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Adolf Hitler wiedergewählt

Ist es nicht erstaunlich, wie EIN Name nicht nur Neugier, sondern ganz unterschiedliche emotionale Reaktionen auszulösen vermag, EIN Name quasi die Meldung ist?

Keine Fake News in diesem Fall, denn bei den gestrigen Bezirkswahlen in Namibia ist Adolf Hitler Uunona mit großer Mehrheit im Wahlkreis Ompundja als lokaler Vertreter ins regionale Parlament gewählt worden. Die Funktion von Uunona ist wohl am besten mit der eines deutschen Mitglieds im Kreistag zu vergleichen, indes wird von gewählten Vertretern in Namibia erwartet, dass sie ihr Amt ehrenamtlich, ohne Entgelt, ausüben.

By Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, Link

Uunona, der die Deutschland abgerissene Tradition, Kindern den Vornamen Adolf zu geben, fortführt, vertritt rund 4.600 Einwohner seines Wahlkreises, der im Norden von Namibia zu finden ist. 465.2 Quadratkilometer umfasst sein Wahlkreis, 10 Einwohner finden sich pro Quadratkilometer, ein Paradies der Ruhe vor übergriffigen Polit-Darstellern. Vielleicht ist Namibia ja eine Reise oder eine Auswanderung wert, immerhin ist die koloniale Vergangenheit des Landes, wenige Jahre von 1884 bis 1915 haben dazu gereicht, weiterhin präsent, nicht nur im Namen von Adolf Hitler Uunona.

Seit 1952 findet in Windhoek ein dreitägiges Oktoberfest, Bier und Weisswurst bis zum Abwinken statt, Deutsche Esstradition lebt in Bratwurst, Schnitzel und Sauerkraut fort, um nur einige das Stereotyp erfüllende Speisen zu nennen. Die Allgemeine Zeitung erscheint seit 1977 in deutscher Sprache, und Namdeutsch, eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Afrikaans wird nach wie vor von rund 30.000 ethnisch Deutschen und rund 15.000 Schwarzen gesprochen. Und natürlich darf man die Christus Kirche, den Tintenpalast, die Felsenkirche, das Hohenzollernhaus und vieles mehr, was deutsche Vergangenheit zum Greifen macht, nicht vergessen.

„Tintenpalast“, 1913 fertiggestellt, von Gottlieb Redecker geplant, heute Sitz der Nationalversammlung;
By Zairon – Own work, CC BY-SA 4.0, Link

Doch zurück zu Adolf Hilter Uunona: Er wird eine weitere Legislaturperiode seine Wähler im Regionalparlament vertreten, als Mitglied der SWAPO, der South West Africa People’s Organization, die die politischen Geschicke von Namibia seit Jahrzehnten beherrscht, und er sagt von sich, er habe zwar den Namen, aber sonst nichts mit Adolf Hitler gemeinsam. Sein Vater, so sinniert Uunona, habe ihm den Namen gegeben, ohne viel über dessen vorherigen Träger gewusst zu haben.

Adolf Hitler Uunona

Und einmal mehr bestätigt sich, there is bliss in ignorance, oder wie George Orwell es ausgedrückt hat: Ignorance is Strength – Ahnungslosigkeit ist Stärke.

Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Folgen ein solcher Name, für dessen unschuldigen Träger in Deutschland hätten.


Quellen:
Ynetnews
Open Source Intel

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