Wie lange kann ein Regime auf Basis von Gewalt und Mangel überleben?
Es gibt Politiker, die kein Problem damit haben, sich die Hände schmutzig zu machen:
“Hände schmutzig machen” bezieht sich natürlich nicht auf körperliche Arbeit. Ich habe von Politikern und somit der Antithese zu körperlicher Arbeit gesprochen. Es bezieht sich auf die Nonchalance, mit der Polit-Darsteller wie Ed Miliband die Hände von Massenmördern wie Abbas Araghchi schütteln. Araghchi, ein auf Diplomat gewendeter ehemaliger Revolutionsgardist in politischer Verantwortung für die Ermordnung von – selbst in den Dokumenten der UN – zehntausenden Iranern, die es gewagt haben, gegen das Regime auf die Straße zu gehen und Freiheit zu verlangen.
Zwischenzeitlich sind neue Videos aufgetaucht, in denen sehr plastisch in schrecklichen Bildern zu sehen ist, wie das Mörderregime aus Teheran seine Bürger niederschießen und auf offener Straße töten lässt. Wer solchen Leuten die Hand schüttelt, hat sich selbst als ernstzunehmendes Exemplar der Spezies Mensch diskreditiert.
Wie Sie sehen, ist das Video erst ab 18 Jahren freigegeben.
Jugendliche dürfen in vielen westlichen Staaten ab dem Erreichen von 16 Lebensjahren wählen, aber man muss sie weiterhin vor der Realität der Welt, in der sie leben, schützen? Der von Parteien gewünschte Idealwähler ist ein der Realität unkundiger Moron.
Der Iran ist geradezu ein Paradebeispiel für die Herrschaft eines bösartigen Regimes, dessen Überleben ausschließlich auf einen Unterdrückungs- und Gewaltapparat gebaut ist. Dass die Mullahs nach wie vor vorhanden sind, ist in weiten Teilen einem Gewaltapparat geschuldet, der durch offenen Terror versucht, dem Regime das Überleben zu sichern.
- 10.000e Demonstranten werden auf offener Straße erschossen.
- Weitere Tausende, wenn nicht 10.000e Demonstranten anschließend verhaften und hingerichtet.
- Die Hinrichtungen werden medial inszeniert und ziehen sich über Monate.
Die Meldung ist klar: Wer gegen das Regime aufbegehrt und seine individuellen Rechte auf Freiheit nutzt, der wird erschossen oder hingerichtet.
Eine Erklärung dafür, warum es im Iran derzeit ruhig bleibt.
Regelmäßig wiederkehrende Berichte in sozialen Medien, die von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Revolutionsgarden und Aufständischen berichten, sind nicht falsch, beziehen sich aber im Wesentlichen auf Balutschen (People’s Fighter Front), die im Südosten des Iran, in Sistan und Belutschistan um Unabhängigkeit kämpfen, und das nicht erst seit Januar 2026, sondern seit Jahrzehnten. Sie haben im September den Revolutionsgarden empfindliche Verluste beigebracht. Ein Indikator dafür, dass die Kräfte des Regimes schwinden.
Ansonsten gibt es gelegentliche Scharmützel zwischen Revolutionsgardisten und Kurden im Norden des Iran. Eine Pro-Pahlavi-Miliz, wie sie in manchen Posts beschrieben wird, ist bislang nicht bestätigt worden.
Ein Grund dafür, dass im Iran nach dem Massaker zu Beginn des Jahres 2026 und nach dem Krieg mit Israel und den Vereinigten Staaten immer noch ein Regime an der Macht ist, dessen Kunst darin besteht, die eigenen Bürger in Armut und Elend zu halten und aufmüpfige Bürger zu Allah zu befördern, ist der beschriebene Gewaltapparat, ein anderer, den Iraner selbst häufig neben der Angst um Leib und Leben angeben, ist die katastrophale Versorgungslage.
