie auch mit Chrystal Meth ankurbeln, wenn gar nichts hilft.

Und wenn Sie erfolgreich sind, in ihrem Versuch, überall Nazis zu sehen und eine richtige Nazi-Wahnvorstellung zu entwickeln, dann können Sie vielleicht auch einmal Tweeten wie Volker Beck:

 

Volker Beck … VB … Völkischer Beobachter … Argh, jetzt sind wir auch schon befallen. Nein, VB ist natürlich volkseigener Beck oder volkseigener Betrieb, eine DDR-Hinterlassenschaft in jedem Falle.

Übrigens gibt es in Deutschland tatsächlich Kennzeichen, die verboten sind, weil jemand etwas hineinlesen könnte, einen Heinrich Himmler zum Beispiel. Wieder falsch. HH ist nicht verboten. KZ ist verboten, NS, SA, HJ usw. Die LINKE hat sich vor einiger Zeit bereits im Bundestag danach erkundigt, wir und die Bundesregierung haben darauf geantwortet, wir damals mit Bezug auf eine mildere Form der Wahrnehmungsstörung, eine Fehldiagnose, wie sich nach all der Zeit, in der die Symptome nun dauerhaft vorliegen, feststellen lässt. Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort letztlich geschrieben, dass es den Zulassungsstellen weitgehend selbst überlassen ist, welche Kennzeichen sie ächten, dass es aber wohl eine Empfehlung im Hinblick auf „z.B. SA, HJ, SS, KZ“, gebe. Letztlich darf ein Kennzeichen nicht sittenwidrig sein und was ein sittenwidriges Kennzeichen ist, das hat der BGH festgestellt und die Bundesregierung hat ihn in ihrer Antwort auf die Anfrage der Linken zitiert:

“ Grundsätzlich werden die guten Sitten von der Rechtsprechung als Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden beschrieben (vgl. BGH, Urteil vom 9. Juli 1953 – IV ZR 242/52 –, BGHZ 10, 228). Dabei ist auf den so genannten anständigen Durchschnittsmenschen abzustellen. Dieser Begriff unterliegt auch dem gesellschaftlichen Wandel und lässt einen Beurteilungsspielraum zu. Diese zivilrechtliche Rechtsprechung lässt sich ob ihrer Allgemeinheit auch grundsätzlich …  auf öffentlich-rechtliche Sachverhalte wie die Fahrzeugzulassung übertragen.“

Damit sind wir bei der Frage angekommen, ob der anständige Durchschnittsmensch bei L – AH – 1818, wenn überhaupt, dann an die Altherrenmannschaft denkt. Wir sind der Ansicht, das tut der normale anständige Durchschnittsmensch. Was mit denen ist, deren schmutzige Nazi-Phantasie mit ihnen schon beim Anblick von unschuldigen Kennzeichen durchgeht, ist eine Frage, die wir gerne an den BGH zurückgeben. GD bedeutet übrigens nicht Großdeutschland sondern Großer Depp, also ein Verweis auf den Fahrer oder es bedeutet Goal Difference, Great Dragon, Gangster Disciple, Großes Drama, Guter Daimler, Gehobener Dienst, Generaldirektion (Europäische Union) oder Green Day.

Das spannende an der derzeitigen Nazi-Hysterie in Deutschland ist, dass es denen, die überall Nazis sehen, tatsächlich gelingt, in öffentliche Medien vorzudringen, was ein Indiz dafür ist, dass die entsprechende Störung (F.22 – ICD) schon epidemische Ausmaße angenommen hat. Entsprechend sind wir gespannt, wann jemandem auffällt, dass GENDER natürlich für Generelle Nationalsozialistische Durchdringung Einheimischer Ressourcen steht.

MDR steht übrigens für Medium des Deutschen Reiches, oder war es Mitteilungen deutscher Rechtsextremer…?


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Kuddelmuddel der Geschlechter: Wikipedia hat Probleme mit Lann Hornscheidt

Nicht nur an der Humboldt-Universität zu Berlin hat man Probleme mit Lann Hornscheidt – auch bei Wikipedia.

Ja, bei Wikipedia!

Denn: Bei Wikipedia da hat alles seine Ordnung, seine Geschlechterordnung, und deshalb gibt es ein Problem mit dem Beitrag über Lann Hornscheidt:

Lann Hornscheidt (Kategorie:Mann oder Kategorie:Frau fehlt)“

Das ist jetzt dumm, für das Lann Hornscheidt, das doch weder das eine noch das andere sein will, sondern ein X, ein Lanx oder ein Profx oder ein Fraux oder ein Manx…

Wikipedia Lann Hornscheidt

Wikipedia Arbeitsliste – Personendatenwartung

Was also tun?

