Fortpflanzung verbieten und Gender Pay Gap beseitigen

Eigentlich können wir nicht nachvollziehen, wie jemand weiterhin behaupten kann, es gäbe ein Gender Pay Gap, das auf Diskriminierung von Frauen zurückgeführt werden kann, aber diejenigen, bei denen der Wunsch die Wirklichkeit überragt, deren Phantasie von keinerlei empirischem Faktum erreicht werden kann, sind in Deutschland (derzeit?) recht zahlreich, und entsprechend wollen wir eine nagelneue Untersuchung in den Reigen all derer einstellen, die zeigen, dass es keine Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt als Ursache des Gender Pay Gaps gibt, dass das Gap vielmehr ganz rational erklärt werden kann.

Arguing_With_MoronsAltmeister Solomon W. Polachek, der bereits in der Vergangenheit nicht müde geworden ist, an den Verstand der Gender Pay Gapper zu appellieren, und zwar weitgehend erfolglos, was die Frage nach dem Verstand von Gender Pay Gappern auf dramatische Weise neu und auf einer anderen Stufe stellt, aber lassen wir das,… Solomon W. Polachek hat gemeinsam mit Xu Zhang und Xing Zhou einen neuen Anlauf genommen, um zu zeigen, wie man das Gender Pay Gap erklären kann, ganz ohne von hässlichen Bonzen oder sonstigen Ekelgestalten zu phantasieren, die kleine, elfengleiche und verletztliche Weiblein am Ein- und Aufstieg in gutbezahlte(n) Berufe(n) hindern.

Die Erklärung lautet wie folgt:

Bei Heirat oder beim Eingehen einer Partnerschaft sind Männer nach wie vor und durchschnittlich älter als Frauen.

  • Wer älter ist, hat mehr Zeit, sich Humankapital anzueignen.
  • Wer älter ist, hat mehr Zeit, in sein Humankapital zu investieren.
  • Wer älter ist, hat deshalb mehr Erfahrung und ein höheres Einkommen als Jüngere.
  • Wer Kinder in die Welt setzt, muss sich um die entsprechenden Kinder kümmern.
  • Dazu gibt es ein Mittel: Arbeitsteilung.

Arbeitsteilung sieht vor, dass derjenige, für den Kindererziehung geringere Kosten mit sich bringt, zuhause bleibt, während derjenige, der hohe Kosten durch Kindererziehung hätte, weiter arbeiten geht.

  • (Ehe-)Männer sind im Durchschnitt älter als ihre (Ehe-)Frauen.
  • (Ehe-)Männer verdienen im Durchschnitt und wegen ihres höheren Alters (s.o.) mehr als ihre (Ehe-)Frauen.
  • (Ehe-)Männer hätten, blieben sie zuhause, um sich um ihr Kind zu kümmern, höhere Kosten als (Ehe-)Frauen.
  • Deshalb bleiben Frauen zuhause und kümmern sich um ihre Kinder, während Männer weiter arbeiten gehen.
  • Und wenn Frauen zuhause bleiben, wird das Gender Pay Gap nicht nur aufrechterhalten, sondern größer, schon weil ihr Humankapital relativ zu dem von Männern noch geringer wird.

Simpel – oder?

Man muss schon mit erheblichem Unverstand begabt sein, um das nicht verstehen zu können oder mit erheblicher krimineller Energie, um das nicht verstehen zu wollen.

Geprüft haben Polachek, Zhang und Zhou ihre Annahmen auf Basis chinesischer Daten. Manche werden sich noch an die chinesische Einkind-Politik erinnern. Als Folge der Einkind-Politik ist die Altersdistanz zwischen (Ehe-)Männern und (Ehe-Frauen) und die Bildungsdistanz zwischen arbeitenden Männern und arbeitenden Frauen in China gesunken und der Anteil von Frauen, die arbeiten, gestiegen und die Zeit, die Frauen auf dem Arbeitsmarkt zubringen auch.

Als Ergebnis davon, so zeigen Polachek, Zhang und Zhou ist der Gender Pay Gap kleiner geworden.

Quod erat demonstrandum.

Oder im Originalton:

More specifically, fecundity differences between husband and wife can lead to the age and educational differences (i.e., hypogamy) associated with division of labor in the home. This division of labor, in turn, can help exacerbate the gender wage gap. Hence the plausibility of a biological basis for gender wage differences. As fertility declines, as has been the historical trend, marital differences diminish. As these marital differences diminish, so does the division of labor in the home, and the gender wage gap, as well. This appears to be the trend in the US and most other developed countries“.

MoronsThrivingNicht Quoten oder Bevorzugungsprogramme schließen demnach das Gender Pay Gap, sondern Frauen, die in ihre Bildung investieren, die auf dem Arbeitsmarkt präsent sind, wie Männer dies auch sind und vor allem Frauen, die sich nicht fortpflanzen.

Daraus folgt für all die Gender Pay Gapper, dass sie Folgendes fordern müssen:

  • Frauen müssen mehr in ihre Bildung auf dem Arbeitsmarkt investieren.
  • Frauen müssen dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt präsent sein.
  • Und damit sie dies können und ganz wichtig: Frauen dürfen sich nicht mehr fortpflanzen.

Und schon ist das Gender Pay Gap beseitigt.

Als Konsequenz kann man übrigens schließen, dass Programme, die das Fernbleiben vom Arbeitsmarkt für Frauen und Männer belohnen, z.B. Elterngeld Plus, gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichten, weil sie dafür sorgen, dass beide ihre Erwerbsbiographie unterbrechen und somit ihren Wert, den Wert ihres Humankapitals reduzieren. Aber das ist ja auch das Ziel der Berliner Sozialklempner: eine Herde von Schaafen, die alle gleich blöcken, gleich Wolle geben und sich nicht darum bemühen, auf die Weide nebenan, auf der mehr Klee vorhanden ist, zu kommen. Dort sind schon die Sozialklempner.

Polachek, Solomon W., Zhang, Xu & Xing, Zhou (2014). A Biological Basis for the Gender Wage Gap: Fecundity and Age and Educational Hypogamy. Bonn: Institute for the Study of Labour, DP #8570.

Wikipedia zum Gender Pay Gap: Ahnungslosigkeit trifft Ignoranz

Was fürchten Sozialwissenschaftler? de.Wikipedia. Warum fürchten Sozialwissenschaftler de.Wikipedia? Weil dort zuweilen ein Unsinn steht, der an Halbwissen und an assoziativ imaginierten Kenntnissen kaum zu überbieten ist. Nicht zuletzt deshalb reagieren die meisten Sozialwissenschaftler, die das „Wissenschaftler“ und nicht das „Sozial“ betonen, sehr gereizt darauf, wenn ihre Studenten de.Wikipedia zitieren, und nicht zuletzt deshalb steht in den meisten Merkblättern unterschiedlichster Hochschulen zur Art und Weise, in der eine studentische Seminar-, Bachelor- oder Magisterarbeit erstellt werden soll, in Variation immer derselbe Satz: Wikipedia ist keine wissenschaftliche Quelle!

WischopediaUnd wer für die Berechtigung der Warnung vor Wikipedia eine Begründung braucht, ein Anschauungsbeispiel, der sollte sich ansehen, was die deutsche Ausgabe der Online-Enzyklopädie, die mit einer richtigen Enzyklopädie vor allem im Bereich der Sozialwissenschaften so viel zu tun hat, wie ein Kaufladen für Kinder mit der Auslage von Edeka, zum Thema Gender Pay Gap zu sagen weiß.

Das Gender Pay Gap oder besser: das Gender Wage Gap, dazu gleich mehr, ist bekanntlich der prozentuale Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn aller männlichen und aller weiblichen Erwerbstätigen. Anders formuliert: Man wirft alle Bruttostundenlöhne der Männer in einen Topf, und zwar ohne Rücksicht auf die unterschiedliche Art und Weise, in der der jeweilige Bruttostundenlohn zu Stande kommt, tut dasselbe für die Bruttostundenlöhne der Frauen und dividiert die sich jeweils ergebende Summe durch die jeweilige Anzahl der Erwerbstätigen. Die resultierenden Werte kann man dann voneinander abziehen, um die nominale Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen zu erhalten, und man kann die Differenz auf den durschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer prozentuieren, um den bekannten Prozentwert, der durch die Medien als unbereinigtes Gender Pay Gap geistert, zu erhalten.

Die Ausagekraft des unbereinigten Gender Pay Gaps ist gleich null, denn man vergleicht Äpfel mit Birnen, Vollzeiterwerbstätige mit Halbtagserwerbstätigen, Hochgebildete mit Niedriggebildeten und so weiter. Wer entsprechend das unbereinigte Gender Pay Gap, also die öminösen 22% für Deutschland, zitiert, der hat sich schon als Dilettant, der keine Ahnung hat, disqualifiziert. Um überhaupt etwas über ein Gender Wage Gap aussagen zu können, muss man seine Theoriengeschichte kennen und berücksichtigen, und hier beginnt die Geschichte der Ahnungslosigkeit und der Ignoranz, die sich zu einem Unsinnsartikel zum Gender Pay Gap bei Wikipedia verschworen haben.

rubbish„Die in der Analyse des Gender Wage Gap vorrangig zur Anwendung kommenden Verfahren sind die Regressionsanalyse und die Oaxaca-Blinder Zerlegung.

Bei der multiplen linearen Regressionsanalyse wird die geschlechtliche Zugehörigkeit als eine Variable unter vielen in die Analyse einbezogen und so der Beitrag einzelner Faktorengruppen zur Erklärung der Lohndifferenz untersucht.

Bei der (nach Ronald Oaxaca und Alan Blinder benannten) Oaxaca-Blinder Komponenten-Zerlegung werden empirische Untersuchungen zur Frage, welcher Anteil des Gender Wage Gap auf Diskriminierung zurückzuführen ist, vorrangig mit Hilfe dieses Verfahrens durchgeführt. Dieses Modell beruht auf der Annahme, dass sich der Entgeltunterschied additiv aus zwei Komponenten zusammensetze, von denen eine ausschließlich auf Unterschieden in bestimmten „erklärenden“ Variablen wie etwa Qualifikation und Branche (dem sogenannten Ausstattungseffekt) beruhe, die zweite hingegen ausschließlich auf einer unterschiedlichen Behandlung von Beschäftigtengruppen mit ansonsten gleichen Eigenschaften (den sogenannten Gruppeneffekt).“

Um sich zum Gender Wage Gap sinnvoll äußern zu können, muss man zunächst einmal wissen, was das Gender Wage Gap eigentlich ist. Wir haben hier die Bezeichnung Gender Wage Gap benutzt, weil es eine gute Möglichkeit darstellt, die Scharlatane unter den Gapern von den Ernsthaften zu unterscheiden. Und wenn wir bei den Ernsthaften, den Wage-Gapern, bleiben, dann müssen wir feststellen, dass zunächst ein paar theoretische Annahmen notwendig sind, um überhaupt zum Gender Wage Gap zu kommen und die theoretischen Annahmen entstammen der Humankapitaltheorie von Gary S. Becker. Das ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet Feministen und andere Sozialisten, die nicht müde werden, das in ihrem Fall: Gender Pay Gap zu beschwören, auf der Humankapitaltheorie aufsetzen, denn ohne Beckers Arbeiten hätten sie nie von einem Gap erfahren, was man im Nachhinein als unglückliche Fügung der Geschichte ansehen muss.

Wie dem auch sei, Becker ist Neoklassischer Ökonom, d.h. er geht davon aus, dass man Fakten zu Darstellungszwecken vollständig im ökonomischen Modell erklären kann. Nehmen wir den Fakt der Höhe des Lohnes von Person X, dann kann dieses Gehalt nach Ansicht von Becker vollständig durch das Humankapital und die Produktivität von X erklärt werden. Person X investiert in Humankapital und kann seiner Investition entsprechend Humankapital an einen Arbeitgeber verkaufen, der wiederum das Humankapital in Produktivität umrechnet und entsprechend entlohnt, wobei mehr Humankapital mit mehr Produktivität und entsprechend höhererm Lohn einhergeht.

Diese Idee hat Jakob Mincer (1974) zu seiner berühmten Mincergleichung inspiriert, in der versucht wird, Humankapital, das man nicht direkt messen kann, in messbare Bestandteile zu zerlegen. Wenn man davon ausgeht, dass zwischen Humankapital und Gehalt eine je desto Beziehung besteht, je höher das Humankapital, desto höher das Gehalt, dann legt diese Annahme eine lineare Beziehung zwischen Humankapital und Gehalt nahe, und die einfachste Form eine solche Beziehung darzustellen, ist die Regressionsgleichung:

Gender Wage Gap

Im Fall der Mincergleichung wird das (logarithmierte – logarithmiert, um Ausreißerwerte einzuebnen) Gehalt als Funktion formaler Bildung (x1) und Arbeitserfahrung (x2) angenommen. Die Betas (ß) geben an, wie stark sich formale Bildung oder Arbeitserfahrung auf den Lohn auswirkt und z gibt an, wie groß der Anteil des Gehalts ist, der nicht über Arbeitserfahrung und formale Bildung erklärt werden kann. Entsprechend kann man auf Grundlage der Mincer-Gleichung erwarten, dass ein älterer Arbeitnehmer für eine vergleichbare Tätigkeit besser entlohnt wird, als ein jüngerer Arbeitnehmer, eben weil er über mehr Arbeitserfahrung verfügt und für ihn die Wahrscheinlichkeit, dass er Fehler macht, geringer ist als für einen jüngeren Arbeitnehmer. Dieses Alters-Gap hat bislang keinen medialen Aufruhr verursacht, im Gegensatz zum Gender-Gap, denn hier sind andere Interessen im Spiel.

