Der einst freie Blick in die Rheinebene vom Blättersberg, sieht mittlerweile so aus:
Windturbinen zerstören die Aussicht.
Derart verschandelte Landschaft wird von denen, die nicht nur ideologisch dafür verantwortlich sind, gemeinhin damit begründet, dass “Erneuerbare Energien” dazu führen würden, dass die Strompreise sinken oder bereits gesunken seien:
„Tatsächlich ist es so, dass die Preise durch erneuerbare Energien deutlich gesunken sind und perspektivisch weiter sinken werden.” (Katharina Dröge, Grüne)
„Die Erneuerbaren haben uns gerettet. […] Der Grund ist einfach. Über viele Stunden im Monat haben nicht die teuren Gaskraftwerke, sondern billiger Wind- und Sonnenstrom die Preise gesetzt.“ (Robert Habeck, Grüne)
„Solarstrom macht den Strompreis um 15 Prozent günstiger. Fossile Gaskraftwerke […] machen ihn teurer.“ (Christian Meyer, Grüne)
Man könnte bereits an dieser Stelle von einer frechen Lüge sprechen, schon weil die Frage, wie ein Preis geringer werden soll, wenn er mit Zuschlägen künstlich erhöht wird, um die Arten der Energiegewinnung zu finanzieren, die ihn eigentlich “günstiger” machen sollen, natürlich direkt in den Bereich der Diagnose geistiger Erkrankung führt, einfach deshalb, weil kein normaler Mensch behauptet, wenn man einen Strompreis um die in der folgenden Tabelle zusammengestellten “Zuschläge” erhöht, dann werde er eigentlich niedriger.
Nebenbei zeigt diese Aufstellung, wie Bundespolitiker versuchen, die Spuren der Erneuerbaren Energien als Preistreiber der Stromrechnung zu verwischen, indem sie die EEG-Umlage nun aus dem Strompreis heraus genommen und in den generellen Haushalt des Bundes verschoben haben. Man zahlt einen Teil der Kosten dieses Wahns nun nicht mehr direkt über den Strompreis, sondern indirekt über die vielen Steuern, die ansonsten erhoben werden, um Lars Klingbeil die Möglichkeit zu geben, Geld aus dem Fenster zu werfen.
Vor dem Hintergrund dieser Geschichte aus 1001 Parteiprogrammen haben wir für einen der Winparks, die oben auf dem Bild dabei zu bewundern sind, wie sie den Blick in die Rheinebene zerstören, von der “Wiege bis zur Bahre” die Bilanz der Kosten für die Steuerzahler erstellt, wie sie sich nach 20 Jahren Betrieb und zum Zeitpunkt der Entscheidung, ob man einen Windpark weiterbetreiben oder zurückbauen soll, darstellt.
Es beginnt mit der Zusammenstellung der Kosten, die für den Bau des Windparks anfallen. Wir gehen vom Bau einer Windturbine “Enercon E70/E4” mit einer Nennleistung von 2000 kW aus. 2006 hatte dieser Typ “Windturbine” einen Marktanteil von 38%, so dass man ihn als mehr oder minder repräsentativ für den Rest der Vogelschredder-Gemeinde ansehen kann.
E70/E4 haben eine Nabenhöhe von 85 Metern, der Rotor einen Durchmesser von 71 Metern und für ihre Herstellung sind die folgenden Materialien notwendig:
Die Kosten für die Herstellung der Windturbine addieren sich auf rund 2 Millionen Euro.
Damit ist die Windturbine gebaut, aber nicht errichtet. Für die Errichtung fallen eine Reihe weiterer Posten an (die entstehenden Kosten beziehen sich auf EINE Windturbine) :
Pacht (einmalig/Erschließung + laufend): typisch 2–5 % des Stromerlöses oder Festbetrag; 2006 oft im Bereich weniger Tausend bis niedriger fünfstelliger Betrag pro Jahr;
Versicherungen, Finanzierungskosten, Reserve: variabel
Insgesamt belaufen sich die Kosten für Herstellung und Errichtung einer Windturbine auf 3 bis 3,2 Millionen Euro. Eine Hausnummer, die man in Erinnerung behalten muss, wenn es zu den Erlösen geht.
Die Gegend, in der die Windturbine steht, Gemarkung Venningen, Edesheim oder Kleinfischlingen, gehört zu den Gebieten in Deutschland, die man als windarm bezeichnen muss. In 140 Metern Höhe gelten Windgeschwindigkeiten von 5,2 bis 6 m/s als Jahresdurchschnitt. In einer Nabenhöhe von 85 Metern werden um die 5 bis 5,7 m/s realisiert werden können, im Durchschnitt. Das ergibt für die Windturbine 1.400 bis 1.700 Vollaststunden (das entspricht einem Kapazitätsfaktor von 16% bis 19%), auf deren Grundlage wir die Erlöse, die mit der Windturbine erzielt werden können, berechnet haben.
