Die deutsche Atombombe

Es geht ein Riss durch das nachhaltige Deutschland, ein nachhaltiger Sicherheitsriss. Wer erinnert sich noch an den Nato Doppelbeschluss von 1979, der die Nachrüstung des Atomwaffenarsenals mit Pershing II und BGM-109 Tomahawk vorgesehen und gleichzeitig Verhandlungen mit der damaligen Sowjetunion über die Abrüstung des Arsenals an Atomwaffen verlangt hat?

Das ist Geschichte, u.a. die Geschichte von Abschreckung, deren Ziel darin bestand, die Gefahr eines Krieges zu minimieren, weil derjenige, der einen Krieg beginnt, damit rechnen musste, mit Atomwaffen bekämpft zu werden und entsprechend verwüstet zu werden. Deutschland hat bekanntlich keine Atomwaffen und musste sich deshalb darauf verlassen, dass die USA für Deutschland die Drohung bereitstellen, von der man in der Rückschau sagen kann, dass sie für eine lange Friedensperiode verantwortlich war, eine sehr lange.

pershing-iiNun ist seit Donald Trump in Deutschland der Anti-Amerikanismus nicht mehr latent, sondern manifest. Und mit dem manifesten Anti-Amerikanismus kommt das Problem, dass die Abschreckung und damit die Gewährleistung von deutscher Sicherheit immer noch auf den Schultern der USA ruht, denn Deutschland hat nach wie vor keine Atomwaffen.

Und die Angst geht um. Sicherheit, Abschreckung, Schutz, kann man diese wichtigen Aufgaben noch den USA überlassen, deren Präsident es gewagt hat, die NATO in Frage zustellen, also jene OTAN auf französisch, die über Jahrzehnte von Frankreich so sehr in Frage gestellt wurde, dass das Gründungsmitglied von 1966 bis 2009 kein Mitglied der NATO war? Dennoch keine Anzeichen von Hysterie auf deutscher Seite, von 1966 bis 2009 nicht, obwohl Frankreich Atomwaffen besitzt. Erst mit Trump, ist die Hysterie in Full Bloom, wie man in den USA sagt, und sie ist nicht nur Hysterie, sie ist auch Phobie, Angst vor dem schutzlosen Zustand, wenn der große Beschützer USA keine Lust mehr hat, diejenigen zu beschützen, deren Medien den gewählten Präsidenten beschimpfen.

Aber für den Ernstfall, dass die Abschreckung auf deutschen Schultern lastet, hat der NDR schon einen Plan B in der Schublade:

„Die offene Debatte scheut die Politik bisher weitgehend – auch über eine deutsche Atombombe. Die ist wohl technisch möglich, aber aufgrund vieler Verträge wie dem Atomwaffensperrvertrag momentan nicht erlaubt. Die Idee sei nicht komplett absurd, sagt Sicherheitsforscher Kühn. “Sollte sich in den nächsten Jahren die Sicherheitslage in Deutschland und Europa deutlich weiter negativ verändern, sprich Russland weiter den Frieden in Europa bedrohen und die Amerikaner sich gleichzeitig zurückziehen, dann möchte ich nicht ausschließen, dass man auch in Deutschland damit anfängt, darüber nachzudenken, wie man sich wirklich verteidigen muss.” Es ist ein sensibles Thema – unpopulär und heikel – das angesichts des neuen Mannes im Weißen Haus leider schneller als gedacht aktuell werden könnte.“

Eine deutsche Atombombe! Besser: deutsche Atomsprengköpfe, denn Bomben sind eigentlich schon seit Jahrzehnten out, wie Sicherheitsforscher Kühn eigentlich wissen sollte. Abschreckung funktioniert über Raketen und Marschflugkörper, nicht über Bomben.

Aber ist es ein Wunder, dass man im Land der Deutschen, in dem es nie notwendig war, die Abschreckung aus eigener Kraft zu üben, keine Ahnung von der Art und Weise der Abschreckung hat?

Nein.

Doch damit ist jetzt Schluss.

Die deutsche Atombombe, also der entsprechende Sprengsatz, diese weiterentwickelten Hiroshima-Dinger müssen her. Der NDR hat es beschlossen, und Sicherheitsforscher Kühn hat es kühn ausgesprochen.

Wissenschaftler: Macht mal!