Man kann die Mincergleichung nach Geschlecht zerlegen (siehe Abbildung), wobei das S hier angibt, dass mehrere persönliche Charakteristika (also Arbeitserfahrung und formale Bildung) in die Berechnung eingegangen sind. Diese Gleichung ist die Grundlage der Dekomposition, die Oaxaca vorgeschlagen hat. Oaxacas Vorschlag zerlegt die Regressionsgleichung in einen erklärten Teil, der sich in der Abbildung außerhalb der eckigen Klammern findet und einen unerklärten Teil (innerhalb der eckigen Klammern). Wer sich ein wenig mit den Gleichungen befasst, sieht, dass der ganze Zauber der Dekomposition darin besteht, für alle Charakteristika die Effektstärken (ß) für die Berechnung der Gehälter von Männern von denen der Berechnung von Frauen zu subtrahieren. Zudem subtrahiert Oaxaca die Konstanten (a) voneinander, was interessant ist, da „a“ den y-Achsenabschnitt angibt, an dem die Regressionsgerade die y-Achse schneidet. Den y-Achsenabschnitt kann man als eigenschaftsfreies Anfangsgehalt interpretieren, was zu dem Schluss führt, dass Oaxaca implizit anzunehmen scheint, dass ein unterschiedliches Anfangsgehalt bei Kontrolle der Charakteristika auf Diskriminierung zurückzuführen ist.

Wie man den Ausführungen entnehmen kann, basiert das Gender Wage Gap in seiner dekompostierten zerlegten Form auf einer linearen Regression und somit auf den idealen Annahmen, die bereits Becker in seinem Modell hat, d.h. dass es möglich ist, das Gehalt, das ein Mensch für seine Arbeit erhält, vollständig als Funktion seines Humankapitals, also seiner Bildung und seiner Arbeitserfahrung in Mincers Operationalisierung zu erklären. Die ideale Modellwelt und vor allem die Fähigkeit, sie empirisch zu finden, hängt nun davon ab, nach Möglichkeit alle relevanten Charakteristika zu erfassen, die Humankapital, d.h. Arbeitserfahrung und Bildung abbilden und Gehalt erklären. Und hier trennen sich die Pfade der Wisseschaftler:

linear regressionOaxaca (1973) nimmt an, dass Humankapital durch die folgenden Variablen abgebildet wird: Bildungsstand, Arbeitserfahrung, Beruf, Wirtschaftszweig, Gesundheitsprobleme, Teilzeitarbeit, Familienstand, Region, städtisches Wohngebiet. Blinder (1973), der unabhängig von Oaxaca zu einer ähnlichen Methode der Dekomposition gekommen ist, denkt, dass die folgenden Variablen zur Operationalisierung von Humankapital taugen: Alter, Region, Bildungsstand, Ausbildungsstand, Beruf, Gewerkschaftsmitgliedschaft, Gesundheit, lokaler Arbeitsmarkt, Mobilität, Verbleib auf dem derzeitigen Arbeitsplatz (Blinder, 1973). Die erheblichen Unterschiede in den Variablen, die man in die Analyse steckt, haben entsprechende Unterschiede in den Ergebnissen zur Folge.

Das ist misslich, denn die Validität der Idee von Oaxaca und von Blinder, die Unterschiede der linearen Erklärung des Gehalts von Frauen bzw. von Männern als Diskriminierung zu interpretieren, hängt natürlich massiv davon ab, wie vollständig die Variablen erfasst sind, die Humankapital und damit Produktivität und über Produktivität Gehalt erklären. Deshalb sind sich Ökonomen, die ernsthaft mit der Erklärung von Gehaltsunterschieden befasst sind, der Relativität der Erklärung bewusst und zudem zurückhaltend, ihr Ergebnis als Diskriminierung zu interpretieren. Dass die Höhe des Gender Wage Gaps von den Variablen, die im Modell berücksichtigt wurden, abhängig ist, hat Oaxaca selbst thematisiert:

„It is clear that the magnitude of the estimated effects of discrimination crucially depends upon the choice of control variables for the wage regression. A researcher’s choice of control variables implicitly reveals his … attitudes towards what constitutes discrimination in the labour market”(Oaxaca, 1973: 699).

Das ist eine sehr nette Umschreibung dafür, dass die von Oaxaca erdachte Methode für ideologischen Missbrauch sehr anfällig ist, denn die „attitude towards discrimination“ kann den einen vermeintlichen Forscher davon abhalten, eine Variable zu berücksichtigen, die ein anderer Forscher berücksichtigt hat. Wie dem auch sei: Die Werte, die am Ende der Dekomposition stehen, können nicht als nominale Werte interpretiert werden und schon gar nicht eignen sie sich, um Mythen über das Ausmaß des Gender Wage Gaps zu spinnen – es sei denn, man will die Gender Wage Forschung als Gender Pay Mythos für seine Zwecke missbrauchen.

Das bringt uns zurück zum Beitrag auf Wikipedia.

Wie die oben zitierte Passage aus Wikipedia vor dem Hintergrund der zugegebener Maßen ausführlichen Darstellung zeigt, sind die Autoren des Wikipedia Artikels weitgehend mit Ignoranz und Ahnungslosigkeit geschlagen.

Sie sind der Meinung, die Oaxaca Komponenten Zerlegung müsse von einer multiplen Regression unterschieden werden, obwohl die Methode von Oaxaca gerade auf den Ergebnissen einer multiplen Regression aufbaut.

Sowohl die Methode von Blinder als auch die Methode von Oaxaca beruhen, wie das Zitat von Oaxaca deutlich macht, nicht auf der simplen Zerlegung in erklärten Gehaltsunterschied und Diskriminierung, sondern auf einer Vielzahl von Annahmen, von denen die Annahme, es sei möglich, die Variablen, die einen Einfluss auf Humankapital und Produktivität haben, im Modell alle zu berücksichtigen, mitnichten die einfachste ist.

Darüber hinaus werden nicht Entgeltunterschiede „erklärt“, es wird Entgelt erklärt und in der Dekomposition werden die Effektstärken der jeweiligen Erklärung für Männer und Frauen voneinander substrahiert.

Die Ahnungslosigkeit darüber, was bei der Analyse des Gender Wage Gaps eigentlich geschieht, schlägt sich in einer Vielzahl von Fehlern im Beitrag zum Gender Pay Gap nieder, von denen hier nur einige angsprochen werden sollen:

  • nonsense2de.Wikipedia: „Die Arbeitsmarktsegregation, d.h. Frauen und Männer arbeiten tendenziell in verschiedenen Wirtschaftssektoren oder Branchen, und die Unterbewertung der Arbeit von Frauen werden von der Europäischen Kommission als wichtige Gründe für den Gender Pay Gap angegeben. Untersuchungen zeigen, dass Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, im Durchschnitt schlechter bezahlt sind als von Männern dominierte Berufe.“
  • Tatsächlich: Die Berechnung des Gender Wage Gaps basiert auf dem theoretischen Gerüst der Humankapitaltheorie. Was hier auf Wikipedia wie eine Diskriminierung durch Strukturen, das Patriarchat oder einen sonstigen Bösewicht daherkommt, ist in der Humankapitaltheorie das Ergebnis individueller Entscheidungen: Weil die meisten Frauen damit rechnen, ihre berufliche Karriere an irgend einem Punkt zu unterbrechen, um der Pflege des Nachwuchses willen, investieren sie nicht im gleichen Ausmaß in ihre Karriere wie Männer. Sie wählen Berufe, für die allgemeines Humankapital, das leicht transferierbar ist, ausreicht und meiden Berufe, in denen spezielles Humankapital, das mit Arbeitserfahrung und Commitment erreicht wird, benötigt wird. Spezielles Humankapital ist für Unternehmen wertvoller als allgemeines Humankapital, da man einen BA für soziale Arbeit leicht mit einem anderen BA für soziale Arbeit ersetzen kann, es jedoch mit hohen Kosten verbunden ist, den Spezialisten im Unternehmen, der die Programmierung von CNC-Geräten beherrscht, zu ersetzen. Entsprechend wird spezielles Humankapital besser bezahlt als allgemeines Humankapital. Das ist nicht verwerflich und schon gar keine Diskriminierung, ergibt sich vielmehr daraus, dass spezifisches Humankapital einfach wertvoller ist. Spezifisches Humankapital findet sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Investitionsentscheidungen öfter bei Männern als bei Frauen.
  • de.Wikipedia: „Die unterschiedliche Bildungs- und Berufswahl von Frauen und Männern wird durch geschlechtsspezifische Stereotypen beeinflusst.“
  • In Deutsch: Frauen treffen Lebensentscheidungen, die manchen Autoren bei de.Wikipedia nicht passen. Mit Diskriminierung hat das überhaupt nichts zu tun, und die Stereotypisierung, so sie vorhanden ist, mag man beklagen, aber man wird akzeptieren müssen, dass manche Frauen, wie Catherine Hakim (2000) gezeigt hat, rund 20% der weiblichen Bevölkerung, es vorziehen, in Familie und nicht in Karriere zu investieren.
  • de.Wikipedia: „Der Einfluss des privaten Engagements für die Familie auf Leistung einerseits und auf berufliche Karriere und Einkommen andererseits ist Gegenstand zahlreicher Studien. Die Europäische Kommission führt als einen der wichtigsten Gründe für den Gender Wage Gap die ungleiche Verteilung der Aufgaben in der Familie und Pflege, die weitgehend von Frauen getragen werden, an. […] US-Forscher bezeichnen die durchschnittlichen, mit Kindern verbundenen Einkommensverluste als „Mutterschaftsstrafe“ („motherhood penalty“). Diese Einkommenverluste sind auch nach der statistischen Kontrolle anderer relevanter Faktoren wie z. B. Bildung, Erfahrung, Voll- oder Teilzeitarbeit und Ethnizität vorhanden“
  • Wenn die Europäische Kommission auf den Einfluss „des privaten Engagements“ für Kinder hinweist und US Forscher auf einen Einkommensverlust von Müttern, wenn sie denn wieder arbeiten, hinweisen, dann muss festgestellt werden, dass niemand gezwungen wird, Kinder in die Welt zu setzen. Wenn eine Entscheidung zur Mutterschaft getroffen wird, dann geht damit ein Verlust von Humankapital einher (U.a. Wikipedia gebührt das Verdienst darauf hingewiesen zu haben und Frauen darin zu ermutigen, nicht in spezielles Humankapital zu investieren), denn die Zeit außerhalb des Arbeitsmarktes ist eine Zeit, in der man sein Humankapital nicht erhöhen kann, insbesondere nicht das spezifische Humankapital, das Gehaltsvorteile verschafft und in das Mütter ohnehin nicht investieren. D.h. die arbeistlose Zeit, in der sich Mütter um den Nachwuchs kümmern, ist eine Zeit, in der sie relativ zurückfallen, denn ihr ohnehin nur allgemeines Humankapital verliert weiter an Wert, da Männer, die in der Zeit, in der Frauen Mutter sind, arbeiten, ihren Abstand zu den Müttern mit Blick auf das Gehalt vergrößern. Auch das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern damit, dass man nicht alles gleichzeitig machen kann und entsprechend zu den Entscheidungen und den Konsequenzen, die damit einhergehen, stehen muss.

Nonsense on stiltsDer Beitrag zum Gender Pay Gap auf de.Wikipedia zeichnet sich also durch ein munteres Durcheinander aus, das mit einer Darstellung der Diskussion zum Gender Pay Gap nichts zu tun hat und nicht einmal dann, wenn man verquere Ansätze wie den Devaluations-Ansatz oder die feministische Geschlechtsrollentheorie berücksichtigt, die von nicht-Ökonomen ersonnen wurden, um eine ökonomische Variable zu erklären, dem Stand der Forschung enstprechen. Der Beitrag vermittelt vielmehr den Eindruck von nicht-Können, von Ahnungslosigkeit gepaart mit Ignoranz, ein Eindruck, der durch das zwanghafte zitierten von OECD, Europäischer Kommission und sonstiger offizieller Quellen, von denen man nicht gerade objektive und schon gar keine korrekten Darstellungen zu ideologischen Themen erwarten kann, noch verstärkt wird.

Das Bild des ideologischen Durcheinanders, das nicht nur der ökonomischen, sondern auch der soziologischen Forschung zum Thema Gender Wage Gap Gewalt antut, wird dadurch abgerundet, dass sich unter den Bearbeitern bezahlte Aktivisten wie Fiona B. (aka Fiona Baine, aka Fiona) finden, die ihre nicht vorhandenen Kenntnisse von Fakten (wir wissen ja seit einer in Mannheim preisgekrönten Publikation, dass Frauen genetisch an der Kenntnis von Fakten ge-, be- oder verhindert sind) durch ideologische Agitation auszugleichen versuchen. Was dabei herauskommt, ist ein Unsinn, der den Schluss nahe legt, dass das Projekt Wikipedia zumindest in Deutschland gescheitert ist.

Schließlich geht es um Aggregate, wenn von Männern und Frauen die Rede ist. Aggregate haben in der Regel die Angewohnheit sich innerhalb der Gruppen, die verglichen werden, stärker zu unterscheiden als zwischen den Gruppen. Mit anderen Worten: Der Gehalts-Gap zwischen einer Mausschubserin, die tagelang verzweifelt versucht, von einer Maske in die nächste zu kommen und der Putzfrau, die in der Zwischenzeit das Büro der Mausschubserin erkennbar reinigt, ist vermutilch höher als das Gap zwischen Männern und Frauen, nur thematisiert es niemand, weil Putzfrauen nicht einmal unter Staatsfeministen eine Lobby haben, die kennen nämlich nur sich und ihre eigenen Vorteile.

Literatur

Becker, Gary S. (1996). The Economics of Life. From Baseball to Affirmative Action, to Immigration. How Real-World Issues Affect our Everyday Life. New York: McGraw-Hill.

