AfD-Wähler pessimistisch und ängstlich – Adenauerstiftung veröffentlicht jetzt auch Junk

Oft reichen schon die ersten Sätze einer angeblich wissenschaftlichen Studie, um zu wissen, dass man es mit Junk zu tun hat. Unter dem Titel „Von A wie Angst bis Z wie Zuversicht“ hat die Konrad-Adenauer-Stiftung die Ergebnisse einer natürlich „repräsentativen Untersuchung zu Emotionen und politischen Einstellungen“ veröffentlicht.

Die vermeintliche Untersuchung ist Junk, wie gleich zu Beginn deutlich wird:

„In der Wahl- und Parteienforschung herrschten lange Zeit Erklärungsansätze vor, die von rationalen Akteuren und Entscheidungen ausgingen. Die Bedeutung von Emotionen wurde hingegen vernachlässigt. Doch aus der Psychologie weiß man inzwischen, dass „[o]hne Emotionen […] alle Optionen gleich viel wert [wären], und es wäre uns egal, was wir präferieren, wählen und tun würden“. Inzwischen beschäftigt sich auch die Politikwissenschaft mit dem Einfluss von Emotionen.“

Diese Sätze stammen von Sabine Pokorny, die bei der KA-Stiftung (KA für Konrad Adenauer oder Keine Ahnung) „seit September 2011 Koordinator… Empirische Sozialforschung in der Hauptabteilung Politik und Beratung“ ist. Pokorny hat nie Politikwissenschaft studiert, insofern ist es nicht verwunderlich, dass sie Unsinn schreibt.

In der Wahl- und Parteienforschung herrscht das Problem vor, dass sich Wahlverhalten nicht als rationale Entscheidung erklären lässt. Die einzige Theorie der rationalen Wahlentscheidung (im doppelten Sinne) stammt von Anthony Downs und formuliert das Gegenteil, dass es für Wähler NICHT rational ist, wählen zu gehen, denn ihre Stimme ist nichts wert. Wer merkt es, ob Hans X die CDU gewählt hat? Niemand. Warum bleibt Hans X dennoch nicht zuhause, warum verhält er sich irrational und geht wählen?

Reichen wir die Frage weiter an Max Weber, dessen Handlungstypen sich in den Theorien, die tatsächlich die Wahl- und Parteienforschung lange Zeit beherrscht haben, wiederfinden.

Wähler wählen Parteien, weil sie einen irrationalen Glauben an deren „Mission“ teilen, eine Mission mit historischen Wurzeln in Konfliktlinien zwischen Stadt und Land, Arbeitern und Unternehmern, Religiösen und Atheisten. Die Cleavage-Theorie erklärt Wahlverhalten über eine Art der irrationalen Vasallentreue. Warum ist jemand heute noch der Überzeugung, die SPD sei eine Arbeiterpartei und wählt die Partei deshalb? Die Antwort von Stein Rokkan und Seymour Martin Lipset: Weil sie an den Gründungsmythos der Partei, der die SPD zum Kämpfer für Arbeiterinteressen stilisiert, glauben und sich in der Sozialstruktur ihrer Gesellschaft auf der Seite der Partei wähnen.

Tatsächlich sind die meisten Theorien, die versuchen, Wahlverhalten zu erklären, psychologische oder sozialpsychologische Erklärungen, wie Pokorny wüsste, wenn sie Ahnung hätte, was sie nachweislich nicht hat. Die „Parteidentifikation“ in den 1960er Jahren von Angus Campbell, Philip Converse und Warren Miller dem „American Voter“ auf den Leib geschrieben, geht von einer Sozialisation aus. Man wählt Parteien, weil man in ihre Wahl sozialisiert wurde, wählt was Großvater, Onkel und Bruder wählen, was die Peers für wählbar halten. Parteiidentifikation ist ein Sozialisationsergebnis, sie ist alles, nur rational ist sie nicht. Wahlverhalten ist traditionell oder affektiv, wenn gewählt wird, weil der Kandidat gefällt, bekannt als Theories of Candidate Attractiveness. Abermals stammen sie aus der Sozialpsychologie und rekurrieren nicht auf rationales Verhalten.

Lediglich der Median-Voter, den man vermutlich James N. Enelow und Melvin J. Hinich und ihrer Spatial Theory of Voting anlasten muss, rekurriert noch auf rationales Wahlverhalten. Er tut das unter Nutzung einer Kunstfigur, mit der sich erhebliche Zweifel verbinden, ob sie in der Wirklichkeit gefunden werden kann.

