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Mogadischu: Die Kooperation Linker und Palästinensischer Terroristen ist nicht neu

By Ken Fielding/https://www.flickr.com/photos/kenfielding, CC BY-SA 3.0, Link

Palma de Mallorca.
13. Oktober 1977
Lufthansa Flug LH181 nach Frankfurt am Main hat Clearance und startet.
86 Passagiere, darunter vier Palästinenser, sind auf dem Weg nach Deutschland.
Über Südfrankreich dringt einer der Palästinenser, Zohair Youssuf Akache in die Pilotenkabine ein, bedroht Pilot und Co-Pilot mit einer Pistole und übernimmt die Kontrolle über Lufthansa „Landshut“ Flug LH181. Es beginnt ein Irrflug über Rom, Larnaka, Bahrain, Dubai, Aden nach Mogadischu.
Neben Akache sind Nabil Harb, Souhaila Andrawes und Hind Alameh und mit ihnen zwei Pistolen, vier Handgranaten und 500g Plastiksprengstoff an Bord. All das konnten die Terroristen unbemerkt an Bord schmuggeln.

Die vier Palästinenser sind Mitglieder der PFLP der „Popular Front for the Liberation of Palestine“, ein Name, der bereits die marxistisch-leninistische Ausrichtung der Terrororganisation deutlich macht. Gegründet von George Habasch im Jahr 1967 ist die PFLP eine der aktivsten Terrororganisationen, die von Moskau finanziert wird. Entsprechend hart hat der Zusammenbruch der UdSSR die Organisation getroffen. Erst nach mehreren Jahren war man in der Lage, gemeinsam mit Hamas, den Terroristischen Kampf wieder aufzunehmen. Heute sitzen die Mitglieder der PFLP vornehmlich in Syrien und in libanesischen Flüchtlingslagern.

1977 haben sie mit der RAF gemeinsame Sache gemacht. Ein Treffen zwischen Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Boock auf der einen und Wadi Haddad, dem damaligen Chef der PFLP auf der anderen Seite in Bagdad hat die Grundlagen für die nachfolgende Entführung der Lufthansa Maschine gelegt. Mit der Entführung sollen 12 inhaftierte Terroristen der RAF, darunter Andreas Baader, Gudrun Enzlin und Jan-Carl Raspe, zwei palästinensische Terroristen, die in türkischen Gefängnissen sitzen, freigepresst und 15 Millionen US-Dollar Lösgeld erreicht werden.

Der Irrflug führt die Maschine zunächst nach Aden.
Dort wird der Kapitän des Fluges, Jürgen Schumann ermordet. Co-Pilot Jürgen Vietor, einer der vielen Helden, die niemand mehr erinnert, fliegt die Etappe nach Mogadischu alleine. In Mogadischu wartet das Schicksal auf die Terroristen, denn die Regierung von Helmut Schmidt hat keinerlei Absicht, mit den Terroristen zu verhandeln oder deren Forderungen nachzugeben. Jürgen Wischnewski wird dennoch nach Mogadischu geschickt, um Zeit zu gewinnen und von den Vorbereitungen der GSG-9, die die Lufthansa-Maschine stürmen wird, abzulenken.

Rückkehr des Sonderflugzeuges auf dem Flughafen Köln/Bonn am 18.10.1977 mit Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski und der Einsatzgruppe GSG 9 des Bundesgrenzschutzes nach der geglückten Befreiung der Geiseln aus einem von Terroristen gekaperten Lufthansa-Flugzeug auf dem Flughafen Mogadischu (Somalia)
By Bundesarchiv, B 145 Bild-F051866-0010 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Um 0:05 Uhr MEZ stürmen 30 Mann in sechs Gruppen die Maschine. Zeitgleich zünden zwei Mitglieder der britischen SAS eine Leuchtgranate vor dem Cockpit. Nach nicht einmal sieben Minuten ist „Operation Feuerzauber“ beendet. Drei der vier Terroristen sind tot, einer (Andrawes) ist schwer verletzt. Die Passagiere und die Überlebenden der Besatzung sind nach sechs Tagen in der Gewalt der Terroristen frei.

Andreas Baader, Gudrun Enslin und Jan-Carl Raspe begehen daraufhin Selbstmord. Hanns-Martin Schleyer, der sich seit dem 5. September in der Gewalt von RAF-Terroristen befunden hat, wird am 18./19. Oktober 1977 ermordet.

Peter-Jürgen Boock wird 1978 in Jugoslawien festgenommen und ausgeliefert. Wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von Jürgen Ponto und Hanns-Martin Schleyer wird er zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach 17 verbüßten Jahren wird er 1998 entlassen. Heute lebt er im Tessin in einer Berghütte und schreibt Bücher mit RAF-Bezug. Brigitte Mohnhaupt wird 1982 verhaftet und wegen neunfachem Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie verbüßt 22 Jahre, wird 2007 unter neuem Namen entlassen. Ihr letzter bekannter Aufenthalt findet sich im Großraum Frankfurt am Main.

Die Kooperation zwischen linken und arabischen Terroristen ist keine neue Sache. Sie hat Tradition, im Iran, in Europa, in Deutschland. Es ist weder ein Wunder, dass Linke für „Palästina“ kämpfen noch eines, dass radikale Muslime ihre politische Heimat bei den Linken finden.

Man hat viele Gemeinsamkeiten.
Indes, wenn beide zusammen an „die Macht“ gelangen, dann kann es nur einen geben und interessanter Weise bleiben dann immer die Linken auf der Strecke.

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