Becker, Gary S. (1976). The Economic Approach to Human Behavior. Chicago: University of Chicago Press.

Blinder, Alan S. (1973). Wage Discrimination: Reduced Form and Structural Estimates. Journal of Human Resources 8(4): 436-455.

Hakim, Catherine (2000). Work-Lifestyle Choices in the 21st Century. Oxford: Oxford University Press.

Mincer, Jacob (1974). Schooling, Experiences and Earnings. Cambridge: National Bureau of Economic Research.

Oaxaca, Ronald L. (1973). Male-female Wage Differentials in Urban Labour Markets. International Economic Review 14(3): 693-709.

Noch ein Gender-Mythos in Scherben: Gender Pay Gap = Mama Pay Gap

Während Anthony Downs (Economic Theory of Democracy) im Wesentlichen der Überzeugung ist, dass Ideologien von politischen Akteuren erfunden werden, um eine einfach Form der Verständigung mit desinteressierten Wählern herstellen zu können, bin ich der Meinung, dass diese Annahme zu kurz greift und der Tatsache nicht gerecht wird, dass Ideologien in weiten Teilen dazu da sind, desinteressierte Wähler an der Nase herum zu führen, sie an ihrer affektiven Empfänglichkeit zu packen, in dem den Wählern versprochen wird, die Wahl von Partei XY mache sie entweder zum besseren Menschen oder adele sie in sonstiger Weise. Dementsprechend ist es für die Produzenten von Ideologien wichtig, emotionale Appelle an ihre potentiellen Wähler zu senden, um ihnen zu zeigen, wie man sich als guter Wähler/Anhänger/Follower darstellen kann.

Campbell MythAn einer zentralen rhetorischen Figur des Genderismus wird dies besonders deutlich: dem Gender Pay Gap. Das Gender Pay Gap hat zwischenzeitlich Heiligkeitsstatus, auch wenn sich die katholische Kirche immer noch weigert, die vom Gender Pay Gap Betroffenen zu Märtyrern zu erklären. Das Gender Pay Gap hat alles, was den Kern einer Ideologie auzeichnet: Es appelliert an Emotionen, Gerechtigkeitsempfinden, ermöglicht Followern Gutheitsbekundungen, und denen, die den Gender Pay Gap propagieren, ermöglicht es offenes Nutznießen unter dem Schutze des Fetisch „Gender Pay Gap“.

Damit die Heiligkeit und Unantastbarkeit des Gender Pay Gap erhalten bleibt, ist ein kontinuierlicher Strom von Stützmaßnahmen erforderlich; Neuestes Beispiel ist ein Gesetzentwurf der SPD-Fraktion im Bundestag mit dem Titel „Gesetz zur tatsächlichen Durchsetzung des Engeltgleichheitsgebotes für Frauen und Männer (Entgeltgleichheitsgesetz)“. Wie der Titel schon nahe legt, haben alle Gesetze, die bislang erlassen wurden, und unter deren Schirm man bislang von „Gleichstellung“ nutznießen kann, wie dies z.B. im Rahmen des Professorinnenprogramms geschieht, nach Ansicht der SPD-Fraktion nicht dazu geführt, dass tatsächliche Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen hergestellt wurde (was ein hinreichender Grund wäre, die entsprechenden Nutznießer-Programme abzuschaffen). Wer den Gesetzentwurf liest, weiß auch warum dies nach Ansicht der SPD-Fraktion bislang nicht gelungen ist: Die bösen Unternehmen unterminieren alle Versuche der guten Gleichsteller. Entsprechend kann man den Gesetzentwurf dahingehend zusammenfassen, dass einmal mehr versucht wird, in die unternehmerische Freiheit einzugreifen und Unternehmen nunmehr zur „Betrieblichen Prüfung der Entgeltgleichheit“ (§6) bzw. zur „Erstellung eines Prüfberichts“ (§7) zu zwingen. Zentral sind in jedem Fall „sachverständige Personen“, bei denen – im Sinne des Gesetzentwurfes – es sich um „Personen mt einer besonderen Sachkunde und fachlichen Expertise auf dem Gebiet der Entgeltgleichheit“ handeln soll (§3 Abs. 9). Wem das wie eine Tautologie vorkommt, dem sei gesagt, das liegt daran, dass die Genossen hier eine Tautologie formuliert haben, eine Tautologie, die Äquivalent zur Aussage ist, ein Irrer ist eine Person die sich verhält wie ein Irrer.

Im Entwurf ist übrigens von gleicher oder gleichwertiger Arbeit die Rede - eine kleine "unter-der-Hand-Änderung".

Im Entwurf ist übrigens von gleicher oder gleichwertiger Arbeit die Rede – eine kleine „unter-der-Hand-Änderung“.

Aber mit dem Gesetzentwurf der SPD-Fraktion soll ja auch keine sprachliche oder konzeptionelle Klarheit geschaffen werden. Vielmehr verfolgt die Fraktion zwei Ziele: Erstens soll unternehmerische Freiheit beseitigt werden. Zweitens sollen Stellen für „sachkundige Personen“ geschaffen werden. Regelmäßig, wenn es darum geht, den eigenen Nepotismus zu legitimieren, greifen Genderisten auf die Dienste von „Sachverständigen“ zurück, die die Ideologie, der gerade gehuldigt wird, „wissenschaftlich“ legitimieren sollen. Dies scheint mir der einzige Grund dafür zu sein, dass im Bundestag Ausschüsse besetzt werden, die sich mit Gesetzentwürfen von Fraktionen befassen und Anhörungen durchführen, zu denen sie u.a. Personen laden, die man aufgrund der Position, die sie besetzen, für Wissenschaftler halten könnte.

Und so hat auch der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion eine öffentliche Anhörung erfahren, zu der eine Reihe von „Sachverständigen“ geladen waren, darunter:

  • „Prof. Dr. Heide Pfarr“ von der – wie auf der Seite des Bundestags zu lesen ist: Hans-Böckler Stiftung
  • „Dr. Christina Boll“ vom Hamburgischen WeltWirtschaftsinstitut

Da ich bislang nicht wusste, dass die Hans-Böckler Stiftung auch schon Professuren vergibt, habe ich mich ein wenig über „Prof.“ Dr. Heide Pfarr kundig gemacht. Auf den Seiten der Friedrich-Ebert-Stiftung habe ich u.a. den folgenden Hinweis gefunden: „Seit 1995 ist sie – neben der Professur in Hamburg – wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung und Mitglied der Geschäftsführung dieser Stiftung.“ Die Universität Hamburg an der Heide Pfarr nach Erkenntnis der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Nebentätigkeit als Professor (vermutlich halbtags) ausüben soll, weiß folgendes zu Heide Pfarr zu berichten: „Prof. Dr. Heide PFARR, an der Uni­ver­si­tät Ham­burg tätig seit 01.08.1978 in der Funk­ti­on einer Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­rin für Bür­ger­li­ches Recht und Ar­beits­recht an der Fa­kul­tät für Rechts­wis­sen­schaft, von 1984 bis 1986 als Vi­ze­prä­si­den­tin, tritt mit Ab­lauf des 31.03.2010 in den Ru­he­stand“. Damit ist nicht nur die Generation, zu der Pfarr gehört, bestens beschrieben.

Soviel zur Person. Nun zu den Stellungnahmen beider „Sachverständiger“ zum SPD-Entwurf. Aus der Stellungnahme von Heide Pfarr lernen wir, dass:

„…mindestens ein Drittel bis die Hälfte des Gender Pay Gaps auf Einkommensdiskriminierung zurückzuführen“ ist.

Diese Aussage ist eine Reaktion darauf, dass neben dem unbereinigten Gender Pay Gap zwischenzeitlich auch ein bereinigtes Gender Pay Gap erfunden wurde. Nimmt man ersteres dann kommen 22% zusammen, die die Bruttostundenlohnhöhe aller erwerbstätigen Männer von der Bruttostundenlohnhöhe aller erwerbstätigen Frauen trennen. Berücksichtigt man Variablen wie Bildung, Alter und Berufserfahrung, dann fallen im bereinigten Gender Pay Gap nur noch 8% Unterschied an. Konfrontiert mit dieser empirischen Tatsache behauptet Frau Pfarr nun also, dass die 8% auf Einkommensdiskriminierung zurückzuführen seien.

Flying elephantsDiese Behauptung, so häufig sie von Genderisten auch aufgestellt wird, wurde bis zum heutigen Tag nicht geprüft, was bei mir den Verdacht nahe legt, dass Genderisten die Fähigkeit zur Wahrnehmung durch ihre nicht unbeträchtliche Fähigkeit zur Einbildung ersetzt haben, denn normalerweise läuft in Menschen ein Programm, das Philosophen aller Jahrhunderte als Wissensbegierde bezeichnet haben. Wenn man nicht weiß, ob eine Behauptung zutrifft, dann prüft man seine Behauptung an empirischen Daten, sucht z.B. nach Frauen, die im Hinblick auf ihr Entgelt diskriminiert werden. Diese Vorgehensweise in systematisierter Form wird auch als Wissenschaft bezeichnet, aber ich vergaß, Frau Pfarr ist ja „Prof.“ bei der gewerkschaftseigenen Hans Böckler Stiftung.

Nun, was Genderisten gewöhnlich nicht in den Sinn kommt, worauf aber Catherine Hakim bereits in den 1990er Jahren hingewiesen hat, auch Frauen treffen Entscheidungen. Sie sind gar nicht die kleinen Dummchen, die von bösen Männern benachteiligt werden, sondern verfolgen eigene Ziele. Und so haben nach Ergebnissen von Catherine Hakim gerade einmal rund 20% der Frauen ein Interesse an einer beruflichen Karriere. Der verbleibende Rest ist unentschieden zwischen Familie und Beruf oder zieht die Familie dem Beruf vor. Damit haben Frauen eine Wahlentscheidung, die sich Männern, von denen nach wie vor erwartet wird, dass sie arbeiten gehen, nicht haben, und man würde erwarten, wäre man ein Individualist, dass sich die größere Entscheidungsfreiheit, die Frauen nun einmal haben, in der Realität auch in den Outcomes, die mit einer Abwahl einer Berufskarriere, also z.B. der Höhe des Einkommens, niederschlägt (Mir soll hier bitte niemand kommen und sagen, Männer könnten ja auch zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Erstens gibt es bei Fertilität gewisse biologische Grenzen, die nicht überwunden werden können. Zweitens könnte man ebenso berechtigt sagen, dass Frauen ihre Kinder ja nicht selbst austragen, sondern an entsprechende Gerätschaften oder spezialisierte Leihmütter delegieren könnten, und drittens heiraten Frauen immer noch hypergam, d.h. sie erwarten von ihrem Partner einen höheren sozialen Status. Während es also den Manager gibt, der mit der Friseuse verheiratet ist, warte ich noch auf die Professorin, die einen Fabrikarbeiter heiratet). Kollektivisten, wie Frau Pfarr, kommt eine solche Idee nicht, auch deshalb nicht, weil sie leistungsfeindlich sind und nie auf die Idee kommen würden, dass für bessere Leistungen auch höhere Löhne gezahlt werden müssen.

Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, was mich zur Stellungnahme der Sachverständigen Christina Boll bringt, der ich die folgende Abbildung entnommen habe:

Mama Pay Gap

Die Abbildung ist in vielerlei Hinsicht vernichtend für den Mythos des Gender Pay Gaps. Es handelt sich bei den ausgewiesenen aggregierten Bruttostundenlöhnen um weitgehend bereinigte Bruttostundenlöhne, also um Bruttostundenlöhne, bei denen zwischen Männern und Frauen ein Gender Pay Gap von 8% errechnet wird. Wie sich zeigt, sind die Unterschiede zwischen Frauen, die ihre volle Energie dem Beruf schenken (warum Boll hier von Karrierefrauen spricht und diese mit Mütter und nicht mit Nicht-Karrierefrauen, wenn schon, kontrastiert, ist mir nicht nachvollziehbar, denn die Bereitschaft, die Verantwortung für die eigene Versorgung zu übernehmen, ist nichts, was zur Karrierefrau prädestiniert, sondern etwas, was den Nicht-Schmarotzer vom Schmarotzer unterscheidet), im Vergleich zu Frauen, denen der Sinn nicht nach Arbeit, sondern nach Familiengründung steht, in allen betrachteten Fällen größer als 8%.

ABV-KartevornDies zeigt sehr deutlich, was das Gender Pay Gap wirklich ist: Ein Ergebnis unterschiedlicher individueller Entscheidungen. Wer sich für Kinder entscheidet, kann nun einmal nicht mit der selben Energie in seinem Beruf arbeiten. Er hat Fehlzeiten, weniger Humankapital, weniger Fähigkeit und weniger Erfahrung, und all das schlägt sich in einer geringeren Leistungsfähigkeit nieder, die wiederum einen geringeren Stundenlohn nach sich zieht, und zwar gerechter Weise, denn wer sich für Familie und gegen Beruf entschieden hat, hat damit deutlich gemacht, wo seine Prioritäten liegen, und er hat auf den Zugewinn an Erfahrung und Humankapital, den er haben würde, würde er sich nicht seiner eigenen Fertilität widmen, bewußt verzichtet. Ich habe noch selten eine Abbildung gesehen, die dieses Mama Pay Gap deutlicher zeigt als die Abbildung oben. Und ich habe noch nie einen Gesetzentwurf gesehen, der die Leistungsfeindlichkeit derer, die ihn erarbeitet haben, deutlicher macht, als der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion. Tatsächlich wollen die Genossen also, dass Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden und in der Zeit, die andere Frauen zu Hause verbringen, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, Erfahrung, Wissen, sprich Humankapital sammeln, das sie einfach wertvoller für ihre Unternehmen macht als die Frauen, die nach Mutterschaftsurlaub und Elterzeit wieder mit halber Kraft am Arbeitsplatz erscheinen, nicht besser bezahlt werden als Mütter. Eine offenere und heftigere Form der Ungerechtigkeit gegenüber und Diskriminierung von leistungswilligen und leistungsfähigen Frauen ist kaum vorstellbar.