Lange Ausführung kurz gefasst: Theorien, die Wahlverhalten rational erklären wollen, herrschen nicht vor, sie führen bestenfalls eine Randexistenz und das schon seit Jahrzehnten. Was von den zitierten Erkenntnissen der „Psychologie“, nach denen ohne Emotionen alle Optionen gleich viel wert sein sollen, zu halten ist .. Machen wir ein Experiment. Entscheiden Sie sich zwischen Kartoffelchips und Schokolade. Wetten, Sie entscheiden nach Präferenz und Geschmack und ihre Liebe zur Kartoffel oder ihr Hass auf Schokoladenhersteller spielen keine Rolle?

Und weil Dilettantismus die Angewohnheit hat, zu einer Sucht zu werden, schreibt Pokorny weitere 14 Seiten voll, mit Ergebnissen, die natürlich repräsentative Befragungen erbracht haben sollen, Ergebnissen wie dem folgenden:

Ob Tabelle 1 auf schlechten Stil, vorsätzliche Irreführung oder Dilettantismus zurückzuführen ist, ist eigentlich egal, interessant ist nur, dass die Ergebnisse, die als Beleg für „Emotion“ angeführt werden, keinerlei Beleg für Emotion liefern, denn die Aussage, „wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland“, hat nichts mit Angst und nichts mit “Emotionen vor Zukunft” (3) zu tun, wie Pokorny behauptet. Das kann man leicht feststellen, wenn man den Ärger, den der Schreiber dieses Textes angesichts von solchem Junk, der Sozialforschung sein will, empfindet, den Ergebnissen gegenüberstellt.

Da AfD-Wähler die AfD wählen, weil sie mit dem Zustand von Deutschland nicht zufrieden sind, wäre alles andere als ihre Zustimmung zu der Aussage, dass Sie schwarz sehen, wenn „das“ so weitergeht, überraschend. Überraschend wäre auch, wenn man diese Ergebnisse interpretieren könnte, wie Pokorny das tut, denn um die Ergebnisse als „Emotionen“ interpretieren zu können, müsste man zumindest wissen, was „das“ ist, das, wenn es weitergeht, schwarz sehen lässt. Aber was „das“ ist, weiß man nicht. Die Befragten so wenig wie die Auszähler der Ergebnisse. Und deshalb haben wir alle ein unterschiedliches Verständnis davon, was „das“ ist, das bei Weitergehen schwarz sehen lässt. Es kann alles und gar nichts sein. Deshalb verbietet sich jede Interpretation, wie Pokorny wüsste, wenn sie von empirischer Sozialforschung auch nur rudimentäre Kenntnisse erworben hätte. Hat sie aber offensichtlich nicht. Hätte sie es, sie wüsste, ein „eher Zustimmen“ zur Aussage, dass wenn „das“ so weitergeht, man schwarz für Deutschland sehe, keinen generellen Pessimismus oder „negativen Blick in die Zukunft“ darstellt, oder nur dann, wenn man eine Nationalistische Perspektive einnimmt, die davon ausgeht, dass „das“ die alleinige und generelle Determinante der Zukunft ist. Um das festzustellen, dass das für „das“ so ist, müsste man wiederum wissen, was „das“ ist, auf das nunmehr die Befragten geantwortet haben, was man dummerweise nicht weiß, weshalb man nicht wissen kann, ob „das“ das ist, was die Zukunft alleine determiniert.

Eigentlich ganz einfach. Aber dennoch zu schwierig für die Adenauer-Stiftung. Oder: wo ein Wille zur Produktion bestimmter Ergebnisse ist, da ist auch immer ein Weg. Lauterkeit und empirische Sozialforschung sind dann eben „das“, was dann auf der Strecke bleibt.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Sozialdemokratische Träumer: Bundeskanzler in 4 Jahren

Wenn man als Parteienforscher liest, was Sozialdemokraten derzeit von sich geben, dann kann man nicht anders als mit dem Kopf schütteln. Olaf Scholz erzählt etwas von einem langen Weg, den man noch vor sich habe. Der Weg kann jedoch nicht so lang sein, denn Scholz will bei der nächsten Bundestagswahl mehr als 30% der Wähler zu einem Kreuz im Kreis der SPD bewegen und den Kanzler stellen.

Scholz ist ein Träumer.

Hubertus Heil, der den Bundesminister für Arbeit und Soziales gibt, will die Wähler mit abgedroschenen Phrasen wie „Die SPD muss die Probleme lösen, die den Menschen unter den Nägeln brennen und Vorstellungen über diese Legislaturperiode hinaus entwickeln“, überzeugen.