Welche Wissenschaftler?

Ein Problem, das sich mit Humankapital besonders dann verbindet, wenn es sich um hochspezialisiertes Humankapital handelt, und um solches handelt es sich im Fall von Atomsprengköpfen, ist: diejenigen, die es haben, sind gesuchte Leute. Nicht nur das, sie sind mobile Leute. Sie gehen dahin, wo sie am meisten Geld dafür bekommen, dass sie ihr Humankapital zur Anwendung bringen. Und sie gehen dahin, wo ihnen das Umfeld am besten gefällt.

In Deutschland herrscht ein feindliches Umfeld. Die nachhaltigen Politiker haben beschlossen, aus der friedlichen Nutzung der Atomkraft auszusteigen, was sich zwangsläufig auch auf deren militärische Nutzung auswirkt, denn: Forschung und Wissen im Hinblick auf die Nutzung von Kernkraft wird in Deutschland nicht mehr angehäuft, diejenigen, die sich mit friedlicher und militärischer Nutzung von nuklearer Energie befassen, sie wandern ab, denn einen besseren Forschungsort als Deutschland finden sie überall.

epr-third-generationWelche Folgen ein der Nutzung nuklearer Energie feindliches Klima, wie es in Deutschland herrscht, hat, kann man am Beispiel von Frankreich studieren, das nuklearer Energie nicht feindlich gegenübersteht, wohl aber den Kosten, die mit Forschung und Entwicklung verbunden sind, schon weil die Regierung (noch) eine sozialistische ist. Folglich hat man bei EDF [Electricité de France], dem Betreiber der 58 französischen Kernkraftwerke, der fast vollständig im Besitz des französischen Staates ist, die Forschung und Entwicklung etwas schleifen lassen. Das hat dazu geführt, dass die Reaktoren, die auf der EPR-Technologie, also der dritten Generation von Wasserreaktoren (Reaktoren, die Wasser unter hohem Druck zur Kühlung in den Reaktor pumpen) basiert und die derzeit in China (Taishan 1 und 2) gebaut werden (und 2017 ans Netz gehen sollen), dort bislang verlässlicher funktionieren als der entsprechende Reaktor in Frankreich (Flamanville 3).

Vor allem EDF hat große Probleme mit EPR, was wohl ein Grund dafür ist, dass CGN (China General Nuclear) einen 33% Anteil im Reaktor Hinkley Point C, der im britischen Sommerset von EDF gebaut werden soll, hat. Offenkundig verfügt man in China mittlerweile über besseres Humankapital, mehr Erfahrung und mehr praktische Kenntnissen, was den Bau von Kernkraftwerken angeht, als in Europa.

Angesichts dieser Episode kann man sich vorstellen, wie es in Deutschland um das Humankapital, das zur friedlichen oder zur militärischen Nutzung von nuklearer Energie notwendig ist, bestellt ist. Zu sagen, dass entsprechende Experten in Deutschland selten zu finden sind, ist vermutlich eine Untertreibung. Aber: nichts ist unmöglich für den NDR und seine Sicherheitsexperten: Bauen wir also eine Atombombe.

Damit das Ergebnis des neuen technologischen Abenteuers nicht ganz so beschämend ausfällt, wie der Versuch, Berlin mit einem neuen Flughafen zu versehen und nicht aller Welt vor Augen geführt wird, wie schlecht es um deutsche Technologie und deutsches Humankapital bestellt ist, schlagen wir vor, die entsprechende deutsche Aufrüstung zu Zwecken der US-unabhängigen Abschreckung mit den Mitteln zu betreiben, für die Deutschland noch auf nachhaltiges Humankapital zurückgreifen kann.

Nachdem unser erster Entwurf eines deutschen Flugzeugträgers, Modell Maria-Göppert, sich als Dauerbrenner in der Zugriffsstatistik herausgestellt hat, haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, um die erste nachhaltige und vollständig abbaubare Bombe zu entwickeln, die Deutschland unabhängig von US-amerikanischem Schutz macht und Trump zeigt, dass wir wieder wer sind.

Hier ist sie.