Und als Urheber dieser Ungerechtigkeit tritt ausgerechnet eine Partei auf, die sich in den Fussstapfen einer Arbeiterbewegung wähnt, einer Bewegung, die durch Arbeiterbildungsvereine deutlich gemacht hat, wie wichtig Leistung und Humankapital für sie sind. Da sich die SPD zu einer Mama-Schutz-Truppe entwickelt hat, schlage ich auch eine entsprechende Namensänderung vor, SM – AGL: Sozialdemokratisches Mütterwerk – Anti-Gerechtigkeits Liga, ehrlicher wäre dieser Name alle Mal.

Literatur

Hakim, Catherine (2002) Work-Lifestyle Choices in the 21st Century. Preference Theory. Oxford: Oxford University Press.

Hakim, Catherine (1991). Grateful Slaves and Self-Made Women: Fact and Fantasy in Women’s Work Orientations. European Sociological Review 7(2): 101-121.

Ungleichheit ist nicht gleich Diskriminierung: Entideologisierung des Gender Pay Gaps

Seit Jahren finden es die Betreiber dieses blogs immer wieder erstaunlich, dass ungleiche Verteilungen, wie sie z.B. zwischen den Einkommen von Männern und Frauen bestehen, als Beleg für Diskriminierung bewertet werden, und zwar von zumeist denselben Personen, die nie auf die Idee kämen, z.B. das schlechtere schulische Abschneiden von Jungen, den höheren Frauenanteil ( rund 65%) im Bundesministerium für alles (außer Männer) oder den gemessen an ihrem Anteil in der Bevölkerung geringeren Anteil von Kindern aus Arbeiterfamilien auf Gymnasien und Universitäten als Ergebnis von Diskriminierung anzusehen. Offensichtlich ist es nicht die ungleiche Verteilung, die Anlass zur Diskriminierungs-Hysterie gibt, offensichtlich steht hier etwas anderes Pate, wenn es um die Bewertung einer ungleichen Verteilung als Diskriminierung geht. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich mit den Daten beschäftigt, die die  Diskriminierungs-Behauptung begründen sollen.

Aggregatdaten

Seit etlichen Jahren ist die Öffentlichkeit in Deutschland einem Trommelfeuer von Genderisten ausgesetzt, die behaupten, ungleiche Einkommen, wie sie zwischen Männern und Frauen bestehen, seien das Ergebnis einer Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt. Die Behauptung, die in monotoner Einfältigkeit immer und immer wieder aufgestellt wird, basiert auf einer Formel, die in den Hinterzimmern der Europäischen Kommission ersonnen wurde und deren Anwendung auf Deutschland im Aggregat ein Pay Gap von 23% zwischen Männern und Frauen ergibt. Selbst dem Statistischen Bundesamt, das sich nicht gerade durch kritische Stellungenahmen hervortut, ist die Berechnungsweise dieses Gender Pay Gap zu primitiv, weshalb es eigene Berechnungen durchgeführt hat, die das Gap auf 8% geschrumpft haben. Dass selbst diese 8%, die auf der Aggregatebene gemessen werden, als Ergebnis der Art der Berechnung angesehen werden müssen und deshalb ein statistisches Artefakt darstellen, habe ich in einem älteren Beitrag in diesem blog bereits gezeigt. Alle bisher berichteten Behauptungen eines Gender Pay Gaps beziehen sich auf Aggregatdaten, d.h. auf zusammenfassende Daten für alle Beschäftigten oder auf zusammenfassenden Daten für bestimmte Bereiche der Wirtschaft. Die Gesamtsummen der Verdienste werden dabei jeweils nach Geschlecht differenziert. Folglich erlauben diese Daten keinen Schluss von dem Einkommensunterschied im Aggregat auf einen Einkommensunterschied zwischen Individuen. Ein solcher Schluss wird als ökologischer Fehlschluss bezeichnet. In keinem Fall kann auf Grundlage einer auf Aggregatdaten gemachten Beobachtung eine auf Ebene von Individuen vorliegende Diskriminierung belegt werden. Dies käme der Behauptung gleich, der Erfolg der Deutschen Fussballnationalmannschaft sei das Ergebnis der Jugendarbeit beim SC-04 Tuttlingen.

Individualdaten

Individualdaten erlauben es im Gegensatz zu Aggregatdaten, Aussagen über Zusammenhänge auf der Individualebene zu machen. So könnte man, wenn man das wollte, eine Studie durchführen, deren Ziel darin besteht, die vermeintliche Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt zu messen, z.B. in dem man Diskrimierung als im Vergleich zu Männern ungleiches Gehalt bei identischer Leistung operationalisiert und dann in ausgewählten Unternehmen untersucht, wie es sich mit dem Einkommensunterschied und der individuellen Leistungverhält. Bezeichnender Weise gibt es eine entsprechende Studie meines Wissens nicht. Was es gibt, sind Studien von zumeist Ökonomen, die auf Grundlage individueller Datensätze (z.B. dem Sozio-Ökonomischen Panel oder dem Mikrozensus), also auf Grundlage von Datensätzen, denen entnommen werden kann, was Peter Meier und Lieschen Müller tatsächlich verdienen, das Gender Pay Gap zu erklären versuchen. Individualdaten erlauben es auf der einen Seite, die Einkommen individuell zu bestimmen, sie erlauben es auf der anderen Seite aber nicht, die Randbedingungen vollständig zu kontrollieren. So besteht eine Fehlerquelle in diesen Studien regelmäßig im groben Datenniveau. So kann Peter Meier Bankkaufmann und Lieschen Müller Bankkauffrau sein, aber Peter Müller arbeitet als Bankkaufmann in der Forschungsabteilung der Deutschen Bank und Lieschen Müller steht hinter der Theke bei der Sparkasse Südliche Weinstrasse. Beide gelten als Bankkaufmann (im Datensatz als Bankkaufmann gemessen), haben aber mit Sicherheit deutlich unterschiedliche Aufgaben, Verantwortlichkeiten und dementsprechend Einkommen (im Datensatz nur als Einkommen, nicht als Aufgabe, Verantwortungsbereich gemessen).

Entsprechend versucht man auf Grundlage von Individualdaten „näherungsweise Erklärungen“ für bestimmte Phänomene zu finden, die jedoch aufgrund der eben angesprochenen Probleme immer mit einem Fehlerbereich, einem in der Statistik so bezeichneten Residuum, versehen sind, einen Bereich, den man wegen der Datenqualität oder – wie es unter Genderisten gerne heißt – der Komplexität der Realität nicht erklären kann. Eine ganze Reihe von ökonomischen Analysen, die auf der Basis von Individualdaten vorgenommen wurden, hat regelmäßig das selbe Ergebnis erzielt: Zwischen Männern und Frauen bestehen Einkommensnterschiede, die sich zum großen Teil durch Unterschiede in der „Ausstattung“ beschreiben lassen, also, z.B. durch zwischen Männern und Frauen unterschiedlichen Karriere-Aspirationen, unterschiedliche Erfahrung, unterschiedliches Humankapital, unterschiedliche Arbeitszeit, unterschiedliche Flexibilität, kurz: unterschiedliche Investitionen in die Berufskarriere (siehe Weichselbaumer & Winter-Ebmer, 2005 für einen Überblick über entsprechende Studien). Wie immer bei Analysen, die mit Individualdaten durchgeführt werden, bleibt bei diesen Studien ein Residuum, ein Teil nicht-erklärter Varianz, den man als nicht erklärten Anteil des Einkommensunterschieds bezeichnen kann. Diesen Anteil nehmen Genderisten regelmäßig zum Anlass um von Diskriminierung zu schwadronnieren, denn so der Fehlschluss (der Bejahung des Konsequens), wenn Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen nicht vollständig durch Arbeitszeit, Qualifikation, Erfahrung usw. erkläret werden könnten, dann bleibe nur noch Diskriminierung übrig.

Der hysterische Aufschrei der Diskriminierung mag sich dazu eignen, Stellen für Genderisten zu schaffen, finanzielle Vorteile für sich und die Klientel gleichgesinnter Frauen zu schaffen, er eignet sich nicht, um die Ergebnisse der berichteten Analysen zu erklären. Eine neue Studie von Lechmann und Schnabel (2012) zeigt zudem, dass die Diskriminierungs-Hysterie wie sie in der Gender Pay Gap Debatte institutionalisiert wurde, nicht nur unangebracht ist, sondern nur bei Menschen ausbrechen kann, die entweder in der Verfolgung der eigenen Ziele keinerlei Skrupel kennen oder deren intellektuelle Auffassungsgabe dermaßen eingeschränkt ist, dass man sie fast schon zu den Debilen zählen muss.

Lechmann und Schnabel untersuchen den Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Aber: Lechmann und Schnabel untersuchen nicht den Unterschied im Einkommen abhängig Beschäftigter, nein, sie untersuchen den Einkommensunterschied zwischen Männer und Frauen, die selbständig sind. 15.443 Individuen gehen in die Analyse der Autoren ein, darunter 972 selbständige Männer und 496 selbständige Frauen. Auf der Basis dieser Daten und im Einklang mit Forschungsergebnissen, aus den USA oder dem Vereinigten Königreich, errechnen die Autoren für Selbständige ein „Gender Pay Gap“ das noch deutlich größer ist als unter abhängig Beschäftigten: Selbständige Männer haben in Deutschland ein durchschnittliches Monatseinkommen von 4.179 Euro, während selbständige Frauen ein monatliches Durchschnittseinkommen von 2.324 Euro erzielen. Wie kann dieses Gender Pay Gap unter Selbständigen erklärt werden?

 

Die Analyse der Autoren ergibt die  folgenden Ergebnissen, die die gestellte Frage beantworten:

  • Arbeitszeit,
  • Erfahrung und Humankapital,
  • Branche.

Selbständige Männer arbeiten deutlich mehr als selbständige Frauen, sie verfügen über mehr Erfahrung mit Selbständigkeit und haben vor ihrer Selbständigkeit auch mehr Erfahrung in mehr Bereichen der Wirtschaft gesammelt als Frauen, und Männer betreiben ihre Selbständigkeit in lukrativeren Branchen als Frauen.

Dies erklärt das Gender Pay Gap zwischen selbständigen Männern und Frauen erstaunlich gut. Doch wie immer, wenn Individualdaten die Grundlage einer Analyse bilden, bleibt ein Residuum, ein Teil nicht erklärter Varianz, ein Teil nicht erklärter Einkommensunterschiede. Wie kann man den verbleibenden Rest des Einkommensunterschieds, der nicht über Arbeitzeit, Erfahrung und Humankapital sowie die Branche erklärt werden kann, erklären?

Hören Sie die Genderisten bereits Diskriminierung schreien? Nun, bei Selbständigen ist dies schwierig, und hier zeigt sich das ganze Elend von ideologisch motivierten ad-hoc Erklärungen: Wer soll Selbständige diskriminieren? Die Bundesanstalt für Arbeit, in dem sie vornehmlich Männer mit Existenzgründungszuschüssen ausstattet? Die Kunden, die Produkte lieber von Männern als von Frauen (und vielleicht mit gutem Grund) nachfragen? Bereits diese beiden Fragen belegen die Absurdität der Erklärung des Gender Pay Gaps mit Diskriminierung. Statt dessen wäre es sinnvoll, nach Variablen Ausschau zu halten, von denen bekannt ist, dass sie einen Unterschied im täglichen Leben machen: Perönlichkeitsmerkmale schlagen Lechmann und Schnabel (2012) vor, also z.B. die Ehrlichkeit im Umgang mit Kunden, die Gewandtheit im Umgang mit Kunden oder die Fähigkeit, Marktentwicklungen und Neuerungen frühzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen. Der Spass am Wettbewerb, die Einstellung gegenüber riskanten Entscheidungen und die Freude an selbständiger Tätigkeit sind andere Faktoren, von denen man annehmen könnte, dass sie einen Einfluss auf das Einkommen haben.

In jedem Fall gibt es eine Menge von Variablen, die man untersuchen müsste, bevor man „Diskriminierung“ schreien kann. Aber so lange wollen Genderisten natürlich nicht warten (- schon weil die hohe Gefahr besteht, dass Diskriminierung nichts zur Erklärung des Gender Pay Gaps beiträgt). Sie wollen sich heute (finanzielle) Vorteile verschaffen, sie wollen heute ihre Taschen aus öffentlichen Töpfen füllen, und entsprechend schreien Sie hier und jetzt Diskriminierung – ungeachtet der Tatsache, dass es keinen Beleg für Diskriminierung gibt.

Technische Anmerkung

Ein Residuum beschreibt den Teil der Varianz in einem Erklärungsmodell, der nicht durch die Variablen erklärt wird, die sich im Modell befinden. Im Englischen spricht man von einer modelling-error variance oder einer prediction-error variance, was darauf verweist, dass die Erklärung nicht vollständig ist. Um die Erklärkraft eines Modelles zu erhöhen bzw. das Residuum zu verkleinern, ist es notwendig, Variablen, die bislang nicht im Modell berücksichtigt sind, in das Modell zu intergrieren und zu prüfen, wie sich die Erklärkraft durch ihren Einschluss verändert. Wer also behauptet, Diskriminierung sei die Erklärung für das Residuum, der muss Diskriminierung operationalisieren, in das Modell integrieren und den Einfluss von Diskriminierung prüfen. Und selbst wenn Diskriminierung, so in das Modell integriert, die Erklärkraft des Modells erhöhen würde, so würde Diskriminierung doch das Residuum nur verkleinern, nicht jedoch beseitigen. In knapp 100 Jahren Sozialforschung gab es noch kein Modell, das keinen nicht erklärten Teil enthalten hätte.