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Kategoriensystem erweitern oder
  • Kategoriensystem wegwerfen.

Prinzipiell, so schlägt einer derjenigen vor, die sich in der Diskussion um das Geschlecht von Lann Hornscheidt auf Wikipedia engagieren, und was gibt es schon wichtigeres als über das Geschlecht von Lann Hornscheidt zu diskutieren, sei es möglich, Lann Hornscheidt als intersexuell zu kategorisieren.

Intersexuell liegt, wie der Begriff schon sagt, in der Mitte zwischen männlich und weiblich, vielleicht auch nicht, vielleicht auch näher bei männlich oder bei weiblich. Wer weiß. Wo auf auf der Geschlechtsstrecke das Intersexuelle zu verorten ist, ist auch wurscht, denn wichtig ist nur: Die Verortung macht nur mit Bezug auf die Referenzgrößen männlich und weiblich Sinn. Der Dichotomie des Geschlechts, ihr ist nicht zu entkommen, nicht durch die Bezeichnung „intersexuell“.

Was also tun?

Gehen wir von Lann Hornscheidts Wunsch, als X angesprochen zu werden, aus, denn Hornscheidt will weder männlich noch weiblich sein, und des Menschen Wille ist ja bekanntlich sein Himmelreich, und zwar in- und außerhalb der Irrenanstalt.

Warum nicht neben männlich und weiblich sächlich als Kategorie einführen? Schließlich ist sächlich das dritte grammatische Geschlecht der deutschen Sprache, und wer weder männlich noch weiblich sein will, der ist dann eben sächlich: Das Lann Hornscheidt. Die Versachlichung von Lann Hornscheidt hat Vorteile, kann das Lann auf diese Weise doch der Vermaterialisierung als Geschlechtsträger entgehen.

Wikipedia Lann Hornscheidt Diskussion

Diskussion über das Geschlecht von Lann auf Wikipedia

Eine etwas radikalere Lösung greift auf die Einsicht zurück, die Jean Paul Satre hatte, als er von l’Etre et le Néant geschrieben hat, dem Sein und dem Nichts. Wer nicht geschlechtlich sein will, der wäre entsprechend nichts, was auch dem Lannschen Wunsch entgegenkommt, doch mit „X“ bezeichnet zu werden. X ist in der Mathematik zwar ein Platzhalter für ein Etwas, aber – eingedenkt der Tatsache, dass Genderisten nach wie vor mit Mathematik ein Problem haben – schlagen wir dennoch vor, das X für Nichts zu setzen und Lann Hornscheidt in die eigens geschaffene Kategorie der Nichtse einzuordnen.

Ob die entsprechenden Vorschläge bei Wikipedia aufgegriffen werden, wir werden es sehen.

Man kann natürlich auch die Fixierung auf Geschlechtsteile vollständig aufgeben und die Einordnung von Personen als Mann oder Frau komplett streichen, zumal sich die Frage stellt, wofür die entsprechende Einordnung überhaupt relevant sein soll.

Aber, wir leben in seltsamen Zeiten, und eine Grundaussage des Genderismus lautet ja, dass das Geschlecht essentiell für alles ist, selbst das Denken wird vom Geschlecht beeinflusst, so behaupten einige schwärmerische Genderisten. Entsprechend wird man sich besonders in Deutschland und ganz besonders bei Wikipedia schwer damit tun, die entsprechende Kategorie einfach zu streichen.

Denn: Wo kämen wir hin, wenn Geschlecht nicht mehr erfasst würde, wenn man Artikel über Albert Einstein ohne den erhellenden Hinweis, die erhellende Kategorisierung lesen könnte, dass Einstein männlich war? Oder Jane Austen weiblich? Oder Lann Hornscheidt nichts (davon)?

Pandemie obzessiv-zwanghafter Persönlichkeitsstörungen

Innerhalb der Sozialpsychologie gibt es eine Reihe von Forschern, die nicht nur davon ausgehen, dass man Persönlichkeit auf Grundlage von nur fünf Faktoren, nämlich Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Umgänglichkeit,  Offenheit für Neues und Extraversion, fassen kann, sondern auch, dass diese fünf Faktoren ausreichen, um alle Menschen dieser Erde zu beschreiben.

