Martin Schulz: Der Faschismus unter der Maske des SPD-Strahlemanns

Die Definitionen von Faschismus, wie man sie z.B. in Lexika der Soziologie oder der Politikwissenschaft findet, sind nicht umfassend. In der Regel wird Faschismus definiert als eine Regierungs- oder Herrschaftsform, die darauf gerichtet ist, die Herrschaft einer elitären Minderheit durch Propaganda oder Demagogie zu sichern und „die Volksmassen zum Gehorsam und zum unbedingten Glauben gegenüber den Führern“ (Hillmann, 1994: 217) zu bringen.

Studien AdornoFaschismus ist jedoch nicht nur eine Regierungsform, er ist auch eine Geisteshaltung, denn das faschistische Angebot von Führern muss ja auf eine entsprechende Haltung bei den Mitläufern und Anhängern treffen, damit Faschismus erfolgreich sein kann. Entsprechend bietet es sich an, Faschismus als eine Geisteshaltung zu konzipieren, wie das Adorno et al. in den Studien zum Autoritären Charakter getan haben.

Demnach setzt sich Faschismus aus einer ganzen Reihe von Einzel-Charakteristika zusammen, denen gemeinsam ist, dass sie keinerlei Abweichung von einem als richtig vorgegebenen oder verkündeten Weg zulassen. Eines dieser Charakteristika, das Adorno et al. beschreiben, ist die anti-Intrazeption, mit der die Dominanz von Gefühlen beschrieben wird, also der Umstand, dass Akteure nicht an die Vernunft appellieren und Entscheidungen nicht auf Basis rationaler Überlegung, sondern auf Basis affektiver Hingebung an ein entsprechendes Angebot treffen.

Auf der Grundlage dieser Zutaten definieren wir Faschismus als eine rigide Geisteshaltung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Abweichungen von dem, was als richtig vorgegeben oder vorgesehen ist, nicht toleriert werden. Inhaber einer faschistischen Geisteshaltung haben keinerlei Ambiguitätstoleranz und zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur über einen Appell an Emotionen erreichbar sind und nicht auf rationale Argumente oder Begründungen reagieren. Derart faschistoide Existenzen sind durch eine Schließung des Geistes charakterisiert, wie sie Milton Rokeach beschrieben hat. Diese Schließung hat zur Folge, dass dem eigenen Glauben widersprechende Informationen ignoriert werden und Personen, die die eigene faschistische Geisteshaltung nicht teilen, als Feinde identifiziert und in der Folge beschimpf und diffamiert werden. Letzteres ist eine Konsequenz der Unfähigkeit, rational zu argumentieren, die durch extrem-emotionalisierte Ausbrüche überdeckt bzw. kompensiert werden soll.

Nun zu Martin Schulz:

Martin Schulz hat dem Spiegel ein Interview gegeben.

Das, was vorab auf Spiegel Online zum Interview, das Martin Schulz gegeben hat, berichtet wird, reicht aus, um die latent vorhandene faschistoide Geisteshaltung von Martin Schulz zu erschließen.

Die entsprechende Analyse erfolgt in zwei Schritten.

Zunächst gilt es darzustellen, dass Schulz die Kriterien faschistoider Geisteshaltung „anti-Introspektion“ und Dominanz affektiver Appelle über rationaler Argumentation erfüllt. Dazu haben wir einige seiner Aussagen, die er im Interview macht, gesammelt.

Im zweiten Schritt suchen wir nach Indikatoren für die rigide und dogmatische Geisteshaltung, die den Faschisten auszeichnet.

Schulzens Zitate:

  • martin-schulz-hitlergrussTrump ist „hochgradig demokratiegefährdend“.
  • Trump spielt „mit der Sicherheit der westlichen Welt“.
  • „Was die US-Regierung gerade beginnt „ist ein Kulturkampf“.
  • Das Einreiseverbot ist „unerträglich“.
  • Leider hat das einst tolerante Einwanderungsland USA mit Trump „einen Präsidenten, der im kleinsten Karo Politik macht“.
  • Merkel dürfe gegenüber Washington „nicht schweigen zu Handlungen, die wir nicht akzeptieren können“.
  • „Wenn Trump mit der Abrissbirne durch unsere Weltordnung läuft, muss man klar sagen: Das ist nicht unsere Politik“.
  • Aus Trumps Wahlkampf kann Schulz nur eines lernen: „Dass man auf keinen Fall einen solchen Wahlkampf führen darf. Solch eine Niedertracht. Solch ein Einreißen aller Grenzen, die man als Grundkonsens in der Demokratie braucht. Das verschlägt den Atem“.