Hat das bei Ihnen geklappt? Wählen Sie die SPD, weil Heil vorhat, Vorstellungen über die Legislaturperiode hinaus zu entwickeln, welche auch immer und weil er meint, die SPD müsse Probleme angehen, die den Menschen unter den Nägeln brennen, welche Probleme er auch immer er damit meint? Oder fragen Sie sich nicht vielmehr, was die SPD in all den vergangenen Jahren, die die Partei an der Regierung beteiligt war, getan hat?

Leere Phrasen, wie die zitierten, sind zwar das, was Politiker als kulturelles Kapital inkorporiert haben, aber leere Phrasen sind nichts, was die SPD wählbar macht. Das hat man vergessen, den Parteipolitikern im „wie gewinne ich Wähler Crash Kurs“ beizubringen. Sie meinen immer noch, jemand ließe sich mit Floskeln überzeugen.

Dies, obwohl die Parteienforschung viel weiter ist.

Zunächst etwas historisches: Keine Partei, die einen Absturz wie die SPD hinter sich hat, hat jemals als diese Partei ein Comeback geschafft. In der Weimarer Republik sind die liberalen Parteien, die DDP und die DVP abgestürzt, von 18,6% und 14,0% auf 0,9% und 1,1%. Es gab kein Comeback. Auch die SPD hat in der Weimarer Republik kontinuierlich Wähler verloren, von 37,9% zu Beginn auf 18,3% am Ende. Es gab kein Comeback. Dass es für liberale Parteien kein Comeback gab, liegt an der ideologischen Polarisierung und daran, dass liberale Parteien über eine nur kleine Mitgliederbasis verfügen und deshalb für Umschwünge in der ideologischen Stimmung besonders anfällig sind. Die FDP hat das erlebt und erlebt es gerade wieder.

Die SPD war immer eine Mitgliederpartei, mit zuweilen weit über einer Million Mitglieder. Mit diesen Mitgliedern war ein lokales Netzwerk von Parteigliederungen, von Ortsvereinen und Unterbezirken, verbunden. Die SPD war vor Ort präsent. Das hat sich in Wählerstimmen niedergeschlagen und schon früh dazu geführt, dass Parteienforscher die SPD zur Partei erklärt haben, die wie keine andere von ihrer Mitgliederbasis lebt.

Diese Mitgliederbasis der SPD erodiert. Generell werden Mitglieder der SPD älter, jüngere kommen kaum noch nach. Die Partei altert. Ein Teil des Mitgliederschwunds ist natürlich: Die Mitglieder sterben weg. Der andere Teil ist dem nachlassen der Bindungskraft der SPD geschuldet. Viele Mitglieder der SPD, die sich traditionell im Gewerkschafts- und Arbeitermilieu finden, sehen sich in der Mittelschichtspartei der Anwälte und Lehrer, die sich lieber um die angeblich benachteiligten Frauen kümmern als um Arbeitnehmer, nicht mehr repräsentiert und treten aus. Damit verliert die SPD die örtlichen Repräsentanten von denen sie so sehr lebt. Von 1990 bis 2016 hat die SPD 54,1% ihrer Mitglieder verloren. 943.402 waren es noch 1990, 432.706 sind es 2016 noch gewesen. Im selben Zeitraum ist der Anteil der Stimmen, den die SPD bei Bundestagswahlen zu erringen vermag, zurückgegangen – kontinuierlich seit 1998 von 40,9% auf 20,5%. Nicht nur die Mitgliederzahlen haben sich halbiert, auch die Stimmanteile, die die SPD zu erringen vermag, haben sich halbiert. Und es ist sicher kein Zufall, dass die Stimmanteile, die die SPD gewinnt, in dem Maß gesunken sind, in dem der Anteil weiblicher Mitglieder in der SPD gestiegen ist. Der Genderwahnsinn hat einen erheblichen Anteil am Niedergang der SPD.

Die Genossen wollen diesen Niedergang stoppen. Dadurch, dass man sich in der Koalition auf die „großen wesentlichen Linien“ konzentriere und nicht „im Unterholz“ verlaufe, wie Hubertus Heil ausführt. Man sieht: Außer Phrasen hat die SPD nichts zu bieten, außer Phrasen und Unkenntnis darüber, was die Basis der Partei ist und seit jeher die Grundlage von SPD-Wahlerfolgen war: Eine breite Mitgliederbasis, die vor Ort präsent ist.