Eine andere Gruppe von Forschern ist der Ansicht, man könne nicht nur alle Menschen auf Grundlage von fünf Persönlichkeitsfaktoren beschreiben, nein, man könne auch eine Duchschnittspersönlichkeit für Nationen bestimmen. Der durchschnittliche Deutsche wäre entsprechend relativ offen für Neues, extrovertiert, ziemlich neurotizistisch (= ängstlich, depressiv, impulsiv), nicht sonderlich gewissenhaft und auch nicht sonderlich umgänglich bzw. liebeswürdig.

toothpaste_personality_testWas von nationentypischen Persönlichkeiten zu halten ist, ist eine heiß diskutierte Frage, die wir hier nicht weiter verfolgen wollen, zumal die meiste Forschung darauf hindeutet, dass die Unterschiede mit Blick auf Persönlichkeitstypen innerhalb der Länder größer sind als zwischen den Ländern. Zudem hat eine Reihe von Forschern darauf hingewiesen, dass die Ausprägung einer bestimmten Persönlichkeit von Randbedingungen abhängig sei und dass diese Randbedingungen nicht bis zur Ebene der Nationen reichen oder bei ihnen halt machen müssen.

Wir wollen auf Grundlage der Annahme, dass es universelle Faktoren gibt, die zur Typologisierung unterschiedlicher Menschen genutzt werden können, eine Hypothese in den Raum stellen:

Westliche Gesellschaften sind von einer Pandemie obzessiv-zwanghafter Störung erfasst, eine Pandemie, die droht, die Funktionsfähigkeit westlicher Gesellschaften zu zerstören.

Obsession mit einem Gegenstand oder einer Handlung wird u.a. auf Scrupulositiy begründet, also auf Überängstlichkeit, die Angst, etwas falsch zu machen, die Angst, gegen eine Norm zu verstoßen. Aus dieser Überängstlichkeit speist sich dann ein zwanghaftes Handeln, das darauf gerichtet ist, diese Überängstlichkeit zu kompensieren und den Zustand, auf den sich die Angst richtet, nicht eintreten zu lassen. Ein Mittel diesen Zustand zu vermeiden, besteht zum Beispiel darin, ein Geständnis abzulegen, sich öffentlich zu outen oder ständig dieselben Dinge zu wiederholen.

Etwas so:

„We’ve always been reluctant about the diversity of our workforce at Google. We now realize we were wrong, and that it’s time to be candid about the issue“

Das Geständnis, dass man bei Google und mit Blick auf Diversität nicht offen genug gewesen ist, ist ein Mittel, mit dem Lazlo Bock, Senior Vice President von Google, anscheinend versucht, seine Überängstlichkeit zu kompensieren, eine Überängstlichkeit, die sich auf eine kulturelle Norm richtet, die er an sich herangetragen sieht und die er nicht länger zu übertreten wagt:

Google„Google is not were we want to be when it comes to diversity, and it’s hard to address these kinds of challenges if you’re not prepared to discuss them openly, and with the facts. So, here are our numbers: 30% Women, 70% Men, 61% White, 30% Asian, 3% Hispanic, 2% Black …“

Google ist kein Abbild der Gesellschaft! Dies ist die Quelle der Überängstlichkeit: Zu wenige Black and Hispanic, zu viele Männer, zu wenige Frauen – nicht zu reden von: Homosexuellen, Kleinwüchsigen, Kindern aus der Arbeiterschicht, Migranten aus Tuvalu und den Nachfahren der Indianer, von denen wir nicht genau wissen, wie man sie derzeit politisch korrekt benennt, vermutlich Ureinwohner oder indigenous people, vielleicht auf First Nations, wie auch immer, Google ist kein Abbild der Gesellschaft, und das macht Lazlo Bock nicht nur Angst, darauf hat er keinen Bock (das musste einfach sein).

Aber, wie die angeführten Beispiele zeigen, kann man als Unternehmen kein Abbild der Gesellschaft sein, denn die zu berücksichtigendeen Variablen überfordern den Intellekt der meisten Menschen spätestens dann, wenn es über 3 Faktoren hinaus geht (und ab einer bestimmten Menge übersteigen die Kombinationsmöglichkeiten bzw. Kombinationsnotwendigkeiten die Anzahl der Beschäftigten). Und dann sind wir noch nicht bei der Intersektionalität, also z.B. bei homosexuellen, kleinwüchsigen Frauen mit Migrationshintergrund, die aus einem Arbeiterhaushalt stammen. Nicht einmal Sergey Brin kann dafür einen Algorithmus schreiben.

