Massenflucht aus dem staatlichen Bildungssystem

Beim Statistischen Bundesamt, dem Amt, das in den letzten Jahren immer mehr zum ideologischen Interpretator der Daten geworden ist, die man dort eigentlich nur sammeln soll, kämpfen die Mitarbeiter, und zwar damit,  dass immer mehr Eltern eine Abstimmung mit den Füßen vornehmen, die man bei denen, die Bildung und Politik in Einklang bringen wollen, wohl nicht für möglich gehalten hat, sonst wären private Schulen nicht zugelassen worden:

Destatis

“Vom 14. bis 18. Februar 2017 findet die Bildungsmesse didacta in Stuttgart statt. Betrachtet man das Bildungs­wesen in Deutschland, fällt unter anderem auf, dass die Zahl der Schülerin­nen und Schüler an Privat­schulen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist: Im Schul­jahr 2015/16 besuchte von den gut 8,3 Millionen Schü­lerin­nen und Schülern an allgemein­bildenden Schulen rund 9 % eine Privat­schule. Im Schul­jahr 2005/06 waren es noch 7 %.”

Rund 750.000 Schüler haben somit dem staatlichen Bildungssystem den Rücken gekehrt und suchen ihre Bildung an privaten Schulen.

Beim Statistischen Bundesamt kämpft man mit den Daten.
Wie soll diese Abkehr vom staatlichen Bildungssystem, die mit einem Wachstum von 20% in 10 Jahren den Charakter einer Massenflucht angenommen hat, erklärt werden?

Wie gesagt: Beim Statistischen Bundesamt kämpft man mit den Daten.
An privaten Schulen werden mehr Unterrichtsstunden erteilt als an öffentlichen Schulen. Das ist die erste Hypothese, mit der die Massenflucht erklärt werden soll. Und sie ist falsch. An privaten Schulen werden nicht mehr Unterrichtsstunden erteilt.

Nächste Hypothese: An privaten Schulen sind die Klassen kleiner. Auch eine nette Hypothese, aber nur marginal richtig: Ein Schüler weniger ist es an privaten Schulen im Durchschnitt, und der macht noch keine Massenflucht.

Damit sind die Statistiker in Wiesbaden mit ihrem Latein am Ende. Mehr Gründe dafür, dass Eltern ihre Kinder auf eine private Schule schicken und den öffentlichen Schulen entziehen, fallen ihnen nicht ein – oder dürfen ihnen nicht einfallen.

Dabei gibt es so viele Gründe, die viel näher liegen als die zwei, die den Wiesbadenern eingefallen sind, Gründe, die allerdings nicht politisch korrekt und entsprechend mit einem Denkverbot aus dem zuständigen Ministerium versehen sind, darunter:

  • An privaten Schulen sind kompetentere Lehrer als an öffentlichen Schulen.
  • An privaten Schulen wird mehr Wissen vermittelt als an öffentlichen Schulen.
  • An privaten Schulen findet keine Indoktrination statt, wie dies in öffentlichen Schulen der Fall ist.
  • An privaten Schulen ist der Zugriff des Staates auf die Kinder nicht über Schulsozialarbeiter bis zur letzten Minute der letzten Unterrichtsstunde am Freitag möglich.
  • An privaten Schulen ist die Zusammensetzung der Schüler dem Unterricht förderlicher als an öffentlichen Schulen.
  • An privaten Schulen werden Lehrer oftmals nach Leistung und nicht nach Anwesenheit bezahlt.
  • usw.
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