Die zitierten Passagen aus dem Interview von Schulz zeichnen sich durch die folgenden Charakteriska aus:

  1. Es gibt keinerlei Argument.
  2. Die Äußerungen von Schulz bestehen ausschließlich aus negativen Bewertungen, aus Abwertungen und Derogationen.
  3. Die Äußerungen von Schulz appellieren ausschließlich an Affekte und Emotionen.

Kurz: Schulz ist ein negativer Typ, der wie derzeit die meisten Politiker nichts eigenes zu sagen hat. Er lebt davon, dass er das, was andere tun, bewertet, dass er andere bewertet, und zwar negativ. Das Fehlen eigener Argumente soll auf diese Weise überdeckt, und es soll an diejenigen appelliert werden, deren Weltsicht ebenfalls aus Bewertungen besteht und vollständig ohne Argumente und den Bezug auf Fakten auskommt. Damit erfüllt Schulz das erste Kriterium zum Faschismus: Er nutzt keinerlei Argumente, stellt ausschließlich wertende Behauptungen auf und appelliert entsprechend an die von ihm bei den Konsumenten des Interviews vermuteten niederen Instinkte. Die Brücke, die Schulz zu diesen Konsumenten bauen will, ist rein affektiv. Wer den Hass auf Trump teilt, wird sie willig aufbauen, wer Argumente erwartet, wenn er überzeugt werden soll, wird sich abwenden, denn Argumente hat Schulz nicht zu bieten.

Die Krönung im Interview von Schulz findet sich jedoch nicht mit Bezug auf Donald Trump, sondern mit Bezug auf Horst Seehofer, der sich erdreistet hat, die Tatsache, dass Trump seine Wahlversprechen umsetzt, dass er also das tut, wofür er gewählt wurde, zu loben. Ein Unding für Schulz, der wohl nie auf die Idee käme, das, was er verspricht, auch zu tun. Jedenfalls liegt dieser Schluss nahe. Entsprechend sagt er zur Feststellung von Seehofer:

“Das hat mich sehr erstaunt. Wenn wir, wie Horst Seehofer, nicht mehr die Handlungen von Menschen in der Sache bewerten, sondern nur noch die Form, dann gehen wir gefährlichen Zeiten entgegen“.

Das ist starker Tobak und damit ist das zur Klassifikation „Faschismus“ noch fehlende Kriterium erfüllt: Seine rigide Geisteshaltung wird von Schulz unverhohlen der Öffentlichkeit zur Schau gestellt. Denn: Schulz sagt hier nicht mehr und nicht weniger, als dass man Handlungen nicht nach der Form, sondern nach dem Inhalt beurteilen soll.

Wenn jemand ehrlich ist, dann ist dies für Herrn Schulz nur dann von Bedeutung, wenn er den richtigen Menschen gegenüber ehrlich ist.

Wenn jemand versucht, seine Mitmenschen gerecht zu behandeln, dann hat Schulz offenkundig einzuwenden, dass Gerechtigkeit nicht formal, sondern nur inhaltlich und somit nur denen gegenüber walten zu lassen ist, die Herr Schulz für gut bewertet. Entsprechend hat er vermutlich kein Problem damit, Männer im Rahmen staatlicher Programme und im Namen des Feminismus zu benachteiligen.