Daher die Frage: Warum stellt sich jemand vor ein Problem, das er nicht lösen kann? Die Antwort haben wir oben bereits mit Blick auf den DSM V und die darin enthaltene Kategorie des obsessive-compulsive behavior angetippt. Nun ist es Zeit, sie ganz zu geben:

Obzessiv-zwanghaftes Verhalten ist derzeit endemisch in westlichen Gesellschaften. Die WHO hat die Pandemie bislang verschlafen, ist wohl zu sehr mit neuen Ablegern alter Grippe-Viren beschäftigt, um der grassierenden mentalen Störung Herr werden zu können. Die grassierende mentale Störung floriert unter den Begriffen, Diversität, Frauenförderung. Sie führt bei vielen Unternehmen in der westlichen Welt zum Geständnis, man habe zu wenig Frauen in Führungspositionen oder zur Einsicht, man sei nicht genug diversifiziert (eine Einsicht, die Markowitz bereits 1952 hatte).

AblasshandelDie mentale Störung äußert sich in immer denselben Formen, in Form von Geständnissen, die mit Versprechen einhergehen und mit Ablass-Zahlungen, mit denen in der Regel jedoch kein Erlass der Sünde einhergeht: mehr als 40 Millionen US-Dollar an Ablasszahlungen hat Google geleistet, an Institutionen, die von sich behaupten, sie würden Frauen oder Diversität fördern, an Institutionen, in denen dieselbe mentale Störung endemisch ist. Gebracht hat es entsprechend nichts.

An Stelle des Ablasses tritt die öffentliche Zurschaustellung, z.B. in deutschen Medien: „Ganz viele weiße Männer“, so klagt Tagesschau.de Google an und zeigt damit nur, dass die obzessiv-zwanghafte Störung auch bei der Tagesschau angekommen ist.

Und die WHO tut immer noch nichts, um diese Krise psychischer Gesundheit, die Menschen mental funktionsunfähig macht, anzusprechen und zu bekämpfen. Kein Impf-Programm wird aufgelegt, kein Versuch wird unternommen, zumindest die Folgen der mentalen Störung in den Griff zu bekommen. Nicht einmal die Zunft der Psychiater und Psychologen scheint sich der Ernsthaftigkeit dieses Problems, das die geistigen Ressourcen der westlichen Welt lahm zu legen droht, bewusst zu sein.

Aber vermutlich holt die Psychiater und Psychologen ein Geburtsfehler ihrer gesamten Diagnostik ein: Sie bestimmten Störung in Relation zu dem, was als gesellschaftliche Normalität in westlichen Nationen gilt. Entsprechend verschwinden die Störungen, wenn Störungen zur gesellschaftilchen Normalität geworden sind, eine Überzeugung, die Frederic Perls bereits vor  Jahrzehnten hatte.

Unsinn der Woche: Geschichten vom in Ministerien kursierenden Wahnsinn

Stupendous YappiCLYDE BRUCKMAN: „I foresee a rock affair between superstar Madonna and super-witness Kato Kaelin.“ Well, that’s a gimme, that’s not really going out on a limb, is it? „I foresee Author J.D. Salinger finally publishing a new novel and hitting the talk show circuit to promote it.“ Hmmm… that’s just playing the odds. „I foresee the revelation that not Elvis, but rather Buddy Holly is still alive, having faked his own death so many years ago. Holly will not only reemerge but also regroup with the Crickets and they will headline in next year’s Lalapalaza…“ Lalapaz… pazoola?

Manche von uns beanspruchen für sich, Dinge zu sehen, die andere nicht sehen können. Sie blicken wahlweise in die Vergangenheit oder die Zukunft. Sie wissen Dinge, die bei ihren Zuhörern Erstaunen und vielleicht auch Entzücken auslösen. Sie enthüllen die Geheimnisse der Welt, kennen die Lotto-Zahlen für die Ziehung am ersten September Wochendende im Jahres 2038, sie wissen, wie man mit Alien in Kontakt tritt, sprechen mit Toten, Verschwundenen, kennen den Ghul von nebenan, träumen von Reisen auf Mondbarken, die von nicht näher bekannten Ruderern angetrieben werden, und sie arbeiten in Ministerien, wie ich seit meiner Lektüre des „2 Atlas zur Gleichstellung“ weiß.