Stellen Sie sich vor, sie leben von einem Mindestlohn, den der Oberste Arbeitsrat (Schura-ye Ali-ye Kar) jedes Jahr aufs Neue bestimmt. Obschon der Iran als Theokratie gilt, ist das Land sozialistisch ausgerichtet, scheinen viele Politiken aus Kuba oder Venezuela übernommen worden zu sein (oder nach dort exportiert worden zu sein), machen in jedem Fall den Eindruck, als seien sie unter Stalin oder Mao entwickelt worden. Beides bekannte Wirtschaftsexperten mit einer großen Expertise in Hungersnot und Massenmord. Genau das, was ein theokratisches System wie das der Mullahs in Teheran benötigt. Abgesehen davon stammen die Mittel, die im Rahmen von Gewaltherrschaft angewendet werden können, aus einem begrenzten Repertoire, wie man leicht an dem stetig wiederkehrenden Lamento von Linken erkennen kann, das in monotoner Einfältigkeit immer und immer wieder bei Preiskontrollen, staatlichen Produktionsvorgaben und umfassenden Eingriffen in jede Art von unternehmerischer Freiheit ankommt. Linke sind die wahren ideologisch rezenten, ihre politischen Rezepte waren schon Ende des 19. Jahrhunderts falsch und sind es bis heute geblieben.
Zurück zum Iraner von der Straße, der mit einem festgesetzten Mindestlohn der galoppierenden Inflation hilflos gegenübersteht. 90% Inflation 130% bei Lebensmitteln werden gemeldet, der Rial, eigentlich die Währung des Landes, ist zusammengebrochen, wird in einem Verhältnis von 2.5 Millionen Rial für einen US-Dollar gehandelt. Der Schwarzmarkt boomt, die dort Handelnden erhöhen stetig die Preise. Die steigende Nachfrage macht es möglich. Die Kaufkraft normaler Bürger ist nicht mehr vorhanden. Die meisten müssen ohne Milchprodukte und Fleisch, ohne Eier und Öl über die Runden kommen. Wer kann, der hortet Reis, Mehl, Nudel, das ständig teurer werdende Öl und Dosen. Die wenigsten sind dazu in der Lage. Benzin zum privaten Verbrauch wird immer knapper.
Teile des Regimes versuchen, sich die Notlage zunutze zu machen. Hossein Taeb, der derzeitige Kommandeur der Basij wirbt um Arbeitslose, verspricht ihnen ein Leben ohne Sorge um Überleben (guter Pun, oder?). Das Regime bevorzugt bei der Verteilung des Mangels diejenigen, die ihm ein Überleben ermöglichen. Angehörige von Revolutionsgarden und Basij erhalten Prämien, Sonderzahlungen, Rekrutierungsanreize und vieles mehr. Auch die Angehörigen des Klerus werden bevorzugt behandelt.
Da das, was verteilt werden kann, immer weniger wird, selbst das bereits auf Tanker verladene Erdöl schwindet, und Geldbeschaffung über Export daran scheitert, dass die USA nicht nur die Straße von Hormus kontrollieren, sondern den internationalen Bankverkehr lahmgelegt haben, der es den Mullahs ermöglicht, z.B. auf die rund 75 Milliarden USD, die sie alleine in China gehortet haben, zuzugreifen, wird die Lage immer aussichtsloser.
Was bleibt ist ein Experiment.
Wie lange kann ein Regime, das sich ausschließlich auf einen Gewaltapparat und religiöse Spinner, ausschließlich auf Leute stützt, die keinerlei produktiven Beitrag zur Gesellschaft leisten, überleben, wenn dasselbe Regime gleichzeitig diejenigen, die produktiv sind oder sein könnten, aushungert, es ihnen unmöglich macht, ein eigenbestimmtes Leben zu leben?
Eine spannende Frage für diejenigen, die das Treiben im Iran von Außen betrachten, eine lebensbedrohliche Frage für diejenigen, die mit immer weniger überleben müssen und zudem von der Hoffnung leben, dass die religiöse Plage, die den Iran im Jahre 1979 ereilt hat, endlich ihr Ende findet.
Und dann gibt es noch diejenigen, die Hände schütteln…