Diese Mitgliederbasis ist nicht mehr vorhanden. Die Mitglieder haben sich von den Phrasendreschern und Feministen der SPD abgewendet und werden sich entsprechend kaum mit Phrasen wie sie Heil verbreitet oder der irren Absicht, den Genderstern im Duden zu verankern, zurückgewinnen lassen.

Die SPD gibt ein trauriges Bild. Das Bild von Funktionären, die den Wandel der Zeit verpasst haben. Das Bild von Funktionären, die nicht gemerkt haben, dass sich die Mehrheit der Wähler der SPD und die Mehrzahl der Mitglieder der SPD nicht für Genderismus oder LSBTusw interessieren. Sie haben handfeste, keine eingebildeten Probleme in ihrem Leben und derartige Probleme löst man nicht, indem man über das Unterholz sinniert, in dem man sich nicht verlaufen wolle.

Die SPD ist im Niedergang. Wir haben schon vor mehreren Monaten prognostiziert, dass die SPD aus dem Parteiensystem Deutschlands verschwinden wird bzw. nur noch eine kleine Rolle spielen wird. Die Prognose steht und alles spricht für ihre Richtigkeit.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Gleichschaltung: Was Diversität in Deutschland wirklich meint

Die sozialistische Welt der Partei in Orwells 1984 zeichnet sich durch eine eigene Sprache aus, die dazu gedacht ist, die Parteimitglieder an den Großen Bruder zu binden und sie in der Traumwelt der Partei, die von der wirklichen Welt der Prols getrennt ist, einzumauern. In der Traumwelt der Partei sorgt das Konzept der Newspeak (Neusprech) dafür, dass keine Gedankenverbrechen begangen werden bzw. Gedankenverbrechen schnell erkannt werden, z.B. durch ein Facecrime, wenn der Gesichtsausdruck eines Parteimitglieds auf Deldenk hinweist, also darauf, dass ein Parteimitglied Kritik an einer Doktrin der Partei „denkt“. Newspeak oder Neusprech kennt die Unperson, jemanden, der vom richtigen Glauben abgefallen ist, über den daher nicht mehr gesprochen werden darf, an den nicht einmal mehr gedacht werden darf. Wer es schafft, im Einklang mit den Vorgaben der Partei zu leben, der ist ein Gutdenker. Er hat keine „unguten Gedanken“ mehr und ordnet sich in die Freiheit, die ihm die Partei gewährt ein, eine Freiheit, die keinerlei Handlungsfreiheit, sondern lediglich eine Freiheit von z.B. Ungeziffer bezeichnet. Besonders bekannt geworden sind die Gegensätze, die Orwell in Newspeak durch Doppeldenk ausschaltet, also durch die Fähigkeit, Widersprüche zu denken und mit ihnen zu leben. Das Ministerium für Liebe (Miniluv) ist daher für Recht und Ordnung zuständig, was in 1984 mit Folter und Überwachung gleichgesetzt ist, denn der Große Bruder liebt seine Parteimitglieder so sehr, dass er jedes Mittel, auch Folter anwendet, um sie wieder zum richtigen Denken zu bekehren, wenn sie sich eines Gedankenverbrechens schuldig gemacht haben. Das Ministerium für Wahrheit (Minitrue) ist für Propaganda zuständig, verbreitet also das, was die Parteimitglieder als Wahrheit glauben sollen, nicht das, was Wahrheit ist usw.

Insgesamt beschreibt Orwell ein sehr düsteres Bild von Menschen, die in einem Echozimmer gehalten und dort von der Realität, von Kritik, von jeder Form von abweichender und neuer Idee isoliert werden.

Orwell hat damit die Vorlage für das geliefert, was heute von Politikern und Eurokraten als „freie Gesellschaft“ bezeichnet wird. Wir haben die Analogien zu Orwell einmal am Beispiel der Diversität durchgespielt. Diversität, also Pluralismus oder Verschiedenheit ist einer der Werte, die in Deutschland von Diversitätsaposteln hochgehalten werden. Diversität ist Neusprech, Newspeak, denn wenn man die Probe auf Exempel macht, dann zeigt sich, dass Diversität nicht Verschiedenheit und Pluralismus meint, sondern Gleichschaltung in der totalitären Vorstellungswelt der Linken.