NyarlathotepWer bislang dachte, in manchen Ministerien gäbe es noch rudimentäre Reste von Verstand und Rationalität, der muss dieses Vorurteil begraben und sich mit der Wirklichkeit anfreunden. In Ministerien grassiert der Wahnsinn. In Ministerien sehen die dort Beschäftigten Dinge, die Normalsterblichen verschlossen bleiben. In Ministerien sind Medien aller Art mit Tischerücken beschäftigt, befinden sich die meiste Zeit in Trance und, wenn sie daraus aufwachen, blicken Sie auf Zahlen und teilen der Umwelt ihre unglaublichen Erkenntnisse mit, Erkenntniss, die man nur im Wahn haben kann, Erkenntnisse, die jedem mit Rationalität Geschlagenen das nackte Entsetzen den Rücken hinunter kriechen lassen und die ihm ein und für alle Mal versichern, dass es Nyarlathotep ist, der da in seinem Wahnsinn und in deutschen Ministerien nagt.

Da man als Blogbetreiber Sorgfaltspflichten gegenüber seinen Leseren hat: Seit gewarnt, Ihr Leser, ich mute Euch jetzt Auszüge aus dem 2. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern zu, der gerade vom Bundesministerium für FSFJ veröffentlicht wurde. Ich übernehme keine Haftung für eventuell eintretende und nachhaltige geistige Verwirrung, und auch Wutanfälle von Lesern, die über eine Grundbildung in Mathematik und Statistik verfügen, sowie die Folgen der Wutanfälle sind nicht in meiner Verantwortung.

scully facepalmUnd jetzt geht es los, und zwar auf Seite 30 des genannten Atlanten zur Gleichstellung. Dort werden dem Leser Daten für Bundesländer präsentiert, die den „Anteil von Jungen an den Abgängerinnen und Abgängern aus allgemeinbildenden Schulen ohne schulischen Abschluss“ angeben; nur die Anteile für Jungen. Anteile für Mädchen kommen nicht vor.  Aber gut, man kann sich die entsprechenden Anteile hinzudenken, in dem man die für Jungen angegebenen Prozentwerte, die zwischen 59% (Berlin) und 64% (Brandenburg und Rheinland-Pfalz) variieren, von 100 subtrahiert. Die in jedem Fall geringeren Werte geben dann den Anteil der Mädchen an all jenen an, die im Jahre 2010 ohne einen Schulabschluss geblieben sind. Nach dieser kurzen Berechnung entnehmen wir den Daten, dass im Jahre 2010 unter denjenigen, die in z.B. Deutschland die Schule ohne einen Abschluss verlassen haben, 61% Jungen und 39% Mädchen waren und dass es im Jahre 2006 63% Jungen und 37% Mädchen waren, können wir auch noch errechnen. Und mehr kann man diesen Zahlen als Normalsterblicher auch nicht entnehmen, denn Sie geben nun einmal einen Anteil und nichts als einen Anteil an, denkt man. Doch im Ministerium sind Seher beschäftigt. Spirituelle Wesen aus einer anderen Sphäre, die, wenn sie den Anteile 61% Jungen sehen, mehr sehen, als 61% Jungen. Sie sehen:

  • das Vorhandensein einer geschlechterspezifischen Schullandschaft;
  • den Stand der Umsetzung geschlechtsspezifischer Unterrichtskonzepte;
  • Gender Kompetenz im Alltag;

Ich habe einmal von jemandem gelesen, der in jedem, den er gesehen hat, einen Mafiosi oder Banditen gesehen hat. Er ist in einer eigens für Fälle wie ihn errichteten Institution geendet, um u.a. Mafiosi und Banditen vor ihm zu schützen. Vielleicht hätte er nicht Mafios und Banditen sehen sollen, sondern Gender und Genderlandschaften, die Karriere in Ministerien oder beim Bundesverfassungsgericht wäre ihm offen gestanden.

PrintSeite 34 des Altanten zur Gleichstellung beschert uns den prozentualen Anteil „von Jungen an den Abgängerinnen und Abgängern aus allgemeinbildenden Schulen mit Hochschulreife“. Abermals bleibt der Anteil der Jungen, der dieses Mal zwischen 43% (z.B. in Brandenburg) und 46% (z.B. in Bremen) variiert ohne Anteil der Mädchen. Und abermals sehen die Menschen im Ministerium nicht nur z.B. 44% Jungen, die deutschlandweit eine Hochschulreife erreichen, sondern:

  • ein geschlechtsspezifisches Bildungsgefälle im oberen Segment.