Schulz will ein faschistoides Weltbild durchsetzen, das nicht die Sache an sich beurteilt, sondern die Sache bewertet: Wenn ein Passant ein Kind, das unachtsam über die Straße geht, vor einem herannahenden Auto rettet, dann ist der Passant dafür wohl nach Ansicht von Herrn Schulz, der „in der Sache“, also inhaltlich bewerten will, nur dann zu loben, wenn das Kind kein Kind rechter Eltern ist, denn „in der Sache“ bewertet, sind rechte Eltern, die z.B. die AfD, jene „Schande für die Bundesrepublik wählen“, dem Herrn Schulz wohl weniger wert als linke Eltern, die die SPD oder die SED-Nachfolgepartei wählen, mit der die SPD wieder einmal paktiert.

Wenn man liest, was Martin Schulz von sich gibt, dann kann man begründet fürchten, dass er vorhat „mit der Abrissbirne durch“ unsere demokratische Grundordnung zu pflügen.

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33 Responses to Martin Schulz: Der Faschismus unter der Maske des SPD-Strahlemanns

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  3. GRM aus T says:

    Kann man aus diesen Ergebnissen entnehmen, dass jemand, der auf Schulz reinfällt, auch auf Hitler reingefallen wäre?

  4. CEMLO says:

    Ein neuer Groß-Kanzler? Wohlan –
    Staatsdiener gegen Renegaten.
    Ziehet Euch warm an.

    Es kann nur Einen geben.

  5. Gereon says:

    Nun, Schulz ist ein typischer linker Linker.
    Wenns nicht mit demokratischen Mitteln geht, dann mit Gewalt.
    Die Menschen müssen zu ihrem Glück gezwungen werden, und was Glück ist, weiß nur der linke Linke. Ist ja auch immer nur das Beste draus geworden, Der Schulz ist Millionär, wenn man nur die zum Teil erschlichenen Sitzungsgelder zusammenrechnet. Daß er jetzt die Propaganda der linken Propaganda nachbetet, weil er denkt, damit in die richtige Richtung zu propanandieren, ist nut der Tatsache geschuldet, daß der Mann keinerlei eigene Position , Meinung und Position hat.

  6. Heiner says:

    Noch viel aussagekräftiger zur Psyche und zu den Ansichten von Martin Schulz ist dieses, bereits 2013 veröffentlichte, Portrait:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-91464848.html

  7. rjb says:

    Wenn ich die Definition im ersten Absatz recht verstehe, dann herrscht also in Gegenden, wo solche
    http://www.golyr.de/volkslieder-ddr/songtext-lied-der-partei-die-partei-hat-immer-recht-1950-451422.html
    “Volkslieder” gesungen werden, Faschismus.

  8. Peter Hiess says:

    Tut mir leid, das ging an die falsche Adresse ….

    Herzlichst,

    Peter Hiess

    ++++

    Darauf ein Bahnhofsgulasch!

    Alles Liebe,

    Peter

  9. inselpresser says:

    Hier ein Vorschlag für zukünftige Titel mit Martin Schulz: http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=e4bd60-1486151887.jpg

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  11. jonas rieland says:

    wer isn das ^^

  12. Pingback: Martin Schulz: Der Faschismus unter der Maske des SPD-Strahlemanns | fakeminr

  13. AMEISE says:

    schulz wird nun von allen seiten aufgebaut, man befürchtet den verlust der macht, die groko wird wieder angestrebt, alles beim, alten dank massenmanipulation auf allen kanälen.

  14. Pingback: Martin Schulz: Der Faschismus unter der Maske des SPD-Strahlemanns | Jihad Watch Deutschland

  15. Bernd Engelking says:

    Das hätte man vorher auch schon vermuten können. Denn Schulz kommt von der EU-Spitze, die sich den Finanzeliten angedient hat, hat alles für diese getan, ihre Vertreter in die profitablen Positionen gebracht, jegliche Transparenz und Ermittlungen behindert und Überwachung befördert. Er hat das Bashing gegen Russland und andere gefördert, Kriegshandlungen befürwortet und unterstützt und das dortige Demokratie-Defizit verteidigt und erhalten. Er dient dem Finanzsystem, denn er steht für die Werte des Westens, also den Neoliberalismus (- Faschismus).
    Man muss den Faschismus nicht an Schulz festmachen, das ganze westliche System ist von “Schulzes” durchsetzt. Es gibt viele, denn einer alleine tut keinem was. Die ganze Handlungsweise der Regierenden entspricht dem. Und die faschistophilen Medien wollen diesen Vertreter an die Spitze spülen.