Ein paar Beispiele:

Wer Feminismus kritisiert ist ein Anti-Feminist und als solcher eine Unperson. Es werden Listen über ihn angelegt, es wird versucht, ihn aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Es wird versucht, in mundtot zu machen, zu ächten und zu isolieren. Geht es um Feminismus, dann gibt es keine Diversität.

Wer den menschengemachten Klimawandel anzweifelt wird als Klimaleugner denunziert. Es wird versucht, ihn lächerlich zu machen, sofern er Wissenschaftler ist, wird versucht, seine Ergebnisse totzuschweigen, ihm die Möglichkeit, seine Arbeiten in wissenschaftlichen Journalen zu publizieren, zu nehmen usw. Geht es um den Klimawandel, dann gibt es keine Diversität.

Wer Homosexuelle nicht mag, der wird, egal, ob er seine Aversion in Handlungen oder verbal kundtut, als Homophober beschimpft und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Bislang landet er noch nicht im Gefängnis, aber diese Umkehrung der einstigen Verhältnisse ist nur noch eine Frage der Zeit. Geht es um menschliche Empfindungen gegenüber Homosexuellen, dann gibt es keine Diversität.

Wer das Wort „Neger“ verwendet, z.B. weil er nicht einsieht, dass er sich von anderen die Phantasien, die sie mit dem Begriff „Neger“ verbinden, unterschieben lassen soll, der gilt als Rassist. Es wird versucht, seine Begriffs-Verwendung als Hatespeech zu stigmatisieren und ihn aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Geht es um die richtige Sprache, dann gibt es, wie in 1984 keine Diversität, keine Toleranz für Abweichung.

Wer die AfD wählt oder als Mitglied der AfD bekannt ist, stellt sich außerhalb des politisch korrekten Kanons. Er wird zur Zielscheibe von linker Agitation, seine Accounts in sozialen Netzwerken werden überwacht, eine Abweichung von der offiziellen Parteilinie mit Denunziation bei Netzwerkbetreiber oder Arbeitgeber geahndet. Eine Diversität der Meinungen und Überzeugungen gibt es nicht.

Wer darauf hinweist, dass die 78 Milliarden Euro Kosten für Flüchtlinge erst einmal aufgebracht werden müssen und es mit Gerechtigkeitsaspekten nicht vereinbar ist, wenn man Steuerzahler für Flüchtlinge, die noch keinerlei Beitrag in der Aufnahmegesellschaft geleistet haben, zahlen lässt, wohlwissend, dass die 78 Milliarden Euro, stünden sie den nämlichen Steuerzahlern zur Alterssicherung bereit, in vielen Fällen die Altersarmut ersparen würden, der gilt als Ausländerfeind, als Rechtsextrem, als Rassist, als … Diversität gibt es nicht, die Abschottung der Parteimitglieder von der Realität und ihr Bemühen, dem Großen Bruder durch Quaksprech gefällig zu sein, ist vollkommen.

Schließlich: Wer es wagt darauf hinzuweisen, dass ohne Kapitalismus frühere, heutige und nachfolgende Generationen am Hungertuch nagen würden bzw. genagt hätten, wird zum „Neoliberalen“ erklärt, was letztlich nichts anderes heißen soll als „rechts“, in jedem Fall jemand, der die Parteidoktrin in Frage stellt und somit ein Gedankenverbrechen begeht. Diversität gibt es auch hier nicht.

Kurz: Diversität meint in Deutschland einen sehr engen Korpus von erlaubten Denk- und Handlungsweisen, die keinerlei Abweichung, keinerlei Diversität in der eigentlichen Bedeutung des Wortes, zulassen. Freiheit ist eben Sklaverei und Frieden ist Krieg, so wie Diversität zu Gleichschaltung im Totalitarismus geworden ist.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Reconquista Germanica: Nicht rechtsextrem und viel Lärm um herzlich wenig

Nicht zuletzt der Glockenturm (belltowernews) der Amadeu-Antonio-Stiftung hat die Reconquista Germanica bekannt gemacht.

Die Faktenfinder und Patrick Gensing haben sich alle Mühe gegeben, Reconquista Germanica hochzureden und zum „Public Enemy No. 1“, zur Trollfabrik aufzubauen.

Jan Böhmermann hat mit seiner misslungenen Aktion „Reconquista Internet“ und der dazugehörigen Liste derer, die aus dem demokratischen Deutschland, wie es sich Böhmermann vorstellt, entfernt werden müssen, dazu beigetragen, dass Reconquista Germanica auch noch dem letzten Begriffsstutzigen ein Begriff geworden ist.