Martin Schulz: Der Faschismus unter der Maske des SPD-Strahlemanns

Die Definitionen von Faschismus, wie man sie z.B. in Lexika der Soziologie oder der Politikwissenschaft findet, sind nicht umfassend. In der Regel wird Faschismus definiert als eine Regierungs- oder Herrschaftsform, die darauf gerichtet ist, die Herrschaft einer elitären Minderheit durch Propaganda oder Demagogie zu sichern und „die Volksmassen zum Gehorsam und zum unbedingten Glauben gegenüber den Führern“ (Hillmann, 1994: 217) zu bringen.

Studien AdornoFaschismus ist jedoch nicht nur eine Regierungsform, er ist auch eine Geisteshaltung, denn das faschistische Angebot von Führern muss ja auf eine entsprechende Haltung bei den Mitläufern und Anhängern treffen, damit Faschismus erfolgreich sein kann. Entsprechend bietet es sich an, Faschismus als eine Geisteshaltung zu konzipieren, wie das Adorno et al. in den Studien zum Autoritären Charakter getan haben.

Demnach setzt sich Faschismus aus einer ganzen Reihe von Einzel-Charakteristika zusammen, denen gemeinsam ist, dass sie keinerlei Abweichung von einem als richtig vorgegebenen oder verkündeten Weg zulassen. Eines dieser Charakteristika, das Adorno et al. beschreiben, ist die anti-Intrazeption, mit der die Dominanz von Gefühlen beschrieben wird, also der Umstand, dass Akteure nicht an die Vernunft appellieren und Entscheidungen nicht auf Basis rationaler Überlegung, sondern auf Basis affektiver Hingebung an ein entsprechendes Angebot treffen.

Auf der Grundlage dieser Zutaten definieren wir Faschismus als eine rigide Geisteshaltung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Abweichungen von dem, was als richtig vorgegeben oder vorgesehen ist, nicht toleriert werden. Inhaber einer faschistischen Geisteshaltung haben keinerlei Ambiguitätstoleranz und zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur über einen Appell an Emotionen erreichbar sind und nicht auf rationale Argumente oder Begründungen reagieren. Derart faschistoide Existenzen sind durch eine Schließung des Geistes charakterisiert, wie sie Milton Rokeach beschrieben hat. Diese Schließung hat zur Folge, dass dem eigenen Glauben widersprechende Informationen ignoriert werden und Personen, die die eigene faschistische Geisteshaltung nicht teilen, als Feinde identifiziert und in der Folge beschimpf und diffamiert werden. Letzteres ist eine Konsequenz der Unfähigkeit, rational zu argumentieren, die durch extrem-emotionalisierte Ausbrüche überdeckt bzw. kompensiert werden soll.

Nun zu Martin Schulz:

Martin Schulz hat dem Spiegel ein Interview gegeben.

Das, was vorab auf Spiegel Online zum Interview, das Martin Schulz gegeben hat, berichtet wird, reicht aus, um die latent vorhandene faschistoide Geisteshaltung von Martin Schulz zu erschließen.

Die entsprechende Analyse erfolgt in zwei Schritten.

Zunächst gilt es darzustellen, dass Schulz die Kriterien faschistoider Geisteshaltung „anti-Introspektion“ und Dominanz affektiver Appelle über rationaler Argumentation erfüllt. Dazu haben wir einige seiner Aussagen, die er im Interview macht, gesammelt.

Im zweiten Schritt suchen wir nach Indikatoren für die rigide und dogmatische Geisteshaltung, die den Faschisten auszeichnet.

Schulzens Zitate:

  • martin-schulz-hitlergrussTrump ist „hochgradig demokratiegefährdend“.
  • Trump spielt „mit der Sicherheit der westlichen Welt“.
  • „Was die US-Regierung gerade beginnt „ist ein Kulturkampf“.
  • Das Einreiseverbot ist „unerträglich“.
  • Leider hat das einst tolerante Einwanderungsland USA mit Trump „einen Präsidenten, der im kleinsten Karo Politik macht“.
  • Merkel dürfe gegenüber Washington „nicht schweigen zu Handlungen, die wir nicht akzeptieren können“.
  • „Wenn Trump mit der Abrissbirne durch unsere Weltordnung läuft, muss man klar sagen: Das ist nicht unsere Politik“.
  • Aus Trumps Wahlkampf kann Schulz nur eines lernen: „Dass man auf keinen Fall einen solchen Wahlkampf führen darf. Solch eine Niedertracht. Solch ein Einreißen aller Grenzen, die man als Grundkonsens in der Demokratie braucht. Das verschlägt den Atem“.