Zu dieser Vision gibt es Folgendes zu sagen: (1) es handelt sich um Schulabschlüsse und die haben nur entfernt etwas mit Bildung zu tun; (2) wo man wenn nur Anteile für Jungen gegeben sind ein geschlechtsspezifisches Bildungsgefälle hernehmen will, ist mir nicht klar, aber die Gedanken sind bekanntlich frei und in Ministerien sind sie offensichtlich ungebändigt; (3) wenn Jungen mit Mädchen im „oberen Segment“ verglichen werden sollen, aber nur Jungen dargestellt sind, dann suggeriert der Begriff „Bildungsgefälle“, dass Mädchen schlechter abschneiden als Jungen. Das ist dann der Punkt, wo Phantasie und Manipulation eine Verbindung eingehen.

Weiter geht die Reise im Atlas auf Seite 36, der vorletzten Station dieser Tour of Madness. Auf Seite 36 lesen wir:

„Definition: Anteil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit einem Schulabschluss …, der zum Studium berechtigt. … Die Quote gibt den Anteil der studienberechtigten Schulabgängerinnen und Schulabgänger an der entsprechenden Bevölkerung am 31.12. des Vorjahres an.“

Es wäre für alle Beteiligten besser, wenn man Angestellten in Ministerien bis auf weiteres verbieten würde, ihren (vielleicht) noch vorhandenen Verstand durch „Quoten“ und „Innen“ zu benebeln. Trotz allen Quotengeredes gibt der „Indikator“, der auf Seite 36 dargestellt ist, keine Quote, sondern einen Anteil an, der auch bei mehrfachem Hinsehen nicht zur Quote wird. Darüber hinaus widersprechen sich die beiden zitierten Sätze, denn dargestellt kann entweder der Anteil der Schulabgänger mit einem Schulabschluss, der zum Studium berechtigt, sein oder der Anteil der Studienberechtigten an der entsprechenden Bevölkerung. Was die „entsprechende Bevölkerung“ ist, ist jedermanns Phantasie überlassen. Möglicherweise sind es alle 17-, 18- und 19jährigen, möglicherweise alle Schulabsolventen bestimmten Alters oder alle Schüler eines bestimmten Alters. Suchen Sie sich aus, was Ihnen am plausibelsten vorkommt. Es ist sowieso egal, denn die letztendlich herauskommenden Zahlen sind nur Hüllen für weit mehr und nur Eingeweihten zugängliche Information.

Ravings of a madmanDamit komme ich zu meinem Lieblingsbeispiel, das sich auf Seite 84 findet. Dieses Beispiel gilt es entsprechend zu zelebrieren. Es ist so ……  [Setzen Sie ein, was immer Ihnen einfällt!], dass man es kaum glauben mag. Also: Auf Seite 84 finden sich Werte für die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern und Frauen pro Bundesland und für Deutschland. Man liest, dass der durchschnittliche deutsche Mann 78 Jahre alt wird, die durchschnittliche deutsche Frau 83 Jahre. Mehr gibt es eigentlich daraus nicht zu lesen, auch bei mehrfachem Hinsehen, ergibt sich nicht mehr als 78 und 83…
Nicht so für die Ministerialen. Sie sehen wieder Dinge, die Sie und ich nicht gesehen haben, nämlich:

  • höheres Risikoverhalten
  • nicht adäquates Ernährungsverhalten
  • tödliche Verkehrsunfälle
  • berufliche Belastung
  • weniger Gesundheitsvorsorge

Spätestens auf Seite 84 muss man alle Hoffnung auf Heilung, alle Hoffnung darauf, dass es möglich sein könnte, z.B. durch entsprechende Fortbildungsprogramme etwas Ratio in Ministerien zu verbreiten, begraben. Konfrontiert mit dieser Form von Phantasie, diesem Sehen von Dingen, die nicht da sind, muss selbst der wohlmeinendste Psychiater das Feld räumen und besser noch: die Flucht ergreifen. Vielleicht sollte man um Ministerien einen Cordon Sanitaire ziehen, sie zu „Vernunftfreien Zonen“ erklären? Wie auch immer. Ein ganzer Atlas voller Unsinn ist schwer zu verdauen, und es ist fast noch schwerer, bei Verstand zu bleiben. Um meiner Sorgfaltspflicht gerecht zu werden, hier eine Aufgabe für die Leser des Blogs, um zu prüfen, ob sie noch unversehrt an Geist und Verstand sind.

