Website-Icon SciFi

Epidemie der Zeitgeistkriecher

Was ist nur los in Deutschland?

Es gibt eine Epidemie des Zeitgeistkriechens, in vorgefertigten, einheitlichen, gleichlautenden Texten, mit denen bekundet werden soll, „Hey, wir gehören zu den Guten!“. „Wir sind moralisch überlegen.“ „Wir stehen auf der richtigen Seite der Geschichte, beherrschen den politisch-korrekten Code, sind fließend im Umgang mit den Floskeln, die so leer wie verlogen sind, Floskeln, die eine moralische Superiorität vortäuschen und den Anschein erwecken sollen, man würde etwas tun, sei um Menschen besorgt, deren Wohlergehen, deren Gesundheit …

Das bringt uns zum ersten Beispiel der „Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK), einer Gesellschaft, die im Zeitalter der plötzlichen Tode, die so unerwartet diejenigen treffen, die gestern noch durch die Lande gehüpft sind, sie heute per Herzstillstand final ruhig stellt, so viel Arbeit hätte, wenn sie denn welche suchen würde:

Und in der Tat:

„Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) ist eine wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft, die sich der Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Behandlung verschrieben hat – zum Wohle aller Patientinnen und Patienten. „

Haben Sie schon eine ScienceFiles-Mug?
Tassen und Shirts gibt es im ScienceFiles-Shop

Und jetzt hat sich diese verdienstvolle Fachgesellschaft voller Menschen, die um das Wohl ihrer Mitmenschen, nicht etwa das eigene Auskommen besorgt sind, zu Wort gemeldet, um den unhaltbaren Zustand, der sich in Übersterblichkeit und einer erheblichen Zunahmen von Herz-/Kreislauferkrankungen und Herztoden niederschlägt, anzugehen und die Regierung dazu zu drängen, endlich mit der Aufarbeitung der von Gesundheitsministern und anderen Inkompetenten durch die Promotion von COVID-19 Shots angerichteten Gesundheitsschäden zu beginnen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen …

Ähem …
Nein.
Sorry, unser Irrtum.
Wir dachten, die Fachgesellschaft sei für Patienten da.

Ist natürlich nicht so.

Die Fachgesellschaft ist dazu da, die Interessen von Ärzten zu vertreten, deren Einkommen zu maximieren und für Zeitgeist und Regierung den Sykophanten zu geben. Das ist viel einfacher, als sich mit denen anzulegen, die sich für Regierung halten und jede Untersuchung der plötzlichen und unerwarteten Herztode unterbindet. Man muss sich entscheiden, zwischen Regierung und Patienten und natürlich kommt das Geld von der Regierung …, was die Entscheidung erleichtert.

Ergo ist der Text oben nicht der Text, den die Fachgesellschaft gerade veröffentlicht hat.
Denn der veröffentlichte Text geht so:

„Die DGK stellt sich daher klar gegen jede Form von religiösem Hass, antisemitischen, rassistischen, ausgrenzenden und verfassungsfeindlichen Bestrebungen. Wir stehen ein für Respekt, Toleranz und Offenheit und treten vehement für die im Grundgesetz verankerten Rechte ein, die uns nicht nur die Freiheit von Medizin und Lehre garantieren, sondern vor allem auch die Würde und das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie die Gleichberechtigung aller Menschen.“

Tiefstes Zeitgeistkriechen mit tausendjähriger Tradition aus besonders braunen Zeiten.

Aber weit verbreitet und derzeit so gewöhnlich, weil aus Textbausteinen zusammengesetzt:

„„Wir reagieren auf die jüngsten Entwicklungen und senden das Signal: Wir wollen in einem vielfältigen und weltoffenen Umfeld lehren, forschen und heilen – ungeachtet ethnischer Herkunft, Nationalität, Geschlecht oder sexueller Identität, Religion oder Weltanschauung. In der Universitätsmedizin leisten Menschen aus mehr als 100 Nationen einen wichtigen Beitrag in Forschung, Lehre und Krankenversorgung – sie sind uns willkommen. Für eine offene Gesellschaft, in der sich Talente zum Wohle der Allgemeinheit entfalten können, stellen wir uns jeder Form von Hass, Ausgrenzung und Extremismus entgegen“, betont Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands.“

Sorry.
Nächster Fehler.
Mit dem gerade zitierten Text, will der Verband der deutschen Universitätsklinka seine Tugend wedeln, darauf hinweisen, dass man natürlich den Standard der vorgesehenen Gruppenunterschiede, entlang von „ethnischer Herkunft, Nationalität, Geschlecht oder sexueller Identität, Religion oder Weltanschauung“ gerecht wird, sie ganz wichtig findet, sofern die Weltanschauung nicht nach rechts abweicht und dass Internationalität so wichtig ist, wie die Kassenbeiträge, die Klinika am Laufen halten.

Angesichts der Textbausteine kann man schon einmal den Überblick verlieren und die gewedelte Tugend der deustchen Universitätsklinika mit der von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie verwechseln.

SciFi-Support

 

Jetzt aber der richtige Text:

„Wir alle wissen, dass erfolgreiche Medizin, Fortschritt und Forschung nur in einem offenen und angstfreien Umfeld entstehen können. Die Erfolge der modernen Medizin haben wir der Zusammenarbeit vieler Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Herkunft, Religionen, Geschlechtern, sexueller Orientierungen und politischer Ansichten zu verdanken. Ohne internationale Kooperationen und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die aus anderen Ländern zu uns kommen und mit uns zusammenarbeiten, wäre unser medizinischer Standard nicht ansatzweise denkbar und viele wichtige Durchbrüche in der medizinischen Forschung nie erreicht worden.“

Sie sehen, die Nomenklatur der Versicherung nach außen, ein Guter zu sein, ist sehr beschränkt, so beschränkt, dass man sich eigentlich nicht damit differenzieren kann. Ergo geht es nicht darum, sich zu differenzieren, sondern darum, sich ein- oder unterzuordnen, unter bzw. in die vorgegebene Nomenklatur, die verbindliche Nomenklatur, die schon der Hinweis, dass hier Alter und Haarfarbe und vor allem Schuhgröße fehlen, alles relevante und schützenswerte Eigenschaften von Leuten, die man leicht zu Gruppen zusammenfassen und für schützenswert erklären kann, mit ungeahnten Möglichkeiten für den Absatz von Gabor oder die Friseurinnung, in helle Aufregung versetzt werden kann, denn der Hinweis ist differenzierend, nicht einheitsstiftend unter denjenigen, die dem Zeitgeist mit ihrer Heuchelei und vorgespielten Ehrlichkeit in den Allerwertesten kriechen wollen.

Heinrich Mann hat einst die Disposition, ja psycholgische Not mancher Deutscher beschrieben, sich als Untertan einer Obrigkeit anzuvertrauen. Es hat sich, seit dem Untertan von Mann nicht viel geändert. Nur rennen heutige Untertanen keinen Kutschen mit Kaisern mehr hinterher, sie rennen dem vorgegebenen Zeitgeist hinterher, lassen ihn hochleben.

Insofern hat sich doch wenig geändert.


Die mobile Version verlassen