Die ganze Kampagne gegen Reconquista Germanica ist ein perfektes Modell dafür, wie ein Echozimmer funktioniert, wie mimetische Isomorphie dazu führt, dass gleichgeschaltete Akteure auf Grundlage von gleichgeschalteten Informationen sich auf ein Objekt fixieren und dieses Objekt zum wichtigsten Gegenstand ihrer engen Stirn machen.

Und natürlich finden sich in diesem Echozimmer nicht nur politische Aktivisten wie die Glockenturmbesatzung der AAS-Stiftung, die davon lebt, dass es Plattformen oder Organisationen oder Erscheinungen wie Reconquista Germanica gibt, die man hochreden und mit Relevanz versehen kann, sondern auch Politiker, denen es ein ideologisches Ansinnen ist, eine rechte Gefahr zu beschwören, rechte Feinde aufzubauen und Rechtsextremismus zum großen Problem aufzubauschen, aus dem man dann politisches Kapital schlagen zu können glaubt.

Die LINKE hat gerade im Bundestag versucht – Kapital aus der Hysterie um Reconquista Germanica zu schlagen. Mit einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung hat die LINKE das versucht – und ist klassisch gegen die Wand gelaufen.

Es gebe Rechtsextremisten und rechtsextremistisch beeinflusste Gruppen, die im Internet versuchten, “Stimmung zu machen” (so wie es linke und linksextreme Gruppen, Parteien und Politiker gibt, die versuchen, Stimmung zu machen, schon weil “Stimmung machen” das ist, worum sich Politik dreht, vor allem in Zeiten des Wahlkampfes), so die Bundesregierung in ihrer Antwort. Reconquista Germanica sei „kein Beobachtungsobjekt des Bundesamtes für Verfassungsschutz“, sei „bislang nicht als rechtsextremistisch eingestuft“, ist somit auch nicht zu den rechtsextremistischen Gruppen zu zählen, die im Internet versuchten „Stimmung zu machen“.

Reconquista Germanica sei eine Vernetzungs- und Kommunikationsplattform, nicht mehr.

Dabei hat die LINKE wirklich alles versucht, um eine Verbindung von NPD, Drittem Weg, Identitärer Bewegung, „Die Rechte“ und anderen Gruppen mit Reconquista Germanica herbeizufragen. Es hat nichts genutzt. Reconquista Germanica ist nichts anderes als das Portal “Linksunten” in der derzeit vom Verfassungsschutz geduldeten Variante und im Gegensatz zu einer Reihe von Organisationen, die Teil der Partei „Die Linke“ sind, wird Reconquista Germanica weder vom Verfassungsschutz beobachtet noch als verfassungsfeindlich eingestuft.

Ob Jan Böhmermann den gleichen Elan, den er dazu verwendet hat, ein Miniatur-Portal, von dem keinerlei nachweisbarer Effekt auf die Bundestagswahl ausgegangen ist, trotz aller Bemühungen, den entsprechenden Effekt herbeizureden und herbeizuforschen, zum Monsterproblem zu stilisieren, nun, aus Gründen der ausgewogenen Berichterstattung, die ja zum Auftrag des öffentlichen Rundfunks gehört und im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben ist, eine Aktion „Linksoben“ ins Leben ruft, um dem Hass auf „Linksunten“, die Liebe von „Linksoben“ entgegen zu setzen?

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Kleidung diskriminiert: Die Kölner Uni im freien intellektuellen Fall

Mit der Wahrnehmung ist das so eine Sache.

Man nimmt nicht einfach wahr. Uns umgeben Unmengen von Reizen. Wer durch eine beliebige Straße geht, erhält eine Unzahl von Wahrnehmungsangeboten. Indes, niemand nimmt alles wahr. Wahrnehmung ist ein selektiver Prozess, einer, der durch Interesse und Aufmerksamkeit gesteuert wird. Wenn es hinter uns knallt, dann drehen wir uns automatisch um. Wenn uns eine beliebige Auslage in einem Schaufenster interessiert, dann betrachten wir sie, wenn nicht, dann gehen wir vorbei. Kurz: Es muss entweder ein Interesse bestehen, Dinge wahrzunehmen oder die Aufmerksamkeit durch einen Reiz erregt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie laufen über den Campus der Universität Köln. Sie studieren an dieser Uni. Sie sind vielleicht auf dem Weg zu einer Veranstaltung, wahrscheinlicher auf dem Weg in die Mensa. Am Rand ihres Weges ist eine Baustelle. An der Uni Köln wird gebaut. Bauarbeiter gehen dort ihrer Arbeit nach. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie die Marke des t-Shirts oder des Pullovers zweier beliebiger unter den Bauarbeitern wahrnehmen?