Die zitierten Passagen aus dem Interview von Schulz zeichnen sich durch die folgenden Charakteriska aus:

  1. Es gibt keinerlei Argument.
  2. Die Äußerungen von Schulz bestehen ausschließlich aus negativen Bewertungen, aus Abwertungen und Derogationen.
  3. Die Äußerungen von Schulz appellieren ausschließlich an Affekte und Emotionen.

Kurz: Schulz ist ein negativer Typ, der wie derzeit die meisten Politiker nichts eigenes zu sagen hat. Er lebt davon, dass er das, was andere tun, bewertet, dass er andere bewertet, und zwar negativ. Das Fehlen eigener Argumente soll auf diese Weise überdeckt, und es soll an diejenigen appelliert werden, deren Weltsicht ebenfalls aus Bewertungen besteht und vollständig ohne Argumente und den Bezug auf Fakten auskommt. Damit erfüllt Schulz das erste Kriterium zum Faschismus: Er nutzt keinerlei Argumente, stellt ausschließlich wertende Behauptungen auf und appelliert entsprechend an die von ihm bei den Konsumenten des Interviews vermuteten niederen Instinkte. Die Brücke, die Schulz zu diesen Konsumenten bauen will, ist rein affektiv. Wer den Hass auf Trump teilt, wird sie willig aufbauen, wer Argumente erwartet, wenn er überzeugt werden soll, wird sich abwenden, denn Argumente hat Schulz nicht zu bieten.

Die Krönung im Interview von Schulz findet sich jedoch nicht mit Bezug auf Donald Trump, sondern mit Bezug auf Horst Seehofer, der sich erdreistet hat, die Tatsache, dass Trump seine Wahlversprechen umsetzt, dass er also das tut, wofür er gewählt wurde, zu loben. Ein Unding für Schulz, der wohl nie auf die Idee käme, das, was er verspricht, auch zu tun. Jedenfalls liegt dieser Schluss nahe. Entsprechend sagt er zur Feststellung von Seehofer:

“Das hat mich sehr erstaunt. Wenn wir, wie Horst Seehofer, nicht mehr die Handlungen von Menschen in der Sache bewerten, sondern nur noch die Form, dann gehen wir gefährlichen Zeiten entgegen“.

Das ist starker Tobak und damit ist das zur Klassifikation „Faschismus“ noch fehlende Kriterium erfüllt: Seine rigide Geisteshaltung wird von Schulz unverhohlen der Öffentlichkeit zur Schau gestellt. Denn: Schulz sagt hier nicht mehr und nicht weniger, als dass man Handlungen nicht nach der Form, sondern nach dem Inhalt beurteilen soll.

Wenn jemand ehrlich ist, dann ist dies für Herrn Schulz nur dann von Bedeutung, wenn er den richtigen Menschen gegenüber ehrlich ist.

Wenn jemand versucht, seine Mitmenschen gerecht zu behandeln, dann hat Schulz offenkundig einzuwenden, dass Gerechtigkeit nicht formal, sondern nur inhaltlich und somit nur denen gegenüber walten zu lassen ist, die Herr Schulz für gut bewertet. Entsprechend hat er vermutlich kein Problem damit, Männer im Rahmen staatlicher Programme und im Namen des Feminismus zu benachteiligen.

Schulz will ein faschistoides Weltbild durchsetzen, das nicht die Sache an sich beurteilt, sondern die Sache bewertet: Wenn ein Passant ein Kind, das unachtsam über die Straße geht, vor einem herannahenden Auto rettet, dann ist der Passant dafür wohl nach Ansicht von Herrn Schulz, der „in der Sache“, also inhaltlich bewerten will, nur dann zu loben, wenn das Kind kein Kind rechter Eltern ist, denn „in der Sache“ bewertet, sind rechte Eltern, die z.B. die AfD, jene „Schande für die Bundesrepublik wählen“, dem Herrn Schulz wohl weniger wert als linke Eltern, die die SPD oder die SED-Nachfolgepartei wählen, mit der die SPD wieder einmal paktiert.

Wenn man liest, was Martin Schulz von sich gibt, dann kann man begründet fürchten, dass er vorhat „mit der Abrissbirne durch“ unsere demokratische Grundordnung zu pflügen.

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