Mit dem EEG2004 wurde für Onshore-Windenergie eine garantierte Vergütung von 8,36 ct/kWh als Anfangsvergütung festgelegt. Die Grundvergütung beläuft sich auf 5,28 ct/kWh. Da die Windturbine in einem windarmen Gebiet steht, wird sie den Referenzertrag nicht erreichen; zu wenig Wind, deshalb wird die Anfangsvergütung zu einer Regelvergütung, die rund 14 Jahre ausgezahlt wird. Erst mit dem Erreichen von 15 Betriebsjahren nehmen wir die geringere Grundvergütung als Erlös an.
In den ersten 14 Jahren kann die Windturbine somit einen Erlös aus dem Verkauf von Strom in Höhe von 238.260 Euro pro Jahr erziehen, ab dem 15. Betriebsjahr und bis zum 20. Betriebsjahr reduziert sich der Erlös auf 150.408 Euro pro Jahr (gerechnet mit 1.500 Vollaststungen).
Nun sind mit dem Betrieb nicht nur Erlöse, sondern auch Kosten für Wartung, für Reparaturen sowie für Versicherung und Pacht verbunden. Im Jahresmittel summieren sich diese Kosten auf rund 70.000 Euro, im Gesamtzeitraum der 20 Betriebsjahre werden 1,4 Millionen Euro an Instandhaltungs-/Reparatur und sonstigen Kosten daraus.
Wie sieht nun die Bilanz aus, die man nach 20 Betriebsjahren für diese Windturbine erstellen kann, vor allem: Wie sähe sie aus, wenn die Betreiber in den 20 Jahren ihren Strom nicht zu garantierten, sondern zu Marktpreisen hätten verkaufen müssen.
So:
Eingerechnet ist der Rückbau der Anlage und damit vorweggenommen, dass die Anlage nach 20 Jahren, obschon noch Restlebensdauer vorhanden wäre, nicht weiterbetrieben wird. Nach 20 Jahren beläuft sich die Bilanz auf einen Reingewinn von 40.000 Euro, der aus einer Windturbine zu erwirtschaften ist. Aber das ist kein realer Gewinn: Es ist, was von den Subventionen, die Steuerzahler über die 20 Jahre gezwungen wurden, zu bezahlen, geblieben ist. Hätte der Betreiber seinen Strom in den 20 Jahren an der Strombörse verkaufen müssen, zu Marktpreisen verkaufen müssen, er hätte ein Minus von knapp einer Million Euro eingefahren.
Wahrlich eine Zukunftstechnologie.
Aber, so werden manche sagen, wenn man nicht nur eine, sondern mehrere, sagen wir, mit Blick auf die Situation vor Ort, NEUN Windturbinen in einen Windpark stellt, dann kann man die Kosten pro Anlage reduzieren, durch Synergieeffekte, die sich z.B. bei den Kosten von Zuwegung und Anschluss an das Stromnetz ergeben. Ergo haben wir die Rechnung für neun Windturbinen und unter Berücksichtigung der Einsparungen, die durch den Bau mehrerer Windturbinen im gleichen Bereich möglich sind, wiederholt.
Hier das Ergebnis:
Neun Windturbinen an der gleichen Stellen ermöglichen einen Gewinn von 3,1 Millionen Euro. Wäre der Strom zu Markpreisen verkauft worden, dann hätte ein Verlust von 6,1 Millionen Euro am Ende der 20 Betriebsjahre gestanden. Je länger man einen Windpark betreibt und je mehr Windturbinen darin versammelt sind, um so teurer wird die Angelegenheit für Steuerzahler.
Wie sich die Kosten für Steuerzahler entwickeln, das zeigt die folgende Abbildung für die neun Windturbinen und die 20 Betriebsjahre. Die Marktpreise sind reale Jahrespreisdurchschnitte für die jeweiligen Jahre:
Wie man sieht, haben Steuerzahler dafür sorgen müssen, dass die 20 Betriebsjahre für den Betreiber mit einem Gewinn abgeschlossen werden können, dieselben Steuerzahler, die aufgrund des Erneuerbare Energien Wahnsinns schon durch die oben genannten Zuschläge viel höhere Strompreise entrichten mussten, als sie ohne diesen Wahn hätten bezahlen müssen.
Die folgende Abbildung verdeutlich das Loch, das sich zwischen Strompreisen dann auftut, wenn man realen Strompreisen die um “Energiewende”-bereingten Strompreise gegenüberstellt (Berechnungsbasis ist ein 2-Personenhaushalt mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von 2.500 kWh):
2.771 Euro Mehrkosten durch den Strom, der den Strom billiger macht.
Eine klassische Rechnung, wie sie nur grüne Milchmädchen oder verlogene Lobbyisten oder Klimawahngeschädigte anzustellen vermögen.
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