Es mag Studenten geben, die ein Forschungsprojekt durchführen, in dem die Kleidung von Bauarbeitern eine zentrale Rolle spielt. Obgleich, das ist unwahrscheinlich. Heutige Studenten interessieren sich nur noch für ihre Mitmenschen, wenn sie diese benutzen können, um sich selbst in irgendeiner Weise besser zu stellen.

Abgesehen von diesem sehr unwahrscheinlichen Typ von Student, gibt es kaum eine Begründung dafür, die Kleidung von Bauarbeitern zu inspizieren.

Noch eine Frage: Wer von Ihnen würde Kleidung von Thor Steinar erkennen? Wer weiß, dass „Landser“ nicht nur die Bezeichnung für einen normalen deutschen Soldaten im Ersten und mehr noch im Zweiten Weltkrieg ist, sondern auch der Name einer Neo-Nazi-Band, die es seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gibt?`

Man muss schon sehr spezielles Wissen und eigenartige Interessen haben und beides mit einem unglaublichen, einem psychotischen Hang, andere zu überwachen, kombinieren, um zu bemerken, dass zwei Bauarbeiter, die auf dem Gelände der Universität Köln beschäftigt sind, Kleidung mit der Aufschrift “Landser” und von Thor Steinar tragen.

So unwahrscheinlich wie es klingt: In Köln gibt es die entsprechenden Exemplare, Studenten (hier die sozialpsychologische Erklärung:) die, weil sie keinerlei Leistung in ihren Leben erbracht haben, versuchen, sich ideologisch von denen zu differenzieren, die ganz offensichtlich eine Leistung erbringen, die eine Bauleistung erbringen, und die diese Differenzierung mit einer Hierarchisierung verbinden, in der sie oben zu finden sind. Diese Studenten, die offensichtlich nichts Besseres zu tun haben als über ihren Campus zu laufen und sich als Kleidungsblockwart zu fühlen, immer auf der Suche nach einem Verstoß gegen die Kleidungsordnng, die sie für die richtige halten, sie haben zwei Bauarbeiter erspäht, die ideologisch unzüchtige Kleidung tragen, aus der Sicht ihrer zur Religion verabsolutierten Ideologie versteht sich.

Und sie haben Alarm geschlagen; Darüber debattiert in ihrem Studentenparlament. Ganz viel Betroffenheit und Reaktanz ausgelöst. Sie haben sich die Köpfe über die beiden Bauarbeiter heiß geredet, sich echauffiert und die Universitätsleitung unter Druck gesetzt. Nur eines haben sie nicht getan: Sie haben nicht MIT den Bauarbeitern gesprochen, nicht untersucht, wie es sich für einen Studenten geziemen würde, ob die Bauarbeiter überhaupt wissen, was sie da anhaben, ob sie die hysterische Deutung, die die Studenten vornehmen, teilen, ob sie das mit ihrer Kleidung verbinden, was die Kölner Studenten offensichtlich damit verbinden. Die Kölner Studenten haben ÜBER die Bauarbeiter gesprochen, sie für ihre ideologischen Phantasien benutzt, weil sie offensichtlich zu feige sind, MIT den Bauarbeitern zu sprechen. Sie haben ihre Interpretation der Bedeutung der Kleidung verabsolutiert, so wie jedes Sektenmitglied die Bedeutungszuschreibung zu empirischen Dingen, die seine Religion vorschreibt, verabsolutiert. Und dann sind sie zum Pater Familias gelaufen und haben darum gebettelt, dass er die studentische Welt wieder heil macht.

Als Studenten sind sie durchgefallen. Als Priester ihrer eigenen Ideologie haben sie sich bewährt.

Es ist natürlich immer leichter, anderen die eigenen Deutungen unterzuschieben und nicht zu prüfen, ob diese Vorurteile auch empirisch zutreffen. Das macht den Unterschied zwischen legitimen Stereotypen und Vorurteilen und zwischen Menschen, die empirischen Daten zugänglich sind und denen, die es nicht sind. Die Kölner Studenten sind es nicht.