Der Anteil der weiblichen Angestellten im BMFSFJ liegt bei 65%, der Anteil der männlichen Angestellten liegt bei 35%. Was kann man den beiden Zahlen 65 und 35 noch entnehmen?

P.S. Der 2. Atlas (die Nummerierung verspricht nichts Gutes) wurde übrigens durch das „Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Senioren Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt“ erstellt. Das BMFSFJ ist also nur für die Veröffentlichung verantwortlich. Ich habe aber keinen Zweifel, dass das „Werk“ nahezu identisch wäre, hätten es die FSFJler erstellt.

Die Sucht nach Gemeinschaft: Neues Bild mentaler Störung?

DSMIVWird demnächst eine neue Sucht in das US amerikanischen Diagnostics and Statistical Manual for Mental Disorders (DSM-IV) aufgenommen? Derzeit ist man in der American Psychiatric Association damit beschäftigt, darüber zu diskutieren, ob die erst kürzlich, dafür aber in schnell wachsender Zahl diagnostizierte Störung der „community addiction“, was man mit „Gemeinschafts-Sucht“ übersetzen könnte, in die überarbeitete Version der DSM-IV, die demnächst erscheinen soll, aufgenommen wird. Die Aufnahme der „Gemeinschafts-Sucht“ hätte weitreichende Folgen, da sich die Weltgesundheitsorganisation mit ihrer ICD-Klassifikation [International Classification of Diseases] am US-amerikanischen DSM-IV orientiert. Wir haben bei ScienceFiles, die Entwicklung in den USA mit Interesse verfolgt und wollen mit diesem Post die ersten sein, die die „Gemeinschafts-Sucht“ nach Europa bringt.

Hintergrund

Gemeinschafts-Sucht findet sich in zunehmendem Maße unter jungen und mittelalten Personen, deren Sozialisation beginnend mit den 1980er Jahren und unter dem Einfluss der herrschenden pädagogischen Ansätze von Kommunitarismus und Konstruktivismus erfolgt ist. Der Kommunitarismus geht bekanntlich davon aus, dass ein Individuum nur im Rahmen einer Gemeinschaft seine Fähigkeiten entfalten kann. Menschen, so kommunitaristische Autoren wie Amitai Etzioni oder Alasdair MacIntyre, seien soziale Wesen, die nur im Bezug auf andere Menschen und mit anderen Menschen Glück und Zufriedenheit finden und erleben könnten. Der Kommunitarismus richtet sich damit gegen die Vereinzelung und Atomisierung von Individuen, wie sie aus der Sicht von Kommunitaristen von individualistischen liberalen Theorien hervorgebracht wird.

Wirkung

EtzioniDie kommunitaristische Vorstellung vom Menschen als sozialem Wesen hat in vielen gesellschaftlichen Bereichen ihren Niederschlag gefunden. Altruismus und Nächstenliebe sollen zu den wichtigsten individuellen Werten werden, die Ausrichtung auf die Gemeinschaft die Triebfeder menschlicher Existenz. Ihren Niederschlag finden diese Prämissen in einer Vielzahl von Projekten, deren Ziel darin besteht, das individuelle Engagement für und die individuelle Mitarbeit in der Gemeinschaft zu steigern. Federführend in Deutschland ist hier das BMFSFJ, das mit der Institutionalisierung des Bundesfreiwilligendienstes eine Vorreiterfunktion einnimmt. Auch in der Architektur haben sich Bauweisen etabliert, die Gemeinschaft befördern sollen und z.B. Miet- und Eigentumswohnungsanlagen im Rechteck um einen gemeinsamen Innenraum mit Kinderspielplatz anordnen. Ergänzt wird das Ensemble durch Gemeinschaftsräume und Gemeinschaftstätigkeiten, die dem Unterhalt der Wohnanlagen dienen.

