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War Darwin ein Rassist oder gar ein Eugeniker?

Was für eine Frage.

Evolutionär betrachtet, wohl eine Frage, die man nur stellen kann, wenn man so satt ist, dass man keine wirklichen (Erkenntnis-)probleme mehr hat.

Indes, das ist die Welt, in der wir leben, eine Welt, in der Dr. Ulrich Kutschera im Interview mit Markus Fiedler (Apolut) Darwin und anderen Evolutionsbiologen ein anti-rassistisches Unbedenklichkeits-Zeugnis ausstellen muss. Eines, das auszustellen nicht notwendig wäre, wenn der öffentliche Diskurs nicht durch Ideologen auf einem Niveau festgehämmert worden wäre, auf dem selbst die Unterscheidung zwischen einer DESKRIPTION, einer Beschreibung dessen, was ist, und der PRÄSKRIPTION, einer BEWERTUNG dessen, was gerade beschrieben wurde, nicht mehr bekannt ist und man ständig mit Leuten konfrontiert wird, die ihre eigenen Vorurteile als Bestandteil dessen, was andere beschrieben haben, ausgeben.

Ein Zustand, der jede Wissenschaft unmöglich macht.

Die Beschreibung, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem James Watt im Vereinigten Königreich die Dampfmaschine erfunden hat, nordamerikanische Ureinwohner (Navajo) im Südwesten der heutigen USA mit dem Grabstock auf der Suche nach Nahrung waren, ist keine Bewertung der Wertigkeit der Angehörigen der jeweiligen Gruppen, wie man schnell merken wird, wenn man Watt mit dem Grabstock auf die Suche nach Nahrung schickt und einen Navajo zum Betrieb der Dampfmaschine abordnet. Der Austausch wird für beide vermutlich kein gutes Ende nehmen.

Hierarchien, die man aus beider Vergleich, so man ihn denn vornehmen könnte, bilden kann, erfordern ein Merkmal zur Hierarchiebildung, den technischen Entwicklungsstand, der Watt und die Kaukasier vor den Navajo sieht oder das lokale Wissen um die im Boden verfügbare Nahrung, das die Navajo überlegen macht.

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Auch Hierarchien sind nicht von sich aus mit normativer Ab- oder Aufwertung verbunden, die jeweiligen Bewertungen finden sich vielmehr in der Vorstellung von zumeist denjenigen, die sie anderen vorwerfen. Es ist, wie gesagt, misslich, dass sich Wissenschaftler mit solchem ideologischen Junk herumschlagen müssen, der in den Gehirnen derjenigen brütet, die zwar Langeweile empfinden, diese aber nicht konstruktiv zu nutzen im Stande sind.

Damit nicht genug, muss Kutschera erklären, was es mit dem Begriff der Rasse, also der – wenn es z.B. um Laktose geht, zuweilen lebenswichtigen Unterscheidung von Afrikanern, Asiaten, Kaukasiern, Amerikanischen Ureinwohnern und Ozeaniern auf sich hat, als wäre die Kunde von den genetischen Unterschieden, nicht nur die zwischen Kaukasiern mit Neanderthaler-Genen und Afrikanern, nicht in das allgemeine Wissen eingedrungen.

Indes, und einmal mehr, das ist die Zeit in der wir leben.

Eine Zeit, in der Leute Begriffe wie „Rassismus“ auf den Lippen führen, um ihre Gutheit zu dokumentieren, Begriffe wie Sexismus anfügen und denken, gewürzt mit Eugenik (boah ey) wäre dies eine Möglichkeit, Wissenschaftler zu diskreditieren, die mit drei Sätzen in einem beliebigen Buch mehr intellektuellen Gehalt transportieren als die Rassismus-Fanatiker im bisherigen Verlauf ihres einwortreichen Lebens.

Aber es ist amüsant, Ulrich Kutschera dabei zu begleiten, wie er im Interview mit Markus Fiedler die Tretminen, die den wissenschaftlichen Diskurs heute zuweilen unmöglich machen, schlicht ignoriert und denen, die mit dem Begriff der „Rasse“ nichts anfangen wollen, die interkontinentale Varietät als Ersatzbegriff nahelegt. Für die, die nicht wissen, was mit interkontinentaler Varietät gemeint ist: Rasse.

Fachfremd pervertiert, nennt Kutschera diese Methode, wissenschaftliche Begriffe zu ideologischem Gebrauchsjunk zu diskreditieren. Wie Wissenschaftsfortschritt aussehen soll, wenn nicht einmal beschrieben werden darf, was tatsächlich ist, weil irgendwelche Spinner an Begriffen Anstoß nehmen, das ist eines der Mysterien, die dumme Menschen in ihrem Leben nie entdecken werden …

Wie auch immer, das Interview, das 50 Minuten füllt, enthält viel Interessantes.

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Wenn Sie wissen wollen, warum Menschen NICHT von Affen abstammen, warum Charles Darwin berühmt wurde, während der mindestens ebenso wissenschaftlich einflussreiche und in weiten Teilen seiner Theorie besser mit der Realität vereinbare Alfred Russell Wallace ein Dasein im Schatten von Darwin führen musste, wenn es Sie interessiert, warum die Neanderthaler vermutlich ausgestorben sind, obschon sie an ihr Habitat besser angepasst waren als die zuströmenden Migranten der Gattung homo sapiens, dann sollten Sie die 50 Minuten ansehen und wenn Sie die Lieblingswürmer von Ulrich Kutschera einmal im Fernsehen sehen wollen, dann auch…

Sie können das Interview entweder bei uns als Audio anhören

https://sciencefiles.org/wp-content/uploads/2025/09/im-gespraech-ulrich-kutschera-1-apolut.mp3?_=1

oder bei Apolut mit Bildbeimischung, schon wegen der Würmer von Interesse, ansehen.

Unsere bisherigen Interviews mit Ulrich Kutschera, die sich um die fünfte Auflage seines Bestsellers „Evolutionsbiologie“ drehen, finden Sie hier:

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