  16. Adebar says:

    Die SHZ.de macht gratis Werbung für Euch:

    http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politi

  17. Pingback: News 05.02.2017 | Krisenfrei

  18. Pingback: Martin Schulz: Der Faschismus unter der Maske des SPD-Strahlemanns | ScienceFiles – Wertewandel

  19. Brilliante Analyse! Vielen Dank.

  20. Dievonhier says:

    Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem, was Schulz vorhat und dem, was Merkel vorhat und tut.

    “Auf der Grundlage dieser Zutaten definieren wir Faschismus als eine rigide Geisteshaltung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Abweichungen von dem, was als richtig vorgegeben oder vorgesehen ist, nicht toleriert werden. Inhaber einer faschistischen Geisteshaltung haben keinerlei Ambiguitätstoleranz und zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur über einen Appell an Emotionen erreichbar sind und nicht auf rationale Argumente oder Begründungen reagieren. ”

    Das, was Sie beschreiben, ist doch etwas, das wir bereits erleben.

  21. corvusalbusberlin says:

    Ich habe immer noch die altmodische Art, mir ein Gesicht – vor allem die Augen- eines Menschen über einen längeren Zeitraum zu studieren und da kommt dieser Schulz sehr schlecht weg.

    Das habe ich auch mit dem Gesicht – vor allen Dingen seinen Augen- bei dem Präsidenten Trump gemacht.
    Auf meine simple Art. Er ist dabei gut weggekommen.
    Er hat gutmütige Augen und es blitzt daraus sogar Humor hervor.
    Mir gefallen seine Augen und somit sein Gesicht. Ich mag diesen Mann.
    Es ist kein fanatisches Gesicht.
    Seine Reden sind äußerst ruhig und bedächtig.

    Er ist absolut nicht der Mensch, den die Presse versucht, aus ihm zu machen.
    Durch die Abfuhr des Bundesgerichts wird er sich nicht aus der Fassung bringen lassen.

    Und was sagen die Kommentatoren dazu, dass die Anklage wegen Einreise völlig unbekannter Identitäten in die Bundesrepublik gegen Merkel beim Bundesverfassungsgericht abgewiesen wurde?

    • merxdunix says:

      Die Abweisung der Klage sollte nicht als verlorener Prozess verstanden werden, sondern als Indiz, dass sich das Klagebegehren gegen den Falschen richtete.
      Der Rechtsbruch beim Flüchtlingszustrom wurde und wird vom Staat und seinen Beamten begangen. Sie haben zwar geltendes Recht umzusetzen, streben jedoch den Zusammenbruch Deutschlands an, um es an die EU verschachern zu können. Das wird logischer Weise auch von den Richtern gedeckt, schließlich sind sie daran wesentlich beteiligt.
      Der Untergang Deutschland ist ein Staatstreich der Exekutive. Merkel und Schulz sind nur von den Eurokraten aufgestellte Hypnotiker, die die Deutschen vom tatsàchlichen Geschehen ablenken sollen.

  22. corvusalbusberlin says:

    @Merxdunix

    Warum wollte dann Seehofer die Merkel vor das Bundesverfassungsgericht bringen.
    Hat er doch mehrfach geäußert. Der hätte es doch wissen müssen, was geht und was nicht geht.

    Aber wie sagte schon Tucholsky: “Wer keine Verantwortung tragen will, wird Beamter.”

    Also alles wie gehabt.

    Inzwischen tanzen sie ja auch alle wieder zusammen Ringelpietz mit anfassen.

    Was für ein beschissener Verein!.

  23. Fiete says:

    “Aus Trumps Wahlkampf kann Schulz nur eines lernen: „Dass man auf keinen Fall einen solchen Wahlkampf führen darf.”
    DAS ist der lustigste Widerspruch in sich, den ich in den letzten Jahren gelesen habe.
    Er hätte noch ergänzen können:
    “Nur ICH darf das!”.

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