In keinem Fall reicht es also aus, Diskriminierung zu behaupten und das Residuum als Indiz für Diskriminierung anzugeben. Dieses Vorgehen gleicht dem Arzt, der nachdem er Blinddarm als Ursache der Bauchschmerzen seines Patienten ausgeschlossen hat, der Ansicht ist, es liege – da eine Blinddarmentzündung auszuschließen sei, ein Fall von Nierenversagen vor.

Literatur:

Lechmann, Daniel S. J. & Schnabel, Claus (2012). What Explains the Gender Earnings Gap in Self-Employment? A Decomposition Analysis with German Data. Bonn: Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Discussion Paper, IZA DP No.6435.

Weichselbaumer, Doris & Winter-Ebmer, Rudolf (2005). A Meta-Analysis of the International Gender Wage Gap. Journal of Economic Surveys 19(3): 479-511

Nachtrag zum Gender Pay Gap

Das Statistische Bundesamt hat Ende 2010 eine relativ ausführliche Untersuchung zum Gender Pay Gap durchgeführt und dabei versucht, Effekte von Bildung, Berufswahl, Dienstalter usw. aus dem Gender Pay Gap herauszurechnen. Als Ergebnis der entsprechenden Berechnung ergibt sich ein Gender Pay Gap, das von 23% auf 8% schrumpft. Neben einer Reihe interessanter Ergebnisse, die der Bericht enthält, findet sich das spannendste Ergebnis auf Seite 47. Männliche Arbeitnehmer arbeiten im Durchschnitt 157 Stunden und machen durchschnitlich 20 Überstunden im Monat, weibliche Arbeitnehmer bringen es auf 127 Stunden und 17 Überstunden im Monat. Zumindest beim Statistischen Bundesamt ist man sich also der Tatsache bewusst, dass männliche und weibliche Arbeitnehmer unterschiedlich viele Arbeitsstunden pro Monat akkumulieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Regressionsanalyse (siehe unten) deren Ergebnisse insgesamt zeigen, dass die Effekte, die strukturelle Variablen wie Bildung, Dienstalter oder Leistungsgruppe auf das Bruttostundenverdienst von männlichen Arbeitnehmern haben, viel ausgeprägter sind als dies für weibliche Arbeitnehmer der Fall ist. Haben männliche Arbeitnehmer eine schlechte Bildung, dann schlägt sich dies viel deutlicher in ihrem Bruttostundenverdienst nieder als dies für weibliche Arbeitnehmer der Fall ist. Ein im Hinblick auf „Entgeltgerechtigkeit“ anderes spannendes Ergebnis findet sich am Ende der unten dargestellten „Tabelle 16“: Teilzeitarbeit lohnt sich für weibliche Arbeitnehmer und wirkt sich negativ auf das Bruttostundenverdienst von männlichen Arbeitnehmern aus. Ein Ergebnis, über das es sich nachzudenken lohnt.

Hier will ich aber noch einmal auf die statistische Produktion eines „Gender Pay Gaps“ hinweisen, die sich aus der Art und Weise ergibt, wie das Gender Pay Gap ermittelt wird. Dazu heißt es in der Publikation des Statistischen Bundesamts: „Da … lediglich Bruttomonats- und Bruttojahresangaben unmittelbar erhoben werden, ist eine Berechnung des durchschnittlichen Stundendienstes notwendig“ (6). In Deutsch, der Bruttostundenverdienst muss durch das Statistische Bundesamt berechnet werden, weil dazu keine Angaben vorhanden sind. Und er wird wie folgt berechnet:

(Bruttomonatsverdienst – Sonderzahlungen)/bezahlte Stunden

Diese einfache Formel produziert auf recht effiziente Weise ein Pay Gap, was ziemlich einfach demonstriert werden kann. Dazu ist es nur notwendig, die folgenden Spezifikationen einzuführen:

  • pro Stunde erhält ein Arbeitnehmer 40 Euro
  • arbeitet ein Arbeitnehmer mehr als 35 Stunden, dann erhält er 50 Euro pro Stunde

Die folgende Tabelle beschreibt das Wachstum des Pay Gaps

reguläre Arbeitsstunden zusätzliche Arbeitsstunden Bruttomonatsverdienst Stundenlohn nach obiger Formel
35 0 1400 40,00
35 5 1650 41,25
35 10 1900 42,22
35 15 2150 43,00
35 20 2400 43,36

So einfach ist die Produktion eines Pay Gap, und da auch beim Statistischen Bundesamt bekannt ist, dass männliche Arbeitnehmer im Monat durchschnittlich mehr Stunden arbeiten und durchschnittlich mehr Überstunden machen als weibliche Arbeitnehmer, schlage ich vor, die Verantwortlichen für die zitierte Studie rechnen noch einmal und versuchen, die 8% verbleibendes Gender Pay Gap auf die beschriebene simple Art und Weise zu erklären, ich wette, es klappt und es wird sich zeigen, was eigentlich offenkundig ist: Ein Gender Pay Gap ist ein statistisches Artefakt und in der Realität nicht zu finden.

Quelle: Statistisches Bundesamt (2010). Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen 2006. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Gender Pay Gap: Ideologie und Wirklichkeit

Nicht nur im Bundesministerium für Familie, Senoiren, Frauen und Jugend macht die Geschichte vom Gender Pay Gap die Runde. Die EU hat diesem vermeintlichen Mißstand eine ganze Seite gewidmet. (Darüber habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben). In einer Broschüre , die zum Ende des letzten Jahres veröffentlicht wurde, hat sich das Bundesministerium für … (vieles) mit dem Wissen, das in der Bevölkerung über das Gender Pay Gap vorhanden ist, auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass „[d]as konkrete Wissen zu Entgeltungleichheit“ relativ gering ist (8). Ein weiterer „zentraler Befund“ besteht in der Erkenntnis, dass „Entgeltungleichheit … Folge tradierter Rollenvorstellungen ist“ (9).

Die Entgeltungerechtigkeit, von der die Bevölkerung so wenig Konkretes zu erzählen weiß, nimmt in der Publikation des Bundesministeriums interessante Konkretheit an. So findet man auf Seite 13 eine Tabelle, die Bruttomonatsverdienste (also Verdienste vor Abzug der Steuer) abbildet und der zu entnehmen ist, dass männliche Arbeitnehmer im Jahr 2006 3.234 Euro und weibliche Arbeitnehmer 2.587 Euro und somit 20% weniger verdient haben. Die Aufstellung der Differenzen in den monatlichen Bruttobezügen findet sich noch für die verschiedensten Berufe vom Koch bis zum technischen Zeichner. Überall verdienen weibliche Arbeitnehmer weniger als männliche Arbeitnehmer. Eine Ungerechtigkeit – oder nicht?!

Einmal davon abgesehen, dass die Tabellen auf Bruttolöhnen basieren und somit unterstellen, die steuerlichen Abzüge von männlichen und weiblichen Arbeitnehmer wären die gleichen, ist das Verwunderlichste an dieser Aufstellung, dass sie das Gender Pay Gap belegen soll. Wenn im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend tatsächlich jemand dieser Ansicht sein sollte, dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll, denn dass dort noch nie jemand etwas von unterschiedlicher Qualifikation, unterschiedlicher Erfahrung, unterschiedlichem Humankapital gehört zu haben scheint, ist eigentlich ungeheurlich und lässt einiges an Rückschlüssen auf die dort Beschäftigten zu.

Aber damit will ich mich gar nicht aufhalten. Um die Unsinnigkeit der Darstellung in der Broschüre des Bundesministeriums und damit die Unsinnigkeit des Gender Pay Gaps aufzuzeigen, genügt es nämlich, sich bei EUROSTAT ein paar Daten über Deutschland zu besorgen, Daten zur wöchentlichen Arbeitszeit und Daten zur Anzahl der Arbeitnehmer, die Überstunden machen. Für Deutschland zeigen diese Daten, dass männliche Arbeitnehmer pro Woche durchschnittlich 38,7 Stunden arbeiten, während weibliche Arbeitnehmer es auf 30,4 Stunden bringen. Damit arbeiten männliche Arbeitnehmer in Deutschland 27,3% mehr als weibliche Arbeitnehmer, was angesichts eines Gender Pay Gap von nur 20% bedeutet, dass männliche Arbeitnehmer länger arbeiten müssen als weibliche Arbeitnehmer, um dasselbe Bruttoverdienst zu erreichen.

Wenn sich also in Deutschland ein Gender Pay Gap geöffnet hat, dann zu ungunsten von männlichen Arbeitnehmern. Schließlich sind 5,2% der männlichen Arbeitnehmer gezwungen, Überstunden zu machen, während dies nur auf 2,4% der weiblichen Arbeitnehmer zutrifft. Auch von den Überstunden würde man erwarten, dass sie sich in einem unterschiedlichen Bruttoverdients niederschlagen.

Angesichts der Einfachheit, mit der das so genannte Gender Pay Gap erklärt werden kann, stellt sich die Frage, was die ideologisch verquaste Broschüre, die den Anlaß zu diesem Beitrag gegeben hat, eigentlich erreichen will und wieso die Autoren dieser Broschüre nicht in der Lage oder unwillig sind, die einfachen Verbindungen herzustellen, die ich hier hergestellt habe. Als Erklärung bleibt eigentlich nur die Vermutung, dass hier pseudo-wissenschaftlich verpackte, vermeintliche Erkenntnisse genutzt werden sollen, um ideologische Kriege zu führen, was die Eingangs zitierte Feststellung besagter Broschüre, nach der die Bundesbürger wenig Konkretes zum Gender Pay Gap zu berichten wissen und deshalb mit Konkretem versorgt werden sollen, geradezu perfide erscheinen lässt.

Das Anstands-Gap: Lügen, Falschaussagen und Gender Pay

Verzweiflung ist etwas, was nur Intelligente empfinden können, denn es bedarf eines gewissen Quantums an Verstand, um über Dinge verzweifelt sein zu können, denn Verzweiflung resultiert aus der Kenntnis, dass das, was die Verzweiflung auslöst, nicht so sein muss, anders sein könnte, ja müsste, wenn Grundlagen, Erkenntnisse weiter verbreitet wären, wenn nicht jeder, der sprechen kann, dächte, er müsse zu allem den Mund aufmachen, wenn nicht …, nun, es ist eben zum verzweifeln.

Niemand hat Verzweiflung angesichts einer Mauer aus Dummheit und stoischem Behauptens, der Baum, gegen den man laufe, sei gar kein Baum, besser zum Ausdruck gebracht als Karl Raimund Popper, der zeitlebens versucht hat, Naheliegendes zu verbreiten, nämlich dass man von begrenztem Wissen nicht auf unbegrenztes Wissen schließen kann – unter Philosophen bekannt als so genanntes Induktionsproblem:

Logik der Forschung„Es ist jetzt 50 Jahre her, seit ich im Jahre 1932 das abgeschlossene Manuskript meines Buches Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie … Rudolf Carnap und Herbert Feigl und einigen anderen Wissenschaftstheoretikern und auch einem Physiker, Franz Urbach, zu lesen gab. […] Jetzt, nach 50 Jahren, wird die triviale Einsicht, dass es keine probabilistische Induktion gibt, noch immer von den meisten Wissenschaftstheoretikern bekämpft – wenn auch nicht so heftig als vor 20 Jahren. Ich habe in dieser Zeit immer wieder neue [mathematische] Beweise vorgelegt, die mir einfach und überzeugend erschienen. Keiner dieser Beweise wurde je widerlegt. Die induktivistische Einstellung war geradezu Allgemeingut, und sie ist es ja noch immer. So wurden meine Beweise nicht ernst genommen.
Der hier abgegebene Beweis scheint mir (wie der jeweils letzte meiner Beweise) der beste zu sein, und der einfachste, den ich bisher gegeben habe. Er ist auch wohl der letzte, den ich, als 80jähriger, in diesem Buch veröffentlichen werde. (…) Ob mein letzter und einfachster Beweis […] endlich Beachtung finden wird oder zumindest eine sachliche und ernste Kritik?“ (Popper, 1994: 444).

Man sieht, die Ignoranz, mit der von Vertretern bestimmter Interessen Belege ignoriert werden, die die Behauptungen, mit denen sie ihre Interessen durchsetzen wollen, widerlegen, ist kein neues Phänomen. Es scheint, dass das Spiel mit der Dummheit und der Leichtgläubigkeit anderer gerade von denen sehr erfolgreich betrieben wird, die über keinerlei empirische Basis, über keinerlei Belege für ihre Behauptungen verfügen.

Das ist die Einleitung zu einem Hinweis, den wir Günter Buchholz verdanken. Er hat uns auf die Seite „Equal Pay Day“ Aufmerksam gemacht. Dort wird die alte Lüge des Gender Pay Gaps in einer Weise vorgebracht, bei der man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Vorab zur Einordnung: Es gibt in westlichen Ländern kein Gender Pay Gap.