Sie haben auf dem Kölner Campus eine Kleiderordnung durchgesetzt, die, wie es der Uni-Sprecher Patrick Honecker formuliert hat, das „Neutralitätsgebot“ von Universitäten, also die Abwesenheit politischer Betätigung auf dem Campus, in Kraft und umgesetzt hat. Damit entfallen sicher auch alle Kleidungsstücke, die das Konterfei von Che Guevarra (marxistischer Serienkiller) und Fidel Castro (sozialistischer Massenmörder) zu Schau stellen oder auf denen Insignien zu sehen sind, die mit der Sowjetunion Stalins, dem China Maos, der DDR oder anderen Volksgefängnissen, in denen Folter, Terror und Mord an der Tagesordnung waren, in Zusammenhang gebracht werden können.

Die Uni Köln meint es sicher ernst mit dem Neutralitätsgebot.

Denn: Kleidung ist ein Diskriminierer. In den Verlautbarungen der Kölner Studenten findet sich regelmäßig das Motiv des „diskriminierungsfreien Orts“, der die Kölner Uni sein soll. Wenn Thor Steinar Kleidung und ein t-Shirt mit dem Aufdruck „Landser“ diesen diskriminierungsfreien Ort beseitigen, dann gilt dies, unsinnig wie es ist, auch für Insignien anderer politischer Provenienz, die nicht von jedem geteilt werden und somit diskriminierend sind. Der Verdacht genügt. Ob jemand weiß, dass sein roter Stern auf der Mütze aus dem russischen Bürgerkrieg stammt, ist belanglos. Wer ihn trägt, wird sanktioniert. Verdacht ist Verurteilung. Wir reden über, nicht mit Angeklagten.

Dass man es in Köln nicht mit einem normalen Vorgang, an dem normale Menschen beteiligt sind, sondern mit dem verzweifelten Versuch eines akademischen Prekariats zu tun hat, einen eigenen Wert unabhängig von Leistung zu etablieren, ist nach dem Berichteten bereits deutlich, Dass die Kölner tatsächlich unter einer Form der geistigen Umnachtung leiden, macht ein Zitat von Theodor Jost, dem Vorsitzenden des Kölner AStA in der WELT deutlich:

„Es ist nicht nur mir, sondern dem gesamten AStA ein persönliches Anliegen, dass die Universität ein diskriminierungsfreier Ort bleibt. Dazu gehört auch, dass wir es nicht tolerieren werden, wenn rechtsradikale Symbolik auf dem Campus getragen wird“.

Dass Jost den AStA zu einer Person erklärt und ihr eine Persönlichkeit zuschreibt, mag noch auf den Egozentrismus, der seine Aussage ziert, attribuiert werden. Dass er die Universität jedoch zum diskriminierungsfreien Ort erklärt und im gleichen Atemzug verkündet, dass man an diesem Ort heftig diskriminieren werde, wann immer man der Ansicht sei, es mit rechtsradikaler Symbolik zu tun zu haben, das lässt keine Chance auf eine eventuelle wissenschaftliche Karriere zu, diese setzt voraus, dass man Widersprüche erkennt.

Wissenschaft ist u.a. die Arbeit mit Konzepten. Diskriminierung ist ein solches Konzept. Es beschreibt, die positive oder negative Besserstellung oder Beschreibung oder Hervorhebung von bestimmten Objekten oder Personen. Wer nicht toleriert, der diskriminiert. Das ist nun einmal so, in einer normalen, einer logischen Welt, in der Sprache noch der Verständigung und nicht der Signalisierung eigener Gutheit dient.

In Köln ist das wohl anders.

Früher waren Universitäten Orte, an denen die intellektuelle Herausforderung, der abweichende Gedanke, die andere Idee Wertschätzung erfahren haben. Heute werden Universitäten immer mehr zu Orten, an denen sich ideologische Kleingeister vor der Welt abschotten und an denen sie versuchen, ihr kleines Ego dadurch zu pflegen, dass sie anderen vorschreiben wollen, was sie zu tun und neuerdings auch zu tragen haben.

Wie wäre es, wenn sich Bauarbeiter in Zukunft weigern würden, an Universitäten zu arbeiten, an denen linke Studenten den Müsiggang von den Steuern üben, die den Bauarbeitern abgezogen werden und sich ansonsten dadurch auszeichnen, dass sie die Zeit, in der sie von Steuerzahlern ausgehalten werden, nicht dazu nutzen, zu lernen, sondern dazu, zu schnüffeln, politisch zu predigen, Unsinn zu verbreiten, sich zum politischen Aktivisten schulen zu lassen uvm.? Sicher sind die heutigen Studenten bereit, selbst Hand am Bau ihrer Universität anzulegen. Im Sozialismus macht man das so.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!