Die „Übertragungsnetzbetreiber“ haben zum gestrigen Tag den Finanzierungsbedarf nach EEG veröffentlicht, der 2027 für Ausgleichszahlungen nach dem EEG anfallen soll.
Trotz gestiegener Preise an der Strombörse summiert sich der Finanzierungsbedarf erneuerbarer Energieträger auf heftige 17,524 Milliarden Euro. Der Strom an der Börse ist also immer noch zu billig, als dass es sich lohnen würde, Strom aus vornehmlich Wind und Sonne zu gewinnen. Nach wie vor werden Steuerzahler zur Kasse gebeten, um die nicht rentablen Energieträger in den Gewinnbereich zu bringen.
Ausgleichszahlungen (Kernfinanzierungsbedarf) fallen dann an, wenn der Marktpreis unter dem im EEG garantierten Preis liegt. Die Abbildung zeigt, dass dies vor allem bei Solarenergie und Strom aus Biomasse der Fall ist. Zwei Beispiele, die den Irrsinn des EEG, den Irrsinn hinter der Förderung erneuerbarer Energie deutlich machen.
Strom aus Biomasse wird per EEG bezahlt, als handle es sich dabei um Gold, das gerade geschürft wurde. 20,16 ct/kWh Vergütung sind Strom aus Biomasse garantiert. Fast der doppelte Preis, den die vier Übertragungsnetzbetreiber ihren Berechnungen als Marktpreis für 2027 zugrunde legen: 10,6 ct/kWh. Wer Strom aus „Biomasse“ erhält, sollte diesen Schatz wertschätzen. Sein Kaffee wird zwar nicht anders schmecken und seine Suppe auch nicht, sein Fernseher keine in Gold gerahmten Bilder produzieren, aber die Gewissheit, rund 100% über dem Marktpreis für den Strom aus Biomasse gezahlt zu haben, sollte dem, der dumm genug ist, für solche Manipulationen anfällig zu sein, ein erhabenes Gefühl vermitteln.
Eklatant über dem Marktpreis liegende Garantiepreise sind eine der Idiotien, die im EEG Gesetz geworden sind.
Stellen Sie sich vor, ein Bauer würde minderwertige Kartoffeln ernten, die er 59% unter dem Marktpreis verkaufen muss. Wie lange könnte er sich wohl halten?
Im „Sunshine Atlas“ liegt Deutschland mit 1.619 Sonnenscheinstunden an fünftletzter Stelle, nur noch untertroffen von Tschechien, Irland, dem Vereinigten Königreich und Norwegen. Solarstrom in Deutschland: Es ist, als wollte man Regenwasser in der Sahara auffangen.
Indes, die wenige Sonne ist nicht der alleinige Grund dafür, dass Solarenergie in Deutschland nicht rentabel ist und werden kann. Wenn die Sonne einmal scheint, dann liefern alle installierten Solarparks gleichzeitig Strom, überschwemmen den Markt und bringen den Strompreis nach unten, zuweilen unter die 0 Euro Grenze, so dass Deutschland Nachbarn dafür bezahlen muss, den Strom aus Deutschland abzunehmen. Als Folge ergibt sich ein miserabler Marktwertfaktor von 0,41, der im Wesentlichen dafür verantwortlich ist, dass 2027 rund 10 Milliarden Euro Ausgleichszahlung für Solarparks einem vermarkteten Stromwert von 2,4 Milliarden Euro gegenüberstehen werden.
Wie lange könnte sich der CEO eines Unternehmens halten, das dauerhaft am Markt vorbei produziert, die eigenen Produkte noch unter dem Produktionspreis verkaufen muss?
Das EEG belohnt die Errichtung von Solarparks an Standorten, an denen sich die Errichtung eines Solarparks nicht lohnt, es fördert den Neubau von Solarparks, die sich durch gleichzeitig produzierten Strom gegenseitig kannibalisieren und dafür sorgen, dass der Strompreis an der Strombörse fällt, es fördert Solarparks, die ihren Strom zu Dumpingpreisen verschleudern, um dann die Steuerzahler über das EEG zur Kasse zu bitten.
Ein Irrsinn sondersgleichen, der nur in ideologisch verblödeten Gehirnen blühen kann.
Bleibt nachzutragen: Auch Strom aus Windkraft muss im Schnitt und nach den Berechnungen der Übertragunsnetzbetreiber weiterhin unter Marktpreisen, um 12% bis 20% unter Marktpreisen verkauft werden. Nur der Tatsache, dass abermals Steuerzahler geschröpft werden, um Energieträger, die nicht rentabel sind, zu fördern, ist es geschuldet, dass weiterhin Windkraftturbinen die Landschaft verschandeln.