Deceibe infeigle obfuscateUnd zur theoretischen Einordnung: Das Gender Pay Gap geht auf Ökonomen wie Oaxaca und Blinder zurück, die eine diskutierbare Behauptung aufgestellt haben, nämlich dass dann, wenn man Lohnunterschiede über Variablen erklärt, die einen Effekt auf die Lohnhöhe haben, Variablen wie Bildung, Erfahrung, Arbeitszeit, Branche usw., und am Ende bleibt ein Residuum, ein Teil, der nicht erklärt werden kann, dann könne man diesen unerklärten Teil als Ergebnis von Diskriminierung auffassen. Wie so oft, bewegen sich die entsprechenden Ökonomen in einer Modellwelt, denn die Interpretation des Residuums als Diskriminierung setzt voraus, dass alle Variablen, die einen Effekt auf die Höhe des Entgelts haben, in der Erklärung berücksichtigt sind. Wenn es unter den Lesern jemanden gibt, der mit empirischen Daten hantiert und es schon einmal geschafft hat, die gesamte Varianz seiner abhängigen Variablen zu erklären, dann soll er sich bitte melden, denn bislang ist uns kein einziger Fall bekannt, in dem dies gelungen wäre. Kurz: Zu behaupten, dass das, was man nicht erklären kann, Ergebnis von Diskriminierung sei, ohne die Behauptung anhand empirischer Daten zu prüfen, ist gelinde gesagt haarig, ohne Zurückhaltung ein Ausbund an Unfug, den man von gestandenen  Ökonomen so nicht erwartet hätte.

Das rhetorische Figur des Gender Pay Gap ist gefundenes Fressen für all diejenigen, die sich mit seiner Vermarktung selbst bereichern wollen, wie z.B. die oben verlinkte Seite „Equal Pay Day“, eine Seite, die an Unsinnigkeit kaum zu überbieten ist.

Zu Beginn wird behauptet, das (nicht existente) Gender Pay Gap betrage in Deutschland 22%. Der Behauptung folgt der Aufreger der in der weiteren Behauptung besteht, dass Frauen 80 Tage umsonst arbeiten würden, denn 22% von 365 Tagen sind 80 Tage.

Kennen Sie jemanden, der 365 Tage im Jahr arbeitet? Nicht einmal Selbständige machen das. Aber Arbeit und Arbeitstage scheinen den Betreibern der Seite zum Equal Pay Day, um Henrike von Platen ebenso fremd zu sein wie logisches Denken. Zudem scheint es sich zu von Platen und Genossinnen nicht herumgesprochen zu haben, dass es Sonn- und Feiertage gibt, ganz zu schweigen vom bezahlten Urlaub, alles Tage, an denen nicht gearbeitet wird und die von den 365 Tagen abgezogen werden müssen – was sie natürlich nicht werden, denn von Platen und Genossinenn geht es nicht um die Wahrheit, sondern darum, Effekte zu erzielen, Effekte der Bestürzung und der Entrüstung bei Leichgläubigen, bei Dummen, bei denen, die von Platen und Genossinnen für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen.

Und deshalb geht es weiter im Lügen-Konzert. Die 22%, die eben noch als Fanal der Benachteiligung armer Frauen durch böse Bonzen präsentiert wurden, werden sodann berechnet, und zwar als Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Männern und dem durschschnittlichen Bruttostundenlohn von Frauen. Seltsamerweise ergibt die unbereinigte Lohnlücke, die dabei herauskommt, einen Prozentwert, der wiederum die Relation beider durchschnittlichen Bruttostundenlöhne zueinander abbildet, aber es ist ja bekannt, dass diejenigen, die sich für Geschlechterfragen einsetzen mit MINT so ihre Probleme haben und selbst rudimentäres Prozentrechnen ist Mathematik.

Sodann gibt es ein Zugeständnis, nämlich das Zugeständnis, dass man die Leser bislang belogen hat, denn die 22% sind irrelevant, sind ein angeblich unbereinigtes Gap, etwa so, wie es im Vergleich der Entgelte zwischen der Putzfrau Elfriede W und Frau von Platen besteht. Bereinigt man das unbereinigte Gender Pay Gap, also führt man die erklärenden Variablen ein, was der eigentliche Witz an diesem unsäglichen Konstrukt des Gender Pay Gap ist, von denen oben die Rede war, dann so lernen wir, passiert Folgendes:

Lies nothing but lies„Zieht man die erklärbaren Prozentpunkte von den 22 Prozent ab, erhält man den so genannten bereinigten Gender Pay Gap. Der bereinigte Gender Pay Gap lässt sich nicht auf erklärbare, strukturell unterschiedliche arbeitsplatzrelevante Merkmale zurückführen. Das bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde weniger verdienen als Männer. Für den bereinigten Wert des aktuellen Gender Pay Gap liegen noch keine aktuellen Zahlen vor. Er lag nach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts von März 2012 bei durchschnittlich 8 Prozent.“

In der Wissenschaft, also in jenem vermeintlich männlichen Unterfangen, das sich nicht mit Ideologie, sondern mit der Empirie und der Erklärung derselben beschäftigt, ist ein Fehlschluss bekannt: der „Ökologische Fehlschluss“. Der „Ökologische Fehlschluss“ hat, wie vermutlich manche, besonders aus dem Lager von Frau von Platen denken, nichts mit Umweltschutz zu tun, nein, er hat etwas damit zu tun, dass man Zusammenhänge, die man auf der Aggregatebene findet, nicht umstandslos auf die Individualebene übertragen kann.

Angenommen, wir finden einen Unterschied im IQ auf der Aggregatebene: Aktivisten, die sich heftigst für bestimmte Dinge einsetzen, weisen im Durchschnitt einen IQ von 65 auf, Personen, die sich mit ihrem Leben beschäftigen, haben im Durchschnitt einen IQ von 130. Aus diesem Zusammenhang nun zu schließen, dass Frau von Platen einen IQ von 65 hat, wäre ein ökologischer Fehlschluss und aus dem selben Grund, aus dem man in unserem Beispiel von der Aggregat- nicht auf die Individualebene schließen kann, wie gerechtfertigt der entsprechende Schluss einem auch erscheinen mag, aus demselben Grund kann man von einem bislang nicht erklärten Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Männern und Frauen in seiner bereinigten Varinate nicht auf individuelle Benachteiligung, d.h. bei gleicher Qualifikation geringeres Gehalt schließen.

Wir erwarten nicht, dass Fraun von Platen oder andere Anhängerinnen des Gender Pay Mythos, diese Transferaufgabe zu leisten im Stande sind, aber es wäre, so denken wir, doch wirklich an der Zeit, diese unsinnige Diskussion über einen Gender Pay Gap, den es nicht gibt, zu beenden und die enstprechenden Aktivisten, die nicht einsehen wollen, dass nicht der Mond scheint, sondern die Sonne, auch nachts, in die Wüste gejagt werden, denn der Stumpfsinn, mit dem Falsches verbreitet wird, mit dem versucht wird, die Unwissenheit, Leichtgläubigkeit und emotionale Tangierbarkeit von beeinflussbaren Existenzen auszunutzen, ist nicht mehr tolerierbar.

Ganz davon abgesehen offenbart sich hier ein Anstands-Gap, denn wer versucht, mit Lügen, falschen Behauptungen oder – im günstigsten Fall – mit Aussagen über Zusammenhänge, die er nicht versteht, Dritte zu manipulieren, der ist nicht anständig, der hat ein Anstands-Gap, verglichen mit dem durchschnittlichen Anstand der Normalbevölkerung.

Wenn Frau von Platen die Welt verbessern will, dann soll sie in ein Altenheim gehen und sich dort z.B. in der Pflege alter Menschen nützlich machen.

Ansonsten haben wir ausführlich gezeigt, dass ein Gender Pay Gap nicht existiert.

Nachtrag

In den letzten Tagen wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, dieses Mal unter Überschriften wie:

Frauen erwirtschaften halb so viel Geld wie Männer bzw.
Frauen verdienen nur halb so viel wie Männer

Die Qualitätsjournalie aus ZEIT und Welt ist also in der Lage, ein und dasselbe Ergebnis einmal als erwirtschaftetes Geld und einmal als Verdienst zu verkaufen. Tatsächlich geht der geballte Unfug auf einen politisch korrekten Beitrag aus dem DIW zurück, in dem Stefan Bach, der uns bereits als Laienprediger bekannt ist, Aggregate von Einkommen für Männer und Frauen vergleicht.

Grundlage seines neuerlichen Versuches, Wissenschaft lächerlich zu machen, ist eine Statistik der Einkommens- und Lohnsteuer, in der sich zeigt, dass Frauen rund 50% weniger Einkommen oder Entgelt versteuern als Männer. Warum das so ist, zeigt sich in einer Statistik auf Basis der gezahlten Lohn- und Einkommenssteuer natürlich nicht (Der Fall Schwarzer legt allerdings nahe, den Unterschied als Ergebnis intensiverer Steuerhinterziehung durch Frauen zu sehen). Entsprechend schafft es Herr Bach, Wissenschaft weit hinter Heron von Alexandria zurück zu verfrachten, jedenfalls dann, wenn es irgend jemanden geben sollte, der seinen Unsinn kolportiert, und natürlich wird es genügend Opportunisten geben, die denken, man könne der Tatsache, dass Männer mehr Einkommens- und Lohnsteuer zahlen als Frauen auch nur irgend etwas entnehmen.

Was man dem neuerlichen Bachschen Machwerk entnehmen kann, ist die Tatsache, dass Anstand auch im DIW nicht weit verbreitet ist, dass die Frage ob das Anstands-Gap auch mit einem IQ-Gap verbunden ist, bislang nicht untersucht wurde und dass, schließlich, der Unterschied in der Höhe der Lohn- und Einkommenssteuer, wie er zwischen Schreibtischtätern wie Herrn Bach und Müllfahrern wie Klaus F. besteht, auf Benachteiligung von F. zurückzuführen ist, weshalb wir hier öffentlich dafür plädieren, die Lehren, die Herr Bach zu ziehen können glaubt, auf ihn selbst anzuwenden!

Das Gender-Pay-Gap: Datenbeschwörung aus Berlin

Und das bei der Aussicht!

Und das bei der Aussicht!

Eigentlich habe ich derzeit wenig Lust, mich mit Genderthemen zu beschäftigen. Das Wetter ist schön, unser neues Haus nimmt langsam Gestalt an, es gibt viel zu tun und vieles, woran man sich freuen kann. Warum also sollte man sich mit Genderthemen befassen, die einzig dazu geeignet sind, einem den Ärger ins Gesicht zu treiben, ob der Stupidität, mit der immer und immer wieder derselbe falsche Unsinn vorgetragen wird, ob der Fixierung, mit der gebetsmühlenartig behauptet wird, eine Gesellschaft bestehe vornehmlich aus Männern und Frauen und nicht aus Menschen und ob der boshaften, an die Beschreibung der Inquisition erinnernden Art und Weise, in der gegen Kritiker vorgegangen wird, die anmerken, dass das gesamte Gender-Wolkenkuckucksheim auf einem Fundament aus Illusion und Lügen gebaut wurde?

Aber: Unser Postfach läuft derzeit über mit Hinweisen auf Genderunsinn, aus den Kaderschmieden der Genderideologen, die offensichtlich die Sommerpause dazu nutzen wollen, ungestört von wirklichen und relevanten Nachrichten ihren Unsinn unters Volk zu streuen. Also werde ich mich heute mit einer „Untersuchung“ aus dem neuen Haus und Hof Institut des Genderismus: dem DIW in Berlin beschäftigen, die sich mit dem drögen Ladenhüter „Gender Pay Gap“ auseinandersetzt und abermals nachzuweisen versucht, dass es eine Diskriminierung von Frauen am Arbeitsmarkt gibt. Sie wissen schon, der böse Kapitalist mit Hakennase und verstohlenem Blick, der arme und hilflose Frauen ausnutzt und ihnen weniger bezahlt als Männern, obwohl sie genauso viel arbeiten oder genauso schwer stemmen … Natürlich wird dieses Bild in Berlin beim DIW nicht bemüht. Dort ist man, nein dort geben sich Patricia Gallego Granados und Johannes Geyer distinguiert und dekompostieren, hätte ich fast gesagt, nein führen eine Dekompositionsanalyse der Bruttomonatslöhne getrennt nach Geschlecht durch, und zwar auf Basis der Hausdaten des DIW, den Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP), von denen jeder, der sie einmal vor sich hatte, weiß, dass sie nicht das Gelbe vom Ei sind, das die Hersteller der Daten behaupten.

SOEP EinkommenWenden wir uns zunächst der Messung der zentralen Variable für das Gender Pay Gap zu. Das SOEP, einst dazu gedacht, wirtschaftlich und sozialwissenschaftlich relevante Fragestellungen zu beantworten, hat einen ziemlich ausführlichen Fragebogenteil, der der Erhebung des Einkommens gewidmet ist. Die Abbildung rechts zeigt die für die Berechnung des „Gender Pay Gaps“ notwendigen Fragen nach dem Einkommen, und sie wirft die Frage auf, was von den Einkommensformen, die Autoren dem Bruttoeinkommen zugerechnet haben, und ggf. warum sie die vielfältigen Transferzahlungen, die Frauen vom Staat erhalten, z.B. dafür, dass sie sich als fruchtbar bewiesen haben, nicht in deren Bruttomonatseinkommen eingerechnet haben. Dass sie das nicht getan haben, ergibt sich logisch daraus, dass sie einen Stundenlohn berechnet haben und dazu bedarf es der Nutzung der folgenden Frage:

50. Wie viele Wochenstunden beträgt Ihre vereinbarte Arbeitszeit ohne Überstunden? […] Stunden pro Woche […] Keine festgelegte Arbeitszeit …….