Negative Auswirkungen und Erscheinungsbild der Störung

Eine Reihe von Forschungsergebnissen aus den USA zeigt, dass Kommunitarismus, die unbedingte Ausrichtung des Individuums auf die Gemeinschaft, auf seine soziale Funktion in der Gemeinschaft, sich negativ auf die Individualität von Personen auswirken kann und dass die negativen Effekte bis hin zur Sucht reichen können, bei der die davon betroffenen Individuen ihr gesamtes Dasein in den Dienst der Gemeinschaft stellen und ihrem eigenen Leben keinerlei Sinn mehr zu geben vermögen, jenseits des Daseinszwecks, den sie in der Gemeinschaft anderer erleben. Wie der Psychiater Ervin G. Hausman bei einer Reihe seiner Patienten festgestellt hat, sind die Folgen von Gemeinschafts-Sucht erheblich und gehen bis zur Selbstverleugnung und Selbstschädigung. So klagten die Patienten von Hausman regelmäßig über Schlaflosigkeit und Alpträume und zeigten generell eine phobische Angst vor dem Alleinsein. Die Angstzustände, die manche an Gemeinschafts-Sucht leidenden Patienten erlebten sowie die Schlaflosigkeit hatten zur Folge, dass die akademischen und beruflichen Leistungen der Patienten schlechter wurden. Im Extremfall hatte die Gemeinschafts-Sucht Arbeitslosigkeit und in einem Fall den kompletten Zusammenbruch und die Institutionalisierung des Patienten zur Folge. For diesem Hintergrund hat sich Dr. Hausman mit einer ersten Liste von Symptomen, die einer Anamnese zu Grunde gelegt werden können, an die American Psychiatric Association gewendet und die Prüfung der Aufnahme von „Gemeinschafts-Sucht“ in die überarbeitete Version der DSM-IV beantragt.

Anamnese

Das Krankheitsbild der „Gemeinschafts-Sucht“ untergliedert sich in fünf Bereiche:

  1. Ein Kontrollverlust, der sich darin niederschlägt, dass Patienten sich nicht selbst beschäftigen können und einen Lebenssinn nurmehr mit Bezug auf die Gemeinschaft generieren können;
  2. Entzugserscheinungen, die den Patienen nervös, gereizt und unfähig machen, außerhalb einer Gemeinschaft zu funktionieren;
  3. Eine Toleranzenwticklung, die immer höhere „Dosen von Gemeinschaft“ notwendig macht, um Erfüllung zu finden und alleinige Beschäftigung immer unerträglicher werden lässt;
  4. Negative Konsequenzen auf die Arbeit/Leistung des Patienten;
  5. Negative soziale Konsequenzen;

anamneseDie fünf Bereiche der „Gemeinschafts-Sucht“ bringen gemeinsam „Gemeinschafts-Sucht“ hervor. Die Diagnose von „Gemeinschaft-Sucht“ erfolgt über einen standardisierten Befragungsbogen sowie über eine Reihe von Kontrollfragen, die Hausmann seinen Psychiater-Kollegen ans Herz legt, darunter Fragen, wie: Wann hatten Sie zum letzten Mal Zeit für sich selbst? Hätte Ihr Leben auch ohne Familie und Freunde einen Sinn? Die standardisierte Form des „Gemeinschafts-Sucht“-Fragebogens macht es möglicht, nicht nur akute Fälle von Gemeinschafts-Sucht, sondern auch Personen zu identifizieren, die in der Gefahr stehen, „Gemeinschafts-Sucht“ zu entwickeln.

Wir haben bei ScienceFiles in den letzten Tagen intensiv daran gearbeitet, das englische Original der standardisierten Erfragung von „community addiction“ in eine deutsche Form zu übertragen und haben eine Online-Befragung entwickelt, die zum ersten Mal für Deutschland die Verbreitung von Gemeinschaftssucht untersuchen soll. Die Ergebnisse der Untersuchung werden wir in einem wissenschaftlichen Beitrag zusammenfassen, den wir im American Journal of Psychiatry veröffentlichen wollen. Die Leser von ScienceFiles werden nach Abschluss der Online-Befragung und nach Erstellung des Beitrags einen Exklusiv-Beitrag auf ScienceFiles zu lesen bekommen.

Damit die erste Studie, in der für Deutschland die Existenz und Verbreitung von Gemeinschafts-Sucht nachgewiesen und untersucht werden soll, ein Erfolg wird, bitten wir die Leser von Sciencefiles sich an unserer Online-Befragung zu beteiligen. Die Online-Befragung findet sich unter dem folgenden Link:

Hier geht es zur ersten deutschen Befragung
zum Thema „Gemeinschafts-Sucht“.

Wir danken schon jetzt für Ihre Teilnahme!

©ScienceFiles, 2013/2012

Literatur

Hausman, Ervin G. (2008). Can’t Live Without Them: Community Addiction is a New Mental Disorder. New York: NYU School of Medicine.