Der Stundenlohn wird also dadurch errechnet, dass das angegebene Bruttomonatseinkommen, woraus es auch immer bestehen mag, durch die Anzahl der angegebenen Wochenarbeitsstunden (auf einen Monat hochgerechnet) dividiert wird. Gerade vor diesem Hintergrund wäre es wissenschaftlich lauter, die genaue Berechnung der zentralen Variablen „Bruttomonatslohn“ und „Bruttostundenlohn“ anzugeben, also, welches Einkommen denn nun genau den „Bruttomonatslohn“ ausmacht und welches nicht. Aber, was red‘ ich, wissenschaftliche Lauterkeit, wir haben es mit einem Genderthema zu tun! Also weiter in der Litanei der Frauendiskriminierung.

diw_logoKurz zusammengefasst untersuchen die Autoren in ihrem Bericht und auf Grundlage der Daten des SOEP wie  gut sich die Stundenlöhne von Männern und Frauen im Vergleich zu einander über eine Reihe „struktureller Variablen“ wie „Stundenlohn, gearbeitete Stundenzahl, Ausbildungsniveau. Arbeitserfahrung, Anstellungsdauer, Firmengröße, Branche und Tätigkeit“ erklären lassen und ob nach Berücksichtigung dieser Variablen, ein Unterschied in den Bruttomonatslöhnen (Bruttostundenlöhnen) von Männern und Frauen besteht. Herauskommt u.a.:

[1] „Im unteren Bereich der Einkommensverteilung der Bruttomonatseinkommen können wir unter Berücksichtigung dieser Merkmale die gesamte Lohnlücke auf beobachtbare Faktoren zurückführen. Der unerklärte Teil der Lohnlücke ist in diesem Bereich sogar negativ, das heißt, dass Frauen sogar eine günstigere Entlohnung als Männer erhalten“ (6).

Und:

[2]“Westdeutsche Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, gehen häufiger geringfügiger Beschäftigung nach und haben auch längere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen [gemeint ist: als ostdeutsche Frauen]. … In Ostdeutschland sind diese Faktoren weniger relevant für die Erwerbsbiografien von Frauen, die Einkommensdifferenz zu den Männern ist entsprechend kleiner“ (6-7)

Und:

[3]“Der unerklärte Teil der Lohnlücke steigt mit den Stundenlöhnen…“ (7)

Und:

[4]“Der unerklärte Teil der Lohnlücke wird allgemeinhin als Diskriminierung interpretiert“.

Hier, was von diesen Ergebnissen halten ist:

[1] und [3]: Wenn in einem Datensatz als Ergebnis im unteren Bereich der Einkommensverteilung (von wo bis wo geht der untere Bereich? – Angabe fehlt im Text) ein Gender Pay Gap nicht vorhanden ist und mit dem Stundenlohn immer größer wird, dann fragt sich ein normaler empirischer Sozialforscher, ob er hier vielleicht ein statistisches Artefakt gemessen hat und dabei ist, sich zum Narren vor der Zunft zu machen, weil er etwas in die Daten hinein interpretiert, was nicht da ist. Wenn er sich das fragt, fällt ihm vielleicht ein, wie er den Stundenlohn berechnet hat, nämlich durch simple Division der Stunden, die die Befragten angeben, gearbeitet zu haben, durch das angegebene Bruttoeinkommen (was auch immer als Bruttoeinkommen im vorliegenden Fall gezählt wird).

Für Genderisten besonders zu empfehlen!

Für Genderisten besonders zu empfehlen!

Nun erfolgt die Frage nach dem Einkommen, Frage 82, ohne Bedingung, d.h. ein Arbeiter wird wohl angeben, was auf seinem Lohnzettel steht, z.B. 3.150 Euro brutto. Diese Summe wird durch die Anzahl der Arbeitsstunden geteilt, die der Arbeiter angegeben hat, wobei er explizit aufgefordert wurde, die Anzahl der Überstunden nicht anzugeben. Wenn unser Arbeiter also die tarifliche Arbeitszeit von z.B. 37,5 Wochenstunden angibt, sein Monatslohn aber, sagen wir der Einfachheit halber, 10 Überstunden pro Woche enthält, dann berechnen die beiden Autoren vom DIW, einen Stundenlohn von 21 Euro brutto, wo es tatsächlich einen Bruttostundenlohn von 16,60Euro gegeben hat. Sie überschätzen das Verdienst somit um krasse 26,5%. Das ist einer der Gründe, wegen denen wir auf ScienceFiles bereits vor Jahren darauf hingewiesen haben, dass es keinen Sinn macht, Überstunden aus der Berechnung des Gender Pay Gaps herauszulassen, es sei denn, man will unbedingt ein Gap berechnen. Damit ist auch erklärt, warum das Gender Pay Gap mit dem Studenlohn steigt, denn man kann annehmen, dass der Berechnungsfehler mit der Anzahl der Überstunden steigt, was sich rein mathematisch in einer zunehmenden Überschätzung des Stundenlohns und somit einer zunehmenden Differenz zum Stundenlohn von Frauen, die ja bekanntlich weniger Überstunden leisten als Männer, niederschlagen muss.

Einwurf vom Schreibtisch gegenüber; einer der berühmten Diefenbachschen Punkte: „Weil die Autoren Überstunden nicht berücksichtigen, verfügen sie entsprechend über kein Maß tatsächlich geleisteter Arbeitszeit und können entsprechend ihre gesamte Analyse in den Mülleimer werfen“.

Das Berücksichtigen der insgesamt geleisteten Arbeitszeit ist eigentlich ein Aufgabe für Studenten im ersten Semester Statistik. Eine weitere Aufgabe für Studenten im ersten Semester ist die Frage, warum der Satz [4] „Der unerklärte Teil in der Lohnlücke wird allgemeinhin als Diskriminierung erklärt“, dazu geführt hat, dass sie durch die Methodenklausur gefallen sind. Antwort: Wir machen Wissenschaft, d.h. was wir nicht erklären können, ist zunächst einmal unerklärt. Es wird nicht interpretiert oder al gusto als Diskriminierung bezeichnet, denn es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der unerklärte Teil der Varianz Ergebnis von Diskriminierung ist. Der unerklärte Teil der Varianz heißt nicht umsonst unerklärter Teil. Er harrt der Erklärung, und nur Ideologen stürzen sich auf unerklärte Teile von Varianzen, allerdings nur in sehr spezifischen Kontexten, um sie mit ihren eigenen Wahngebilden und Phantasien zu füllen.

Jede statistische Analyse hat einen unerklärten Teil der Varianz und in 99,5% der Fällen kommt der Sozialforscher, der die entsprechende Berechnung durchgeführt hat, nicht einmal auf die Idee, den unerklärten Teil der Varianz überhaupt zu beachten. Man muss sich, nein, man muss sich nicht fragen, warum dies beim Gender Pay Gap anders ist: Genderthemen tendieren dazu eine Sorte „Mensch“ anzuziehen, die nichts über die Realität weiß, aber alles zu wissen glaubt. Früher konnte man die krassesten dieser Fälle in Irrenhäuser sperren, heute bevölkern sie mitunter Universitäten und Institute.

Also: Auch die neuerliche Beschwörung der Daten aus dem DIW hat den Ladenhüter „Gender Pay Gap“ nicht zu verkaufen vermocht. Es bleibt dabei, dass es keine Analyse gibt, die der Kritik oder der Prüfung standhält und in der Lage ist, ein Gender Pay Gap durch Diskriminierung zu erklären. Immerhin muss man Granados und Geyer zu Gute halten, dass sie zuweilen von einem Blitz wissenschaftlicher Lauterkeit gestreift zu werden scheinen:

„Bei den Monatslöhnen insbesondere im niedrigeren Einkommensbereich fällt der Gender Pay Gap vor allem durch die hohe Teilzeitquote bei Frauen sogar noch deutlicher aus. In den untersten Einkommensbereichen gibt es zwar auch eine erhebliche Anzahl Teilzeit arbeitender Männer, aber sie arbeiten im Schnitt deutlich mehr Stunden als Frauen“ (11). Man erinnere sich: im niedrigen Einkommensbereich haben die Autoren nach eigenen Angaben kein Gender Pay Gap gefunden, nachdem sie Arbeitszeit usw. kontrolliert haben (siehe oben).

Und zur Weiterbildung!

Und zur Weiterbildung!

Nimmt man das letzte Zitat und die Zitate von oben zusammen, dann kann man feststellen, dass der Mythos des Gender Pay Gap dazu erfunden wurde, um Mittelschichtsfrauen, die sich dem Staat als Nachwuchsproduzent zur Verfügung stellen und deutlich weniger arbeiten als Männer und Unterschichtsfrauen, überproportional zu entlohnen, d.h. der Mythos dient der Mama, die im Einfamilienhaus sitzt und Däumchen dreht während sich der Nachwuchs in institutioneller Betreuung befindet. Nicht durch Arbeit, soll das Gap, das notwendig in der Zeit des Däumchen-Drehens und im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung auftritt, beseitigt werden, auch nicht durch Vollzeitarbeit, bei denen, die sich nur zu Halbtagsarbeit aufraffen können, sondern durch höhere Löhne. Das ist klassisches Rentseeking oder Leben auf Kosten Dritter.

Schließlich noch ein methodischer Nachtrag.
Es ist unter Sozialforschern bekannt, dass Fragen nach dem Einkommen, sensible Fragen sind, die häufig gar nicht oder nicht richtig beantwortet werden. Vor diesem Hintergrund wäre es angebracht, die Validität und Reliabilität gerade der Messung von Einkommen durch das SOEP zu belegen oder doch zumindest zu hinterfragen, insbesondere wenn man gesellschaftspolitisch relevante Forderungen darauf gründen will, wie dies Granados und Geyer am Ende ihres Textes getan haben. Aber die Frage zu stellen und zu beantworten, ob die Daten, die sie nutzen, verlässlich sind, ordnen sie vermutlich ihrem Verantwortungsbereich nicht zu, dafür sind andere verantwortlich…, z.B. ScienceFiles.

Und noch ein Nachtrag
Die Idee mit der unerklärten Varianz hat uns inspieriert: Will man die Bildungsnachteile erklären, die Jungen gegenüber Mädchen haben, dann bleibt auch nach Kontrolle von Leistung und sonstigen Variablen immer eine unerklärte Varianz. Wir schlagen vor, Genderisten sind einmal in ihrem Leben konsequent und interpretieren auch diese unerklärte Varianz als Diskriminierung, als Diskriminierung von Jungen durch Schulpersonal, also mehrheitlich weibliche Lehrer.

Unser Dank für den Hinweis auf den neuen DIW-Wochenbericht gilt Prof. Dr. Günter Buchholz.

Kreuzigt ihn! Akademischer Gender-Mob aus Kassel?

Die Kritische Uni Kassel, ist eine Initiative von Studenten, jedenfalls behauptet das die Kritische Uni Kassel in ihrem Blog, die ihr Ziel in folgendem Motto zusammengefasst haben: „Ich will mich tatsächlich bilden, anstatt nur Wissen zu tanken.“

Den Studenten der Kritischen Uni Kassel geht es also darum, nicht nur zu verstehen, sondern auch zu begreifen. Das ist – wenn wir es einmal bewusst positiv verstehen (denn man könnte es auch so verstehen, dass es den Studenten um eine Form der Gehirnwäsche und Rekrutierung von Getreuen geht) – ein ermutigender Vorsatz, hinter dem die Praxis der Kritischen Universität Kassel leider weit zurückbleibt. Besonders deutlich wird dies im Umgang mit Andersdenkenden, wie z.B. dem „Bio Bösewicht“ Ulrich Kutschera, der an der Universität Kassel einen Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie innehat.

13297-0 Genderparadoxon KutscheraDas Problem mit Ulrich Kutschera, das die angeblich kritischen Studenten der Kritischen Universität Kassel haben, ist nun folgendes: Ulrich Kutschera ist zu kritisch. Und er ist den falschen Dingen gegenüber kritisch – jedenfalls aus Sicht der Kritischen Studenten aus Kassel, so dass sie sich gezwungen sehen, eine Kausalität zu beschreiben:

„Wer Geschlechterforschung als Ideologie verleumdet, will seine Zuhörer*innen und Leser *innen von der Überflüssigkeit wissenschaftlicher Kontroversen überzeugen.“

Das schreiben die Kritischen Studenten in einem „Statement zu den sexistischen und rassistischen Äußerungen Ulrich Kutscheras„, das vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. Darin heißt es weiter:

Kutschera (1)“diskreditiere“ die Geschlechterforschung „massiv“, er beleidige Wissenschaftlerinnen (dieses Mal ohne *), diffamiere „Gender Studies“ als „Krebsgeschwür“, bezeichne (2) auf der „rechten Propaganda-Plattform Deutscher Arbeitgeber Verband e.V.“ Gender „als geistige Vergewaltigung des Menschen“, tue dies auf der (3) Grundlage eines „positivistisch und naturalistisch verkürzten Wissenschaftsverständnisses“ und (4) betreibe damit eine verbale Ausgrenzung, die „allzu häufig in physischer Gewalt“ münde.

Das schreiben die angebliche kritischen Studenten und merken dabei nicht, dass sie schon durch die Verwendung des Erkennungszeichens der Gender-Ideologen nämlich „Zuhörer*innen“ dem Kritiker des Krebsgeschwürs, das sich u.a. in wuchernden Buchstabenkombinationen niederschlägt, Recht geben. Sie sind Ideologen!

Weitere Nachhilfe:
Logik f dummiesZu (1): Wenn man eine Position kritisieren will, d.h. wenn man zeigen will, dass man ein kritischer Student ist, der sich mit einer Position auseinandergesetzt hat und die entsprechende Position widerlegen kann, dann reicht es nicht, im Zustand verbaler Erregung mit den entsprechenden Adjektiven um sich zu werfen. Vermutlich haben schon die Vertreter der katholischen Kirche im Mittelalter behauptet, dass Galilei das Geozentrische Weltbild und alle seine Anhänger beleidigt (massiv), diffamiert, diskreditiert hat, weil er behauptet hat, dass die Erde nicht im Zentrum des Weltalls steht. Derartige verbale Zuweisungen sind ein Markenzeichen religiöser Eiferer, die über keine Argumente verfügen und vor allem über keine Belege dafür, dass die Kritik unangemessen ist. Kurz: Wer zeigen will, dass Gender Studies kein Krebsgeschwür sind, das sich in der Wissenschaft ausgebreitet hat und der Wissenschaft langsam aber sicher den Garaus macht, der muss belegen, warum dies nicht so ist, z.B. indem er herausragende Forschungsergebnisse präsentiert, Forschungsergebnisse, mit denen die Gender Studies einen Beitrag zu gesellschaftlichem Wachstum erbracht haben. Er kann dies auch durch den Beleg einer Theoriebildung tun, einer Theoriebildung, die Grundlage einer Vielzahl innovativer Perspektiven und messbarer Verbesserungen ist.

Leider weigern sich Vertreter der Gender Studies bis zum heutigen Tag auch die einfachsten Fragen zu ihrer Theoriebildung, zu ihren Erkenntnissen, ihrer Methode oder ihrem Nutzen für die Gesellschaft zu beantworten, so dass man davon ausgehen muss, die Gender Studies sind keine Wissenschaft. Wenn sie keine Wissenschaft sind, sich aber an der Finanzierung laben, die für Wissenschaft vorgesehen ist, dann kann man sie nur als Krebsgeschwür ansehen.

zu (2) ganz kurz:
Wer anderen vorwirft, sie würden Dritte diffamieren und dadurch versucht, eine überlegene moralische Position für sich zu reklamieren, der sollte diese Position nicht dadurch vernichten, das er seinerseits Dritte diffamiert, z.B. als „rechte Propaganda-Plattform“.

zu (3):
So mancher Leser wird sich gefragt haben, was es mit der Aussage „positivistisch und naturalistisch verkürztes Wissenschaftsverständnis“ auf sich hat. Die Antwort ist einfach: Naturalistisch meint in diesen Kreisen, Aussagen über die Realität und positivistisch, dass die Aussagen über die Realität geprüft werden müssen. Kritische Studenten aus Kassel sind der Meinung, die Ansicht, die Wissenschaft bestehe nicht aus Aussagen über die Realität, die an der Realität geprüft werden müssen. Wer das dennoch denkt, der hat ein „verkürztes Wissenschaftsverständnis“. Ein ungekürztes Wissenschaftsverständnis, wie es den angeblich kritischen Studenten vorschwebt, hat entsprechend Aussagen über Phantasiegebilde (Gender Pay Gap) zum Gegenstand, rein ideologische Aussagen, die Überbleibsel von Drogenträumen und lässt diese Aussagen, von denen sich derjenige, der sie getroffen hat, einbildet, sie seien wahr, ungeprüft stehen. Wissenschaft ist entsprechend Religion, und vor diesem Hintergrund wird es dann verständlich, dass die kritischen Verfasser des Statements gegen Ulrich Kutschera keinerlei Argumente und empirische Fakten gegen ihn ins Feld führen können. Wie soll man jemandem begegnen, der darauf hinweist, dass Gender Studies eine fundamental-religiöse Form der Selbstbefriedigung sind, wenn Gender Studies eine fundamental-religiöse Form der Selbstbefriedigung sind?

zu (4):
„Und das Woworship with usrt ist Fleisch geworden“, oder so ähnlich heißt es in der Bibel. Das Motiv der Sprache, die dem Verhalten kausal ist, es ist schon alt. Wir sagen nur: „Es werde Licht.“ Dieser Glaube an die Handlungsrelevanz von Sprache, er übt seltsamer Weise einen großen Reiz auf Personen aus, die nicht wissen, wie es ist, wenn man mit den Händen arbeitet. Wie auch immer, der Glaube ist ein Glaube und im vorliegenden Fall wird er dazu eingesetzt, Ulrich Kutschera zu diffamieren und ihn nicht nur als „Brandredner“ zu bezeichnen, sondern ihm gleich zu unterstellen, dass er dem Anzünden von Flüchtlingsunterkünften das Wort redet.

Das ist schäbig, um nicht zu sagen, mies, es ist so mies, dass man sich fragt, was derartig boshafte Menschen, wie all diejenigen, die nichts dabei finden, einem Professor der Biologie, dessen furchtbare Verfehlung darin besteht, die Gender Studies zu kritisieren und damit eine Ideologie als solche zu bezeichnen, zu diffamieren und verbal ans Kreuz zu schlagen, mit sich selbst den ganzen Tag auskommen? Es muss schwierig sein, wenn man täglich den Hass in sich spürt, den Hass, der sich z.B. im Statement gegen Ulrich Kutschera niederschlägt und täglich der Welt vorgaukeln will, man sei ein Guter.

Nun, die Unterzeichner des Statements gegen Ulrich Kutschera sind allesamt keine Guten und Wissenschaftler sind sie schon gar nicht, denn sie kommen nicht einmal auf die Idee, sich mit Ulrich Kutschera inhaltlich auseinanderzusetzen. Das ist auch kein Wunder, den Kutschera hat ihr Heiligtum kritisiert und wie alle religiösen Krieger, die Blasphemie wittern, so gehen auch die Möchtegern-kritischen Studenten auf den Kreuzzug, derzeit noch verbal, aber wenn man ihrer eigenen Logik glauben darf, die eine Verbindung zwischen Sprache und Handeln herstellt und behauptet, verbale Ausgrenzung würde in Gewalt münden, dann muss man, nun, da die verbale Ausgrenzung von Ulrich Kutschera erfolgt ist, wohl nicht lange auf die Gewalt warten.

Ulrich Kutschera hat uns gebeten, seine Stellungnahme zum „Statement … “ zu veröffentlichen. Wir tun dies in einem separaten Post.

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Die neue Lüge: Das Gender Unpaid Gap

FES.StiftungBei der Friedrich-Ebert-Stiftung hat man die Zeichen der Zeit erkannt: Die Lüge mit dem Gender Pay Gap, sie fällt nur noch bei den Allereinfältigsten auf fruchtbaren Boden. Bei der Mehrheit der Bevölkerung hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass wer weniger arbeitet, mehr teilzeit arbeitet, weniger Überstunden macht, weniger Berufserfahrung hat und häufiger fehlt, auch weniger verdient. Frauen arbeiten im Aggregat weniger als Männer, arbeiten häufiger Teilzeit als Männer, sie machen weniger Überstunden als Männer, haben weniger Berufserfahren und fehlen häufiger. Deshalb ist ihr Lohn im Aggregat geringer als der von Männern.

Nun, da die Gender-Pay-Gap Lüge aufgeflogen ist, ist die nächste Lüge in Vorbereitung. An die Stelle des Gender Pay Gaps soll das „Gender Unpaid Gap“ treten. Die Lüge, die dieses Mal verbreitet werden soll, sie lautet nicht mehr: Frauen werden für gleiche Arbeit schlechter bezahlt als Männer, sie lautet: Frauen arbeiten mehr unentgeltlich als Männer, deshalb: Gender Unpaid Gap.

Wie so oft, wenn es darum geht, Lügen in den öffentlichen Diskurs zu tragen, stehen die politischen Vereine der Parteien in der ersten Reihe. Und – ebenfalls wie so oft, wenn es darum geht, Lügen in den öffentlichen Diskurs zu tragen, fällt die Aufgabe, die Lüge zu übermitteln, Leuten zu, die gänzlich unbekannt sind und mit der Stiftung, in deren Auftrag sie unterwegs sind, nur von Insidern in Verbindung gebracht werden.

Barbara König, Jonathan Menge und Christina Schildmann kommt dieses Mal die Rolle zu, die ideologische Schmutzarbeit zu verrichten, und sie tun das in einer Weise, die den Eindruck vermittelt, es habe nicht viel Überzeugungsarbeit seitens der Verantwortlichen der Friedrich-Ebert-Stiftung gebraucht, um die drei instrumentalisieren zu können und sie – im schlimmsten Fall, wenn die Lüge auffliegt – der Lächerlichkeit preiszugeben.

Und die Lüge ist aufgeflogen.

Wir haben den Text der Friedrich Ebert Stiftung, der mit „Inside the Gap 1/3: Der Gender Pay Gap – Die große Lücke ist unbezahlt“ überschrieben ist, gelesen.

Anglizismen sind neuerdings sehr beliebt, vor allem bei Leuten, die sie nicht bedienen können. Man kann zwar auch im Englischen in einer Spalte oder einer Lücke stehen (Gap), aber wer von sich behauptet, er stünde in einem verbalen, in der Realität nicht vorhandenen Gender Pay Gap, der macht sich lächerlich, so lächerlich wie derjenige, der sich aus dem Inneren einer Angebotslücke meldet (Gap in Supply).

Wie dem auch sei: „Die große Lücke ist unbezahlt“. Und die große Lücke, sie hat nichts mehr mit dem eigentlichen Gender Pay Gap zu tun, nein, die große Lücke führt weg vom Gender Pay Gap, der aufgeflogenen Lüge, und hin zur neuen – in einem Anglizismus – Cover Story: Also der Geschichte für die Dummen und Leichtgläubigen, mit der versucht wird, von der Wahrheit abzulenken.

Und sie liest sich wie folgt, die neue Cover Story, die neue Lüge des Gender Unpaid Gap:

FES Brain Gap„Dass Frauen weniger Lohnarbeit verrichten, heißt keineswegs, dass Frauen weniger arbeiten als Männer – auch wenn in den Köpfen vieler Menschen der Begriff „Arbeit“, etwas arglos und einem allzu engen Begriffsverständnis folgend, mit bezahlter Arbeit gleichgesetzt wird. Denn Frauen verrichten wesentlich mehr unbezahlte Arbeit und Sorgearbeit als Männer. Die letzte große Zeitverwendungsstudie aus den Jahren 2001/2002 kam zu dem Ergebnis, dass sich die Geschlechterdifferenzen im Bereich der bezahlten und unbezahlten Arbeit zusammengenommen im Wesentlichen ausgleichen. Während Frauen im Durchschnitt 31 Stunden in der Woche unbezahlte und 12 Stunden bezahlte Arbeit leisten, verbringen Männer 19 ½ Stunden mit unbezahlten und 22 ½ Stunden mit bezahlten Tätigkeiten. Frauen arbeiten also 11 ½ Stunden mehr unbezahlt, Männer 10 ½ Stunden bezahlt“.

Die letzte „große Zeitverwendungsstudie“, die dieses skandalöse Ergebnis erbracht hat, haben Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Bundesministeriums für … na?, richtig: FSFJ durchgeführt. Und aus nicht weiter nachvollziehbaren Gründen haben sie alle Ergebnisse, so auch die hier dargestellten, für Personen ab 10 Jahren (zuweilen auch ab 12 Jahren) berichtet. Es handelt sich bei dem Gender Unpaid Gap, das die drei Wegwerf-Autoren [Wegwerf Autoren deshalb, weil die entsprechenden Autoren, sind sie erst einmal ihre Schuldigkeit getan haben, wie z.B. die Herren Rosenbrock oder Rieske, von ihren Auftraggebern discarded werden, um einen weiteren Anglizismus zu verwenden] aus dem FES berechnet haben, um ein Gender Unpaid Gap, das bereits bei Jungen und Mädchen herrscht.

Vor allem bei Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren und bei denen, die noch in der Ausbildung sind, stellt sich das Gap zwischen unbezahlter Arbeit und Erwerbsarbeit in einem Ausmaß dar, das man nicht anders als bedenklich bezeichnen kann, kommen die wöchentlichen Aufwendungen für Erwerbsarbeit von z.B. 11jährigen doch nahe 0, so dass man fast einen Ausschluss vom Arbeitsmarkt annehmen muss.

Entsprechend sind die 11jährigen auf Mithilfe im Haushalt angewiesen, auf unbezahlte Familienarbeit, die sich in minderen Tätigkeiten wie „Kochen, Spülen, Reinigen von Haus und Wohnung, Wäsche-, Tier- und Gartenarbeit“ niederschlägt. So steht zu vermuten, dass sich 11 und 12jährige auf die Pflege von Haustieren spezialisiert haben und hier deutlich mehr unbezahlte Arbeit verrichten als ihre Väter, die dem Privileg einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Man weiß nicht, ob man lachen oder schreien soll, wenn man einen derartig abgrundtiefen Unsinn vor sich sieht, wie den von Barbara König, Jonathan Menge und Christina Schildmann, denen der Auftrag erteilt wurde, ein Gender Unpaid Gap zu erfinden, ein Auftrag, an dem sie kläglich gescheitert sind, nicht nur, weil es mehr oder minder zur Arbeitsteilung gehört, dass diejenigen, die zuhause sitzen, sich mehr um den Haushalt kümmern als diejenigen, die acht Stunden pro Tag am Arbeitsplatz verbringen, zu dem sie häufig mehr als eine Stunde Anreise haben, was bei der Berechnung des Gender Unpaid Gap leider unberücksichtigt geblieben ist.

scully facepalmSie sind auch deshalb gescheitert, weil sie nicht bemerkt haben, dass ihnen in den Daten des Bundesministeriums für FSFJ Kinder als Erwachsene untergeschoben wurden. Alle berichteten Angaben beziehen sich auf Personen ab 10 Jahren (bzw. 12 Jahren), was zudem bedeutet: Rentner sind auch enthalten. Dass Witwen, die es häufiger gibt als Witwer, mehr Gelegenheit haben als Nicht-Erwerbstätige und über Hausarbeit zum „Gender Unpaid Gap“ beizutragen als ihr Verblichener, ist ein weiterer Umstand, den die drei von der FES aus Gründen ideologischer Bequemlichkeit übersehen haben oder mussten.

Es ist ein so dicker Hund, dass man Barbara König, Jonathan Menge und Christina Schildmann nur raten kann, sich tief in den ideologischen Hallen der FES zu verkriechen und nicht ans Tageslicht derer zu kommen, die sich ernsthaft mit Daten und wissenschaftlicher Analyse befassen.